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Arrestzellen

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Saemon



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BeitragThema: Arrestzellen   Do 26 Jan 2012 - 8:14

das Eingangsposting lautete :

Arrestzellen

Eine sehr kleine und ungemütliche Unterkunft aus stabilem Holz. Auf der linken Seite befindet sich ein provisorisches Bett, welches ebenfalls aus Holz besteht. Abgesehen von einer Decke bekommen die Gefangenen nichts um es sich ein wenig gemütlich machen zu können. Man hat keinen Blick nach draußen und die Front ist mit starken Gittern gesichert, welche zusätzlich eine Seesteinlegierung aufweisen. Für sanitäre Bedürfnisse stehen den Gefangenen zwei Eimer zur Verfügung, dessen Inhalt alle 3 Tage von einem Wärter geleert wird.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 23 Aug 2012 - 15:53

Kurze Zeit später kam auch schon Nummer zwei im Dick und Doof Duo wieder und hielt etwas in der Hand, was vor Wasser nur so triefte. Tatsächlich hatte er nur ein paar Papiertücher finden können, welche er unter fließendes Wasser hielt und schließlich wiederkehrte, um diese dem Piraten auf das Gesicht zu werfen.
„Da. Den Rest machst du gefälligst selber!“
Irgendwie war der Halbstarke ja süß, wie er sich so vor den Gittern aufbaute und gar ein wenig ängstlich dreinblickte. Die beiden gehörten keinesfalls zu der Besatzung der 9. Division, sondern gehörten zu der Gurkentruppe, welche in Loguetown stationiert war. Man erkannte sofort den Einfluss ihres Vorgesetzten, welcher ebenfalls mehr als unfähig zu sein schien, aber dies hatte Saemon und den Rest ja nicht zu kümmern.
„Du solltest nicht so nah an die Stäbe gehen. Der kann da durchgreifen! Nicht dass er dich am Kopf greift und gegen die Gitter knallt!“
Entnervt starrte der zweite im Bunde seinen Kameraden an und gab diesem einen Schlag mit der flachen Hand auf den Kopf.
„Du Idiot. Willst du ihm nicht gleich noch verraten wie er am besten an die Schlüssel kommt? Mal ehrlich. Bist du so blöd oder tust du nur so?!“
Der schmächtige von ihnen sah nun etwas betrübt drein, gar weinerlich und wandte seinen Leib beleidigt ab.
„Der Chef hat gesagt du sollst nicht immer so gemein zu mir sein… das weiß du ganz genau. Wir sind Partner…“
Von da an blieben beide schweigsam, wobei ‚Dick‘ sich auf einen Stuhl setzt und ununterbrochen Ben anstarrte… Diese Blutunterlaufenen Augen waren einfach nur abartig und man hatte fast die Befürchtung sie würden bald aus seinen Augenhöhlen springen und davonlaufen. ‚Doof‘ ging unterdessen in dem Zellenraum stetig auf und ab, pfiff entspannt ein Liedchen vor sich hin und schien wieder die Freude in Person zu sein.
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 23 Aug 2012 - 21:57

Es dauerte nicht lange bis der von seinem Gefangenen weggeschickte Wärter auch schon zurückkam, und zwar mit einer pampigen Papiermasse. Diese warf er mit einem unfreundlichen Kommentar zu Benjamin. Dieser fing sie auf, bekam jedoch etwas Wasser ins Gesicht. Ich hoffe für die beiden, dass sie nicht mehr hier sind, wenn ich rauskomme. Benjaminsah auf die Tachentücher und dann ungläubig zum Wärter. Bist du eigentlich wirklich so dumm oder tust du nur so? Soll ich mir jetzt etwa nen verband aus Pappmaschee zaubern oder was? Er dachte ernsthaft eine Sekunde darüber nach es zu versuchen, dann wischte er damit über sein Bett. Das war das einzige wofür sie noch halbwegs gut waren. Es tat Ben in der Seele weh die reste seiner Jacke von seinen Armen zu streifen und dann lange Streifen heraus zu reissen. Diese Legte er nebeneinander, sodass sie seine Wunde abdeckten, legte noch eine zweite Lage darüber. Er hörte die Warnung des einen Soldaten und grinsend legte er sich hin. Wenn ich die beiden hätte umhaun wollen hätte ich das ja wohl schon gemacht. Auch wenn Benjamin in diesem Moment eher belustigt wirkte von der Idiotie der Wachen, es wäre ihm normalerweise zum Heulen zumute. Aber den Kummer würde er sich aufsparen, bis er entkommen war. Er konnte hören wie die Wellen gegen das Schiff prallten, spürte das seichte Schaukeln und immer wieder einen leichten Ruck, wenn das Gefährt mit den Dämpfern gegen den Steg prallte. Es wirkte irgendwie beruhigend. Seine Aufpasser begannen damit ihn zu beobachten und der Braunhaarige begann mit einem langsamen Rhythmus gegen die Wand zu klopfen. Zu seiner Verwunderung war die Akustik hier unten überraschend gut. Das Holz gab einen klareren Klang ab, als er gedacht hätte. Der melancholische Klang hallte ein wenig und schien unter der Decke hängen zu bleiben. Das schwummrige Licht trug ebenfalls dazu bei, dass Ben recht schnell würde und etwas trauriger wurde als ihm lieb war. Der Blutverlust tat sein überiges und so lag Benjamin im Halbschlaf auf der Pritsche und wartete auf Saemon.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 24 Aug 2012 - 15:10

Der Braunhaarige Klos saß noch immer genervt auf dem Stuhl und man erkannte überdeutlich dass er sich nun am liebsten in einer Bar oder dergleichen befunden hätte, anstatt auf einem Marineschiff herum zu gammeln, wo scheinbar ohnehin nichts geschehen sollte. Die Besatzung der 9. Division war drastisch geschrumpft und die meisten Soldaten an das Kommando an Land überreicht worden. Das selbe Schicksal würde auch diese beiden Komiker hier ereilen, wenn ihre Dienste erst einmal nicht mehr von Nöten wären. Ein wenig säuerlich sah er zu seinem Kollegen und man bekam ein wenig den Eindruck als würde er diesem an die Gurgel springen wollen. Wirklich amüsant die Zwei, würden sie als Standup Comedians sicherlich eine Menge Geld verdienen können. Offensichtlich platzte ihm nun der Geduldsfaden, den mit lautem Knall flog der Stuhl, auf welchem der Fette sich eben noch befunden hatte, an die gegenüberliegende Wand und prallte von dieser unbehelligt ab… Nicht mal das brachte er auf die Reihe… Die Bohnenstange erschrak fürchterlich und stand mit offenem Mund und entsetztem Gesichtsausdruck mitten im Raum. Er war Kreidebleich und stotterte unverständlich irgendwelche Wortfetzen vor sich hin, bis er schließlich doch noch ein wenig seine Fassung wiederfand und sogleich losplerrte.
„Spinnst du eigentlich?! Das Teil hätte mich fast getroffen!! Was ist eigentlich in dich gefahren?! Was ist wenn die sehen wie du dich hier benimmst?! Dann dürfen wir wieder die Küche putzen!“
Er brachte sich kaum noch ein und geriet immer mehr in Rage. Der Dicke hingegen beruhigte sich wieder und sah seinen Kollegen durch verschlafene, halboffene Augen hindurch an.
„Quatsch nicht so viel. Du nervst mich langsam. Ich bin müde und will nach Hause… Warum müssen ausgerechnet wir auf den Taschendieb aufpassen? So wie die aufs Maul bekommen haben traut der sich eh nicht mehr auf die Straße.“
Nun sah er zu Ben in der Zelle und musterte diesen.
„Nä? Is doch so. Unfähiges Pack.“
Hektisch näherte Doof sich seinem Partner und fuchtelte mit den Händen vor dessen Gesicht umher.
„Lass das! Wenn das jemand sieht bekommen wir ärger! Du sollst die Gefangenen nicht immer quälen!“
Dick schob dessen Hände und nebenbei noch den gesamten Leib bei Seite und wandte sich wieder an Ben.
„Ach was wir amüsieren uns doch nur nicht wahr? Das Jüngchen kann froh sein noch am Leben zu sein. Seine Freundin hatte da ja nich son Glück. Erbärmlich. Kaum dass man sich in der Öffentlichkeit präsentiert, kratzt man auch schon ab. Sowas wollen Piraten sein.“
Anschließend schwieg er und auch der Dünne hatte dem nichts mehr hinzuzufügen, hielt sich von nun an allerdings auch allgemein zurück und verzog sich in die andere Ecke, ergriff den so eben geworfenen Stuhl und ließ sich auf diesen nieder.
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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 10:24

