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Arrestzellen

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Saemon



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BeitragThema: Arrestzellen   Do 26 Jan 2012 - 8:14

das Eingangsposting lautete :

Arrestzellen

Eine sehr kleine und ungemütliche Unterkunft aus stabilem Holz. Auf der linken Seite befindet sich ein provisorisches Bett, welches ebenfalls aus Holz besteht. Abgesehen von einer Decke bekommen die Gefangenen nichts um es sich ein wenig gemütlich machen zu können. Man hat keinen Blick nach draußen und die Front ist mit starken Gittern gesichert, welche zusätzlich eine Seesteinlegierung aufweisen. Für sanitäre Bedürfnisse stehen den Gefangenen zwei Eimer zur Verfügung, dessen Inhalt alle 3 Tage von einem Wärter geleert wird.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 1 Feb 2012 - 18:25

Er blickte einen Moment zu ihr hinüber, beantwortete Lian’s Frage jedoch nicht. Neugier war eine Sache über die er nicht nachdachte, weil es nicht nötig war. Neugierig war er immer und vor allem auf alles. Er war ein Abenteurer welcher nur wenige Gelegenheiten außer Acht lassen würde, doch konnte er sich nicht einmal erklären wie er diese stillen sollte. Neugier war ein Teufelskreis, aus welchem man niemals ausbrechen kann, solange man lebt. Sobald man einmal in diesem gefangen war, gab es kein entrinnen mehr und das wusste Saemon.

Es wurde ihm schon früh klar, ließ er doch schon in jungen Jahren keine Gelegenheit aus um etwas in Erfahrung bringen zu können, seine Grenzen aus zu testen oder schlicht weg eigene Antworten entwickelte. Es war ganz gleich wie man dieses Verlangen nach Information befriedigte, die Hauptsache war dass es befriedigt wurde. Es war an sich eine effektive und hilfreiche Methode, denn die Neugier konnte einen auffressen wenn man sie nicht in den Griff bekam. Mehr als einmal merkte der Kisaragi wie drastisch seine Konzentration abnahm, wenn er sich auf eine unklare Sache fixierte. Es wurde immer schlimmer und schlimmer, nahm einfach kein Ende, bis er letztlich seinen eigenen Geist überlistete. Es war sicherlich nicht die eleganteste Lösung, doch immerhin war es eine.

Er wiederholte ihre Worte noch einmal in Gedanken und versuchte sich dann seine Zukunft vor zu stellen. Wie würde sein Leben wohl verlaufen? Wie würde er es im Alter weiterführen? Gab es überhaupt eine Zukunft. Er verstand nicht was es brachte sich im hier und jetzt darüber Gedanken zu machen, immerhin konnte man das Schicksal nicht beeinflussen und wenn es der Plan einer höheren Macht war, dass Saemon einsam und verlassen starb, dann war dem eben so.

Er zuckte kurz mit der Schulter und lächelte weiterhin in ihre Richtung. Es störte ihn nicht einmal dass sie näher kam, empfand keine Scham oder dergleichen mehr, spürte sogar kurzzeitig dass er ihre Nähe genoss. Dieses Empfinden wiederum stimmte ihn erneut nachdenklich, sodass sein Blick nach vorne wanderte und einen festen Punkt fixierte. Diese Situation schien so unwirklich und er konnte sich einfach nicht erklären was dieses Mädchen, mit ihren zynischen Kommentaren, ihrer teilweise störrischen Art und doch so lieblichem Wesen an sich hatte, was bei ihm solche Regungen auslösen könnte.

Er hatte schon vor einer Weile damit aufgegeben aus ihr schlau zu werden, genoss einfach ihre Gesellschaft und ermahnte sich selbst davor sie weiterhin aus zu fragen und ihre Motive verstehen zu wollen.
Als sie eine Strähne seines Haares ergriff, hinderte er sie nicht daran, warf ihr dennoch einen irritierten und abschätzenden Blick zu. Reich an Körperkontakt war ihre Begegnung ja schon gewesen, doch nur im geringen Maße auf solch friedliche, man möchte beinahe behaupten, zärtliche Art und Weise.

Seine Skepsis sollte nicht all zu lange anhalten und kurz darauf zeigte sein Blick auch schon wieder nach vorne und ein Lächeln bildete sich auf den schmalen Lippen.

“Ich weiß alles was ich wissen möchte, da bin ich ein wenig stur und sehr Eigen. Ich bin immer bereit neue Dinge zu lernen, doch bekomme ich immer Kopfschmerzen wenn ich an all die Gerätschaften denke, welche Ärzte so in ihren Praxen haben. Das war noch nie so recht mein Fall und ich glaube auch nicht dass sich das jemals ändern wird. Ich bin allerdings beeindruckt dass du dich so gut damit auskennst.“

Sprach er und währenddessen wandte sich sein Kopf weiter und weiter in ihre Richtung, sodass sie nun problemlos sein Gesicht erkannte.

“Du wirst meine Verwunderung verstehen… Einerseits weißt du scheinbar genau wie du einen Menschen retten kannst und hast dennoch kein Problem damit diesem sein Leben zu nehmen, wo du ihm so viel Gutes tun könntest. Bei dir lernt man nie aus.“

Wieder kam sie auf sein Auge zu sprechen und Saemon konnte einfach nicht anders als ein leises Lachen nach außen dringen zu lassen.

“Ich danke dir dass du mir immer wieder Tipps dafür gibst, wie ich hätte retten können, was ich nie wieder haben werde.“

Er nahm das wirklich mit Humor, war sogar recht angetan von ihrer so kindlich unbekümmerten Art. Es schienen so viele Facetten in diesem jungen Ding zu stecken, dass er es gar nicht erwarten konnte noch mehr zu sehen.

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 1 Feb 2012 - 19:31


„Nun ich kann Leben genauso gut nehmen, wie ich sie im Zweifelsfall geben kann“,

erklärte sie ihm unberührt und fummelte weiter an den roten Haaren herum. Das Töten war in Lians Augen nur ein Job, ebenso, wie das Heilen. Man tat es, weil man es tun musste und weil die Notwendigkeit dazu bestand. Nicht, weil man Lust dazu verspürte. Etwas oder Jemanden aus einer Laune heraus um sein Leben zu bringen, war für Lian unbegreiflich. Auch wäre sie niemals imstande, einem Gegner Qualen vor seinem Tod zu bereiten. Ihrer Meinung nach verdiente kein Lebewesen solch eine Behandlung, schon gar nicht, wenn es ohnehin dazu verdammt war, ins Jenseits überzugehen.

„Wir haben eben verschiedene Ansichten, Saemon. Du solltest beginnen, dich damit abzufinden. Ich werde niemals warm mit deinen Prinzipien und du wirst meinen Vorstellungen immer ablehnend gegenübertreten. Siehst du, für dich ist es schwierig, ein Leben zu nehmen, weil du keines im Gegenzug geben kannst. Du betrachtest jeden Gegner im Angesicht des Kampfes als Mensch und das tue ich nicht. Wenn ich kämpfe, dann ist mein gegenüber gesichtslos und nur ein Schemen ohne Bedeutung. Würde ich beginnen, nach seinen Ambitionen zu fragen, nach seinem Namen oder ihn genauer ansehen, dann würde es mich doch über Jahre verfolgen, dass ich ihm sein Leben genommen habe. Man muss es als einen schnellen Job betrachten, zack und fertig. Niemand muss leiden. Ich hasse es, wenn man seine Gegner quält. Niemand hat das verdient.“

Sie schwieg für einen Moment, um ihre Worte auf ihn wirken zu lassen, auch, wenn sie nicht mit Zuspruch und Verständnis rechnete. Wie sie sich dachte, würde Saemon ihre Ausführungen eher als herzlos und pervertiert empfinden, viele würden das und Lian war der Meinung, dass jeder ein Recht auf seine eigene Sichtweise hatte, die sie niemandem verübelte, solange diese nicht in irgendeiner Art und Weise drastisch ins Beleidigende überging und Scheuklappen trug.

„Außerdem aber.. sehe ich es dann immer so, dass ich für jedes genommene Leben wieder eines geben kann. Wenn ich jemanden antreffe, der verwundet ist und Hilfe braucht.. Naja, dann sehe ich mir nicht seine Herkunft, seinen Rang oder sonstiges an.. Dann helfe ich eben. Weil ich es so möchte. Dort mache ich keinen Unterschied. Sicher ist es keine Entschuldigung, aber doch ein kleiner Ausgleich.“

Nun ließ sie von seinen Haaren ab und zog die Decke wieder über ihre Brust und erwiderte seinen Blick, da er sich ja zu ihr umgedreht hatte und warf ihm ein kleines Lächeln zu. Dieses war schon seltener bei ihr, denn für gewohnt pflegte Lian breit zu Grinsen. Dazu bestand derzeit aber weniger Grund, auch, wenn sie begann, sich in Saemons Nähe wohlzufühlen. Dies lag daran, dass er etwas sehr Beruhigendes ausstrahlte.

Als er wieder sein Auge ansprach und Lian etwas wie Argwohn heraushörte, musste sie doch noch grinsen und kicherte verschlagen.

„Du betrachtest es als Schönheitsfehler, nicht wahr ? Aber es ist nur solange einer, solange DU ihn als solches empfindest. Ich finde es nicht schlimm, trage ja manchmal selber eine Augenklappe. Sieht doch cool aus, viele Piraten machen das. Bist du heimlich auch Pirat ?“

Ihr Grinsen war jetzt mehr als nur breit und offenbarte eine Reihe kleiner, weißer Zähnchen.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 2 Feb 2012 - 13:34

Tatsächlich würde er diese Ansichten niemals teilen, oder gar verstehen können. Wie konnte man nur so denken? Das kam ja schon nahe an das Primitivum ran, welches im alten Testament verbreitet wurde. ‚Auge um Auge – Zahn um Zahn.‘ Nein, so etwas kann und wird Saemon niemals gut heißen. Aber gut, zumindest waren sie sich einig, dass sie sich nicht einigen können und damit musste man sich abfinden. Sie wuchs anders auf, lebte mit Piraten zusammen, da stumpft man wohl mit der Zeit ab. Saemon erging es in dieser Hinsicht anders, da er nicht mit Raub und Mord erzogen wurde. Man brachte ihm Disziplin und Fleiß bei, höfliches Benehmen und auch Gehorsam. Dennoch wurde er kein Hirnloser Sklave der ungefragt das tat, was andere ihm auftrugen. Er entwickelte seinen eigenen Kopf und folgte diesem konsequent all die Jahre lang. Sie nannte ihn mehrfach eine Marionette und dass er blindlings irgendwelchen Befehlen folgte und in gewisser Weise hatte sie damit ja auch Recht. Doch tat dies doch jeder Mensch. Jeder war sein eigener Herr und folgte den Befehlen seines Gewissens, da war ganz besonders Saemon keine Ausnahme, doch würde er sich niemals als eine Marionette bezeichnen.

Lian folgte Creester bedingungslos, fühlte sich als würde sie ihm etwas schulden und im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dieser Schuldeine Zuneigung, beruhend aus unsagbarer Dankbarkeit. Dennoch ändert es nichts daran dass sie ihm folgte, weil sie es ihm schuldig war, so dachte sie. Trotzdem würde er sie nicht als Creester Püppchen beschimpfen, da auch sie dies aufgrund ihrer eigenen, zugegebenermaßen störrischen und zum Teil verblendeten Ambitionen heraus tat. Saemon hatte ein wenig das Gefühl als hätte sie keine andere Wahl gehabt.

“Der Grund dass ich keinen Menschen töten möchte ist nicht jener, dass ich nicht in der Lage bin Leben zu schenken, sondern dass ich das Leben eines Menschen als das ansehe was es ist – Einzigartig und unersetzlich. Deiner Logik nach wäre es dann wohlmöglich auch ok wenn du einem Menschen sein Essen weg nimmst, dafür einem anderen etwas abgibst. Das mag für dich in Ordnung sein, doch bleibt es für mich Unrecht und deswegen werden wir uns auch niemals einig werden.“

Seine Stimme klang ruhig, war eindringlich und doch warm. Er ließ etwas sanftes mitschwingen, da er sie nicht verurteilen, sondern lediglich seinen Standpunkt nahbringen wollte. Es brachte nichts wenn sie die Tage damit verbrachten sich gegenseitig um zu stimmen, da dies ein sinnloses und vor allem endloses Unterfangen wäre.

Saemon schien nicht so ganz zu begreifen was sie mit ihren Aussagen zu seinem Auge eigentlich sagen wollte. Zum einen erzählte sie ihm dauernd dass sie es hätte heilen können, eine Tatsache welche einen Menschen im Grunde eher verstören, als aufmuntern sollte, würde er dies erst Jahre danach erfahren. Saemon nahm es gefasst auf, immerhin hat er sich damit abgefunden und gelernt damit um zu gehen, doch warum ließ sie einfach nicht ab von dem Thema? Es wirkte beinahe höhnisch wie sie ihm nachsagte, für ihn sei es ein Schönheitsfehler. Saemon hatte keine Warze im Gesicht oder eine zweite Nase, nichts dergleichen. Ihm fehlte ein Auge! Das war kein Schönheitsfehler sondern eine Erinnerung an ein tragisches Ereignis.

Nun gut, er blieb dennoch ruhig, lächelte sie an und tat es als jugendliche Übermut ab, was es wohl letztlich auch war. Solch eine Unbekümmertheit fand man eben nur bei jungen Menschen.

“Nein ich bin kein Pirat, nicht mal ansatzweise. Und sei mir nicht böse, aber als Schönheitsfehler sehe ich das sicherlich nicht an und…bitte, bezeichne es nicht als solchen, oder erzähl mir wie passabel du es hättest retten können… Das nützt mir alles nichts mehr, doch sollte das jemals mit meinem zweiten Auge passieren, kannst du dir gewiss sein, dass ich dich als erstes aufsuchen werde.“

Er war bemüht diese bitte nicht Vorwurfsvoll klingen zu lassen und konnte behaupten dass das Ergebnis zufriedenstellend war. Doch interessierte ihn noch eine Sache, dabei ging es nicht darum sie zu verstehen, oder ihre Absichten zu hinterfragen. Er wollte nur eine simple Sache in Erfahrung bringen.

