StartseiteSuchenTeamAnmeldenLogin
»yo, wanna join?«
»Gerüchteküche«


»LATEST POSTINGS«

» Zählen bis das Team kommt
Heute um 8:44 von Kizuna Hoshino

» Der letzte Buchstabe
Heute um 7:11 von Dahlia

» Tauziehen
Heute um 7:03 von Dahlia

» [Piraten][EA] Benjamin Hayn
Heute um 1:12 von Benjamin Hayn

» [Piraten][EA] Mutio
Heute um 0:29 von Mutio

» Abwesenheitsliste
Gestern um 20:38 von Augustus Ashur

» Was tut ihr gerade?
Gestern um 19:05 von Takeuchi Sora

» Assoziation
Gestern um 10:41 von Takeuchi Sora

» Was hört ihr gerade?
Di 22 Aug 2017 - 22:47 von Levi

» Nostalgische ANIME OPENINGS !!
Di 22 Aug 2017 - 21:48 von Lucy

»crews«

Piratenbanden










Divisionen




Abteilungen

Truppen


Andere




Austausch
 

Die Onsen

Gamemaster
NPC

avatar

EXP : 3556
Beiträge : 2617

BeitragThema: Die Onsen   Sa 10 Dez 2016 - 16:59


•• Onsen ••


Die Onsen befinden sich gleich neben der Taverne. Der innen Bereich ist im alten japanischen Stil errichtet. Der Waschbereich ist nach Geschlechtern getrennt, so kann man sich in ruhe säubern bevor man in die Quelle steigt. Diese ist natürlich belassen wurden, umringt von großen Felsen auf denen man sitzen kann ist es eine natürliche Quelle. Sie befindet sich im Außenbereich und ist Gemischt.
Nach oben Nach unten
Hana
Andere

avatar

EXP : 835
Beiträge : 556

BeitragThema: Re: Die Onsen   Di 20 Dez 2016 - 20:27

Warum es sie ausgerechnet hier her verschlagen hatte wusste Hana selbst nicht. Als sie wieder bei Sinnen war befand sie sich auf einer Insel, sie hatte sich nicht weit von hier wieder gefunden. Naja, oder so ähnlich eben. Jedenfalls weil sie noch nie Onsen gesehen hatte, war sie eben hier gelandet aber auch weil man es ihr so gut angepriesen hat. Sie hatte sich all ihrer Kleidung entlädigt im Bereich der Frauen und da sich Hana auch nicht schämte oder ihren Körper erstecken wollte, besonder in der Frauenabteilung lief sie eben nackt herum. Dort suchte sie sich einen Schemel und nahm platz. So viel das Mädchen verstanden hatte musste man sich hier waschen und bevor man die Quelle betrat sonst würde diese zu schmutzig werden. Das kannte sie auch von zu Hause, den dort hatten sie eine große Wanne aber man musste sich davor eben sauber machen. Sie griff also zum Duschkopf und machte sich eben so lange nass bis auch wirklich keine Stelle mehr trocken war und selbst ihre Haare ihr im Gesicht klebten. Obwohl sie so nass waren, waren sie immer noch lockig nur das Volumen war etwas raus. Die Meerjungfrau in ihr genoss das Wasser sehr. Schnee war zwar auch Wasser, aber dann doch etwas anders. Dann fing Hana an sich einzuschäumen mit der Seife bis sie jede Stelle erreicht hatte und nach dem sie sich noch einmal abgeduscht hatte stand sie auch schon auf. Die Quelle befand sich draußen, also musste sie dort hin. Sie war wirklich gespannt und stellte sich ein Becken vor in dem das Wasser eben warm war, es um das Ding herum jedoch aussah wie in der Karibik. Sie war dann doch etwas enttäuscht als sie draußen entdeckte das es eben nicht so war. Ganz anders, neblig war es hier. Sie konnte einige Menschen leise flüstern hören, aber auch das ein oder andere kichern. Ohne groß nachzudenken warf sich Hana ins Wasser, die Welle die sie dabei erzeugte war nicht besonders groß dennoch sahen einige Leute empört auf. Nur einige Augenblicke in der sie hinein getaucht war in das Wasser sprang Hanas Oberkörper auch sogleich wieder heraus. Aua! Das ist ja heiß!'' Sie fühlte sich hier drinnen wie gekochtes Gemüse. Viel zu heiß, das war sie nicht gewohnt vom Meer. Zu Hause bei ihrem Vater hatte sie zwar oft gebadet - das war der einzige Ort an der sie auch ihre Schwanzflosse heraus holen konnte - aber nicht so heiß. Sie suchte hastig den Rand des Becken und drückte ihren Oberkörper aus dem Wasser heraus auf einen Stein, wobei sie leicht keuchte. Die Leute waren immer noch empört aber mehr als Gemurre bekam Hana nicht mit, auch entging ihr was für eine Wirkung sie auf die Anwesenden Männer hier hatte. Schließlich zog sie das andere Geschlecht stärker an als ihr eigenes und nun da sie nackt war, wirkte es umso mehr. Besonders ihre weiche Haut viel hier auf. Nach einigen Augenblicken hatte sie sich daran gewöhnt wie heiß das Wasser war und wagte noch einmal den Versuch sich hinzusetzen, was ihr auch besser gelang. Nur noch ihr Kopf schaute aus dem Wasser heraus das leicht grün schimmerte, was sie auch erst jetzt bemerkte. So eine Quelle war doch sehr interessant.

_________________

Theme - Meerjungfrau - Meerjungfrau 2
''Reden'' - Denken - Handeln

Nach oben Nach unten
Takeuchi Sora
Sora T.

avatar

EXP : 1470
Beiträge : 21706

BeitragThema: Re: Die Onsen   Di 27 Dez 2016 - 1:12

» Die Taverne | Kaminzimmer

Steife Winde schossen durch die verschneite Luft. Achtete man nicht genauer auf die eigene Körpertemperatur, ignorierte man die Warnungen der außergewöhnlich um ihre Mitmenschen bedachten Bürger der Insel, handelte man sich unter beinahe hundertprozentiger Gewissheit eine schwere Erkältung ein. Für jemand, dessen Kälteresistenz in sprichwörtlichen Minusbereichen kursierte, ein absolutes Todesurteil.
Dennoch kam Sora nicht umhin, das finster über ihm schwebende Firmament aufmerksamen Blicken zu unterziehen. Aus einer ihm nicht augenblicklich einfallen wollenden Richtung mussten noch immer Sonnenstrahlen auf das Örtchen fallen; anders ließ sich die Helligkeit kaum erklären. Von den dicken, wie Watte erscheinenden Schneeflocken konnte diese nicht stammen. Ebenso wenig hatte der Soldat auf seinem Weg vom Hafen, durch die Rinde an Rinde klammernden Tannenwälder keine von Menschenhand geschaffenen, maschinellen Kunststücke vorfinden können. Schloss man daher natürliche wie künstliche Umstände aus, wie um alles in der Welt ergab sich ein vergleichbares Zusammenspiel aus Licht und Schatten innerhalb eines einzigen, nur wenige hundert Männer, Frauen und Kinder beherbergenden Dörfchen?
Schnaubend, und mit fragend empor gezogenen Brauen lugte der Schwarzhaarige doch noch einmal aus der von warmer Luft angenehm geheizten Umkleide heraus. Obgleich ihn noch ein kräftiger Steinwurf von dem in aller Munde liegenden Quellwasser trennte, huschte ein Lufthauch nach dem anderen über den steinernen Fußboden. Und auf diese Weise, selbstverständlich, auch hinein in die aus edlem, hellen Holz erbauten Umkleiden. Feuchte Abdrücke verewigten die Präsenz anderer Badegänger - wenngleich nur für ein paar Minuten, ehe ihre Spuren vollständig wichen.
Pullover, Oberteil, Hose, Unterwäsche und künstlerische geschmiedete Accessoires wurden sorgsam in eines der kleinen Bastenkörbchen verfrachtet, gefalten und möglichst abseits positioniert. Sora mochte niemand sein, der Gegenständen unbedingten Wert zuwies, doch befand sich, versteckt in den dicken Stoffschichten, doch etwas, was er mit keiner bekannten Zahl ihres Rechensystems hätte bezeichnen können. Materieller Wert ging vollkommen an ihm vorbei. Symbolik hingegen übertraf alles, was man mit Geld kaufen konnte. Aus irgendeinem Grund erheiterte sich der Takeuchi dank seines allgegenwärtigen Misstrauens selbst. Von den wohlwollenden Bewohnern des Dorfes ging keine Gefahr aus - nicht wenn sie wussten, dass sich unter den Gästen Soldaten der Marine, wie auch Agenten der Weltregierung befinden konnten. Der Schatten des Gesetzes schwebte über dieser Insel, wie jeder anderen auch.
Plätscherndes Wasser riss den jungen Mann schließlich doch in die Gegenwart zurück, nachdem er, das kleine Körbchen in Händen haltend mit starrem, nach draußen gerichteten Blick wie festgewachsen an Ort und Stelle verharrt hatte. Beste Voraussetzungen, um exakt das eintreffen zu lassen, wovor er sich eigentlich zu schützen gedachte. "Einnicken kannst du auch im Wasser!" Tief durchatmend ließ Sora die Arme kreisen, rollte mit den Schultern und trat mit eng zusammengekniffenen Augen heraus. Bedingt durch die gewaltigen Temperaturunterschiede sah er sich eine gewaltigen Nebelschwade gegenüber; fast schon undurchdringlich, gleichzeitig wirkte sie so hauchzart, schwebend leicht und vergänglich, dass er sich nicht einmal traute, die Hand nach ihr auszustrecken. Dabei war der Soldat längst in sie eingetreten.
Etwas was sich rächen sollte, wie jede Unachtsamkeit im Leben. Kaum begannen die bernsteinfarbenen Augen nämlich zu zwinkern, in der stillen und leisen Hoffnung, dadurch genauer fixieren zu können was vor ihnen lag, erwischte Sora einen wohl kürzlich befeuchteten Flecken auf dem steinernen Boden. Was prompt dazu führte, dass er, mit fest aufeinander gebissenen Zähnen und wild in der Luft umher rudernden Armen dem hektischen Versuch nachging, sein außer Kontrolle geratenes Gleichgewicht einzufangen. Nur besaß dieses Gleichgewicht weder Form noch Gestalt, nichts, woran er sich hätte festhalten oder es wieder in seinen nach vorne überfallenden Körper hätte einverleiben können. Enden musste seine Eskapade wie es der Brauch verlangte - nämlich Kopf und Gesicht voraus direkt ins Wasser. Selbiges schoss in großen Wellen, im Licht glitzernden, dicken Tropfen in die Höhe und offenbarte lediglich, dass ein Tölpel ungeschickt genug gewesen sein musste, nicht die eigene Hand vor Augen zu sehen. Beziehungsweise den Boden unter den Füßen.
Keuchend nach Luft schnappend riss Sora den pechschwarzen Haarschopf aus dem heißen Quellwasser, entließ das sich in seine Lungen verirrte Wasser und rieb sich mit der rechten Hand die brennenden Augen. Bemerken würde er dabei die Anwesenheit, beziehungsweise immer geringer werdende Distanz zu einer weiteren Besucherin nicht. Während er nämlich eine Hand verwendete, um sich einen genaueren Überblick zu verschaffen, fischte die andere blind nach dem Beckenrand. Zu weit hinaus, beziehungsweise hinein, wollte der Takeuchi auf Anhieb nämlich nicht. Für ihn war es bereits schlimm genug, vollständig unterzutauchen; sein Körper dankte es ihm nämlich prompt mit schwächer werdenden Gliedern und einer bedenklich ins Wanken geratenen Symbiose zwischen ihm und dem in seinem Inneren hausierenden Fuchs.