Im Herzen blieb Lian eben eine Piratin und dagegen würde man niemals etwas ändern können. Saemon hatte sich die Mühe gemacht die Menschen hinter der Fraktion zu erkennen und sah diese nun auch im allgemeinen anders. Sicherlich waren Piraten noch immer seine Feinde, jedoch verurteilte er sie bei weitem weniger als er es noch zuvor tat. Auch das Schubladendenken hörte bei ihm auf, wie es bei Kenji noch immer vorhanden war, doch schien auch Lian selbst diese Denkweise inne zu haben. Sie verurteilte die Marine noch immer, wobei man sich fragte woher das kam. Natürlich war man als Pirat der Feind der Marine, jedoch war es nun einmal auch diese Marine, welche die Zivilbevölkerung eben vor Piraten beschützte. Man wäre ihnen hilflos ausgeliefert, gäbe es die Blauhemden nicht, sodass Saemon sich wirklich ein wenig fragte welche Vorstellungen sie eigentlich von dieser Welt hatte. Das nicht alles glatt lief, das war auch dem Rotschopf bekannt, allerdings gab es für jede Insel welche nicht von der Marine beschützt wurde, sicherlich 10 weitere die es werden. Es war wirklich bedauerlich dass sie lieber weiter über die Meere ziehen wollte, gefolgt von Kopfgeldjägern und weiterhin Verbrechen begehen wollte, anstatt die Chance wahr zu nehmen sich zu läutern. Dies hieß keinesfalls dass man das Schoßhündchen von irgendjemandem war, aber die Marine war etwas gänzlich anderes als eine Piratencrew. Es musste einfach gewisse Strukturen geben, schließlich agieren viele hunderttausend Soldaten unter einem großem Befehlshaber. Piraten waren für sich und selbst wenn diese mal zu einem Kapitän gehörten, welcher nun einmal mächtiger war als alle anderen, so waren diese Dimensionen noch lange nicht mit dem zu vergleichen, was man auf der gegenüberliegenden Seite vorfand.

Gemächlich schlenderten die Beiden erneut die Gänge entlang und würden schon bald die Zellen erreicht haben, in welchen Ben bereits geduldig warten sollte. So Recht war Saemon noch nicht klar wie er die Befragung eigentlich beginnen sollte, zumal die Gefahr bestand dass er gänzlich aus der Haut fahren könnte, würde Ben ihm antworten präsentieren, welche ihm nicht sonderlich gefielen. Im Endeffekt ließ er das alles auf sich zukommen und Notfalls müsste man eben Kenji dazu holen. Sicherlich hatte dieser schon ein wenig Erfahrung mit solchen Dingen.

“Du hast dir den Namen gemerkt? Weiß nicht welcher das ist, aber der Käptn von denen war bewusstlos, also eher ungeeignet für eine Befragung. Der andere war auch mit im Restaurant und ich will endlich wissen was da drinnen passiert ist und wie es zu der Explosion kam.“

Erklärte er knapp, wobei er spürte wie der Zorn in ihm größer wurde und er bereits alle Mühe hatte sich im Raum zu halten. Rasch unterbrach er seine Erklärung und atmete ruhig ein.

“Nun das ist der Lauf der Dinge. Du warst da drinnen weil du eine Stadt überfallen hast, gemeinsam mit deiner Crew. Ich denke den Einwohnern war dies auch zuwider. Der Kerl hat Leute auf dem Schafott terrorisiert und ich will gar nicht wissen was sie im Restaurant alles angestellt haben als ich weg war. Ich weiß nicht was bei dir war als du klein warst Lian, aber ich war selber diverse male in einem Kerker und das nur weil ich überleben wollte, dennoch verspüre ich keinen Drang mich an alles und jedem dafür rächen zu wollen, viel mehr habe ich erkannt wo die Fehler im System sind und muss nun nur noch einen Weg finden diese aus zu merzen…“

Wer konnte auch ahnen dass beide im Grunde von der selben Sache sprachen, waren es doch jene Ereignisse, der selben Stadt, welche sie in solch unterschiedliche Bahnen lenkte. Lian war vielleicht noch zu jung, als dass sie die wahren Probleme hätte erkennen können. Auch Saemon kam erst Jahre später dahinter was eigentlich schief lief, doch wusste er auch damals schon wem er die Schuld zu geben hatte.

Vor der Zellentüre blieb Saemon rapide stehen und klopfte kräftig dagegen. Es dauerte nicht lange da öffnete auch schon ein recht hagerer Mann diese und trat zur Seite, sodass der Rotschopf und Lian eintreten konnten. Skeptisch musterte der Kisaragi den Mann und spürte förmlich dass er zu der Einheit von Loguetown gehörte… dieser unfähige Haufen. Der zweite im Bunde saß noch immer auf seinem Stuhl, betrachtete gelangweilt die Neuankömmlinge und senkte anschließend wieder sein Haupt… Keine Spur von Respekt oder Professionalität. Da Saemon darauf keinen Wert legte, sagte er auch nichts dagegen und wandte sich nun dem Gefangenen zu.

“Ihr könnt verschwinden.“

..gab er den Aushilfswärtern knapp zu verstehen, welche plötzlich wie von der Tarantel gestochen aufsprangen und aus dem Raum stürmten… Ohne Worte… Sich einen Stuhl greifend, nahm Saemon dann auch schon vor den Gittern Platz und beobachtete Ben einen Moment lang. Er wollte wissen was der Kerl denkt, wollte irgendeine Gegühlsregung wahrnehmen oder sonst etwas, was ihm Einsicht verschaffen könnte. Er konzentrierte sich, sah hierbei alles andere als erfreut aus uns starrte unaufhörlich auf den Gefangenen. Noch nicht einmal umziehen konnte er sich… viel mehr hatte Saemon noch nicht daran gedacht, trug demnach noch immer diesen leichten schwarzen Pulli und die blaue Jeans, welche zumindest gewaschen war. Er rief sich das Bild des Restaurants in den Kopf, wie die Kellner von A nach B huschten um die Bestellungen auf zu nehmen oder an den Tisch zu befördern. Das bunte Treiben in der Küche, die Machtkämpfe und die kleinen Geplänkel unter den Köchen. Auch Saemon war einst Teil hiervon und es war ganz ohne Zweifel die beste Zeit seines Lebens. Er hatte Freunde, einen Mentor, eine Bestimmung und einfach nur Spaß an dem was er tat und mit einem Mal war all dies verflogen. Noch hatte er den Trümmerhaufen nicht gesehen, doch schien seine Fantasie hierbei ganz gute Arbeit zu leisten. Ein Bild der Verwüstung tat sich in seinem Kopf auf. Trümmer überall, keine Wand stand mehr auf der anderen und Leichen inmitten des Schutts und der Asche… besonders letzteres ließ seinen Blutdruck ansteigen und verbissen ballte er nun seine Fäuste, schloss einen Augenblick lang sein Auge. Er besann sich auf das wesentliche, wollte den Hass vorerst bei Seite schieben und öffnete das Lid wieder.

“Was habt ihr im Restaurant angestellt nachdem ich weg war?“

…war die einzige Frage welche er an Ben richtete.
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 11:37


Ich bin nicht Piratin geworden, um irgendwessen Schuld an irgendwem abzuladen“, erwiderte sie. Lian fühlte sich ein wenig gekränkt darin, dass er das nun sagte, denn sie war der Ansicht, ihm ihre Lage oft genug erklärt zu haben. Nichtsdestotrotz, es war nun eh nicht der richtige Moment, darüber zu sprechen und der Rotschopf war ohnehin sehr angespannt. Ob er wirklich der richtige Mann für die Befragung war? Lian bezweifelte das. Er würde kaum eine neutrale Haltung einnehmen können, immerhin ging es hier um das La Bouché, das er liebte und ehrte und in welchem er praktisch ein neues Leben bekommen hatte. Vermutlich würde er gänzlich aus der Haut fahren und dann gab es niemandem, der Ben helfen konnte, es sei denn, sie würde sich dazu entschließen, ihren Freund zu beruhigen und ihn an seine Pflichten zu erinnern, die sicherlich nicht dem entsprachen, einen wehrlosen niederzuschlagen.
So betrat sie die Zelle also mit gemischten Gefühlen. Ein Schauer überfuhr sie, denn man hatte ihm dieselbe gegeben, in welcher auch sie einst gesessen hatte. „Hat sich nichts verändert, einladend wie eh und je..“, murmelte sie in ablehnender Haltung. Die Spannung war förmlich greifbar.
Saemon setzte sich schließlich und starrte den brünneten Piraten einfach nur an. Lian stellte sich neben ihn, lehnte sich gegen die Stuhllehne und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. Es war ein bedeutend angenehmeres Gefühl, auf der anderen Seite des Gitters zu stehen, aber trotz seiner Verbrechen wollte die Blondine sich gar nicht erst vorstellen, wie Ben sich wohl fühlen mochte. Eingesperrt, gezwungen, in einen Eimer zu machen, ohne Dusche und.. er war verletzt! Lian kniff die Augen leicht zusammen und linste in die düstere Zelle hinein. Es war nur eine Frage der Zeit, bis man in diesem Loch Depressionen bekam und wahnsinnig wurde.
Scheinbar war er dazu gezwungen gewesen, seine Jacke zu zerreißen, damit er wenigstens irgendwas an Verbandmaterial hatte. Die ehemalige Piratin schüttelte den Kopf. Gefangener hin oder her – niemand verdiente es, an einem Wundbrand oder einer Blutvergiftung zu sterben. „Man hätte ihn wenigstens ärztlich versorgen können, meinst du nicht..“, murmelte sie Saemon leise zu und ihrer Stimme war deutlich zu vernehmen, dass sie von dieser menschenunwürdigen Behandlung wirklich gar nichts hielt. Das war wieder diese Doppelmoral der Marine, wie sie fand. Nur weil er ein Pirat war, musste er hier unten in schlechteren Verhältnissen als ein Tier vor sich hin vegetieren. Und das sollte fair sein.
Aber Saemon begann, wie sie vermutet hatte, mit seiner Befragung. Natürlich konzentrierte sich seine erste Aussage erst einmal nur auf das La Bouché und entsprach demnach ganz Lians Erwartungen. Für den Moment fragte sie sich, ob es überhaupt Relevanz haben würde, was Ben sagte, denn sie war sicher, der Kisaragi würde es ihm nicht abkaufen, sollte er behaupten, nicht am Brand beteiligt gewesen sein. Andererseits hätte aber auch sie Probleme damit, ihm das zu glauben. Saemon und Lian hatten die beiden Piraten im Restaurant ziemlich zur Schnecke gemacht und was wäre da die beste Rache gewesen, wo man doch deutlich gesehen hatte, wie viel Bedeutung der Rotschopf ihm zugesprochen hatte?

