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Saemon's Kabine

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Saemon



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BeitragThema: Saemon's Kabine   Mi 22 Aug 2012 - 13:25

Beschreibung folgt..
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Saemon



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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Mi 22 Aug 2012 - 13:25

---> Loguetown Hafen

Der Rotschopf ignorierte die Blicke von Aoi gänzlich, schließlich wusste er selbst noch nicht so recht wie die junge Dame tickte. Sollte sie ein Problem haben, würde sie ihn schon darauf ansprechen, immerhin bot er allen Beteiligten an ihn aufzusuchen, sollten diese irgendwelche Probleme haben. Wenn man diesem Angebot nicht nachkäme, sollte es auch nicht sein Problem sein. Lian konnte er in diesem Punkt nur widersprechen, schließlich ging es auch um die allgemeine Stimmung an Deck und wenn jemand seinen Unmut einfach in die Menge plerrt, anstatt einen Weg zu suchen das ganze friedlich und diplomatisch zu klären, so war dies zum einen auch Saemons Aufgabe das Gespräch mit dieser Person zu suchen.

“Doch das muss ich. Zum einen weil ich sein Vorgesetzter bin und für ein einheitliches Miteinander zu sorgen habe, zum anderen auch weil er endlich einsehen muss dass er nicht alles nur schwarz und weiß sehen kann. Es ist mir egal was die anderen über dich denken, jedoch werde ich nicht zulassen dass man dich öffentlich so bloß stellt und schon gar nicht in meiner Gegenwart schlecht von dir spricht.“

Über die glitschigen Planken hinweg schlidderte Saemon in Richtung der Treppen, welche ihn in das Innere des Schiffes bringen sollten. Lian blieb stets an seiner Seite, was den beiden einige skeptische Blicke einbrachte, insbesondere von jenen Soldaten, welche bereits auf Shellstown zu Gegen waren. Sicherlich verstanden sie nicht warum ausgerechnet die Vertretung des Kapitäns, sich mit einer Piratin abgab, auf der anderen Seite war es aber auch sein eigenmächtiges Handeln, welche sie überhaupt erst mit der 9. In Verbindung brachte. Saemon schenkte dem ganzen Trubel keine Beachtung, betrat nun den schmalen Gang und bestieg die Treppe.


“Ich werde dich jetzt in meine Kabine bringen. Ich war erst einmal drinnen um mein Zeug ab zu legen, sollte dir also etwas nicht gefallen, ändere es ok? Aaaaber… mach nichts kaputt.“

Verlegen lächelte er Lian an und kicherte leise vor sich hin. Lian hatte zwar freie Hand, jedoch sollte sie das nicht als Einladung sehen die Möbel zu zerstören oder dergleichen, weil sie vielleicht nicht so ganz in ihr Konzept passten.. Wenige Sekunden später standen sie auch schon vor der Türe und Saemon kramte den Schlüssel heraus. Mit einen klicken öffnete sich die Türe und sogleich strahlte dem Rotschopf das Sonnenlicht ins Gesicht.

“Nach dir.“

Bot er ihr höflichst an und würde nach Lian ebenfalls das Zimmer betreten.

“Also… Ich werde mich nun um ein paar Sachen kümmern, unter anderem will ich wissen was im Restaurant passiert ist und ob die Belegschaft vielleicht sogar zuvor fliehen konnte… Ehm… bleib bitte hier und warte auf mich. Ich weiß das ist nicht sonderlich spannend und wirklich beschäftigen kann man sich hier auch nicht, aber derzeit ist alles ein wenig angespannt und ich muss das erst klären… Ich werde mit Kenji sprechen und… Ich will beim Hauptquartier ein offizielles Gesuch stellen um dir eine Genehmigung zu erteilen… also dass du bei uns bleiben kannst. Du hast uns sehr geholfen und das darf nicht außer Acht gelassen werden, zudem hättest du dann Ruhe vor der Marine… ich hoffe das geht für dich klar?“

Man konnte dem Rotschopf deutlich anmerken dass er noch ein wenig neben sich stand, was an seiner Sorge um Johnny und dem Rest der Truppe aus dem Restaurant lag. Immer wieder quälte ihn die Frage ob seine Freunde noch am Leben waren oder in der Explosion umkamen… Zudem wollte er nur das Beste für Lian, ihr ein sicheres Leben beschaffen und dafür Sorge tragen, dass es ihr an nichts mangelte… wenn sie das ebenfalls wollte natürlich. Viel Zeit blieb ihnen nicht mehr, immerhin konnte Godot jederzeit wieder kommen und mit neuen Befehlen die Weiterfahrt initiieren. Zuvor musste einfach alles in feuchten Tüchern sein, weshalb Saemon auch keine Zeit mehr vergeuden wollte. Lian sollte noch zu Wort kommen, ehe der Rotschopf sich dann auch schon auf den Weg machen würde. Abschließend begab er sich noch zu seiner Liebsten und drückte sie einmal kräftig, gab ihr dann einen Kuss auf die Stirn und auf den Mund.

“Mach dir keine Sorgen… wir bekommen das schon hin und wenn wirklich alle Stricke reißen sollten, werde ich bei dir bleiben… Keinesfalls werde ich dich alleine lassen, das verspreche ich dir.“

---> Kapitänskajüte


Zuletzt von Saemon am Mi 22 Aug 2012 - 16:03 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lian
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Mi 22 Aug 2012 - 15:49


cf: Loguetown Hafen

Es berührte sie, dass Saemon so viel Einsatz für sie zeigte und es Kenji übel nahm, dass er sie bloßgestellt hatte. Ein kleines Lächeln tat sich auf ihrem blassen Gesicht auf und die Blicke der Soldaten störten sie nicht einmal mehr so stark, wie zu Beginn noch.
Saemon war wirklich ein Glücksgriff, anders konnte man es nicht sagen. Und es interessierte sie auch nicht, ob man nun genervt die Augen verdrehen würde. Immer diese Verliebten!
Lian betrat die Kabine nach ihrem Freund und schaute sich um, während er mit ihr sprach. Sie verstand nicht ganz, wieso er Sorge trug, sie könnte etwas zerstören, weil sie es nicht mochte. Erstens war etwas zu mögen nicht gleich ein Grund, es dem Erdboden gleichzumachen und zweitens war das Zimmer ganz schön und gemütlich eingerichtet. Etwas auszusetzen hatte sie nicht.
Ich möchte einfach nicht, das meinetwegen Streit aufkommt“, wandte sie mit einem Mal ein und ließ sich vorsichtig auf dem Bett nieder, die Beine überschlagen und die Hände gefaltet über ihnen.
Ich sehe ihre Blicke und ich weiß, was sie denken. Was sie über DICH denken. ,Er gibt sich mit einer Piratin ab. Das ist nichts, was wir hier wollen'. Das schadet dir, verstehst du? Und es ist nicht richtig, dass du meine Fehler auszubaden hast.“
Ihre Augenbrauen waren sorgenvoll zusammengezogen, die Lippen trocken und beinahe spröde. Sie wünschte sich einfach eine Dusche herbei, um sich den Schmutz, das fremde Blut und die Schminke aus dem Gesicht wischen zu können, Wasser und duftendes Shampoo, um ihre Haare wieder in Ordnung zu bringen. Sie schämte sich, so vor ihm sitzen zu müssen. Peinlich berührt senkte sie den Blick und spielte nervös mit ihren Fingern herum. Natürlich würde sie weder randalieren, noch sein Zimmer ohne Erlaubnis oder Befehl verlassen. Außerdem hatte sie Verständnis dafür, dass er nicht rund um die Uhr würde um sie herum sein können. Als Vertretung des Kapitäns lasteten nun viele Dinge, die zu erledigen waren, auf seinen Schultern und aufgrund seiner Unwissenheit dieser Dinge gegenüber war er bereits gefordert genug. Sie wollte keine zusätzliche Belästigung sein.
Ich werde keinen Ärger machen“, versicherte sie ihm mit ernster Stimme. Es war nicht nur so daher gesagt, sie hatte wirklich vor, sich vorbildlich zu benehmen. Natürlich empfand sie Kenjis Hass als übertrieben, aber wenn sie sich jetzt gut verhielt, konnte man ihr zumindest nichts mehr vorwerfen.
Saemon versprach ihr, bei ihr zu bleiben. Lians Herz klopfte für einen Moment schneller und ein verlegenes Lächeln erschien auf ihren Lippen. „Sag doch nicht sowas..“, murmelte sie und seufzte tief.
Wenn die einzige Möglichkeit bei dir zu bleiben ist, keine Piratin mehr zu sein und der Marine beitreten zu müssen..“ Die McNair zuckte mit den Schultern. Vermutlich würde ohnehin kein Weg daran vorbei führen. Sie würde etwas beitreten müssen, was sie eigentlich aus tiefstem Herzen ablehnte. Und doch würde sie es tun. Für Saemon.
Aber auch das stand erst einmal im Ungewissen. Wer konnte schon sagen, ob der Beitritt einer ehemaligen Piratin geduldet werden würde? Godot war nicht da, um diesen Sachverhalt zu klären. Und Lian hoffte inständig, dass man sie, begnadigte man sie, nicht zwingen würde, in einer dieser adretten, kleinen Matrosenoutfits herumlaufen zu müssen. Das war ihr dann doch ein wenig zu viel.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   So 26 Aug 2012 - 4:41

---> Kapitänskajüte

Vorsichtig schlenderte der Rotschopf den Gang entlang und ließ alles noch einmal Revue passieren. Kenji's Worte ließen ihm einfach keine Ruhe, doch würde er an dessen Ansichten nichts ändern können. Entweder er würde von alleine auf den Trichter kommen dass er nicht jeden Menschen über einen Kamm scheren kann, oder er würde bis ans Ende seines Leben mit Vorurteilen umher laufen. Kurzerhand schob er die Gedanken bei Seite und konzentrierte sich wieder auf das wesentliche – Lian. Garantiert saß diese noch immer brav in seinem Zimmer und wartete auf seine Rückkehr, welche sich nun auch nicht mehr verzögern sollte. Saemon klopfte drei mal an der Türe, warum auch immer, schließlich war es ja seine Kabine... Anschließend öffnete er die Türe und trat hinein. Natürlich erblickte er Lian auch sogleich und näherte sich dieser, um sich dann neben ihr auf dem Bett nieder zu lassen. Sogleich legte er einen Arm um ihre Schulter und zog sie näher an sich heran, gab ihr zunächst einen Kuss auf das Köpfchen und begann anschließend zu erläutern was vorgefallen war.

“Ich hab dir einiges zu erzählen und möchte dir deutlich sagen dass es einzig und alleine deine Entscheidung ist wie du verfahren möchtest. Ich hab mit Kenji gesprochen und um es kurz zu machen... er ist stur und wird es vermutlich auch bleiben, dennoch wird er dir nicht mit Ketten oder dergleichen auflauern, davor musst du also keine Angst haben. Ihr werdet euch wohl am besten aus dem Weg gehen.... Dann noch die zweite Sache. Ich habe mit dem Hauptquartier gesprochen... zumindest glaub ich das... keine Ahnung wo diese Teleschnecke rauskommt... jedenfalls habe ich um eine Begnadigung gebeten und sie wurde gewährt... jedoch nur für drei Monate und unter gewissen Bedingungen. Dich haben diese nicht weiter zu interessieren, jedoch wird die Gnadenfrist anschließend verlängert, sollte es keine Probleme geben. Ich werde Berichte schreiben müssen und darin dein Verhalten schildern müssen. Mehr aber auch nicht. Man hat dich unter meine Aufsicht gestellt... was bedeutet... dass du damit offiziell eine Anwärterin wärest...Ich werde noch mit Godot sprechen sobald er da ist... Du wirst keine Befehle erhalten sondern lediglich weiterhin mit mir sprechen. Du wirst auch nichts tun müssen was dir unangenehm ist oder dergleichen, auch das werde ich mit Godot besprechen. Solltest du sonst noch Bedenken haben, so nenn sie mir einfach und ich werde mein bestes geben um sie zu beseitigen. Wenn du allerdings nicht möchtest, so sag mir das und wir werden das sein lassen. Ich werde mich diesbezüglich nach dir richten... Ich möchte nur dass du nicht verfolgt wirst...“

Besorgt sah er zu Lian herab und hoffte dass sie nun nicht sauer auf ihn sein würde. Alles was er tat, geschah nur aus dem Grund, weil er sie beschützen wollte.
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   So 26 Aug 2012 - 14:45


Die Minuten vergingen wie Stunden. Lian blieb, wie sie Saemon versprochen hatte, in der Kajüte und rührte sich nicht. Sie atmete sogar langsamer, ganz so, als wäre selbst das zu viel des Guten. Natürlich war es das nicht, das wusste sie selber, aber Lian durchlebte in diesen kurzen Augenblicken, in welchen sie alleine zurückgeblieben war, Momente der tiefen Einsamkeit und Selbstzweifel. Sie wusste, Saemon war gerade da draußen und diskutiere mit Kenji und anderen der Piraten-Hasser-Fraktion, dass sie ihr eine bessere Behandlung widerfuhr und man sie akzeptiere. Er riskierte seinen Ruf und sein Gesicht und das nur, damit sie bleiben konnte.
Es war ein Fehler gewesen, nach Loguetown zu kommen. Sie hätte einfach auf Lestat hören und zurück nach Shellstown fahren sollen, wo sie dem Rotschopf keinen Ärger gemacht hätte und man nicht mehr hinter seinem Rücken über ihn gesprochen hätte, weil er sich ausgerechnet auf eine Piratin eingelassen hatte, die Schuld am Mord eines Freundes trug.
Aber es half alles nichts. Ohnehin konnte sie nicht einfach hier herausspazieren und das Schiff unbemerkt verlassen. Man würde sie sofort sehen und Alarm schlagen – die wenigsten würden ihr Gesicht vergessen haben und die Nachricht würde Saemon schneller erreichen, als sie seinen Namen aussprechen konnte und dann würde er sie schneller einholen, als ihr lieb war und dann.. tja, dann war das Chaos vorprogrammiert. Er würde sauer sein, enttäuscht und Kenji hätte gewonnen un d so etwas gesagt wie ,Ich habe es dir ja gesagt – alle Piraten sind gleich'. Allein beim Gedanken ballte sie ihre kleinen Hände zu Fäusten und schaute grimmig vor sich her. Sie war so wütend auf den Saotome. Wie konnte man nur so in Schubladen denken? Ganz gleich, was ihm geschehen war – hatte sie etwas Vergleichbares getan oder war sie Teil des Verbrechens gewesen? Nein. Dem war eindeutig nicht so. Warum also verurteilte er sie für Fehler, die andere an ihm begangen hatten? Verteufelte sie etwa all jene Zivilisten, die sie zu Kindertagen wie Dreck behandelt hatten? Man konnte nicht immer nur Schubladen denken und alles pauschalisieren. Es gab immer Unterschiede und kein Mensch war gleich. Warum war er nur so verdammt engstirnig? Und das Schlimmste war, dass er mit seinen Hetzreden ihr gegenüber auch andere in diesen Boot des Hasses zog.
Sie würde hier keine einfache Zeit haben, so viel stand schon einmal fest.
Dann plötzlich klopfte es an der Tür. Einmal, zweimal, dreimal. Das konnte nicht Saemon sein. Es war sein Zimmer, warum also hätte er klopfen sollen. Lian nahm diese kleine Vorwarnung also als Zeichen dafür, dass sich jemand Fremdes dem Zimmer nahte und so sprang sie in einem Anflug von Panik vom Bett und flüchtete sich seitlich hinter diesen, drauf und dran, darunter zu klettern, als das Zimmer aber schon betreten wurde und sie zu ihrer Erleichterung feststellte, dass es sich doch um den Kisaragi handelte, der da durch die Tür geschritten kam. Peinlich berührt sprang sie auf ihre Füße und hoffte, er mochte diese kleine Eskapade nicht mitbekommen haben. Unauffällig klopfte sie sich den Schmutz vom Kleid, da legte er bereits einen Arm um sie und drückte ihr seine warmen Lippen auf die Stirn. Lian lächelte. Sie mochte, wenn er das tat. Seine Lippen fühlten sich ungemein angenehm an, egal, wo er sie grade platzierte und die Piratin war immer ein Stück weit enttäuscht, wenn er sie ihr wieder entzog.
Er ließ nicht lange mit einer Zusammenfassung dessen warten, was er bisher besprochen hatte. Lian hörte ihm schweigsam zu und zog hier und da die Augenbrauen leicht zusammen. Tja, das hatte sie sich schon gedacht, dass der Schwarzweißhaarige auf stur stellen würde. Sie seufzte. Kenji hatte wirklich ein Problem, wie sie fand. Manchmal musste man einfach über seine Einstellungen hinaus gehen und Neues zulassen. „Was ist sein Problem?“, brachte sie wütend hervor und zitterte vor Wut am ganzen Körper. „Habe ich ihm persönlich vielleicht IRGENDWAS getan? Denkt er wirklich, die paar pissigen Handschellen könnten mich aufhalten, wenn ich wirklich irgendwas anstellen wollte? Ist er wirklich so beschränkt?“ Man konnte nur hoffen, dass niemand ihr Geschrei mitbekommen hatte. Lian beruhigte sich langsam wieder und schüttelte den Kopf. „Es tut mir Leid..“, murmelte sie etwas leiser. „Es ist nur.. Ich habe das Gefühl, ich habe einfach keine Chance und ziehe dich mit runter. Du bist mein Freund und ich weiß, du wirst jetzt sagen, es interessiert dich nicht, was sie über dich denken, aber mich interessiert es.. Ich möchte nicht, dass du meinetwegen Nachteile hast und die hast du ganz gewiss. Ich kenne Kenji nicht, aber bemessen an seinem Verhalten vor dem Schiff kann ich mir gut vorstellen, dass er nicht grade gut über dich und mich sprechen und die Abneigung der anderen schüren wird, bis es wirklich zu Problemen kommt. Am Ende schmeißen sie dich noch wegen Verrat raus und du bekommst auch noch ein Kopfgeld oder so etwas. Das ist wirklich nichts, was ich will.“ Lian wirkte ungehalten. Ihr Atem ging stoßweise und unruhig, langsam setzte sie sich wieder auf das Bett zurück, während Saemon fortfuhr.
Sie würde also der Marine beitreten müssen. Einer Bande, von der sie verachtet, ja, gehasst wurde, einer Bande, die Lian am liebsten tot gesehen hätten. Es fiel ihr so verdammt schwer. Aber es war für Saemon und sie hätte alles für den Rotschopf getan, vermutlich wusste er das sogar selber.