_________________

He devours her pride, she controls his rage,
Like a chain she ties him,
His fire running through her veins.




A black fire, a white flood,
they're light and darkness,
the beginning and the end of the world.
Nach oben Nach unten
Hana
Andere

avatar

EXP : 835
Beiträge : 556

BeitragThema: Re: Die Onsen   Do 29 Dez 2016 - 12:48

Hana hörte Geräusche aber sehen konnte sie nichts. Dennoch ließ sie ihren Blick schweifen, schließlich hörte es sich so an als würde da gerade jemand ertrinken oder im Wasser spielen. Die Quelle war doch ein Ort der Entspannung und nicht da um Quatsch zu machen. Wobei sie gerade eben auch nicht besser war, aber das ignorierte sie gekonnt nach dem sich hier auch keiner öffentlich bei ihr beschwert hatte. Doch als dann nichts mehr zu hören war schloss sie für einen Moment die Augen, sie wusste immer noch nicht so ganz ob sie das viel zu heiße Wasser genießen sollte oder nicht. Aber als da deutlich jemand näher kam und sie wieder ihre Augen aufmachte, war klar sie sollte es besser nicht genießen. Den da kam doch gerade eine Hand auf sie zu. Sie hatte schon Angst gepackt zu werden und auch wenn die Hand sie kurz berührte schlug sie mit ihrer flachen Hand darauf um den begrabscher zu vertreiben. ''Nicht anfassen, das mag ich nicht.'' Sprach sie die Person an. Wusste er da eigentlich was er tat? In einer anderen Situation hätte Hana ihm eine Ohrfeige gegeben. Aber sie hatte hier schon genug Aufmerksamkeit auf sich gezogen sie wollte keinen Ärger haben. Das er ihre Brust berührt hatte empfand sie als seltsam, wieso fasste er den fremde Leute an? Der kommt wahrscheinlich auch nur hier her um andere anfassen zu können. So ein gemischtes Bad ist ja auch ein idealer Ort für solche Perversionen. Nicht mal in ruhe baden kann ich hier und wieso ausrechnet ich? Hat er mich vorhin etwa gesehen? Wollte er wissen wie sich eine Haut wie meine etwas anfühlt? Auch wenn er mehr wie ein begossener Pudel aussah war Hana noch nicht davon überzeugt ob das ganze ein Unfall war. ''Hier sind man die Hand vor Augen nicht du solltest besser aufpassen wohin du deine Hand ausstreckst, andere Frauen sind sicherlich noch weniger angetan als ich davon angefasst zu werden. Was machst du den überhaupt du.. du siehst gar nicht gut aus. Bekommt dir das heiße Wasser nicht?'' Irgendwie hatte sie das Gefühl das er leicht blass aussah so als würde er gleich umfallen. Gut im Wasser konnte er nicht hart aufprallen aber definitiv ertrinken. Sie fasste ihn jedoch nicht an, hatte sie ihm gerade einen Vortrag gehalten das andere das nicht mochten, wollte sie eben mit guten Beispiel voran gehen. Außer er würde umkippen dann würde sie ihm selbstverständlich helfen. Das war keine Frage. ''Wenn du noch ein paar Schritte gehst hast du den Rand erreicht dann kannst du dich festhalten oder raus gehen.'' Hana stieß sich von dem Stein ab, so das sie wieder ins Wasser gleiten konnte. Sie machte dem jungen Mann platz das dieser an ihr vorbei zum Rand kam an dem sie bis eben noch gesessen hatte. Wenn es ihm nicht gut ging sollte er wirklich rausgehen. Anders wie sie konnte er gewiss nicht unter Wasser atmen. Aber sie wollte dem fremden jetzt auch keine Vorschriften machen, außerdem hatte sie es bis heute immer geschafft fast ertrinkende zu retten und Hana war sich sicher das es ihr auch dieses Mal gelingen würde.

_________________

Theme - Meerjungfrau - Meerjungfrau 2
''Reden'' - Denken - Handeln

Nach oben Nach unten
Takeuchi Sora
Sora T.

avatar

EXP : 1470
Beiträge : 21706

BeitragThema: Re: Die Onsen   Do 29 Dez 2016 - 22:23

"Huh? Nicht realisierend was sich an und rings um seine Hand abspielte, mit der verwunderlich weichen Empfindung, suchte der Soldat weiterhin nach einem ruhigen Eckchen, in welchem er sowohl den einseitigen Frust gegenüber rutschigen Steinböden, wie auch dem notdürftig abgewandten Exkurs unter die Jenseitigen beseitigen konnte. Dass man ihn noch während dessen dafür rügte, angeblich jemanden angefasst zu haben, mochte zwar für die Betroffene Sinn ergeben, war für den Schwarzhaarigen jedoch nur unwesentlich von Belang. "Das war keineswegs meine Absicht. Verzeihung." Tatsächlich spiele es für den Takeuchi nur den Hauch einer Rolle, wem, was, oder ob er überhaupt jemandem begegnete. Irritierend daran war höchstens, dass sich das noch immer eingeschränkte Blickfeld seiner Augen nicht bessern wollte. Unweigerlich keuchte und pustete Sora nach oben, dort, wo er die dünnen, schwarzen und nass in sein Gesicht fallenden Haarsträhnen vermutete. Offensichtlicher Weise waren aber auch diese Bemühungen zum Scheitern verurteilt. Entweder, weil seine Lungenkapazität im Eifer des Gefechts nicht ausreichte, oder weil es längst wieder Zeit für einen Besuch beim Friseur seiner Wahl wurde.
Tatsächlich kamen ihm die Erinnerungen an den letzten Haarschnitt unfassbar weit in der Vergangenheit vor. Über ein halbes Jahr, mit ziemlicher Sicherheit. Genau genommen eine ganze Weile vor Antritt seiner Reise in unbekannte Gefilde der Grand Line. Irgendwie schien es doch vortrefflich, wie viel diese unplanmäßigen Reisen zu seinem Gesamtbild als Mensch beigetragen hatten. Und welche maßgeblichen Veränderungen oder Entwicklungen um ihn herum geschehen waren. "Niemand dürfte davon angetan sein, von einer wildfremden Person und aus dem Nichts heraus angefasst zu werden", gab der Schwarzhaarige feixend zurück, sah sich jedoch nur sehr bedingt in Bringschuld "Sollte ich Ihnen zu nahe getreten sein, muss ich leider auf die widrigen Sichtverhältnisse verweisen und mich erneut entschuldigen." Wie die Fremde nämlich korrekter Weise zu bedenken gab, sah man nichts. Absolut nichts. Solange man sich nicht über einen längeren Zeitraum daran gewöhnte, die Augen sich an die ungewöhnliche Dichte der Nebelschwaden gewöhnten und der Dampf nicht länger als natürliche Blockade eines ausschlaggebenden Sinns fungierten. "Der plötzliche Wechsel von bitterer Kälte in unerwartet heißes Wasser traf mich unerwartet, so viel steht fest", sich endlich mit dem Rücken an den nassen Stein des Beckenrands lehnend, nutzte Sora ebenfalls die Gelegenheit, seinen Kopf in den Nacken zu werfen, die triefend nassen Strähnen seines Haars beiseite und nach hinten zu streichen.
Von Verlassen des Quellwassers durfte jedoch nicht für einen Moment die Rede sein. Alles war nur eine Frage der Zeit. Zeit, um sich zu entspannen. Zeit, um zu akklimatisieren. Und genau das tat Sora. Er atmete tief durch, den Kopf noch immer nach hinten übergeworfen, beide Augen geschlossen. Lediglich das Heben und Senken seines Brustkorbes gab nachvollziehbare Anzeichen darauf, dass er nicht seiner Hülle entschwunden und in höhere Sphären abgedriftet war. Nicht einmal gedanklich wagte der Soldat auch nur die winzigste Regung. Zumindest für zwei, drei Minuten, in denen er nicht auf Bewegungen, Geräusche oder an ihn gerichtete Worte einging. "Sie scheinen mir ungewöhnlich besorgt um jemand, auf den Sie potentiell sauer sein sollten", lächelte der Dunkelhaarige vor sich hin, und spürte erst jetzt so recht, dass das ungewöhnlich weiche Empfinden auf seiner Handinnenfläche, seinen Fingern, und auch darüber hinaus, noch immer nicht verschwunden war "Hoffentlich habe ich Ihnen mit meiner Tollpatschigkeit nicht weh getan?" An einem Ort, der dafür gedacht war, Körper und Geist in geruhsamen Einklang zu bringen, wäre es doch mehr als frevelhaft gewesen.

_________________

He devours her pride, she controls his rage,
Like a chain she ties him,
His fire running through her veins.




A black fire, a white flood,
they're light and darkness,
the beginning and the end of the world.
Nach oben Nach unten
Hana
Andere