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 15:26

Nach etwa einer halben Stunde des schweigens, mit dem übertriebenen Blick an der Decke haftend, der so offensichtlich der eines Mannes war, der verhindern wollte, dass seine angestauten Emotionen hervortraten. Er war gespielt und diese Schmierenkomödie spielte jeder für sich selbst, auch wenn man sich jedes Mal, wenn man ihn aufsetzte einredete, man wolle die anderen nicht erkennen lassen wie man sich fühlt oder sie sogar damit belasten. In dieser Zeit war der beleibtere der beiden Soldaten vollkommen ohne Grund ausgerastet und hatte es nicht einmal fertiggebracht einen halb morschen Holzstuhl zu zerbrechen und war dazu übergegangen Benjamin ansatzweise zu provozieren und nur zu gerne hätte der den Idioten den Kopf abgerissen aber er konnte nicht. Nach diesen dreißig Minuten in denen Benjamin seine missliche Lage verdammt und versucht hatte die Schuld dafür bei der Marine zu finden hörte er endlich näherkommende Stimmen. Er wartete weiterhin ab, machte keinerlei Anstalten sich zu bewegen, verbag so gut wie möglich seine Anspannung. Möglicherweise waren es ja garnicht der Maat und ein anderes Mitgleid der 9ten um ihn zu verhören. Wäre der Braunhaarige in seiner Zelle nun aufgesprungen und durch die Gitter gelinst wie er es am liebsten getan hätte und es wäre niemand, der mit ihm zu tun hatte hätte er das gespött der Wärter über sich ergehen lassen müssen und diesen Triumph gönnte er ihnen einfach nicht. Die ganze Zeit hatte er sie ausgeblendet, nicht einmal auf den kleinen Wutanfall des einen hatte er in irgendeiner Form reagiert. Die ganze Zeit hatte er auf dem harten, feuchten Holz gelegen und um irgendetwas zu tun ein Lied geklopft. Nun jedoch hielt er inne und versuchte angestrengt mitzuhören was gesagt wurde. Wegen der nicht vorhandenen oder höchstens als glecihgültig zu beschreibenden Reaktion der Soldaten dachte der Braunhaarige schon, man würde ihn noch länger schmoren lassen. Als dann endlich doch die Gestalt Saemons in seinem Blickfeld erschien und die Wärter, die fluchtartig abzogen, knapp wegscheuchte atmete Benjamin innerlich durch. Auch wenn er sich nicht freute auf was auch immer kommen mochte, das schlimmste war zur untätigkeit verdammt mit Schmerzen und improvisiertem Verband im Zwielicht seiner Zelle zu verrotten. Nachdem er sich gesetzt hatte ließ sich Saemon Zeit bis er die erste Frage stellte. Willst du mich jetzt etwa auch bloß anstarren? Die bittere Stimme seiner Gedanken hallte in seinem Kopf, der imaginäre Ton wurde von der Stimme seines Gegenübers unterbrochen, neben dem wie Hayn nun auffiel als er langsam den Kopf auf die nackte Brust legte Lian stand, die Blondine murmelte dem Mann an ihrer Seite etwas zu was er nicht verstand. Das katzenhafte Gehör des Mädchens schienen auf einmal recht nützlich, blöd nur, dass es jede Frucht nur einmal gab. Dann setzte er sich auf, das Blut, welches unter dem selbstgebastelten Verband hervorlief war teilweise auf seiner Haut geronnen und so zerbrochen die dunklen Linien und der erstarrte Lebenssaft fiel auf den Boden. Seine Unterarme stützen seinen nach vorn geneigten Körper auf den Oberschenkeln. Mit dem Kopf gesenkt und Blick auf den verdreckten Boden atmete er die stickige Luft, wie sie sich im Laufe eines Tages in einem solchen Schiff ansammelte und in der Zelle auch noch den Gestank in sich trug, dass man ihn fast schmecken konnte. Benjamin hatte das gefühl, dass sich seine Lungen mit Wasserdampf füllten. Kein kühler Luftzug in seinem Brustkorb. Er hob den Kopf soweit, dass er das Gesicht des Maats sehen konnte. Nachdem er sich gefragt hatte, was er mit dieser Frage bezweckte leckte sich Ben über die Lippen. Schließlich hatte Saemon ihn und Natsu aus dem Restaurant geschmissen. Seine Antwort würde dem Mann auf der anderen Seite nicht zufrieden stellen, ganz und gar nicht, soviel war sicher. Er schnaubte mit einem abfällig wirkenden Kopfschütteln. Du hast Natsu und mich großzügigerweise Er bedachte dieses Wort mit triefendem Spott. aus dem Restaurant gehen lassen, danach sind wir gegangen und haben unsere Truppe zusammengestellt. Wir hätten es gut sein lassen sollen aber so tickt eben Natsu nicht. Die Chance, die Saemon im Restaurant den beiden jungen Piraten gewährt hatte rechnete Benjamin ihm noch immer positiv an, jedoch brauchte er ein Ventil, wenn er keines nutzen würde wäre es nur noch eine Frage der Zeit bevor er an seiner Situation verzweifelte. Wir haben also rein gar nichts im Restaurant danach angestellt. Aber das wirst du mir nicht abkaufen, weil ich ein Pirat bin. Dieses verdammte Denken in Kategorien. Benjamin hatte auch einen Grund um die Marine zu verabscheuen und er mochte sie auch nicht, aber trotzdem steckte er sie nicht alle zusammen in die selbe Schublade und warf den Schlüssel weg. Doch zumindest letzteres hatte Saemon nicht getan, anders wäre die zierliche Gestalt an seiner Seite nur schwer zu erklären. Noch bevor die nächste Frage gestellt werden konnte fügte Ben noch hinzu. Ich weiß beim besten Willen nicht was zu Hölle du von mir willst, ich hab keinerlei wervolle Informationen, du hast den Rest der Crew und warst ja wohl am Schafott dabei. Also warum steckst du mich auf deinem Schiff in diese Kanalisation. Mittlerweile trat die Verbitterung in Ben vollkommen durch und mischtesich mit seiner Wut. Man hatte ihn nicht nur festgenommen nachdem man eine seiner Kameradinnen ermordet hatte, nein man verweigerte ihm auch ärztliche Hilfe und trennte ihn von der Crew und das alles natürlich im Namen der Gerechtigkeit. Auch wenn die Marine zweifellos gutes Tat und es ehrenvolle Menschen in ihren Reihen gab. Jede ihrer Handlungen war gerecht, was auch sonst, die konnte man die Verkörperung dieses Ideals auch als ungerecht bezeichnen, schließlich legten sie selbst fest was nun erlaubt war und was das Eingreifen des langen Arms der Justiz erforderte. Ein seltsames Ideal, wenn man nichteinmal die offensichtlichen Verbrechen des Gesetzes kritisieren konnte ohne wenig später seinen Körper in seiner kopflosen Pracht bewundern zu können. Auf beiden Seiten der Gitter musste man jetzt wohl an sich halten um nicht aus der Haut zu fahren und zu versuchen das Gitter zu zertrümmern, welches ganz sicher nicht Saemonsicher war. Aus der Haut gefahren wäre Ben jedoch nur zu gerne, in gleich doppelter Hinsicht, denn er steckte gerade nicht gerne in seiner Haut.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 18:08