Lian verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich möchte, dass du weißt, dass ich die Marine schon immer abgelehnt habe. Ich möchte, dass du weißt, dass ich sie nur als Hampelmännchen der Regierung betrachtet habe, als ihr Mittel und als dumm genug, nicht dahinter zu steigen, als was sie eigentlich benutzt und missbraucht. Aber ich habe einen neuen Blick auf die Dinge bekommen. Meine Haupteinstellung gegenüber der Marine hat sich nicht verändert und mir liegt im Grunde genommen nichts ferner, als Teil einer Meute zu werden, die meinesgleichen einfach nur wegen ihrer Fraktion verachtet und nicht wegen dem, was Einzelfälle von uns tun. Aber.. Wenn es der einzige Weg ist, um bei dir bleiben zu können, dann.. werde ich ihn gehen. Da gibt es nichts dran zu diskutieren. Es ist nicht einfach, irgendwas in mir schreit ,Verrat'.. Aber es muss sein und.. Ich verspreche dir, mich zu benehmen. Mit einer Voraussetzung. Ich möchte, dass du mir die Ketten anlegst, so lange ich an Bord bin. Zur Zufriedenheit aller. Bis sie sich wohler, sicherer oder was auch immer fühlen. Ich will niemanden provozieren oder ängstigen. Wenn ich sie damit also besänftigen kann, dann.. ist das okay. Aber bitte verzichte dabei auf Ketten, die mit Seesteinen versehen sind. Ich.. möchte keine Schmerzen erleiden müssen..“

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Zuletzt von Lian am So 26 Aug 2012 - 22:51 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Saemon



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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   So 26 Aug 2012 - 21:08

Mit ruhiger Stimme erklärte Saemon alles nötige und besonders die Punkte, welche für Lian wichtig waren. Eigentlich war dies wirklich jedes einzelne Wort, doch eins zu eins wiedergeben würde er diese natürlich nicht. Dennoch war sie nun auf dem laufenden und konnte sich ihre eigene Meinung zu der Sache bilden, was Lian natürlich auch sogleich tat. Dass es nicht einfach werden würde, war beiden von Anfang an klar, doch würde Saemon sich strickt weigern der bitte des Seekadetten nachzukommen und Lian in Ketten legen zu lassen. Wenn sich jemand tatsächlich jemand trauen würde den Versuch zu starten ihr solche an zu legen, so würde diese Person seine Finger von Boden aufsammeln können. Er hielt einen Moment inne und dachte nach. Saemon wusste zwar nun was Kenji auf dem Herzen lag, doch dieser würde es sicherlich nicht gut heißen wenn der Rotschopf ausgerechnet Lian seine Geschichte zum besten brachte. Dies lag nicht daran dass er Lian als nicht vertrauenswürdig einstufe, ganz im Gegenteil. Vermutlich vertraute der Rotschopf keinem Menschen mehr als der McNair, jedoch wollte er auch Kenjis Vertrauen nicht missbrauchen, ganz gleich wie viele Meinungsverschiedenheiten die beiden auch haben mochten. Letztlich würde er ihr nur minimale Infos geben, sodass keine der beiden Seiten einen Groll gegen ihn hegen sollten.

“Nun ja ich denke das ist ein wenig kompliziert. Kenji trägt einen ähnlichen Hass in sich wie ich ihn hatte. Er macht ihn blind und immun gegen die Meinung anderer, ganz gleich wie plausibel diese auch sein mag. Es geht um ein Erlebnis in seiner Kindheit, welches Piraten zu verantworten haben. Ich kann ihn verstehen, wirklich, schließlich brauchte es bei mir erst eine Person die ich liebe um mir die Augen zu öffnen. Bei Kenji wird dies nicht so einfach klappen. Aber mach dir keine Gedanken, das bekommen wir in den Griff, komme was wolle.“

Seine Worte waren voller Entschlossenheit und für diese Überzeugung würde Saemon auch alles geben. Solange es um Lian ging, konnte nichts und niemand ihn stoppen. Er fühlte sich ein wenig wie eine Löwenmutter, welche ihre Jungen beschützte.

“Es ist mir egal was geschieht. Es ist mir egal was sie über mich reden oder denken. Es interessiert mich auch nicht wenn einer von ihnen meint mich bei den Obrigen schlecht reden zu müssen. Sollte es dazu kommen und man wirft mich aus der Marine, dann sei es drum. Du hast für mich alles geopfert und wenn es nun wirklich dazu kommen sollte dass man mir ein Kopfgeld aufbrummt, so werde ich mit dir weiterziehen und der Marine den Rücken kehren. Diese Tat würde nur beweisen wie verlogen die Marine ist und dann wäre es mir egal. Ich hoffe auch ein wenig dass du erkennst dass die Marine nicht als ganzes gesehen werden darf. Besonders unter Kapitän Godot wirst du viel positives erleben, das verspreche ich dir.“

Er war wirklich überzeugt von Godot, ebenso jedoch auch davon, dass er ohne mit der Wimper zu zucken Lian begleiten würde, sollte dies von Nöten sein. Ein Leben ohne sie wollte er sich nicht mehr vorstellen.

Ernst blickte er in ihr Gesicht als sie die Bedingung stellte dass man ihr Ketten anlegen sollte, schließlich würde Saemon, wie bereits erwähnt, das niemals zulassen. Seine Mimik lockerte sich wieder und gar ein Lächeln konnte man daraufhin erkennen.

“Kannst du vergessen. Du bist nun ein Mitglied der Marine und als solches wirst du nicht in Ketten rumrennen. Es ist mir egal was du hierzu noch zu sagen hast, du wirst nicht, ich wiederhole, NICHT in Ketten auf dem Schiff umherstoplern. Kenji wollte dich in Ketten, da er keine Piratin frei auf dem Deck rumlaufen lassen wollte, doch in den Augen der marine, bist du vorerst keine Piratin mehr.“

Er grinste breit in ihre Richtung und ergriff ihre Hand.

“Und jetzt komm mit! Wir müssen noch unseren Gefangenen verhören.“

Mit diesen Worten zog er sie auch schon hinter sich her und würde sich mit Lian auf den Weg zu Ben machen, welchen man inzwischen schon lange genug hat warten lassen.

---> Arrestzellen
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Lian
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   So 26 Aug 2012 - 22:04



Lian fühlte sich ein wenig überrumpelt. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass man sie wirklich, wenn auch unter Vorlagen, begnadigen würde und jetzt, da es soweit war, fühlte sie sich wie eine Braut einen Tag vor ihrer Hochzeit. Ihre Knie wurden ganz weich. Aber nicht vor Freude, sondern vor Angst und Unsicherheit. Musste sie sich jetzt verändern? Eine andere werden, als sie war? Jedes Verbrechen bekämpfen? Schweigend biss sie sich auf die Unterlippe, bis es weh tat. Es führte kein Weg mehr zurück. Sie hatte Saemon zugesagt und er hatte sich für sie eingesetzt und seinen Rang dafür aufs Spiel gesetzt. Ihre Kehle fühlte sich staubtrocken an. Sie traute sich kaum, das Zimmer zu verlassen, als er sie hinter sich herzog und ihr verkündete, sie hätten noch eine Befragung zu absolvieren. Das Gesicht der einstigen Piratin und nun Matrosin war weißer geworden, als es ohnehin schon war. Sie fühlte sich so unwohl in ihrer Haut, dass es überall zu jucken begann und sie vermehrt schluckte. Trotzdem hoffte die McNair, Saemon würde davon keine Notiz nehmen und sie blickte zu Boden, um jegliche Emotionen zu verdecken.
Entgegen ihrer Bitte legte er ihr auch keine Ketten an. Sicher – Wie sähe es auch aus, wenn eine Division eines ihrer Mitglieder nur in Ketten und Handschnellen auf dem Schiff herumlaufen ließ? Trotzdem – es würde für Unmut sorgen, denn sie war sicher, dass es zumindest für Kenji keinen Unterschied machen würde, ob sie die Fraktion gewechselt hatte oder eben nicht. Für ihn zählte nur das, was sie gewesen war. Und im Herzen sicher immer bleiben würde. Ihr Marinedasein war im Grunde genommen nur eine Verkleidung, ein Schauspiel, um bei Saemon bleiben zu können. Und sie würde Talent in dieser Tätigkeit beweisen müssen, ebenso wie Benehmen und Anstand. Keine Fehltritte mehr, kein gedankenloses Handeln. Es war, als läge sie dennoch in Ketten oder befinde sich in einem Käfig. Wie ertrugen diese Menschen das nur? Wie konnten sie freiwillig zu Gefangenen derer werden, die das Sagen hatten und ihnen befahlen?
Meinst du Ben? Warum wurde eigentlich ausgerechnet er mit aufs Schiff genommen? Wenn ich dem pinkhaarigen Schwachkopf richtig zugehört habe, ist er doch der Kapitän dieser Loser oder etwa nicht?“, fragte sie Saemon dann, als sie gemeinsam mit ihm bereits das Zimmer verlassen wollte. Schade eigentlich. Die Blondine hatte sich ein paar ruhige Minuten mit ihrem Freund erhofft, denn seit heute Morgen waren sie nur im Stress gewesen, hatten nur Ärger gehabt und eine Menge Arbeit. Sie hatte nicht jetzt schon schlafen wollen, aber ein ruhiges Gespräch, ein wenig Dösen, während man sich nur ansah.. Vielleicht würden sie des nachts noch Zeit dazu haben. Das hieß, falls niemand sich bei ihrem Anblick querstellen würde. Sie bemühte sich zwar, Selbstbewusstsein zu präsentieren, aber das war gar nicht so einfach, wenn man wusste, dass man alles andere als willkommen war.
Wirst du ihn lange in der Zelle lassen? Der Gedanke ist mir irgendwie zuwider, nichts für Ungut.. Ich weiß nur, wie es da unten ist. Ich bin selber mal sehr lange im Gefängnis gewesen, als ich ein kleines Mädchen und noch gar keine Piratin gewesen bin. Ich muss.. sechs gewesen sein. Ich hatte grade neue Freunde gefunden.. Oder besser gesagt einen. Meinen einzigen zu dieser Zeit. Und ich wollte mich beweisen und da haben sie mich gepackt. Wenn ich so dran zurückdenke.. Er hatte auch rote Haare.“ Lian schmunzelte leicht vor sich hin. Wie hätte sie auch wissen können, dass Saemon eben besagter ,Red‘ war?


---> Arrestzellen

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Di 16 Okt 2012 - 12:58

---> Verbindungsgänge des Zwischendecks

Ohne sich dem vermutlich bewusst zu sein, sprach Lian sogar ein wahres Wort aus. Verglichen zu den Bergen an Geschirr und Gläsern, welches es im La Bouche täglich zu spülen galt, war ihr kleiner Topf ein Kinderspiel und viel mehr Freizeit als wirklich Arbeit. Dementsprechend schnell brachte der Kisaragi schließlich auch alles hinter sich und bedachte ihren schnippischen Kommentar lediglich mit einem matten Lächeln. Tatsächlich war dieser Tag bei weitem länger ausgefallen als man es von läppischen 24 Stunden überhaupt hätte vermuten können. So viele Ereignisse in einen solch schmalen Zeitrahmen gepresst, sodass es einen glatt verwunderte, dass dieser nicht wie ein zu praller Wasserballon geplatzt ist. Letztlich näherte sich aber auch dieser Abschnitt seinem Ende und alles was nun noch auf Lian und Saemon wartete, war ein angenehm weiches und warmes Bett. Sicherlich war dies das angenehmste am gesamten Schiff – sein Bett. Es war keinesfalls mit den Kojen zu vergleichen, wie man sie in dem Schlafrum vorfand, welchen die einfacheren Soldaten bewohnten, sondern konnte wirklich als komfortabel angesehen werden. Es bot genug Platz für zwei Personen, vermutlich sogar für drei, wenn nicht gar vier ausgewachsene Menschen, ohne dass man Gefahr laufen würde einen Anfall von Platzangst zu erleiden. Die Decke war sogar noch breiter und zudem ordentlich dick, sodass man sich in diese Mühelos einkuscheln konnte. Ganz gleich wie kalt die Nacht auch werden würde, so konnte man dieser beruhigt entgegenblicken, erfrieren würde man jedenfalls nicht, komme was wolle. Zwei Kissen bildeten den Abschluss des Bildes, ebenso wie die Decke und das Bettgestell in schlichtem weiß gehalten. Auch wenn man seinen Offizieren zwar ein angemessenes Nachtlager zur Verfügung stellte, so übertrieb man es glücklicherweise nicht, indem man dieses auch noch in dem grellen Marineblau besorgte. Alles in allem konnte man sich hier wunderbar zur Ruhe begeben und die Ereignisse des Tages Revue passieren lassen, wobei dem Einäugigen insbesondere die Geschehnisse im La Bouche im Gedächtnis haften blieben. Quälende Fragen hämmerten gegen seine Schädeldecke und ließen keine klaren Gedanken mehr zu, weshalb sein Blick nun an auch vermehrt verwirrt wirkte, mehr noch – Verzweifelt. Saemon ärgerte sich tierisch darüber, dass er nicht zurück zum Restaurant ging um nach dem Rechten zu sehen, um sich zu vergewissern wie die Lage war und wie es den Mitarbeitern ging, insofern diese überlebt haben und genau das war auch der Grund weswegen er es nicht getan hat. Gerade diese Frage, ob denn überhaupt noch jemand am Leben sei, hinderte ihn daran seinen Marsch in Richtung seiner ehemaligen Heimat fort zu setzen. Er könnte es einfach nicht ertragen, wäre die Gewissheit nun da, dass alle Tod seien… So konnte er sich noch einreden dass alles in Ordnung war und der Kisaragi eines Tages an diesen Ort zurückkehren konnte, wo man ihn dann freudig empfangen-, mit offenen Armen begrüßen- und über alte Zeiten quatschen würde. All dies sollte Saemon in ferner Zukunft erwarten, doch wie konnte er sich dem überhaupt sicher zu sein, ohne die Gewissheit dass es den Menschen gut ginge… So blieben nur Fragen über Fragen zurück, quälten den Rotschopf und verfolgten diese bis in seine Träume..
Glücklicherweise war Lian noch immer an seiner Seite, denn nur sie brachte es fertig Saemon von diesem Trip abzubringen und ihm erneut ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Der Schmerz, die Fragen und all die Qualen waren zwar nicht vergessen, doch konnte er dank ihrer Hilfe all dies bei Seite schieben und vorerst in eine dunkle Ecke seines Kopfes stellen. Es sollte sicherlich noch der Zeitpunkt kommen, an welchem er Licht in die Sache brachte, doch lag auch dieser erst noch vor ihm.