avatar

EXP : 835
Beiträge : 556

BeitragThema: Re: Die Onsen   Do 29 Dez 2016 - 23:37

Er entschuldigte sich und damit war das Thema für Hana auch schon gegessen. Was interessierte sie es den ob er sie nun angefasst hatte oder nicht? Im Grunde war es ihr wirklich egal, nach dem er sich auch dafür entschuldigt hatte tat sie so als sei nichts geschehen. Zu lange jemanden zu grollen fiel ihr eh schwer. Sie konnte besser als er hier im Nebel sehen, was vielleicht daran lag das Nebel auch eine Art Wasser war und als ein Wesen des Wasser brauchte sie keine Luft zum atmen und auch kein wirkliche Licht um zu sehen. Sie konnte sich auch im Dunkeln orientieren und Nebel war ja nichts anderes als Wasser nur in einer anderen Form. Vielleicht lag es aber auch daran das sie sich nicht ganz so anstellte wie er, gerade dieser Gedanke brachte sie etwas zu schmunzeln. Bei seiner nächsten Bemerkung zuckte sie nur die Schulter, bis ihr einfiel das er das ja gar nicht sehen konnte. Sie war schon besorgt ja, warum den auch nicht? Egal was er getan hatte er war auch ein kostbares Leben und wenn er hier umfiel und keiner ihm half würde er ertrinken. Warum sollte Hana dann also nicht besorgt sein, besonders da sie daneben stand und es vielleicht sogar hätte verhindern können. Sollte das nicht normal sein? Anstatt sich ewig zu verdächtig nur weil man fremd war? ''Na ich sehe doch das es dir schlecht geht, außerdem hast du dich doch gerade bei mir entschuldigt, oder? Damit ist doch alles gut, ich bin auch nicht wirklich sauer. Du machst es ja nicht mit Absicht. Außerdem was soll ich den sonst tun, sehen das es dir schlecht geht und einfach gehen? Und dann wenn du ertrinkst? Mit den Schuldgefühlen weiter Leben das ich dich auf dem Gewissen habe? Sollte es nicht eher normal sein das man sich etwas um seine Mitmenschen sorgt?'' Sprach sie sachte und ruhig aus. ''Warte ich hol dir einen Lappen, vielleicht geht es dir dann besser'' Sie wandte sich Richtung Beckenrand und hob sich dort hinaus. Dann lief Hana zurück in den Frauenabtei. Dort besorgte sie sich ein Handtuch das sie mit Eiskalten Wasser befeuchtete und lief damit zurück. Da Sora am Beckenrand lag konnte sie ihm das Tuch auf den Kopf legen und dann zurück ins das Wasser gleiten. Sie wusste nicht so ganz ob ihr das Wasser hier wirklich zusagte. ''Hier bitte schon, ich habe es kalt befeuchtet vielleicht hilft dir das ja. Ich muss allerdings sagen das ich auch noch nicht weiß ob es mir hier gefallen soll, oder nicht. Ich liebe Wasser! Ich liebe, liebe, liebe es, sehr. Aber ich schwimme eigentlich nur im Meer und bin zum ersten mal in so einer Quelle, ich wusste nicht das, das Wasser hier so heiß ist. Ich fühle mich wie Gemüse das im Kochtopf vor sich hin gart.'' Erklärte sie dann fröhlich plappernd dem junge Mann neben sich, wobei sie nicht darauf achtete ob er das hören wollte oder nicht. Schließlich kam man doch zum entspannen hier her.

_________________

Theme - Meerjungfrau - Meerjungfrau 2
''Reden'' - Denken - Handeln

Nach oben Nach unten
Takeuchi Sora
Sora T.

avatar

EXP : 1470
Beiträge : 21706

BeitragThema: Re: Die Onsen   Fr 30 Dez 2016 - 1:23

Verwunderung machte sich schleichend auf den Gesichtszügen des jungen Mannes breit. Mit einer derart redseligen Person hatte er bei Leibe nicht gerechnet. Vor allem nicht nach einem denkbar unglücklichen, beziehungsweise von Tollpatschigkeit in eine undankbare Richtung geleiteten Beginn. Sora fühlte sich zugegeben nicht zu dieser Sorte hingezogen, musste allerdings für den Augenblick feststellen, dass es nicht gerade die schlimmste Alternative war. Eröffnete man einen Dialog, so musste mindestens einer der Gesprächspartner neue Themen aufbringen, die Konversation frisch und lebendig halten, wollte man nicht darin enden, sich über ungewisse Zeiträume hinweg in peinliches Schweigen zu hüllen. "Du siehst dass es mir schlecht geht, hm?" Amüsiert über eine fragwürdige Feststellung wie diese öffnete der Soldat ein Auge, suchte nach der zarten Stimme die mit ihm in Kontakt trat, fand allerdings nicht viel mehr als eine dunkle Silhouette inmitten des blickdichten Nebels. "In ein Becken wie dieses zu stürzen ist wirklich das geringste Übel das ich mir vorstellen kann." Verglichen mit dem plötzlichen Auftauchen eines Seekönigs auf der Spitze des Rivers Mountain waren die letzten Minuten nicht viel mehr als eine Kleinigkeit. Nichts dem man Beachtung schenken musste. Höchstens ein Moment unweigerlichen Humors, solange man nicht nur über andere, sondern auch sich selbst witzeln konnte.
Überrascht wurde der Schwarzhaarige jedoch nicht nur von der Redseligkeit seiner fremden Gesprächspartnerin, sondern auch von den Inhalten ihrer Sätze. Sein Verdacht, es mit einer enorm sorgsamen Gestalt zu tun zu haben bestätigten sich. Mehr noch als das. Offensichtlich handelte es sich nicht nur um eine aus dem Chaos des Moments heraus ergebenden Einstellung, sondern ein Credo nach dem die Fremde ihr gesamtes Leben führte. Anderen Menschen, nein, anderen Lebewesen einen hohen Stellenwert beizumessen und ihr Wohlergehen höher zu bewerten als alles andere wirkte korrekt - und gerade deswegen auch löblich. Ein rar gewordenes Gut, ganz gleich ob man sich Seefahrer schimpfte, als Pirat zu gesuchten Verbrechern gehörte, aber auch eine Qualität die man innerhalb der Marine und Weltregierung leider viel zu selten vorfand. "Anderen zu helfen sollte Normalität sein, da hast du ganz Recht", erneut versuchte Sora zwischen seinem Nicken ein genaueres Bild von der jungen Dame zu erhalten, scheiterte allerdings gekonnt und war für die Dauer eines Augenaufschlags sogar glücklich darüber. Ihre Anmerkung, wie man mit Schuldgefühlen weiterleben sollte, quittierte der Takeuchi nämlich nur mit einem finsteren, wissenden Lächeln. Er bedauerte nicht eine Millisekunde lang, dem Kapitän einer Piratenbande das Genick gebrochen und damit seinen frühzeitigen Tod herbeigeführt zu haben. Noch viel weniger wurde er von den Bildern des Nachts heimgesucht, es gab keine Stimmen die ihn geisterhaft verfolgten oder gar Träume die seine jugendliche Seele plagten.
Womöglich lag es auch daran, dass Sora längst mit vergleichbaren Symptomen kämpfen musste. Unregelmäßiger Schlaf. Emotionale und körperliche Unausgeglichenheit. Plötzliche Schwindelanfälle nach einer schlaflosen, von Aufregung geprägten Nacht. Lächerliche Tode menschlichen Abschaums durch seine eigene Hand würden den Korvettenkapitän nicht einmal in den friedlichsten Zeiten an vergangene Tage erinnern. Gewiss nicht. Zu ihnen existierte kein emotionales Band. Keine Überzeugung sich rechtfertigen oder entschuldigen zu müssen.
"Ah, nein, das ist wirklich nicht nötig!" Kaum hatten sich die Worte der Fremden ihren Weg in sein Gehör verschafft, da war sie bereits verschwunden. Unsicher, wie genau er reagieren sollte, zog Sora lediglich die dünnen schwarzen Brauen zusammen, atmete noch einmal tief durch und warf seinen Kopf zurück. Lediglich halb in das heiße Quellwasser einzutauchen, während sein Oberkörper von den unregelmäßig durch die Luft huschenden, winterlichen Böen gestreift wurde, hatte tatsächlich etwas für sich. Bis plötzliche Eiseskälte auf seinem Kopf sowohl die bernsteinfarbenen Augen zu ihrer maximalen Größe anwachsen ließ, wie auch den Soldaten dazu anhielt, nach vorne zu schrecken. "Es fühlt sich an, als hätte mir jemand einen riesigen Eisklumpen auf den Kopf gelegt!" Gerade davor war er doch geflohen; vor der alles ummantelnden Kälte des Winters, dem Schnee und Eis, welchem man auf dieser Insel wohl nur dann entkommen konnte, wenn man sich hinter Schloss und Riegel verborgen hielt. Aus der langsam einsetzenden Entspannung wurde mit einem Mal ein zitternd bibberndes Häufchen Elend, das sich mit aller Kraft davon abhalten konnte, auch noch mit den Zähnen zu klappern.
"Ich, äh .. mag Wasser auch." Sora brauchte einige Momente, um von der über seinen Kopf gleitenden Kälte nicht mehr gänzlich irritiert zu sein. Ähnlich lange, wie es auch gedauert hatte, um sich nicht zu fühlen wie damals, als man ihn über eine gesamte Woche hinweg zwanzig Kilometer um den Trainingsplatz hatte laufen lassen. Und das nur, weil er es für angenehmer gehalten hatte, dem Unterricht fern zu bleiben. Drei Tage lang. "Oh, das Wasser hier ist deutlich heißer als ich es gewohnt bin", dahingehend war es nicht verwunderlich, dass seine Gesprächspartnerin ebenfalls auf dem falschen Fuß erwischt worden war "Allerdings gleicht es die eisigen Temperaturen aus, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt. Meine Erfahrungen damit sind zugegeben sehr begrenzt, was das anbelangt." Interessanter als eine Unterhaltung über die hiesigen Wassertemperaturen war für den jungen Mann hingegen, mit wem er es eigentlich zu tun hatte. Und das nicht nur auf Basis eines Namens, sondern auch, damit ein klares Gesicht mit der sonderbar anziehenden Stimme assoziiert werden konnte. "Mein Name ist übrigens Sora", offenbarte der Schwarzhaarige schließlich und bemühte sich um ein offenherziges, charismatisches Lächeln, dem dieselbe zuvorkommende Note verliehen wurde wie jedem Fremden "Werden wir die gesamte Unterhaltung führen, ohne uns sehen zu können?"

_________________

He devours her pride, she controls his rage,
Like a chain she ties him,
His fire running through her veins.




A black fire, a white flood,
they're light and darkness,
the beginning and the end of the world.
Nach oben Nach unten
Hana
Andere