“Wie bist du zu Creester’s Crew gekommen? Darf ich dich das fragen?“

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 2 Feb 2012 - 18:27



Sie hatte schon damit gerechnet, dass er nicht nachvollziehen können würde, was sie sagte. Auch wenn er es nicht merkte, so lag der Hauch eines Vorwurfs in seiner Stimme, als er seine Position darlegte und das, obwohl er mit bedeutend ruhigerer Stimme sprach, als während ihres Kampfes. Dennoch seufzte Lian leise und zuckte mit den Schultern. Eine Art Entschuldigung dafür, dass sie wohl nie auf einer Wellenlänge argumentieren würden, was nicht zuletzt daran lag, dass Saemon nun einmal auf der Seite des Gesetzes war und Menschen wie Lian jagte und einsperrte, wenn nicht gar Schlimmeres.

Dass es Saemon allerdings tatsächlich so sehr missfiel, dass sie abermals auf sein Auge angespielt, es aber nur gut gemeint hatte und ihn eigentlich mit ihren Worten trösten wollte, verstand sie nicht. Beinahe machte er für sie einen gereizten Eindruck und warf ihr sogar vor, dass sie es einen Schönheitsfehler genannt habe, wobei sie lediglich sagte, dass er selbst es wohl als solchen betrachtete. Schweigend hörte sie sich seine Ausführungen an, zog aber die Augenbrauen nachdenklich zusammen, denn sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wieso er sich selber und sein Auge so ernst nahm. Sicher, es erinnerte ihn an ein unschönes Ereignis, aber man konnte ein solch offensichtliches Merkmal nicht einfach übersehen. Man musste lernen, mit ihm zu leben und darüber lachen zu können. Aber im Grunde genommen war es seine Sache. Sie hatte ihn nur aufheitern wollen, aber da allerdings kein Bedarf für ihn bestand, verschwand ihr Grinsen und sie nickte lediglich auf seine Worte, würde sein Auge wohl auch nicht mehr weiter erwähnen.

„Verzeih, ich bin dir zu nahe getreten“,

sagte sie lediglich mit ernster Miene. Für sie war das Thema an diesem Punkt auch erledigt. Sie hatte ihn sicher nicht beleidigen oder verletzen wollen. Jetzt zumindest nicht mehr. Ihr fiel nur wieder auf, wie unterschiedlich sie eigentlich waren und der Ernst der Lage kehrte wieder ein, sodass sie den Blick abwandte und schwieg. Es wurde auch nicht besser, als er fragte, wie sie zu Creester kam. Im Gegenteil, ihr Blick erkaltete auf fast unheimliche Weise und sie starrte Saemon mit einem eisigen Blick ihrer blauen Augen an. Kein Wort verließ ihre vollen Lippen. Irgendwas in ihr riet ihr, sich zu diesem Thema geschlossen zu halten.

„Ich sagte doch, er ist mein Vater.“

Sagte sie trocken und ohne Saemon aus den Augen zu lassen. Die Piratin erinnerte jetzt wieder sehr an eine Katze, die ihre Beute oder in diesem Falle einen gefährlichen Kontrahenten nicht aus den Augen ließ, bereits in einer wachsamen Position, ihm keine Fehler oder hastige Bewegungen durchgehen lassend. War das seine Absicht gewesen ? Sie solange einlullen, bis sie sprach ? Das hätte sie sich denken können. Aus welchem Grund sonst hätten die Männer der Marine es zulassen sollen, dass er hier unten bei ihr blieb? Es war ein gut durchdachter Plan und sie war diesem charmanten Rotschopf beinahe in den Leim gegangen. Er dachte wohl, er hätte gewonnen. Aber da hatte er sich geschnitten. Das Mädchen rümpfte kaum merklich die Nase und zog sich hin.

„ Gute Nacht.“,

wünschte sie ein wenig abgekühlt und wandte ihren Blick von ihm ab.



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 2 Feb 2012 - 19:02

Saemon wusste selbst nur zu gut wie er mit der Sache um zu gehen hatte und nur weil er keine Witze darüber machte, hieß das noch lange nicht dass es ihm noch immer schwer im Magen lag. Man mochte es schon fast als beleidigend ansehen, wie locker sie darüber sprach selbst auch gerne mal eine Augenklappe zu tragen, als wäre es etwas angenehmes, oder wie sie selbst zu sagen pflegte – ein Modegag.

Lian’s Reaktion war ja recht eindeutig und was sollte man da auch großartig machen. Zwischen den beiden wird eben immer ein Kampf herrschen und daran würde scheinbar auch kein Weg vorbei führen. Lian wuchs unter Piraten auf, doch war Saemon sich sicher dass sie nicht von Geburt an eine von ihnen war. Wer sein Leben lang nichts anderes als Mord und Raub erlebte, wäre nicht so wie sie geworden. Sie trug Hass und Stolz in sich, doch differenzierten diese sich von Menschen, welche ihr ganzes Leben lang nichts anderes als die Piraterie kannten. Besonders wie sie mit Saemon umgehen konnte, zeigte ihm dass sich ihr Hass nicht gänzlich gegen die Marine richtete, wie es bei Piraten sonst so der Fall war. Nein! Da war noch was anderes.

Mit einem seufzen erhob Saemon sich, reckte alle Glieder von sich weg und stieß ein Gähnen aus. Irgendwie hatte er mal wieder das falsche gesagt, konnte sich jedoch nicht erklären was… Resignierend verließ er die Zelle und machte es sich wieder auf der Pritsche nebenan bequem, löschte das Licht und legte den roten Schopf auf dem Pullover ab.

“Auch dir eine gute Nacht. Vielleicht lernst du ja eines Tages doch noch mir zu vertrauen.“

Zumindest hatte er nun nicht mehr den Eindruck als wäre dies der Fall. Vielleicht auch deswegen weil sie ihn für einen Mann der Marine hielt? Nun gut, das war er nun auch, doch hegte er keinerlei Interesse in dieser Funktion an ihr. Er wollte das menschliche an ihr erforschen, was zweifellos vorhanden war, doch wenn eine Seite kein Vertrauen entgegen bringen kann, würden beide nur in einer Sackgasse landen.

Saemon war müde, verdammt müde sogar, doch ließ ihm diese Situation einfach nicht zur Ruhe kommen. Es nagte an ihm und raubte ihm noch mehr den Schlaf als alles andere. Er könnte nun inmitten von Schafen liegen, sich in deren weiche Wolle kuscheln und nebenbei welche zählen, dennoch würden sie ihn keinesfalls in das Land der Träume führen können. Trotz alle dem ließ der Kisaragi sich nichts anmerken, blieb regungslos und schweigsam auf der Pritsche liegen, mit dem Kopf zu Lian gewandt und blickte durch die Dunkelheit hindurch zu dieser hinüber. Irgendwie hoffte er eine Art von Schimmer erkennen zu können, welcher ihm den richtigen Weg oder dergleichen weisen würde. So sehr er sich auch zurück hielt sie unbedingt verstehen zu wollen, gelang es ihm dennoch nicht dies vollends in die Tat um zu setzen.

“Ich mag dich irgendwie… und wollte dir deswegen nicht zu nahe treten. Es hat mich nur interessiert. Verzeih wenn ich es falsch aufgefasst hab.“

Er wollte der Situation die Spannung nehmen und zu dem das los werden, wozu sein Geist ihn irgendwie zwang.


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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 2 Feb 2012 - 20:11



Lian drehte ihm den Rücken zu, als er sich erhob und wortlos ging. Augenscheinlich hatte er ihre Abfuhr richtig verstanden und dies füllte sie mit einer Art Genugtuung, die sie friedlicher werden ließ, was aber nicht hieß, dass ihre Lust, sich mit ihm zu unterhalten, wieder wuchs. Im Gegenteil noch. Sie merkte, wie sie tatsächlich immer müder wurde. Gott allein wusste, wie lange sie nun schon wach war, in vollem Einsatz, ohne etwas zu essen. Die Erschöpfung nagte an ihrem zierlichen Körper und trotz, dass sie unter drei Decken lag und eine weitere unter sich hatte, zitterte sie sanft vor sich hin. Gleichzeitig führte dies allerdings dazu, dass ihr die durch die Muskelkontraktion wärmer wurde und ihre blauen Augen sich auf die Hälfte schlossen. Sie blendete Saemon nahezu vollkommen aus. Das war auch nicht schwierig, immerhin hatte sie ihm den Rücken zugekehrt. Und sie dachte daran, wie schön es wäre, nun an Bord ihrer Crew zu sein, mit dieser gemeinsam alte Piratenlieder zu singen und vom Deck aus den Sternenhimmel zu beobachten. Der einzige Himmel, der sich hier bot, war ein Geflecht aus Gittern, welches nicht einmal funkelte, wenn Licht heraufschien.

Die Augen der Piratin schlossen sich. Auch, wenn das hieß, dass damit die Unvorsicht einherging. Saemon würde ihr nichts tun, so dachte sie. Andernfalls hätte er es schon zuvor vollbringen können und das hatte er nicht. Entweder, es stimmte was er sagte und er hatte schier weg Respekt vor dem Leben oder aber er brauchte sie noch, bis er gewisse Dinge aus ihr heraus gepresst hatte. Da konnte er lange warten ! Mit grimmiger Entschlossenheit zog das Mädchen die Augenbrauen tief in das blasse Gesicht, obwohl ihre Augen selbst bereits schon zu waren. Sie schlief bemerkenswert schnell ein und gab auch während ihres Schlafes keinen Mucks von sich, noch bewegte sie sich in irgendeiner Art und Weise. So kam es, dass sie es nicht mehr mitbekam, als Saemon zu ihr sprach, doch vermutlich hätte sie eh an seinen Worten gezweifelt. Jemandem zu sagen, dass man ihn mochte, so fand sie, war etwas Großes, etwas, was man nicht von ungefähr behaupten konnte oder sollte. Lian fand, wenn man so etwas sagte, dann musste es ausnahmslos der Wahrheit entsprechen. Aber wie konnte sie sicher sein, dass der Rotschopf sie nicht an der Nase herumführte ? Er zeigte klare Indizien, dass sie sich vor ihm auf der Hut nehmen musste.

Anders als sonst fiel Lian dieses Mal in einen Schlaf, der sogar Träume mit sich brachte. Zunächst war es nichts Besonderes, irrelevante Kleinigkeiten, die nicht weiter beunruhigend waren. Ein kleiner Spaziergang am Hafen, ein Trickbetrug, eine Unterhaltung mit einem ihrer Brüder.. Aber dann änderte sich alles. Ausgerechnet von Saemon musste sie träumen. Dieser erschien auf dem Schiff ihrer Crew, um ihn herum kleine Flämmchen, die sich auf die Männer an Deck warfen. Laute Schreie erfüllten die kühle, nach Salz schmeckende Luft, während Lian selber sich weder bewegen, noch schreien konnte. Vor ihren Auge musste sie sehen, wie Saemon ihren Creester mit einer noch viel größeren Flamme angriff. Ihr Ziehvater schrie in Höllenqualen und letztlich fiel sie selber zu Boden. Rauch lag in der Luft.. Stille. Stille, die von einem lauten, hämischen Lachen durchbrochen wurde. Saemons Lachen.. während um ihn herum blutende, leblose Körper lagen, deren Augen weit aufgerissen und anklagend auf die zumindest körperlich unverletzte Lian starrten, die nur die Hände vor ihrem Mund zusammenpressen konnte und hemmungslos in Panik schluchzte.

Dem schlafenden Mädchen sah man ihren Albtraum nur bedingt an. Ihr Puls raste und sie zuckte hier und da, gab allerdings keinen Muchs von sich. Dennoch rannten ein paar Tränen aus ihren geschlossenen Augen.



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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 2 Feb 2012 - 21:02

Saemon welzte sich einige male hin und her, blickt angestrengt in die Dunkelheit und gab schließlich auf sich selbst zum Schlafen zu zwingen. Es hatte keinen Sinn und wieder würde er eine Nacht lang kein Auge zubekommen. Letztenendes konnte man daran nichts ändern und er erhob sich von dem ungemütlichen Bett, saß nun aufrecht auf dem querliegenden Brett und rieb sich den Hinterkopf. Ein Seufzer bahnte sich seinen Weg aus seinem Mund hinaus in die Freiheit und schien Saemon hinter sich her in die Höhe zu ziehen. Vorsichtig tastete der Rotschopf voran und kurz darauf ertönte das altbekannte Geräusch des klimpernden Schlüsselbundes. Er öffnete die Türe, schloss diese wieder hinter sich und schob den Riegel davor. Die Petroleumlampe nahm er ebenfalls mit und hängte diese an einen Haken vor dem Zellenraum.