Somit betrat der Fähnrich dann auch schon das Zimmer und zog seine Liebste hinter sich hinein, sodass beide inmitten von Saemons schmalen vier Wänden standen. Es war sein kleines Reich, welchem er jedoch noch eine persönliche Note verpassen musste. Wirklich viel Zeit verbrachte er hier drinnen bislang noch nicht, doch könnte sich dies bald ändern, vor allem wenn man längere Zeit auf offener See verbringt, wie es nun wohl folgen sollte. Bald schon würden sie von Loguetown abreisen und insgeheim hoffte der Rotschopf dass ihn dies von seinen Fragen abbringen würde, wenn es alles nicht mehr so nahe an ihm war, sich mit jeder Sekunde weiter entfernen und somit vielleicht Zeitweise in Vergessenheit geraten würde. Lian würde die Sache von sich aus sicherlich nicht mehr ansprechen, hatte sie schließlich keinerlei Anlass zu solch einer Tat. Ihr lag an den Menschen im Restaurant nichts, immerhin kannte sie diese nicht und hatte auch nur wenig mit diesen zu schaffen. Lediglich die Klamotten an ihrem Leib, welche arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, verbanden sie noch mit dem La Bouche doch auch dies würde sich bald von alleine regeln. So zerfetzt wie diese waren, konnten sie nicht mehr aufgetragen werden, weshalb nichts weiter als der Müll für das Kleidchen blieb. Schade drum, stand es der Blondine eigentlich ziemlich gut und niedlich wirkte es zudem auch noch. Vielleicht würde man ja noch etwas vergleichbares auf einer anderen Insel finden, immerhin schien es ein wenig auch ihrem Geschmack entsprochen haben oder trug sie es einfach aus der Not heraus, nichts anderes zu besitzen? In der Not fraß der Teufel ja bekanntermaßen Fliegen, doch so gerne Saemon das Thema auch angesprochen hätte, so hielt er sich zurück und begab sich zu einem Stuhl, auch welchem der Kisaragi sich schließlich auch niederließ.

“Dann wäre das wohl geschafft… Verdammt bin ich müde… Ich hoffe es macht dir nichts aus dass ich mich gleich aufs Ohr haue… beziehungsweise nachdem ich duschen war… Wie siehts aus, kommst du mit? So könnten wir ein wenig Wasser sparen, wenn wir uns zusammen runter stellen.“

Mit einem zwinkern fügte er letzteres noch an und zog sich bereits das Oberteil aus, welches zwar bei weitem nicht so rissig und übersät mit Lächern war wie Lians Kleid, dennoch aber einiges an Dreck und Schweiß abbekam. Natürlich ging es ihm in erster Linie nicht darum Wasser zu sparen, aber dies konnte die McNair sich sicherlich bereits denken… nun streng genommen war der Wasserverbrauch Saemon völlig egal.
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Lian
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Di 16 Okt 2012 - 15:58

cf: Verbindungsgänge


Lian mied jedes Wort über das La Bouche. Saemon hatte ihr nicht gesagt, dass er sich noch immer sorgte und sich Fragen stellte, aber die Ruhelosigkeit stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, verbergen konnte er sie vor ihr nicht. Zu gerne hätte sie etwas tröstendes gesagt, ihn in den Arm genommen und versprochen, das alles gut sei, aber im Grunde genommen hatte sie selbst auch nur vom Fernen betrachten können, wie ein Teil der Besatzung mit verrusten Gesichtern und traurigen Mienen vor den qualmenden Trümmern des La Bouches gestanden hatten.
Man wusste nie, ob man, wenn man ein Thema anschnitt, nicht irgendwelche Wunden aufriss. Und in der Hoffnung, der Rotschopf mochte im Augenblick sogar an etwas ganz anderes denken, was ihm Kopfschmerzen beriet, hielt Lian sich jeglichen Kommentares zurück und ließ sich an seiner Hand in seine kleine Kajüte hereinführen.
Obwohl sie zu einem früheren Zeitpunkt, ja, sogar am selbigen Tage, bereits hiergewesen war, staunte sie abermals nicht schlecht. Diese Räumlichkeit war gewiss nicht das, was man auf einem kleinen Schiff wie der True Justice vermutete und auch nichts, was jemandem zustand, der nicht der Kapitän war. Wenn Saemon schon solch einen Luxus genoss, auch noch mit eigener Dusche, wie musste dann erst Godots Zimmer ausgestattet sein? Nicht, dass ihr das Gegebene nicht genügen würde, im Gegenteil. Lian hätte sich sogar mit weit weniger zufrieden gegeben, war selbst auch nicht mehr als das Nötigste gewohnt, aber so ein bisschen mehr, als man eigentlich brauchte.. Warum eigentlich nicht?
Bei diesem Gedanken zog sich ein kleines Lächeln über ihre Lippen und sie beobachtete, wie Saemon sich erschöpft auf einem der Stühle niederließ. Sie selbst wählte das Bett und sank sanft in die weiche Decke hinein, die es überzog. Ob er überhaupt schon einmal hier drin geschlafen hatte? Als er sie eingefangen hatte, hatte er die Nacht immerhin bei ihr in der Nebenzelle verbracht und das, obwohl ihm so etwas zur Verfügung gestanden hatte! Lians Herz schwoll an vor Freude. Schon damals musste er sie sehr gemocht haben, immerhin war so ziemlich alles besser als eine harte Pritsche in einer unangenehm riechenden Zelle, Schulter an Schulter mit einer Gefangenden, die einem nicht gerade viel Freundlichkeit entgegenbrachte.
"Hat jeder hier an Bord so eine Kajüte?", fragte sie dann und machte eine ausschweifende Bewegung mit ihrer Hand. " Ich meine, ist jede so ausgestattet? Du hast immerhin auch als Matrose hier begonnen oder?" Es war unverkennbar, worauf die Blondine anspielte. Warum hatte ausgerechnet Saemon die Ehre erhalten, diese Kajüte zu bekommen? Zumindest ihr hatte man überhaupt keine zukommen lassen, vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass man wusste, dass sie und der Rotschopf ein Paar waren und sich entsprechend ein Zimmer teilen konnten - groß genug war es für zwei Personen ja in jedem Fall.
Die folgenden Worte ihres Freundes gewannen ihr ein vielsagendes Grinsen ab. Natürlich, das Wasser! Ohne eine Antwort ihrerseits abzuwarten, entkleidete sich Saemon bereits und Lian ließ es sich nehmen, zunächst einmal nur dabei zuzusehen, ausziehen konnte sie sich immerhin auch danach, sprich, wenn er bereits fertig war. Sie mochte seinen Körper und sie mochte die Art, wie er sich bewegte.
"Ach wirklich, haben wir so einen Wassernotstand an Bord?", fragte sie ihn mit einem süffisanten Lächeln und die Ironie in der hellen Stimme der jungen Dame war nicht zu überhören. Anschließend erhob sie sich, das Bett gab ein leises Quietschen von sich und auch die Dielen zu ihren Füßen gaben leise, ächzende Geräusche von sich, wann immer sie unter einem der Schritte Lians und Saemons nachgaben. Die gewöhnlichen Geräusche eines Schiffes also.
"Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, das sei ein Vorwand", fuhr Lian fort. In der Luft bildete sich etwas Elektrisierendes, beinahe greifbar und vor allen Dingen aufregend. Es war ein wenig wie ein Spiel, dieses "Drumherumreden", obwohl jeder der Beteiligten wusste, worum es ging.
Auf direktem Wege begab Lian sich zu Saemon und legte ihre Arme um seine Hüften. O ja, Duschen schien ihr aktuell eine perfekte Idee, vor allen Dingen wenn er ihr dabei Gesellschaft leisten würde.
Die Scham, die sie anfangs gegenüber des Fähnrichs noch in sich getragen hatte, bröckelte immer weiter von ihr ab, das spürte sie genau. Zurück war ein Gefühl der Vertrautheit und Selbstverständlichkeit geblieben. Nicht, dass es weniger aufregend war, ihn zu berühren, ihn zu küssen oder sich auch in nacktem Zustand vor ihm zu zeihen, aber sie hatte derweil den Eindruck, das sei okay so und das müsse auch so sein. Als hätte es irgendwie seine Richtigkeit und als wäre etwas anderes auch gar nicht mehr möglich.
Die Matrosin löste ihre Arme von ihrem Freund und begann ebenfalls, sich auszuziehen. Eher langsam als schnell schob sie die Träger des schwarzen, zerschlissenen Kleides über ihre blassen Schultern und hoffte in diesem Moment sehr, der Kampf von zuvor mochte nicht zu viele Blessuren auf ihrem Körper hinterlassen haben, die ihn unansehnlich hätten erscheinen lassen können. Was ihren Oberkörper betraf, so hatte sie es auch ganz gut getroffen, abgesehen von ein paar kleinen Kratzern und Aufschürfungen, das wirklich Unangenehme folgte allerdings erst bei ihrem Bauch, der einen riesigen, blau-violetten Fleck aufwies, in rundlicher, beinahe elipsischer Form und es war klar, wessen Werk das war.
Ein kurzer Blick hinab, dann schlang sie ihre Arme um seinen Hals und drückte ihre Lippen auf die seinen. Lian wollte Saemon keinen allzu langen Blick auf den Bluterguss gestatten, denn die Stimmung war aktuell so angenehm und sie wollte sie nicht durch ein schlechtes Gewissen seinerseits zerstören. Davon abgesehen tat es nicht einmal mehr weh.
Sie spürte, wie der Stoff um ihre Knöchel herab auf den Boden fiel und Lian schloss die blauen, verträumten Augen, um sich dem Kuss, den sie Saemon gab, ganz hinzugeben.
Es fühlte sich ein bisschen an wie fliegen. Sicher, im Grunde genommen war sie nie geflogen und konnte daher kaum beurteilen, wie sich dieser Zustand anfühlte. Aber würde man sie fragen, wie sie es sich vorstellte, so käme ihr dieses Gefühl von der Beschreibung her am nächsten, denn Lian fühlte sich so leicht, so frei, so erhaben und vollkommen, wenn sie Saemons Lippen auf den ihren spürte, dass es ihr vorkam, als hebten ihre Füße vom Boden ab.

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Do 18 Okt 2012 - 13:20

Es war wohl zu erwarten dass Lian die ‚Ausrede‘ der Wasserknappheit nur als Vorwand ansah, welchen Saemon sich ausdachte um die Blondine dazu bewegen zu können, sich mit ihm unter die Dusche zu begeben. Man durfte jedoch nicht vergessen dass man sich auf einem Schiff befand und man demnach keinen unbegrenzten Vorrat an Süßwasser zur Verfügung hatte, somit war seine Aussage nicht gänzlich falsch und durchaus zu berücksichtigen. Ebenfalls der Wahrheit entsprach die Tatsache, dass es ihm jedoch völlig egal war wie viel Wasser noch vorhanden war. Was diesen Punkt betraf war der rothaarige eher Sorglos und sogar ein wenig egoistisch. Solange genug Wasser da war um sich zu waschen und um das Geschirr abspülen zu können, war alles in Ordnung. Fraglich war ohnehin ob der Kisaragi in Zukunft den Beruf des Koches an Bord ausführen würde, schließlich war er ein Offizier und als ein solcher verrichtete man eigentlich keine solche Arbeit, jedoch war das Kochen für ihn keine unangenehme Plackerei, ganz im Gegenteil. Er war schon immer mit Leib und Seele Koch und übte diesen Beruf stets gerne aus, demnach würde es ihn auch nicht stören für die Crew zu kochen und bei knapp zehn Leuten, würde dies nicht einmal viel Zeit in Anspruch nehmen. Früher oder später musste er dieses Thema noch mit Godot besprechen, jedoch sollten sie dafür noch genug Zeit haben, sodass er sich nun wieder seiner Liebsten widmete, welche sich inzwischen dem Fähnrich genähert hatte. Einen Moment lang legte sie ihre Hände an seine Hüften und kurzzeitig lächelten beide sich gegenseitig entgegen. Saemon warf sein Oberteil in das Eck hinter sich und schenkte dem keine weitere Beachtung mehr. In hohem Bogen flog das Kleidungsstück gen Boden und blieb formlos auf diesem liegen.
Wohlwollend begutachtete der junge Mann Lian dabei, wie diese langsam ihr Kleid von ihrem Körper löste und dieses sich schon kurz darauf ebenfalls auf den Boden gesellte, sodass der Körper der McNair zum Vorschein kam. Ein paar Schrammen machten dem Rotschopf nichts aus, schließlich änderte dies nichts daran dass noch immer seine Freundin vor ihm stand, kaum bekleidet und ohne erkennbare Scham in ihrem Blick. Das letzte mal war dies so noch nicht denkbar gewesen, zierte Lian sich doch wirklich sehr davor, sich ohne Textilien vor Saemon auf zu bauen und diesem einen Blick auf ihren Leib zu gewähren. Vieles war zwischen den beiden vorgefallen, doch so schwierig die Phasen manchmal auch gewesen sein mochten, so führten besonders diese sie näher aneinander heran und festigten das Band zwischen den Verliebten. Eine solche Beziehung hätte zumindest Saemon sich nicht einmal im Traum ausdenken können und das nicht nur deswegen, weil er im Grunde nie einen Gedanken an so etwas verschwendet hatte, sondern viel mehr weil man sich in seinen Wünschen und Träumen immer eine Partnerschaft ausmalte, in welcher es keinen Streit gab und man stets schöne Zeiten durchlebte. Wer behaupten mochte, er hätte so etwas und sei glücklich damit, kann nur lügen. Gerade in schwierigen Zeiten offenbart sich wie stark der Bund zwischen zwei Menschen wirklich war. So war es auch nicht verwunderlich dass die beiden, nach all dem was sie gemeinsam durchlebt haben und das obgleich der Tatsache, dass sie sich noch nicht wirklich lange kannten, zu einem Team zusammengewachsen waren, welches sich gemeinsam ein jeder Herausforderung stellen konnte und stets Gewissheit hatte, dass sie es gemeinsam bewältigen würden. Saemon zumindest hegte an diesem Fakt keinerlei Zweifel und so schaffte Lian es doch tatsächlich für den Augenblick, ihn all sein Leid und den Kummer vergessen zu lassen, sodass eben dies eintraf, was er sich erhoffte – Die Gedanken an das La Bouche und seine Freunde wurden in eine dunkle Ecke geschoben und dort in ein morsches Regal gestellt.
Somit würde es auch keinerlei Probleme mit sich ziehen, wenn Saemon den blauen Fleck entdecken würde, welchen das Wesen in ihm seiner Geliebten zugefügt hatte. Es handelte sich auch hierbei um eine Krise, welche sie gemeinsam durchgestanden haben und der Kisaragi wusste schließlich, dass es keine seiner eigenen Handlungen waren, welche Lian dies zugefügt hatten. Es sah sich dieser Attacke ebenso hilflos gegenüber, wie scheinbar auch die Blondine zu jenem Zeitpunkt und doch war nun alles verziehen und vergessen, sie standen gemeinsam in Saemon’s Kabine und zeigten inzwischen mehr nackte, denn bedeckte Haut ihrer Körper. Aufmerksam und ungeniert musterte der Kisaragi den Körper seines Gegenübers und somit war ihm natürlich auch das Hämatom, welches so deutlich den Bauch Lian’s zierte, keinesfalls entgangen. Wie sollte man ein solches Ungetüm auch übersehen, besonders bei solch blasser Haut wie die Blondine sie hatte. Jegliche Verfärbung viel dem Betrachter selbstverständlich sofort ins Auge, jedoch sollte der Rotschopf nicht viel Zeit haben um sich Gedanken um die Verletzung zu machen, denn schon kurz darauf spürte Saemon die Arme seiner Geliebten um seinen Hals und ihre Lippen, wie sie sich auf die Seinen pressten. Auch wenn dem Kisaragi es durchaus leid tat was mit ihr geschehen war, so gab er sich selbst daran nicht die Schuld, weswegen auch jegliches schlechte Gewissen ausblieb. Es war wohl eine Art von Unfall, wenn auch keiner von der konventionellen Sorte, somit konnte man niemanden der hier anwesenden eine Schuld zusprechen.
Ohne zu zögern erwiderte der Rotschopf den Kuss seiner Freundin und drückte diese feste an sich, legte hierfür beide Arme um ihren Körper. Jedoch sollte dieser Moment nicht lange anhalten, denn nach wenigen Sekunden, löste sich der rechte Arm wieder von Lian. Mit seiner Hand strich er dem Mädchen über den Rücken, von diesem nach vorne über die Hüften, bis hin zu ihrem Bauchnabel, wo diese noch ein wenig nach oben glitt und letztlich stehen blieb. Sie befand sich nun exakt auf dem blauen Fleck, auch welchem er nun seinen Zeigefinger postierte und noch während er Lian küsste, dieser hämisch entgegen grinste. Dann war es auch schon so weit und er übte ein wenig Druck auf den Fleck aus, nicht viel, jedoch vermutlich genug, sodass Lian einen etwas unangenehmen Schmerz empfinden sollte. Natürlich lag es nicht in seiner Absicht ihr höllische Qualen zu bereiten, stattdessen wollte er seine Liebste ein wenig ärgern und ihr auch symbolisieren, dass sie die Verletzung nicht verstecken müsse.
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Mo 22 Okt 2012 - 14:00