Leider gab es immer Leute welche einem etwas vorwarfen, obwohl sie selber keinen Deut besser waren und die nicht so recht erkennen wollten. Besonders als Pirat störte man sich immer wenn man mit anderen verglichen wird, wenn man mit diesen über einen Kamm geschert wird und aufgrund derer Taten leiden muss. Dennoch sprach man stets von der Marine im ganzen, differenzierte hierbei keineswegs und gab allen die Schuld für die Tat einzelner... Scheinbar war dies nicht zu ändern und Saemon hatte sicherlich anderes zu tun als nun den Moralapostel zu spielen. Ihn interessierte nur eine Sache, nämlich was im Restaurant passiert und diese Information wollte er von Ben bekommen, komme was wolle. Lians Bemerkung ignorierte er zwar nicht, jedoch erwiderte Saemon auch nichts darauf. Es war eine Arrestzelle und keine Präsidentensuite... natürlich war diese nicht einladend oder ansprechend. Von der Wunde des Piraten hatte der Rotschopf zunächst nichts mitbekommen, war er doch zu sehr auf seine Regungen und Mimik konzentriert. Keinesfalls wollte er etwas übersehen, was im späteren Verlauf vielleicht wichtig sein könnte... doch war vorerst nichts in diese Richtung zu sehen. Langsam richtete Ben sich auf und blickte betröppelt durch die Gitterstäbe hindurch. Natürlich würde ihm diese Behandlung nicht gefallen, jedoch hatte er diese verdient, alleine schon dafür, sich einem solchen Kerl wie Natsu angeschlossen zu haben. Ben erschien Phasenweise zwar als recht vernünftig, doch wie viel Wert konnte man auf diese Eigenschaft geben, wenn er blind einem Trottel folgte? In Saemons Auge war Ben ebenso schuldig wie es auch Natsu und der Rest war, ganz gleich wie er auch darüber denken mochte. Lian schien ein wenig Sympathie für den Verbrecher zu hegen, vermutlich weil sie selbst eine Piratin war und der Marine nicht wirklich positiv gesinnt war, jedoch durfte sie auch nicht vergessen warum sie sich für dieses Leben entschieden hat. Besonders wenn man sich selbst immer missverstanden und unfair behandelt fühlte, sollte man ein wenig offener für neues sein. Letztlich begann ben dann auch auf die Frage des Rotschopfes zu antworten und wie dieser bereits richtig erwartete, war Saemon alles andere als zufrieden mit diesen Antworten. Scheinbar wollte er einfach nur seine Haut retten und sich nicht noch mehr in Schwierigkeiten bringen, als er es ohnehin bereits war. Überraschend geduldig lauschte er den Worten des Piraten und schloss im Anschluss sein Auge. Seine Ellbogen stützte er auf die Knie und verbarg sein Gesicht hinter seinen Händen, deren Finger verschränkt waren. Im inneren des Rotschopfes tobte ein Sturm, welchen es nun galt im Zaum zu halten und sein Gemüt wieder unter Kontrolle zu bringen. Immer wieder hatte er die Bilder seiner ehemaligen Freunde im Kopf und den Gedanken diese nie mehr wieder sehen zu können. Ein tiefes brummen war zu hören, welches von Saemon ausging, ehe er sein Auge wieder öffnete und Ben weiterhin anstarrte. Er glaubte ihm kein Wort, das stimmte, doch keinesfalls aus dem Grund, welchen Der Hayn nannte. Mit unfassbar ruhiger Stimme begann Saemon wieder zu sprechen.

“Ja du hast recht. Es war wirklich großzügig von mir euch ziehen zu lassen, denn im Nachhinein betrachtet hätte ich euch an Ort und Stelle hinrichten müssen. Ich ließ euch laufen, gab euch eine neue Chance und bin nicht mal auf eurem Stolz herum getrampelt oder habe eure Ehre besudelt. Ich ließ euch einfach laufen, wofür dein sogenannter Käptn sogar beinahe zu Stur gewesen wäre. Lieber hätte er dich leiden lassen, warum sonst hat er solange gewartet? Nun was geschah dann. Nachdem also alles zerstört war, höre ich dass ihr am Schafott seid, dort die Menschen terrorisiert, deren Eigentum zerstört und das nur, weil ihr erneut eine Niederlage einfahren wolltet? Ich bedauere es wirklich euch erneut verschont zu haben und auch wenn deine Kameradin gestorben ist, so war dies ein Opfer welches nicht auf unsere Kappe geht. Ihr solltet dies als Warnung sehen, als Warnung der Marine und als meine letzte, wirklich allerletzte Warnung. Und in einem Punkt hast du Recht. Ich glaube dir nicht, kein einziges Wort, aber nicht weil du Pirat bist, schließlich bin ich durchaus in der Lage einen Menschen nach seiner Persönlichkeit zu beurteilen.“

..nach diesen Worten sah er zu der Seite auf welcher Lian stand und warf dieser einen knappen Blick zu. Er wollte ihr zulächeln, wirklich zu gerne wollte er das... doch er brachte einfach keine freundliche Mine hervor und hoffte sehr dass sie dafür Verständnis haben würde. Im Anschluss widmete er sich wieder dem Hayn und fuhr mit seiner Ansprache fort.

“Jedoch glaube ich dir nicht weil ich denke dass du deinen Hals retten möchtest. Es interessiert mich nicht ob du Pirat, Zivilist, Revolutionär oder sonst etwas bist. Alles was mich interessiert sind deine Taten und diese sprechen nicht gerade für dich. Du wirktest bislang wie der vernünftigste in der Truppe, doch möchte ich dir raten meine Geduld nicht zu überreizen und besonders darauf zu achten dich nicht im Ton zu vergreifen.“

Langsam wanderte sein Blick nach unten und mit einem seufzen sah er den provisorischen Verband. Es war offensichtlich dass man ihm bislang keine ärztliche Behandlung hat zukommen lassen, doch hatte Saemon von den Pfosten aus Loguetown auch nichts anderes erwartet. Noch bevor der Pirat abermals die Gelegenheit hatte zu Wort zu kommen, sprach Saemon schon weiter, wandte sich nun jedoch an Lian.

“Du bist doch medizinisch geschult nicht wahr?“

Ein letzter Blick in Richtung des Piraten sollte folgen, ehe er aufstand, zum Tisch lief und von dort die Zellenschlüssel an sich nahm. Letztlich huschte er zu dem erste Hilfekasten, welcher natürlich auch hier vorhanden war und würde all dies seiner Liebsten überreichen.

“Bevor wir hier weiter machen würde ich dich bitten die Wunde zu versorgen, sonst kippt er uns noch aus den Latschen.“

Der Rotschopf würde sich wieder auf den Stuhl setzen und die Szene genauestens beobachten. Würde Ben auch nur im Ansatz eine falsche Bewegung tätigen, so wäre dies vermutlich die letzte in seinem Leben. Lian war zwar durchaus in der Lage sich selbst zu verteidigen und Saemons Eingreifen wäre nicht von Nöten, doch sollte sich jemand an ihr vergreifen wollen, so sähe der Fähnrich zur See sofort rot.


Zuletzt von Saemon am Mo 27 Aug 2012 - 18:55 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 18:50


