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Zimmer 6

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BeitragThema: Zimmer 6   Do 19 Jan 2017 - 18:04


•• Zimmer 6: Viererzimmer ••

Ein vierer Zimmer. Besteht aus jeweils vier Betten die in der Zimmer Ecke stehen. Außer zwei Tischen, 2 großen Kleiderschränke befindet sich hier nichts viel in diesem Zimmer. Die Toiletten sich in Geschlechter unterteil und befinden sich im Flur.

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Miyako
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   So 22 Jan 2017 - 17:04

cf.: Die Onsen

In Soras Nähe zu sein war immer beruhigend. Es war, als würde sich ein schützender Flügel um die Tsumiki legen und alles von außen an ihr abprallen. Böse Blicke oder Worte, ja vielleicht sogar die Kälte, nichts hatte mehr wirklich Gewicht wenn Sora da war und Miyakos Aufmerksamkeit nur auf ihm lag. Ob sie wohl das vergangene Jahr größere Fortschritte gemacht hätte, wäre Sora öfter bei ihr gewesen? Oder hätte sie sich einfach mehr auf ihn verlassen und wäre vielleicht noch hilfloser geworden, als sie es jetzt schon war? Solche Gedanken waren gerade für sie nicht von Bedeutung, gerade war es einfach nur wichtig, dass Sora hier war und sie scheinbar verstand.
Nicht nur verstand er sie, sondern er machte ihr auch Mut. Sie wusste selbst nicht so recht, ob sie an eine heilende Wirkung der Quelle glauben sollte, doch seine Worte des Zuspruchs gaben ihr irgendwie auch neue Hoffnung; hoffentlich nur nicht zu viel davon, denn dann war die Enttäuschung umso größer wenn sich alles nur als Hirngespinst entpuppte. Aber das war im Moment auch alles egal, solange Miyako Soras Arm festhalten und sich an ihn schmiegen konnte. Es war, als wäre die normale Welt kurz gestoppt und ihr wurde eine kurze Verschnaufspause gewährt.

„Ich bin sehr aufgeregt. Mit so vielen Leuten auf See zu sein... wird bestimmt schwer.“, antwortete das Mädchen auf die Frage des Dunkelhaarigen wegen der Division. Auf engstem Raum mit vielen anderen Leuten, ohne wirklich einen Rückzugsort zu haben? Für sie klang das nicht sonderlich positiv, aber das war etwas, was dieser Job nunmal mit sich brachte und was sie sich freiwillig ausgesucht hatte. Vielleicht half es ihr ja auch auf längere Sicht gesehen, auch wenn es erstmal schwer werden würde.
„Huh?“ Ein wenig wurde die Tsumiki aus dem Konzept gebracht, als der Takeuchi sich plötzlich mit seiner Hand näherte und, für sie, urplötzlich den oberen Saum des Handtuchs ergriff, da sie absolut nicht gemerkt hatte, dass der nasse Stoff sich nach der Freiheit sehnte und sich diese bald von selbst geholt hätte. Kurz schaute sie an sich hinunter, wie die Finger des Mannes ihr Handtuch festhielten, ehe sie den Kopf wieder hob und Sora ganz unschuldig anlächelte. Andere Frauen hätten gewiss anders reagiert, aber nicht Miyako; sie war wie ein braves, unschuldiges und naives Lämmchen.
Stattdessen hörte sie dem Marinesoldaten aufmerksam zu, was er so die letzte Zeit getrieben hatte, da dies sicherlich tausendmal spannender war als ihr Leben im vergangenen Jahr. Und das war es. Gebannt hing sie an seinen Lippen und konnte sich nur vorstellen, wie seine Abenteuer wohl ausgesehen hatten und sie hoffte, dass er auch irgendwie Spaß dabei gehabt hatte. Zudem aber war sie froh, dass er das alles heile überstanden hatte und ... ja, schlussendlich nun hier bei ihr gelandet war. Noch immer sah sie ihn lieb lächelnd an und auch ihr fiel die Röte in seinem Gesicht auf, glaubte aber, dass das an der Wärme des Wassers lag und dachte nicht sonderlich viel darüber nach, was sie selbst wohl für eine Wirkung auf ihn hatte. Stattdessen betrachtete sie die fallenden Schneeflocken und ließ ein enttäuschtes „Aww...“ erklingen, als Sora sich wunderte ob Miyako pünktlich zur Schließung des Bades gekommen war. Die Leute um sie herum sprachen nur dafür, welche alle einer nach dem anderen aus dem Wasser stiegen und die Quelle verließen. Miyako war nicht gerade glücklich über diesen Umstand, fast schon traurig, da Sora auch nicht vorzuhaben schien, einfach gegen die Regeln hier zu bleiben. Aber.. aber was war mit ihrem Arm? So konnte sie nicht herausfinden, ob das Wasser hier wirklich heilende Kräfte hatte. „Versprochen.“, sagte sie und nickte, sie musste mindestens noch einmal herkommen.

„Ja... gehen wir in die Taverne.“, sagte Miyako leise und beherzigte Soras Rat, beim Aufstehen ihr Handtuch festzuhalten. Es war furchtbar unangenehm von dem warmen Wasser zurück in die eisige Kälte zu kommen, aber viel dagegen machen konnte man nicht; außer schnell zurück in die Umkleideräume zu kommen, wo sich ihre Wege kurzzeitig trennten.
Miyako beeilte sich damit, sich abzutrocknen und wieder zurück in ihre warme Kleidung zu kommen, ehe sie vor den Onsen dann wieder auf Sora traf und mit ihm zusammen zu der Taverne zurückging. Es war gruselig, wie schnell sich die Umgebung hier augenscheinlich verändert hatte, so wäre es jetzt sicherlich nicht gerade gemütlich, weiter durch das Dorf zu laufen wie das Wetter umgeschlagen hatte; vor allem weil es langsam aber sicher dunkel wurde. Da die Onsen sich direkt neben der Taverne befanden, war der zu laufende Weg nicht sonderlich lang und schon nach wenigen Momenten fanden sich die beiden in der warmen Taverne wieder, wo Miyako erneut einen krassen Umschwung von Kalt auf Warm erlebte - das reichte ihr für heute auch, dieses Haus wurde erstmal nicht wieder verlassen.
An der Theke fanden die beiden sich wieder und die Tsumiki überließ es gerne dem Takeuchi, sich um ein Zimmer zu kümmern, während sie sich etwas geistesabwesend in der Taverne umschaute. Einige Leute waren hier, sicher um sich aufzuwärmen und vor dem Wetter draußen zu flüchten. Sie entdeckte sogar ein paar Mistelzweige, die hier und dort verteilt an der Decke hingen und schaute automatisch über sich. Gut, hier war keiner, was auch irgendwie fies wäre, direkt vor der Theke wo jeder früher oder später mal stehenblieb.
Als Sora fertig war und einen Zimmerschlüssel ergattert hatte folgte sie ihm brav, stolperte beim Hinaufgehen der Treppe nur einmal, war dann aber etwas ernüchtert, als sie im Zimmer stand und sich umschaute. „Oh, vier Betten...“, etwas besorgt schaute sie zu Sora, dann aber wieder auf die verschiedenen Betten. Das hieß, dass wohlmöglich noch zwei fremde Personen zu ihnen ins Zimmer gesteckt wurden, was Miyako sich innerlich ein wenig verkrampfen lies. Mit fremden Leuten in einem Zimmer schlafen stand nun auch nicht ganz oben auf ihrer Fun-Liste; aber wenigstens war Sora hier. Sie legte ihre Tasche auf einem der Betten ab, da alle noch frei zu sein schienen, setzte sich dann auf den Rand des besagten Bettes und schaute den Soldaten lächelnd an. „Zum schlafen ist es noch zu früh... hast du eine spannende Geschichte von deinen Abenteuern?“ Sanft klopfte sie mit ihrer rechten Hand neben sich aufs Bett, damit er sich setzte und sie wieder seine Nähe und Wärme genießen konnte, ebenso wie seinen Geruch in sich aufnehmen.
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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   So 22 Jan 2017 - 19:34

» Die Onsen

Eilig trug der Korvettenkapitän Sorge dafür, rasch aus dem Bad und in trockenere Gefilde zu kommen. Da man ihn auf der anderen Seite der Umkleiden sicherlich bereits erwartete, musste auch das Abtrocknen deutlich schneller gehen. Zwar mochte der Volksmund unzählige Gerüchte laut werden lassen, ausnahmslos jede Frau - insbesondere wenn sie langes Haare besaß - würde eine halbe Ewigkeit damit zubringen, sich für die Augen anderer Menschen akzeptabel dazustellen, doch wusste der Schwarzhaarige auf keine Erinnerung zurückzugreifen, die jene Ammenmärchen in Miyakos Fall bestätigten.
Kaum saß der rabenschwarze Schopf sicher auf dem Haupt des Takeuchi, wurde das überflüssige Handtuch gefaltet, über die Wand der Umkleide geworfen und die tatsächlich essentiellen Dinge in Angriff genommen. Nämlich die insgeheim sehnlich erwartete Kleidung über fröstelnde Hautpartien zu streifen; unter anderem auch den kleinen, silbernen Ring, ohne den sein rechter Ringfinger trostlos und im wahrsten Sinne des Wortes nackt anfühlte. Den Abschluss bildeten lederne, schwarze Handschuhe, die Sora über seine Hände zog und damit das Bild eines im Urlaub befindlichen Hüters der Gerechtigkeit nur bedingt komplettierte. Für Außenstehende musste er nur einer von Vielen sein - ein Tourist, jemand auf der Suche nach den schönen Örtchen der Welt. Oder schlicht und ergreifend jemand, der sich nach menschlicher Nähe verzehrte, aber in der eigenen Heimat nicht fand.
Perfekt für jemand, der bewusst darauf achtete, keinerlei Eindrücke zu hinterlassen. Im gegenteiligen Fall jedoch nur positiver Natur. Nicht erst erkannt werden, oder vorteilhaft in Erinnerung bleiben. Luftigen Schrittes wurde die Umkleide verlassen, ein nasses Handtuch hinterlassen und ordentlich in einer der hölzernen Regale abgelegt. Selbstverständlich in dem dafür angedachten Bastenkörbchen; nicht nur um mit gutem Beispiel voraus zu gehen, sondern auch damit den Inhabern der Onsen zusätzliche Arbeit erspart blieb. Ein Gähnen wurde unterdrückt, auch wenn der Drang unweigerlich bestand und sich verärgert rächte. Denn als Sora drauf und dran war, in den Eingangsbereich des Badehauses einzutreten, stieß er unvermittelt auf, schüttelte dies jedoch zusammen mit der Müdigkeit aus seinen Armen heraus. Kleinigkeiten würden ihn nicht davon abhalten, den trist begonnenen Tag auf ungleiche Weise zu beenden.
"Lass uns gehen, die Taverne ist nur einen Katzensprung entfernt. Mit etwas Glück bekommen wir auch direkt einen Satz Zimmerschlüssel." Wie selbstverständlich führte Sora die junge Frau aus einem Gebäude heraus, über die innerhalb von Minuten mit einer zentimeterdicken Schneeschicht versehenen Straßen und Wege, direkt hinein in ein bedeutend einladenderes, sie mit einem schwall warmer, überraschender Weise köstlich duftender Luft begrüßendes Häuschen. Antiker - oder traditioneller? - Charme schien in architektonischen Belangen etwas zu sein, mit dem man den jungen Mann zufrieden stimmen konnte. Der von einzelnen Kronleuchtern erhellte Eingangsbereich förderte merkwürdige, jedoch in keineswegs abzulehnende Erinnerungen an frühe Jahre seiner Kindheit hervor. Auch der zwischenmenschliche Umgang, den man innerhalb weniger Augenblicke erkennen konnte, die familiäre Attitüde, mit der sowohl Angestellte, wie auch Gäste versorgt wurden, ließ den Schwarzhaarigen sanft lächeln. "Kümmern wir uns um ein gemeinsames Zimmer, ja?" Miyako an einem für sie fremden Ort wie diesen in die Hände anderer, ihr gleichermaßen fremden Personen zu überlassen war nicht vertretbar.
Schon im Begriff, zielstrebig gen eigenes Zimmer zu huschen, stoppte der Takeuchi noch einmal. Aus dem Augenwinkel heraus hatte er etwas erkennen können, das vor einiger Zeit noch nicht vorhanden gewesen war. Eine Kleinigkeit, wirklich, und doch befand sie sich ausnahmslos auf jedem einzelnen der massiven Holztische, die das Kaminzimmer bevölkerten. "Geh' schon einmal rauf, ich komme direkt nach", breit grinsend und mit regelrecht strahlenden, bernsteinfarbenen Augen deutete Sora auf die Treppenstufen, direkt gegenüber "Keine Sorge, ich erwische dich schon", dafür würde er Sorge tragen. Denn kaum waren die ersten Schritte getan, huschte der Schwarzhaarige einer diebischen Elster gleich in das Kaminzimmer, blickte umher, winkte einigen völlig unbekannten Personen willkürlich - dafür unschuldig - entgegen, nur um ein Tellerchen frisch ausgelegter Kekse direkt unter ihrer Nase zu stibitzen. Wenn die Zeit noch nicht reif für ein gediegenes Abendessen war, dann doch wenigstens für hausgemachter Naschereien. Und so wie sie ihn bereits anlächelten, dann würde Miyako nicht die geringste Chance haben, nicht zuzugreifen!
Wie versprochen wurde Miyako noch während ihres tollpatschigen Versuchs, die Treppen zu erklimmen eingeholt. Und sogar aufgefangen. Oder zumindest sanft davon abgehalten, mit ihrem hübschen Gesicht direkte Bekanntschaft mit den ausliegenden, bunt geflochtenen Teppichen zu machen. "Hm, ja, vier Betten", wiederholte der Soldat nicht ohne einen Hauch von Verdruss in der Stimme, kratzte sich eher beiläufig am Hinterkopf und zuckte schließlich mit den Schultern "Nehmen wir einfach die hinteren Betten, dann kann nichts schief gehen." Natürlich hätte etwas daran schief gehen können, vorausgesetzt, jemand anders sei ihnen bereits im Laufe des Tages zuvor gekommen. Wie es der Zufall jedoch so wollte, war die Verfügbarkeit der Zimmer bereits von ihm geprüft worden. In den Mittagsstunden waren noch keine Zimmer vergeben worden.
Die wenigen Mitbringsel für seine Reise waren innerhalb von Sekunden unter dem Bett verstaut, noch einmal mit einem kurzen Tritt bis an die hinterste Ecke der Wand befördert, ehe der hinter seinem Rücken versteckte Keksteller in Erscheinung trat. "Ta-daa, ein Geschenk des Hauses!" Köstlich amüsiert über seine eigene Präsentation streckte Sora Miyako das Tellerchen entgegen, streifte sowohl die feucht gewordene Jacke, wie auch den in einem geheizten Raum wie diesem zu warmen Pullover ab, ehe er nicht ohne ein zufriedenes Schmunzeln locker neben Miyako Platz nahm. "Eine spannende Geschichte?" Oh, von der Sorte gab es mehr als genug. Allerdings waren nicht alle auf die Art und Weise spannend, wie man sie sich als abenteuerlustiger Mensch vorstellte. Mit ordentlichem Geschmack für Dramaturgie, sicherlich, der Takeuchi hätte die letzten beiden Jahre im Detail vorlegen können. Nur wollte er weder seine verletzten Gefühle offenbaren, noch Schwärmereien der "Vergangenheit" und aktuellen Gegenwart offenbaren. "Ich könnte dir davon erzählen, wie ich meiner ersten Division zugeteilt wurde und wir eher willkürlich im North Blue landeten", fragend hob er die Augenbrauen, lehnte sich ein Stück weit zurück und sah Miyako an. "Interessiert?"

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Miyako
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Mi 1 Feb 2017 - 23:31

Es war zwar nicht in Miyakos Sinne, dass Sora sich - kaum hatte sie ihn wiedergefunden - erneut von ihr entfernte und sie vorgehen ließ, doch war die Zeitspanne zu gering, als dass er ihr wirklich fehlen konnte. Gut, sie hatte ein bisschen Angst, dass sie nicht das richtige Zimmer finden und sich verlaufen würde, er sie dadurch nicht wiederfand und sie sich direkt wieder ein Jahr nicht mehr sehen würden, aber auch diese minimalen - doch durchaus berechtigten - Ängste waren verflogen, sobald er sie noch auf der Treppe eingeholt hatte und sie sogar heldenhaft auffing. Gab es eigentlich irgendetwas an ihm, was nicht toll war?
Vielleicht, jeder musste ja irgendwelche Schwächen haben, aber spontan fielen Miyako keine ein. Dem Takeuchi schien die Anzahl der Betten im Zimmer auch relativ egal zu sein - bestimmt störte es ihn nicht, mit fremden Leuten zusammengeworfen zu werden. Wer weiß, vielleicht war er ja sogar gespannt auf die anderen beiden die eventuell noch dazu kamen und freute sich auf neue Bekanntschaften? Das waren alles Gefühle, die Miyako nur schwer nachvollziehen konnte, aber sie wusste ja auch nicht, ob Sora so dachte.