Lians Mundwinkel hoben sich in die Höhe. Es war ein aufregendes Gefühl, auf diese Weise von Saemon berührt zu werden, neu und spannend. Sie war über die Maßen froh, dass sie diese Erfahrungen zuvor mit niemand anderem geteilt hatte. Saemon schien der Richtige dafür zu sein, dafür und für alles, was noch so folgte.
Sie konnte sich bereits jetzt nicht mehr vorstellen, ihn jemals von ihrer Seite weg zu wissen, geschweige denn, jemand anderen zu haben. Wer könnte ihm schon das Wasser reichen? Sie fühlen lassen, was er sie fühlen ließ? Es war einfach: Niemand.
Ein kindliches, mädchenhaftes Kichern entfuhr ihren Lippen, als seine Hände über ihre Hüften führten. Ihre Augen hefteten sich halbgeschlossen auf seinen Mund und gerade hatte sie sich nach vorne neigen und ihn küssen wollen, da schoss ein unangenehmer Schmerz durch ihren Bauch.
Unwillkürlich zuckte sie zusammen und machte einen kleinen Schritt nach hinten, die Arme schützend vor ihren Bauch haltend. Noch hatte sie nicht begriffen, dass er mit Absicht gegen die Blessur gedrückt hatte. Erst das herausfordernde Grinsen auf seinem Gesicht verriet ihr, dass es kein Zufall gewesen sein konnte.
Für den Augenblick war sie alarmiert. Konnte es sein, dass der Drache zurückgekehrt war? In solch einer Situation? Lian schluckte schwer.
Aber da war keine Veränderung an ihrem Freund ersichtlich. Das Haar strahlten in noch immer nahezu grellem Rot und auch die Augen funkelten in einem schönen, tiefen türkis, ähnlich der Farbe des Meeres an einem schönen Sommertag.
Aber warum dann diese Geste? Irritiert zogen sich die Augenbrauen der blonden Schönheit zusammen und legten ihre blasse Stirn in Falten.
Heh.. Was soll denn das?“, fragte sie ihn leise. Warum hatte er ihr Schmerzen zufügen wollen? Warum lächelte er sogar dabei? Wollte er sie etwa nur ärgern?
Ein unsicheres Lächeln tat sich bei Lian auf und sie boxte ihm spielerisch gegen den rechten Oberarm. Natürlich war dies kein Akt der Gewalt, mehr als eine flüchtige Berührung hatte er vermutlich ohnehin nicht gespürt.
Erst jetzt wagte sie sich wieder etwas näher an ihn heran. „Das findest du wohl lustig..?“, sagte sie gespielt tadelnd und erwiderte das Grinsen ebenso herausfordernd. Es war interessant, was solch eine Regung an einem Menschen verändern konnte.
Wenn Saemon kein Lächeln auf dem Gesicht trug, wirkte er ernst, nachdenklich und besonnen, allem voran aber irgendwie unschuldig und friedfertig. Lächelte er aber, wendete er das Blatt. Unbewusst nahm er damit das Bild eines verruchten Bösewichts an und Lian konnte nicht leugnen, dass sie Gefallen an dieser 'doppelseitigen Medaille' fand, denn es war zwar schön zu wissen und auch beruhigend, dass er ein guter Mensch mit einem großen Herz war und ebenso gutmütig, gleichzeitig aber auch sehr viel anders konnte und das hatte der Kampf am Schafott nur allzu deutlich bewiesen.
Er war in der Lage das, was er liebte mit allen Mitteln zu verteidigen und das gefiel ihr, denn in dieser Hinsicht waren sie sich ähnlich, wenn sie auch sonst unterschiedlich wie Tag und Nacht waren. Unterschiede zogen sich nun einmal an.
Und ? Gehen wir jetzt?“, fragte sie schließlich und nickte mit ihren Kopf in Richtung der Türe, die ins Badezimmer führte. So langsam wurde es entkleidet doch sehr kühl und der Gedanke an eine heiße Dusche steigerte ihr Verlangen nur noch mehr, sich endlich unter das – hoffentlich – heiße Wasser zu begeben.

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Mi 24 Okt 2012 - 16:18

Wie nicht anders zu erwarten war, machte Lian einen Schritt nach hinten, obgleich Saemon viel mehr mit einem ordentlichen Satz gerechnet hatte, doch schien der Rückzug bereits vorprogrammiert gewesen zu sein. Somit mischten sich auch keine verwirrten oder gar fragenden Züge unter seine Mimik. Es war wohl eine nur allzu menschliche Reaktion zunächst einmal den Rückzug an zu treten, wenn einem Schmerzen zugefügt werden. Ausnahmen mochten natürlich auch hier die Regel bestätigen. Dass die McNair sich nun die Frage stellte ob dies wirklich noch Saemon war, schien wohl berechtigt zu sein, immerhin war es nicht üblich für den Rotschopf ihr absichtlich Schmerzen zufügen zu wollen. Viel mehr war er stets darauf bedacht seine Freundin vor jeglichem Schaden zu bewahren, doch sollte diese kleine Geste des Ärgerns wohl kaum einen bleibenden Schaden bei Lian hinterlassen. Ohnehin war es nur ein minimaler Druck, welcher auf die verletzte Stelle ausgeübt wurde, sodass es bereits nach wenigen Sekunden wieder verfolgen sein sollte. Am Ende blieb ohnehin nur noch die Frage stehen, ob es Saemon oder der Dämon in ihm war, doch auch diese konnte sie sich schnell selbst beantworten. Natürlich stand hier noch immer ihr Freund vor der ehemaligen Piratin, welcher sich lediglich einen Scherz erlaubte um die gespannte Stimmung gänzlich auf zu lockern. Glücklicherweise schien sie ihm dies auch nicht übel zu nehmen und näherte sich auch rasch wieder dem Kisaragi.

“Was das soll? Ist meine Liebste etwa weich geworden seit unserem ersten Aufeinandertreffen? Damals haben dir nicht einmal heftige Prellungen etwas ausgemacht, oder waren in der Lage dein Mundwerk zum Schweigen zu bringen und jetzt bist du verunsichert und eingeschüchtert wenn man dir in den Bauch piekst?“

Er sprach mit gespielt spöttischer Stimme zu ihr, was sie ihm hoffentlich nicht übel nahm, doch näherte Lian sich darauf hin auch schon wieder und boxte gegen seinen Arm, was wahrlich unerträgliche Schmerzten in ihm auslösten…nicht. Übertrieben nachdenklich blickte der Fähnrich zur Decke hinauf und dachte über ihre Frage nach, ob er dies witzig fände, neigte sein Haupt dann wieder zu Lian herab und grinste bis über beide Ohren. Dieses vertraute Gefühl welches er bei Lian empfand war einfach nur Atemberaubend. Saemon hatte das Gefühl, er könnte über absolut alles mit der Blondine sprechen, nahezu alles mit ihr unternehmen und war sich sicher dass sie ihm selbst solche Scherze nicht übel nahm, selbst wenn sie auf ihre Kosten waren. Lian war ein Hauptgewinn, weitaus mehr als das. Ein 6er im Lotto plus Zusatzzahl wäre könnte ihrer nicht mal annähernd das Wasser reichen. Ein wenig beflügelt von diesen Gedanken, nahm er abermals das Wort auf und gab nun einen Satz von sich, welchen er im Nachhinein betrachtet jedoch besser zwei Mal überdacht hätte.

“Um ehrlich zu sein ja. Irgendwie finde ich das schon ziemlich witzig. Du bist es inzwischen ja ohnehin gewohnt von mir geschlagen zu werden… aber… irgendwie hört sich das nicht wirklich vorteilhaft für mich an. Verzeih.“

In Anlehnung an den Schlag welchen Lian von dem Drachen kassierte, wollte Saemon einen Scherz von sich geben… welcher im Nachhinein jedoch alles andere als glücklich formuliert erschien. Dementsprechend verlegen blickte er daraufhin auch drein und stieß die Luft aus seinen Lungen, sodass ein leises Brummen von ihm zu vernehmen war. In diesem Augenblick war ihm gar nicht wohl, doch wusste er nicht so Recht wie er nun mit der Szene verfahren sollte.
Er verspürte ein wenig den Drang von der Situation ablenken zu müssen, was man als Außenstehender wohl nur allzu gut verstehen kann, doch war dies gar nicht erst von Nöten, da es Lian selbst war, welche die Szene ein wenig voran treiben wollte. So war es die Frage der Matrosin, ob man nun endlich gehen könne und natürlich stimmte der Rotschopf dem nickend zu und führte seine Geliebte in das Badezimmer, welches zwar etwas spartanisch wirkte, dennoch alles bot was man benötigte. Der Höhepunkt war selbstverständlich die Badewanne, welche wieder einmal zum Einsatz kommen sollte, so näherte Saemon sich dieser und schaltete den Wasserhahn ein, um anschließend den Abfluss mit einem kleinen Gummipfropfen verschließen zu können. An der Temperatur des Wassers wurden noch ein paar Korrekturen vorgenommen, dann erreichte das angenehme Nass jedoch exakt die gewünschte Wärme, sodass Lian nicht mehr frieren musste. Sein Hand ergriff ein kleines Fläschchen, in welchem sich rosafarbene Seifenflüssigkeit befand und er gab diese in das kleine Becken, welches sich mehr und mehr mit der klaren Flüssigkeit füllte. Es sollte nicht lange dauern, da bildeten sich dicke Schaumschwaden auf der Wasseroberfläche und bedeckten diese nahezu gänzlich. Hier und da blitzen noch kleine Flächen hervor, welche das Wolkenartige Gebilde noch nicht für sich eingenommen hatte. Saemon setzte sich unterdessen auf den Rand der Wanne, während diese langsam gefüllt wurde und blickte zu Lian, welche sich wohl in den nächsten Sekunden entkleiden sollte, zumindest gemäß dem Fall sie wolle nicht in Unterwäsche in das Wasser steigen. Bei dem Gedanken sprang schon wieder dieses neckische Grinsen auf seine Lippen, welches einen Einblick in die Gedankengänge des Kisaragis gewährte. Er selbst hatte noch immer seine Hosen an und würde diese auch anbehalten, bis es Zeit war in die Wanne zu steigen.

“Hier drinnen ist es recht kühl nicht wahr? Nicht dass du mir noch krank wirst. Du solltest lieber schnell in das Wasser steigen meine Liebe, jedoch werde ich dich mit deiner Unterwäsche nicht in diese hinein lassen.“

Das Grinsen wurde sogar noch breiter, obwohl man sich kaum vorstellen konnte das dies überhaupt möglich sei, doch das war es! Es war provokant, selbstbewusst und sogar einen hauch lüstern, doch letzteres eher unbewusst. Solche Blicke dürfte Lian von Saemon bereits kennen, warf er doch des Öfteren seine Augen auf diese Weise auf die blonde Schönheit. Zu Beginn jedoch war hier noch eine Spur von Scham zu erkennen, nicht zu übersehen trifft es vermutlich besser, doch war diese nun gänzlich verschwunden und ähnlich wie bei einer Show, wo nahezu jeder Mann Unmengen an Geld zum Fenster raus warf, um solche Körper unbekleidet zu sehen, wartete Saemon geduldig darauf, dass auch noch der letzte Rest an Stoff von ihrem Körper glitt und zu Boden fiel.
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Do 25 Okt 2012 - 0:16

Lian erwiderte das Schmunzeln. Saemon hatte Recht. Als sie sich kennengelernt hatten – und das war gar nicht her – hatten ihr schmerzhafte Prellungen und Schnittwunden weniger ausgemacht, als diese eine Blessur auf ihrem Bauch. Trotz dieser Unannehmlichkeiten war ihr Mundwerk nicht weniger lose geworden und die Respektlosigkeiten gegen den Rotschopf hatten nicht im Geringsten abgenommen. Dieser Lump. Offensichtlich, dass er sie herausfordern, vielleicht ein bisschen spielen wollte.
Allein sein Grinsen sprach tausend Bände und dem kleinen Boxer auf seinen Arm folgte ein Festkrallen ihrerseits an seinem Rücken. Anders als bei anderen Menschen waren Lians Nägel besonders scharf und dünn, man konnte fast meinen, sie erinnerten ein wenig an Rasierklingen. Nicht wunderlich also, sollte ihr Freund einen spitzen, aber vielleicht doch angenehmen Schmerz an seiner Rückfront empfinden. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich annehmen, du versuchst mich zu provozieren“, hauchte sie ihm nahe bei seinem Ohr zu und hauchte im Anschluss einen kleinen Kuss direkt darunter. Auf sein Gesagtes ging sie mit Worten nicht mehr ein. Ihr war längst klar, woran ihre Reaktion lag, aber sie wollte das Ganze nicht unnötig thematisieren. Dies war weder der richtige Zeitpunkt, noch würde es etwas anderes als Unmut bringen und die gesamte prickelnde Atmosphäre zerstören.
Dann verhaspelte er sich ein wenig. Lians Augenbrauen hoben sich fragend in die Höhe, gleichzeitig taten es ihr ihre Mundwinkel aber gleich und sie gab ein knappes, amüsiertes Lachen von sich. O ja, in der Tat. Eigentlich schlugen die beiden sich ja ständig, auch wenn mehr Spaß als Ernst dahintersteckte, zumindest inzwischen.
Es war komisch. Obwohl die beiden einander neckten und gegenseitig austesteten, hegten beide zugleich romantische Gedanken, wenn aktuell auch nicht besonders viel Romantik im Raum war. Empfand Saemon seine Liebste also besser als einen 6er im Lotto, so schlug Lians Herz feste gegen ihre Brust, so oft sie Saemons Namen in ihrem Inneren wiederholte und fragte sich inständig, womit sie solch ein großes Glück verdient hatte, an seiner Seite, ja, ‚Sein‘ sein zu dürfen. Unwillkürlich und vielleicht aus Freude über diese Gedanken, gruben sich ihre Nägel ein Stück weit tiefer in seine makellose, bemerkenswert weiche Haut. Liebe tat manchmal weh.
Mhm, so etwas solltest du vielleicht nicht unbedingt vor anderen sagen“, lachte sie und löste sich dann anschließend von ihm. „Sonst halten die dich noch mehr für einen Psychopathen, als eh schon.“ Die Blondine streckte ihrem Freund die Zunge heraus und zwinkerte. Natürlich scherzte sie nur. Aber hey, man neckte sich hier immerhin!