Lian seufzte beinahe erleichtert, als Saemon ihr die Erlaubnis erteilte, Ben zu versorgen. Sie konnte seine Wunde aus dieser Entfernung zwar nicht genau sehen, aber der starke Blutfluss und der unangenehme Geruch aus der Zelle ließen vermuten, dass sich dort bereits etwas entzündet hatte und nun eiterte. Gar kein gutes Zeichen. Schweigend nahm sie den Kasten entgegen und trat in die Zelle, als Saemon sie aufschloss. Ben würde nicht hinausrennen können, dafür hätte sie schon gesorgt, aber sie dachte ohnehin nicht, dass er dumm genug sein würde.
Lian trat näher heran und warf Ben lediglich einen knappen Blick zu. Für mehr war in diesem Moment weder Zeit, noch der richtige Zeitpunkt. Sie hoffte nur, er würde sich jetzt nicht querstellen, denn es war unbedingt nötig, die Wunde zu versorgen.
Lass mich mal sehen..“, murmelte sie leise und setzte sich neben Ben. Anschließend öffnete sie den kleinen Kasten und holte zwei gelbliche Handschuhe hervor. Wenn man eine Wunde versorgte, musste man darauf achten, dass alles möglichst steril blieb – anderenfalls konnte man es schnell schlimmer machen. Als das getan war, entfernte sie den stümperhaften ,Verband' und besah sich die Seite Bens. „Das sieht nicht gut aus, Saemon..“, sagte sie und zog ihre Augenbrauen besorgt zusammen. „Die Wunde scheint noch weiter aufgerissen zu sein, das ist sehr ungesund für die Haut. Ist auch entzündet, scheint Dreck reingekommen zu sein. Oh Mann.. Tut es sehr weh? Ich muss das erst einmal desinfizieren. Er braucht jetzt sehr viel Wasser, sonst könnte er eine Blutvergiftung bekommen.“ Die Blondine beäugte den Pirat eingehend. Er machte einen müden Eindruck, wirkte geschwächt. Seine Abwehrkräfte waren vermutlich nicht gerade in Topform. „Das wird jetzt ein bisschen brennen..“, sagte sie dann und bereitete eine Mullbinde vor, in welche sie Desinfektionsmittel kippte. Anschließend tupfte sie mit dieser die Wunde des Hayns ab und das würde wiederum ordentlich brennen. Die ehemalige Piratin machte sich sogar bereit, falls er sie angreifen sollte. Das war allerdings normal. Man hatte sich, wenn man Schmerzen erlitt, nicht immer im Griff. In ihr machte sich Wut breit. Ob Pirat, Marinesoldat oder sonst irgendwas – wie konnte man einen Menschen verletzt in so ein Loch voller Keime schmeißen?
Über die weiteren Schritt ihrer Wundversorgung schwieg sie. Sie wollte Saemon die Möglichkeit geben, Ben weiter zu befragen, auch wenn sie sich mittlerweile nicht mehr vorstellen konnte, dass er log. Er war ohnehin am Ende, gefangen auf einem Marineschiff und so schnell würde er sicher nicht davon kommen. Was hatte er also davon, zu lügen?
Saemon.. Wenn ich dich kurz unterbrechen darf.. Ich habe einen der Köche an den Trümmern stehen sehen.. Vielleicht kann er dir Auskunft darüber geben, ob sie wirklich noch einmal dort gewesen sind. Vielleicht.. Ich meine.. Es besteht die Möglichkeit, dass er wirklich die Wahrheit sagt, wenn man bedenkt, was auf dem Schafott schon alles von ihnen zerstört worden ist. Es gibt ja weitaus mehr Piraten hierzulande und.. Ich weiß nicht, hatte der Besitzer vielleicht Feinde? Irgendwelche Lokale, die vielleicht neidisch auf den Erfolg waren?“ Während sie sprach, holte sie eine weitere Mullbinde hervor, ebenso wie eine Nadel. „Ich möchte, dass du ganz feste da drauf beißt und dich auf Saemon konzentrierst okay? Ich werde das jetzt vernähen, die Wunde ist zu groß, um von alleine zusammenzuwachsen.“ Lian würde ihm auch keine Zeit zum Wiederworte geben lassen, denn sie setzte die Nadel mit dem dunkelgrünen, festen Garn bereits an und stach zu, wenn auch sehr vorsichtig, sie wollte ihm nicht noch mehr Schmerzen zufügen, als er ohnehin schon hatte.
Das Nähen an sich würde etwa fünfzehn Minuten dauern. Sie ging sehr gründlich vor und nach sieben Stichen war es auch schon getan. Anschließend wurde eine weitere Mullbinde, die vorher mit Salbe bestrichen wurde, auf die genähte Wunde gelegt und mit Pflastern befestigt. Lian richtete sich wieder auf.
Das dürfte reichen. Bewege dich bitte nicht zu viel, sonst reißt sie auf. Das Ganze hat jetzt schon geeitert und das ist nie ein gutes Zeichen. Morgen bekommst du einen neuen Verband drauf, weil er sich über Nacht mit Blut und Eiter vollsaugen wird.“ Ihre nächsten Worte galten Saemon. „ Meinst du, wir können Schmerzmittel besorgen. Er wird schlafen müssen, aber ich weiß nicht, ob ihm das auf dem Ding dort mit den Schmerzen gelingen wird. Ich habe in dem Kästchen da jetzt leider nichts finden können. Ah.. Und Wasser. Er muss auf jeden Fall viel trinken. Wenn das nicht gegeben ist, können wir ihn morgen ins Meer schmeißen, weil er dann vermutlich sterben wird und das unter unschönen Umständen. Das möchtest du nicht.. nicht wahr?“ Sie sah den Rotschopf aus großen, blauen Augen an. Nein, er war so nicht. Saemon war kein Mensch, der einen anderen Mensch oder irgendein anderes Lebewesen einfach so verrecken lassen würde und das unter Schmerzen. Er ehrte das Leben, jedenfalls hatte sie bislang immer das Gefühl gehabt, dass er das tat.
Sie wusste auch, dass dies hier keine Präsidentensuit war, aber die Zelle war für einen so stark Verletzten einfach unzumutbar.
Mit einem kleinen Seufzen packte sie die medizinischen Artikel weg.
Sie fühlte sich jetzt zumindest ein Stück wohler. Kenji war selbst Schuld, wenn er seine Gefangenen so behandelte. Ob sie nun Teil der Marine war oder nicht – sie würde jedenfalls nicht tolerieren, dass Gefangene hier Behandlungen wie im Mittelalter erfuhren.
Lian verließ die Zelle wieder und zog die Türe hinter sich zu. Ein paar blonde Strähnen hingen ihr tief ins Gesicht und sie übergab Saemon den kleinen Kasten, bevor sie sich wieder an die Stuhllehne lehnte und die Arme vor der Brust verschränkte. Sie war noch nie Teil einer Befragung gewesen, aber sie war sicher, dass sie ziemlich schnell ein Ende finden würde. Ben würde nichts weiter beizutragen haben.
Aber er hatte es besser, als er vielleicht dachte. Eine Zelle auf einem Schiff war persönlicher und.. angenehmer als eine Zelle irgendwo in einem örtlichen Gefängnis, da sprach sie aus Erfahrung. Er hätte dort keine medizinische Versorgung bekommen, kaum Essen und schmutziges Wasser. Auch, wenn ihm selbst schien, als sei die Wunde gar nicht mal so schlimm, hätte er schnell feststellen müssen, wie übel selbst kleine Verletzungen einem zusetzen konnten, wenn man gezwungen war, inmitten von Dreck und Fekahlien zu leben.

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 22:03

Nachdem er zuende gesprochen hatte sah Benjamin auf seinen "Verband". Das Material war alles andere als ideal gewesen. Er gab ein ausgezeichnetes Beispiel ab warum man für gewöhnlich keine innen angerauhten Lederstreifen als Verbandszeug benutzte. Die Streifen waren zu glittschig, hatten sich verschoben und brachten, obwohl sie sehr fest anlagen kaum etwas. Als der Maat ein Geräusch machte, das wie eine riesige Biene klang sah er wieder auf. Dieser hatte sein Gesicht in den Handflächen vergraben. Als er sie wieder herabnahm und das blaue Auge sich auf ihn richtete wurde dem Inhaftierten klar, dass man ihm vermutlich nicht aufgetragen hatte Nachforschungen über die Explosion des "La Bouche" anzustellen. Vielmehr hatte hier jemand einen mehr oder weniger empfindlichen Punkt bei Saemon erwischt. Vielleicht gehörte der Betrieb seiner Familie. Benjamin wusste zwar nicht wieviel man verdiente, wenn man bei der Marine arbeitete und welchen Rang Saemon innehielt aber er ging nicht davon aus, dass man es sich leisten konnte in so einem Laden zu essen wenn man als einzige Einnahmequelle den normalen Sold eines Soldaten kassierte. Vielleicht hatte ja Lian etwas in die Beziehung mit eingebracht, als erfolgreiche Piratin war der Verdienst nicht gerade schlecht, aber das durfte er auch nicht sein. Instandhaltungen an Material und Crew, Verpflegung und dann durfte man nicht vergessen, dass viele Piraten versoffenes, vergnügungssüchtiges Pack war, die den Jahresverdienst eines Mannes in einer Nacht ohne Probleme auf den Kopf hauen konnten.

Vor einigen Monaten erst war Benjamin mit einer Bande in Kontakt gekommen, die einen Hafen angelaufen hatten um ihr hart ergaunertes Geld unters Volk zu bringen. Wegen dieser Angewohnheit nannte Ben sie auch Spezialisten für Einkommensumverteilung. So schnell sie an das Geld rangekommen waren wurden sie es meistens wieder los. Deshalb war auch ein guter Anteil der Piratenschätze nur eine Legende. Es lohnte sich häufig nicht Jahrelang zu horten um es dann in einer großen Aktion zu verprassen. Den durchgehenden mittelstarken Rausch zogen diese Kerle der gelegentlichen Extase vor. Nunja, mit dieser Bande war der kleine Benni mehrere Jahresgehälter los geworden, schließlich hatte er erst kurz davor in etwa so viel gestohlen. Langer Rede kurzer Sinn, der kater war es nicht wert gewesen, dafür erinnerte sich Hayn an zu wenig. Fast wäre er der Bande beigetreten, aber er hatte komplett verschlafen ausserdem hatten diese Typen zu der weniger bevölkerungsfreundlichen Art Piraten gehört.