---> Verbindungsgänge des Unterdecks
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 3 Feb 2012 - 14:02


Unglaublicherweise schaffte Lian es, durchzuschlafen. Ihr Schlaf war auch weiterhin unruhig verlaufen, war jedoch tief genug gewesen, damit sie sich jetzt erholt und voller neuer Energie fühlte. Die Piratin hatte sich die ganze Nacht kein einziges Mal gedreht und lag entsprechend mit dem Gesicht zur Zellwand, die Einblick in die danebenliegende, leere Zelle gewährte. Ein paar Mal blinzelte sie nur und musste sich zunächst daran erinnern, wo sie sich grade befand. Man wachte schließlich nicht jeden Tag in einer kleinen Zelle auf. Aber nach und nach kamen auch die Erinnerungen an die letzte Nacht wieder, ebenso, wie diese an ihren Traum. Ihre Laune sank rapide. Sie war es nicht gewohnt, zu erwachen und das Sonnenlicht nicht zu sehen. Es war unangenehm, einengend. Nur langsam stützte sie sich auf ihren Unterarmen ab und fuhr sich mit dem linken Arm durch das dunkelblonde Haar, das mittlerweile trocken, aber nicht wirklich als ansehnlich zu bezeichnen war. Was hätte sie jetzt für eine Dusche getan? Eine warme, nein, heiße Dusche, die all den Dreck und ihre Laune von ihr spülen und sie mit sanfter Wärme umhüllen würde, die Situation vielleicht etwas erleichternd. Das Mädchen schürzte die Lippen und drehte sich auf den Rücken. Obwohl sie sicher war, dass es schon Tag sein musste, war es recht dunkel hier unten. Sie fühlte sich zu ihrem Bestürzen wie eine Ratte, die unter Deck leben musste, damit man sie nicht um ihr Leben brachte. Aber vermutlich lag sie damit nicht einmal ganz falsch. Oben waren sicherlich eine Menge Leute, die sich ihre Zelle gerne für ein paar Stündchen mit ihr teilen würden. Sollten sie doch. Beim Gedanken daran verzog Lian ihren Mund zu einem hämischen Grinsen. Niemand, der es wagte, sie in irgendeiner Art und Weise zu belästigen, würde hier lebend wieder rauskommen. Da konnte sich jeder sicher sein, der sein Glück aufs Spiel setzen würde.

Langsam begab sie sich in eine sitzende Position und seufzte tief aus. Ihr Blick lag trüb auf ihre Knie, die unter der braunen Decke spitz hervorlugten und sie wie ein Doppelzelt erscheinen ließen. Sie war hungrig und durstig. Ihre Kehle fühlte sich an, als hätte sie seit Wochen nichts mehr getrunken, auch wenn sie natürlich wusste, dass dies biologisch völlig unmöglich war, denn selbst nach wenigen Tagen ohne Wasser folgte der unmittelbare Tod. Sie spürte, wie sogar ihre vollen Lippen ausgetrocknet und rissig waren. Als ob sie eine Bestätigung für diese Empfindung brauchte, holte sie ihre Hand unter der Decke hervor und fühlte über die einzelnen, kleinen Risse, die zu ihrer Überraschung aber überhaupt nicht schmerzten. Allerdings machte sich gleich im folgenden Moment ihr Rücken bemerkbar und sie stöhnte vor Schmerz auf, griff sich instinktiv an diesen. Vermutlich ein blauer Fleck, gepaart mit der Tatsache, dass sie es nicht gewohnt war, auf solch einem harten Untergrund nächtigen zu müssen, ohne sich einmal zu drehen. Das war wirklich einfach kein Zustand. Sie hatte diesen Ort. Und langsam begann sie, auch den Kisaragi wieder zu hassen, der immerhin Schuld daran trug, dass sie hier drinnen fest saß. In einer Mischung aus Wut und Enttäuschung über ihre Lage warf sie ihre Beine über die Pritsche und wagte den Versuch, sich aufzurichten. Lian war ein wenig wackelig auf den Beinen, ihr Kreislauf war nicht zuletzt wegen der fehlenden Nahrungsaufnahme rapide in den Keller gesunken und generell plagten sie grässliche Kopfschmerzen. Wie sie so dort stand, fiel ihr aufgrund der Kälte auf, dass sie noch immer nichts trug. Reflexartig hob sie den Blick und fixierte Saemon, der allerdings zu schlafen schien. Vielleicht konnte sie ihre richtige Kleidung wieder anlegen ?

Einen Versuch war es wert. Lian begab sich auf leisem Fuß in Richtung des Stuhles, der in ihrem Raum stand und griff nach ihrer blauen Jacke, die sorgsam gefaltet auf diesem Lag. Ein wenig feucht war sie noch. Das Rüschenhemd darunter schien dafür trockener zu sein. Schlagartig hob sie ihre Laune ein wenig und sie griff nach dem weißen Leinenstoff, um das Teil schnellstmöglich anzuziehen. Nur hier und da waren kleine, braune Punkte, vermutlich Schlamm, erkennbar, hier und dort sogar rote. Die letzten Reste der beiden Matrosen, die sie erledigt hatte. Wenigstens zwei dieser Mistkerle weniger. Lian empfand ungeheure Wut. Nicht, weil sie diese unter normalen Umständen auch so empfunden hätte, sondern eher, weil sie unzufrieden mit ihrem Dasein auf diesem Schiff war und es hasste, wenn sie eingesperrt war. Was dachte sich dieser Rotschopf nur ? Sie war Piratin ! Piraten liebtten die Freiheit. Was verstand er schon davon ?

Ein Knurren unterdrückend hob sie auch ihren Faltenrock hoch, der ebenfalls trocken schien. Ihn anzuziehen ging noch schneller, als das Hemd. Beinahe vollständig. Ihre hohen Schnürstiefel standen in der Ecke der Zelle. Sie wusste gar nicht so recht, weswegen sie sich nun anzog, aber irgendwie fühlte sie sich damit besser und vollständiger. Klein beigeben würde sie auf keinen Fall. Schließlich schnürte sie sich auch die Stiefel an ihren Beinen zu. Hätte sie doch nur ihre Schwerter bei sich gehabt ! Ob Saemon diese mitgenommen hatte ? Oder lagen sie noch immer auf dem nassen Boden des Hafens von Shellstown ? Allein der Gedanke machte ihr Herz schwer. Obwohl die königsblaue Jacke noch feucht war, zog Lian sie trotzdem über und schloss auch dessen Knopf vor ihrer Brust. Anschließend setzte sie sich wieder auf die Pritsche, schlug die Beine übereinander und kramte in ihrer Jackentasche, bis sie schlussendlich eine schwarze Augenklappe mit einem Totenkopf hervorzog. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. Creesters Augenklappe. Ein Geschenk von ihm an sie. Ob sie ihn je wieder sehen würde ? Lebte er noch ? Lian senkte den Kopf und presste die Augenklappe an ihren Oberkörper. Ob tot oder lebendig – sie MUSSTE ihn wieder sehen.

„Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht von mir..“,

flüsterte sie leise in die Dunkelheit hinein. Natürlich galten ihre wehmütigen Worte Creester, der sie zu ihrem Bedauern ohnehin nicht hören konnte. Sie beneidete die Menschen, die über die Fähigkeit verfügten, auch über lange Distanzen miteinander kommunizieren zu können.

So konnte es nicht weiter gehen. Lian wurde beinahe schwindelig bei dem Gedanken, dass sie für ewig hier festsitzen und über das Was-wäre-wenn nachdenken müsste. Saemon hatte gesagt, sie würden bald Anker anlegen und sie dann in ein anderes Gefängnis bringen. Aber wer hatte denn gesagt, dass sie sich so einfach und widerstandslos abführen lassen würde? Abermals hob sie den Blick und beäugte den schlafenden Mann mit eisigen Augen. Ein Fauchen kroch ihre Kehle hoch, aber sie unterdrückte dieses. Er war ihr schon gefährlich nahe gekommen, fast hatte sie begonnen, ihn zu mögen und darüber hinaus ganz vergessen, wer er war, was er getan hatte und was er vermutlich noch tun würde. Außerdem konnte sie nicht wissen, was er im Schilde führte. Sie war zu nachlässig gewesen. Und das so schnell. Lian empfand Scham und sie konnte sich nicht erklären, warum es so einfach gewesen war, sie derart einzulullen.


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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 3 Feb 2012 - 15:13

---> Verbindungsgänge des Unterdecks

Der Rotschopf legte sich nun schlafen, achtet nicht weiter auf die Gefangene und schloss letztlich noch sein Auge, spürte wie er in das Land der Träume überging und endlich seinen verdienten Schlaf erhielt. Es war bereits spät Nachts und auf dem Schiff herrschte größten Teils Ruhe. Vermutlich war nur noch auf dem Oberdeck wirklich etwas los, da man schließlich auch nachts noch den Kurs und das Meer im Auge behalten musste. Hätte der Kisaragi einen Gedanken daran verschwendet, so würden die Männer, welche die Nachtschicht schieben mussten, ihm vermutlich Leid tun. So jedoch sollte es ihn nicht weiter kümmern.

Seine Ruhe hielt nur wenige Stunden an und auch wenn er nicht exakt wusste wie lange es war, so spürte er aufgrund einer imaginären inneren Uhr, welche er sich in der Zeit im Restaurant aneignete, dass es in etwa gegen 8 Uhr morgens sein durfte. Saemon schlug sein Auge auf und blickte noch immer in die ungebrochene Dunkelheit, doch wie sollte es auch anders sein. Fenster gab es bekanntermaßen keine und das Schiff war zu gut verarbeitet als dass zwischen den Dielen hindurch das Sonnenlicht dringen könnte.

Saemon blieb regungslos liegen und lauschte seinen Gedanken, bedachte so viele Dinge, insbesondere die Ereignisse der vergangenen Tage. An sich waren nur zwei Tage, welche wirklich Ereignisreich und aufregend waren. So viel Action, gepackt in so wenig Zeit, von den Veränderungen ganz zu schweigen. Am Morgen des gestrigen Tages hätte er sich niemals erträumen lassen, dass er spät abends schon der Marine angehören würde, doch so war es.

Er fühlte sich lustlos und unmotiviert, schaffte es einfach nicht sich auf zu raffen, sodass er sogar regungslos auf der Pritsche liegen blieb, als er Lian hörte. Er konzentrierte sich auf ihre Bewegungen und die Geräusche, welche diese von sich gab, doch obwohl sie sich frei bewegen konnte, völlig ungebunden war, spürte er keine Tendenzen eines Angriffes von ihr ausgehen.

Von hinten mochte es wirklich wirken als würde er noch schlafen, immerhin blieb seine Atmung gelassen, zwischendurch stieß er zwar ein entspanntes Seufzen aus, doch weiter war eine Weile lang nichts zu sehen. Noch gut 30 Minuten blieb er so liegen, als er sich dann doch noch erhob, die Lampe griff, das Feuer entzündete und diese schweigend auf dem Tisch ablegte. Ebenso schweigend schloss er dann auch Lian’s Zelle, schloss sie also wieder ein und verließ erneut den Zellenraum.

Nach gut 20 Minuten kam er wieder in den erhellten Raum spaziert und balancierte ein Tablett auf der Hand. Nachdem er dieses in ihre Zelle schob, machte er sich an einem Tisch bequem, welcher sich direkt neben der Türe befand, jedoch mit dem Rücken zu der Piratin gewandt.

Auf dem Tablett stand ein kleiner Krug mit Wasser und zudem ein Teller mit etwas essbarem. Heute gab es eine Lasagnenvariation, doch diesmal nicht von Saemon zubereitet. Wozu auch? Sein essen schien sie ohnehin nicht zu mögen. Vielleicht gefiel ihr das Schiffsessen ja besser. Den Tag über verbrachten sie schweigend, zumindest ging Saemon nicht auf sie ein und widmete sich der Pflege seiner Schwerter.

Das war nötig, immerhin war der Stahl empfindlich und bedarf viel Aufmerksamkeit, wenn man nicht wollte dass die eigene Waffe sich im Kampf gegen einen wendet. Zeit hatte er jede Menge, sodass er besonders sorgfältig mit seinen Katanas umging.

Als auch dies abgeschlossen war, erhob der Rotschopf sich und ging hinüber zu Lian, blieb vor dieser stehen und öffnete erneut ihre Zelle. Auch wenn sie ihm nicht vertrauen mochte und die Stimmung äußerst getrübt war, so hatte er ihr immerhin etwas versprochen.

“Na komm. Zeit zum duschen. Eine Toilette befindet sich im Nebenraum. Wenn du mir versprichst dass du keine faxen machst, werde ich dir keine Handschellen anlegen...aber wir müssen schnell sein, damit uns keiner sieht...“

Er sprach recht trocken, beinahe ein wenig kühl. Es war eine Sache die er tun musste, immerhin konnte er ihr die Eimer nicht zumuten und eine Frau ohne regelmäßige Dusche? Das ging einfach nicht.

Würde sie sich darauf einlassen, so würden die beiden vorsichtig nach draußen treten, wobei Saemon die junge Piratin stets hinter sich verstecken würde, und dann zu den Waschräumen gehen.


Zuletzt von Saemon am Sa 4 Feb 2012 - 11:47 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 3 Feb 2012 - 15:29




Lian sprach kein Wort zu Saemon. Den ganzen Tag über ignorierten die beiden einander und um ehrlich zu sein war die Blondine sogar erfreut darüber. Das Gefühl ihrer sich immer stärker füllenden Blase nahm zwar nicht grade ab, aber sie ertrug diesen Schmerz lieber, statt auf sich aufmerksam zu machen, geschweige denn die Pein auf sich zu nehmen, tatsächlich einen der Eimer zu benutzen. Wann immer Saemon ihre Zelle betrat, warf sie ihm nur argwöhnische und unverwandte Blicke zu oder aber sie tat einfach, als sei er gar nicht erst anwesend. Dies schien ihn zu stören, jedenfalls dachte sie das, denn auch hier hielt sich im Folgenden geschlossen und kam immer seltener hinunter. Mit einem pikierten Lächeln verbrachte Lian ihren zweiten Tag in der engen Zelle und war die meiste Zeit über allein. Eine Bestätigung schlechthin für sie, dass Saemon nur leere Versprechungen gemacht hatte. Natürlich, sie konnte nicht von ihm erwarten oder verlangen, dass er sich um sie bemühte, während sie selber ihm ablehnend wie nur möglich gegenübertrat, aber sein Verhalten war in ihren Augen nur allzu offensichtlich, beleidigt eben, weil er nicht bekommen hatte, was er wollte. Auch, wenn sie natürlich nicht wusste, was ihm Informationen über ihre Herkunft bringen würden.

Auch das Essen rührte sie nicht an. Ihr war egal, wer es zubereitet hatte. Sie würde keinen Bissen davon nehmen. Tapfer ignorierte sie das schmerzhafte Knurren ihres Magens und blieb mit verschränkten Armen auf ihrer Pritsche liegen. Ihr war egal, ob dieser verlogene Mistkerl beleidigt war, weil sein Plan nicht aufgefangen war. Sollte er sie doch hier drin verrecken lassen. Es interessierte sie einfach nicht. Viel eher würde sie dies bevorzugen, statt dass sie ihm jene Genugtuung geben würde, die er augenscheinlich verlangte.