Ihr Weg führte sie direkt in das Badezimmer und sie musste schon ein wenig schmunzeln, denn es war in tatsächlich sehr viel schlechterem Zustand, als das Zimmer, zu welchem es gehörte. Ihr Schmunzeln galt ihrer eigenen Naivität, auf einem Schiff eine ähnliche Einrichtung erwartet zu haben, wie im Zimmer in der oberen Etage des La Bouche’s. Und trotzdem war es um einiges schöner und luxuriöser als das, was die ehemalige Piratin gewohnt war und kannte. Besonders Badewannen schafften es immer wieder, sie magisch in ihren Bann zu ziehen und die Freude in ihren Augen war entsprechend unverkennbar, als Saemon nach dem Gummipfropfen griff und ihn in die dazugehörige Vorrichtung steckte, um dem Wasser das Abfließen zu gewähren. Voller Faszination beobachtete sie den immens steigenden Wasserspiegel und den nahezu durchsichtigen Dunst, welchen das warme Wasser erzeugte. Sogar die Spiegel beschlugen und im Badezimmer breitete sich eine angenehme Wärme aus.
Erst jetzt widmete sie sich wieder Saemon, der sich unverhohlen anstarrte, ja, erwartungsvoll und.. lüstern? Zunächst reagierte sie mit Überraschung, dann.. erwiderte sie seinen Blick. Warum auch nicht? Es war okay. Und nicht nur das. Es war über die Maßen aufregend.
Du bist so verantwortungsbewusst, Liebster.. Das schätze ich so an dir..“, bemerkte sie in leisem Ton und tätschelte ihm sanft die Wange, als er kundtat, dass er sie nicht in Unterwäsche ins Wasser lassen könne. Vorgehabt hatte sie das sowieso nicht. Aber warum keine kleine Show bieten, wenn er sie schon auf diese Weise ansah? Es schien gerade das zu sein, was er sich erhoffte.
Lian tat sich keinen Zwang an, seinem Blick mit dem ihren zu begegnen und wendete ihn in keiner Sekunde ab. Gleichzeitig hob sie ihre Mundwinkel zu einem vielsagenden Lächeln und ließ ihre Hände hinter ihrem Rücken verschwinden, wo sie eine kurze, aber eindeutige Bewegung ausführte. Er würde sehen können, wie die Träger ihres BHs sich lockerten und in streichelnder Art und Weise an ihren Schultern herabfielen.
Geschwind schob sie ihre rechte Hand voran und drückte sie sich so vor den Oberkörper, dass das knappe Kleidungsstück nicht herabfallen konnte. Das Grinsen der jungen Frau wurde breiter. Scham war in ihrem Gesicht nicht zu erkennen. Aktuell war sie nur verspielt und interessiert am Verlauf der Dinge.
Dann drehte sie sich um, kehrte ihm den Rücken zu und ließ den Bh zu Boden fallen, um ihre Zeigefinger links und rechts unter das Bund ihres Höschens zu schieben und es nach unten zu ziehen. Ein komisches Gefühl. Um ehrlich zu sein kam sie sich schon ein wenig albern dabei vor und sie war froh, dass er ihr nicht ins Gesicht sehen konnte. Saemon sollte keine Unsicherheit, keinen Zweifel an ihr wahrnehmen. Besonders in solchen Momenten musste man als Frau authentisch sein und zu verbergen hatte sie sowieso nichts. Er war ein Mann und ihm musste einfach gefallen, was er da sah.
Das Höschen wurde quälend langsam herabgeschoben, Lian beugte sich dafür sogar etwas nach vorne, um es bis hin zu ihren Knöcheln zu befördern und schlussendlich herauszusteigen. Elegant drehte sie sich um und tat ein paar gezielte Schritte in Richtung Badewanne, während welchen sie ihn wieder direkt ansah und ihren Blick von oben bis unten über ihn schweifen ließ. Unbewusst biss sie sich dabei leicht auf die volle Unterlippe. „Kommst du..?“, fragte sie und ließ ihre Hand über seinen Oberkörper streifen. Es sah aus, als wollte sie sich auf seinem Schoß niederlassen, aber dann überlegte sie sich es in letzter Sekunde doch noch anders und ihr Bein schob sich an ihm vorbei in das heiße Wasser. Ein bisschen zu heiß, wie sie fand. Aber der menschliche Körper gewöhnte sich schnell an Temperaturen, besonders an Wärme. Mit einem entspannten Aufseufzen ließ sie sich langsam ins Wasser gleiten und schloss entspannt die Augen. „Mhh..“


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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Do 25 Okt 2012 - 14:23

Lian hatte durchaus Recht, so war der Schmerz, welchen Saemon an seinem Rücken empfand tatsächlich ein wenig angenehm und nur zu geringen Teilen schmerzhaft. Dies konnte nun an vielen Faktoren liegen. Zum einen war Saemon abgehärtet und seine Schmerzgrenze lag extrem hoch, sodass solche oberflächlichen Schnitte nur selten Unbehagen in ihm auslösten, schon gar nicht wenn Lian die Ursache dieser war. Gerade diese Tatsache machte die Sache so aufregend und interessant.

Sichtlich entspannt ließ der Rotschopf sich die Show gefallen, welche seine Liebste ihm darbot und bei welcher dem Kisaragi ordentlich warm wurde. Er konnte förmlich spüren wie ihm das Blut durch den Körper schoss und sich in die entlegensten Regionen verteilte, ebenso wie ein Glas Wasser, welches auf den Küchenboden fiel und anhand der Fugen unter Schränke und Tische kroch. Obgleich die vermutlich das erste mal gewesen sein musste dass die McNair jemandem eine solche Vorstellung bot, so war Saemon über alle Maßen angetan von ihrem Tun. Sicherlich auch deswegen weil es in seinen Augen keine andere Frau als Lian geben konnte, somit mischten noch eine Menge mehr Gefühle mit als nur die Lust. Er ließ davon ab zu grölen und zu jubeln, wie es wohl die notgeilen Kerle in Stripbars getan hätten, auch deswegen weil er dies einfach nur als albern und peinlich empfand. Langsam glitten nun auch die letzten Fetzen an Stoff von ihrem Leib herab und gesellten sich zum Rest auf dem Boden, wohin auch kurz darauf Saemons Hose und Boxershorts fliegen sollten. Lian war bereits an dem Rotschopf vorbei in die Wanne gestiegen und natürlich ließ er sich es nicht nehmen und folgte prompt, wurde in kürzester Zeit gänzlich von dem Wasser bedeckt und tauchte komplett in dieses hinein. Nur wenige Sekunden später kam der Rotschopf wieder zum Vorschein, über und über mit Schaum bedeckt, neigte sich nach vorne und war nun etwas über Lian gebeugt. Langsam glitt er zu dieser hinab und küsste sie innig. Wie schon so viele Male zuvor, schoss wieder dieses all zu bekannte und herrliche Kribbeln durch seinen Körper und nahm den Fähnrich gänzlich in seinen Bann, ebenso wie Lian es bereits vor langer Zeit getan hatte.

[Timeskip]

Welle um Welle preschte gegen den hölzernen Bug der Kinderausgabe der einst so mächtigen und stolzen True Justice, welche nun viel mehr einer Reisschale als einem Schiff glich, doch noch immer war es ihr Schiff! Jenes der 9. Division der Marine und ganz gleich wie klein oder schäbig dieses auch sein mochte, so musste man es mit Stolz bewohnen und diesem den Respekt zollen, welches es als Zweckmittel der Marine auch verdient hatte! Es genügte noch immer um ihnen den Komfort bieten zu können, welchen man während langen Reisen auf See benötigte und so sollte es auch, trotz der zunächst verwirrten Gesichter, als man zu Beginn einen Blick auf das Schiff werfen durfte, keinen geben, welcher sich ernsthaft beschweren würde. Die Crew war geschrumpft, das Potenzial jedoch gestiegen und wird weiß ob das nicht sogar das Ziel des Marinehauptquartiers war. Mit Lian und Saemon standen wohl zwei der talentiertesten Kämpfer in ihren Reihen und dank der Vielfallt an Fähigkeiten und Persönlichkeiten der 9. Division, konnte man sie durchaus mit zu den schlagkräftigsten zählen! Vielleicht beschloss die Marine nun lediglich eine neue Schiene zu fahren, wodurch man vermehrt auf Qualität, statt Quantität, setzen wollte, um somit die Verluste zu minimieren. Eine Truppe, bestehend aus 50 Nieten, war im Grunde nicht mehr als Trainingsmaterial, welches durch stetigen Verschleiß schon bald die letzte Reise zum Schrottplatz antreten müsste. Eine kleinere, dafür jedoch schlagkräftigere Gruppierung, könnte sich nahezu jedem Problem stellen, ohne dabei auch nur irgendwelche Verluste einfahren zu müssen. Der Grundgedanke war vermutlich nicht schlecht und doch musste man sich die Frage stellen… warum unbedingt das kleinere Schiff? Bot dieses überhaupt noch genug Platz für Training oder dergleichen? Konnte man in einer Seeschlacht mit einer solchen Nussschale überhaupt bestehen? Das alles war wirklich mehr als fraglich, denn so gut ein Kämpfer auch sein mochte, wenn er auf offener See einfach abgeschossen wird, so kann auch dieser nichts mehr reißen. Er wird vermutlich noch ein paar Tage durchhalten und sich gegen die Wellen stemmen können, insofern dieser nicht von einer Teufelsfrucht gegessen hat, doch auch seine Kräfte sind nicht endlos und schon bald würde er klein beigeben müssen, sich von dem Meer verschlucken und in die Tiefe ziehen lassen müssen.

Unterdessen schien der Wellengang immer stärker zu werden und deutlich spürbar schaukelte das Schiff hin und her, was natürlich auch in der kleinen Kabine des Fähnrichs spürbar wurde und einen irritierten Eindruck bei diesem hinterließ. Er lag gemütlich in seinem Bett und starrte an die Decke. Lian, welche neben ihm lag, döste vor sich hin und wirkte recht entspannt – noch. Vermutlich würden auch sie die peitschenden Wassermassen schon bald aus ihren Träumen reißen, schließlich war ihr Schlaf nicht gerade der festeste. So stabil die True Justice auch wirkte, so konnte man dennoch vernehmen, wie der Wind durch schmale Ritzen und Spalten zischte, seelenruhig vor sich hin pfiff und überaus störend in den Ohren des Rotschopfes lag. Allem Anschein nach kündigte sich ein Unwetter an und wenn man sich inmitten des weiten Meeres befand und zudem noch auf einem solch schmalen und marodem Schiff, konnte schon eine leichte Brise zum Verhängnis werden, ein starker Sturm allemal. Nun war Saemon nicht gerade der erfahrenste Matrose, besaß vermutlich nicht einmal Grundkenntnisse und doch war ihm bewusst, dass man das Schiff gegen den heranziehenden Wolkenbruch sichern musste. Die Segel liefen schnell Gefahr davon geweht zu werden, oder schlichtweg zu reißen, wenn man sie auf Vollmast beließ. Auch wenn man noch kein Signal des Käptns vernehmen konnte, so sprang der Kisaragi dennoch aus seinem Bett und schlüpfte eifrig in seine Klamotten. Eine schwarze Jeans, kombiniert mit einem bordeaux farbenem Hemd, darüber noch einen blauen Mantel, welcher bis hinab zu seinen Knien reichte. Es war kein offizieller Mantel der Marine, sondern lediglich ein Accessoire, welches er aus Loguetown mitbrachte und ihm sehr zusagte. Er warf noch einen Blick zu Lian, welche ihr Augen inzwischen einen Spalt weit geöffnet hatte und Saemon vermutlich beobachtete.

“Ausgeschlafen? Es scheint ein Sturm aufzuziehen und ich will schauen ob ich an Deck bei etwas helfen kann. Bleib ruhig hier wenn du möchtest, andernfalls warte ich noch eben und wir gehen gemeinsam.“

Ein warmes Lächeln flog der Blondine entgegen und zunächst machte der Einäugige es sich nochmals auf der Bettkannte bequem.

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Lian
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Do 25 Okt 2012 - 21:17