Während sie dem Mann dabei zuschaute, wie er sein Gepäck unter das von ihm beschlagnahmte Bett kickte, machte Miyako es ihm so halb gleich und nahm ihre Tasche vom Bett, um sie stattdessen auf den Boden neben dieses zu stellen. Dort konnte zwar jemand eher darüber stolpern, aber irgendwie gefiel ihr der Gedanke nicht, sie unter das Bett zu schieben. Wer wusste schon, was für Monster oder Spinnen dort lauerten? ... Die Tsumiki verwarf diesen Gedanken schnell lieber wieder, da sie so nicht auf dem Bett sitzen bleiben wollte.
Und Sora hatte die perfekte Ablenkung dafür. Kaum hatte das Mädchen den Teller voll mit Keksen entdeckt, fand sich ein unvergleichliches Strahlen in ihren Augen wieder, welches man zugegebenermaßen im Alltag nur selten bei ihr sehen konnte. „Oohhh~“, ließ sie entzückt verlauten und streckte sofort die Hand nach dem Teller aus, welcher ihr hingehalten wurde. Zuerst nahm sie sich mit der rechten Hand einen mit Schokolade überzogenen Keks, ehe sie den Teller mit der linken entgegennahm, damit Sora sich teilweise entkleiden konnte. Doch selbst wenn er sich gerade komplett ausgezogen hätte, hätte Miyakos Aufmerksamkeit wohl erstmal auf den Keksen gelegen.
Vorfreudig biss sie ein Stück des Gebäcks ab und konnte sich ein glückliches Lächeln nicht verkneifen, als sich der süße Geschmack in ihrem Mund ausbreitete. Manchmal war es wirklich einfach, sie glücklich zu machen und geradezu zu verzücken, wie ein kleines Kind was keine hohen Ansprüche hatte. Mit ihrem süßen, dümmlichen Lächeln beobachtete sie den Takeuchi wie er sich neben sie hinsetzte, simultan weiter wie ein Eichhörnchen am Keks knabbernd.

Auf seine Frage hin nickte sie nur und schaute ihn mit großen Augen an, ihm auffordernd den Teller hinhaltend - es waren viele verschiedene, bunte, große und kleine Kekse vorhanden, aber Miyako war sich sicher, dass alle so gut schmeckten wie ihrer, also musste er wenigstens einen probieren. Ob er wollte oder nicht.
Ihr Keks zumindest war gemümmelt und die Augen der Tsumiki lagen weiterhin auf dem Soldaten, als er sich etwas zurücklehnte und ihr einen Vorschlag für eine Geschichte machte. Mit einem breiten Lächeln stimmte sie energisch nickend zu - das war perfekt. Während er erzählte, könnte sie sich vorstellen wie ihre erste Division vielleicht werden würde.. und ob sie auch solche Dinge mit ihnen erleben würde.
Das entspannte Zurücklehnen des Dunkelhaarigen brachte sie zudem zu einem Entschluss - sitzen war blöd und liegen viel bequemer. Außerdem mochte sie es, mit Sora zu kuscheln; und er war der einzige, bei dem sie wusste, dass er keine Berührungsängste bei ihr hatte. „Erzähl es mir!“, sagte sie erfreut und lächelte ihn mit rosigen Wangen an, ehe sie etwas weiter zurück aufs Bett rutschte und den Teller vorsichtig auf ihrem Schoß bettete. Miyako wandte sich Sora zu, legte eine Hand vorsichtig an seinen Hinterkopf und die andere an eines seiner Schulterblätter, um ihn schmusebedürftig an sich, und vor allem ihre Brust, zu ziehen. Sie wusste, dass er das irgendwie gern hatte... warum allerdings, das war ihr ein Rätsel. Als würde sie magisch auf ihn wirken vielleicht? Sie kicherte leise und streichelte ihm sanft durchs Haar, ehe sie sich genau so einfach auf den Rücken legte, sodass Sora ihren Körper ganz unverfangen als Kopfkissen nutzen durfte. Von männlichen Gelüsten verstand sie nicht viel, sie war einfach froh, dass ihr jemand nah sein wollte. Es war zwar etwas schade, dass sie dazu gezwungen war, immer auf dem Rücken zu liegen und sich so nicht an Sora kuscheln konnte, aber das war schon okay.
Die Schüssel währenddessen verweilte weiterhin auf ihrem Schoß, während Miyako die Augen schloss, als Sora dann schlussendlich zu erzählen anfing. Ihre Finger glitten weiterhin sanft durch sein Haar und oft verspürte sie dieses seltsame Gefühl von Glück... einfach, weil Sora da war. Weil sie sich bei einem Menschen so wohl fühlen konnte, was lange Zeit unerreichbar gewesen zu sein schien. Schon nach ein paar Minuten wurden ihre Bewegungen allerdings langsamer, während sie stetig etwas mehr wegdämmerte und ganz langsam in den Schlaf abdriftete. Sie wollte so viel mit Sora machen und mit ihm reden, doch war sie so entspannt, dass ihr Bewusstsein sie langsam verließ. So verlor sie kostbare Zeit, die sie mit ihm hätte verbringen können... allerdings garantierte ihr dies auch einen sanften Schlaf ohne Alpträume. Nach ein paar weiteren Momenten hörte ihre Hand gänzlich auf, sich zu bewegen und ihr ruhiges und gleichmäßiges Atmen ließ darauf schließen, dass die Tsumiki ungewollt eingeschlafen war. Wann auch immer sie aufwachte, sie würde die verlorene Zeit mit Sora bedauern.

@Takeuchi Sora
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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Do 2 Feb 2017 - 7:49

Kindliche Freude in den rot funkelnden Augen der Tsumiki leuchten zu sehen löste unweigerlich noch im selben Moment Erinnerungen an seine nicht körperlich anwesende Freundin aus. Beide konnten auf denkbar einfache Weise so unfassbar glücklich gestimmt werden, dass jemand wie er, der beide mehr als ausreichend kannte, nicht um die Feststellung gewisser Parallelen herum kam. Erwähnte Ähnlichkeiten raubten dem Moment jedoch keineswegs seine Besonderheit, sondern unterstrichen diese nur weiter. Denn in gewisser Hinsicht fühlte es sich derart selbstverständlich an, so vollkommen natürlich, dass es dem Takeuchi so vorkam, als sei ein integrales Stück "Zuhause" direkt neben ihm auf dem Bett dieser irgendwo im Nirgendwo liegenden Taverne aufgetaucht.
"Schmecken sie dir?" Ausgehend vom dem breiten, niedlichen Lächeln auf den rosig glänzenden Lippen der jungen Frau, konnte man die rhetorische Natur seiner Frage bereits erwähnen. Nichtsdestotrotz wünschte sich der Soldat wenigstens ein kurzes Nicken, den Hauch einer Reaktion die über das leise Knuspern hinaus ging. Immerhin bestanden auch darin gewisse Risiken, welche Sora unter vorgehaltenem Zeigefinger und drucksender Stimme anmerkte:"Wir müssen nur unter Verschluss halten, dass ich sie aus dem Kaminzimmer entführt habe!" Von einem gewagten Raubzug durfte zwar keinesfalls die Rede sein, dennoch machte es ungeheuren Spaß, Kleinigkeiten wie diese mit einem Hauch der Dramaturgie zu versehen - einfach um dem Heroismus seiner Taten ein sinnbildliches Sahnehäubchen aufzusetzen. "Aber für dich mache ich das selbstverständlich ohne mit der Wimper zu zucken." Was deutlich weniger aufgesetzt als ehrlich war; anderen ihre Kekse unter der Nase zu klauen mochte keinen allzu positiven Eindruck hinterlassen, doch diese winzigen, schnell übersehbaren Abstriche konnten gerne gemacht werden, wenn das Ergebnis von Miyakos einen bis zum anderen Öhrchen geschrieben stand.
Sora mochte keinen zwingenden Appetit auf Süßigkeiten oder anderweitige Desserts verspüren, doch weigerte sich jede Faser seines Körpers dagegen, die indirekte Aufforderung der jungen Dame auszuschlagen, wenigstens eines der handgemachten Gebäcke zu kosten. Argusaugen huschten also über den dargebotenen Teller und fanden in der illustren Mischung sogar etwas, was ihn erneut an Zuhause erinnerte. Jedoch spielte seine Weggefährtin und Partnerin dabei keine ausschlaggebende Rolle; nicht einmal Loguetown tat es unbedingt. "Meine Mutter hat diese Kekse gebacken als ich noch klein war", breit lächelnd wurde der eigentlich unauffällige Keks zwischen Zeigefinger und Daumen angehoben, damit Miyako einen genaueren Blick auf ihn werfen konnte "Also noch kleiner", wurde noch eher spontan angefügt, ehe die eigentliche Erklärung folgte "Im Inneren ist für gewöhnlich eine dünne Schicht hausgemachter Marmelade. Vermutlich kommt meine Vorliebe daher, dass meine Mutter sie selbst am liebsten gegessen hat und wir uns darüber unterhielten, welche Früchte am besten zu Keksteig passen. Wir saßen gemeinsam mit meinem Vater im Wohnzimmer, er in einem breiten Sessel und wir beide zusammengekauert auf einem für zwei Personen zu klein geratenen Sofa."
Dachte er konkret darüber nach, lagen bereits mehrere Jahre zwischen dem heutigen Tag und dem letzten Mal, dass sie gemeinsam über Nichtigkeiten wie geeignete Marmeladen für Kekse gesprochen hatten. Und als wäre es das Normalste auf der Welt musste Sora feststellen, dass er zwar seine Leidenschaft für das Kochen von seiner geliebten Frau Mutter übernommen hatte, jedoch nicht ein einziges Mal auch nur im Entferntesten darüber nachgedacht hatte, dem Backen eine Chance einzuräumen. "Wenn ich mich daran zurückerinnere, musste mein Vater noch immer im Dienst der Marine gewesen sein. Auch wenn ich keine Erinnerungen daran habe, ihn jemals in Uniform gesehen zu haben. Lediglich an die Tatsache dass er dann und wann eine für meine Begriffe enorm lange Zeit nicht Zuhause war", doch wusste man spätestens mit dem Einsetzen herkömmlichen, menschlichen Verstands, dass die Wahrnehmung von Zeit und Raum bei Kindern längst nicht so akkurat war, wie man zum gegebenen Zeitpunkt glaubte "Ich würde ihm zutrauen, dass er bewusst darauf geachtet hat, sich nie in Uniform zu zeigen. Um mir ein Leben ohne diese Implikationen zu ermöglichen. Oder weil er Zuause einfach nur Vater und Ehemann sein wollte." Irgendwo mutete es dem Burschen merkwürdig an, ausgerechnet jetzt über seine frühesten Kindheitserinnerungen zu sinnieren. Womöglich weil er mit Miyako jemand neben sich hatte, der diese schönen Momente suggerierte; womöglich aber auch, weil es Dinge waren, die er ihr mitteilen und mit ihr erleben wollte. Ihretwegen. Um ihr zu beweisen, dass auch sie unvergesslich schöne Erlebnisse wie diese in ihrem Leben finden würde. Nicht unbedingt immer mit ihm, aber mit anderen, ihr wohlwollend eingestellten Menschen.
Enthusiasmus gegenüber seinen Erzählungen hatte der Takeuchi nicht erwartet, weswegen die eifrige Bestätigung seiner Frage auch einen leicht überrumpelten Gesichtsausdruck und nicht ungleich geweitete Augen herbeiführte. Für ihn waren die meisten Erlebnisse der letzten zwei Jahre nur bedingt Stoff für Legenden, oder auch nur etwas, was man in entspannter Runde am Lagerfeuer zum Besten geben konnte. Und doch erweckte Miyako den Anschein, als würde sie jedes noch so winzige Detail aufsaugen wollen, wie ein Handtuch das auf überflutete Böden geworfen wurde. "Es könnte allerdings ein ganzes Weilchen dauern, wenn ich ins Detail gehen soll." Im Nachhinein würde er sich kein Gähnen, kein Mosern und kein Murren anhören, nur weil er nicht schneller zu den spannenden Details oder dem ersehnten Ende kam! Nur schien es ganz so, als würde seine kleine Freundin ganz andere Pläne für die kommenden Minuten besitzen; denn ehe er es sich versah, fand sich der Schwarzhaarige nicht nur in einer zärtlichen Umarmung wieder, sondern spürte binnen weniger Sekundenbruchteile, wie seine Wangen an etwas sonderbar - und doch wundervoll - Weiches geschmiegt wurde. Als wäre das nicht ausreichend Begründung für ein plötzliches Überspringen von Herzschlägen, machten es die zierlichen, sanft durch seinen Schopf gleitenden Finger der Tsumiki nicht .. doch, sie machten es besser. Wesentlich besser.
Obgleich jedwedes Pflichtbewusstsein anderen Menschen gegenüber laut zu schreien begann, verstummten diese Stimmen mindestens so schnell wie Sora seine Freiheit zum verbalen Austausch einbüßte. Kaum landete er nämlich in liegender Position neben Miyako, während sein Gesicht sanft auf ihrem üppigen Busen landete und sowohl durch ihren rhytmischen Herzschlag, wie auch die ihn langsam auf und ab schaukelnden Atemzüge in umgarnende Müdigkeit gezogen wurde. "Ich dachte, ich sollte dir eine Geschichte erzählen .. ?" Nuschelnd atmete der Dunkelhaarige ein und stellte noch im selben Augenblick fest, dass ein blumiger Duft seine Sinne umspielte. Sommertage in Loguetown. Sie waren die ersten Assoziationen. Gemeinsam mit feuchtem Gras, wie nach einem ersten, lang vermissten Regen. Letzteres mochte weniger mit der sanften Note verbunden sein, die von Miyako ausging, sondern viel mehr eine ganz speziell mit ihr einher gehende Erinnerung. "Genau, meine Reise in den North Blue!" Genau, da war etwas was er erzählen sollte!
Über diesen einen Satz kam der Korvettenkapitän jedoch nicht hinaus. Denn je feinfühliger die streichelnden Berührungen auf seinem Hinterkopf wurden, und je mehr er abdriftete und an die Brust der Tsumiki gebettet wurde, desto schwerer wurden nicht nur die Lider seiner Augen, sondern auch die noch verbleibenden Sinne. Bis sie sich gänzlich verabschiedeten; Kraft den Körper des Soldaten entwich, und er sich höchst freiwillig, um den Genuss auszukosten enger an sie schmiegte. Zwar mochten hier und da noch einzelne Satzfetzen, später nur noch Silben über seine Lippen huschen, doch waren diese längst nicht mehr wahrzunehmen und endeten höchstens in schläfrig an die hauchzarte, warme, ihn ins Reich des Schlummerns wiegende Haut gesäuselt wurden.

@Miyako

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Kat
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Do 9 Feb 2017 - 17:08


Kat war nicht lange unterwegs gewesen, da fiel ihr ein, dass sie ihren Geldbeutel im Zimmer hatte liegen lassen. Seufzend drehte sie sich um und kratzte ihren Kopf. "Wäre er nicht angewachsen.", murmelte sie leise zu sich selbst und verdrehte dabei ihre roten Augen. Mit der anderen Hand hielt Kat ihren knurrenden Magen und klopfte ihn sanft. Das große Steak hatte ihren Hunger eher angekurbelt als ihn zu befriedigen. Leise knurrte die Schwertkämpferin aus tiefster Kehle mit ihrem Magen. Nicht nur, war sie bald ihr ganzes Geld los, jetzt wurde sie auch noch vergesslicher als sonst.
Ruhig kramte sie in ihren Taschen nach dem Zimmerschlüssel und steckte ihn in das Schloss... Sie drehte und drehte, fummelte weiter herum und zog den Schlüssel wieder zu sich. Warum passte er denn nicht? Sie hatte ja gar nicht bemerkt, dass sie eine komplett falsche Richtung eingeschlagen hatte und nun vor einer fremden Zimmertür stand. Kat allerdings, war viel zu stur, als dass sie den Blick hob und einmal nachgesehen hätte. Stattdessen baute Kat etwas mehr Kraft auf und steckte den Schlüssel erneut in das fremde Schloss. "Jetzt geh schon auf!", fluchte sie etwas zu laut und nicht zuletzt aggressiv, da der Hunger ihre Laune tief in den Keller zog. Benkei war nicht mehr im Raum und konnte ihr auch nicht öffnen, selbst wenn sie die richtige Tür getroffen hätte. Doch so sehr Kat auch den Schlüssel im Schloss drehte, es passierte nichts. Die eine Richtung, dann wieder die andere... Wütend schlug Kat mit der flachen Handfläche gegen die Tür. "Was ist das denn für ein Laden?", fluchte sie weiter und rüttelte unentwegt an der Tür. Die konnte zwar nichts dafür und hätte Kat gewusst, dass sie die auf die falsche Tür wütend war, dann hätte sie ganz anders reagiert, aber als der Schlüssel nach dem dritten Versuch noch immer nicht richtig passen wollte, ließ die Schwarzhaarige diesen fallen und zog ihr Schwert aus der Scheide. "Also gut.", murmelte sie leise vor sich hin und starrte die noch immer verschlossene Tür böse an. "Ich kann dich auch anders aufbekommen." Als würde die Tür tatsächlich leben oder eine Antwort geben... Normalerweise war Kat gar nicht so naiv und sprach mit Gegenständen, ja, sie sprach doch eigentlich mit gar keinem. Noch einmal schlug Kat mit der Faust gegen die Tür und dann holte sie mit ihrem Schwert auf und wollte jeden Moment in ihr angeblich eigenes Zimmer einbrechen.