Zu ihrer Überraschung aber kam dann doch er auf sie zu. Allein das Wort Dusche in Kombination mit Toilette bescherrte ihr den reinsten Höhenflug und hatte sie zuvor vergessen, wie sehr ihre Blase schmerzte, so erinnerte sie sich jetzt nur allzu gut daran und der Schmerz trieb ihr beinahe die Tränen in die Augen. Ein wenig unschlüssig erhob sie sich von ihrer Pritsche und beäugte Saemon mit leichtem Misstrauen. Konnte sie dem Rotschopf vertrauen ? Letztlich wagte sie ein schwächliches Lächeln.

„Ich mache keine Faxen.“

Versprach sie ihm gehorsam und bewegte sich schnell an seine Seite, nur um sich dann mehr oder minder hinter ihm zu verstecken, hielt mit einer Hand einen Zipfel seines Oberteils fest und gab keinen Mucks von sich, als er sie hinausführte. Er sagte, niemand dürfe sie erwischen. Dies musste zwangsläufig bedeuten, dass er hier etwas tat, was ihm nicht erlaubt worden war, bzw etwas, was er nicht erfragt hatte. Irgendwie füllte das Lian mit Zuneigung gegenüber Saemon und sie vergaß über dies sogar ihren Unmut über ihre Gefangenschaft. Ihr Herzchen schlug einen Takt schneller, als sie daran dachte, wie es erst sein würde, wenn die warme Dusche über sie fallen und wärmen würde.

„Danke.“

Nuschelte sie leise, ganz leise. So leise, dass sie nicht einmal sicher war, ob Saemon sie gehört hatte. Aber das spielte auch weiter keine Rolle. Hauptsache, sie hatte es gesagt.



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 12:45

So wurde also die Türe geöffnet und noch bevor die beiden einen Schritt in den Gang taten, lurte der Kopf des Kisaragi hinaus, auf der Suche nach irgendwelchen Beobachtern. An sich sicherlich keine sonderlich gute Idee, wenn man bedenkt dass sein Haar jegliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte.

Die Luft schien rein und so führte er sie nach draußen, ergriff noch ihr Handgelenk, jedoch ohne Druck oder Kraft, einfach nur so wie man auch ein Kind halten würde. Das sie sein Oberteil bereits gegriffen hat, fiel ihm nicht auf. Möglichst leise tippelte er den hölzernen Boden entlang in richtung einer Türe, welche sich nur etwa zehn Meter entfernt befand. Stimmen ertönten am Ende des Ganges, sodass Saemon innerlich erschrak und ruckartig das Tempo beschleunigte. Eben so schwungvoll wurde dann auch die Türe aufgestoßen, Lian mehr oder minder hineingeweht und anschließend wieder verschlossen. Saemon lauschte an der Türe und stellte mit Zufriedenheit fest dass die Stimmen vorbeizogen. Man hatte sie also nicht bemerkt, sehr gut!

Saemon drehte sich zu der Piratin und blickte sie emotionslos an. Der Raum war erhellt und man erkannte sofort eine Kabine mit einer Toilette auf der linken Seite, eine weitere, etwas größere Kabine auf der rechten Seite – die Dusche. Handtücher gab es keine, wie der Rotschopf jetzt gerade feststellte.

“So da wären wir also. Lass dir Zeit und...das mit dem singen lassen wir lieber. Ich weiß nicht ob es gut wäre wenn das jemand hört, außerdem gibt es hier nur eine Türe nach draußen. Ich werde dir noch schnell ein paar Handtücher organisieren...Sperr ab solange ich weg bin, geh aber noch nicht in die Dusche. Ich bring dir die Handtücher und warte danach vor der Türe.“

Mit diesen Worten verschwand er auch schon wieder, war gute zehn Minuten verschwunden als dann ein Klopfen, gepaart mit Saemons Stimme an der Türe ertönte. Er würde warten bis sie öffnet, ihr dann die Handtücher überreichen und nach einem kurzen Blick in das innere darauf warten, dass sie die Türe schließt.
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 13:04




Die Minuten kamen ihr wie Stunden vor, in welchen sie unruhig in dem kleinen Badezimmer auf und ab ging, die Zeit aber nutzt, um schon einmal den Druck in ihrer Blase zu vermindern. Ein Problem weniger. Lian fühlte sich mit einem Mal, als ob sie hätte Berge ausreißen können. Als Saemon an die Tür klopfte und die Handtücher dabei hatte, zog sie diesen an dessen Arm mit hinein.

„Da ist ein Vorhang, bleib hier drin.“

Sagte sie und deutete ihm, die Türe abzuschließen.

„Falls irgendwer klopft und fragt, wer drin ist, kannst du antworten. Es wäre doch ziemlich dumm, wenn du draußen stehst und ein augenscheinlich leeres Bad bewachst, nicht wahr ?“

Sie zog ihre Augenbrauen hoch und nickte ihm zu, dann kehrte sie ihm den Rücken zu und legte ihre Kleidung sorgsam ab. Auch diese würde sie beizeiten waschen müssen, die dunklen Flecken des Matsches störten sie unheimlich.

„Ah, bevor ich es vergesse..“


Fügte sie noch hinzu und während Saemon wahrscheinlich in die entgegengesetzte Richtung blickte, sollte er für den Moment etwas Warmes, Weiches an seiner Wange spüren und Lians kleine, kühle Finger, die sich an seiner Schulter festhielten, um im Zehenspitzenstand nicht die Balance zu verlieren, schließlich war sie viel kleiner, als er es war. Ein schmatzendes Geräusch ertönte, dann war alles so schnell vorbei, wie es gekommen war und die kleine Blondine hüpfte unter die Dusche, dessen Vorhang sie natürlich zu zog. Nur Sekunden später erklang das Rauschen der Dusche und die Piratin quietsche vergnügt auf. Es fühlte sich noch besser an, als sie es sich vorgestellt hatte. Warm, sauber, rein.. Sie schloss die Augen und stellte sich vor, sie wäre auf dem Schiff ihrer eigenen Crew.. Nur fehlte das Fenster, aus welchem man, wenn man in der Dusche stand, nach draußen aufs Meer blicken konnte. Aber man nahm, was man kriegen konnte. Lian wollte sich nicht beschweren.

Nach einer Weile begann sie selig zu Summen und das kleine Bad wurde vom sanften Geruch des Duschmittels erfüllt, mit welchem sie sich einrieb. Sie war voller Schaum und kicherte vergnügt darüber. In ihrem Herzen war sie eben doch nur ein kleines Mädchen geblieben. Am liebsten wäre sie niemals aus der Dusche gestiegen, doch sie wusste nicht, wie viel Zeit ihnen blieb. Sicher war es nicht grade ungefährlich, das Badezimmer länger als nötig zu besetzen und man würde sich vielleicht auch fragen, warum die Gefangene nicht in ihrer Zelle saß.

Sie wollte nicht, dass der Rotschopf Ärger bekam, nachdem, was er da für sie auf sich nahm. Ihre helle Stimme hallte leise und verträumt durch den kleinen Raum, vermischt mit dem Rauschen des Wassers. Aber natürlich stellte sie es nach einer Weile ab. Abermals quietschte sie. Eine Gänsehaut hatte sich über ihre Haut gezogen, als die Kälte über selbige kroch und Lian rieb sich ihre Arme.

„Könntest du mir ein Handtuch reichen, bitte ?“,

fragte sie leise, rechnete aber eigentlich nicht damit, dass Saemon auch noch das für sie tat, immerhin hatte er schon genug für sie erledigt.



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 13:23

Er reichte ihr also die Handtücher durch den schmalen Spalt in der Tpre durch, spürte dann wie sie seinen Arm packte und in das Badezimmer zog. Etwas überrascht riss er sein Auge weiter auf und musste einen Ausruf unterdrücken, welcher seine Erschrockenheit ausgedrückt hätte. Saemon stand nun also im inneren und dachte über ihre Worte nach. Er hätte zwar behauptet dass er selbst warten würde bis das Bad frei wird und dann erst mal gut ne Stunde brauchen würde, aber ihr Vorschlag klang auch ganz gut. Bliebe nur zu hoffen dass draußen keiner steht wenn sie fertig waren.

Sie hatte dies schon richtig eingeschätzt, denn sobald die Kleidung fiel, wich auch sein Blick wieder ab und fixierte die entgegengesetzte Richtung. Mal wieder machte er sich keine Gedanken darüber dass er einer Piratin wieder und wieder seinen Rücken zeigte, diesen somit für Angriffe öffnete. Saemon spürte ihre Finger, anschließend noch ihre Lippen auf seiner Wange und wie bei einem Thermometer, welches man vom Kühlschrank in den vorgeheizten Ofen legte, schoss ihm die Schamröte nach oben in das Gesicht.

Er begann ein wenig zu erbeben, doch verebbte das Zittern rasch wieder und Saemon blieb gezwungen ruhig.

“Aber aber....Das ist doch nicht nötig...“

Seine Stimme klang zittrig, was er auch selber schnell erkannte und aufgrund dessen wieder verstummte. In der Zeit als sie die Dusche genoss, begab Saemon sich zu dem Waschbecken und blickte in den darüber hängenden Spiegel. Mit ernster Miene musterte er sein eigenes Gesicht und erkannte mit einem Schrecken dass seine Wangen noch immer gerötet waren. Mit den flachen Händen klatschte der Rotschopf sich selbst auf die Backen und sah dann wieder in den Spiegel. Warum er das tat wusste er nicht, doch vielleicht war es ein Versuch wieder klar im Kopf zu werden. Es fühlte sich an als sei sein Hirn vernebelt, als wäre er nicht er selbst und das machte ihm Angst.

Saemon blickte so intensiv auf sein eigenes Spiegelbild, dass ihm gar nicht auffiel wie die Zeit verstrich und als Lian schließlich fertig war, rissen ihre Worte ihn aus seiner Trance und ließen den Kisaragi aufhorchen.

“Oh...Eh ja klar. Einen Moment.“

Wie eine Art Schoßhündchen lief er zu den Handtüchern, ergriff zwei und trug diese zu der Kabine hinüber, griff hinein, ohne den Vorhang bei Seite zu schieben. Dennoch wandte er zusätzlich den Blick ab und wartete bis sie die Badetücher entgegennahm.
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 13:39




Lian nahm Saemons Worte nur schwach war, denn das Rauschen der Dusche war zu laut. Als er ihr die Handtücher in die Dusche reichte, nahm sie zunächst eines entgegen und band es sich um den zierlichen Körper, nur um es dann an ihrem Brustbereich festzuschnüren. Anschließend griff sie auch nach dem zweiten und wickelte dieses um ihre sehr langen Haare. Sie trug nun einen riesigen Handtuchturban auf dem Kopf, der sie ziemlich lustig aussehen ließ. Vorsichtig schob sie den Vorgang beiseite. Das leise Klacken der Ringe, an welchen dieser befestigt war, hörte sich im stillen Bad beinahe unglaublich laut an. Noch immer vor sich hin summend stieg die zierliche Person aus der Dusche und musterte Saemon von der Seite mit zusammengezogenen Augenbrauen.

„ Hat dich jemand geschlagen ? Deine Wange ist ganz rot.“


Sagte sie und Sorge schwang in ihren Worten mit, was sie um ehrlich zu sein selber stark erstaunte und das im negativen Sinne. Wo noch vor wenigen Tagen durchweg Stille zwischen den Beiden geherrscht hatte, machte sich nun wieder eine angenehme Atmosphäre breit und Lian konnte nicht anders, als dem Rotschopf warm zuzulächeln. Die blauen, eisigen Augen funkelten unheimlich im spärlichen Licht.

„Nochmal umdrehen bitte… Muss mich umziehen.“

Warnte sie ihn dann vor, denn sie wusste ja bereits, dass er sich mit Nacktheit ziemlich schwertat. Sie selber hatte kein Problem damit, vermutlich, weil sie Personen des anderen Geschlechts einfach noch nicht als das, was sie waren, ansah: Eben als Personen des anderen Geschlechtes.

Noch bevor sie die Worte ganz ausgesprochen hatte, löste sie ihr Handtuch und rubbelte ihren von einer Gänsehaut überzogenen, blassen Körper, auf dem noch immer Blessuren und viele Narben zu sehen waren, trocken und griff dann nach ihrer Kleidung, die noch immer sorgsam gefaltet auf einem kleinen Hocker lag. Nun war ihr beinahe zu warm, denn durch das fehlende Fenster und die geschlossene Türe konnte der Dampf des heißen Wassers nicht entlassen werden.

Zügig zog sie sich alles über und entnahm schließlich auch das Handtuch aus ihren Haaren. Nass sahen diese viel dunkler aus, als sie in Wirklichkeit waren. Gelassen wuschelte sie diese mit dem Tuch durch, auf dass sie nicht mehr nass waren, sondern lediglich feucht und an der frischen Luft trocknen konnten, auch wenn das immer ein, wie sie fand, ziemlich unangenehmer Prozess für sie war.

„ Du bist zu menschlich für diesen Beruf, Saemon.“

Sagte sie dann.

„Du gehörst einfach nicht hier her. Die Männer der Marine sind grausam und sie töten uns Piraten, weil sie denken, das Recht zu haben, zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht. Gut, zugegeben sind wir Piraten nicht anders. Ich weiß, wir plündern, wir morden, wir sind.. sicher nicht besser. Aber.. du gehörst in keine dieser Banden. Warum bist du hier ? Ich verstehe das nicht.“

Plapperte sie vor sich hin, bemühte sich aber, möglichst gedämpft zu sprechen, schließlich wollte sie nicht, dass per Zufall jemand draußen vorbeilief und sie hörte.