Die Augen, oder besser das Auge des Maats ließ einiges an Aggression erkennen, mindestens geug Aggression fü zwei Augen, irgendwie musste man ja ausdrucksstark bleiben. Das, was Benjamin beunruhigte war jedoch nicht, die Tatsache, dass Saemon ihm am liebsten Kielgeholt hätte und das auch ganz unverblümt zugab, es war seine Stimme. Sie passte nicht zum Auge und es wäre dem Braunhaarigen lieber gewesen, wenn er angeschrien werden würde und man ihm eine Klinge an die Kehle setzte. Das wäre weniger bedrohlich. So aber gab Ben ein ungutes Gefühl. In Saemon spielte sich ähnliches ab wie in ihm, doch dieser versuchte ihn nicht umzubringen, er selbst wollte weniger Angriffsfläche bieten. Was am Schafott auf das Konto der anderen Crewmitglieder stand war bedauerlich und rückte die Storm Dragons noch weiter in den Schatten im Auge des Rothaarigen. Wie sich Benjamin bereits gedacht hatte stand sein Wort nicht gerade in hohem Kurs, es trug quasi den Stempel Lüge sofern es nicht der Vorstellung des Maats entsprach. Der grund hierfür überraschte ihn jedoch, auch wenn er misstrauisch genug war ihn für einen Vorgeschobenen zu halten um es sich nicht mit Lian zu verscherzen, welcher er einen mürrischen Blick zugeworfen hatte. Die Warnung, Ben solle sich nicht im Ton vergreifen hätte sich Saemon allerdings auch in die Haare schmieren können. Eine große Klappe würde sich Ben behalten, egal wie er behandelt wurde. Doch sogleich danach überlegte er sich den Entschluss trotzig zu bleiben nocheinmal, denn Saemon bat Lian ihn zu verarzten und holte innerhalb weniger Sekunden einen erste Hilfe Kasten. mit ungläubigem Gesichtsausdruck starrte der Pirat auf diesen. Wollt ihr mich denn verarschen, warn die zwei jetzt wirklich so dumm, ich meine das Teil is Feuerrot. Die Marineeinheiten aus Loguetown waren ganz klar bessere Hutständer.

Die Zellentür wurde aufgeschlossen und Lian trat ein. Benjamin war dem Maat dankbar, dass er ihn verarzten ließ und Lian nicht minder, welche ihn mit einem knappen Blick bedachte und sich neben ihm niederließ. Er griff mit seinem Arm an die gegenüberliegende Schulter und ließ Lian somit freies Feld. Diese entfernte das ergebniss seiner eigenen Behandlung schnell und betrachtete die Wunde. Ihr fachliches Urteil gefiel Benjamin nicht so wirklich. Die Worte "Das sieht gar nicht gut aus..." standen auf der Scala der unerwünschten Sätze noch unter einem "nö" bei einem Heiratsantrag. Ja, als dieser Typ mit den zwei Haarfarben mich getragen hat war ein nich sonderlich sanft. Es geht schon, hab schlimmeres überlebt. Lian reinigte seine Wunde mit einer Mullbinde, die sie zuvor in desinfektionsmittel getränkt hatte. Benjamin krallte sich an seiner Schulter fest un biss sich auf den Unterarm. Wie erwartet zuckte er heftig zusammen und hätte Lian aus einem reflex eine verpassen wollen, doch sein fester Griff um die Schulter hinderte ihn daran. Mit gedämpfter Stimme sprach er nach der desinfektion zu Saemon. Ich kann gut verstehen, dass du mir nicht glaubst und nicht über den Weg traust, aber wenn ich ein Problem habe, dann verletze ich keine unschuldigen oder zerstöre ihre Lebensgrundlage nur um Rache zu üben. da bin ich mir zu gut für. ich heiße es auch nicht für gut, dass Crewmitglieder ohne Grund Eigentum von Zivilisten zerstört haben, das habe ich selbst im Gefecht. Aber ich kann dir nichts sagen, was ich nicht weiß. Und ich weiß nur, dass weder Natsu noch ich etwas mit dem Restaurant zu tun hatten nachdem du uns hast gehen lassen. Warum verschwendest du eigentlich deine Zeit mit mir, wenn du deine eigene Wahrheit doch schon gefunden hast und zu verbohrt bist die eigentliche zu akzeptieren. Wenn du deine eigene Gerechtigkeit üben willst nur zu, aber ich habe noch nie soetwas getan wie du es glaubst und damit anfangen werde ich auch nicht. Lian unterstützte ihn zu seiner Verwunderung sogar, was ein gutes Gefühl war wenigstens einen auf der anderen Seite zu haben, der einem ein wenig glauben schenkte. Sie reichte ihm etwas Verband und wieß ihn an darauf zu beissen. Er nahm ihn in den Mund und ließ die Prozedur über sich ergehen. Gespannt wie ein Bogen saß er da, das wiederliche Gefühl des Fadens, de ran seinem Fleisch zerrte ließ ihn selbstverständlich auch nicht los nachdem Lian ihn verarztet hatte und sich aufrichtete. Benjamin riss sich den Stoff aus dem Mund und sackte schnaufend zusammen. So langsam war seine Ausdauer zu Ende. Seine Lage zehrte an ihm und machte ihn zusammen mit seinen Schmerzen fertig. Nachdem die Blondine Anweiungen ausgesprochen hatte als wäre die Zelle eine normale Praxis verließ sie sie wieder. Der Braunhaarige bedankte sich schwach. Sein Blick verengte sich ohne, dass er die Augen schloss. Er war müde, ausgelaugt und eine Ohnmacht lockte mit Träumen ohne Schmerzen und sorgen. Und in seinem Zustand wollte er gar nicht wiederstehen und gab nach. Es schien als wäre er schlagartig eingeschlafen.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 23:12

Geduldig sah er zu wie Lian sich dem Piraten annahm und diesen verarztete. Eigentlich wollte er einfach nur dasitzen und die Szenerie beobachten, darauf achten dass auch nichts geschah was ihm nicht in dem Kram passen würde... leider ging diese Sache ausgerechnet von Lian aus. Tatsächlich gab sie dem Piraten verbalen Zuspruch und konnte sich glücklich schätzen nicht den Gesichtsausdruck gesehen zu haben, welchen der Rotschopf daraufhin offenbarte. Natürlich konnte er ihr nicht lange böse sein, doch würde dies noch ein Nachspiel haben. Auch wenn Lian dies nicht beabsichtigte, so hatte sie den Kisaragi vor einem gefangenen geradezu bloß gestellt und an seiner Meinung gezweifelt. Dies war einer der schlimmsten Fehler den man in diesem Falle tun konnte und da nachdem er dem Kerl auch noch medizinische Versorgung gewährte... Weiterhin blieb er geduldig und lauschte nun den Worten des Piraten. Es machte in seinem Auge wenig Sinn das Gespräch weiter zu führen, solange Lian Hand an diesen anlegte, schließlich wollte Saemon keine Unterbrechungen in seinem Verhör. Auf das Wasser musste er vorerst verzichten, schließlich stand noch eine Schüssel mit selbigen auf dem Zellenboden. Dieses war keineswegs versifft, ebenso wie man ein wenig mit dem Gestank übetrieb. Natürlich wurden die Eimer regelmäßig gesäubert und entleert, schließlich war dies ein verschlossener Raum an welchem reguläre zimmer angrenzten. Man konnte kein Klo in diese Zellen einbauen, da diese Fluchtmöglichkeiten bieten könnten, gerade bei Teufelsfrucht Nutzern. Es sollte noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, doch war auch diese Behandlung letztlich beendet und Lian verließ wieder die Zelle, welche daraufhin sogleic verschlossen wurde. Ob er nun geschwächt war oder nicht interessierte Saemon nur wenig, jedoch interessierte es ihn sehr wohl dass der Pirat nun aus den Latschen kippte und das noch bevor die Befragung ein Ende gefunden hatte. Entnervt sah er zu Lian, welcher er natürlich nicht die Schuld daran gab, jedoch war es ein Fehler sie noch vor Beendigung des Verhöres in die Zelle zu lassen. Man konnte dies nun nicht ändern und es musste schließlich weiter gehen. Dennoch ballte er noch immer die Fäuste, tat dies schon seit Lians Aussage bezüglich des Besitzers des Restaurant. Ganz gleich was es war, niemand durfte etwas über Danjou sagen, ganz gleich worum es sich handelte. Danjou war das Beste was Loguetown jemals widerfahren konnte und dieser Meinung war nicht nur Saemon.

“Lian... sie haben wahllos Eigentum anderer beschädigt und das nur weil sie wollten dass ich komme. Nur weil Natsu das wollte. Vermutlich haben sie das Restaurant in die Luft gejagt und nachdem mich das nicht dazu brachte zu kommen, haben sie am Schafott weiter gemacht. Es gibt keine andere Erklärung. Wie sollte es sonst abgelaufen sein? Und niemand hatte etwas gegen Danjou, absolut niemand! Ob du einen der Köche gesehen hast kannst du nicht wissen. Du kanntest sie nicht und es hätte ebenso gut ein Schaulustiger sein können... Alleine dass du ihn als Koch identifizieren konntest, spricht dafür dass er nicht zum La Bouche gehörte...“

Natürlich trugen die Köche zwar ordentliche und vor allem saubere Kleidung, jedoch waren sie keinesfalls als solche zu identifizieren, wenn man sie nicht kannte und einfach so auf der Straße stehen sah.

Es stand fest dass man hier nichts mehr ausrichten konnte und es galt auch noch die Crew über Lian zu informieren. Sie hatten ein Recht es zu erfahren und dies sollte nicht weiter hinausgezögert werden. Saemon beruhigte sich wieder und erhob sich langsam, ergriff Lians Hand und verließ mit dieser die Zellenräume.