avatar

EXP : 835
Beiträge : 556

BeitragThema: Re: Die Onsen   Fr 30 Dez 2016 - 1:59

Sie nickte heftig, ja sie konnte ihn sehen. Deswegen konnte sie auch alles erkennen was er da so tat. Sie musste sich ihre Hand fest auf den Mund pressen damit sie nicht laut los lachte. Es war schon witzig und von Vorteil etwas sehen zu können während der andere Blind wie ein Maulwurf war. Hana gefiel das auf jedenfall sehr gut. Für sie könnte es immer so sein. Aber auf dauer - und das wusste sie sehr gut - würde sie das heiße Wasser hier nicht aushalten. Sie war ja auch wenn Meerjungfrauen eine eigene Spezies waren ein Fisch. Und welcher Fisch mag es schon im heißen Wasser zu schwimmen? Fühlt sich doch mehr an als würde man gekocht werden. Tatsächlich gab es ja auch Menschen die das Meeresvolk fingen um sie nicht wie Tiere im Zoo gefangen zu halten sondern um sie zu essen. Da schauderte es Hana schon allein von dem Gedanken. Wie konnte man nur so widerwärtig sein? Eines Tages, sie wusste noch nicht wann und wie, aber eines Tages würde sie dem Einhalt gebieten. Sie waren keine Tiere, ja nicht mal Tiere wurden so behandelt. Sie hatten auch ihr Recht zu Leben und keiner sollte eingesperrt werden oder so behandelt werden. Kein Meeres Bewohner würde auf die Idee kommen einen Menschen zu fangen und ihn wie ein Haustier in einem Käfig zu halten. Die Menschen bildeten auf sich und ihre Spezies einfach zu viel ein. Normalerweise hatte Hana auch keinen Hass in sich, aber gegen solche Menschen und die Weltregierung hatte sie eben einen Groll. Wer konnte ihr das auch schon verübeln. Sie hatte es gut gemein mit ihrem Gegenüber und einen kalten Lappen geholt und diesen auf seinen Kopf gesetzt, sie konnte förmlich zuschauen wie er Gänsehaut bekam. Wieder musste sie ihre Hand auf ihren Mund pressen damit sie nicht lachte. Langsam wurde die Sache interessant und sie hatte sichtlich ihren Spaß den Mann etwas mehr auf die Schippe zu nehmen. Sie wusste nur noch nicht wie genau sie das anstellen sollte. Aber der Zeitpunkt würde schon kommen. ''Ich weiß, es ist sehr kalt aber es wird dich runter kühlen von dem heißen Wasser hier, glaub mir dann geht es dir gewiss besser und wenn nicht. Dann nimm es einfach von deinem Kopf. Ich mein du musst es ja nicht tragen nur weil ich es gesagt habe. Also du musst nicht auf mich hören.'' Versuchte sie mehr recht als schlecht zu erklären. Er nannte ihr seinen Namen und eigentlich hatte sie auch ihren Namen sagen wollen doch der nächste Satz brachte sie zum grinsen. Na bitte da war ihr Moment. Im Grunde nutzte sie ja ihre Erscheinung nur aus, wenn sie etwas Geld stehlen konnte aber diese neue Situation schrie einfach danach das Hana etwas über die strenge schlug. Sie kam etwas näher und streckte sich damit sie ihm Richtung seines Ohres etwas hauchen konnte. Und wirklich nur hauchen, er müsste sie sogar atmen hören und leicht spüren. ''Vielleicht bin ich aber gar nicht wirklich hier, vielleicht bildest du dir das nur ein. Vielleicht ist das hier ein Traum, als du gestürzt bist und dir den Kopf angeschlagen hast. Vielleicht bist du schon im Paradies angekommen und ich bin nur hier um dich zu verwöhnen.'' Ihre Stimme hatte so leise einen ganz anderen Klang, zu Mal sich Hana wirklich anstrengte ihn in ihren Bann zu ziehen und das nur durch ihre Stimme. Aber das war der Meerjungfrau natürlich nicht genug. Langsam ganz langsam hob sie ihre Hand, wie beiläuft streifte sie dabei sachte mit ihren Fingerkuppen seine Brust, wanderte hinauf zu seinem Hals bis hin zu seinem Kinn, ehe sie auf seiner Wange sachte zu ruhe kam. Und dann trat sie etwas näher, er musste nun deutlich ihren kühlen Atem auf seiner Haut spüren. ''Gib mir doch einfach einen Namen...'' Hauchte sie wieder in Richtung seines Ohres, für den Moment in dem sie es aussprach schmiegte sich ihr seidig glatter Körper an den seinen ehe sie sich wieder zurück zog. Man konnte nur das plätschern des Wassers hören, das von ihrem wieder einstieg erzeugt wurde und ein leises kichern erfolgte von Hana. Sie umschwam den Mann und hatte sichtlich Freude an dem Treiben, die Menschen waren da fast alle gleich. Einfach gestrickt und es belustigte sie ungemein das sie so waren. Von hinten wanderte sie ihm langsam den Rücken hoch, wobei sie sich dort auch nur anschmiegte und sanft ihre Hände um seinen Hals schlang nur um sein linkes Ohr leicht anzupusten und ihn dann wieder los zu lassen. Wieder erklang das Wasser plätschern und ihr leises melodisches Lachen.

_________________

Theme - Meerjungfrau - Meerjungfrau 2
''Reden'' - Denken - Handeln

Nach oben Nach unten
Takeuchi Sora
Sora T.

avatar

EXP : 1470
Beiträge : 21706

BeitragThema: Re: Die Onsen   Fr 30 Dez 2016 - 21:15

In den Tiefen seines Inneren konnten Stimmen vernommen werden. Nicht nur die eigene, welche darum kämpfte, kein hämisches Lachen verlauten zu lassen. Sondern auch eine befremdliche, tiefe, animalische Stimme, die sich grollender Belustigung hingab. Man musste also nicht auf die Fremde hören. Gewiss nicht. Auf niemanden musste er hören - mit einer Ausnahme. "Sollte mich die Kälte auf lange Sicht stören, werde ich das Tuch selbstverständlich abnehmen." Zwänge kannte der genüsslich vor sich hin treibende Soldat nur in den wenigsten Fällen. Wenn überhaupt, dann gingen sie von drei unterschiedlichen Quellen aus. Nämlich seiner obersten öffentlichen Priorität, seinem Beruf als Kapitän der Marine, und den beiden für ihn auf persönlicher Ebene unweigerlich gewichtigsten Ursprüngen. Dem eigenen moralischen Grundsatz, wie auch Mir-hime. De facto gab es auf dieser Welt nichts und niemanden, der Handlungen seinerseits derart effektiv einfordern oder simpel in Auftrag geben konnte, wie Letztere.
Als sich die Fremde letztlich aus den Nebelschwaden schälte und zu erkennen gab, wer sie war, fühlte sich der Dunkelhaarige ein wenig an die Zeit seiner Ausbildung erinnert. Eindeutige Avancen in einem Bad wie diesem anzunehmen wäre ein Kinderspiel gewesen. Befreit von jeglichen Pflichten oder zwischenmenschlichen Beziehungen - warum auch nicht? Die letzten beiden Jahre hingegen lehrten ihn nicht nur schickliche Zurückhaltung, sondern auch Empfindungen, die nur zwischen zwei Menschen - und niemand sonst - existieren konnten. Beziehungsweise durften. Ergänzte Sora diese empirischen Erkenntnisse mit der verängstigenden Tatsache, dass ihn eine gewisse Dame jederzeit mindestens zwei Köpfe kleiner machen würde, sollte er auch nur so viel tun, wie eine andere Frau wissentlich anfassen, so wurde die vermutete Unsicherheit in der Magengegend des Takeuchi nachvollziehbar.

Wäre denn Unsicherheit präsent gewesen.

Ein gelassenes Lächeln auf den Lippen tragend lauschte der Schwarzhaarige dem, was man ihm ins Ohr flüsterte. Die Stimme der Fremden war angenehm. Enorm sogar. Die Vorstellung, ihr über einen längeren Zeitraum einfach zuzuhören, ohne an etwas anderes in der Welt nachdenken zu müssen, war nicht allzu unrealistisch. Jedoch schaufelten ihre Worte lediglich Erinnerungen hervor, die auch den letzten Damm brechen ließen.
Ging es um den schönsten Klang einer Stimme, den er jemals in seinem noch jungen Leben erfahren hatte, dann ging dieser erfundene Preis ohne jeden Zweifel an seine beste Freundin. Roule mochte nicht mehr als ein Mensch sein, nichts "Besonderes" im Sinne unterschiedlicher Rassen, doch gab es ohne jeden Zweifel keine Person, der er so leicht, so selbstverständlich und mit vollkommenem Fokus würde zuhören wollen. Und es war nur eine von vielen Eigenschaften, die sie in der breiten, grauen Masse der Menschheit erstrahlen ließ wie einen sorgfältig polierten Diamanten. Sein kleiner Edelstein unter der wertlosen Kohle. Nicht umsonst stellte das Weihnachtsfest die optimale Gelegenheit dar, um ihr einmal mehr Gewissheit zu schenken, wie unvergleichlich wichtig und unersetzbar sie war.
Mit der simplen Erwähnung des Paradieses, eines stark religiös geprägten Begriffes für all die Gläubigen, kehrte auch ein winziger, feiner Nadelstich im Herzen des Soldaten zurück. Erinnerte man ihn an das Jenseits, kamen gleich zwei äquivalent verletzende Gedanken in ihm auf. Zuerst, dass seine Mission, die Begründung seiner Existenz in einem gigantischen Fehlschlag geendet hatte. Und noch bedeutsamer, wie er empfand, dass dort längst jemand auf ihn warten würde. Um über die Enttäuschungen des Seins hinweg zu helfen. "Ich habe bereits einen persönlichen Engel im Paradies, tut mir leid", erwiderte Sora neckisch zwinkernd, ohne anderweitig auch nur mit der Wimper zu zucken. Anspielungen wie diese, so gutmütig und kreativ sie sein mochten, trafen bei ihm auf taube Ohren. Im übertragenden Sinne.
Die ungewöhnlich zarte Haut der Fremden jagte dennoch einen kurzen Schauer durch die Wirbelsäule des Schwarzhaarigen. Ironischer Weise glaubte er sich bereits aus unterschiedlichen Quellen in dem Wissen, ihren Ursprung begriffen zu haben. Kataki Island hatte ihn viele Dinge gelehrt. Über die Gründe, warum sein Misstrauen in andere Menschen mehr als profund war - oder die merkwürdige, keineswegs unnütze Fähigkeit des Seimei Kikan. Wäre es das erste Mal gewesen, hätten ihn Berührungen wie diese regelrecht um den Verstand gebracht; mindestens aber mit wackelnden Knien erneut in sich zusammen brechen lassen. Nach gut und gerne einem halben Jahr in der Anwesenheit der schönsten Frau der gesamten, ihm begreiflichen Welt hingegen .. nur noch sehr bedingt ein Feuerwerk maskuliner Emotionen. "Ich bin wirklich nicht gut darin, Namen zu geben", hauchte der Soldat hinter vorgehaltener Hand und lehnte sich leicht nach vorn, ganz so, als sei es ein Geheimnis, das nur für sie beide gedacht war "Wobei ..", hundertprozentig korrekt war seine Aussage dann doch nicht ".. meinem kleinen Schatz habe ich innerhalb weniger Augenblicke einen passenden Namen geben können. Hm." Sich grüblerisch um das Kinn fahrend ließ sich Sora erneut in das Wasser und mit dem Rücken eng an den steinernen Beckenrand sinken. Ausnahmen bestätigten die Regel, sagte man im Volksmund. Dennoch war es unumstößlicher Fakt, dass er grausig darin war, Namen aus dem Nichts zu erdenken, Titel zu verleihen oder alles, was auf dieser Gabe basierte.

_________________

He devours her pride, she controls his rage,
Like a chain she ties him,
His fire running through her veins.