Letztlich war sie fertig und drehte Saemon an dessen Schulter langsam herum, als Zeichen, dass sie soweit war. Frisch gewaschen wirkte sie nicht mehr wie ein verwildertes Straßenkätzchen, sondern nun einmal wie eine hübsche, junge Frau, wenn man von den Augen absah, die noch immer .. nun ja, gruselig waren.


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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 14:00

unaufhaltsam stieg der Dampf empor und bildete eine dichte Wand, welche man kaum durchdringen konnte. Zumindest war der Blick Saemons dazu nicht in der Lage und schon bald legte dieser sich in den ganzen Raum und Lian war nur noch eine spärliche Silhouette, welche auch noch eine Weile bestand haben sollte. Er schüttelte verlegen seinen Kopf, als die junge Dame ihn auf sein Wangen ansprach. Natürlich wurde er nicht geschlagen, doch wäre diese Antwort in der Situation besser gewesen, als die Wahrheit. So jedoch blieb er schweigsam.

An sich war ihre Vorwarnung unnötig, denn bereits als sie auch nur eine Hand in Richtung des Handtuches bewegte, drehte er sich um und dachte krampfhaft an andere Dinge, als das nackte Mädchen, welches sich hinter ihm befand. Dabei kniff er sogar sein Auge zu und begann seinerseits ebenfalls leise zu summen.

Ohne Probleme konnte sie ihn umdrehen und erleichtert stellte der Rotschopf fest dass sie ihre Kleidung wieder trug. Doch hallten ihre Worte wieder und wieder in seinem Kopf umher. Natürlich konnte gerade sie so etwas nicht sagen, aber das Piraten keinen deut besser waren gab sie ja selber zu. Saemon sah es dennoch ein wenig anders, zumindest lernte er Godot so kennen.

“Ich bin nicht so menschlich wie du vielleicht denkst. Auch ich habe meine Fehler und diese nagen schwer an mir, doch denke ich dass diese einfach nicht so offensichtlich sind wie bei anderen. Ich bin im übrigen auch nicht der Meinung dass du zu dem passt, was du darstellen möchtest. Du magst deine dunklen Seiten haben...aber...du hast so viel angenehmes zu geben. Du trägst so viel Güte in dir, das spüre ich.
Ich bin eher durch Zufall in diese Sache geraten. Als ich auf Shellstown ankam, war ich ein körperliches Wrack und nur auf der Suche nach etwas essbarem. Ich habe später in der Bar dann Godot gesehen, wie er mit Creester kämpfte.... Ich hab ihm das Leben gerettet, weiß aber nicht warum. Es war ein Reflex, mein Körper zwang mich dazu.
Ich sagte dir schonmal dass ich meinen eigenen Antrieb habe und bei Godot spüre ich, dass ich dies vollbringen kann. Er ist kein Mann der Marine, sondern der Gerechtigkeit. Nicht nur weil er das sagt, sondern weil seine Aura dies wiederspiegelt. Es mag komisch sein, aber ich hab ein eigenartiges Talent dafür den Geist eines Menschen zu erspüren... Also ich kann keine Gedanken lesen oder dergleichen, aber ihre Absichten werden deutlich... Es ist schwierig zu begreifen.
Im Kampf mit dir habe ich eine Menge Hass gespürt, doch auch eine große Einsamkeit,,,irgendwo tief verborgen.
Tut mir Leid... Ich quatsch schon wieder zu viel.
Ich bin hier weil ich der Ungerechtigkeit ein Ende bringen will. Was mir geschehen ist, soll keinem anderen widerfahren.
Nur das ist der Grund warum ich hier bin.“


Diese letzten Worte klangen weitaus härter, doch auch selbstsicherer als der kleine Vortrag zuvor.

“Warte einen Moment...Ich organisiere dir noch ne Creme. Ich denke irgendwo wird schon was zu finden sein.“

Fügte er hinzu und machte sich gerade auf den Weg zur Türe.
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 14:16



Lian schwieg und hörte Saemon zu, ohne Widerworte zu geben. Es gefiel ihr nicht ganz, dass er irgendwie in ihr Inneres gesehen hatte und entsprechend senkte sie den Blick. Was in ihrem Inneren war, das ging nur sie selber etwas an. Was wusste er schon ? Saemon kannte sie doch gar nicht. Er war so.. eigenartig. In einer Minute empfand man große Sympathie für ihn und in der anderen kämpfte man mit sich selbst, ihm keine zu verpassen, weil er sich einfach viel zu viel herausnahm.

„Ist schon okay, ich benutze so etwas nicht. Das greift nur den hauteigenen Schutz an, selbst wenn der pH-Wert in Ordnung ist, aber da kann man sich nicht so sicher sein.. Und meine Haut ist ohnehin schon viel zu sensibel. Wir.. wir können zurück gehen.“

Sie ging also mit keinem Wort mehr auf das von ihm Gesagte ein. Er schien Godot als eine Art Ritte der Gerechtigkeit anzusehen, als Wohltat für die Menschheit und doch kannte er ihn erst seit dem Attentat auf Creester, welches, wie sie wusste, gar nicht so lange zurücklag. Wie viel konnte Saemon in dieser Zeit von Godot kennengelernt haben ? Im Grunde ging es sie nichts an. Sie hatte auch kein Recht dazu, ihm irgendetwas einzureden. Ohnehin würden sich wohl bald ihre Wege trennen und doch spürte sie den Haut von Wehmütigkeit bei diesem Gedanken, denn zu gewissen Teilen hatte sie sich an den etwas verschüchterten Rotschopf gewöhnt und hatte ihn sogar so etwas wie gern, auch wenn sie das niemals zugegeben hätte. Dennoch – sie waren zwei Menschen unterschiedlicher Fraktionen, wie hätten sie Freunde werden können, wenn sie nur eingesperrt war und auf ihn angewiesen war ? Wenn er ständig Kopf und Kragen dafür riskieren musste, damit sie ihre Wünsche erfüllt bekam ?

Ihr Magen krampfte, als sie das Bad gemeinsam verließen und sie warf Saemon einen kleinen Seitenblick zu, der eine Mischung aus Verwirrung und Bedauern in sich trug. Was hätte er für einen guten Piraten abgegeben ! Unwillkürlich musste sie dabei lächeln und kicherte sogar leise in ihre Hand hinein. Erneut hatte sie nach einem Zipfel seines Hemdes gegriffen und folgte ihm, sodass sie niemand sah.

Ob er sehr enttäuscht sein würde, wenn er irgendwann zu ihr hinab kam und sie nicht mehr in ihrer Zelle vorfinden würde ? Sie vermutete das zumindest.

„Irgendwann trennen sich unsere Wege..“


Sagte sie leise, führte diesen Gedanken aber nicht weiter aus und behielt auch Ort und Zeit für sich. Es war für sie klar, dass diese Tatsache schon in naher Ferne lag, irgendwann, wenn Saemon nicht achtsam sein würde. Dennoch .. sie hatte nicht vor, ihn dabei zu verletzen. Irgendwas in ihr sträubte sich dagegen. Saemon war kein Sinnbild für Gewalt, sondern Wärme und Güte. Die Piratin fühlte sich wohl in seiner Anwesenheit und das machte sie ungemein wütend. Ihr Gesicht veränderte sich sogar.. wurde kühler und ihre Pupillen klitzeklein. Das ging nicht mit rechten Dingen zu.

Sie musste sogar hier weg, wenn nicht ihrer Freiheit wegen, dann, damit sie nicht begann, sich an Saemon zu gewöhnen.



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 14:41

“ok, dann lass uns wieder zurück gehen. Warte aber noch kurz. Ich schau ob die Luft rein ist.“
gesagt, getan und wieder neigte der Kopf mit dem roten Schopf nach draußen und besah aufmerksam den Gang, welcher noch immer rein schien. Wer weiß wie viele Männer hier vorbeikamen in der zeit in welcher Lian und Saemon im Bad waren. Das gute war dass es mehr als nur dieses eine gab, schließlich musste man vorsorgen bei der Masse an Männern. Wenn besetzt war, so ging man einfach zum nächsten weiter und hielt sich nicht großartig mit Wartereien auf. Ebenso wie sie sein Oberteil, so ergriff auch er wieder ihr Handgelenk und führte sie zurück in den Zellenraum. Das Licht der Petroleumlampe brannte noch immer, erhellte nach wie vor den kleinen Raum, doch vermochte auch das Feuer es nicht zu vollbringen, dass dieser trübsinnige Ort freundlicher wirkte.

Saemon war wirklich froh darüber, dass sie nicht weiter auf seine Worte eingegangen war. Er mochte es nicht wenn man ihn nach seiner Vergangenheit fragt, um so erstaunter war er darüber, eigentlich selbst damit begonnen zu haben. Wieder und wieder sah er sie an, schenkte ihr ein freundliches Lächeln und stellte sich die frage, was wohl geschehen wäre wenn die beiden sich in irgendeiner Stadt und unter neutralen Umständen getroffen hätten. Wären sie Freunde geworden? Vielleicht sogar mehr? Er schüttelte unmerklich den Kopf bei diesen Gedanken, würden sie doch nichts als sehnsüchtige Neugier einbringen.

Ihre Worte waren unangenehm, obwohl sie einfach nur der Wahrheit entsprachen. Vielleicht waren sie es auch gerade deswegen. Ja irgendwann würden sich ihre Wege trennen, die frage war nur wann und auch welche Weise. Saemon kam natürlich nicht in den Sinn dass sie fliehen könnte, er vielleicht wieder dazu gezwungen sein würde sie ein zu fangen.

“Ja...Doch wer weiß, vielleicht kreuzen sie sich eines Tages auch wieder. Wie sagt man so schön? Man begegnet sich immer zwei mal im Leben.“

Er grinste breit bei diesen Worten, doch würde Lian hierbei anders empfinden. Sie plante die flucht und sollte Saemon recht behalten und sie würden sich wirklich ein zweites mal begegnen, so wären die Umstände dieses Treffens alles andere als angenehm. Wie Saemon wohl reagieren würde? Vor allem...wie würde Lian reagieren?

Der Rotschopf setzte sich auf einen Hocker, rückte den Stuhl zu sich an den Tisch und deutete Lian an dass sie sich doch setzen sollte. Die Türe wurde selbstverständlich wieder verschlossen, doch nur damit niemand hereinkam um dann die logische Frage zu stellen – Warum die gefangene nicht in der Zelle ist.

So würde er warten bis sie vor ihm sitzt und dann zu sprechen beginnen.

“Wenn du etwas zu essen möchtest, sag es mir und vor allem auch was du möchtest. Bisher habe ich wohl kein so gutes Händchen bewiesen...aber ich denke ich kann da sicherlich was für dich tun. Die Küche ist recht gut ausgestattet.“
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 17:22


Tatsächlich beschlich Lian ein eigenartiges, unangenehmes Gefühl, als Saemon einräumte, ihre Wege könnten sich irgendwann noch mal kreuzen und sie betete in diesem Moment, dass dem nach ihrer Flucht nicht so war, denn sie konnte sich nicht vorstellen, dass das gut gehen würde. Saemon würde sauer sein, enttäuscht, erneut müssten sie gegeneinander kämpfen und Lian wusste bereits jetzt, dass sie sich widerstandslos würde abführen lassen, da sie nicht im Sinn hatte, ihn abermals anzugreifen. Das hatte sie oft genug. Und neben der Tatsache, dass er eh um Welten besser war, als sie selber, wollte sie auch nicht das Risiko eingehen, ihm unter Umständen wirklichen Schaden zuzufügen.

„Und wenn ich keine Piratin mehr wäre ?“

Rutschte es hier heraus, als sie sich neben Saemon auf dem Stuhl niedergelassen hatte und musterte die hölzerne Oberfläche des Tisches, fuhr auch mit ihren Fingern über diese und hoffte, er nahm die Frage nicht allzu ernst. Sie wusste selber nicht, weswegen sie sie gestellt hatte und hatte doch keine Antwort darauf. Was wäre, wenn er Pirat wäre ? Dann wären sie Freunde. Vermutlich. Unschlüssig schlug die kleine Piratin die Beine übereinander und wagte einen kurzen Seitenblick auf den Rotschopf.

Als er sie fragte, ob sie etwas Bestimmtes essen wolle, schüttelte sie nur den Kopf. Sicherlich hatte sie Hunger, aber .. ihr war einfach nicht danach.

„Tut mir Leid, wenn ich dich beleidigt haben sollte. Ich weiß, dass es unhöflich ist, ein Essen zu verwehren, das mit Mühe zubereitet worden ist. Aber..“


Wieder schlug sie die Augen nieder und versuchte ein Lächeln, zum Vorschein kam aber nur ein unsicheres Verziehen ihres vollen Schmollmundes.

„Ich wünschte nur irgendwie.. wenn wir dich eher gefunden hätte, als Godot.. Naja..“


Murmelte sie vor sich hin und schloss die Augen mit einem Seufzen. Wieso sagte sie heute solche bescheuerten Dinge, die überhaupt nicht ihre Art waren, überhaupt nicht zu ihr passten ? Kopfschüttelnd biss sie sich auf die Unterlippe und zuckte dann mit den Schultern.

„Was soll’s, vergiss, was ich sagte. Ich.. ehm.. ich mag Milch und..Pudding.“

Ihre Wangen färbten sich ein kleines wenig rosa, als sie das sagte. Pudding war gewissermaßen das, was man ein Kinderessen nannte und nicht grade zu Haufen vorhanden.

„Aber das heißt nicht, dass du mir einen machen sollst !“,

rief sie deswegen schnell und hob abwehrend die zierlichen, blassen Hände, die viel zu niedlich und rein für Piratenhände zu sein schienen. Das junge Mädchen sah sich peinlich berührt in ihrer Zelle um. Die beiden Eimer standen noch immer in der Ecke. Ob sich niemand der Wachmänner fragte, wie es kam, dass diese nicht gefüllt waren ? Vielleicht dachten sie, Saemon würde sie lehren, übernahm er schließlich auch alles andere, was in Verbindung mit der kleinen Piratin stand.