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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Do 9 Feb 2017 - 17:58

Trägheit war wie Tonnen schwer in die bernsteinfarbenen Augen des jungen Soldaten eingedrungen. Von jeglicher geistiger Aktivität hatte er sich in Windeseile verabschieden müssen; beruhigendes Herzklopfen drang aus nächster Nähe an sein Ohr, zierliche, feingliedrige Finger strichen durch den tintenschwarzen Haarschopf und der angenehm süße Duft welcher Miyako wie ein unsichtbarer Schleier umhüllte komplettierten die regelrecht magische Wirkung die sie auf seinen Verstand besaß.
Lange sollte dieser wundersame Schlaf jedoch nicht anhalten. Schon nach wenigen Minuten öffnete Sora die schwer und schwerer gewordenen Lider erneut, nur um übergangslos zwei Feststellungen miteinander zu verknüpfen, ohne dass diese eine logische Korrelation besaßen. Einerseits war er weich auf der Brust einer engen Freundin gebettet - andererseits konnte er neben ihren zarten Atemzügen noch aus der Taverne aufsteigende Gesänge vernehmen. Diese verloren jedoch rasch an Wichtigkeit. Miyako atmen zu hören, in aller Ruhe - ein Empfinden, welches sie oftmals schrecklich vermisste - und dazu noch ihren gleichmäßigen Herzschlag, der seine seinen Ohren eine Kostprobe des menschlichen Orchesters bescherte, ließ andere Geräuschquellen im Nichts verschwinden.
Außerdem ließ sich eine Gelegenheit wie diese keineswegs ungenutzt lassen, weswegen Sora frei jeglicher Scham tief einatmete, die Schultern hängen ließ und sein Gesicht noch etwas enger an die ihn empfangende Haut schmiegte. In einer der hintersten Ecken seines bröckelnden Bewusstseins kam ihm noch in derselben Sekunde die Assoziation in den Sinn, es könne Mir sein, welche ihn in Armen hielt. In gewisser Hinsicht ähnelten sich die beiden massiv; nicht nur aufgrund ihrer überschwänglichen Emotionen, der niedlichen Scheu vor anderen Menschen, aber auch diesen ganz bestimmten Schwierigkeiten, welche der Umgang mit Fremden notgedrungen implizierte. Sondern auch äußerlich gab es unweigerlich existente Parallelen. Zwei dieser Parallelen wurden dem Takeuchi dankbarer Weise als vom Himmel gesandte Kissen verwendet.
Nur wollte es das Schicksal wohl doch so, dass diese Momente der ebenfalls über ein Jahr hinweg vermissten Zweisamkeit nicht länger anhalten durften. Donnerndes Klopfen gegen das alte Holz der Zimmertür signalisierte den Wunsch nach Einlass. Und das auf eine derart unhöfliche Art und Weise, die entweder auf seine Schläfrigkeit zurückzuführen war, einen ungeschickt verlorenen Schlüssel - oder Alkohol. Verständnislosigkeit und ein tiefes Grollen unterstrich den folgenden Atemzug, mit welchem Sora versuchte, nicht nur den eng um ihn geschlungenen Ärmchen zu entkommen, sondern auch sämtlichen anderen Faktoren, die Miyako ihren ganz persönlichen Zauber verliehen. Etwas, was sich besonders in dämmerndem Zustand als immense Hürde herausstellte - denn hätte der junge Mann nicht genau gewusst, woran es lag, wäre seine erste Vermutung gewesen, dass seine Freundin ohne sein Mitwissen die Fähigkeit besaß, die Schwerkraft innerhalb eines finiten Raumes um ein Hundertfaches zu erhöhen.
So geschickt wie es die gegenwärtige Situation erlaubte, entzog Sora Miyako seinen Schopf, löste sich in schleichenden Bewegungen ihrer lieblichen Umarmung und schaffte es gerade so, nach mehreren Anläufen, auch seinen restlichen Körpers aus dem Bett zu bugsieren. Anstatt jedoch der zunehmend drängelnden Person zur Hand zu gehen, den Türknauf herunterzudrücken und in ein wohl hochrotes, vor Wut geradezu platzendes Gesicht zu blicken, kannte der Takeuchi nicht nur allgemeine Höflichkeit, sondern handelte just nach subjektiven Prioritäten. Mit federnden, lautlosen Schritten trat der Korvettenkapitän zurück, betrachtete die schlummernde, gute Seele lächelnd. Die Decke zog er sorgsam über den Oberkörper der Tsumiki, streichelte ihr liebevoll über den Kopf. Und rundete seine Zeichen von Anwesenheit mit einem auf ihre Stirn gehauchten Küsschen ab.
"Kümmern wir uns also um den Störenfried ..", innerlich erbost über die bloße Tatsache, dass jemand die Dreistigkeit besaß, wiederholt gegen eine geschlossene Zimmertür zu schlagen, musste doch ein Funken übrig gebliebenen Menschenverstands an Alternativen erinnern. Womöglich bestand nur ein Schlüssel pro Zimmer. In diesem Fall war es höchst unglücklich, mit zwei Personen einen Raum zu beziehen, die bereits am frühen Nachmittag der Falle eines gemeinsamen Nickerchens anheim fielen. "Für alles andere habe ich bereits die perfekte Waffe." Noch immer kochte der Takeuchi; so sehr dass sämtliche seiner Organe mit waghalsig angestiegener Temperatur nach Aufmerksamkeit verlangten. Äußerlich schien er sich jedoch bereits so weit gefangen zu haben, als dass nicht nur seine dank Miyakos überzeugender Macht eingeschränkte Denkfähigkeit zurückkehrte, sondern auch ein glaubwürdiges Lächeln auf seinen Zügen Platz fand.
Den Überzug seines Kopfkissen bereits zwischen Zeigefinger und Daumen geklemmt richtete der Takeuchi noch einmal sein dem Schnee nachempfundenes Hemd, kümmerte sich jedoch nicht um die obersten, offen stehenden Knöpfe. "Ja bitte?" Lächelnd, so wie er es immer tat, und mit freundlich, naiv, aber auch fragend schief gelegtem Kopf zog Sora die Tür auf und erwartete eigentlich eine Person ähnlicher Größe. Oder im Normalfall jemand, der ihn überragte. Angesichts der Tatsache dass sein Blickfeld beinahe frei menschlicher Präsenz blieb, dann jedoch rasch mit einer augenscheinlich zum Sprung ansetzenden Schwertkämpferin gefüllt wurde, hob der Takeuchi lediglich halb entschuldigend, halb verteidigend die Arme und streckte dieser der Fremden entgegen. "Ganz ruhig, ganz ruhig! Die Zimmertür ist offen! Wurde kein zweiter Schlüssel für ein Viererzimmer vergeben?!"

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Kat
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Do 9 Feb 2017 - 19:18


Diese dämliche Holztür hatte keine Chance. Kat setzte zum Sprung an und umklammerte mit ihren zarten, noch immer in schwarze Handschuhe gekleideten Händen, den Griff ihres Schwertes Murasame. Kat hatte vor einen Schnitt quer über die komplette Tür zu vollführen und sie somit komplett aus den Angeln zu heben, aber gerade als sie einen Satz nach vorne machte, öffnete sich leise und mit einem schüchternen Knarren die Tür. Das konnte doch gar nicht möglich sein, immerhin war Benkei gar nicht mehr im Zimmer, oder war er zurück gekehrt? Zum Vorschein kam aber nicht der dunkelhäutige, großgewachsene und ein wenig unheimlich wirkende Mann, sondern ein Kat vollkommen Fremder. Sie hatte doch nicht wirklich die falsche Tür getroffen...?
Vor Kat stand plötzlich aber ein junger Kerl, der etwa in ihrem Alter war. Schwarze Haare fielen in sein Gesicht und ein niedliches Lächeln lag auf seinen Lippen. Als er jedoch sah, wie Kat gerade dabei war seine Tür auseinander zu nehmen, hob der gut aussehende junge Mann verteidigend seine Arme. Kat stolperte prompt erschrocken, riss für einen Moment ihre blutrot, leuchtenden Augen auf und machte einen ungeschickte Satz nach vorne. Sie wollte den Fremden unter keinen Umständen treffen, immerhin hatte sie keinerlei Grund ihn anzugreifen, zudem würde die Berührung mit Murasame für ihn nicht gut ausgehen. Kat ließ das Schwert sinken und während sie ihr Gleichgewicht suchte, fielen ihre langen, schwarzen Haare über ihre nackten Schultern, da sie momentan lediglich ihr schwarzes, kurzes Kleid trug, das eher für den Sommer gedacht war. Die rote Krawatte, die sie stets trug, um ihren Kragen fester geschnürt zu halten, hatte sie im Zimmer liegen gelassen, weshalb ihr Schlüsselbein leicht entblößt war, allerdings trotzdem keinen Blick auf ihre Oberweite bot. Sie hatte nicht vor gehabt wieder in die Kälte zu gehen, weshalb sie zudem bloß auf Strümpfen lief und durch den fehlenden Halt der im Zimmer gelassenen Schuhe mehr mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hatte. "Huch.", machte Kat erschrocken und flatterte kurz mit den Armen, nachdem sie Murasame schnell zurück in seine Vorrichtung gesteckt hatte. Nun stand Kat viel zu nah an dem Fremden, sie trennten nur noch wenige Zentimeter von seiner Brust, die zu allem Überfluss auch noch durch ein paar wenige geöffnete Knöpfe seines weißen Hemdes, leicht entblößt war.
Vollkommen peinlich berührt liefen Kats Wangen auch sogleich rot an. Sie senkte schuldbewusst ihren Kopf und verdeckte so mit ihrem Pony ihre blassen Gesichtszüge.
Kleinlaut und mit leiser Stimme entschuldigte sie sich, während sie langsam und versucht kontrolliert einen Schritt nach hintern ging. Jetzt war sie gebranntmarkt als das Randale-Mädchen, das weder Orientierung noch Anstand besaß. Wie konnte sie sich nur jemals wieder durch den Flur bewegen, ohne gleich im Erdboden versinken zu wollen?
"Ich habe die Tür verwechselt, Verzeihung...", erklärte sie weiter, hob kurz den Kopf und schielte mit ihren Augen wieder nach oben und lächelte ein schiefes, entschuldigendes Lächeln, während sie versucht höflich ihre Hände hinter den Rücken legte. Wenigstens hatte sie ihre roten Schoner im Raum gelassen, sonst würde der arme Kerl noch tatsächlich auf die Idee kommen, Kat hatte sie angreifen oder gar überfallen wollen. Sie hoffte sehr, dass sie keinen großen Ärger bekam, aber wenn sie sich ihr Gegenüber genauer ansah, wirkte er eigentlich äußerst freundlich und zuvorkommend. Ja, er lächelte sie sogar an und abgesehen von seiner abwehrenden Geste mit den Händen, deuteten seine Worte auf alles andere hin, aber nicht darauf, dass er ihr gleich mit der Faust in das Gesicht schlug. Kat setzte also ein kleines Lächeln auf und wartete auf die nächste Reaktion ihres Nachbarn. Sie war nicht besonders gut darin die richtigen Worte zu finden, weshalb sie es zunächst bei ihrer mickrigen Entschuldigung beließ und hoffte, dass der Kerl nicht gleich noch einen Wandel bekam und auf sie einprügelte, oder etwas nach Ohr warf. Dennoch musste sie zugeben, dass er relativ stark wirkte und aus diesem Grund sogleich ein kleines Interesse bei der Schwarzhaarigen erweckte. Neugierig blinzelnd starrte Kat also einen kleinen Augenblick zu lange hoch in seine Richtung, bevor ihre noch immer vor Scham glühenden Wangen sie daran erinnerten, dass sie höflich bleiben musste, weshalb sie schnell wieder den Blick senkte und nervös ihren Kiefer anspannte. Kurz noch starrte sie auf die Zimmernummer. 6. Sie war für Zimmer Nummer eins eingeteilt. Unmöglich, wie konnte sie nur so sehr in Gedanken gewesen sein, dass sie schon wieder einen falschen Weg eingeschlagen hatte. Sechs war nicht einmal nah dran an der eins. Das nächste Mal würde sie definitiv dreimal die Zimmernummer checken, bevor sie einen Angriff auf eine Tür startete...

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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Fr 10 Feb 2017 - 23:54

Nur äußerst geringfügig beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit welcher sich die Fremde auf ihn zubewegte, verharrte der Schwarzhaarige gelassen an Ort und Stelle. Ungleich interessanter hingegen empfand Sora die blutrot funkelnden Augen, welche ihn für den Bruchteil einer Sekunde erfassten, jedoch in derselben Bewegung hinter einem dichten Vorhand nachtschwarzen Haars verschwanden. Zugegeben amüsiert von den korrigierenden, ungeschickt anmutenden Bewegungen und dem wilden Rudern ihrer Arme lockerte auch der Soldat die reflexartig angespannten Schultern, ließ beide Arme sinken und entschied sich dazu, lediglich abzuwarten. Die angedeutete Aggression schien nicht etwa ihm, oder irgendeiner anderen Person gegolten zu haben, sondern viel mehr einem im Weg stehenden Objekt - der nun offen in seinem Rücken stehende Zimmertür, welche zwischen der Fremden und ihrem unbekannten Ziel stand.
"Nicht hinfallen." Lediglich auf Strümpfen auf rutschigem Holzboden zu laufen, der sicher stellenweise durch nasse Schuhsohlen befeuchtet worden war, musste nicht nur reichlich unangenehm sein, sondern gerade bei Bewegungsabfolgen welche Präzision als Grundlage voraussetzten, einen unheimlichen Nachteil darstellen. Ganz zu schweigen von nassen Füßen, die man sich darüber hinaus unweigerlich einfiel - nicht einmal die ausliegenden Teppiche konnten da garantierte Abhilfe schaffen. "Sonst bereitest du mir noch ein schlechtes Gewissen." Eigentlich lag es an Sora, von schlechter Laune getrieben eine ordentliche Standpauke über die Schwertkämpferin prasseln zu lassen, bis ihr Hören und Sehen verging. Besonders lang hielt diese Aufregung jedoch nur in den seltensten Fällen; erst recht wenn man ihm gleich zu Beginn auf derart tollpatschige, fast schon unschuldig anmutende Weise gegenüber trat.
Diesem Grundsatz folgend wurde der bevorstehende Sturz, ganz gleich ob sie sich selbst bereits gefangen hatte oder nicht, mit einer sanft auf den erstaunlich schlanken, durch die Anspannung jedoch deutlich trainierten Bauch der Fremden gelegt - einzig und allein, um ihrem Versuch zur Findung des Gleichgewichts einen winzig kleinen, dennoch spüren Schub zu verleihen. "Zumindest eine Entschuldigung, das ist viel wert", schnaubte der Soldat knapp, unterstrich seinen nur in Quäntchen ernst gemeinten Unmut mit einem subtilen Heben seiner Mundwinkel "Hinter mir schläft bereits jemand. Ich würde es begrüßen, wenn nicht wiederholt gegen die Zimmertür gedonnert wird, als müsste man ein Tor niederreißen." Ein sachtes Deuten über seine Schulter und ein geschwind darauf folgendes Anheben des Zeigefingers vor die Lippen sollte verdeutlichen, dass er Sorge um den behutsamen Schlaf seiner Zimmergenossin hatte. Wenn sie dieses prekäre Thema bereits anschnitten .. "Das ist dafür, dass sie beinahe aufgewacht ist." Ohne jedwede Krafteinwirkung, geschweige denn die Absicht, jemandem wirklichen Schaden zuzufügen, zog Sora der Fremden das mitgebrachte Kopfkissen über den schwarzen Haarschopf. "Demnächst siehst du dir genauer die Zimmertür an, in Ordnung?" Letzten Endes konnte sie von Glück sprechen, eine halbwegs verständnisvolle, weniger aufbrausende Person wie ihn angetroffen zu haben. Allein die Vorstellung, wie es ausgegangen wäre, wenn Mir oder - noch schlimmer - Shiki diese Türe geöffnet hätte, ließ ihn dank eines eiskalt über seinen Rücken fahrenden Schauers zusammenzucken.
Um sich mit einem anderen, unter Garantie ruhigeren Thema Freiraum zu schaffen, ließ Sora schlussendlich nach einigen Momenten die weiche Waffe seiner Wahl sinken, kramte sie mitsamt seines rechten Arms hinter den Rücken und betrachtete die Fremde eindringlich. "Gibt es einen besonderen Grund, warum du so hektisch in dein Zimmer musst?" Offensichtlich war sie an die falsche Zimmertür geraten, doch änderte nichts daran den noch immer präsenten Fakt, mit wie viel Nachdruck sich die Schwarzhaarige hatte Einlass verschaffen wollen. Wer bereits war, ohne auch nur ein paar Sekunden nachzudenken die Tür einer Herberge in tausend Stücke zu schneiden musste einen triftigen Grund haben. Oder aber ein irrationales Gemüt, das gleich bei den geringfügigsten Wallungen zur Explosion neigte. "Alles was ich dir anbieten könnte, wären zwei Betten und Kekse." Letztere konnte sie allerdings überall im Kaminzimmer finden, wie man schnell erkannte, wenn man sich auch nur ein paar Minuten Zeit ließ, um der heimischen Atmosphäre genügend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Und was das Bett anbelangte - ein leise flüsterndes Stimmchen verriet Sora, dass sie kein solches mehr benötigte.
"Generell kommt es mir ein wenig so vor, als würdest du überstürzt durch die gesamte Taverne laufen", wurde nachdenklich angemerkt, während sich der Soldat nachdenklich mit der freien Hand um das Kinn strich "Keine Hausschuhe. Du könntest schnell nasse Füße bekommen. Freie Schultern, die dich auch nur bei dem geringsten Luftzug frieren lassen werden." Sora seufzte. Er wollte nicht wie seine Mutter wirken. Und doch fiel der Apfel in manchen Belangen nicht weit vom Stamm. "Möchtest du auf einer Insel wie dieser den Rekord brechen, wie schnell man sich eine Erkältung einfangen kann?" Ausgehend von der Kleidung - beziehungsweise den Resten - die die Fremde am Körper trug, hatte sie sich unter Umständen bereits niedergelassen. Danach hektisch auf die Flure gelaufen, um nachzusehen, ob etwas geschehen war. Nur um sich dann selbst auszuschließen? Durchaus möglich.