A black fire, a white flood,
they're light and darkness,
the beginning and the end of the world.
Nach oben Nach unten
Hana
Andere

avatar

EXP : 835
Beiträge : 556

BeitragThema: Re: Die Onsen   Sa 31 Dez 2016 - 0:01

Hana lachte, fröhlich, hell und erheitert. Dennoch lachte sie ihn unverblümt aus. Seine Worte brachten sie einfach zum Lachen ohne das sie darauf dergleichen bis her erwidert hatte. Sie hatte bis dahin keine Ahnung wer Sora war und kannte diese Person auch gar nicht, aber lustig war er das konnte sie sagen. Was auch immer er durch gemacht hatte - sie wollte es gar nicht wissen - schien ihm so seine Erfahrung gebracht zu haben mit Frauen. Nur das sie keine gewöhnliche Frau war - das behauptete zwar jede Frau - aber eine Meerjungfrau war nun mal nichts normales. Dennoch senkte sie die Melodie in ihrer Stimme. ''Ich heiße Kohana.'' Nach dem sie wieder etwas Luft schnappen konnte und sie auch aufgehört hatte zu Lachen nannte sie dem fremden da ihren Namen. Sie stieß sich etwas ab im Wasser und ließ sich bis zum Beckenrand treiben gegen den sie sich lehnte. Das Wasser war so warm das ihre Wangen erröteten und es ihr ganz schön heiß wurde, aber es ging ihr gut. Ihre Haut schimmerte noch mehr als sonst und sie wünschte sich alle Menschen hier weg, damit sie anstatt ihrer Beine ihre Schwanzflosse entfalten könnte um herum zu schwimmen. Das würde sie schon interessieren wie das damit wäre hier zu sein, aber bei den ganzen Zuschauern würde Hana das niemals tun. Schade, sie seufzte etwas. Ihre Augen richteten sich Gen Himmel, die Luft war kühl ja eisig doch durch das warme Wasser zog dampf und Nebel rund herum auf. Ein Grund warum Sora nichts sehen konnte, sie hingegen sah genug. Genug um auch die Sterne am Nachthimmel erkennen zu können. Es ging ihr gut, sehr gut, sie konnte gar nicht anders als ihre Augen zu schließen und ihren Mund zu öffnen, den Rest übernahm ihr Körper ganz von alleine. ''In dieser Welt, die vor Liebe erhellt wird, brennt sich, wie ein Pfeil, durch mein Herz, ein Gefühl. Gib mir die Antwort, ich möchte verstehen. Wieso? Sag mir bitte... Viel zu oft bereuen wir die Worte die wir niemals sagen nie, die Tränen sie sind so klar. Nur ein Herzschlag weit entfernt, in unseren Herzen eine Melodie. So im Einklang. Aus deinem Herzen wird meins. Zu viele Gedanken um die Zukunft machen blind und was wirklich wichtig ist verschwimmt und bleibt ungereimt. Fangen wir von vorne an. In dieser Welt, die vor Liebe erhellt wird, brennt sich, wie ein Pfeil, durch mein Herz, ein Gefühl. Gib mir die Antwort, ich will dich verstehen. Also...Sag mir bitte...Ich will keinen Millimeter mehr zwischen uns nein. Ich will nur noch bei dir sein. Ich vergesse es nie, nein ich vergesse es nie, wie alles begann, nein nie.'' Es lag einfach in ihrer Natur das sie sang, sie sang oft. Nicht nur weil eine Sirene es tat um Matrosen zu ihnen zu locken, es machte Hana auch einfach glücklich. Zu mal sie von diesen Gerüchten, Mythen und Legenden über die Meerjungfrauen nicht viel hielt. Die Menschen hatte wie immer keine Ahnung und erfanden einfach etwas. Gewiss gab es welche die sich auf hoher See dazu veranlasst fühlten zu singen und wenn die Menschen zu schwach waren dem zu widerstehen. Tja, ein Idiot der alleine eine Basis stürmt wird auch von niemanden bemitleidet und hier war es ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Ihre samtige Stimme sank und verstummte, das leise Echo jedoch das erzeugt wurde erklang immer noch in den Onsen. Die badenden Gäste hatten dem wunderbaren klang ihrer Stimme Gehör geschenkt auch wenn die wenigsten ausmachen konnten woher sie gekommen war. Ein jeder fühlte sich nun noch entspannter und sie konnte ein allgemeines seufzen hören den sich Hana nur zu gerne anschloss. Sie war wirklich glücklich in diesem Moment. Auch wenn das Mädchen immer noch nicht genau wusste wo sie war und wie sie hier her gekommen war. Dennoch versuchte sie die Situation neutral zu betrachten und das beste daraus zu ziehen. Sie stupste Sora leicht mit ihrem Fuß an, er saß schließlich in unmittelbarer nähe, war jedoch für ihre Hand zu weit weg und großartig bewegen wollte die Meerjungfrau sich gerade nicht. ''Sora hast du gehört was die Dorfbewohner hier munkeln? Als ich hier angekommen bin und durch die Straßen gelaufen bin, habe ich einige Passanten gehört. Jetzt da es schneit und der Winter sein Kleid über die Insel geworfen hat haben die Menschen angst in die Berge zu gehen. Den dort soll es eine Frau geben, eine Schneefrau und sie soll Menschen verschwinden lassen. Kannst du dir das Vorstellen? Die gibt es doch nicht wirklich oder?'' Sie klang nicht ängstlich im Gegenteil, viel mehr war Hana Feuer und Flamme. Den so eine Frau - wenn sie tatsächlich existierte - wollte sie gerne mal selber sehen.

Das Lied

To be counted :
Weihnachtsevent -Taverne - Schläfräume - Zimmer 3

_________________

Theme - Meerjungfrau - Meerjungfrau 2
''Reden'' - Denken - Handeln



Zuletzt von Hana am Do 16 Feb 2017 - 22:28 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Takeuchi Sora
Sora T.

avatar

EXP : 1470
Beiträge : 21706

BeitragThema: Re: Die Onsen   Do 5 Jan 2017 - 1:51

Wohltuende Gleichmütigkeit nistete sich in den Gedanken des schwarzhaarigen Soldaten ein, als dieser sich Beckenrand hingab, leise seufzte und damit die angespannten Schultern kreisen ließ. Im andauernden Kampf gegen vorherrschende Winterskälte schien die Muskulatur des Takeuchi den Kürzeren gezogen zu haben. Umso angenehmer war es, sich nicht weiter darum kümmern zu müssen.
Sorte zählte definitiv zu den Menschen, denen es kaum warm genug sein konnte. Stoffliche Hüllen fallen lassen spielte für ihn keine Rolle; selbst die Nacktheit des eigenen Körpers beeinflusste sein Verhalten nur minimal. Drehte man den Spieß jedoch herum und ließ ihn frieren, gab es unmöglich ausreichend viele Kleidungsschichten die er sich guten Gewissens anlegen konnte, um im Kern nicht doch noch zu bibbern wie ein Kleinkind bei seinem ersten Bad in Eiswasser. Hinzu kam seine entwickelte Abneigung den winterlichen Gefilden gegenüber, was nicht nur Schnee involvierte, sondern viel mehr die ihn zersetzende Kälte. Nichts würde ihm je vollständig darüber hinweg helfen. Kein Feuer, kein Mensch, kein fremder Zauber. Allerdings, so musste der Korvettenkapitän unter einem geschickt versteckten Lächeln feststellen, gab es doch eine Handvoll Personen, mit denen er gewillt war, selbst diese Kälte zu ertragen. Weil sie ihn die negativen Seiten vergessen ließen. Sein Innerstes erwärmten. Zumindest aber durch ihre strahlende Persönlichkeit sämtliche Überlegungen weit genug in den Hintergrund rückten, um deprimierenden Erinnerungen Anheim zu fallen.
Zu seinem Verdruss wusste Sora jedoch niemand von ihnen in seiner näheren Umgebung. Umso wichtiger war es, sich so lang wie möglich an einem wärmenden Ort aufzuhalten. Komme was wolle. "Kohana also", wiederholte der Schwarzhaarige nebensächlich und durchlief nicht ungleich verschiedenste Assoziationen zwischen ihrem Namen und den bereits erwähnten Vorlieben "Freut mich. Du hast eine angenehme Stimme." Allerdings taten sich keine offensichtlichen Korrelationen auf - abseits dessen, dass Pflanzen Wasser mochten, jedoch weniger darauf bedacht waren, in seligem zu schwimmen. Nicht wenn sie darauf aus waren, ihrer kurz bedachten Existenz ein frühzeitiges Ende zu setzen.
"Ich habe noch nichts von den hiesigen Gerüchten aufschnappen können, nein", kopfschüttelnde drehte er sich auf die Seite, den triefend nassen Schopf auf seine verschränkten Arme und den warmen Stein ablegend "Die Unlust, die Berge einem genaueren Blick zu unterziehen kann ich hingegen voll und ganz nachvollziehen. Mehr noch. Auf unterschiedlichste Weise unterstütze ich diese Einstellung sogar." Nicht jeder war mit übermenschlichen Fähigkeiten gesegnet. Einfache Bürger, die ihrer Neugierde folgten wie Motten dem Licht würden bei unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen lediglich blind in die von Schnee gekleideten Sturmböen laufen, ihre Orientierung verlieren und gleichzeitig mit ihr im schlimmsten Fall auf jeden Weg zurück in die nahe gelegene Heimat. Jene, deren Herzen für Abenteuer schlugen, mochten diese Gefahren ignorieren, oder bewusst auf sich nehmen. Sora hielt sich dahingehend jedoch bedeckt; denn so viel wie andere wussten, war er nicht mehr als ein Zivilist. Obendrein einer der Sorte, der an seinem Leben hing.
Ob die Möglichkeit bestand, dass der Volksmund mit seinen unausgereiften Erzählungen Recht besitzen konnte, wurde mit einem trockenen "Möglich", quittiert, auch wenn die Überlegung merklich länger im Kopf des jungen Mannes herumschwebte als man anhand seiner trockenen Antwort erwarten konnte "Geschichten wie diese sind nicht selten. Frauen, die in den Wäldern, Bergen, vor allem aber in verschneiten Gefilden auf Reisende lauern, zählen zu den häufigeren Mythen." Genau dort endete es jedoch. Mythen. Sagen. Geschichten. Folklore. Nichts was auch nur ansatzweise mit hieb- und stichfesten Fakten verwechselt werden durfte. "Neugierig wäre ich mich Sicherheit. Allerdings habe ich nicht vor, meinen Aufenthalt frierend und auf der Suche nach Gespenstern zu verbringen." Erst recht dann nicht, wenn die opportunistische Seite des jungen Mannes vollkommen leer ausging. Konnte man ihn davon überzeugen, der Kälte wortwörtlich die kalte Schulter zu zeigen, ergab sich womöglich eine Chance. Wie die Dinge standen, würde Sora lediglich sein Bad genießen, im Anschluss das Dorf begutachten und schon bald den näher rückenden Abend in heimischen Gefilden einläuten. Was für ihn so viel bedeutete, wie dass die knisternden Feuer des Kaminzimmers und eine warme, schmackhafte Mahlzeit seine besten Freunde werden würden.
"Ich nehme an, dass es dich brennend interessiert?" Nonchalantes Gähnen entwich dem Soldaten. Nicht nur die in seinen Körper eindringende Wärme hatte ihn wunderbar schläfrig gemacht. Auch der unerwartet über ihn und die übrigen Badegäste hinweg waschende Gesang trug sein Übriges bei. "Wegen einem Gerücht wie diesem würde ich allerdings nicht Kopf und Kragen riskieren. Zumindest nicht allein, oder verlässliche Begleitung." Und einspringen würde er unter absoluter Garantie nicht. Nicht wegen getuscheltem Hörensagen, und noch viel weniger um einer dahergelaufenen Person im Ernstfall die Haut zu retten. Einer der wahnwitzigen Vorzüge, nicht in der Rolle des pflichtbewussten Soldaten erkannt zu werden.