Das Peitschen der Wellen gegen das Schiff löste Übelkeit in der Blondine aus. Stetig schaukelte das schwimmende Gefährt hin und her und wiegte Lian unsanft von links nach rechts, nachdem ihr Liebster das Bett verlassen hatte und sich inzwischen wieder anzog. Das alte Pflichtgefühl!
Schweigend musterte sie ihn, verfolgte seine Bewegungen, die Art, wie er seine Hose anzog und wie er anschließend sein Hemd umlegte. Ein entspanntes, warmes Lächeln umschmeichelte ihre noch verschlafenen Züge und sie kniff die Augen zusammen, im Versuch ein aufkommendes Gähnen zu unterdrücken. Sie war noch viel zu müde. Lian gab einen leisen, quieckenden Laut von sich und zog die Bettdecke bis unter ihre Nase. Nur ihre großen, blauen Augen linsten noch hervor, die noch immer den hochgewachsenen Rotschopf betrachteten.
Das Hemd stand ihm über die Maßen gut. Es umschmeichelte seine Figur, ließ ihn lasziver wirken und eleganter. Es gefiel ihr, wenn er sich auf diese Weise kleidete, fand ihn noch anziehender, auch wenn das im Grunde genommen kaum mehr möglich war.
Ihre Gedanken lenkten sie so weit ab, dass sie im ersten Moment gar nicht wirklich realisierte, dass er zu ihr sprach. Sicher, sie hatte wahrgenommen, dass sein Mund sich bewegt hatte, aber für sie war er augenblicklich nur ein wunderschönes Kunstwerk, dass sie ansehen und anhimmeln durfte, nicht, was wirklich real oder greifbar wäre.
Eine kurze Stille trat nach seinen Worten ein und Lian blinzelte irritiert. Viel zu spät wurde ihr bewusst, dass man ihr offensichtlich eine Frage gestellt hatte, denn Saemon sah sie abwartend an, während er sich einen langen, dunkelblauen Mantel überzog. Ihr Lächeln wurde breiter, er wirkte wie ein Offizier. Man konnte zwar nicht sagen, dass sie Rängen etwas abgewann oder besonders viel Wert darauf legte, einen Mann von Stand an ihrer Seite zu haben, aber er sah einfach so unglaublich gut in dieser Aufmachung aus.
Seufzend drückte sie sich mit den Unterarmen ab und brachte sich in eine sitzende Position. Die weiche Decke rutschte streichelnd an ihrem unbedeckten Oberkörper herab und offenbarten ihn. Ihr Brustkorb hob sich mit jedem Atemzug gut sichtbar und ihre Haut hatte in dem schummerigen Licht einen silbrigen, schönen Schimmer.
Verzeih..“, murmelte sie leise und fuhr sich mit der rechten Hand durch das blonde, eigensinnige Haar. „ Ich habe nicht ganz mitbekommen, was du gesagt hast..“
Es war ihr ein wenig unangenehm, das zugeben zu müssen. Es war bewundernswert, wie wach und aktiv Saemon war, gleich nachdem er die Augen aufgeschlagen hatte. Sie selbst brauchte immer unwahrscheinlich lange, besonders wenn er in ihrer Gegenwart war und sie sich erst einmal sammeln, ja, begreife musste, was für ein Glück ihr zuteil geworden war, täglich neben ihm aufwachen zu dürfen. Am meisten aber genoss sie es, wenn der seltene Fall eintraf und sie vor ihm erwachte, eingekuschelt in seinen starken Armen, die er selbst wenn er schlief feste um sie schlang, als fürchtete er, man könne sie ihm nachts entwenden. Dieser Gedanke erzeugte ein warmes, angenehmes Kribbeln in ihrer Magengegend und es verstärkte sich, als der Fähnrich ihr ein liebevolles Lächeln schenkte und sich anschließend auf der Bettkante neben ihr niederließ.
Sofort rutschte sie zu ihm herüber und lehnte ihren Kopf mit einem Seufzen an seine Schulter. Natürlich wiederholte er seine Worte noch einmal und Lian nickte. Ja, dass ein Sturm aufzog war weder zu überhören, noch zu überfühlen und ihr grauste davor, insbesondere weil sie sich aktuell mehr in einer Nussschale, als auf einem sicheren Schiff befanden. Was nun, wenn ein Blitz einschlug oder eine riesige Welle sie erfasste? Lian schluckte schwer und ihre Hände umgriffen unwillkürlich Saemons rechten Oberarm.
Ich werde gleich nachkommen..“, murmelte sie zögerlich und drückte ihren Kopf an ihn, ähnlich wie eine Katze, die kaum genug von den ihr gegebenen Streicheleinheiten bekommen konnte und nach noch mehr verlangte. Eigentlich stimme das. Sie wollte ihn nicht gehen lassen, obwohl sie wusste, es würde nicht fern sein. Trotzdem. Wenn es nach ihr ginge, würden sie noch eine ganze Weile lang im warmen Bett verbringen und die Tatsache genießen, dass sie nicht draußen in der Kälte dem Regen und dem Sturm ausgesetzt waren, wie es der Fall gewesen war, als sie noch kleine Kinder gewesen waren. Lian dachte nicht gerne an diese Zeit zurück.
Muss nur noch vorher duschen und mich anziehen. So kann ich nicht hoch“, fügte sie noch grinsend hinzu und behielt Recht dabei. Erstens wollte sie vermutlich niemand der neunten Division – außer Saemon – nackt sehen und zweitens war auch sie selbst nicht erpicht darauf, sich vor anderen zu entblößen. Ihr Schamgefühl war in Gegenwart anderer Menschen noch immer stark vorhanden. Nicht, weil sie sich ihres Körpers schämte, sondern weil sie der Meinung war, es reichte, wenn sie selbst wusste, wie sie ausgestattet war, ebenso wie ihr Freund.
Mit einem Ächzen versuchte sie die Decke von sich herunter zu schieben und aufzustehen. Doch kaum hatte sie sich komplett ins Sitzen begeben, sank sie wieder mit einem Stöhnen zurück in die Kissen, rollte sich auf den Bauch und drückte ihr Gesicht in den weichen Stoff hinein.
If wi nifft“,drang es dumpf von ihr, was wohl so viel heißen sollte, wie, dass sie nicht wollte, ja, nicht einmal konnte.
Unruhig tastete ihre Hand links neben sich, in der Hoffnung, Saemons Hand zu erhaschen. Und das stellte sich als schwieriger heraus, als im eigentlichen Sinne gedacht. Aber es half alles nichts. Als sie die warme, größere Hand ihres Liebsten ergriffen hatte, drückte sie sich wieder auf und ging in die Hocke, das Gesicht missmutig verzogen. Sie war einfach kein Morgenmensch und er wusste das inzwischen. Lian murmelte noch etwas Unverständliches, dann hüpfte sie mehr torkelnd als gerade gehend aus dem großen Bett und schleifte sich selbst in Richtung Badezimmer.
Sekunden später ertönte das gewohnte und bekannte Rauschen der Dusche, kombiniert mit Lians teils schönem, teils etwas schiefem Gesang, der einfach Teil des Duschens war.
Natürlich war sie der Meinung, er würde sie wegen der Geräusche des Wassers nicht hören können, lag aber, natürlich, falsch mit dieser Annahme, denn dem Kisaragi würde das zarte Stimmchen seiner Freundin kaum entgehen können, die sich so langsam doch noch an das Wachwerden gewöhnte und nicht mehr gleich ins Bett fallen wollte.

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Sa 13 Apr 2013 - 21:36

Lian sang leise vor sich hin, während sie die Wärme des Wassers genoss. Sie hatte keine Bedenken dabei gehabt, Ben oben alleine zu lassen. Er meinte es wirklich ernst, so schien es ihr. Zumindest hatte er weder Andeutungen gemacht, noch hatte er sich auffällig verhalten. Ben wollte wirklich bleiben und dessen war sie sich sicher, als sie sich unter dem heißen Strahl entspannte.
Als sie dann eine Stimme hörte, zuckte sie zusammen und riss ihre blauen Augen weit auf. Durch das Rauschen des Wassers hinweg war es nicht leicht herauszuhören, wer da sprach und da sie sich nur mit Ben allein befand, dachte sie, er hätte doch tatsächlich die Frechheit besessen, es in das Badezimmer zu wagen, während sie duschte. Und so ein Verhalten musste natürlich bestraft werden. Vielleicht auch zu seinem Besten. Lian war sicher, Ben würde wesentlich schlechter davon kommen, wenn Saemon ihn dabei erwischte, wie er sie beim Duschen beobachtete.

Die Blondine ballte schon ihre rechte Hand zur Faust und wollte mit eben dieser herausspringen, als sie den Duschvorhang ruckartig zurückzog und Saemon erblickte, der sie tadelnd ansah und auf die Kekse auf dem Bett aufmerksam machte. Sofort ließ sie die Hand sinken und realisierte, dass sie sich getäuscht hatte.
Verdutzt sah Lian ihn an und errötete leicht." Ich habe sie ja nicht da gegessen! Ich habe sie nur dahin gelegt, nachdem ich mir einen Keks raus genommen habe, damit sie nicht auf dem Boden herum liegen", sagte sie protestierend, auch wenn das die Umstände nicht wirklich besser machte. "Kommst du..?", fragte sie dann und setzte ein kleines, versöhnliches Lächeln auf. Es galt nun, ihn zu besänftigen, geärgert hatte er sich heute über sie genug und vermutlich würde noch ein Gespräch bezüglich Katarina folgen. Lian unterdrückte ein Seufzen beim Gedanken daran.
Eigentlich hatte sie keine Lust, nun über solche Dinge zu sprechen. Sie war zu müde und sie hatte ihn auf der seltsamen Insel zu sehr vermisst. Alleine mit Kenji unterwegs, nun ja, da war man irgendwie wirklich allein und sie sehnte sich einfach nach der Wärme und Offenherzigkeit ihres Freundes, von dem sie viel zu wenig abbekommen hatte.

Darüber hinaus hatte sie jegliche Scham vor ihm verloren. Es war nicht mehr schlimm, wenn er sie unbekleidet sah und außerdem durften die getrockneten Blutreste auf ihrem Körper und ihren Haaren mittlerweile entfernt worden sein.
Um ihr Angebot zu unterstreichen, reckte sie ihren Arm aus der Dusche und deutete ihm, nach ihrer Hand zu greifen und zu ihr zu steigen. Natürlich würde er sich vorher ebenfalls noch entkleiden müssen, aber das konnte er dann immer noch.

Zunächst war ihr nur wichtig, dass er nicht zu wütend auf sie war und sich ebenfalls einfach entspannen konnte, immerhin hatte er selbst zuletzt gesagt, dass er nichts lieber wollte, als zu duschen. Und anschließend zu schlafen. Gutes Stichwort. Lian wandte kurz ihren Kopf ab und und gähnte leise.
Wie lange waren sie jetzt schon trotz Erschöpfungen wach gewesen?

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Sa 13 Apr 2013 - 21:38

Lian sang leise vor sich hin, während sie die Wärme des Wassers genoss. Sie hatte keine Bedenken dabei gehabt, Ben oben alleine zu lassen. Er meinte es wirklich ernst, so schien es ihr. Zumindest hatte er weder Andeutungen gemacht, noch hatte er sich auffällig verhalten. Ben wollte wirklich bleiben und dessen war sie sich sicher, als sie sich unter dem heißen Strahl entspannte.
Als sie dann eine Stimme hörte, zuckte sie zusammen und riss ihre blauen Augen weit auf. Durch das Rauschen des Wassers hinweg war es nicht leicht herauszuhören, wer da sprach und da sie sich nur mit Ben allein befand, dachte sie, er hätte doch tatsächlich die Frechheit besessen, es in das Badezimmer zu wagen, während sie duschte. Und so ein Verhalten musste natürlich bestraft werden. Vielleicht auch zu seinem Besten. Lian war sicher, Ben würde wesentlich schlechter davon kommen, wenn Saemon ihn dabei erwischte, wie er sie beim Duschen beobachtete.

Die Blondine ballte schon ihre rechte Hand zur Faust und wollte mit eben dieser herausspringen, als sie den Duschvorhang ruckartig zurückzog und Saemon erblickte, der sie tadelnd ansah und auf die Kekse auf dem Bett aufmerksam machte. Sofort ließ sie die Hand sinken und realisierte, dass sie sich getäuscht hatte.
Verdutzt sah Lian ihn an und errötete leicht." Ich habe sie ja nicht da gegessen! Ich habe sie nur dahin gelegt, nachdem ich mir einen Keks raus genommen habe, damit sie nicht auf dem Boden herum liegen", sagte sie protestierend, auch wenn das die Umstände nicht wirklich besser machte. "Kommst du..?", fragte sie dann und setzte ein kleines, versöhnliches Lächeln auf. Es galt nun, ihn zu besänftigen, geärgert hatte er sich heute über sie genug und vermutlich würde noch ein Gespräch bezüglich Katarina folgen. Lian unterdrückte ein Seufzen beim Gedanken daran.
Eigentlich hatte sie keine Lust, nun über solche Dinge zu sprechen. Sie war zu müde und sie hatte ihn auf der seltsamen Insel zu sehr vermisst. Alleine mit Kenji unterwegs, nun ja, da war man irgendwie wirklich allein und sie sehnte sich einfach nach der Wärme und Offenherzigkeit ihres Freundes, von dem sie viel zu wenig abbekommen hatte.

Darüber hinaus hatte sie jegliche Scham vor ihm verloren. Es war nicht mehr schlimm, wenn er sie unbekleidet sah und außerdem durften die getrockneten Blutreste auf ihrem Körper und ihren Haaren mittlerweile entfernt worden sein.
Um ihr Angebot zu unterstreichen, reckte sie ihren Arm aus der Dusche und deutete ihm, nach ihrer Hand zu greifen und zu ihr zu steigen. Natürlich würde er sich vorher ebenfalls noch entkleiden müssen, aber das konnte er dann immer noch.

Zunächst war ihr nur wichtig, dass er nicht zu wütend auf sie war und sich ebenfalls einfach entspannen konnte, immerhin hatte er selbst zuletzt gesagt, dass er nichts lieber wollte, als zu duschen. Und anschließend zu schlafen. Gutes Stichwort. Lian wandte kurz ihren Kopf ab und und gähnte leise.
Wie lange waren sie jetzt schon trotz Erschöpfungen wach gewesen?

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   So 14 Apr 2013 - 3:03

Lian schien wie immer recht sorglos gewesen zu sein uns hatte den Hayn nicht einmal das Schiff gezeigt. Warum sonst sollte er sich im salzigen Meerwasser baden wollen? Die Haut trocknete aus und zurück blieb nur eine ekelhafte Salzkruste, welche an manchen Stellen im Gesicht des Hayns auch zu erkennen war.
“Unter Deck haben wir einen Waschraum mit Duschen für die Besatzung – du kannst diese ebenfalls nutzen und Klamotten findest du im Vorratsraum. Sind zwar Marineuniformen, aber immerhin besser als dein zerfetztes Gewandt. Du kannst dir ja auch später noch etwas kaufen gehen, immerhin müssen wir noch auf die Rückkehr von Godot und Co warten. Im grunde kannst du nichts verfehlen. Ich hab Schilder angebracht da ich mich dort unten nicht zurecht gefunden habe... Fühl dich wie zu Hause, aber bau keinen Mist.“
Das waren die abschließenden Worte, welche Saemon an Benjamin richtete. Was anschließend geschah, war bereits bekannt und so befand er sich nun im selben Raum, wie auch Lian.
Sein Gespür verriet ihm was sie vor hatte und allmählich begann er diesen Segen als Fluch zu betrachten. Warum sollte Lian ihn angreifen wollen? Was hatte er ihr denn getan? Glücklicherweise schien es sich dabei nur um eine Verwechslung zu handeln, da man ihr die Überraschung im Gesicht deutlich ansah und die Blondine ihr Unterfangen auch sogleich unterbrach. Ihre Worte der Empörung klangen in den Ohren des Fähnrichs wie faule Ausreden und auch wenn sie ihm so freundlich die Hand entgegenstreckte, so griff er sie am Nacken, wie eine Katze die Unfug angestellt hatte. Natürlich war er hierbei nicht wirklich grob, deutete ihren Kopf jedoch in Richtung des Tisches, welcher unübersehbar inmitten des Raumes und vor allem direkt neben dem Bett stand.
“Da! Tisch! Zum ablegen von Dingen! Ok?“
Dann beugte er sich zu ihr runter und gab ihr einen Kuss auf die Stirn, lächelte gleichzeitig jedoch ein wenig hinterhältig.
“Du wirst das Bett absaugen müssen Liebste.“
Anschließend ließ er wieder von ihr an und begann damit seine Kleidung abzulegen, welche bereits unangenehm am seinem Leib klebte und von den vielen Dreckklumpen, welche getrocknet zu Boden fielen und dort nun die ganze Sauberkeit ruinierten, wollte man gar nicht erst anfangen. Ein tiefer Schnitt unterhalb seines Halses, welcher direkt auf der Schulter ragte, wurde nun ebenfalls sichtbar. Saemon hatte diesen ganz vergessen und ihm fiel erst jetzt auf wie gefährlich es war den Kannibalen so nah an ihn herankommen zu lassen. Hätte sich Gift auf dessen Waffe befunden, hätte der Rotschopf die Überfahrt wohl nicht mehr überlebt. Auch wenn Kenji sich nun zum Arzt ausbilden ließ, so fehlte ihm auf der Insel garantiert die nötige Ausrüstung um mit Tropengiften zurecht kommen zu können.
Saemon schob Lian wieder in die Dusche und folgte ihr in die Kabine. Sogleich durchfuhr ein Zucken seinen Körper als der recht warme Wasserstrahl auf seinem Leib und besonders die Wunde traf. Das kurze Brennen verging allerdings schnell wieder und rasch fand er gefallen an der ersten Dusche seit gefühlten Jahren.
“Du hättest Ben im übrigen gerne den Waschraum der Mannschaft zeigen können, dann muss er nicht immer im Meer baden. Am Ende stinkt er nach Fisch und sonstigem Müll der da drinnen rum schwimmt – muss nich sein.“
Sorgfältig befreite er seinen Körper von Dreck und Blut und war hierbei ein wenig überrascht wie schnell er sich mit diesem Leben abgefunden hatte. Anfangs noch sah er es als Gelegenheit ebenso wie sein Mentor die Welt bereisen zu können, inzwischen jedoch fand er gefallen daran das Böse zu bekämpfen, obgleich er nach wie vor einen etwas anderen Sinn von Gerechtigkeit inne trug, wie es die Marine tat.
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   So 14 Apr 2013 - 16:58

Lian quieckte laut und protestierend auf, als der Rotschopf sie am Nacken packte und leichthändig aus der Dusche zog. Ohne weitere Umschweife machte er auf den Tisch aufmerksam, der ihr natürlich aufgefallen war, aber doch deutlich weiter weg gestanden hatte, als das Bett und somit die weniger bequeme Variante dargestellt hatte. "Ist ja gut", nörgelte sie und versuchte, seine Hände fortzuschieben, aber eine wirkliche Chance hatte sie nicht. Saemon war stark und er schreckte nicht zurück, das auch vor oder an ihr zu demonstrieren.
Glücklicherweise fand sich Lian jedoch wenig später wieder unter der warmen Dusche, wo sie grimmig dreinschaute und sich über den schmerzen Nacken rieb. Leise und unverständlich schimpfte sie vor sich hin.
Erst, als er ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte, entspannte sie sich langsam wieder und setzte ein schwaches Lächeln auf. Zumindest hatte er sie nicht direkt wegen der Sache mit Katarina getadelt und das war schon einmal ein Anfang.
"Hah.. saugen.. Ich habe noch nie irgendwas gesaugt..", gab sie etwas peinlich berührt zu. Tatsächlich hatte Lian nie in ihrem Leben irgendeine Art von Reinigungsmittel- oder Werkzeug in den Händen gehalten. Zum einen war dies im Haus, in welchem sie ihre Kindheit verbracht hatte ohnehin nicht nötig gewesen, da sich niemand um Ordnung und Sauberkeit geschert hatte, zum anderen gab es auch auf einem Piratenschiff nicht wirklich viel der Sauberkeit halber zu klären.
"Wunder dich nur nicht, wenn es nicht besonders.. naja, gut aussieht", fügte sie leise hinzu und legte ihre Arme um den Hals des Rotschopfes, als auch er zu ihr in die Dusche stieg. Erst dann bemerkte sie den langen Schnitt und ihre Augen weiteten sich erschrocken. "Oh..", hauchte sie besorgt aus und fuhr sanft und behutsam mit den Spitzen ihrer Finger über den roten Strich. Er war nicht allzu tief und hatte Saemon augenscheinlich auch nicht zu sehr geschadet. Aber es musste trotzdem nicht sein, dass ihm auch nur ein Haar gekrümmt wurde.