„Ich mache dir zu viele Umstände..“

Sagte sie dann und erhob sich, die Hände hier ihrem dunkelblonden Köpfchen verschränkt und sah nach oben zur Zellendecke.

„Ich vermisse den Sternenhimmel.. Und die Sonne…“,

murmelte sie leise, doch eher zu sich selber. Nicht, dass er wieder auf dumme Gedanken kam.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 18:01

Irgendwie wirkte sie so verändert, so... voller Sorgen, als würde sie sich ernste Gedanken um etwas machen. Saemon war natürlich der Meinung dass sie an ihre Kameraden und auch an ihren Käpt'n dachte, doch ließen ihre Worte so gar nicht darauf deuten. Bei all der Zeit die sie nun zusammen waren, dachte Saemon nicht einmal daran dass sie fliehen könnte, dass sie überhaupt diesen Gedanken hatte. Man merkte schon dass er sich niemals in diese Lage hätte versetzen können. Natürlich wollte ein Mensch, welchen man gefangen hält, so schnell wie möglich abhauen. Das war nur natürlich und völlig nachvollziehbar. Er sah es nicht mehr wie ein Verhältnis zwischen Gefangene und Wärter an, sondern mehr wie jene von flüchtigen Bekannten, welche sich nach und nach näher kamen, mehr vom anderen erfahren und somit eine Bindung zu einander aufbauten. Ihre Frage war eigenartig, amüsierte Saemon jedoch, sodass er leise kichern musste.

“Wenn du keine Piratin wärst, würde ich dir jetzt etwas zu essen machen und darauf warten bis du zu mir nach Hause kommst damit wir unser Date starten können. Ist doch wohl klar.“

Er konnte nicht anders und musste einfach breit grinsen, doch winkte er sogleich ab.

“Mach dir keinen Kopf, du konntest ja nicht wissen ob ich nicht vielleicht etwas reingemischt hätte. Ich kann dich vollkommen verstehen.“

Auf ihre nächsten Worte ging er nicht weiter ein, stimmten sie ihn doch ein wenig nachdenklich. Er dachte wirklich nach was dann wohl geschehen wäre, doch vermutlich wäre auch diese Situation nicht friedlich ausgegangen. Unterbewusst hatte er einfach nichts für Piraten übrig, für jene Menschen welche mitverantwortlich am Tod seiner Eltern waren. Vermutlich hätte er mit ihnen gekämpft, solange gekämpft bis sie ihn schließlich getötet hätten. Was sollte Saemon schon gegen eine ganze Crew von Piraten ausrichten? So schnell hätte er nicht schauen können, da würden diverse Schwerter in seinem Rücken stecken. Doch dies traf nicht ein und somit brachte es nichts sich weiterhin damit zu beschäftigen, sich weiterhin in dieser fiktiven Gegenwart auf zu halten und an das zu denken, was hätte sein können. In irgendeinem Universum war es vielleicht so. In irgendeiner parallelen Welt war Saemon vielleicht ein Pirat, Lian vielleicht bei der Marine und Saemon wäre der Gefangene. Wie wäre es dann gewesen?

“Ok ok, aber sollte ich einen finden, werde ich ihn dir mitbringen – versprochen. Und mach dir keinen Kopf. Ich tue das weil ich der Meinung bin dass jeder Mensch eine gute behandlung verdient hat. Außerdem... Du hast etwas faszinierendes an dir, das will ich kennenlernen und ich glaube nicht dass ich das könnte, wenn wir uns nur streiten würden. Ich mache das also gerne, kein Grund zur Sorge.“

Das darauffolgende Genuschel konnte er nicht eindeutig zuordnen, obgleich er der meinung war verstanden zu haben was sie wollte. Er sprach nichts darauf sondern sah ihr ein wenig mitleidig in ihr Gesicht. Es musste schrecklich sein hier drinnen gefangen zu sein, keine Chance zu haben zumindest nah draußen zu blicken. Einfach nur zermürbend und niederschmetternd...

“Bitte sag mir wenn ich dir etwas gutes tun kann... Deine Lage hier unten ist schon schlimm genug...“

Seine Worte waren ernst gemeint und das konnte man deutlich an seiner Stimme hören. Er näherte sich ihr ein wenig, verneigte dann sein Haupt und seufzte gequält aus.

“Es tut mir Leid dass ich dich in diese Lage gebracht habe... Ich hatte keine andere Wahl aber....ich werde tun was ich kann um es dir so angenehm wie möglich zu machen.“
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 18:19



Lian seufzte tief aus, ihre Schultern hingen und ihr Blick war zu Boden gerichtet. Hätte sie nun ihre Katzenohren auf dem Kopf gehabt, so würden diese sicherlich hängen. Sie sah betrübt aus. Betrübt, weil er so nett zu ihr war, so zuvorkommend. Er erinnerte sie einfach an Creester, wie er sich ihrer angenommen hatte. Er sprach sogar wie er über sie. Und es tat ihr im Herzen weh, dass sie im Begriff war, ihn wahrscheinlich zutiefst zu verletzen. Es würde so undankbar von ihr sein. Und trotzdem hatte Lian keine Wahl. Er selbst musste sich das einfach eingestehen. Schließlich war Saemon jederzeit in der Lage, zu tun und zu lassen, was er wollte. Er musste nicht wie ein Tier in einem Käfig sitzen und darauf warten, dass man ihm ein wenig Zuneigung entgegenbrachte.

Die kleine Piratin presste ihre Lippen aufeinander und faltete ihre Hände im Schoß. Irgendwie.. hatte sie eine Idee. Denn das Schaukeln des Schiffes war immer weniger geworden, was zwangsläufig heißen musste, dass sie bald an Land anlegen würden. Aber Lian stellte keine Fragen. Sie wollte nicht, dass er misstrauisch wurde und sie besonders bewachen ließ. Dennoch fragte sie sich, wo sie wohl hingefahren waren. Unwillkürlich blickte sie an die Decke, als könne diese ihr Auskunft darüber geben, wohin die Reise führte. Aber natürlich war das nur ein Trugschluß.

Dann sah sie zu Saemon und bemerkte abermals ein beklemmendes Gefühl in ihrer Brust. Und dann.. überkam es sie einfach. Ohne ein Wort zu sagen erhob sie sich und umarmte den Kisaragi innig. Ein seltsames Gefühl. Er war irgendwie warm und roch gut. Sie hatte nicht einmal das dringende Bedürfnis, ihn wieder loszulassen. Stattdessen blieb sie für einen Augenblick in ihrer Position und drückte ihn sanft.

„Wenn ich dich irgendwann enttäusche.. Dann.. nimm es mir bitte nicht allzu übel. Weil.. das ist nicht extra.. also.. FALLS das irgendwann .. jemals.. passieren sollte. Das liegt nicht in meiner Absicht. In bin dir sehr dankbar für deine Mühen und die Risiken, die du für mich auf dich nimmst.“


Sie flüsterte die Worte ziemlich leise in sein Ohr, denn sie wollte nicht, dass vielleicht eine Wache draußen stand und sie belauschte. Das konnte nur Probleme für den Rotschopf geben und die wollte sie ihm ja bekanntermaßen nicht machen.

Schließlich aber löste sie sich wieder sanft und sah dann verlegen zur Seite weg. Irgendwie.. war diese Geste von ihr komisch gewesen und nicht das, was sie zu tun pflegte. Vielleicht, so dachte sie, war es nur, weil er sie an Creester erinnerte. Ja, so MUSSTE es ganz einfach sein. Verschüchtert schlang sie ihre Arme um ihren zierlichen Körper und zwang sich, an ihrem Plan festzuhalten. Auch, wenn es nicht mehr so einfach war, wie sie es sich vorgestellt hatte. Ein Räuspern erklang.

„Meinst du.. du könntest einen Pudding für mich suchen gehen..?“

Fragte sie leise. Und wie gerufen knurrte ihr Magen laut und langgezogen, sodass sie ihre Hand mit einem schiefen Lächeln und rosa Wängchen an diesen fasste. Sobald Saemon weg war und hoffentlich eine andere Wache hineinschickte, konnte sie beginnen..



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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 18:34

Was war das?! Sie umarmte ihn, doch warum? Völlig verständnislos blickte er sie an, lauschte ihren Worten und... war verwirrt. Was wollte sie ihm damit nur sagen?Unwillkürlich erwiederte er ihre Umarmung, bis sie sich schließlich von Saemon lösrte und beide sich nur ansahen.

"Wie meinst du das? Ich denke nicht dass du... Nun... Sag sowas bitte nicht... Das ist mir unangenehm..."

Eine knappe Pause folgte in welcher Saemon nur überdeutlich ihren Magen knurren hörte. Noch bevor sie ihn darum bat, erhob er sich und begab sich in Richtung der Küche. Minutenlang durchwühlte er die Vorratskammer, fand diverse Zutaten für Pudding und bereitete diesen kurzerhand zu. Fertigpudding gab es auf diesem Schiff nicht, aber das machte nichts. Selbstgemacht war er ohnehin besser.

Als er wieder bei ihr ankam, ließ er sich auf dem Stuhl nieder und setzte die Schüssel auf dem tisch ab, reichte ihr einen Löffel und lehnte sich nach hinten.

"Bittesehr. Ich hoffe er schmeckt."

Sie sprachen noch eine ganze Weile, als es schließlich Zeit zum schlafengehen war und wie gewohnt machte Saemon es sich in der Nachbarszelle bequem und ließ die ihrige offen. Die Nacht verging schnell und der nächste Morgen sollte auch schon rasant beginnen.

Das Schwanken des Schiffes nahm deutlich ab, was eigentlich nur bedeuten konnte dass sie nicht mehr in Fahrt waren. Kurz darauf ertönte ein kräftiges Klopfen an der Türe, welches rasant den Raum erfüllte und Saemon noch einmal zusammenzucken ließ.
„Los aufwachen! Wir gehen an Land!“
Rief eine raue und tiefe Stimme in den Raum hinein, sodass Saemon sich rasch erhob und alles packte was er zum schlafen abgelegt hatte.

Das Licht wurde erhellt und er blickte zu Lian, welche scheinbar noch immer seelig schlief. So betrat er ihre Zelle, fuhr mit seinem Kopf nahe an den ihren heran und rüttelte sie sanft wach. Erst als er sich sicher war dass sie hören konnte was er sagte, begann er zu sprechen.

"Ich muss jetzt los... Ich werde Godot überreden dich vorerst an Bord zu lassen, damit ich dich wieder sehen kann. Wenn ich wieder da bin...verspreche ich dir dass du Nachts die Sterne sehen wirst...und für die Sonne finden wir auch noch einen Weg.
Ich werde die Zelle schließen müssen, also wundere dich nicht. Man wird dir nichts tun! Das verspreche ich dir."

Seine Stimme klang sanft und er flüsterte ein wenig, sodass der mann hinter der Türe ihn nicht verstehen konnte. Saemon verließ die Zelle wieder und schloss sie im Anschluss, dann warf er noch einen letzten Blick auf Lian, schenkte ihr ein letztes Lächeln und öffnete dann die Türe. Dahinter stand der ursprüngliche Wärter, welcher auch sogleich die Schlüssel entgegennahm, doch ermahnte Saemon ihn noch einmal eindringlich.

"Achte gut auf sie! Sorge dafür dass sie etwas isst und lass deine Finger von ihr! Gefangene hin oder her, sie wird gut behandelt!"

Verwirrt nickte der mann und sah Saemon dann noch einen Augenblick hinterher, als dieser den gang entlang ging und schließlich über die Treppe nach oben verschwand. Der Kisaragi platzte inmitten der Rede von Kapitän Godot rein, wohnte dieser bei und sah diesen ein wenig verwirrt an als man auf ihn zeigte. Nun gut, so war Saemon also Part des Spähtrupps und das auch noch unter Kenji.

"Dann wollen wir mal los mein Kleiner!"

Neckte er Kenji mit einem Grinsen und folgte diesem an Land

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 4 Feb 2012 - 18:51



Lian hatte ihren Pudding mit Genuss gegessen und sich noch lange Zeit mit Saemon über eher triviale Dinge unterhalten. Beinahe hätten sie darüber hinaus die Zeit vergessen, aber die kleine Piratin war noch immer so erschöpft von den vergangenen Tagen, dass sie nur allzu schnell ihr Bett aufgesucht hatte und natürlich durchschlief.

Als Saemon geweckt wurde, bekam sie davon zunächst einmal nichts mit. Erst, als der Kisaragi nahe an ihren Kopf heran kam, sodass sie zunächst einmal erschreckte und leicht zusammenzuckte. Fast ängstlich war sie ein wenig weiter unter die Decke gekrochen und lugte jetzt unter dieser hervor, während sie Saemon zuhörte. So ganz drangen seine Worte nicht zu ihr durch, sie verstand nur Bruchstücke, immerhin schlief sie noch halb. Entsprechend nickte sie nur hier und da, während ihre Augen schon fast wieder zufielen und er ging. Sein Versprechen war ihr im Kopf geblieben.. Und sie spürte einen unangenehmen Stich in der Magengegend. Das konnte sie nicht tun. Sie konnte nicht einfach abhauen. Wie in Wasser getaucht fühlte sie sich hellwach, als er den Raum verließ und sie noch flüchtig hörte, wie er die Bewachung Lians in die Hände eines anderen Mannes gab. Das war ihre Chance ! Voller Gewissensbisse hielt sie inne. Sie musste sich schnell entscheiden. Sehr schnell.. Und noch ehe sie sich versah, war sie auf den Beinen, konzentrierte sich und spürte, wie alles um sie herum größer und sie selber immer kleiner wurde. In ihrer Katzenform angelangt, machte sie einen Buckel und sprang schnellstmöglich unter die Pritsche, von welcher aus sie die gesamte Zelle und den Durchgang zwischen den Zellen selbst im Auge hatte. Irgendwie war ihr nicht wohl bei der Sache. Was würde Saemon nur von ihr denken, wenn er zurückkam und sie einfach nicht da war ? Außerdem schien beinahe klar, dass sie eine Leiche hinterlassen musste.. Wie sonst würde sie fliehen können ?