_________________

He devours her pride, she controls his rage,
Like a chain she ties him,
His fire running through her veins.




A black fire, a white flood,
they're light and darkness,
the beginning and the end of the world.
Nach oben Nach unten
Miyako
[Marine] Mannschaftler



EXP : 127
Beiträge : 1167

BeitragThema: Re: Die Onsen   So 15 Jan 2017 - 17:35

[Eventeinstieg]

Tief durchatmen. Wie schaffte man es als einzige Person nur so oft, sich in Situationen zu verfrachten, in denen man sich komplett unwohl fühlte? Und das teilweise sogar absichtlich. Für Miyako war es schon schlimm genug, sich unter vielen Leuten auf engstem Raum wiederzufinden, aber dies dann auch noch ohne sonderliche Kleidung am Körper durchzustehen grenzte an selbst auferlegte Folter für die Tsumiki. Und doch tat sie es freiwillig.
Das Mädchen fand sich nämlich im Onsen wieder, ein Ort, den sie normalerweise nicht aufsuchen würde, aus vielerlei Gründen. Menschen, teilweise Nacktheit - vor allem was ihren linken Arm betraft - alles Dinge, mit denen sie nicht so viel anfangen konnte. Und doch war sie hier, da sie bei einem benachbarten Tisch in der Taverne gelauscht hatte und jemand gesagt hatte, die Quelle hier hätte heilende Wirkung. Man konnte es Wunschdenken oder einfach nur Naivität nennen, aber Miyako wollte daran glauben, wollte es ausprobieren, ehe ihre Füße sie wie von selbst hierher gebracht hatten und sie sich nun in diesem Schlamassel wiederfand.

Es war sicherlich nicht Sinn und Zweck der Sache, jeder Person und jedem Blick ausweichen zu wollen und sich sogut es geht zu verstecken, aber irgendwie war es genau das, was Miyako hier versuchte. Vor allem der Bereich zum Waschen vor der eigentlichen Quelle war pure Folter, am liebsten hätte Miyako eine Augenbinde umgehabt um sich wenigstens alleine hier zu fühlen - abgesehen von all den Stimmen, dem Gelächter und den Geräuschen. Vielleicht hätte sie vorher auch einfach eine Flasche Sake runterkippen sollen, aber dafür war es nun sowieso zu spät. Und da Koharu und Minoru ihr ebenfalls als seelische Unterstützung fehlten, musste das Mädchen es irgendwie selbst durch diesen Vorraum der Hölle schaffen.
Mit gesenktem Blick, rot leuchtenden Wangen und schnellen Bewegungen brachte die Dunkelhaarige das Säubern hinter sich, was hier eigentlich in Ruhe und Frieden geschehen sollte, für sie aber nicht möglich war, da ihr Herz mit jeder verstrichenen Sekunde schneller pochte und ihr befahl, sich aus diesem Raum zu verziehen. Die Tatsache, dass ihr Herzschlag in der Quelle um einiges mehr ansteigen würde, kannte sie nicht, denn sonst hätte sie diesen Ort niemals betreten. So aber blieb ihr nichts anderes übrig, nach 5 Minuten des Waschens die sie gebraucht hatte und sich ein Handtuch umgelegt hatte, den Waschraum zu verlassen.
Die Tür hinter sich geschlossen war das erste, was sie begrüßte, kalte Luft. Kalte, stechende Luft die um ihre Füße strich, ihre Beine, Arme und allen anscheind nach tief in ihre Knochen dringen wollte. Miyako zischte leise aufgrund der Frische und machte ein paar unbeholfene Schritte nach vorne, ehe ihr auffiel, wo sie wirklich gelandet war. In einem gemischten Bad. Scheinbar hatte sie die Memo nicht bekommen, dass die Geschlechter in der eigentlichen Quelle nicht mehr getrennt waren. Oder hatte sie eine falsche Tür genommen? Ihr Körper wusste nichtmehr, ob er frösteln, oder sich aufgrund der aufkeimenden Nervosität aufheizen sollte - genauso wenig wusste Miyako, was sie tun sollte. Ihr Handtuch kam ihr auf einmal so kurz vor und sie fing an, an diesem herumzuzupfen. Unten ein bisschen runterziehen, nur damit es oben zu weit runterrutscht, um es dann wieder etwas hochzuziehen - und schon war sie in einem nicht endenden Kreislauf gefangen.

Sie wollte sich umdrehen und die ganze Sache abblasen, viele Leute starrten sie schon an - sei es wegen ihrem Gefummele am Handtuch, ihren Hörnern oder ihrem linken Arm, den kein Verband zierte, sie starrten. Miyakos aufgeregtes Herz schlug ihr bis zum Hals und ihre Wangen wurden rot, ihr Blick huschte rastlos umher und sie wusste nicht, wo sie hinschauen sollte, bis sie... ihn sah. Auf einmal hatte ihr Blick einen Punkt gefunden, wo er bleiben konnte, oder eher eine Person. Ihr Herz beruhigte sich für einen Moment und kurz schien es so, als wäre die Zeit stehengeblieben. Für eine Sekunde. Dann raste ihr Herz wieder los und Miyako schluckte aufgeregt. „S-sora-chan...“, flüsterte sie leise zu sich selbst.
Wieso war er hier? Wieso traft sie ihn gerade hier wieder? Ihre rechte Hand ruhte am oberen Rand ihres Handtuchs bei ihren Brüsten, um dieses dort festzuhalten, während ihre linke den unteren Saum festhielt und sie beschloss, auf ihn zuzugehen. Es war mehr eine unterbewusste Entscheidung, aber sie musste zu ihm gehen. Er war genau der save haven, den sie gerade brauchte - außerdem fror sie inzwischen richtig und merkte gar nicht, wie sie zitterte. Und sie brauchte Antworten von ihm, auf die Fragen die sie sich selbst stellte und nicht beantworten konnte.
Mit zitternden Knien blieb sie vor dem Takeuchi stehen - eine komische Situation, die man sicher hätte graziler angehen können, denn Miyako hatte schon wieder vergessen, dass sie unbedingt ins warme Wasser musste. „Sora-chan!“ Ihre Wangen waren rot, ihre Nase dafür kalt und auf ihren Lippen lag ein sanftes, warmes Lächeln, welches bisher nur der Braunhaarige ihr entlocken konnte. „Ich hab dich vermisst...“, fügte sie zaghaft hinzu. Ihr kam es vor, als hätten sie sich Ewigkeiten nicht mehr gesehen.
Nach oben Nach unten
Takeuchi Sora
Sora T.

avatar

EXP : 1470
Beiträge : 21706

BeitragThema: Re: Die Onsen   So 15 Jan 2017 - 18:05

Zögerlich geflüsterte Wortfetzen waren es, die dem jungen Mann dabei halfen, sich seiner Schläfrigkeit zu entlegen und den trüb gewordenen Blick seiner bernsteinfarbenen Augen erneut anzuheben. Bei seinem wohl prominentesten Spitznamen angesprochen zu werden hinterließ keinen nennenswerten Eindruck bei ihm; erhöhte weder die Geschwindigkeit des gleichmäßig in seiner Brust klopfenden Herzens, noch legte eine höhere Macht ihm nahe, es sei der passende Zeitpunkt für aufgeregte Nervosität.
Erst als der Rücken seiner rechten Hand dazu überging, die aus dem dämmernden Zustand heraus entstandenen Tränen aus seinen Augenwinkeln zu wischen, er sich streckte und den steif gewordenen Nacken dumpf knacken ließ - nur um erneut den Blick anzuheben, fiel ihm ein gigantischer Stein vom Herzen. So glaubte der Schwarzhaarige jedenfalls. Denn ehe er es sich versah, spürte er ganz genau, wie die ihm zuvor noch kinderleicht gefallenen Atemzüge mit einem Mal einen gigantischen Kloß in seinen Hals trieben. "Schnell, komm' ins Wasser!" Keine Sekunde verstrich, ehe Sora seine rechte Hand ausstreckte; gerade so weit, als dass Miyako sie ergreifen und mithilfe seiner Führung sanft in das belebende Quellwasser eintauchen konnte. "Du frierst bereits", ihr hübsches Gesicht, die fein gezeichneten Wangen, aber auch ihre bereits rote Nasenspitze verrieten, dass sie bereits auf dem Weg hier her gefroren haben musste "Außerdem kann jeder deinen Arm sehen ..", fügte er geschwind an, unsicher, ob es vollkommene Absicht war, ob sich das Selbstbewusstsein der herangereiften Dame signifikant geändert hatte, oder es doch mehr das Ergebnis eines unerwünschten Zufalls war.
Unabhängig der Antwort waren die Lebensgeister des Takeuchi längst zurückgekehrt. Zusammen mit einem nennenswerten, auf den ersten Blick zweifelsohne erkennbaren Schimmer der Freude, der nicht bloß in seinen Augen geschrieben stand, sondern auch mit einem sanften, wenngleich schmalen Lächeln untermauert wurde. "Ich habe dich auch vermisst", grinste er, zwinkerte sacht und nahm erst jetzt, ungewöhnlich spät für seine Verhältnisse, das Äußere der Schwarzhaarige in Augenschein. "Du bist noch hübscher als das letzte Mal, hm?" Sich nach seiner fehlerfreien Deduktion selbst um das bartlose Kinn streichend klarte auch der gespielt ernsthafte Ausdruck seiner Irden auf; wenngleich der bestimmt nicht - oder nicht nur - aufgrund der Hitze des Quellwassers entstandene, rötliche Schimmer um seine Wangen ein Indiz dafür war, dass ihm mehr als nur gefiel was er dort sah. Dennoch verblieb der Soldat schweigend. Ausnahmsweise gab es Wichtigeres, als Miyako durch Komplimente in ein noch tieferes, mit langen Klauen der Scheu und Unsicherheit regelrecht geiferndes Loch zu schubsen.
Viel mehr wartete er. Gelassen, ruhig, ihre zierliche, kleine Hand so lang haltend, bis sie sich erfolgreich und jede Form der Eskapade neben ihn gesetzt hatte. "Junge Frau, Sie sind mir einige Antworten schuldig", gespielter Ernst erfüllte die Stimme des Burschen, während er seine Brauen auffordernd hob und de facto erwartete, Informationen zu erhalten. Auf welche Fragen, mochte Miyako berechtigt einwerfen - "Hast du dich ordentlich einleben können? War man nett zu dir? Wurdest du bereits einer Division zugeteilt? Im letzten Jahr habe ich nur sporadisch nach deinem Werdegang fragen können." Allein der Umstand, sie hier unter Menschen zu sehen, ausgerechnet in öffentlichen Bad, der es nur zu einfach machte, einen verborgenen, oder gänzlich ungenierten Blick auf die wie Kristalle aus einem Kohleberg herausstechende Oberweite zu werfen, zeugte von einer grundlegend positiven Entwicklung ihres sozialen Verhaltens. Beziehungsweise der Angst, beäugt zu werden, wie .. "Ich bin stolz auf dich, dass du dich hier her getraut hast." Bei den für ihn sicherlich untypisch wirkenden, hart formulierten Aussagen, würde das Einstreuen einer viel gewohnteren Aussage Unklarheiten gänzlich ausräumen. Jedenfalls war es das, was Sora hoffte. Um seinen Worten zusätzliches Gewicht, aber auch Glaubwürdigkeit zu verleihen, trocknete er mit einigen, schnellen Bewegungen die lang im Wasser gelegene Hand ab, und legte diese zärtlich und warm auf den seidigen Haarschopf der Tsumiki ab. Um ihr vorsichtig streichelnd zu verdeutlichen, dass sie trotz des Jahres in Abwesenheit voneinander mit exakt derselben Person sprach wie damals.