“Verzeih, aber du bist mir ein wenig in den Rücken gefallen mit dieser Aussage... er fühlte sich bestätigt und das hat alles vorerst zur Nichte gemacht... Nunja nicht schlimm. Wir fahren später fort... nun gibt es noch etwas anderes zu erledigen.“

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 27 Aug 2012 - 23:27



Lian sah besorgt zu, wie Ben schließlich in sich zusammenzuckte und in Ohnmacht fiel. Zumindest würde er damit Schlaf und ein klein wenig Erholung finden. Vielleicht war die Wunde bis morgen auch weitesgehend verheilt. Trotzdem – sie verspürte eine ungeheure Wut auf Kenji, der sich selbst über alle anderen stellte und dachte, dass es okay sei, Menschen so zu behandeln. Oh, dieser Unmensch! Sie würden niemals Freunde werden. Und Lian musste sich zum ersten Mal eingestehen, dass sie ihn wirklich von Grund auf ablehnte und er einer der Gründe war, wieso sie begonnen hatte, die Marine zu hassen. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten. „Kenji..“ sagte sie leise und drohend und blickte sehr wütend drein. Saemons Worte rissen sie aber recht schnell wieder aus ihrem Gram und sie macht ein entschuldigendes Gesicht. „Verzeih..“, murmelte sie leise, „Es ist nicht meine Absicht gewesen, dir in den Rücken zu fallen. Aber du scheinst keinen anderen Schluss zuzulassen. Ich möchte nicht, dass du dich in etwas verrennst und vor Hass erblindest, verstehst du.. Ich will nicht, dass du so ein.. Unmensch wie Kenji wirst.“ Beim Namen dessen senkte sie für kurz den Blick. „Verzeih mir, es war wirklich nicht so gemeint. Aber ich muss gestehen, dass er mir wirklich unglaublich Leid tut.. Sie haben ihn noch schlechter als ein Tier behandelt.. Ihn verletzt in so eine Zelle geschmissen. Ich weiß, er hat Fehler gemacht und deswegen ist er zu Recht hier, aber ich weiß, wie er sich fühlt und ich bin nicht einmal in diesem Maße verletzt gewesen. Niemand verdient so eine Behandlung, Liebster. Auch, wenn du wütend bist.. Ich weiß, du bist gütig und keine Marionette. Ich habe den Koch erkannt, weil er zum Zeitpunkt als die beiden im La Bouche waren doch herauskam und sich mit einem der Kellner angelegt hat, erinnerst du dich nicht mehr?“ Sie streckte ihren rechten Arm an und strich ihrem Freund sanft über die Wange. Er war viel zu aufgebracht und sie verstand ihn auch. Aber es brachte niemandem was, wenn er seine Wut gegebenenfalls an der falschen Person ausließ.

Nun sollte es also als Deck gehen. Allein beim Gedanken daran, grauste es ihr. Sie hatte wirklich keine Lust, in Kenjis abwertendes Gesicht zu sehen, wenn er erfuhr, dass sie begnadigt worden und nun ein Teil der neunten Division war. Er war auch nicht alleine in seinem Denken und das wusste sie. Aber zumindest winkte danach eine ruhige Nacht. Das hoffte sie zumindest. Für heute hatte die Blondine wirklich genug Trubel um sich herum gehabt und am liebsten wäre sie sofort in ein Bett gefallen und hätte ihre Augen bis zum Morgen verschlossen. „Sei mir bitte nicht böse. Du weißt, dass ich dir niemals vorsätzlich in den Rücken fallen würde“, sagte sie noch einmal, als sie bereits auf das Oberdeck empor stiegen. Mittlerweile war es schon dunkel geworden, aber das Treiben auf dem oberen Teil des Schiffes war dennoch enorm. Man hatte beinahe das Gefühl, die gesamte Crew befinde sich auf ihm.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 4 Sep 2012 - 13:56

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Nachdenklich näherte Saemon sich der Türe, welche zum Unterdeck führte und den dahinter befindlichen Treppen. Eine gewisse Kühle ging von Lian aus, das spürte er, auch wenn er nicht ausmachen konnte woran dies liegen mochte. Scheinbar schien der Blondine etwas nicht wirklich zuzusagen, wobei Saemon natürlich bewusst war wie ungerne sie an Bord dieses Schiffes war. Saemon wollte nichts mehr als ihr ein sicheres Leben zu bereiten... ihr eine Chance geben, nicht ständig in Furcht leben zu müssen, dass hinter der nächsten Ecke ein Kopfgeldjäger oder eine Patrouille der Marine lauerte... Würde Lian wirklich weiterhin ihrem Piratendasein nachgehen, so würde sich ihr Kopfgeld rasch verdoppeln, bald verdreifachen und so weiter. Immer mehr und immer stärkere Gegner würden sich auf die Jagd machen, Gegner welche nicht einmal Saemon mehr besiegen könnte... Bei diesem Gedanken schauderte es ihn und er hielt einen Moment inne, sah hinab zu Lian, welche ihm keines Blickes würdigte. Was sollte man hierzu noch sagen?... Gerade als Saemon durch die Türe hindurch treten wollte, schien sie ihm doch noch ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Den ersten Satz vernahm er nur schwach, wirkte dieser viel mehr genuschelt als deutlich ausgesprochen, doch erübrigte sich die Bitte es nochmals zu wiederholen, da sie dies von ganz alleine bereits tat. Es gab keinen Grund für Saemon auch nur eine Sekunde über diese Frage nachdenken zu müssen, schließlich gab es nur eine Antwort.

“Warum denkst du dass ich das tun würde? Wenn du solchen Mist baust, dass man dich einsperren müsste, würde man mich ebenfalls einsperren. Also mach dir mal keine Gedanken, ich werde dich sicherlich nicht da runter werfen.“

..gab er mit einem warmen Lächeln von sich und bestieg mit der McNair schließlich die Treppen, lief diese hinab und überbrückte noch die letzten Meter zu der Arrestzelle. Wie es üblich war, hing davor an einem Haken der Schlüssel für die Türe, welche in den Zellenraum führte. Saemon nahm die Schlüssel entgegen und entriegelte die schmale, hölzerne Pforte, woraufhin ein Knacken zu hören war und die Türe sich öffnete. Im inneren konnte man sogleich Ben erkennen, welche noch immer Ohnmächtig hinter Gittern saß und recht laut vor sich hinschnarchte... Dies war eigentlich nicht der Sinn seines Aufenthalts, jedoch war der Pirat verletzt und brauchte demnach die medizinische Grundversorgung. Jedoch blieb Saemon nun nichts anderes übrig als es sich vor den Gittern gemütlich zu machen und ab zu warten.. Er ließ sich auf einem Stuhl nieder und sah zu Lian, welche noch immer... eigenartig wirkte.

“Also gut... Dann mal raus mit der Sprache. Hab ich etwas falsches getan? Sag mir nicht es sei alles in Ordnung, denn das ist es nicht.“

Gespannt blickte er zu Lian herüber, ließ diese dabei nicht aus dem Auge und wartete auf eine Antwort von dieser. Auch wenn er in diesem Moment nichts spüren konnte, so sah er dennoch überdeutlich den Unmut in ihrem Gesicht. Er hatte ihr alles erzählt, alles was er vor hatte und was seine Zukunft betraf, weshalb er auch nicht davon ausging dass sie nicht bereit sein würde, so lange zu warten..
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 4 Sep 2012 - 20:15

cf Oberdeck

Es fiel ihr wirklich schwer, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Saemon merkte natürlich, dass etwas nicht stimmte und entsprechend fiel auch seine Antwort aus. So etwas in der Art hatte sie schon erwartet. Die Blondine senkte ihren Kopf und mied es, ihren Freund direkt anzusehen. Ihre Angst, er könnte in ihre Augen blicken und alles darin lesen, was sie zu diesem Zeitpunkt dachte, war zu groß. Gedankenverloren musterte sie einen großen Staubfleck auf ihrem schwarzen Kleid und versuchte, ihn wegzuwischen. Sie trug es noch immer – das Kleid, aus dem La Bouche. Und ihre Sachen waren dahin, verbrannt in diesem Restaurant. Irgendwie würde sie sich neue beschaffen müssen, vielleicht konnte sie des nachts das Schiff verlassen, ohne, dass jemand Notiz von ihr nahm. Aber was sagte sie, wenn man sie fragte, wo die schöne, neue Kleidung her war? Da würde sie nicht einfach sagen können, sie sei von einem anderen Schiff gefallen. Die Dinge waren schwierig und noch schwieriger, wenn man nicht einmal versuchte, das Beste aus ihnen zu machen. Sie wusste selber nicht, wieso sie so war, warum sie sich so sehr gegen ein Leben sträubte, das sie doch im Grunde ihres Herzens herbeigesehnt und letztendlich von Saemon bekommen hatte.