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Bryan

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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Mo 13 Feb 2017 - 22:10

„Wein auf Bier, das Lob ich mir!“, trällerte Bryan fröhlich, während er durch die Flure der Taverne wankte. „Gin auf Wein? Geht auch noch rein!“, seine Hand wanderte langsam in die Tasche seiner schwarzen Hose, aus der er seinen Schlüssel hervorkramte. Eindeutig Zimmer Sechs. Nicht Zimmer Neun, sondern Sechs. Dafür war ja der Punkt da gewesen, der sich oben an der Spitze befand um so klar zu machen, das es eine Sechs war und keine Neun. „Tequila auf Gin, macht auch oft Sinn!“ Noch ein mal festigte sich der Griff um die Tasche, welche er sich über die Schulter geworfen hatte, während gleichzeitig seine Jacke unter dem Arm geklemmt war. Es war eindeutig Zeit, das ganze Gepäck loszuwerden, um sich wieder etwas besser bewegen zu können. Man hätte natürlich die Jacke anbehalten können, doch zog es Bryan vor, sich nicht im inneren der Taverne zu Tode zu schwitzen.
Die Hausschlappen schleiften über den Fußboden, während er eine Zimmertür nach der anderen abklapperte. „Man hab ich einen Durst ...“ Gleichzeitig dürstete es ihm nach einem guten Tropfen, was gar kein Problem war, hatte er doch etwas in seinem Beutel parat. Sollte das Zimmer also noch leer stehen, könnte der Ryan sich ohne Probleme etwas davon genehmigen. … Und wenn es Gäste gab, würde so vielleicht das ein oder andere nette Gespräch entstehen, während man gemeinsam den Inhalt leerte. Man konnte ja nie wissen, was sich in solchen Tavernen so ergab!
„Was zur Hölle ...“, ohne einen Ton von sich zu geben beobachtete Bryan, wie eine schwarzhaarige Dame drauf an dran war, eine der Türen der Taverne in zwei oder gar mehrere Teile zu zerteilen. „Na super … eine verrückte, die sich gewaltsam Einlass verschaffen will. Hoffentlich ist die nicht auf dem gleichen wie ich ...“ Sein Blick wanderte langsam den Flur entlang, während er die Nummern kontrollierte und mit erschrecken etwas realisierte. „Sollte ich vielleicht doch schonmal den Schnaps rausholen um das ganze zu überstehen? … Könnte nüchtern schwierig werden.“ Dennoch wartete der Ryan erst einmal ab, bis sich die Unruhe gelegt hatte, immerhin schien noch jemand anwesend zu sein, der so verhindern konnte, das in der Taverne eine Tür weniger vorhanden wäre.
Vorsichtig ließ er sein Hab und Gut auf dem Boden des Flures nieder und begann in seinem Beutel zu kramen. Wo hatte er denn den Whiskey gelassen? … DA! Mit breitem Grinsen holte der Nachkomme der edlen Ryan-Familie den Alkohol hervor, öffnete den Schraubverschluss und hielt ihn sich unter die Nase um daran zu schnuppern. „Hervorragender Jahrgang.“, anschließend setzte er die Flasche an und nahm einen kräftigen Schluck daraus. Mit genüsslichem Seufzen verschloss Bryan die Flasche wieder, legte sie zurück in seinen Beutel und bemühte sich, seine Sachen erneut einzusammeln und schließlich gen Tür zu marschieren. Je nachdem wie viel Platz dort von den beiden Personen eingenommen wurde, um zu tun, was auch immer diese tun wollten, lugte die Schnappsdrossel um die Ecke, klopfte mit dem Finger gegen den Türrahmen und ergriff das Wort. „Zimmer Sechs, richtig? Wenns euch nichts ausmachen würde, würd ich gerne meine Kram hier …“, dabei versuchte der Ryan in Richtung seines Beutels und der Jacke zu nicken, „loswerden. Und ich wäre euch sehr verbunden, wenn die Tür heil bleiben würde.“, entgegnete er mit breitem Grinsen, während er darauf wartete, das man ihm Einlass gewährte.

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Kat
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Di 14 Feb 2017 - 18:30


Man hätte wütend werden können und sie zusammen schreien können... Sicher hätte man auch einfach den Mund halten können, man hätte gar nichts sagen müssen. Kat war es schon peinlich genug, dass sie überhaupt die Tür verwechselt hatte. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn sie das Ding tatsächlich auseinander genommen hätte. Das Geld diese Tür zu bezahlen, hatte sie mit Sicherheit nicht. Aber der Fremde an der Tür tat weder das eine noch das andere, stattdessen kam ein Kissen zum Vorschein, welches er ganz offensichtlich aus einem der Betten genommen und bis zur Tür getragen hatte. Und er tat das mit Abstand abwegigste, was Kat sich vorstellen konnte und zog es ihr einmal über den Kopf. Verwirrt schüttelte Kat sich und fummelte ihre nun wirren Strähnen wieder richtig und hob dann ihren Kopf. Böse ließ sie ihre roten Augen leuchten und funkelte ihr gegenüber böse an, was in dem Fall allerdings eher bockig ausgesehen haben musste. Er hatte sie nicht ernsthaft mit einem Kissen geschlagen? Sie war gerade dabei gewesen die Tür mit einem Schmerz anzugreifen und dieser Typ schlug mit einem Kissen zurück. Kat wusste nicht ob sie lachen oder beleidigt sein sollte. "Was zur...?", murmelte sie etwas wütend und verengte ihre leuchtenden Augen ein weiteres Mal und fixierte ihr Gegenüber eine Weile. Warum hatte er das getan? Beinahe hypnotisierend versuchte Kat in die Gedanken ihres Gegenübers zu kommen, aber wie sollte sie das schaffen, also verdrehte sie schließlich ihre Augen und kratzte sich am Kopf an der Stelle, an der sie getroffen wurde und beantwortete die Fragen. "Ich  wollte meinen Geldbeutel, weil ich..." Kat sprach nicht weiter, wurde gegen Ende leiser und ignorierte weiterhin jedes Wort, das ihr galt. Stattdessen nahmen ihre entzückte Augen nur die Kekse wahr, die sie nicht nur riechen, sondern auch hinter Sora erahnen konnte. Das weitere Geschwafel des Fremden interessierte sie so wenig, dass sie nur eine Hand hob, näher auf ihn zukam und schließlich vor ihm damit wedelte. "Ja... Ja... Tut mir ja leid und so. Ich erkälte mich schon nicht. Mir ist recht warm.", brabbelte sie dazwischen und versuchte an ihm vorbei in das Zimmer zu kommen. Schnell schielte Kat noch einmal zu Sora hoch und versuchte herauszufinden, wie weit sie gehen konnte. Aber würde er sie wirklich aufhalten? Ja, sie sollte leise sein, weil jemand schlief, schon klar... Als Kat die Augen von Sora fand, setzte sie ihr Lächeln auf und stellte sich auf die Zehenspitzen, damit sie ihn besser betrachten konnte. "Sehr freundlich.", lächelte sie überzeugt und warf dem Fremden erneut einen Blick aus ihren roten Augen zu. Dann machte sie sich plötzlich ganz klein und kroch unter seinem Arm in das Zimmer, griff sich auf Zehenspitzen ein Kissen, schleuderte es dem Fremden ins Gesicht. Es war ja lautlos, also sollte sie niemanden wecken. Kat betrachtete die schlafende Person nur einen Moment lang, bevor sie gierig ihre Finger nach den Keksen ausstreckte. Es gab nichts Wichtigeres, als ihren unbändigen Hunger im Zaum zu halten. So unangenehm diese ganze Situation war, vielleicht würde sie hier noch einen netten Abend mit ein paar Keksen verbringen können.
Erst jetzt, als Kat bereits einen Keks in die Hand genommen hatte und ihn direkt vor ihr Gesicht hielt, bemerkte sie die weitere Person, die eine spitze Bemerkung über ihren Angriff auf die Tür gemacht hatte. Offensichtlich betrunken  marschierte ein weiterer Kerl in ihr Zimmer. Kat hatte Glück, dass sie ihr Zimmer mit einer weitaus ruhigeren Person teilte und nicht mit einem solchen Saufjungen. Trotz des hohen Alkoholpegels schien er wirklich amüsant zu sein, wenngleich Kat natürlich nur schwerlich zum Lachen zu bringen war und sie bloß neutral und mit großen, interessierten Augen zur Tür starrte. "Sie bleibt heil. Ist ja Nachtruhe und so.", entgegnete sie bloß und sah zwischen den beiden Kerlen hin und her. Sie hatte gar keine Ahnung wer die beiden waren und ihre Piraten-Ader hatte sie zudem auch noch sämtliche Manieren vergessen lassen. Sie kam aus den Fettnäpfchen ja gar nicht mehr raus. Langsam hob Kat die freue Hand, die keinen Keks hielt und legte den Kopf schief. "Ich bin übrigens Kat Marin aus Zimmer 1, habe mich verlaufen und finde das bis jetzt aber ganz amüsant." Natürlich stellte sie sich nicht mit ihrem vollen Vornamen vor, immerhin hasste sie ihn. Zudem war der Schwarzhaarigen bewusste, dass sie nun ohnehin schon als absolut unhöflich gelten würde. Erst schlug sie beinahe die Tür nieder, weckte dabei fast eine schlafende junge Dame, knallte dem eigentlich recht verständnisvollen Mitbewohner ein Kissen in das Gesicht und vergriff sich nun auch noch dreist an den Keksen, die er gehortet hatte. Und jetzt nistete sie sich einfach ein, wobei man hier mit einem Betrunkenen sicher genug Ärger am Hals haben würde, als zusätzlich noch mit Kat. Von alldem ließ sich Kat allerdings nichts anmerken, sondern hielt nur weiter emsig den Keks in der Hand. "Bitte... Darf ich?", fragte sie dann allerdings doch, damit sie nicht als völliges Trampel dastand.

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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Di 14 Feb 2017 - 19:43

"Hm?" War seine Reaktion doch zu offensiv gewesen? Unmöglich. Hinter seinem Schlag lag keinerlei Anstrengung; wenn es sich bei der jungen Frau nicht um ein unwahrscheinlich zierliches, hochgradig empfindliches Wesen handelte, dann hatte sie vermutlich nicht einmal etwas gespürt. Dennoch konnte man auf Anhieb die Sprösslinge von Verwirrung und Irritation in den großen, blutrot glimmenden Augen erkennen. Sora lächelte jedoch nur amüsiert. Mit explosiven Temperamenten geriet der Soldat beinahe täglich aneinander, auch wenn die kurz eingeblendete Erinnerung an seine Ausbilderin lediglich positive Empfindungen hervor brachte. "Habe ich dir weh getan?" Obwohl ehrliche Sorge in der Stimme des Takeuchi lag, konnte man gewiss eine Note von Sarkasmus vermuten. Gezielte Stichelei wollte er weitestgehend umschiffen - wenn man ihm aber eine derart weite Angriffsfläche bot, wurde das Ziel mit einem Mal derart gigantisch, dass jeder Schuss in die ungefähre Richtung bereits zu einem versehentlichen Treffer mutierte.
Dem aufgebrachten Blick der noch namenlosen Fremden standhaltend fiel jedoch schon recht bald ein hohl klingender Groschen. Keineswegs aufgrund einer plötzlichen Erkenntnis, oder ein Lesen in ihrer Persönlichkeit wie in einem offenen Buch. Sondern viel mehr waren es die mysteriös glänzenden Augen, welche ihn wie schärfste Messer zu durchdringen versuchten. Trotz dieses unbehaglichen Bewusstseins schien sich allerdings kein Millimeter des Jünglings abwenden zu wollen. Viel mehr tauchte beinahe jeder noch so winzige Funken an Aufmerksamkeit in das wabernd rote Becken ein, tief in ein lebendig gewordenes Meer auf Blut, welches regelrecht über ihn hereinbrach und drohte, ihn einem Strudel ähnlich versinken zu lassen. Taubheit legte sich wie eine schwere Decke über das Hirn des Korvettenkapitäns, während sich die zusammengekniffenen, bernsteinfarbenen Augen wie von selbst weiteten und die magische Wirkung des unendlich tiefen Rots instinktiv in sich aufnahmen.
"Deinen Geldbeutel?" Also war vergessenes Hab und Gut doch des Rätsels Lösung. Stark blinzelnd schüttelte der Schwarzhaarige sein Haupt und rümpfte seinerseits irritiert die Nase. "Kein Wunder dass du mit sämtlichen Mitteln in das Zimmer kommen wolltest", murmelte er nachdenklich, auch wenn seine Stirn nicht von den Krallen nachdenklicher Falten befreit wurde "Und du hättest nicht nach einem Ersatzschlüssel fragen können? Ich bin mir ziemlich sicher, dass man dir innerhalb von Minuten hätte helfen können." Völlig anders hätte die Situation nämlich ausgesehen, wenn Gäste lauthals schreiend durch die Flure gelaufen wären, mit nichts anderem im sinn als der Tatsache, dass ein zierliches, schwarzhaariges Mädchen eine der Zimmertüren in tausend kleine Stücke geschlagen hatte.
Von den mahnenden Worten schien die Fremde jedoch nichts wissen zu wollen. Verwunderung suchte man jedoch vergeblich; immerhin war Sora de facto nicht viel mehr als ein Fremder, der außerhalb seines Weges ging, um jemand anders an dessen Gesundheit zu erinnern. Eigentlich, ja eigentlich, konnte ihm ebenfalls vollkommen egal sein, ob die Schwarzhaarige mit einer Grippe im Bett liegen und die Feiertage suboptimal verleben musste. Nur sprach das allgemeine Gefühl von Sorge für unschuldig erscheinende Menschen eine deutlichere Sprache - zumindest so lang, bis man der distanziert-rationalen Seite des Takeuchi feierlich das Szepter reichte. ".. bitte was?" Erneut zuckte der Korvettenkapitän irritiert zusammen. Diesmal allerdings, weil man ihn nicht nur überging und gewiss nicht die besten häuslichen Manieren bewies, sondern viel mehr weil in einem Intervall weniger Sekunden nicht Distanz das Mittel der Wahl wurde, sondern plötzliche Nähe und ein tiefer, tiefer Blick in die Augen des jeweils anderen.
Gewiss wurde die Schwertkämpferin nicht aufgehalten. Solange sie nicht damit begann, anderer Gäste Wertgegenstände zu untersuchen, konnte sie durchaus das Zimmer hinter ihm aufsuchen. Immerhin befanden sie sich bereits inmitten einer - relativ - gesunden Konversation. Selbst wenn diese auf höchst ungewöhnliche Art und Weise ins Leben gerufen wurde. "Achte nur darauf, nicht--" Unterbrochen wurde der neuerliche Hinweis auf seine bereits tief und fest schlummernde Zimmerpartnerin durch ein weiteres Kopfkissen. Eines der Sorte, welches sich nur schwer und enorm langsam von den Gesichtszügen des jungen Mannes trennen wollte. Bis es dumpf zu Boden segelte und nur einen Ausdruck von Verdruss zurückließ. Wie sagte man so schön:"Bekämpfe Feuer mit Feuer." Offensichtlich war es ein Sprichwort, welches die Fremde nah am Herzen trug.
Anstelle einer ordentlichen Kopfwäsche, welche sich die Fremde unterdessen redlich verdient hatte, machte Sora nur einen knappen Schritt zur Seite. "Ein regulärer Zimmerbewohner?", ein breites Grinsen empfing den Neuankömmling; nicht einmal der Geruch von Alkohol, welcher aus seiner mitgebrachten Flasche stieg, konnte daran etwas ändern "Zimmer 6, genau. Freut mich." Wenigstens einer, der auch wirklich in diese vier Wände gehörte. Abseits derer, die sich eigenmächtig Zutritt verschafften. Womit niemand anders gemeint war, als die sich reichlich verspätet - und doch als erste - vorstellende Kat. "Ich heiße Sora, Miss Ich zerschlage lieber eine gesamte Tür statt nach einem Schlüssel zu fragen." Viel mehr als mit einem leisen, brummenden Seufzer die Schultern hängen zu lassen, das ihm unfreundlich ins Gesicht geworfene Kissen vom Boden aufzusammeln und ihrem über den Flur trällernden Herrn platz zu machen, konnte er nicht tun. Aus einem in Zweisamkeit begonnenen Nachmittag wurde innerhalb weniger Minuten ein Treffen vollkommen unterschiedlicher Persönlichkeiten.
Die zu ihrem Glück heil gebliebene Zimmertür fiel leise klickend in das Schloss. Obgleich Kat nicht zu den vier Personen zählte, welche der Räumlichkeit zugewiesen worden waren, konnte sie für den Moment ruhig bleiben. Umgänglich genug schien sie - abseits der irrwitzigen Versuche, mithilfe ihres Schwertes in ein fremder Zimmer zu gelangen. "Bedien dich ruhig. Sie", ein vorsichtiges Deuten gen Miyako folgte "wird vor dem nächsten Morgen nicht mehr über die Kekse herfallen können. Und selbst dann sieht es so aus, als würden die Besitzer der Taverne durchgängig backen." Auf einen weiteren Hinweis bezüglich Nachtruhe wurde verzichtet. Ganz gleich ob angetrunken, oder im Begriff dazu, niemand konnte blind genug sein, um eine hübsche, schlafende Dame zu übersehen. Ehe sich der Takeuchi jedoch auf sein eigenes Bett setzen konnte, und damit mehr oder weniger schräg vor Kat, musste das in seine Richtung gefeuerte Kissen noch einmal abgeliefert werden. Mit einem beherzten, wenngleich nicht gewaltsamen Wurf in ihre Richtung.