Ihr wachsamer Blick ging in Richtung Türe. Irgendwann würde wieder jemand hier herein kommen. Irgendwann würde man die Türe wieder aufschließen. Und wenn es soweit war, würde sie zuschlagen. Ein Glücksgefühl überkam sie, als sie sich dies vorstellte. So stark, dass es ihr schlechtes Gewissen beinahe übermalte. Bevor sie sich verwandelt hatte, zog sie sich aus und versteckte ihre Sachen unter einer der vielen Decken. Nun waren auch ihre Sinne geschärft. Einzelne Worte waren von oben zu hören. Ob Saemon das Schiff verließ ? Sie hoffte es. Hoffentlich waren einige Männer dumm genug, zu ihr herab zu kommen. Lian war bereits ganz aufgeregt. Obwohl noch nichts geschehen war, raste ihr Herz wie wild und schlug so laut, dass sie Angst hatte, man würde sie hören können, sobald man die Zelle betrat. Aber natürlich war das nur ihre Einbildung. Trotz, dass es so um ihre Vitalzeichen stand, hörte man keinen einzigen Mucks in der Zelle, schon gar nicht wäre ein Mensch mit gewöhnlichen Sinnen dazu in der Lage, irgendetwas an Geräuschen auszumachen. Das waren die Vorteile, die Tiere hatten.

Lian wartete gute 10 Minuten unter der Pritsche und starrte angestrengt zu der Tür herüber, die sich einfach nicht öffnen wollte. Und dann, grade, als sie hatte aufgeben wollen, hörte sie, wie ein Schlüssel im Schloss gedreht wurde. Das Mädchen schickte ein Stoßgebet in den Himmel, es mochte nicht Saemon sein, denn ihr letzter Kampf hatte ihr zur Genüge bewiesen, dass er sie zwar nicht sofort ausknocken konnte, aber durchaus fähig war, sie schnell zu beseitigen, wenn es sein musste. Aber davon ab hätte sie dann sowieso alle ihr Pläne streichen können. Und ein Fluchtversuch war nicht grade das, was man verzeihlich nennen würde, zumal der Rotschopf mit Sicherheit nicht davon angetan sein würde, wenn er erst einmal verstand, was die Piratin im Schilde führte, nachdem er sie unterm Strich betrachtet eigentlich ziemlich gut behandelt hatte. Irgendwas war sie ihm schuldig, soviel stand fest. Dennoch war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen. Was jetzt an erster Stelle stand, war ihre Flucht, die unmittelbar bevorstand, zum Greifen nah war. Schon konnte sie sich vorstellen, wie es sein würde, wieder die warme Sonne auf der Haut zu spüren, die salzige Luft des Meeres einzuatmen, das unbändige Gefühl von Freiheit, das einem erlaubte, alles zu tun und zu lassen, was man wollte. Nun, so lange man nicht erwischt wurde und im Unterdeck eines Marineschiffs landete.

Nur Sekunden nachdem das Klicken innerhalb der Türe verstummt war, wurde selbige aufgestoßen und ein anderer Mann als Saemon betrat die dunklen Zellen. Erleichterung machte sich in ihr breit. Er hatte ein zufriedenes Gesicht aufgesetzt, pfiff vor sich hin und verschloss die Türe hinter sich nicht einmal. Lians Herz machte beinahe einen Sprung. Der Mann als solcher war ihr unbekannt. Natürlich waren sie bei ihrem ‚Einzug‘ in die Zelle an ihm vorbei gegangen, doch Lian war seinerzeit so neben der Spur gewesen, dass sie sich nicht mehr entsinnen konnte, um wen es sich bei dem Fremden handelte. Selbiger wollte sich grade auf einem Hocker niederlassen, der in der Mitte der verschiedenen, leeren Zellen stand, als er einen Blick auf Lians ‚Behausung‘ warf und stutzig feststellte, dass er sie nicht sehen konnte. Seine buschigen Augenbrauen hoben sich in die Höhe und kaum, dass er sich hingesetzt hatte, war er auch schon auf den Beinen und trat dicht an die Gitterstäbe heran, um sein fleischiges Gesicht gegen selbige zu pressen und angestrengt in die Dunkelheit zu sehen. „Piratin ?“, fragte er barsch in den Käfig und wäre es Lian in ihrer Katzenform möglich gewesen, so hätte sie in diesem Augenblick wohl gehässig gegrinst. Was erwartete dieser Idiot ? Dass sie ihm winkte und versicherte, dass sie wohlbehütet in seiner Gewalt war und er sich keine Sorgen machen müsse ? Dann war er dümmer, als er ohnehin aussah.

„Ja, komm nur rein. Sei so dumm, wie du aussiehst und wie die ganze Bande da oben nur ist. Komm hier herein und es wird das Letzte sein, was du in deinem jämmerlichen Marineleben tun wirst !“, dachte sie voller Hass und Aufregung. Er gehörte zu dem Teil der Marine, den jeder Pirat nur hassen konnte. Nicht so jemand wie Saemon. Nicht voller Güte und liebenswürdig.

Die Krallen der kleinen Siamkatze wetzten lautlos über den kalten Boden, während die hellblauen Augen wachsam auf dem Gesicht des Mannes lagen, dem die Unsicherheit auf der Miene stand. Er konnte sich nicht erklären, wie das Mädchen geflüchtet sein konnte. Vorsichtshalber rüttelte er an der Türe ihrer Zelle, aber da rührte sie nichts. Geflohen sein konnte sie nicht. Oder ? Hatte der Rotschopf sie unter Umständen freigelassen ? Es war ihm ohnehin eigenartig vorgekommen, dass er so sehr darauf bestanden hatte, persönlich über die Gefangene zu wachen, geschweige denn, dass er sogar die Nacht mit ihr verbracht hatte ! Einer Feindin ! Ob er sich verliebt hatte ? Der Aufseher gab ein missbilligendes Grunzen von sich und zog den Schlüsselbund hervor. Das leise Aufeinanderschlagen der Schlüssel erfüllte den ansonsten in Stille gelegten Raum. Auch vom Deck war nichts mehr zu hören. Er vermutete, dass die meisten bereits an Land gegangen waren, schließlich hatte man ihnen einen neuen Auftrag erteilt. Wieder Piraten. Immer diese Piraten. Er hasste diesen gesetzlosen Abschaum.

Ganz in Gedanken vertieft schob er den passenden Schlüssel in das Schloss und die Zellentüre ging mit einem quietschenden Laut auf. Unschlüssig verharrte er an der Schwelle und blickte nervös in das Innere. Nein, hier konnte sie nicht sein. Kein Mensch würde sich in solch einer kleinen Räumlichkeit verstecken können. Unmöglich. Dann musste Saemon sie befreit haben. Zweifelsohne musste er das nun dem Captain berichten. Seufzend drehte er sich um..

Und genau das war sein Fehler. Kaum, dass er sich umgedreht hatte, machte Lian einen gewaltigen Satz nach vorne und landete geräuschlos auf Samtpfoten in der Mitte des Raumes. Einen weiteren Sprung unternahm sie, einen schnellen und kräftigen, dann landete sie auf dem Nacken des Aufsehers, der erschrocken herumfuhr und nach dem pelzigen Etwas griff, dass sich mit scharfen Nägeln in seiner Haut verankert hatte. Lian ließ all ihren Unmut und all ihre Wut an dem Mann aus. Ihm würde sowieso niemand helfen können. Und obwohl es nicht ihre Art war, anderen Menschen langes Leid anzutun, nahm sie nicht ihre Menschenform an, um es schneller zu beenden. Stattdessen kletterte sie bis nach vorne an seinen Hals und biss und kratzte an diesem rum, unterdrückte einen starken Würgereiz, als sie Blut in ihrem Maul spürte und sprang letztlich herab, als sie merkte, wie er zu schwanken begann, nachdem er sich die Seele aus dem Leib geschrien hatte und nun langsam an der Zellentüre herabrutschte, die rechte Hand an seinem Hals, der dem Gulasch ähnelte, den Saemon ihr am ersten Tag gebracht hatte.

Lian war sicher, dass er nicht noch aufstehen und Hilfe holen können würde. Einen letzten Blick warf sie dem wohl bald sterbenden Kerl zu, dann raste sie los. Zu ihrem Glück hatte er die Türe zu den Gefangenen nicht abgeschlossen, sodass sie durch diese hindurch und auf einen stärker beleuchteten Flur rasen konnte. Dennoch musste sie ihre Augen sanft zusammenkneifen. Wenn man drei Tage in völliger Dunkelheit verbrachte, musste man sich an neue Lichtverhältnisse erstmal gewöhnen.

Aber es kam natürlich, wie es kommen musste. Die Piratin stellte schon nach kurzer Zeit fest, dass ihr Orientierungssinn es mit ihr nicht gut meinte. Es schien, als sei sie im Kreis gelaufen, aber immerhin war sie noch nicht auf Menschen getroffen, Männer der Marine, die sich über eine fremde Katze an Bord sicher gewundert hatte. Doch auch da hatte sie sich wohl zu früh gefreut. Aus der Ecke, in welche sie soeben biegen wollte, erklangen laute Schritte. Panisch sah sie sich im engen Gang um. Wo konnte sie sich verstecken. Eine einzelnes Ölgemälde, welches nur an der Wand lehnte und wohl neu aufgehängt werden musste, war das einzige, was als Versteck dienlich gewesen wäre. Ohne großartig darüber dachzudenken, sprang Lian in den kleinen Freiraum, der zwischen Wand und Bild noch geblieben war.

Die Schritte zogen an ihr vorbei. „ Nun los, wir sind da. Wer weiß, wann’s los geht.“, rief einer der beiden Männer, beide noch sehr jung, vermutlich nicht einmal zwanzig und der andere lachte erfreut. Das war doch die Idee. Alleine würde sie niemals hier heraus finden. Aber vielleicht mit der Hilfe dieser beiden. Als sie in noch sichtbarer Reichweite waren, gab Lian abermals Gas und folgte diesen leise, bis sie schließlich nach einem kürzeren Marsch an Deck gelangt waren, welches so gut wie leer war. Dies hier war wohl der schwierigere Bereich – unbemerkt von Bord zu kommen. Ihre Freiheit war so greifbar nahe, dass Lian beinahe hyperventilierte. Fast schon Zentimeterweise bewegte sie sich hinter Fässern und anderen Gerätschaften her, bis sie an der Abladefläche angekommen war und .. richtig loslegte ! Lian rannte so schnell, dass sie mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen war. Ihre Lungen brannten fürchterlich und doch wagte sie es nicht, anzuhalten oder sich gar umzudrehen. Man wusste nie, ob man verfolgt wurde und wenn dem so war, so tat man gut daran, tunlichst nach vorne zu sehen und damit zu vermeiden, bei einem Blick über die Schulter über irgendetwas zu stolpern. Wo war sie hier eigentlich ? Die Insel, auf welcher sie angekommen waren, kam ihr nicht bekannt vor. Dennoch war ziemlich viel los, die Sonne strahlte hell und Möwen kreischten am Himmel, dass man Kopfschmerzen davon bekommen konnte. Das lag aber vermutlich eher daran, dass Lian so gut wie nur Stille um sich gehabt hatte, als sie noch in der Zelle gesessen hatte. Wie ungewöhnlich frei sie sich mit einem Mal fühlte. Obwohl sie in ihrer derzeitigen Form nicht lächeln konnte, so tat sie es auf jeden Fall von Innen heraus. Einen Moment dachte sie an Saemon.. Würde er den toten Mann und ihre leere Zelle vorfinden, würde er sehr, sehr sauer sein .. und enttäuscht. Letzteres machte ihr irgendwie mehr zu schaffen, als die Tatsache, dass er sauer auf sie sein könnte. Ihr Vertrauen war hinüber. Sollte sie zurück ? Nein, dafür war es jetzt zu spät. Jeder an Bord hatte gewusst, dass nur sie unten gewesen war und man würde wissen, dass sie ihn ermordet hatte. Spätestens jetzt musste wohl so etwas wie ein Kopfgeld auf sie gesetzt werden.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   So 26 Feb 2012 - 18:50

---> Krankenzimmer

Leila stand also unter ärztlicher Beobachtung und war somit nicht in der Verfassung um inhaftiert zu werden, dennoch begab Saemon sich ohne weitere Umschweife direkt auf den Weg zu den Zellen. Es gab schließlich auch noch andere dinge, um welche er sich kümmern musste, so dachte er. Mit der Orientierung sollte er heute keine Probleme mehr haben, immerhin war er diese Gänge nun schon zur genüge auf und abgelaufen. Nach einer kurzen Weile stand der Rotschopf bereits wieder vor der verschlossenen Türe des Zellenraumes... nunja zumindest sollte er das doch sein, oder nicht? Tatsächlich war die Türe keineswegs verbarrikadiert, weshalb Saemon auch keinerlei Probleme hatte diese zu öffnen und hinein zu treten. Wie nun einmal üblich, war es Stock finster und lediglich ein schmaler Schein der Beleuchtung von den Gängen erhellte die Zellen ein wenig. Auf dem Tisch stand wie üblich die Petroleumlampe, welche auch sogleich entzündet wurde. Bei dem folgenden Anblick durchfuhr den Rotschopf im wahrsten Sinne das blanke Entsetzen. Der Schreck stand ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben und äußerst nervös stürmte er zu der Zelle, in welcher er Lian eigentlich zurück ließ. Zu sehen gab es hier drinnen nichts, schließlich war sie gänzlich leer und lediglich die Decken, welche der Rotschopf dem jungen Mädchen brachte waren zurück geblieben. Er wusste einfach nicht was er denken soll, wie er empfinden soll und was er nun tun sollte. Bei genauerem Hinsehen erkannte er nun auch noch den blutigen Fleck, welcher sich vor der Zelle befand und ihn einen Moment lang erstarren ließ. Was war hier nur geschehen und wieso befindet sich Blut auf dem Boden?! Als er das Schiff verließ, war das jedenfalls noch nicht da.