_________________

He devours her pride, she controls his rage,
Like a chain she ties him,
His fire running through her veins.




A black fire, a white flood,
they're light and darkness,
the beginning and the end of the world.
Nach oben Nach unten
Miyako
[Marine] Mannschaftler



EXP : 127
Beiträge : 1167

BeitragThema: Re: Die Onsen   Do 19 Jan 2017 - 0:33

Sora sah entspannt aus. So entspannt, dass Miyako sich kurz fragte, ob sie ihn durch ihr Auftauchen gerade vielleicht doch eher störte, als seine Umgebung zu bereichern. Der Takeuchi schien aus einem halb dösenden Zustand zu erwachen, streckte sich ausgiebig und realisierte scheinbar erst dann, wer genau zitternd vor ihm stand. Statt einer Begrüßung aber, welche Miyako sich mehr oder minder herzlich erhoffte, bekam sie etwas anderes - eine Aufforderung, schnell ins Wasser zu kommen.
Das Mädchen blinzelte kurz und starrte auf die ihr hingehaltene Hand, erst jetzt wirklich realisierend, dass er Recht hatte und ihr furchtbar kalt war. Es war, als wäre sie in einer Seifenblase gewesen, die sie für alle anderen Empfindungen abgestumpft hatte; sie hatte nur Sora gesehen. Diese war jetzt jedoch geplatzt, weswegen Miyako ohne lange zu zögern die warme, weiche und doch starke Hand ergriff und so vorsichtig wie es ihr gerade mit der Aufregung in den Knochen möglich war in das Wasser stieg. Erst die Zehenspitzen, dann der Fuß und das untere Bein, gefolgt vom nächsten wurden von herrlich warmen Wasser umgeben und die Tsumiki beeilte sich, vollständig in das Wasser zu steigen und sich neben Sora zu setzen, damit fast ihr ganzer Körper was von der angenehmen Wärme hatte.

„Haa~“, atmete die Dunkelhaarige entspannt aus und schloss kurz die Augen, der Unterschied von der Kälte zur Wärme war gewaltig und regte ihren Kreislauf erstmal an, ganz anders als der eher müde Mann neben ihr. Nach ein paar Sekunden öffnete sie die Augen wieder langsam und drehte sich zu Sora, ihn wieder zaghaft anlächelnd und mit einer Hand noch immer ihr Handtuch festhaltend. Ihre Wangen waren stark gerötet, doch ob es nun von der Wärme oder wegen des alten Bekannten ihr gegenüber war, war ungewiss. „D-danke..“, erwiderte sie leise auf sein Kompliment, nicht wirklich wissend, was sie genau erwidern sollte. Auf soetwas angemessen zu reagieren war schwer für sie, da das Mädchen selten Komplimente bekam - aber sie wusste ganz genau, dass Sora wirklich meinte, was er sagte.
Vorsichtig ließ sie nun ihr Handtuch los und hoffte, dass es auch von alleine hielt - was bei ihrem Vorbau eine Art Glücksspiel darstellte - und wanderte mit ihrer rechten Hand langsam zu ihrem linken Arm, um ihre schmalen Finger locker um diesen zu legen und einen kleinen Teil der Male zu verbergen. Ihr unsicherer Blick lag auf Soras Gesicht, obgleich sie noch immer versuchte, ihn anzulächeln. „Ich... ich weiß. Und ich mags nicht, wie mich alle anschauen...“, begleitet von diesen Worten schaute sie sich kurz um und sah die Blicke einiger Leute, ehe sie wieder zu Sora schaute, „.. aber ich hab gehört, dass.. dass die Quelle vielleicht heilende Wirkung hat.“ Mit einem leichten Schmollmund sah sie dem Takeuchi in die Augen und man könnte fast meinen, dass ihre Ohren noch etwas mehr herabhingen als sonst schon, sie somit etwas traurig wirken lassend. „Findest du, das ist ein blöder Gedanke?“
Vielleicht war es das. Wahrscheinlich war es das sogar. Aber das Gefühl der Hoffnung war nicht so leicht zu unterdrücken, wie man manchmal meinen wollte, und so konnte auch Miyako dies nicht. Vielleicht konnte magisches Wasser ja das heilen, was der Mond verursacht hatte, aber darauf verlassen sollte man sich definitiv nicht.

Die nächsten Worte des Mannes ließen sie jedoch etwas zusammenzucken und sofort etwas aufrechter sitzen - ein bisschen erinnerte sie sich durch die ernste Stimmlage in die Zeit ihrer Ausbildung zurückversetzt. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht wurde noch etwas bemitleidenswerter, während sie den Dunkelhaarigen hilflos anschaute; doch bevor sie stammelnd fragen konnte, was er denn meinte, sprach er schon weiter. Ihr fiel ein Stein vom Herzen, da es sich scheinbar um nichts schlimmes handelte - andererseits aber wollte sie Sora am liebsten wegschubsen, weil er ihr so einen Schrecken eingejagt hatte! Früher oder später hätte sie seine Nähe aber sowieso wieder aufgesucht.
Ihre Haltung entspannte sich wieder etwas und ihr Blick wurde nahezu liebevoll, als Sora verkündete, dass er stolz auf sie war. Sie musste sich sogar ein paar Tränen verdrücken - war es sehr komisch, dass sie sich so freute, bei ihm zu sein, dass sie vor Freude weinen könnte? Sie wusste es nicht, mit normal und nicht normal hatte Miyako sowieso ihre Probleme. Als der Takeuchi jedoch seine zuvor abgetrocknete Hand sanft auf ihren Schopf legte und anfing sie zu streicheln, während sie simultan ihre Augen schloss, konnte sie sich die zarten Tränchen doch nicht weiter verdrücken und ließ sie ihre Wangen still und leise hinabkullern, ehe sie in die Quelle fielen und sich mit dieser vermischten. „S-sora-chaan~!“ Sie öffnete die Augen wieder ein wenig, nur um dem Mann fast schon überschwänglich näherzukommen, sich an seinen freien Arm zu klammern und ihre Wange an seine Schulter zu drücken. Er war der einzige, bei dem sie sich traute, Nähe zu suchen, und sie hatte die seine vermisst. Ja, am liebsten hätte sie ihm gerade nocheinmal gesagt, wie sehr sie ihn vermisst hatte, aber Das wäre sicherlich übertrieben gewesen. Stattdessen sollte sie lieber auf seine Fragen antworten, die er sicherlich nicht umsonst gestellt hatte. Wieder schloss die Tsumiki die Augen, nicht mehr weinend - auch wenn es vor Freude war - und atmete beruhigt durch und genoss die zusätzliche Wärme die von Sora ausging, welche ohnehin viel schöner war, als die des Wassers.
„Eingelebt hab ich mich ... mir gefällt es viel besser, als auf meiner Heimatinsel. Die Leute... manche sind nett, manche aber nicht. Die meisten starren immernoch und Freunde hab ich noch nicht gefunden... tut mir leid, Sora-chan.“ Sie hielt seinen Arm weiterhin mit den ihren fest, hob nun aber langsam den Kopf wieder, um ihm in die Augen zu schauen, was aus nächster Nähe deutlich anders wirkte als vor ein paar Minuten noch. Möglicherweise beschleunigte es ihren Herzschlag erneut ein wenig. „Eine Division hab ich auch noch nicht, aber das ist okay. Irgendwann werde ich bestimmt eingeteilt.“ Ein warmes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, während sie dem Takeuchi in die Augen schaute. Bei ihm fiel es ihr auch wesentlich leichter, Augenkontakt beizubehalten... alles fiel ihr bei ihm einfach leichter. Wieso nur konnten sich ihre Wege nicht öfter kreuzen? „Was hast du die letzte Zeit gemacht, Sora-chan?“
Ihre Frage blieb bestehen, doch aus dem Augenwinkel sah sie etwas, was sie kurz ablenkte und den Kopf zu Seite drehen ließ. Es schneite. Viele Flöckchen fielen sanft vom Himmel und hatten an diesem Ort nicht das Glück, auf dem Boden landen und verweilen zu können, was ihrer Schönheit jedoch keinen Abbruch tat. „Oh.“, sagte Miyako leise verwundert, auch weil dem Mädchen auffiel, dass es schon recht spät geworden war. Wie lange man wohl in so einer Quelle bleiben musste, um zu merken, ob das Wasser einen nun heilte oder nicht?
Nach oben Nach unten
Takeuchi Sora
Sora T.

avatar

EXP : 1470
Beiträge : 21706

BeitragThema: Re: Die Onsen   Do 19 Jan 2017 - 2:41

"Geht es dir schon ein wenig besser?" Regelrecht in Aufruhr versetzt über den bedenklichen Zustand der Kleinen hatten sich die bernsteinfarbenen Augen geweitet und untersuchten jedes noch so winzige Zentimeterchen der Tsumiki möglichst genau. In einem Rahmen der sich noch immer schickte, ohne dabei einen vollkommen abwegigen Eindruck zu erwecken - auch wenn es geringere Übel gab als das grundlegend unreflektierte Haschen der grauen Menschenmasse. "Warst du bereits länger draußen, bis du hergefunden hast?" Kaum anders ließen sich die stark geröteten, purpurnen Wangen der schönen Schwarzhaarigen erklären. Verflochten mit den zahlreichen, natürlichen Hinweisen die ihre Körpersprache mit sich brachte, weckte Miyako nahezu jedes Gefühl von Sorge welches Sora hätte verspüren können. Umso bedachter war er darauf gewesen, sie nicht nur möglichst schnell zu sich in das warme Quellwasser zu ziehen, welches als Konterpart zu der winterlichen Kälte agierte, sondern auch das ungesunde Farbspiel aus ihrem bildhübschen Gesicht zu verscheuchen.
Einen gigantischen, blickdichten Wall um das zierliche Wesen neben ihm hinauf zu ziehen war leider nicht im Rahmen des Möglichen, weswegen sich das Augenmerk der dunklen Augen senkte. Ihr gesamtes Leben lang ruhten unzählige Blicke auf Miyako; in den meisten Fällen von negativer Konnotation geprägt. Als sei sie nicht viel mehr als ein durch die Gassen einer jeden Stadt huschendes Monstrum, dessen bloße Existenz als abartig und ekelerregend tituliert werden musste. Nicht einmal an einem Ort wie diesem von diesen stechenden Eindrücken sich zu sein ließ das Herz des jungen Mannes einen gewaltigen Sprung vollführen. Nicht weil es diebische Freude auslöste und damit ein sadistisches Verlangen, die gegenwärtige Situation auf ein emotionales Maximum zu steigern - Chaos und Panik heraufzubeschwören, wie goldene Münzen die man vor die Füße hilfsbedürftiger Menschen war. Nein. Sondern weil ein brennendes Gefühl von Ekel und Verachtung aus dem Abdomen des Schwarzhaarigen hinauf krabbelte und auf ihrem Weg mikroskopisch kleine Feuer legte, um vernichtende Blicke in den vor ihnen wabernden Nebel zu senden. "Ich verstehe was du meinst ..", begleitete er die verunsicherten Worte des Mädchens in rauem, für ihn ungewöhnlichem Ton "Und ich wünschte, sie würden damit aufhören", einen traurigen Unterton verbat sich der Takeuchi in diesem Moment, auch wenn es sein inniger Wunsch war, dass andere Miyako ebenso sehr schätzten wie er es tat.