@Bryan @Kat

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Bryan

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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Do 16 Feb 2017 - 23:19

Freundlich wie eh und je bat Bryan um Zutritt in das Zimmer, welches, wie er zumindest dachte, auch für ihn vorgesehen war, konnte er doch nicht ahnen, das er eine Sechs mit einer Neun vertauschte, doch was spielte das schon für eine Rolle, vier Betten waren frei und irgendwann würde der eigentlich Besitzer schon auftauchen … und wenn nicht, wäre das sowieso egal.
Der einzige andere männliche Insasse im Raum verwehrte dem mächtigen Ryan-Sohn natürlich nicht den Einlass, sodass der dunkelhaarige gemächlich in den Raum marschieren konnte um das wohl letzte freie Bett in Anspruch zu nehmen, indem er die unter dem Arm geklemmte Jacke darauf fallen ließ und anschließend auch schon sein restliches Hab & Gut. Der Alkohol war natürlich gut verstaut und würde dementsprechend keinen Schaden nehmen, was natürlich fast oberste Priorität hatte! Anschließend setzte er sich für einen Moment auf das Bett und beobachtete die anderen beiden, vor allem die Dame, welche das Wort ergriff.
Nachtruhe … hoffentlich war dies nicht der einzige Grund, warum die Dame die Tür heile lassen wollte. Es war immerhin auch Eigentum des Wirts, der sicher jedem Gast dankbar war, der seine Taverne unbeschädigt ließ. Als sich die Frau dann aber vorstellte, tat es der Ryan ihr gleich, wie es sich gehörte und wie er es von seinen Eltern einst gelernt hatte. Er trug seinen Nachnamen immerhin mit stolz und würde diesen niemandem verheimlichen! „Sehr erfreut, Bryan B. Ryan ist mein Name, aber Bryan ist vollkommen ausreichend.“ Bei aller Förmlichkeit war er doch ein Freund des Duzens und würde definitiv nicht darauf bestehen, das man ihn „Herr Ryan“ oder etwas derartiges nannte. Ein breites Grinsen konnte er sich allerdings nicht verkneifen, als sich „Sora“ vorgestellt hatte. … Schien ein dufter Typ zu sein.
Während die Dame im Raum nachhakte, ob sie sich denn an den Keksen vergehen durfte, was von Sora bejaht wurde, kümmerte sich Bryan erst einmal darum, seine Jacke ebenfalls in seiner Tasche zu verstauen, was gar nicht so leicht war. Hatte er für seine Reise zu viel Gepäck dabei? … Möglich. Vielleicht war es einfach der Alkohol, der seinen Platz bedurfte, doch man hatte eben Prioritäten im Leben und auf einen guten Schnaps verzichten, das wollte Bryan nun wirklich nicht. Nach mehreren Anläufen und einer halb aus der Tasche hervorschauenden Jacke, beschloss der dunkelhaarige, es vorerst dabei zu belassen und stellte sie auf dem Boden ab, nur um sie anschließend unter das Bett zu schieben und sich für einen Moment einfach nach hinten fallen zu lassen. „Jetzt ein kleines Nickerchen von so 20 Minuten … das könnte echt nicht schaden ...“ Dem Ryan entging dabei natürlich nicht das dumpfe Geräusch des Kissens, welches durch den Raum flog. Der Beginn einer Kissenschlacht? … Dann müsste er vorher aber noch ein wichtiges Geschäft erledigen!
Grazil sprang Bryan also vom Bett aus und schritt mit einem Lächeln gen Tür. „Wenn ihr mich kurz entschuldigen würdet. Die Toilette ruft.“ Mit diesen Worten entschwand Bryan auch schon aus dem Raum und bemühte sich, jene Ortschaft aufzusuchen, wie für kleine, wie auch große Geschäfte genutzt wurde.

OUT::
 

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Kat
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Fr 17 Feb 2017 - 17:27


Soras zuvorkommende Art erfreute Kat und ließ ein weiteres Mal zu, dass sie tatsächlich einen anderen Menschen sympathisch fand. Dass dieses Phänomen gleich mehrmals an einem Abend eintrat, verwunderte Kat ein wenig, allerdings hatte die Schwarzhaarige es Sora nicht gerade schwer gemacht freundlicher zu wirken als sie selbst. Die Tatsache, dass ihr nun auch noch Kekse angeboten wurden, machte alles so viel einfacher. Nachdem Sora Bryan das Zimmer vorgestellt hatte, richtete er seine Worte nun wieder an Kat, die gerade dabei war den Keks nun endlich zu verschlingen. "Kat.", murmelte Kat nur bestimmt und sah zu Sora hoch, der sie mit einer frechen Umschreibung angesprochen hatte. Es war auf eine Weise lustig, jedoch war Kat nicht gerade der Typ für einen solchen Spaß, wenngleich sie selbst das ein oder andere Mal einen Spruch abfeuern konnte. "Mein Name ist Kat.", fügte sie wiederholt hinzu und tat, als hätte Sora sich lediglich versprochen. Vollkommen zufrieden griff Kat schließlich wieder zu den Keksen und schob sich bereits den nächsten in den Mund, griff erneut zu und erneut und erneut, bis sie fünf weitere Kekse zwischen ihren Zähnen vernichtet hatte. Dann erst, als Sora im Begriff war sich zu setzen, wurde sie in ihrer Dauerschleife unterbrochen. Vollkommen unvorbereitet und unerwartet traf sie ein weiteres, weiches Kissen im Gesicht, das Kat nur mit einem weiteren, erschrockenen "Huch.", kommentierte. Das konnte sie nun wirklich nicht auf sich sitzen lassen, weshalb die junge Schwertkämpferin promt das Kissen mit ihren Fingern krallte und Sora zielgerichtet mit ihren leuchtenden Augen fixierte. Dass Bryan sich in diesem Moment vom Acker machte, bemerkte Kat gar nicht, denn sie war viel zu sehr damit beschäftigt sich auf den bevorstehenden Kampf vorzubereiten. Er wollte also tatsächlich eine Kissenschlacht anzetteln, ja? "Na warte.", warnte Kat murmelnd, wobei sie sich gleichzeitig von ihrer sitzenden Position erhob und das Kissen mit einem Schwung über ihren Kopf führte. Normalerweise griff sie in dieser Position während eines ernsten Kampfes an, aber jetzt war sie gerade dabei, ein einfaches Kissen zu führen, als wäre es Murasame selbst. Mit den blutroten, nun vor Angrifflust schimmernden Augen fixierte Kat ihr Gegenüber und setzte ein kleines Lächeln auf ihre Lippen, wodurch ihre Augen sich ein wenig verengten und sich das leichte Licht des Zimmers noch einmal in ihren Augen reflektierte. Mit einem schnellen Satz nach vorne, sprang Kat lautlos in die Luft und steuerte direkt auf Sora zu, um ihm schließlich das Kissen erneut direkt in sein Gesicht zu drücken, dieses Mal jedoch mit deutlich mehr Elan und Kraft. "Jetzt bist du dran!", warnte Kat spielerisch drohend, denn im Ernstfall war Kat nicht gerade die Person, die viel redete und um einen Kampf einen großen Wirbel machte. Würde Sora nun nicht ausweichen, dann landete Kat mit ihrem Körper noch vermutlich direkt auf ihm, um sich über ihn zu beugen und das weiche Kissen direkt in sein Gesicht zu drücken und somit auch Sora selbst mit ihrem eigenen Gewicht nach hinten zu werfen. Einen Gegenangriff könnte er in dieser Position sicher auch starten, aber bei diesem Kampf ging es schließlich viel mehr um Spaß als um das gewinnen, wenngleich Kat eine äußerst schlechte Verliererin war.

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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Fr 17 Feb 2017 - 20:36

Erstaunen füllte rapide die bernsteinfarbenen Augen, als sich auch der dritte Zimmerpartner für die kommenden Nächte mit Namen vorstellte. Während sein Vorname kaum eine separate Erwähnung verdiente, hallte seine Familie umso länger in den Gehörgängen des Soldaten wieder. "Stammst du aus der Ryan-Familie?" Verwechslungen konnten beinahe kategorisch ausgeschlossen werden, denn die Wahrscheinlichkeit, ausgerechnet einen solchen Namen zu tragen und nicht mit einer sagenumwobenen Adelsfamilie affiliiert zu sein gingen sprichwörtlich gegen null. "In den letzten beiden Jahren war ich auf Reisen im North Blue und mir kam neben einer anderen Adelsfamilie immer wieder der Name Ryan auf unterschiedlichem Wege zu Ohren", setzte der Takeuchi nach, legte seinen Kopf schief und es machte auf einmal den Eindruck, als sei jegliche Neugierde, welche er zuvor auf den Fluren noch für die rötlich glänzenden Irden der jungen Frau gehabt hatte nun verschwunden - beziehungsweise war sie innerhalb weniger Momente vom einen zum anderen Fixpunkt gesprungen.
Neben den Kuonji war es die zweite Adelsfamilie, mit der Sora über verschiedene Ecken und Enden in Kontakt trat. Erst unverhofft durch seine große Liebe; durch den schicksalhaften Angriff eines Seekönigs, welcher das Schiff der ehemaligen 1. Division durch den Himmel schleuderte und ausgerechnet nahe des Hafens von Gray Island beschädigt in die Arme des Meeres übergab. Rückblickend war es ein beinahe schon amüsanter, wenngleich nicht weniger morbider Scherz den sich das Schicksal mit ihnen geleistet hatte. Was wäre passiert, hätten sie den Rivers Mountain wie geplant passiert? Wären sie in die Hände von Piraten geraten? Hätte das Wetter sie nicht ungleich durch die Mangel genommen und kentern lassen? Vielleicht wäre es am Ende ihres Weges sogar zu einer kämpferischen Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Flying Devils gekommen. Unendlich viele Szenarien schossen in Windeseile durch den Kopf des Schwarzhaarigen, allesamt mit waghalsigen Verläufen und groteskem Ausgang. Und doch unterschieden sie sich alle in einem Detail von der Realität - Aoko lebte in diesen Visionen. Gemeinsam mit ihm.
Sora war jedoch nicht so weit von den Tatsachen entfernt, als dass er einer nicht genauer in Worte zu fassenden Entität, einer Erscheinung, einer bloßen Vermutung die Schuld für ihren gemeinsamen Weg geben wollte. Mit ausreichend vielen Deviationen ihres originalen Weges hätten die beiden höchstwahrscheinlich nie zueinander gefunden. Es hätte Jahre, Jahrzehnte dauern können, bis eine andere Frau dem Soldaten nah genug kam, um den alten, rostigen Schalter seines Herzens vorsichtig, zärtlich, und doch mit der notwendigen Aggressivität umzulegen. Damit ein starrsinniger Idiot wie er realisierte, dass ausnahmslos jedes menschliche Wesen auf dem Planeten den sie ihren Ursprung nannten in der Lage war, Liebe zu empfinden. Und durch niemand anders als die Prinzessin Gray Islands war er auch mit ihrer Familie, den Kuonji, in Berührung gekommen. Eine mehr als fragwürdige Ehre, denn die Schere der Ereignisse, positiv wie negativ, ging derart weit auseinander dass die Vermutung erneut nahe lag, jemand habe sich einen makaberen Spaß mit ihnen allen erlaubt.
An einem kurzfristigen Besuch der Toilette war nichts auszusetzen, auch wenn es mögliche Antworten auf die Fragen des Takeuchi nach hinten rückte. "Am besten lässt du die Tür offen. Nicht dass du ebenfalls in Versuchung kommst, die Tür einzuschlagen", kam es nicht völlig ohne Seitenhieb gen Kat von ihm, auch wenn ein amüsiertes Lächeln die Züge des Schwarzhaarigen umspielte "Wenn es länger dauern sollte, kann ich dir auch einfach den Schlüssel mitgeben. Denke nicht, dass ich den ersten Abend außerhalb des Zimmers verbringen werde."
Besonders amüsant schien jedoch die Reaktion der hübschen Schwertkämpferin zu sein - es schien nicht nur so, oh, es war definitiv amüsant, dass sie sich nicht nur wie eine extra angeforderte Vernichtungsmaschine über die Kekse hermachte, sondern auch wie sie versuchte, jemanden zu korrigieren, der es nicht einmal ansatzweise darauf anlegte, ihren Namen in den Mund zu nehmen. "Die Kekse haben eine Familie", keckerte er, schüttelte den Kopf und lehnte sich bereits in der Erwartung eines erneuten Hiebs in seine Richtung nach hinten "So wie es den Anschein macht, zerstörst du diese Familien allerdings mit absoluter Hingabe. Wie ein Monster in menschlicher Form", und als wäre das nicht bereits genug der Anspielungen, hob Sora beides Hände, ließ die feingliedrigen Finger nach unten hängen und bewegte seinen Kopf mit leerem Gesichtsausdruck und weit offen stehendem Mund umher. Für die spontane Imitation eines Geistes .. Monsters .. eines nicht genauer definierten Wesens bestimmt nicht schlecht! Allerdings nicht besonders gruselig. Oder witzig.
Weswegen die Rache umgehend folgte, exakt in der bereits erwarteten Form. Allerdings zeigte ich der Soldat wenig beeindruckt. Erneut. "Ist das alle- ?!" Noch in seiner Ausweichbewegung stellte der Jüngling einen gewaltigen Fehler fest. Nämlich eine Wand. Direkt hinter ihm. Gegen die sein Hinterkopf laut donnernd knallte und damit nicht viel mehr übrig ließ, als weiter herunter und auf das Bett zu rutschen. Was einerseits bedeutete, dass Kat ihre gewünschte Rache durchführen konnte und ihm ein weiteres Mal Bekanntschaft mit einem Kissen vergönnt wurde - allerdings schwebte der gesamte Körper der Schwarzhaarigen ebenfalls über ihm. Was auf mehr als nur eine Weise eigenartig schien, immerhin musste auch sie sich irgendwie abdrücken, oder zumindest sicheren Stand besitzen, um nicht zu fallen. "Glaub nicht, dass du nur damit schon gewonnen hast!" Immerhin hatte der Kampf jetzt erst richtig begonnen. Alles was er brauchte, war ein weiteres Kissen in Reichweite der von ihm gestreckten Arme, damit der Konter eingeleistet werden konnte. Jedoch erwies es sich als kompliziert, nur mit den Händen zu suchen - die bernsteinfarbenen Augen des jungen Mannes waren die gesamte Zeit über nach oben gerichtet, um Kat ja nicht entwischen zu lassen. Was nicht schwierig war. Immerhin trennte sie nur eine Schicht von wenigen Zentimetern Luft.

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Kat
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Sa 18 Feb 2017 - 17:07


Sora schien sie reizen zu wollen. Kat hatte eine Reihe von Gedanken mit Möglichkeiten, ob es irgendwie anders sein konnte, aber ein Teil von ihr war überzeugt, dass er Kat die ganze Zeit ärgern wollte. Welche Gründe er dafür hatte, war ihr nicht ganz klar, immerhin kannte er sie gar nicht. Dass sie bei besonderer Überreizung wirklich unangenehm werden konnte, war dem ihr ja Fremden zusätzlich nicht bewusst, aber woher sollte er das auch wissen? Kat war zudem nicht gewillt, ihn über ihre Vergangenheit und ihre Gewohnheiten, sowie ihre komplette Persönlichkeit zu unterrichten. Ja, sie sprach schließlich ohnehin nicht sonderlich viel oder oft und erst Recht nicht über sich selbst. Es gab in ihren Augen weitaus interessantere Themen, zudem sie es nie wirklich lobenswert fand, wenn ein jemand viel von sich selbst redete. Auf Soras stichelnden Bemerkungen hatte Kat nichts zu sagen, denn auf solcherlei Sticheleien war Kat gar nicht aus. Ja, sie war auf die Kekse aus und diese Art Humor stand ihr einfach nicht.
Bei ihrem Angriff auf Sora war Kat also schließlich über Sora gelandet und funkelte ihn wütend und ein wenig beleidigt durch ihre Augen an. "Nenn' mich nicht Monster.", warnte sie dann mit drohender Stimme und spürte, wie ihre Augen für einen Moment brannten. Die Schwarzhaarige hatte gar nicht in den Spiegel sehen müssen, um zu wissen, dass für einen Moment das Rot ihrer Augen intensiver wurde und ein dunkler, violetter Schatten ihre Sclera einnahm. Winzige Exemplare der Siegelschrift, die eigentlich den Griff von Murasame zierten schmückten nun die blutrote Iris wie winzige kleine Punkte und untermalten das wabernd, leuchtende Rot von Kats Augen. Hätte man genauer hingesehen, würde zudem das kurze rote Leuchten der Siegelschrifft auf Kats glänzender, heller Haut einfallen, sowie das kurze Scheinen auf ihrer Haut, die sich auf die Verwandlung vorbereiten wollte. So weit kam es allerdings nicht, weshalb Sora bloß einen Bruchteil der Sekunde wahrnehmen könnte, wie Kat in vollendeter Verwandlung aussah. Wie ein Schatten schwebte ihr Anderes Ich über ihr und entblößte unwillig Kats dämonisches Gewand vor Sora, ihre glänzende Haut, das tief ausgeschnittene, noch viel kürzere Kleid, was womöglich in dieser Position über Sora weitaus dämonischer wirken würde, als ohnehin schon. Für einen Moment musste sie wirklich "monströs" wirken. Nicht nur ihre Augen, ihr ganzer Körper spannte sich kurz an, wodurch Kat sich einen Augenblick lang über Sora aufbaute und ihn für den Bruchteil einer Sekunde einen Blick auf ihre eigentliche Demon Form schenkte. Für eine komplette Verwandlung reichte weder Wut noch der Kraftaufwand, den sie bereit war zu bringen. Eigentlich hatte sie Sora nicht einmal diese kurze Sekunde schenken wollen, aber das Wort Monster in ihrer Gegenwart in den Mund zu nehmen, ließ nicht nur Kat, sondern auch Murasame einen Moment aufhorchen und den jungen Mann warnen wollen, weshalb die Kraft des Schwertes einen Moment lang durch ihr Blut gepumpt wurde. Natürlich würde Sora ihr nur noch weniger glauben, aber Kontrolle war schließlich etwas, für das Kat nicht bekannt war. "Ich habe noch nie verloren.", fügte Kat noch einmal hinzu, während ihr Zustand sich langsam wieder normalisierte. Dass sie nur wenige Zentimeter von Sora trennte störte Kat gar nicht, viel mehr wusste sie, dass sie auf so kurzer Distanz sicher mehr Wirkung auf ihn hatte, als stünde sie in der anderen Ecke des Raumes. Dass ihre dämonische Form möglicherweise einschüchternd wirken konnte, war ihr natürlich bewusst, nicht anders wollte sie es, wenngleich sie es gerade in diesem Moment nicht geplant hatte. Es war ihr aber auch egal, denn völlig untypisch für Kat handelte sie einfach so, wie es ihr in den Sinn kam und es sie amüsierte. Dann bemerkte Kat, dass Sora mit seinen Händen ein weiteres Kissen suchte, das er ihr an den Kopf werfen konnte. Durch plötzliche Freude und Elan gepackt war es aber nun wieder Kat, die sich das Kissen erneut schnappte, sich aufsetzte und ihrer neuen Bekanntschaft wieder gegen den Kopf schlug. Lachend blieb sie über ihm hocken, zog erneut das Kissen weg und grinste ihn frech an. Erst jetzt hatte sich ihr Zustand wieder komplett normalisiert, weshalb Sora nach dem zweiten Schlag wieder in das alte Gesicht von Kat schauen konnte. "Du scheinst mir allerdings kein besonders harter Gegner.", neckte sie weiter und lächelte ihn weiter freudig an. Sie konnte sich zwar nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal so viel Spaß an einer kindlichen Banalität gefunden hatte, aber es war Kat auch egal. Zum ersten Mal seit langen machte sie sich gar keinen Kopf darüber, ob etwas richtig oder falsch sein konnte und handelte ganz einfach so, wie sie es im Moment wollte.