Saemon malte sich allerlei Szenarien aus welche vorgefallen sein könnten, wobei in jedem Lian das Opfer war. Sie war so verängstigt und eingeschüchtert, wusste nicht wie ihr geschehen war und wirkte aufgrund dessen so zerbrechlich. War es ein Fehler gewesen sie mit den Soldaten an Bord alleine zu lassen? Er hatte sich ja schon zur genüge gedacht dass diese alles andere als amüsiert sein würden, dass man eine Piratin mit auf das Schiff brachte, welche für den Tod einiger ihrer Kameraden verantwortlich war. Doch waren sie wirklich hierzu in der Lage? Eine andere Erklärung gab es für Saemon nicht und so stürmte er voller Zorn wieder auf den Gang hinaus, sah sich um und hoffte darauf dass ihm einer der Soldaten über den Weg laufen würde... doch kam keiner. Er sog Unmengen von Luft in seine Lungen ein, nur um diese mit einem gewaltigen Schrei wieder zu entlassen.

“WAAAAAACHEEEEEEEEN~! SCHNELL JEMAND ZU DEN ARRESTZELLEN!!“

Es war ihm völlig egal wer seinen Schrei hören würde, da sicherlich jeder von ihnen wusste was geschehen war. Sowar war garantiert keine Tat eines einzelnen, alleine schon deswegen, da sie Lian vermutlich nicht alleine hätten erledigen können. Das Geräusch einer Menge Schritte ertönte, Schritte welche sich rasch näherten und sicherlich bald bei dem Rotschopf ankommen würde. Tatsächlich entsprach dies der Wahrheit und nur wenige Sekunden später, bogen drei Soldaten um das Eck und stürmten zu dem Kisaragi. Dieser fackelte nicht lange und packte den erst besten am Kragen, wuchtete ihn gegen die Mauer und warf diesem Wutentbrannte Blicke zu.

“Wo verdammt nochmal ist die Gefangene?! Was habt ihr mit ihr gemacht und wieso ist dort Blut auf dem Boden!?“

Es mochte wohl an der Angst liegen, welcher der Soldat in diesem Moment empfand, doch brachte er nicht ein einziges Wort hervor, starrte nur ängstlich in das stahlblaue Auge des Kisaragi. Die beiden anderen sprangen sogleich nach vorne und packten den Arm des Rotschopfes, sprachen auf diesen ein und wurden dabei immer lauter.
„Lass ihn los! Bist du denn verrückt geworden?! Was soll der Mist!? Du verletzt ihn noch! Wir haben überhaupt nichts mit der Gefangenen gemacht!! Lass ihn schon los!!!“
Es dauerte noch einige Sekunden, ehe Saemon wieder Herr über seiner selbst wurde und die Wut allmählich verflog. Sein Gesichtsausdruck war zwar noch immer finster, doch ließ er den Soldaten nun langsam hinunter. Noch immer stand diesem der Schreck ins Gesicht geschrieben und er vermochte nach wie vor nicht auch nur ein einziges Wort hervor zu bringen, was auch nicht mehr nötig war. Einer der beiden anderen übernahm das Reden gänzlich für ihn.
„Niemand hat auch nur einen Finger an sie gelegt, so etwas würden wir niemals tun. Deine Gefangene ist abgehauen und das schon kurz nachdem ihr das Schiff verlassen habt. Du glaubst doch nicht ernsthaft dass wir einfach so eine Gefangene umbringen oder?! Und das Blut ist auch nicht von ihr, sondern vom alten Pete. Seit zwanzig Jahren hat er die Zellen bewacht und dann schleppst du dieses Weib an und im erst besten Moment bringt sie ihn um! Das ist alles nur deine Schuld! Und dann kommst du her und beschuldigst uns?! Los Leute... Wir gehen.“
Sie nahmen den noch immer verschreckten Kerl an den Armen und stützten ihn. Während sie weggingen tuschelten sie noch vor sich hin, hatten sicherlich nichts nettes über Saemon zu sagen, doch bekam er davon nichts mit. Wie erstarrt stand er noch immer an Ort und Stelle und wusste nicht so recht was er nun mit sich anfangen soll. Es war einzig und allein seine Schuld dass der rundliche Kerl nun tot war und das nur weil er Lian nicht in Ketten warf. Er hatte ihr Vertraut und dann noch Pete gewarnt ihr bloß nichts zu tun... und was geschieht... sie bringt ihn um. Es würde den Einäugigen wirklich nicht wundern, sollte Godot ihn dafür in die Zelle werfen, doch musste das warten. Nach all dem Vertrauen, welches Saemon der Piratin entgegen gebracht hatte, wusste sie nichts besseres zu tun, als ihn zu hintergehen und zudem auch noch in große Schwierigkeiten zu bringen. Er ballte die Hände zu Fäusten und knirschte mit den Zähnen, zitterte vor Wut und schlug mit aller Kraft gegen die hölzerne Wand. Ein lauter Knall ertönte und unter seiner Faust entstand ein tiefes Loch. Wie von der Tarantel gestochen stürmte er den Gang entlang, ignorierte dabei jede Person welche ihm über den Weg lief und rannte die Treppe hinauf.

---> ???
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Kenji

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 21 Aug 2012 - 2:50

cf: Loguetown - Hafe

Es hatte zwar ein bisschen länger erwartet als zunächst angenommen, aber nach einer halben Stunde hatte Kenji endlich den gesamten Weg vom Schafottplatz bis zur True Justice samt den Piraten Benjamin Hayn auf seinen Schultern zurückgelegt und konnte ihn nun in einer der kleinen Arrestzellen verstauen. Nun endlich konnte der ohnehin schon erschöpfte Schwertkämpfer seinen geschlagenen Gegner herunterlassen und ihn hinter den sicheren Gittern sperren bis Saemon ihn schließlich verhören würde.
Zur sofortigen Überwachung und Unterstützung falls der Pirat Ärger machen würde sobald der Hauptgefreite ihn runterlassen würde, hatte Ken sich noch Zwei Soldaten auf den Weg übers Deck geschnappt von denen einen sofort die Tür zur Zelle aufmachte dessen Scharniere ein lautes Quietschen von sich gaben. Bei den Ton standen Kenji die Haare zu berge und sofort verspürte er den Drang die Gelenke der Tür zu ölen, aber diesen Gedanken schüttelte er mit einer schnell Kopfbewegung von sich ab. Stattdessen packte er den in Handschellen gelegten Ben an der Schulter und schob ihn in sein vorüber gehenden Wohnort. Kaum war der Kerl drin, trat der Meister des Zweischwerterstils einen Schritt zurück und lies die Tür wieder zumachen und abschließen. Wieder ertönte dieses nervtötende Gequietsche und Kenjis Adern fingen an hervorzutreten. Sichtlich ermattet griff sich der Hauptgefreite an die Stirn und massierte sie sich während er einige schnelle Worte an den neuen Gefangenen und seine beiden Wachen richtete.

"Willkommen auf der True Justice...Versuch erst gar nicht abzuhauen. Sobald du raus kommst wirst du es mit ihn hier zutun bekommen" Kenji deutete auf den Wachmann der die Tür für ihn geöffnet hatte, "und nebenbei wird er" nun nickte er zu den anderen Marinisten der sich in der Nähe des Ausgangs des kleinen Raums positioniert hatte. "eine verdammt laute Glocke läuten die man im gesamten Schiff hört." Ein kurzes Dingeln ertönte und die Wache grinste fies während er die Hand griffbereit an der Wand montierten Alarmglocke hielt. "...Ich überlasse das euch, bleibt wachsam."

Vollkommen ihrer wichtigen Aufgabe bewusst salutierten die zwei low rank Marines und schlugen dabei fest die Hacken zusammen. Genauso wollte Kenji das sehen. Saemon war zwar der bessere Anführer, aber der schwarz-weißhaarige war derjenige der den Leuten beibrachte welchen Ton man an Bord eines Marineschiffes anschlagen musste.
Er nickte anerkennend und machte sich auf den Raum zu verlassen, doch dann hielt er nochmal im Türrahmen inne und sah über die Schulter hinweg zu "seinen" Männern.

"Das nächste Mal will ich ein "Ja, Sir!" hören."

Noch bevor er überhaupt dazu ansetzen konnte den Raum zu verlassen ertönten laut genau die Worte die er den Beiden grade eben in den Mund gelegt hatte. Was für Vorbildliche Soldaten das doch waren!

tbc: Krankenzimmer

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Zuletzt von Kenji am Mi 22 Aug 2012 - 3:50 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 21 Aug 2012 - 22:42

Auf dem Rücken des Schwertkämpfers wurde Ben in den Rumpf des Schiffes gebracht. Licht gab es in den Arrestzellen nur von Lampen und ein wenig schien von ganz oben durch die Gänge. Ausser Kenji waren noch zwei ganz reguläre Soldaten anwesend, die beiden würden wohl seine Wachen werden. Wären doch nur solche Leute auf der True Justice. Dann wäre es mir ein leichtes zu entkommen. Mit einem wiederwärtigen quietschen und schaben wurde die Tür geöffnet, und hinter Ben wieder geschlossen, nachdem Kenji ihn hineinbuxiert hatte. Der stolperte hinein und ließ sich auf die harte Holzpritsche fallen. Seine Jacke war bei Kenji´s Luftschnitt draufgegangen, bis auf die Arme. Die Splitter stachen ihm leicht in den Rücken, also ließ er sich zur Seite rollen und prallte auf dem Boden auf, auf dem die Decke lag. Leer starrte er an die Decke. Er fragte sich, was wohl mit Himeko´s Körper geschehen würde als Kenji die Art Drohung aussprach, die vollkommen zu einem Gefängnisswärter passte, und genau das war in dem Moment die Rolle des Marinesoldaten. Er hatte die Kontrolle und konnte also große Sprüche klopfen. Vor diesem Wärter hatte Ben nun beim besten willen keine Angst. Wenn es ein durchschnittlicher Marinesoldat wäre er Ohnmächtig bevor er Alarm schlagen könne. Kenji verließ den Raum mit der aufforderung ihn "Sir" zu nennen. Was ein Arschloch. murmelte Benjamin. "Wie hast du den Seekadetten gerade genannt?" fragte der eine in angriffslustigem Ton. Er trug die klassische Marineuniform und hatte die schwarzen Haare bis auf Stoppeln zurückgeschnitten. Ach, einfach großartig, das schon wieder. Da meldete sich der andere, einer mit auch relativ kurzen braunen Haaren wesentlich zurückhaltender zu Wort. "Was soll denn "schon wieder" heissen?" Ach vergiss es. Ich bin grad aus diversen Gründen eher schlecht drauf. Ölt lieber mal die Tür, am Ende fällt sie noch aus der Verankerung und ich komme frei. Ben grinste sie spöttisch an, wie es eigentlich gar nicht seine Art war, aber jeder hatte seine eigene Art mit schlechten Erfahrungen umzugehen. Mit ziemlich schlechten. Aber wenn du dich mal wirklich nützlich machen willst, zum ersten Mal in deiner Karriere als Deckschrubber, dann hol mir Verbandszeug, oder gleiche nen Arzt, im Zweifelsfalle reicht auch n sauberes Handtuch, aber so langsam würde ich gerne mal die Blutung hier stoppen, die euer Genie von Seekadett mit seiner unnötigen Art mich zu transportieren weiter aufgerissen hat. Mir wird schon n bissel schwindelig, und ratet mal an welchen beiden Gehirnathleten der Rotschopf Dampf ablassen wird, wenn der Kerl, den er befragen wollte verbluetet inner Zelle liegt. Er sah den Braunhaarigen an. [Und jetzt geb mir ja keine Antwort. Ihr bekommt in der Akademie doch bestimmt beigebracht was eine rhetorische Frage ist. Hayn legte eine Kunstpause ein. Oder habt ihr nur Besenkampf gelernt? Verwirrt sahen die beiden einander an. Besen also. Scheinbar entschieden sie sich dazu ihn einfach zu ignorieren. Ben hievte sich hoch und ging an die Stäbe, schlug einmal mit der blutverschmierten Linken gegen die Stäbe. Stoppelfrisur betätigte vor lauter Schreck beinahe die Alarmglocke. Ihr habt aber schon verstanden, was ich gefragt habe? Hol mir einer ein Handtuch oder sowas... er verdrehte sie Augen, aber die Wunde blutete tatsächlich ziemlich stark, also hatte er ja wohl kaum eine Wahl. ... bitte. Wie gesagt, ich hab nacher wahrscheinlich noch Sprechstunde mit dem Folterknecht oder sowas, und es heißt nicht umsonst schweigen wie ein Grab. Tote sprechen nicht. Beide sahen sich zweifelnd an, dann nickte der Schwarzhaarige dem anderen erst zögernd, dann auffordernd zu. Und tatsächlich, dieser drehte sich um und lief los. Benjamin traute seinen Augen kaum, vor allem als sich der jetzt alleinige Wächter mit der rechten an der Alarmglocke sich dicht vor die Stäbe stellte. Er realisierte offenbar nicht, dass Ben sehr wohl in der Lage war auch mit seinen Fäusten einiges an Schaden zu verursachen. "Hör mir mal zu. Wenn du auch nur eine verdächtige Bew..." Ihr zwei seid unfassbar. unterbrach der Inhaftierte seinen Wärter. Wenn da mal nicht jemand bei seiner Prüfung geschummelt hat. Er drehte sich um und legte die dreckige Decke auf sein Bett und setzte sich darauf. Er hatte nichts gegen harte Betten, schmutzige Unterkünfte, das schlimme war der Gestank. Man roch Fäkalien, gemischt mit dem Schweiß früherer Insassen. Dann mischte sich auch noch Benjamin´s eigenes Blut zu dem wiederlichen Geruchsmix. Wirklich ekelerregend. Er ließ seinen Kopf gegen die Wand fallen und betete, dass Himeko es im Jenseits gut haben würde. Sie hatte es vermutlich verdient.

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