"Den Waschraum?" Saemon riss Lian aus ihren Gedanken, als er begann, von Ben zu sprechen. Den hatte sie über ihren Hunger und ihren Wunsch, zu duschen, ganz vergessen! Das schlechte Gewissen packte sie und sie kaute nervös auf ihrer Unterlippe herum. Es war wirklich nicht okay von ihr gewesen, den armen Ben einfach stehen zu lassen. Immerhin hatte er sicher auch so etwas wie ein Pflegebedürfnis und er war genau so lange auf den Beinen gewesen, wie Lian und Saemon selbst.

"Tut mir Leid.. Habe ich irgendwie gar nicht dran gedacht. Aber ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, wo der Waschraum sich befindet." Dann schwieg sie und betrachtete den entkleideten Körper des Kisaragis.

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Mo 15 Apr 2013 - 5:20

Es war nicht weiter verwunderlich dass die gute Lian noch nie Putzutensilien in Händen hielt und um ehrlich zu sein hätte es Saemon schon sehr gewundert, wenn das Gegenteil der Fall gewesen wäre. In diesem Falle machte dies allerdings nichts, wie er ihr auch sogleich mitteilte.
“Da musst du dir mal keinen Kopf machen. Ist ja nicht so als könnte man dabei all zu viele Fehler einbauen. Nur Gerät anschmeißen und alles absaugen was nicht auf das Bett gehört, ok?“
Er lächelte und schien sichtlich amüsiert darüber zu sein, wie sie sich wohl anstellen würde. Katzen mochten das Geräusch dieser Geräte bekanntermaßen nicht gerne und so stellte Saemon sich die McNair bereits vor, wie sie den Einschaltknopf betätigt und dann zunächst vor lauter Schrecken einen Satz nach hinten machte. Eigentlich war ihm schon jetzt klar dass es dazu ohnehin nicht kommen wird und die Arbeit an ihm hängen bliebe. Die ganze Sache würde letztlich in Vergessenheit geraten und wenn er sich dann am Abend in das Bett legen würde, wäre das Erwachen um so nerviger. Auch wenn die Blondine bereits an den erholenden Schlaf dachte, so war Saemon noch weit davon entfernt schon Ruhe finden zu können. Es gab noch so vieles was erledigt werden wollte und er konnte sowieso nicht mit gutem Gewissen schlafen, solange Godot und die anderen nicht zurück waren. Er spielte schon mit dem Gedanken sich doch noch auf den Weg ins Dorf zu machen um nach dem Rechten zu sehen, doch was würde dies bringen, wenn er erst in circa drei Stunden dort ankäme? Alle Kämpfe wären lange vorüber und eine wirklich Hilfe würde er somit auch nicht darstellen. Dem Fähnrich blieb keine Zeit um den Gedanken zu Ende denken zu können, da Lian just in diesem Moment den Schnitt bemerkte. Zugegeben war dies nur eine Frage derzeit, immerhin war der alles andere als zu übersehen, doch was war das nur für eine Angewohnheit immer sogleich die Finger auf die Wunden anderer legen zu wollen? Ein leicht brennender Schmerz durchfuhr seine Schulter und Saemon zuckte ein wenig zusammen, ergriff ihr Handgelenk und schob dieses sanft bei Seite.
“Ist noch recht frisch, also sei bitte vorsichtig ja?“
Selbstverständlich lag keinerlei Tadel in seinen Worten und so sollte Lian sich auch nicht wie ein ausgeschimpftes Kind fühlen. Zumindest konnte er sich inzwischen sicher sein dass der Dreck aus der Wunde, insofern denn welcher vorhanden war, nun hinaus gewaschen war. Auf dem Boden der Wanne sammelten sich unterdessen allerhand an Dreck und Blut, welche sich mit dem Wasser vermengten und eine seltsam braun-rötliche Brühe ergaben. Hoffentlich würde der Abfluss mit dem Zeug zurecht kommen, wobei Saemon eine Glühbirne aufging. Wo floss das ganze Wasser eigentlich hin? Irgendwo musste auch hierfür ein Auffangbehälter existieren, welcher sich logischerweise auf dem Schiff befinden musste. Was sollten sie mit diesem Wasser tun? Aufbereiten? Wenn ja dann wie? Vermutlich wäre es wohl das Beste wenn man es einfach weg kippte, doch musste auch dies zunächst einmal erledigt werden.
Lian riss den Rotschopf aus seinen Gedanken, nachdem er die Sache mit Ben ansprach und eben auch aufgrund der Thematik des Waschraumes auf diese Überlegungen kam. Nervös gluckste Lian herum und setzte zu einer Antwort an. Offensichtlich tat es ihr wirklich Leid dass sie den Hayn vergessen hatte, doch war dies nun wirklich kein Weltuntergang. Er tätschelte ihr das Köpfchen und drückte ihr seinen Zeigefinger auf die Lippen.
“Mach dir mal keinen Kopf. Wegen einer Stunde mehr oder weniger wird er schon nicht Gefahr laufen von dem ganzen Dreck verschlungen zu werden. Ich hab ihm bereits gesagt dass er den Waschraum nutzen kann. Irgendwie wird er sich schon zurecht finden und wer weiß? Vielleicht steht er ja darauf zu stinken und eine Salzkruste auf der Haut zu haben. Ich will es allerdings nicht hoffen,... sonst schleife ich ihn eigenhändig in die Dusche.“
Damit sollte auch dieses Thema hoffentlich gegessen sein und er drückte seine Liebste einmal ausgiebig, immerhin hatten sie in den letzten Tagen viel zu wenig von einander und auch wenn sie nun nicht die Zeit hatten um all das versäumte nach zu holen, so konnte man zumindest einen Anfang wagen.
“Wie kannst du nur vergessen wo der Waschraum ist huh? Ich hab dich damals extra noch dort hin geführt und duschen lassen. Ohje, das ist alles schon eine Ewigkeit her, da denke ich kann man es dir verzeihen wenn du das nicht mehr zu hundert Prozent im Kopf hast.“
Er dachte an die Kekse auf dem Bett, wobei ihm auffiel dass Lian völlig verhungert sein musste. Es war eine Ewigkeit her dass sie zu Letzt etwas anständiges zu Essen hatten und bei all dem Trubel mit Godot und den Neulingen, hatte er das völlig vergessen, doch war der Hunger hierbei auch gänzlich untergegangen. Wie es um die Neulinge stand konnte er nicht sagen, aber Saemon ging davon aus dass diese gegessen hatten, bevor sie sich auf den Weg zur 9. Division gemacht haben. Anders war dies jedoch im Falle von Benjamin, welcher ebenso wie Saemon und Lian schon eine Weile lang nichts festes mehr zwischen den Kiefern hatte und so griff der Rotschopf eilig zur Seife und schrubbte seinen ganzen Körper damit ein. Erneut kam ein Brennen auf, als er die Stelle an der Schulter berührte, auf welcher sich der Schnitt befand. Damit Lian sich nicht wunderte, teilte er ihr seinen Plan mit.
“Wir sollten unbedingt was essen und da sich das bekanntermaßen nicht von selbst kocht, werde ich uns etwas zubereiten. Ich hoffe die anderen kommen pünktlich zum Essen. Ich mag nicht wenn man sich verspätet und alles kalt wird.“
..erläuterte er ihr mit einem Grinsen auf den Lippen und begann damit den Schaum von seinem Leib zu waschen. So fühlte sich das alles schon sehr viel besser an, jetzt wo er wieder sauber und frisch war.
“Hast du irgendeinen Wunsch was du essen möchtest? Ich werd zwar für alle etwas zubereiten, aber du entscheidest was es gibt.“
Im Anschluss würde er auch schon auch schon aus der Dusche springen, sich ein Handtuch schnappen und von dem Wasser befreien. Woher kamen nur immer wie von Zauberhand die neuen Handtücher? Gab es auf dem Schiff etwa eine Putzfrau..?
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Lian
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Di 16 Apr 2013 - 22:18

Lian zog die Augenbrauen zusammen, als Saemon sich ihrer Berührung entzog. Offensichtlich tat der Schnitt doch mehr weh, als man auf den ersten Blick vermuten könnte und Lian dachte darüber nach, ob nicht vielleicht Kenji, der mehr medizinische Erfahrung hatte als sie, vielleicht eine pflanzliche Salbe hatte, die zumindest dafür sorgte, dass die Wunde ihres Freundes desinfiziert blieb.
"Verzeih", nuschelte sie leise und zog ihre Hand zurück. Ohne weitere Umschweife griff sie nach ein paar umherstehenden Fläschchen und begann, sowohl ihren Körper, als auch ihre Haare mit verschiedenen Substanzen einzureiben. Schon bald hing ein angenehmer, frischer Duft in der Luft, der dafür sorgte, dass die Blondine sich wesentlich entspannter fühlte und wieder die Nähe zu ihrem Liebsten suchte, um dessen Hals sie ihre Arme legte. Sie hatten ihre Zweisamkeit zuletzt nur so wenig genießen können und obwohl sie bereits fertig gewaschen war und keiner Dusche mehr bedurfte, so konnte sie sich doch nicht durchringen, den Rotschopf los- geschweige denn alleine zu lassen.
Was das Thema Ben betraf, so hatte sie damit bereits abgeschlossen. Rückgängig machen konnte sie es nicht, aber immerhin hatte sie für die Zukunft gelernt. Vielleicht. Sie war zu sorglos und das wusste sie selbst. Aber ein böser Gedanke steckte nie dahinter.
Ein bisschen enttäuscht beobachtete sie dann, wie Saemon so schnell aus der kleinen Badewanne heraus stieg, wie er hineingestiegen war.
Offensichtlich trieb ihn der Hunger dazu, sich nicht zu sehr auf Lian konzentrieren zu können, die beleidigt die Unterlippe hervor schob. Aber er hatte schon Recht. Es mussten erst alle anstehenden Arbeiten und Aufgaben erledigt werden, ehe man sich ausruhen konnte. Das war selbst ihr klar, die die Dinge gerne mal auf morgen verschob oder auf übermorgen.
Allerdings verspürte sie selbst keinen besonders großen Hunger. Sie war zwar nicht vollkommen satt, aber zumindest hatten der Fisch und die Kekse dazu geführt, dass ihr Magen nicht mehr knurrte und sich anfühlte, als würde er in Tränen ausbrechen.
Dennoch war es schwierig, in einem Stadium des nicht gerade Hungrigseins zu entscheiden, was man gerne essen wollte. Deswegen zuckte Lian nur mit den Schultern und folgte Saemon dann vorsichtigen Schrittes aus der Dusche heraus. "Puh, ich habe gar keine Ahnung. Entscheide du das lieber."
Sie drehte das Wasser ab und griff dann nach einem frisch duftenden, weißen Handtuch, mit welchem sie sich trocken rieb. Ihre Haare würden noch ihre Zeit brauchen. Selbst mit einem Föhn bedurfte es meist mindestens eine Stunde, bis ihre knielangen Haare trocken genug waren, um sich damit öffentlich blicken lassen zu können. Da hatte sie wohl Pech gehabt. So lange würde Saemon nicht warten.
Dann aber ging ihr ein Licht auf. "Werden wir noch einmal ins Dorf gehen?", fragte sie mit leuchtenden Augen und hielt in ihrer Bewegung inne. Eine super Gelegenheit, um sich eine neue, taugliche Garderobe zurecht zu stehlen. Er würde sicher nicht davon begeistert sein, aber Lian verstand ihr Handwerk so weit, dass er zu seinem Besten nichts mitbekommen würde.
Aktuell hatte sie klamottentechnisch keine besonders große Auswahl. Ohne ihn zu fragen hatte sie notgedrungen einen weiteren Pullover von ihrem genommen, diesmal einen schwarzen, der ihr wieder bis zu den Knien ging und darunter eine seiner Boxershorts, die ihr viel zu groß waren.
Ein wenig dümmlich kam sie sich in diesem Outfit vor - aber Not machte eben erfinderisch.

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Di 23 Apr 2013 - 18:07

Lian machte sich wirklich viel zu viele Sorgen wenn es um Saemon ging. Sie sollte eigentlich wissen dass er durchaus einiges ab kann und nicht so schnell aus den Latschen zu hauen ist, doch schätzte er gerade das an ihr. Er vertraute ihr durch und durch. Ohne Lian hätte der Rotschopf eine wirklich schwere Zeit bei der Marine gehabt, schließlich gab sie ihm die nötige Kraft, um all die Probleme überstehen zu können und das war enorm wertvoll. Doch eben auch weil sie ihm kraft gab, sah er sich in der Verantwortung diese zum Wohle anderer zu nutzen, schließlich hatte er sich dazu verschrieben und so lange es noch Baustellen gab, an denen Hand angelegt werden musste, so lange würde er nicht ruhen und sich entspannen können. Das der Blondine das nicht gefallen würde, konnte er sich durchaus denken, aber es war nicht der richtige Zeitpunkt um egoistisch zu sein. Selbst wenn sie selbst nicht mehr solch enormen Hunger verspürte, so tat er selbst dies durchaus und Kenji, Benjamin, Godot und all die anderen, konnten sicherlich auch etwas festes zum beißen vertragen – von Reisen mal abgesehen, für die gabs nur ne Dose Motoröl.
Nachdem er sich also gründlichst abgetrocknet hatte, begab Saemon sich zu seinem Schrank und wühlte ein wenig darin umher, bis er schließlich ein weißes Hemd und eine mehr oder minder dazu passende schwarze Hose hervorzog. In wenigen Augenblicken schlüpfte er in diese Klamotten und wartete dann auf Lian, welche sich scheinbar noch nicht ganz sicher war, welche von seinen Klamotten sie anziehen sollte.
“Ahh najaaaaa. Ich merke schon, die Entscheidung bleibt dann wohl an mir hängen. Ich muss dann erst mal schauen was wir noch alles in der Vorratskammer haben, das wird ohnehin ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Ich weiß nicht wann Godot wiederkommen wird und auch nicht was er dann vor hat. Wenn du also noch in das Dorf möchtest, solltest du dich beeilen, aber dann können wir uns ja noch den Markt ansehen... wenn es denn einen gibt. Wenn hier wirklich so viele Piraten unterwegs waren wie es hieß, dann werden wir wohl Pech gehabt haben.“
Als sie sich dann erneut für einen Pullover und... Boxershorts... entschieden hatte, konnte es im grunde auch schon losgehen. Es gab so viele Dinge zu regeln und so Recht wollte ihm nicht in den Sinn kommen, womit er beginnen sollte.
“Ich weiß gerade wirklich nicht weiter... Sollen wir nicht doch lieber mal nach den anderen sehen? Zumindest Benjamin sollten wir nicht gänzlich alleine hier an Bord lassen... Sag du mir was wir tun sollen...“
Diese Art der Entscheidung war einfach eine andere als jene, welche er bereits gewohnt war. Hier standen Menschenleben auf dem Spiel und wenn er sich nun falsch entschieden hatte? War es wirklich klug gewesen Kenji alleine mit Felicia los zu schicken? Wenn ihnen etwas passieren würde, könnte er sich das niemals verzeihen... Sie hätten alle geschlossen zum Dorf laufen sollen, dann wären sicherlich auch alle sicher wieder zurück gekommen. Entnervt biss er die Zähne zusammen, als ihm dann auch noch in den Sinn kam dass Kenji ihm die Teleschnecke wiedergegeben hatte. Wie soll er denn nun nach Hilfe rufen, falls diese von Nöten sein sollte? Fragend blickte er zu Lian und hoffte dass sie ihm zumindest eine Entscheidung abnehmen konnte...
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Lian
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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Mi 24 Apr 2013 - 20:30