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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Sa 18 Feb 2017 - 21:18

Oh, Sora lag durchaus einiges daran, die hübsche Schwertkämpferin mit seinen Aussagen zur Weißglut zu treiben. Nicht auf verächtliche Weise, verstand sich. Doch die kleinen Sticheleien, eigentlich noch von humorvoller Natur und weitaus verspielter als alles, was man auf verletzender Ebene hätte gewalttätig durch den Raum wirbeln können, erzielten scheinbar einen ungewöhnlichen Effekt.
Mit aufgerissenen Augen betrachtete der junge Soldaten jedes noch so winzige Detail, welches sich wie in Zeitlupe vor ihm abspielte. Jede noch so subtile Regung die den Körper der Schwarzhaarigen durchlief wurde wie in Stein gemeißelt in sein Gedächtnis übertragen, eingebrannt in das allgegenwärtig aktive Unterbewusstsein des Takeuchi. Die auf einmal hell leuchtenden Irden, wie sie auf ihn herab schienen und regelrecht damit begannen, jegliche Substanz seines Bewusstseins aus seinem Herz, seinem Kopf, seinen Augen zu ziehen und in dem unendlich tiefen Rot zu versiegeln. Unsichtbare Fäden wickelten sich um seinen Körper, schnürten nicht nur jede Hoffnung eines regulären Atemzugs ab, sondern auch die Kraft um sich jetzt noch dieses Anblickes zu entziehen. Und doch blieb nicht viel mehr als ein aufgeregtes, die nur wenige Zentimeter vor ihm entstehende Herausforderung begrüßendes Grinsen auf seinen Lippen geschrieben.
Wie ein eisig kalter Windhauch, der sich durch winzigste Ritzen der hölzernen Hauswand gezwungen hatte glitt ein widerspenstiger Schauer über den Rücken des Burschen, als sich die veränderte Gestalt der Schwertkämpferin einem Schatten gleich über ihm erhob und mit vernichtendem Ernst auf ihn herab blickte - ganz so, als wolle sie ohne auch nur ein einziges Wort zu sprechen die unzähligen Schlingen enger um seinen Körper wickeln, zusammenziehen und ihn damit für seine unüberlegten Anschuldigungen erdrosseln. Allerdings war es kein Empfinden von Furcht welches Soras Herz in seine Fänge nahm, nicht die höchst beunruhigende Fatalität mit der er dem Tod ins Angesicht blickte. Nichts, aber auch rein gar nichts von der Erscheinung der jungen Dame erinnerte ihn an die vollkommene Reizüberflutung, welche ihn gen Boden gerissen hatte. Kat mochte sich selbst nicht als Monster sehen, nicht auf diese schändliche Weise bezeichnet werden - und genau dieser eine Moment, in dem beide nun gefangen waren, machte diese Phrase umso passender. Ironie des Schicksals, sie durch jemand ertappt wurde .. ?
Über den regelrecht versteinernden Blick ihrer dämonisch auf ihn herab leuchtenden Augen hinaus veränderte sich jedoch noch weit mehr; unter anderem Aspekte die die Vermutung nahe legten, dass Kat nicht ganz so menschlich war, wie sie beteuerte. Ihre Kleidung schien sich zurückzuziehen, wie von magischen, unsichtbaren Fingern gekürzt. Unweigerlich kam dem Burschen eine von vielen Fragen. Nämlich ob die Kleidung der Dame nun vor seinen Augen schrumpfte und damit eine reizvolle Wirkung entfaltete, oder ihr gesamter, eigentlich schlank gebauter Körper zunahm, sich streckte, fülliger und über die Maße weiblichen Charme gewann.
Die milchig blasse Haut ihrer Glieder wurde reiner, glänzte ganz ohne fremden Lichterschein und machte den Eindruck, als würde man regelrecht an ihr entlang gleiten, wenn man sie ungeschickt berührte. Ihr achtsam getragenes Kleid, welches zuvor nicht viel mehr preis gegeben hatte als die zierlichen, angedeuteten Schlüsselbeine, offenbarte nicht nur wesentlich kürzere Ärmel, sondern auch ein gefährlich tief ausfallendes Dekolleté - und damit einher ging die mindestens so verwirrende wie faszinierte Erkenntnis, dass sich hinter der rüpelhaften Schwertschwingerin insgeheim ein großbusiges Geschöpf von Frau versteckte. Als wäre das nicht an und für sich mit offenen Armen empfangener Anblick, legte sich scheinbar Zentimeter um Zentimeter ein weicher Glanz auf die nobel gezeichnete Haut der Schwarzhaarigen.
Nachtschwarze Vorhänge aus strähnigem Haar fielen über die schlanken Schultern bis auf die zerknitterte Bettdecke und schirmten neugierige Blicke beinahe vollständig ab. Unter anderem auch auf die unheimliche rote Färbung, welche sich über die Ränder nach innen hinweg in die Irden des Takeuchi schlich, während er noch immer nahezu regungslos dort lag, hinauf sah und unweigerlich durch den subtilen Ruck, welcher durch Kat ging, den schwingenden Bewegungen folgte. Von der einen, zur anderen Seite, Hinauf. Herab. Links. Rechts. Aber was war sie? Hatte sie nicht behauptet, kein Mensch-- nein! Sie hatte lediglich darauf gepocht, nicht als Monster bezeichnet zu werden. Legenden von Gestaltenwandlern existierten; in der Logik ihrer Welt sogar absolut erklärbar durch die Präsenz von Teufelsfrüchten und Zoan, so wie es der Soldat ebenfalls war. Kat wirkte hingegen .. anders. Nicht jede Kleinigkeit, nicht jede sonderbare Erscheinung, nicht alles was über den allgemeinen Menschenverstand hinaus ging musste zwingend auch mit einer Teufelsfrucht assoziiert werden. Viel mehr erinnerte sie an ein boshaftes Wesen; einer erzürnten Frau per se also nicht unähnlich. Wäre da nicht die rapide Änderung ihres gesamten Erscheinungsbildes und der regelrecht erdrückenden Ausstrahlung, die sie wie ein dichter Film umgab.
"Einen solchen Rekord kann ich leider nicht aufweisen. Ich bin kein Kämpfer. Und habe auch keinerlei Interesse daran, einer zu sein." Hinter einem überzeugenden Schmunzeln verbarg sich jedoch eine gänzlich andere Wahrheit. Sora fürchtete Auseinandersetzungen nicht. Er fühlte sich sogar wohl, liebte das Gefühl von Adrenalin das wie unkontrollierbare Flutwellen durch seinen Leib schossen. Dem entgegen hielt der Korvettenkapitän nichts davon, andere Menschen zu verletzen. Oder aus Spaß heraus anderen das Leben zu rauben. Von dieser Sorte Mensch hatte er genug gesehen. In Loguetown. Auf Kataki Island. Abschaum wie dieser besaß nur eine Existenzberechtung. Nämlich um wie Müll entsorgt zu werden. "Allerdings", vorsichtig wurden beide Hände an Kats Taille geführt, mit nichts weiter im Sinn als sie langsam aber stetig empor zu heben, damit er sich selbst aufrichten konnte "Bin ich ein schlechter Verlierer." Eigenartiger Weise funktionierte nichts von dem, wie eigentlich geplant. Denn obwohl ihr geringes Gewicht keinerlei Schwierigkeit hätte darstellen sollen, schaffte es der Takeuchi nicht, sie mehr als ein paar Zentimeter in die Luft zu stemmen.

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BeitragThema: Re: Zimmer 6   So 19 Feb 2017 - 16:35


Er war also kein Kämpfer? Ganz anders hätte Kat Sora nun eingeschätzt. Von ihm ging eine seltsame Stärke aus, die Kat unmöglich überbieten konnte. Neugierig betrachtete Kat die Züge des jungen Mannes und legte dabei leicht ihren Kopf schief, wobei ihre langen Haare noch weiter über ihre Schultern fielen. Blinzelnd bemerkte Kat, wie die Augen ihres Gegenübers langsam die Farbe ihrer eigenen annahmen. Zunächst glaubte Kat, dass sie bloß spiegelten was sie vor sich hatten, aber es war viel zu wenig Licht, das durch ihre langen Haare hätte scheinen können und welche plausible Möglichkeit gab es? Dass es eine Spiegelung ihrer eigenen Macht war, das konnte Kat sich beim besten Willen nicht vorstellen, aber sie musste zugeben, dass es nicht unmöglich war. Die Geschichten von Murasames Kraft reichten sicher weiter als diese simple Liebesgeschichte erzählen mochte. Vielleicht verzehrte sich das Schwert nach frischem Blut und fand in Sora ein willkommenes Opfer. Kat allerdings hatte keinerlei Interesse daran ihn zu töten, ja, sie dachte nicht einmal daran. Ganz im Gegenteil: Sie genoss einfach seine Gesellschaft. Sicher versuchte die Kraft des Monsters Sora vollkommen in den Bann zu ziehen und ihn zu verzaubern. Das würde natürlich auch erklären, warum Kat selbst stets auch diese physische Wandlung vornahm.
Neugierig wie die Schwertkämpferin war, hätte sie am liebsten weiter getestet inwiefern sie die Grenzen ausweiten konnte, aber was hätte ihr das gebracht? Sora sollte nicht als ein Versuchskaninchen dienen und jetzt, wo sie in das spiegelnde Rot seiner Augen sah, war sie sich sicher, dass es Murasames Macht war, die ihn ebenfalls einnehmen wollte und ihn an Kat selbst binden könnte, zumindest auf eine gewisse Art und Weise...?
Noch immer hielt Kat den Blickkontakt mit Sora aufrecht, wenngleich ihre Augen wieder das übliche Rot eingenommen hatten und bloß nur noch eine Erinnerung des kurzen Aufblitzen ihrer Kraft im Raum schwebte. Etwas erschrocken musste sie feststellen, dass dieser kurze Moment jedoch, ein wenig mehr in Sora ausgelöst hatte, als sie zunächst gedacht hatte. Seine Bewegungen ließen vermuten, dass er Kat von sich drücken wollte, seine Arme brachten allerdings nicht die nötige Kraft auf, sondern hoben Kat lediglich ein kleines bisschen von sich weg. "Was ist los?", fragte Kat schließlich und drückte sich mit ihren Händen von Sora weg um Distanz zwischen sie beide zu bringen und ihn nicht weiter zu bedrängen. Natürlich gefiel ihr der kurze Moment der Macht, aber sie wusste überhaupt nichts damit anzufangen, beziehungsweise, sie hatte gar kein Interesse daran Sora weiter zu manipulieren. Wieso sollte sie seinen Willen nehmen? Dennoch würde Kat sich merken, was sie da gerade gesehen hatte und wie viel Einfluss sie tatsächlich auf ihr Gegenüber hatte. "Meiner Meinung nach, hast du bereits verloren.", neckte sie ihn weiter, ohne jedoch von ihm weg zu sehen. "Das war äußerst interessant...", sprach sie dann zu sich selbst, legte den Finger nachdenklich an ihre Lippen und sah erneut in die doch eigentlich bernsteinfarbenen Augen Soras. Sie würde definitiv darauf zurück greifen und dieses Phänomen genauer untersuchen. Nur zu gern wüsste sie, was der alte Schmied und der nette junge Mann von damals dazu gesagt hätten... Für einen Moment, glitten ihre Gedanken fern von diesem Ort und für den Bruchteil einer Sekunde verlor sie Sora aus ihrem Gedächtnis und richtete ihre Augen von seinen ab.

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BeitragThema: Re: Zimmer 6   So 19 Feb 2017 - 18:59

Nicht nur Kat war höchst interessiert über die Vorgänge, die sich im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor ihren Augen abspielten. Von einem ausgewachsenen Fluch infiziert zu werden stellte sich als eine überaus sonderbare, dafür allerdings auch einzigartige Erfahrung heraus. Nur wusste Sora nicht, was exakt mit seinem Körper geschah - lediglich der Schluss dass es unweigerlich mit Kat zu tun haben musste wurde ihm denkbar leicht gemacht. "Möglich Weise, ja", stimmte der junge Mann ohne das geringste Anzeichen von Scham oder Reue zu, zuckte sogar mit den Schultern, hielt den Blickkontakt jedoch so gut wie möglich aufrecht "Und du hast Recht. Es ist sogar enorm interessant, was gerade passiert ist." Limitierung seiner Körperkraft mochte kein immenser Verlust sein, dennoch erinnerte es den Takeuchi enorm an Mir - selbst wenn dieser Vergleich an einigen Stellen derart hinkte, dass es mehr einer Herabwürdigung seiner Freundin glich als allem anderen.
Und es wäre sicherlich nicht Sora gewesen, wenn er dem nicht doch einen positiven Funken abgewinnen konnte, ganz gleich wie oberflächlich dieser sein mochte. Ihren Blick mochte Kat bereits zur Seite gerichtet und damit den Einfluss des Fluchs aufgehoben haben - allerdings befand sie sich noch immer über ihm. In einer Position, die für jeden Außenstehenden mehr als eindeutige Indizien hergeben mochte. Für vieles, aber keine insgeheim kindlich motivierte Kissenschlacht. "Was auch immer das war - es sah enorm gut aus." Amüsiert kichernd versuchte der Soldat einen ersten Gesichtsausdruck aufzuschnappen; warum die junge Schwertkämpferin seinen Blick nun mied konnte mannigfaltige Beweggründe besitzen. Sie umgehend auf den Prüfstand zu stellen versprach die eindeutigsten Ergebnisse. "Ich nehme nicht an dass du mir verraten wirst, was das war", sich dieser Tatsache mehr oder weniger bereits gewiss zuckte Sora lediglich mit den Schultern, verschränkte beide Arme hinter seinem Kopf und beabsichtigte nicht viel mehr als eine nette Konversation. Vielleicht mit einer zusätzlichen Portion Kekse, um die gewiss merkwürdige Stimmung anzuheben, wie auch die hübschen rosigen Lippen der Schwarzhaarigen zu lockern. Wenn sie nämlich etwas offenbart hatte, dann dass sie ein verfressenes kleines Etwas war. "Aber du könntest mir verraten, was mit deinem Äußeren geschehen ist. War das deine Kleidung, die sich verformt hat, oder warst du es?"
Gelegenheiten wie diese boten sich nur selten. Derartige Informationen wie feinen Sand durch seine Finger gleiten zu lassen stand jemandem wie Sora nicht zu Gesicht - mit entsprechender Neugierde, unstillbarem Wissensdurst und vermutlich auch einer gehörigen Prise Aufdringlichkeit würde er an diesem Halm festhalten. Wenn auch in einem durchgehend friedfertigen Rahmen. Solange man ihn nicht vor den Kopf stieß oder versuchte für blöd zu verkaufen. "Deiner Reaktion nach zu urteilen schießen dir gerade ganz andere Sachen durch den Kopf." Was es war? "Unsicherheit? Erinnerungen? Erklärungsversuche? Vielleicht sogar Angst?" In den Kopf seines Gegenüber konnte der Takeuchi nicht eindringen; er besaß nicht die Gabe Gedanken anderer Lebewesen zu lesen, und doch besaß er unrühmliche Erfahrungswerte, die sich im entferntesten Sinne auf Umstände wie diese übertragen ließen. Von einem fremden Wesen attackiert zu werden, von innen heraus, in einem beständigen Kampf mit dem eigenen Unterbewusstsein - Sora wusste exakt wie es sich anfühlte. Wenn man des Nachts nicht schlafen wollte, nicht schlafen konnte. Mit dem permanenten Unwohlsein konfrontiert, irgendwann den Verstand, die eigene Person in den Tiefen des Nichts zu verlieren. Aus keinem anderen Grund als ausufernder Unachtsamkeit.