Die Begründung mit welcher Miyako die hiesigen Quellen aufgesucht hatte war mindestens ebenso liebreizend naiv, wie bitterlich traurig. Noch immer rang sie mit ihrer Krankheit, gewillt, nach jedem noch so fadenscheinigen, dünnen Halm zu greifen und an diesem zu ziehen, in der simplen Hoffnung dass er eine Möglichkeit barg, der ihr Freiheit versprach. Freiheit von den Blicken anderer Menschen, aber auch sehnlichst erhoffte Freiheit von dem an ihr zehrenden Fluch. "Oh, ich habe Ähnliches schon einmal gelesen. Nicht nur sollen Bäder wie diese, vor allem in Gebirgsketten, Körper und Geist beruhigen, sondern auch jede noch so schwere Krankheit lindern." Mit wie viel wissenschaftlicher Gewissheit gerechnet werden musste war beiden unausweichlich klar; doch nachdem offensichtlich Doktoren die Kleine abgewiesen, oder als hoffnungslosen Fall abgetan hatten, musste selbst Klatsch und Tratsch, wie auch unbelegtes Gewäsch aufgenommen werden. Versuche wie diese konnten immerhin nicht schaden.
"Nein, es ist gewiss kein blöder Gedanke", die zuvor noch ernste Mine klarte innerhalb eines Wimpernschlags auf, und wenn es nur zu dem einen Zweck war, Miyako ein herzliches, aufmunterndes Lächeln zu schenken "Wenn du jedes Mal gleich aufgibst, wirst du es nie herausfinden!" Keineswegs lag die Absicht des jungen Mannes darin, sie für dumm zu verkaufen, oder eine übertrieben positivistische Weltanschauung zu unterbreiten - falsche Versprechen, Zauberkünste und Kräutermixturen fragwürdiger Scharlatane musste sie bereits zu Hunderten erlebt haben. Und doch ruhte ein aufrichtiger Funke der Zuversicht in seiner Stimme. "Es ist kein blöder Gedanke, nein", versicherte der Schwarzhaarige noch einmal und konnte nicht anders, als die Hand, welche streichelnd auf dem Haupt der Tsukimi ruhte, langsam an ihrem im Dunst des Wassers glänzenden Horn zu ihren niedlichen Öhrchen zu führen. Auch wenn es für nicht mehr war als ein kurz angedachtes Kraulen. Um dort Mut zu säen wo er nicht selten verloren ging.

Miyako nach vielen, vielen Monaten derart einfühlsam und von der ersten Sekunde an emotional zu erleben entlockte dem Soldaten ein langes, beinahe wehmütiges Seufzen. Wie sehr sie sich darüber freuen musste ihn zu sehen, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes zu Tränen gerührt war, betrachtete er mit einem lachenden, aber auch einem ergänzend weinenden Auge. Ganz gleich ob es Tränen waren, die ihren Ursprung in unverfälschter Freude fanden oder nicht. "Es ist .." Alles gut? Nein. Sora traute sich nicht, diese Worte auszusprechen, selbst wenn sie als Ermunterung angedacht waren. ".. schon gut, du brauchst nicht weinen." Kopfschüttelnd atmere er durch die Nase aus, schloss die Augen und konnte kaum anders, als die liebevolle Geste der Kleinen durch erneutes Streicheln über das seidig glänzende, angenehm weiche Haar zu erwidern. Wie ein Mensch ihr überhaupt böswillig entgegen treten konnte schien so unwirklich, so unwahrscheinlich und unfair, dass Sora keinen anderen Weg fand, als seinerseits etwas näher an Miyako heran zu rücken - und wenn es nur so war, um ihrer Geste vertrauensvoll entgegen zu kommen. Statt ihr, wie viele andere, nichts weiter zu zeigen als die hässliche Grimasse des törichten Volkes und dessen kalte Schulter.
Gewiss bemerkte der Korvettenkapitän, wie sein rechter Arm sämtliche Kraft einbüste - unter anderem, nein, gewiss ausschließlich weil Miyako diesen umklammerte, sich an ihn schmiegte und keine Absicht offenbarte, zeitnah loszulassen. Bedenklich daran war jedoch nur eines; nämlich dass das sich selbst überlassene Handtuch an ihrer glatten, weichen Haut früher oder später hinunter gleiten würde wie an einer frisch geputzten Glasscheibe. Und während dieser Anblick mit Sicherheit jedes Männerherz erst höher schlagen lassen und dann zum Schmelzpunkt bewegen würde, handelte Sora entgegen maskuliner Instinkte - indem seine freie Hand, ohne dass er dabei hinsah, mit Fingerspitzen nach dem oberen Ende des Saums fischte, und diesen festhielt. "Warum entschuldigst du dich bei mir?" Ehrliche Verwirrung stand in den bernsteinfarbenen Augen geschrieben, als sie nicht mehr vor Scham abgewandt blieben, sondern direkt in die roten Irden der Tsukimi blickten. "Nur weil andere sich nicht die Mühe geben, in dir zu sehen was ich sehe?" Die Stirn in nachdenkliche Falten gelegt schüttelte Sora sein Haupt. "Oh, mit Sicherheit. Bist du schon aufgeregt, gemeinsam mit anderen in See zu stechen?" Eine gänzlich neue Erfahrung mochte es nicht mehr sein, doch mit Sicherheit etwas Besonderes. Kameradschaft entstand schnell, wenn man sich nicht länger aus dem Weg gehen konnte - ironischer Weise galt dies für Freundschaft und Liebe gleichermaßen. Etwas was Sora am eigenen Lein hatte erfahren dürfen und ihn unweigerlich zu einem schwachen Lächeln verleitete.
Eine Geste die innerhalb weniger Momente deutlich an Ausdruckskraft gewann, beflügelt nicht nur durch unterschiedlichste, bittersüße Erfahrungen, sondern nicht zuletzt sein auch gesamtes Leben auf den Kopf stellende Gefühle. "Nachdem ich der 1. Division zugeteilt wurde, verließen wir den East Blue, um auf die Jagd nach Piraten zu gehen. Durch einige, nennen wir es .. widrige Umstände", so konnten einerseits die Fahr"künste" seines ehemaligen Kapitäns bezeichnet werden, andererseits aber auch das willkürliche Auftauchen eines Seekönigs auf der Spitze des Rivers Mountain "Strandeten wir im North Blue. Wir brauchten mehrere Wochen, um wieder in einem Stück zurück zu kehren." Obgleich Sora den für ihn auch persönlicher Ebene tragischsten Aspekt dieser Reise nicht erwähnte; ihn herunter schluckte, wie einen widerspenstigen Kloß, der seinen Hals einfach nicht in Frieden lassen wollte. "Nach einem kurz angelegten Aufenthalt in Loguetown ging es für mich zum ersten Mal auf die Grand Line. Als Begleitschutz." Für nicht nur eine, sondern gleich zwei hübsche Damen - weder fand dies Erwähnung, noch, dass eine der beiden den Untergang der gesamten Insel eingeleitet hatte, ehe sie in letzter Sekunde durch die Hände ihrer besten Freundin niedergestreckt wurde. "Und jetzt?" Ein verschmitztes Lächeln krabbelte auf die wacher werdenden Züge de Soldaten. "Entspanne ich nach harten Monaten der Arbeit in einer heißen Quelle und bekomme dich endlich wieder zu Gesicht." Was zweifelsohne ein Grund zur Freude war - ein Umstand, den man ihm an den funkelnden Augen, gewiss aber auch den leicht geröteten Wangen ansehen konnte. Denn die warme, anschmiegsame Haut die seinen Oberarm umgarnte und unempfänglich für seine Anweisungen machte, war längst nicht vergessen. Nur .. unterdrückt. Mit Leibeskräften. Anhand der steigenden Röte seines Gesichts konnte bestimmt abgeleitet werden, dass dieser Erfolg nur ein temporäres, fragiles Konstrukt war.

Miyako fielen offenbar die in ihrer Anzahl rasch steigenden Schneeflöckchen auf, welche nicht mehr nur über die hinweg huschten und den Abendhimmel mit unwirklichen, weissen Flecken kleidete - Sora hingegen konnte das Raunen von Stimmen im Hintergrund vernehmen. Lauter werdende Stimmen, die sich nur allzu bald mit dem Rauschen und Plätschern des Wassers mischten. "Ob du ausgerechnet die letzten Minuten erwischt hast, ehe das Bad geräumt werden muss?" Verflogen waren Groll und Missmut, leider für einen Augenblick auch der frohe Mut, einen ungewissen Zeitraum mit Miyako ein Bad wie dieses zu teilen. "Keine Sorge. Wir kommen zurück. Versprochen", nicht getrennt und aus glücklichen Zufällen heraus, sondern wohl überlegt und beabsichtigt. Bevor sich jedoch erheben konnten, räusperte sich der Takeuchi. "Dein .. dein Handtuch. Du solltest es festhalten, während du aufstehst." Er hätte unendlich selbstlos Verantwortung dafür übernehmen können, doch weder glaubte er daran, Miyako bräuchte einen Leibwächter, noch wäre Mir angetan von der Überlegung, wie ihr Freund einer anderen jungen Frau dabei half, ihren Körper vor neugierigen Blicken zu verdecken. Auch wenn das Pflichtgefühl eines Freundes den jungen Mann dazu anhielt.
"In der Nähe ist eine Taverne. Dort werden sämtliche Besucher wohl für einige Nächte unterkommen", erwähnte Sora eher nebensächlich, richtete sich auf und zog mit einem kräftigen Ruck sein Bein aus dem Wasser heraus "Was würdest du davon halten, wenn wir uns dort ein warmes Plätzchen am Kamin sichern? Oder besser noch, eine warme Mahlzeit?" Am besten noch ein Örtchen an dem sie sich gemeinsam ausruhen konnten. Ihre Wiedersehen hatte gerade erst begonnen. Und Sora besaß keinerlei Intention, es vorzeitig abzubrechen.


» Taverne

_________________

He devours her pride, she controls his rage,
Like a chain she ties him,
His fire running through her veins.




A black fire, a white flood,
they're light and darkness,
the beginning and the end of the world.
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Die Onsen   

Nach oben Nach unten

Seite 1 von 1