Glück gehabt. Saemon beschwerte sich nicht, als Lian sich ungefragt seiner Sachen annahm. Natürlich wollte er vermutlich nicht, dass sie nackt herausging und in Form einer Katze war es stets erschwert, dem Diebesgeschäft nachzugehen - zumindest, wenn man größere Gegenstände mitgehen lassen wollte.
Entschuldigend zuckte sie mit den Schultern und zog den Pullover, der ihr an selbigen herabrutschte, wieder hoch. "Tut mir Leid, ich passe dieses Mal besser auf deine Sachen auf und beschaffe dir bei Zeiten neue", versicherte sie ihm mit einem schiefen Lächeln und rubbelte sich noch einmal mit dem Handtuch durch das nasse, blonde Haar. Viel brachte es ihr nicht, abgesehen von abstehenden Haaren und einer strohig und wild ausschauenden Mähne. Egal. Sie hatte keine Zeit, sich zurecht zu machen und gelinde gesagt fehlte ihr auch die Lust dazu. Sie war viel zu müde, als dass sie irgendeine Art von Interesse hätte daran zeigen können, wie es um ihr Äußeres stand.
"Also was die Vorratskammer angeht, musst du dir wohl keine Sorgen machen", beschwichtigte sie ihn mit einer wegwerfenden Handbewegung. "Ich glaube, ich habe noch nie so viel Essen auf einmal gesehen. Sehr viel Fisch, geräuchert!" Lians Augen glänzten leicht, als sie dem Rotschopf von den fischigen Köstlichkeiten erzählte und sich gleichzeitig daran entsinnte, wie die verschiedensten Meeresbewohner an Haken in der Vorratskammer hingen.
"Du könntest zum Beispiel ein paar davon machen. Fisch ist ja eigentlich schnell wieder besorgt. Und dazu Reis. Ich mag Reis. Hab's noch nicht oft gegessen, aber ich mag es."
Vermutlich klang es seltsam in den Ohren des Koches aus Leidenschaft, dass Lian noch nicht oft an Reis gekommen war, was aber aufgrund ihrer zuvorigen Lebensumstände nicht weiter verwunderlich war. Wenn man wahren Hunger gelitten hatte, spielte es keine Rolle mehr, was man aß, so lange es nur dieses schmerzende Ziehen im Magen unterband. Aber die Zeiten hatten sich geändert. So langsam gestand sie sich ein Wahlbedürfnis ein, was ihr Essen betraf. Generell mochte sie aber alles, was Saemon ihr zubereitete, allein, weil es von ihm kam und entsprechend mit Liebe gemacht war.
Ein solches Gewürz gab es nicht im Laden zu kaufen.
Über die Frage bezüglich Ben musste hingegen grübeln. "Naja, alleine lassen sollten wir ihn vermutlich nicht"
, sagte sie zaghaft und stemmte die Arme in die Hüften. "Nicht, weil ich ihm zutrauen würde, zu fliehen oder irgendeinen Mist anzustellen, aber wenn er schon ein Teil von uns wird, sollten wir ihn doch einbringen."
Sie wollte nicht, dass Ben sich wie ein Außenseiter oder wie ein unerwünschtes Glied fühlte. Auch, wenn Saemon sich die größte Mühe mit einer Freundin gab, fühlte sie selbst sich von den Anderen noch immer nicht ganz angenommen. Sei es von Kenji, der sie jetzt zwar auf seine Art respektierte, aber noch immer mit Misstrauen bedachte oder von Aoi, die sie stets mit abwertenden Blicken taktierte.

Soweit schien also alles geplant und wenn er sich tatsächlich nach ihr richten sollte, würden sie sich gemeinsam mit Ben auf den Weg machen. Zuvor blieb sie aber noch vor dem hochgewachsenen Mann stehen und lächelte ihn von unten her an. So viel Zeit musste sein. "Ich freue mich auf den Moment, wo wir wieder für uns sein können. Ohne Stress..", sagte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihre Lippen auf die seinen zu drücken.

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Fr 26 Apr 2013 - 1:57

Es machte ihm nicht viel aus dass sie seine Klamotten regelmäßig ruinierte, immerhin schien sie ein Händchen dafür zu haben, sich stets Teile heraus zu picken, welche Saemon ohnehin kaum noch trug. Von seinen Lieblingsklamotten hielt sie sich glücklicherweise fern. Somit zuckte er nur lässig mit den Schultern und warf Lian ein charmantes Lächeln entgegen.
“Nur kein Stress. Um den Pulli wäre es nicht schade und solange du nicht nackt durch die Gegend rennst, habe ich damit auch kein Problem. Aber ja, dennoch solltest du dir etwas passendes besorgen, da du in deinen Bewegungen vermutlich etwas eingeschränkt sein dürftest und noch immer wimmelt es auf der Insel nur so vor Piraten... denke ich mal.“
Leider musste man jedoch sagen, dass sie seine Frage gänzlich ignoriert hatte oder sie vielleicht einfach nicht mitbekam. Was auch immer der Grund gewesen sein mochte, es sorgte dafür dass Saemon resigniert aufseufzte. Zunächst einmal sollte man sich wieder an die Oberfläche begeben, dann konnte man noch immer darüber nachdenken wie es nun weiter gehen sollte. Im Optimalfall wären inzwischen auch Katarina und Shoujii am Schiff eingetroffen, sodass man erneut die aufgaben verteilen konnte. Derzeit herrschte ein reges Chaos in den Reihen der 9. Division und irgendwie musste er dafür sorgen dass wieder Ordnung in die Runde kam.
Als die Blondine erneut die Vorratskammer ansprach, wurde der Kisaragi jedoch wieder aufmerksam und lauschte ihren Worten. Es war erstaunlich dass sich noch immer Fisch im Bauche der True Justice befand, nachdem Lian sich darin aufgehalten hatte. Offenbar konnte sie ihre Triebe unterdrücken... wobei da war doch gerade eben etwas... etwas was sie von sich gegeben hatte. Mit einem mal wurde ihm alles klar und ein breites Grinsen bildete sich in seinem Gesicht, Er betrachtete ihr Bäuchlein und sah nach ob dieses sich ein wenig nach außen gewölbt hatte, wie es gerne mal passierte, wenn man viel gegessen hatte. Dem war jedoch nicht so und Saemon war beinahe ein wenig enttäuscht, dass er mit seiner Vermutung scheinbar nicht richtig lag – oder?
“Viel Fisch also hmm? Na dann ist es ja kein Wunder dass du keinen Hunger mehr hast. Du scheinst dir dein Bäuchlein ja schon vollgeschlagen zu haben huh?“
..fragte er sie mit einem Zwinkern und gab dabei einen hohen Summton von sich.
Nun begann sein Hirn einen Moment lang zu arbeiten und rasch kam ihm auch ein Rezept in den Sinn. Im Grunde hätte man ihren Wunsch eins zu eins umsetzen können, sprich ein paar Fische raus braten und dazu eine Portion Reis servieren können, doch Saemon wäre nicht er selbst gewesen, wenn es ein solch einfaches Gericht geworden wäre.
“Wie stehts mit Gemüse? Ist davon auch etwas an Bord? Würde gerne Zanderfilet auf Spargel – Risotto machen. Ich bin mir jetzt eigentlich ziemlich sicher dass du das noch nie gegessen hast aber es wird dir sicherlich schmecken und im Grunde musst du dich von nun an an eine etwas gehobenere Küche gewöhnen meine Liebe. Lieblos hingeklatschten Fisch mit Reist wirst du bei mir nicht bekommen.“
Er lächelte und dachte bereits über eventuelle Alternativen nach. Der Vorteil an Risotto war, dass man es mit so vielen Komponenten kombinieren konnte, ohne es ungenießbar zu machen. Seien es nun Kräuter wie Petersilie oder Basilikum, diverse Gemüsekomponenten und gar Obst schmeckt darin hervorragend. Mandarinen waren eine ideale Ergänzung hierzu. Beim Fisch war die Marinade besonders wichtig und wie man die Haut verarbeitete. Natürlich würde er das Filet auf der Haut anbraten und diese dann separat anrichten. Doch nun erst einmal genug vom Essen.
Wieder einmal war Ben das Thema der Konversation, doch schien Lian ihn schon als festes Mitglied der Marine zu betrachten, was leider falsch ist.
“Noch ist er ein Gefangener und deswegen müssen wir ein Auge auf ihn haben. Bis Godot hier ist können wir noch nichts sagen und das weiß auch er. Er könnte die Gelegenheit nutzen und die Flucht ergreifen, bevor er wieder Gefahr läuft eingesperrt zu werden. Sollte sich das Hauptquartier dagegen entscheiden ihn bei uns arbeiten zu lassen, so haben wir keine andere Wahl als ihn an ein Gefängnis zu übergeben – vergiss das bitte nicht.“
Er konzentrierte sich einen Moment und ließ sein Haki zum Einsatz kommen. Sollte Ben sich tatsächlich noch auf dem Schiff befinden, so würde er ihn erspüren und genau das tat er dann auch. Im Grunde rechnete der Einäugige nicht mit einer Flucht des Hayns, doch musste man dennoch auf Nummer sicher gehen und seine persönlichen Eindrücke ein wenig zurückschrauben.
“Ich bin mir darüber im klaren dass du weißt wie es im Gefängnis ist, aber ich hoffe du lässt deine Gefühle nicht die Kontrolle über deinen Körper übernehmen, sollten wir ihn wirklich einsperren müssen. Irgendwie wird sich schon eine Lösung ergeben.“
Und das meinte er auch wie er es sagte. Ganz gleich wie schwer es bislang auch gewesen sein mag, so haben sie immer einen Weg gefunden um voran zu kommen und das werden sie auch weiterhin. Es wäre durchaus seltsam wenn die Marine Ressourcen vergeuden will, nur um einen ehemaligen Piraten, welcher sich geläutert hat und bereit war seine Schuld abzuarbeiten, hinter Gittern zu stecken. Das würde nicht ganz zu seinem Sinn von Gerechtigkeit passen und so hoffte der Fähnrich inständig dass sowohl Godot, als auch die Obrigkeiten im Hauptquartier, seiner Bitte nachkamen. Wo man schon vom Teufel sprach... Godot war noch immer nicht zurück gekehrt und es wurde Zeit dass er nach seinem Kapitän sah, ganz gleich wie viele Mann nun auch schon auf dem Weg zu ihm sein mochten.
Den vorerst letzten Moment ihrer Zweisamkeit ließ Saemon sich jedoch nicht entgehen und so schlang er seine Arme um Lian und erwiderte ihren Kuss leidenschaftlich. Erst nach etlichen Sekunden löste er sich von ihr und blickte ihr tief in die Augen.
“Lass uns nach oben gehen und nach dem rechten sehen. Du weißt ja – Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf den Tischen.“
An der Hand führte er sie aus seinem Zimmer und schloss die Türe hinter sich, damit auch niemand auf die Idee kam herum zu schnüffeln.

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BeitragThema: Re: Saemon's Kabine   Fr 26 Apr 2013 - 16:18

Lian errötete. Saemon hatte sie durchschaut und ihr blieb nichts, als den Blick beschämt zu senken. "Tut mir Leid..", nuschelte sie und fuhr sich durch das lange, blonde Haar. "Manchmal überkommen mich die Instinkte, dann habe ich keine wirkliche Kontrolle über mein Handeln. Aber es war nur ein Fisch und ein kleiner dazu. Versprochen."
Sie hoffte, dass ihn zumindest das milde stimmen würde, auch wenn er keinen wirklich erbosten Eindruck auf sie machte. Lediglich enttäuscht wirkte er und das war in den Augen der Blondine sogar fast noch schlimmer.
Aber es war tatsächlich nur ein Fisch gewesen, ein Fisch, der nicht einmal großartig sättigend gewirkt hatte. Zwar hatte sie keinen wirklich riesigen Hunger mehr, aber wer ließ sich schon freiwillig einen wahren Gaumenschmaus von Saemon entgehen? Sie zumindest nicht.
Er hielt ihr keinen Vortrag und tadelte sie auch nicht für ihr tun. Das sorgte dafür, dass sie langsam entspannte. Interessiert hörte Lian seinen weiteren Worten zu und musterte ihn skeptisch, als er das Wort Gemüse in den Mund nahm. "Spargel?" Noch nie gehört. Lian wusste nicht einmal, was Spargel war oder wie es aussah, geschweige denn Risotto. Aber er wusste schon, was er tat und sie lächelte ihn warm an, als er sie davon in Kenntnis setzte, dass sie künftig auf lieblose Gerichte würde verzichten müssen. Schade aber auch!
Ein Glücksgefühl überkam Lian, aber nicht wegen des Versprechens auf lebenslanges, gutes Essen, sondern wegen der Tatsache, dass Saemon damit mehr oder weniger andeutete, dass sie bei ihm bleiben würde und das stimmte sie glücklich.
Sie war so glücklich, dass sie sich nicht einmal wirklich betrübt darüber zeigen konnte, dass Bens Zukunft noch immer auf der Kippe stand. Sehr sogar, wenn man ehrlich zu sich selbst war. Wenn Lian es richtig verstanden hatte, war auch Katarina Piratin und damit die Zweite in der neunten Division, die bereits Leichen im Keller hatte. Auch, wenn sie es sich für Ben wünschte, zweifelte sie innerlich daran, dass die Marine eine weitere Begnadigung und Einstellung eines ehemaligen Piratens gutheißen würde, zumal nicht klar war, ob Ben sich ihnen anschloß, weil er es wirklich wollte oder weil er dem Gefängnis entfliehen wollte.
Sie für ihren Part hatte für beides Verständnis. Wer war sie schon, andere zu verurteilen?
Creester hatte ihr damals gesagt, dass die Leute, die mit dem Finger auf andere zeigten oft vergaßen, dass sie dabei mit drei auf sich selbst zeigten. Niemand war frei von Schuld, der eine mehr, der andere weniger.
Und sie hatte nicht vor, sich anzumaßen, über dieser Tatsache zu stehen.
Trotzdem nickte sie. "Verstehe. Nein, keine Sorge. Ich werde mich fügen. Ich weiß, dass es ein Fehler gewesen ist, Katarina gleich zu attackieren. Ich habe nicht gewusst, was ich im Begriff war, anzurichten. Werde mich zusammenreißen.. Du sollst keinen Ärger wegen mir bekommen."
Und das war ihr Ernst. Es spielte keine Rolle für Lian, ob sie Ärger bekam oder eine Strafe tragen musste, aber wenn der Rotschopf durch sie zu Schaden kommen sollte, würde sie es sich selbst nicht verzeihen können.
Und dann erwiderte er ihren Kuss - auf leidenschaftliche Art und Weise. Auf eine Art, die abertausende Schmetterlinge durch Lians Inneres jagte. Sie schloß die Augen und genoss den kurzen Augenblick ihrer Zweisamkeit, seufzte leise, als er sich von ihr löste und sie an der Hand nahm, um wieder an das Oberdeck zu gehen. Lian brauchte ein paar Momente, bis sie wieder vollends im jetzt war.

tbc Oberdeck

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