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BeitragThema: Re: Zimmer 6   So 19 Feb 2017 - 19:32


Erschrocken sog Kat die Luft um sich herum ein und starrte prompt zurück zu Sora, der völlig entspannt schien. Nicht nur gab er ihr Recht, er war sicher der erste, der dieses Ereignis mit diesen Worten beschrieb, die er eben benutzt hatte. Leicht rosa mussten Kats Wangen nun geworden sein, nachdem sie das Kompliment vernommen hatte, denn plötzlich spürte Kat eine Wärme in ihrem Gesicht. Das hatte sie ja schon ewig nicht mehr vernommen, es mussten tatsächlich Jahre vergangen sein. Kat hatte sie nicht nach Komplimenten gesehnt oder danach gefragt, denn sie hatte sie nie etwas daraus gemacht, aber sie war auch bloß eine Frau und demnach nicht abgeneigt, ein paar nette Worte zu hören. Zwar kicherte Sora amüsiert, aber das störte Kat auch nicht weiter. "Danke.", sagte sie also schnell und ehrlich, nicht zuletzt der Höflichkeit wegen. Etwas überfordert und überrannt von ihrer infantilen Freude drückte sie Sora und fiel sogleich wieder über ihn her. Ihr hätte es leid tun sollen, aber bisher hatte sich Sora noch nicht beschwert und er schien nicht die Sorte Mann zu sein, die nicht den Mund aufmachen würde. Kat selbst hatte sicher lange keine andere Person mehr umarmt. Es war etwas seltsam das Gefühl, ihren Körper gegen einen anderen zu drücken und die Wärme von Soras Haut zu spüren, aber Kat fühlte sich seltsam wohl,als würde sie im Moment tatsächlich einfach jegliche Kontrolle fallen lassen. Ruhig legte Kat ihren Kopf an Soras Nacken, während sie ihn mit ihren Armen fest an sich drückte und dachte über seine anderen Worte nach."Sowas höre ich nun wirklich nicht oft, beinahe nie.", gab sie zu und striff sich etwas peinlich berührt eine ihrer schwarzen Strähnen aus ihrem Gesicht. Ja, sie hatte eher gedacht, Sora würde nun völlig angewidert sein.
Es war nicht verwunderlich, dass Sora Neugierde zeigte. Wäre sie in seiner Situation gewesen, wäre Kat sicherlich ähnlich interessiert gewesen. Sie wusste selbst nicht, was sie ihm sagen sollte, denn streng genommen kannte sie den jungen Kerl gar nicht so lange und zu behaupten sie würde ihn wahrlich kennen, wäre ebenfalls eine glatte Lüge. Eine Reihe seltsamer Vorkommnisse und Zufälle hatte sie aneinander geführt und Kat hatte vor einigen Stunden sicher nicht damit gerechnet nun in dieser Situation zu sein und sich an jenen sommerlichen Tag zurück zu erinnern, als sie einen jungen, mit Geld gesegneten Kerl getroffen hatte, der sie zu einem ebenso mysteriösen alten Schmied geführt hatte, der ihr die Wahrheit über ihr geliebtes Schwert verraten hatte. Zwar stand Kat noch immer in regelmäßigen Kontakt zu dem noblen jungen Mann von Shellstown, aber niemals hatte sie jemandem von ihm erzählt.
Sora war also ein Fremder, warum sollte sie gerade ihm nun davon erzählen? "Das war... sozusagen Murasame.", begann Kat und überlegte wie viel sie erklären müsste, damit Sora es verstand. Wie immer, wenn sie von ihrem Schwert sprach, nannte sie es beim Namen, denn schließlich war es weitaus mehr als ein wenig Metall, das in einer Schmiede zu einer Klinge geformt wurde. Es barg so viel Geschichte in sich. Liebevoll fuhr Kat mit einem ihrer Finger an den griff ihres Schwertes, während sie noch seinen Namen auf den Lippen hatte und lächelte. "Es ist eine verfluchte Klinge und man könnte sagen, dass der Geist dieses Dämons, der ihm inne wohnt in mich gefahren ist. Alles, was mit mir passiert ist, war ihm also zu... verdanken." Sie wusste nicht genau, welche Worte sie benutzen sollte, denn im Reden war Kat schließlich nie besonders gut gewesen. Viel mehr versuchte sie sich auf jenen Tag zu konzentrieren, an dem sie von dem Geheimnis von Murasame erfahren hatte. Nicht nur, war Kat selbst es, die an diesen Tag denken musste, Sora schien eine solch enorme Auffassungsgabe zu haben, dass er selbst bemerkte, wie sehr Kat abgelenkt war und wie sie an den Tag dachte. Beinahe wollte sie, dass sie wieder dort war und ihren alten Freund traf... Es war ja schließlich nun schon eine Weile her und obwohl sie regelmäßig mit dem jungen Akiyama korrespondierte, konnte sie nie mit Gewissheit sagen, dass es ihm wirklich gut ging. "Ich...", druckste Kat herum und machte eine schiefes Gesicht, während sie zu Sora aufsah, der ihr gespannt zuzuhören schien. "... bin gar nicht so gut im erzählen und vielleicht wäre das ohnehin keine gute Idee..." Nickend verdrehte sie die Augen. "Es ist nur, dass die Geschichte von Murasame für mich weit mehr ist als bloß eine Legende von einem verfluchten Schwert, Liebe, Hass und Zerstörung... Für mich hängt mein eigenes Leben daran, seit meiner Kindheit und das Leben eines sehr guten Freundes von mir, den ich zurück gelassen habe. Ich muss gerade nur an ihn denken und frage mich, ob es ihm gut geht... Das verstehst du aber alles vermutlich auch gar nicht." Kat machte eine wegwerfende Handbewegung und sah zu den Keksen auf dem Tisch. "Ich will dich damit auch nicht langweilen." Sie stand ja so ungern im Mittelpunkt und von sich selbst zu reden, das machte ihr noch immer wenig Spaß. Sie wollte nicht egozentrisch wirken und Sora langweilen. Er war ein wirklich lieber Mensch und verdient keine gähnende Geschichte aus ihrem Leben. Er verdiente auch nicht, dass sie nun in Erinnerungen schwelgte, von einem Tag, den sie vielleicht nie wieder erleben würde. Aber Kat erinnerte sich an jede Einzelheit und musste erneut lächeln. Sora war ein fremder und sicher der einzige, der Kat so oft hatte lächeln sehen können, ehrlich lächeln. "Möchtest du einen Keks?", versuchte Kat also abzulenken, griff nach den letzten Keksen auf den Teller, hielt Sora einen hin und biss selbst in einen anderen. Wenn sie kaute konnte sie zumindest ein wenig über ihre nächsten Worte nachdenken und Sora Zeit geben zu antworten oder selbst zu denken.

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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   So 19 Feb 2017 - 20:54

Sora hatte mit vielen unterschiedlichen Reaktionen gerechnet. Beginnend mit einfacher Verneinung sämtlicher Tatsachen der letzten paar Minuten, bishin zu einer vollkommen überstürzten Flucht aus dem Zimmer und hinaus auf die Flure. Genau so gut wäre die Option vorstellbar gewesen, über einen mehrere Stunden anhaltenden Monolog verschiedenste Versionen ein und derselben Legende erzählt zu bekommen. Vergessen von der Geschichte selbst, ohne Relikte auf die sich die Menschheit beziehen konnte. Nicht viel mehr als das Gewäsch alter Männer und Frauen, die versuchten ihr Wissen, ihre Vorstellungen und Träumereien von Generation an Generation weiterzugeben. Sora lebte für diese Art unsicherer Sachverhalte. Ihren Mystizismus. Die unendlichen Möglichkeiten der Interpretation, ihnen wie ein Raubtier langsam, schleichend auf die Schliche zu kommen, um eines fernen Tages hoffentlich die ganze, die eine, die unumstößlich in Stein gemeißelte Wahrheit in Händen zu halten.
Doch war es in seinen Augen nicht einmal das Ergebnis auf welches der wissbegierige Soldat hinaus wollte. Ihm ging es nicht um die Lösung einer trivialen Gleichung, nicht die Zusammensetzung eines chemischen Produkts, oder die Erklärung wie bestimmte mechanische Vorgänge exakt funktionierten. Er wollte nicht von anderen belehrt werden, nicht mit dem kürzesten Weg abgespeist werden. Seiner Einstellung nach ging es immer um den Weg - es war der Weg, die Reise selbst, die Jagd nach Indizien und dem Zusammensetzen augenscheinlich nicht zueinander passender Puzzleteile. Das aufgeregte Drehen und Wenden von Fakten, das nervöse Zusammensetzen von passenden Anhaltspunkten, dem Aufspüren weiterer Zwischenschritten. Allein die Überlegung, einer Legende wie der, die sich offenbar um das Schwert der jungen Frau drehte ohne nennenswerte Hilfe, dafür aber einem vagen Ausgangspunkt hinterher zu laufen erfüllte den Soldaten bereits mit derartiger Freude dass ihm ein undefinierbares Lachen über die Lippen huschte.
In keinster Weise wollte er sich über Kat lustig machen, ebenso wenig schien ihm ihre Reaktion lächerlich. Nichts, aber auch rein gar nichts von dem was sie tat wurde von seiner Geste tangiert. "Du wirst ja ganz rot~", flötete er mit einem Mal, hob stichelnd die feinen schwarzen Brauen und schenkte Kat ein breites, enorm erheitertes Grinsen "Das ist ja in-te-re-ssant!" Mindestens ebenso überrumpelnd wie auch interessant war jedoch, dass sich der Takeuchi innerhalb weniger Momente die verstrichen in einer engen Umarmung wiederfand - fast schon irritiert wanderte sein Augenmerk hinüber zu der noch immer friedlich schlummernden Miyako. Ob sie von Eifersucht getrieben aus den Federn hüpfen und Kat gen Boden zerren würde? Unwahrscheinlich, in Anbetracht ihres seligen Gemüts. Mir hingegen würde die Schwarzhaarige mindestens zehn Köpfe kürzer machen und an einem weit abgelegenen Ort verscharren, damit niemand auch nur die winzigsten, mit bloßem Auge erfassbaren Reste finden konnte. Die Abgeschiedenheit dieser Taverne, gemeinsam mit den festgelegten Räumlichkeiten besaß also doch Vorteile. Eigenartige, durch und durch unerwartete Vorteile.
"Eine anhängliche Seite hätte ich dir nicht zugeschrieben." Lediglich ein ruhiges Nuscheln kam von seiner Seite aus, so wie Kat sich über und auf ihn geworfen hatte, sich an ihn lehnte und dabei noch ihr Bestes zu tun schien, um den Soldaten an sich zu ziehen. "Dass man dir keine Komplimente macht ist ebenfalls .. seltsam?" Sah ihr herkömmliches Umfeld sie etwa nicht als junge Frau? War sie für andere lediglich eine von vielen Schwertkämpferinnen, ohne Zweck der darüber hinaus ging? Für jemand wie ihn, der Menschen aufgrund ihrer Individualität betrachtete und schätzte, ihre Wege, Einstellungen, Fähigkeiten und nicht zuletzt Besonderheiten jeder Art schätzte, war es definitiv verschenktes Potential. "Allein deiner Augen wegen sollte man dich genauer betrachten. Nicht zu vergessen hast du nennenswerte ..", ein hörbares Räuspern, gefolgt von Seufzen sollte den anschließenden Worten ein wenig Feuer nehmen ".. Argumente, die dein plötzlich unerhört knapp gewordene Kleid präsentierte. Geschickt, wirklich. Die Falle hat definitiv zugeschnappt und war effektiv." Falls man Scheu in den Aussagen des Takeuchi suchte, war es ein mit Verlaub fruchtloses Unterfangen. Stärken der einen, Schwächen der anderen preiszugeben kostete ihn nicht eine Sekunde des Überlegens. Gerade diejenigen, die sich keine Blöße gaben, jene, die immer mit stoisch-abweisender Mimik auf andere zugingen, Menschen deren Meinung nur Fakten waren, die unnahbaren Perfektionisten, Genies und Alleskönner dieser Welt. Sie waren so, so, so unsagbar langweilig. "Meiner Meinung nach solltest du häufiger Komplimente erhalten." Ein Zwinkern folgte. Insgeheim hoffte der Bursche, nicht zu offen in seiner Herangehensweise zu sein.
Die folgenden Minuten hüllte sich der Takeuchi jedoch in bedachtes Schweigen. Was auch immer mit Kat geschehen war führte also auf den Einfluss einer verfluchten Klinge zurück. Keineswegs skeptisch, sondern viel mehr neugierig versuchten die bernsteinfarbenen Augen einen Blick auf das gute Stück zu werfen - allerdings war eine gewisse, sich an ihn klammernde Dame im Weg. Beschwerden würde man jedoch keine zu hören bekommen, auch wenn es den Eindruck erwecken musste, als würde er ganz bewusst und ungeniert an der Schwarzhaarigen entlang blicken. Und selbst dafür hätten sich Gründe finden lassen! "Murasame also. Hm." Ihre Waffe beim Namen zu nennen wies auf ein enges Band zwischen den beiden hin. Murasame war kein simples Objekt, kein Werkzeug um andere Menschen zu töten. Sondern viel mehr eine spezielle Existenz, geformt und in ein Schwert gepresst. "Ich muss mich also bei Murasame bedanken. Immerhin wurde mir eben etwas ganz Besonderes offenbart", schmunzelte er gelassen, entgegnete Kats Blick und streckte ihr neckisch die Zunge heraus. Vielleicht schaffte er es im Verlauf des Abends ja, die zarte Röte ihrer Wangen noch weiter steigen zu lassen. Einen Versuch war es wert - und einen Lacher sicherlich auch.
"Du hast Recht. Ich verstehe nicht wirklich, wie wichtig Murasame für dich ist. Zumindest wenn ich lediglich ein Schwert betrachte." Nostalgischen Wert in Objekten zu finden war keine Seltenheit. Erinnerungen, Emotionen, so unendlich viele Emotionen konnten durch den Anblick eines Bildes, das Tragen einer Kette oder eines Armbands verdeutlicht werden. Aber wirkliche Verknüpfungen mit dem eigenen Leben schienen unangemessen. "Anders sieht es aus, wenn du von etwas .. sagen wir Lebendigen spricht. Wenn in diesem Schwert wirklich etwas haust, etwas, was eine Persönlichkeit besitzt und dich ganz konkret beeinflusst", ein Schulterzucken folgte "Nachvollziehen werde ich es noch immer nicht völlig können. Glauben werde ich dir dennoch. Ist das ein Kompromiss?" In Wirklichkeit gab es nämlich durchaus ein Äquivalent für den jungen Soldaten. Nämlich die Bestie tief in seinem Inneren. Das monströse Wesen, welches sich in ihn eingenistet hatte, gemeinsam mit seinen schaurigen Teufelskräften. "Und freunde zu vermissen ist ganz normal. Mir geht es nicht anders. Ich habe meine beste Freundin seit über einem Jahr nicht gesehen und vermisse sie schrecklich."
Wie Kat auf die merkwürdige Idee kam ihn zu langweilen wusste er nicht. Dementsprechend folgte nicht ein sachtes Kopfschütteln als Erwiderung. "Gerne." Zusammen mit dem entgegen genommenen Keks drehte sich Sora jedoch endlich ordentlich auf sein Bett, warf die Beine nach müßigem Entfernen seiner Schuhe auf die Decke und streckte sich. Nach mehreren Minuten in reichlich unangenehmer Lage war es ein wahres Geschenk.

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Kat
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Di 21 Feb 2017 - 18:14


Rot? Kat wurde rot? Wann gab es das schon einmal, wenn nicht vor Wut oder Kälte? Ganz im Gegenteil aber, schoss der jungen Schwertkämpferin die Farbe nun vor Hitze in die Wangen. Ihre sonst so blasse Haut wurde beinahe ihren Augen gleich unter den Wangen gefärbt. Hastig hielt sich Kat beide Hände vor das Gesicht und senkte ihren Kopf so, dass ihr die schwarzen Strähnen in das Gesicht fielen. Und jetzt hörte er einfach nicht auf. Kat sollte ihm den Mund zukleben. Wenn er nicht endlich den Mund hielt, dann würde sich ihr Gesicht niemals wieder normal anfühlen. Kat erinnerte sich tatsächlich nicht daran, jemals als schön oder interessant oder sonst etwas bezeichnet zu werden. Ein junger Mann hatte ihr das letzte Mal vor Jahren Komplimente gemacht und das war ebenfalls beinahe das erste Mal gewesen. Da war eigentlich niemand, der sie so betrachtete und der Schwarzhaarigen hatte das auch nie gefehlt. Niemals hatte sie darum gebeten Komplimente zu bekommen oder als eine Dame behandelt zu werden. In diesem Moment aber fühlte Kat sich einmal wie ein richtiges Mädchen, beinahe ein kleines Mädchen, das vor Scham eben genau das tat, was Kat tat: Ihr Gesicht in den Händen vergraben. Und er hörte nicht mehr auf zu reden. Sora schien gar keine Probleme damit zu haben, über Kats Erscheinung zu reden. Ohne weiter darüber nachzudenken umarmte Kat Sora noch fester und drückte seinen Kopf an ihren Busen. "Jetzt halt den Mund!", befahl sie bestimmt, nicht zuletzt, weil sie bemerkte wie ihr bereits die Ohren vor Röte brannten.
Auf die anderen Worte, die sie von Sora vernahm wurde Kat wieder etwas entspannter. Ruhig sah sie gerade aus und lockerte den Griff um Soras Kopf ein wenig, drückte ihn jedoch nicht von sich weg. "Danke, dass du mir glaubst. Aber ich würde dich niemals dazu zwingen. Ich kenne Murasame genug um zu wissen, wer oder was und welche Macht in ihm haust.", entgegnete Kat also und lächelte einmal stumm, ohne dass Sora es richtig sehen konnte. Dieses Lächeln galt allein ihrem Begleiter Murasame.
"Deine beste Freundin, ja?", fragte Kat dann neugierig nach und weil sie sich ein wenig wohler fühlte hier zu sein. "Ich glaube es ist etwas Gutes jemanden woanders zu haben, zu dem man zurück kehren kann..." Nachdenklich sagte Kat diese Worte und dachte dabei an ihr zu Hause, von dem sie geflohen ist. Dass sie dorthin nicht so schnell zurück konnte wusste sie. Aber sie war froh, dass sie zumindest Daiki hatte, der vielleicht auf sie wartete. Und es war ein gutes Gefühl. Sora konnte sich sicher auch glücklich schätzen eine Person zu haben, der er vertrauen konnte und die auf ihn wartete und sich auf ein Wiedersehen mit ihm freute. Ruhig blieb Kat in Soras Umarmung sitzen und beruhigte sich langsam wieder von all der Wärme die ihr eben noch vor Scham ins Gesicht geschossen ist. Ihre roten Augen hoben sich endlich wieder vollends von ihrer hellen Haut ab, während die Schwarzhaarige ruhig und nachdenklich durch das Fenster nach draußen sah. Der Schneesturm legte sich... Sah Kat da etwa ein paar Lichter und Menschen? Neugierig hob sie ihren Kopf und versuchte einen Blick nach draußen zu erhaschen.

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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Di 21 Feb 2017 - 20:33

Stille sollte den Raum füllen. Um anderen Gästen einen geruhsamen Schlaf garantieren zu können, aber auch aus dem Wunsch heraus, keine zusätzliche Aufmerksamkeit auf die sich zunehmend entfaltende Situation zu lenken. Nichtsdestotrotz hallte ein in letzten Sekunde noch unterdrücktes Lachen bis hinaus auf den Flur, als sich der Schwarzhaarige der neuerlichen Reaktion gewahr wurde, die Kat offenbarte.
Warum ausgerechnet darüber gelacht werden musste ließ sich nur sehr bedingt durch logische Argumente erläutern; denn mehr als ein ausuferndes Kitzeln in der Magengegend war es im ersten Moment nicht. Jemand wie Kat, die durch nichts anderes auf sich aufmerksam gemacht hatte als den übereifrigen Versuch eine Zimmertür mithilfe ihres treuen Begleiters zu zerschlagen, hielt sich nun wie ein waschechtes, von Scham gezeichnetes Mädchen beide Hände ins Gesicht. "Du bist wirklich Gold wert", kam es in Form eines beinahe schon gehässigen Kicherns von Sora, der mit lediglich einem Auge hinauf schaut und frech grinste "Hättest du mich vor ein paar Minuten gefragt, wäre ich im Leben nicht darauf gekommen dass du so zuckersüß sein kannst!" In gewisser Hinsicht war es natürlich nur ein weiterer Schlag in ein und dieselbe Kerbe. Ein Test, wenn man so wollte. Wie viel dieser mädchenhaften Züge in Kat steckten, wie sie reagierte, wenn man sie mit dieser nun offensichtlichen Tatsache konfrontierte. Hinzu kam allerdings, dass sie wirklich, wirklich niedlich war. Vermutlich aufgrund des enormen Kontrasts zwischen temperamentvoller Schwertkämpferin, die keine Sekunde zögerte um sich mithilfe bloßer Körperkraft einen Weg zu schaffen und dem nun neben ihm sitzenden, schüchternen, verlegenen Mädchen das wohl keiner Fliege etwas antun würde.
Von lichterloh brennenden Öhrchen bekam der Soldat allerdings spätestens dann nichts mehr mit, als man sich dafür entschied, der gesamten Situation einen symbolischen Stock zwischen die Beine zu werfen. Nicht dass Sora aufgrund dessen wirklich auf das hübsch anzusehende Gesicht fiel, viel mehr sah sich Kat wohl gezwungen, seine Worte zu unterbinden. Durch nichts anderes als plötzliche, ebenfalls überschwängliche Nähe. Aus der liegenden Position angehoben zu werden versprach definitiv auf kurze oder lange Sicht enorme Nacken- und Rückenschmerzen; aber nichts davon konnte auch nur ansatzweise zunichte machen, was sich erst einmal um seine Gesichtszüge herum abspielte, als der junge Mann erbarmungslos eng an die üppige Brust der Schwarzhaarigen gezogen und an selbige gedrückt wurde. "Glaub nicht, dass du mich nur damit zum Schweigen bringen könntest", knurrte er provokant, merkte allerdings rasch dass es nicht viel mehr war als ein paar hohle Worte ".. auch wenn ich gestehen muss dass du mich bestätigst. Sie sahen nicht nur sehr weich aus." Oh, sie waren es. Um diese Erkenntnis führte nun kein Weg mehr herum. Auch wenn es nicht die feine Art sein mochte, so konkret darauf anzusprechen. Höchstwahrscheinlich würde man ihn spätestens jetzt einfach wegstoßen und einen weiteren Besuch mit der Zimmerwand vorbereiten.
"Du brauchst mich auch nicht dazu zwingen, dir zu glauben. Ich bin neugierig. Erzählungen wie deine bringen mich nur zum Nachdenken. Sie veranlassen mich dazu, Nachforschungen anstellen zu wollen." Auch wenn es mehr danach klang, als wolle der Takeuchi waghalsige Experimente durchführen, wenn ihm erst einmal die nötigen Informationen gegeben waren, entsprach gerade das nicht seiner Vorstellung. "Besonderheiten wie diese sind nicht alltäglich. Sie direkt als Unfug darzustellen und wie heiße Kartoffeln fallen zu lassen versperrt jede Tür hinter der sich ein wahnsinniges Geheimnis verbergen könnte." Natürlich war nicht nur Murasame damit gemeint. Nur weil sich die verfluchte Klinge und der Wandel von Kats Gestalt gegenseitig bedingten, sah der Korvettenkapitän die beiden nicht als gemeinsame Erscheinung. "Damit bist natürlich auch du gemeint. Glaub nicht, dass diese eine Sekunde die ich dich eben so habe sehen können bereits ausreichend, um meine Neugierde zu stillen." Sora zwinkerte. Nun, so gut es ihm möglich war. Während sein linkes Auge nämlich geschlossen bleiben musste, da es zu eng im Stoff des pechschwarzen Kleids und der dahinter liegenden Brust versank, schaffte das Gegenstück es gerade so, nach oben zu sehen. Und zu zwinkern. Gerade so.
Andere Orte aufzusuchen, in die Heimat zurückzukehren, oder zumindest einen Menschen am anderen Ende der ihnen bekannten Welt zu besitzen löste scheinbar ein positives Gefühl in Kat aus. Ihres Gesichtsausdrucks nicht unähnlich, als sie in ihrer dämonischen Erscheinung den Blick von ihm abgewandt hatte. "Oh ja. Ich freue mich schon jetzt darauf, sie bald wiederzusehen. Sie in die Arme zu schließen und sie gnadenlos zu verwöhnen", Sora konnte nicht anders, als bei der Vorstellung zu grinsen, wie er Roule ein fabulöses Essen zauberte, ihr zum ersten Mal seit über einem Jahr eine Massage zukommen ließ und endlich - endlich - darauf zu sprechen kam, gemeinsam mit ihr zu tanzen. Gedämpft wurde dieser Tagtraum lediglich durch die zeitgleich aufsteigenden Bedenken, wie um alles in der Welt er Mir vermitteln sollte dass da jemand wie sein Schmetterling existierte. Mit allen Privilegien die man sich vorstellen konnte. Inklusive eines Schlüssels zu seiner Wohnung ..

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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Sa 4 März 2017 - 17:09


In ihrem Leben hatte Kat sich schon so einiges anhören müssen. Sicher waren Beleidigungen da dominanter gewesen als Komplimente. Natürlich hatte Kat kein Ohr für Beleidigungen, immerhin entstanden die meisten Worte aus Auseinandersetzungen und meistens war niemand besonders clever mit Worten, wenn er wütend war. Dass sie allerdings als "zuckersüß" oder gar "gold wert" sein sollte, nein, das hatte sie in ihrem Leben noch nie vernommen. Was immer Sora trieb diese Worte von sich zu geben, es tat gut. Und so saß Kat eine Weile einfach da und spürte, wie ihre Gesichtsfarbe sich langsam neutralisierte, sowie ihr aufgeregtes Herz, das bis eben noch das Blut durch ihre Adern gepumpt hatte, als hinge ihr Leben davon ab. Ruhig starrte sie auf den schwarzen Schopf von Sora und legte unmerklich erneut ihren neutralen Gesichtsausdruck auf. Auf seine Worte zu ihrer Oberweite ging Kat gar nicht ein, registrierte jedoch die Tatsache, dass der momentane Standort von Soras Kopf sicherlich dazu beitrug ihn zu beruhigen und zufrieden zu stimmen. Seine leeren Worte waren demnach eben genau das: Völliger Schwachsinn und Kat wusste das und lächelte beinahe unsichtbar in sich hinein, während sie tief seufzte und kurz entspannt ihre Augen schloss.
Trotz der Neutralität, die sich wieder in Kats Gesicht schlich, hörte sie gespannt den Worten von Sora zu und freute sich noch immer über jedes Wort, das sie von ihm vernehmen konnte. "Weißt du...", begann sie dann und kicherte leise, wobei sie kurz ihren Kopf etwas senkte und ihre Schultern einen Moment auf und ab wippten. "Ich könnte es dir ja noch einmal zeigen, ja, ich würde sogar... Aber andererseits ist es gerade auch bequem, einfach hier zu sitzen... oder nicht?"
Auch auf seine Worte bezüglich seiner Freundin, wusste Kat nicht wirklich etwas zu erwidern, stattdessen seufzte und nickte sie nur kurz, während sie überlegte, ob sie etwas sagen konnte. Aber obwohl sie eben noch viel geredet hatte, änderte das nichts an der Tatsache, dass Kat wirklich keine besonders gute Rednerin war und nie wirklich das Richtige sagen konnte. Zeitgleich wollte sie aber nicht erneut als Unhöflich gelten und sah aus diesem Grund noch einmal zu Sora, der allerdings schon völlig in Gedanken versunken schien. Stören wollte sie ihn auch nicht, also legte die Schwarzhaarige eine ihrer Hände auf seine Haare und begann einmal sanft darüber zu streifen. Sie war sich sicher dass er ein sehr guter Freund war und ziemlich gütig noch dazu.

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Takeuchi Sora
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BeitragThema: Re: Zimmer 6   Sa 4 März 2017 - 18:11

In keinster Weise durfte man Sora als geschult in mentalen Künsten bezeichnen. Zwar mangelte es ihm nicht an Empathie und einen klugen Kopf der auf seinen Schultern lastete, doch genügten diese Eigenschaften noch lange nicht, um zuverlässig in den Verstand eines anderen Menschen einzudringen und diesen zu lesen. Was sich die junge Schwertkämpferin also zu seinen getroffenen Aussagen dachte, was sie letztlich zum Kichern bewegte - nichts davon eröffnete ihm ein Tor in ihre Gedankenwelt. "Habe ich etwas gesagt, das dich zum Lachen bringt?" Obwohl ihre Reaktion still und leise war, so konnte der Soldat noch immer nebensächliche Effekte dieser Regung wahrnehmen. Hauptsächlich durch das schwache Auf und Nieder ihrer zierlichen Schultern. Etwas was notgedrungen auch ihn bewegte, gemeinsam mit dem wohl betuchten und überaus weichen Oberkörper, mit dem er eine innige Beziehung aufzubauen schien. "Und was meinst du, du würdest es mir noch einmal zeigen? Sollten Geheimnisse wie diese nicht strengstens gehütet werden?"
Zu jedem beliebigen Zeitpunkt existierte die realistische Chance dass entweder Miyako aus ihrer Reise in das ferne Reich der Träume zurückkehrte, oder aber Bryan seinen höchst männlichen Lauf zum nahe gelegenen Bad erfolgreich abschloss und durch die Zimmertür gestürmt kam. In der freudigen Erwartung einer noch immer in vollem Gang befindlichen Kissenschlacht. Auch wenn Sora aus unerfindlichen Gründen eine aus Sympathie heraus entstandene Ausnahme darstellte, musste Kat dennoch weit genug denken, um unerwünschte Personen nicht in ihr Geheimnis einzuweihen. "Du musst wirklich vorsichtiger in solchen Belangen werden", moserte der junge Mann brummend, versuchte dabei seinen Kopf anzuheben, schaffte es allerdings aufgrund der befremdlichen Lage in welcher sich Oberkörper und Beine befanden nicht so recht "Was, wenn Fremde dich auf diese Weise sehen? Oder möchtest du mir sagen, dass es nichts ist, was verborgen werden muss?"
Ein Konzept welches dem Takeuchi in keinster Weise verständlich gemacht werden konnte. Zu sehr besinnte er sich selbst auf das Schauspiel des Unverbesserlichen; des klugen aber im Kampf nicht brauchbaren Tollpatsches. Dem Rest der Welt eine Maske der Schwäche aufzuzeigen, bis sie eines fernen Tages gen Boden fiel, um eine vollendete Gestalt überragender Macht darzustellen. Noch war dieses letzte Gericht nicht über die Welt hereingebrochen; und doch verstand der Soldat Menschen nicht, die ihre Kraft zur Schau stellten, mit ihren besonderen Eigenschaften hausieren gingen, oder das öffentliche Auge auf sich ruhen wissen wollten. Selbstdarstellung dieser Art wurde von ihm als absolute Banalität und Lächerlichkeit eingestuft.
"Natürliche würde ich mich freuen, wenn ich noch einen zweiten Blick erhaschen könnte", grinste der Korvettenkapitän diebisch, wohl auch aber unsichtbar für die blutig rot strahlenden Augen der Schwarzhaarigen "Nur solltest du genau darauf achten, wem du Geheimnisse dieser Art verrätst, meinst du nicht auch?" Denn dass Kat auf diese Weise in erhebliche Schwierigkeiten kommen konnte verstand höchstwahrscheinlich selbst ein noch unzureichend gebildetes Kind. Menschen fürchteten das Unbekannte. Und verknüpft mit einer beeindruckenden, zeitgleich einschüchternden Erscheinung wie der ihren würde die Schwarzhaarige lediglich für lautstarke Furore sorgen. Stimmen und Gedanken würden sich unkontrolliert überschlagen, Meinungen bildeten sich schneller als Worte in den Hirnen der Redner ausgebildet wurden. Insbesondere die Gläubigen innerhalb der Gesellschaft würden mit einer finsteren Gestalt wie der ihren nichts weiter assoziieren als einen leibhaftig gewordenen Teufel oder Dämon. Verletzende Stigmata wie diese existierten überall auf ihrer Welt - besonders aber dann, wenn es Überzeugung und Glauben betraf.
Womit jedoch zu keiner Sekunde gerechnet werden konnte, war dass sich mit einem Mal, frei jeder Ankündigung, zierliche Finger auf seinen Haarschopf legten und diesen zu streicheln begannen. Einen Moment lang zuckte Sora zusammen, ebenso wie sich die feinen, schwarzen Brauen verengten und Skepsis in die bernsteinfarbenen Irden trat. Von einer Wildfremden nicht nur eng in die Arme geschlossen und ihrem Herzen nahe gerückt zu werden, sondern auch noch gestreichelt zu werden, wie von einer Mutter die ihr Kind sanft in den Schlaf wiegen mochte, erwies sich als völliges Neuland. Und als wäre das nicht bereits Grund genug für Aufsehen - diese idyllische, gleichzeitig aber auch nach den Gesetzmäßigkeiten ihrer Welt verquere Momentaufnahme fand zwischen einer Piratin und einem Soldaten der Marine statt. Menschen, die sich auf den Meeren, den Schlachtfeldern gegenüber stehen sollten.
"Bequem ist es definitiv." In diesem Punkt musste Kat unweigerlich zugesprochen werden. "Nur habe ich die Vermutung, für dich könnte es mit der Zeit unangenehm werden?" Nicht nur saß sie halb auf einem Bett, sondern musste darüber hinaus das partielle Gewicht einer anderen Person in ihren Armen halten. Alternativen die sie beide zufrieden stellten, kamen dem Takeuchi jedoch nicht in den Sinn. Anmaßend genug war er angesichts seines erfüllten Privatlebens ebenso wenig. Ihr einen ruhigen Platz direkt neben sich anzubieten ging doch einen Schritt zu weit. Gleichzeitig erfasste den jungen Mann eine Welle der Egozentrik, welche ihm verbat, Kat einfach auf ein anderes Bett oder ihr Zimmer zu verweisen. An ihrer verqueren Situation des fehlenden Zimmerschlüssels hatte sich nach wie vor nichts geändert. Jedenfalls nicht soweit sie wussten.

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