Vielleicht war sie noch zu jung, zu naiv, vielleicht dachte sie nicht zukunftsorientiert genug. Das konnte sie nicht sagen. Gemeinsam mit Saemon schritt sie die Treppen herab und hörte, als sie bereits unten angekommen waren, die vielen, raschen Schritte an Deck. Jeder begab sich wohl auf die ihm zugewiesene Position. Jeder tat, was ihm gesagt wurde und augenscheinlich hatte auch niemand ein Problem damit. Warum gab es Menschen, die wollten, dass man ihnen befiehlt? Sie musterte den Rotschopf, der vor ihr herging mit einem merkwürdigen Blick. Für sie war er hier genauso fehl am Platz, wie sie selbst. Nicht, dass sie ihm irgendwelche räuberischen Eigenarten zusprach – dem war bei Weitem nicht so – aber er war auch nicht das typische Blauhemd, was ohne Bedenken tat, was man von ihm verlangte. Er stellte Fragen, er hinterfragte die Dinge. Für ihn war es nicht richtig und moralisch korrekt, nur, weil seine Vorgesetzten ihm das so vermittelten. Vielleicht war das der Grund, weswegen sie sich in ihn verliebt hatte. Trotzdem ließ ihre Antwort auf sich warten.

Wie auch Saemon selbst trat sie dicht an die Gitter der Zelle Bens heran und ihre schmalen Finger legten sich um das kalte Metall. Angestrengt starrte sie in die Dunkelheit und kniff ihre Augen dabei etwas zusammen. Der Pirat lag noch immer in derselben Position auf seiner Pritsche, in welcher er auch zuvor gelegen hatte. Leises Schnarchen ging von ihm aus und Lian lächelte leicht. Es freute sich wirklich, dass er trotz der enormen Schmerzen schlafen konnte und wenigstens im Schlaf ein wenig Trost und Erholung bekam. Mit einem Seufzen drehte sie sich schließlich zu Saemon um, aber ansehen tat sie ihn noch immer nicht. Ihre Arme waren hinter ihrem Rücken verschränkt, umgriffen noch immer die Gitterstäbe und sie wippte mit nachdenklichem Blick vor und zurück, überlegte, wie sie es ihm am besten sagen sollte, ohne, dass er gekränkt war, beleidigt oder gar sauer.

Ihn direkt anzusehen, gestaltete sich entsprechend mühevoller, als gedacht. Und das war ein komisches Gefühl, denn eigentlich liebte sie es, ihn anzuschauen und jeden seiner Züge zu verfolgen, seine sich stets wandelnde Mimik, die feinen, roten Strähnen, die ihm manchmal in mysteriöser Art vor die Augen fielen oder das kleine Lächeln, das nicht immer nur freundlich war, sondern eine besondere Weise der Gefahr ausdrückte, die Lian als unglaublich interessant empfand. Vielleicht, weil er wirklich gefährlich sein konnte, wenn er wollte oder man es heraufbeschwor. Wäre er Pirat, würde er zu den Gefürchtesten gehören, da war sie sich absolut sicher und ihre Mundwinkel hoben sich leicht bei diesem Gedanken an. Andererseits wusste sie nicht, ob das gut war – Gefürchtet zu sein. Wollte sie das? Dass Menschen sie ansehen und Angst bekamen? Dass Menschen im Flüsterton über sie sprachen und ihr Puls sich erhöhte, wenn sie daran dachten, ihr zu begegnen. Nein.

Das waren kindische Wünsche. Nicht vorrausschauend. Es gab keinen Grund, unschuldigen und weitaus schwächeren Menschen Angst einzujagen, nur, um sich selber mächtiger zu fühlen. Es gab andere Wege. Unentschlossen war sie nur deswegen, weil Creester diese Ziele verfolgt hatte und er derjenige gewesen war, der ihr ein wirkliches Leben geschenkt hatte. Und trotz unendlicher Dankbarkeit musste sie seine Ansichten jetzt in Frage stellen. Wie würde sich ein erneutes Treffen mit ihm gestalten. Durch Gerüchte hatte sie in Erfahrung gebracht, dass es ihm und ein paar Anderen der Crew längst gelungen war, ebenso, wie den Storm Dragons, aus dem Gefängnis Shellstowns zu fliehen und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder aufeinandertrafen und er sah, was sie war.

Ihre Hände wurden feucht. Sie hatte Angst vor diesem Moment, daran gab es keine Zweifel. Sie schämte sich. Dafür, dass sie etwas war, was sie absolut nicht sein wollte, aber auch dafür, dass sie ebenfalls nicht mehr das sein wollte, was sie einst gewesen war. Es musste etwas anderes geben. Und Saemon hatte es im kleinen Zimmer über dem La Bouche bereits angedeutet. Bisher hatten sie keine Möglichkeit gehabt, darüber zu reden und Bens Zelle war, obgleich der junge Mann tief und fest schlief, wirklich kein Ort, an welchem man solche Themen besprach. Was sollte sie ihm also jetzt antworten, um ihn zumindest vorläufig zufrieden zu stellen?

Du hast nicht falsch gemacht“, begann sie zunächst und leckte sich dann über die trockenen Lippen. Ihr Mund und ihr Hals fühlten sich wie ausgetrocknet an, sie hatte Durst und lange nichts mehr trotz Anstrengungen getrunken. „Du hast getan, was du für richtig hälst und vermutlich auch richtig ist. Ich habe.. Schwierigkeiten, meine aktuelle Situation richtig zu akzeptieren. Ich weiß, es ist die einzige Möglichkeit, bei dir bleiben zu können. Aber.. ich gehöre nicht hier her und das wissen wir beide. Vielleicht gehöre ich jetzt offiziell zu der Marine aber du weißt genau wie ich es weiß, dass ich das im Herzen nicht tue. Du wirst mich jetzt fragen, woran es mir fehlt, was meine Ziele sind und was ich eigentlich möchte.. Aber im Grunde kann ich dir dies nicht beantworten und es tut mir Leid, dass ich dir das alles sagen muss, nachdem, was du für mich auf dich genommen hast“, damit schloss sie ihre Worte ab und atmete tief durch. Die Geräusche an Deck hatten abgenommen, offenbar war jeder auf seiner Position und hatte genug mit sich selber und den ihm zugetragenen Aufgaben zu tun. Und das war gut so. Sie hatte keine Lust, auf Zuhörer oder Boten, die weitere schlechte Neuigkeiten an den Mann brachten und ihr ruhige Momente mit dem Kisaragi verwehrten.

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 4 Sep 2012 - 20:36

Seine Träume wurden Benjamin´s Hoffnungen nicht gerecht. Er hatte sich genau genommen gar keine erhofft. Einfach einen ruhigen, erholsamen Schlaf. Anstattdessen bekam er einen bunt gemischten. Ein Arbeitslager, in dem er und die Storm Dragon´s schuften mussten. Eine Brücke musste errichtet werden, quer über das Meer. Von einer solchen Aktion gab es unter Piraten viele Geschichten. Tequila Wolf war gefürchtet und das vollkommen zu Recht. Harte Arbeit, schlechtes Essen und die Wachen, welche mit Argusaugen darauf achteten, dass auch ja keiner an Widerstand dachte. Die harten Winter nicht zu vergessen. Während einige noch an neuen Brückenabschnitten schufteten musste das verfallende Mauerwerk am Anfang dauernd instand gehalten werden. Seit mehreren hundert Jahren ging das nun schon so und noch immer war kein Ende der Arbeiten in Sicht. Vielleicht wollte die Weltregierung auch garnicht, dass aufgehört wurde zu Bauen. Es war eine der besten Abschreckungsmethoden um die Leute in den umliegenden Gewässern nicht vom richtigen Pfad abkommen zu lassen. Alles in seinem Traum war vollkommen verzerrt, als würde er im Rausch durch einen Schneesturm stolpern. Die Tatsache, dass bei den Geschichten, die das Land der Brücke betrafen wie bei allem Geschichten das erzählte wahrscheinlich dramatisiert wurde machte es nicht besser. Und wenn besoffene Seeleute sie erzählten machte das die ganze Sache nicht glaubwürdiger. Es hatte lange gedauert, bis Benjamin überhaupt an die existenz dieses monströsen Projektes geglaubt hatte. Jetzt fühlte als wäre es real wie ihm der kalte Wind Eiskristalle gegen den nackten Oberkörper bließ. Die Bekleidung seines Oberkörpers fehlte im Traum wie in der Realität, hätten sie am Schafott doch bloß gewonnen. Was er sah wechselte schlagartig zu einer Feier mit den Dragon´s, der toten Himeko mitinbegriffen. Alle freuen sich, bis das rothaarige Mädchen durchsichtig wurde und sie in wildester Panik um Hilfe schreiend verblasse, über ihre Lippen fiel das Blut wie ein bizarrer Wasserfall und plätscherte auf den Boden. Die Crew versuchte ihr zu helfen doch ihre Hände gingen durch den Körper hindurch wie nichts und schließlich war nichts mehr da, durch was ihre Hände hätten dringen können. Der Traum-Natsu schlug wild auf den Boden ein, Elizabeth weinte verzweifelt und Sho kugelte sich still zusammen. Benjamin drehte sich in seiner Vorstellung um, das alles war so surreal. Erst jetzt realisierte er, dass er in einer Bar war und er setzte sich an den Tresen. Alle möglichen Spirituosen und andere alkoholische Getränke stürzte er hinunter, bis er von Stuhl fiel. Das schluchtzen und flehen, dass Himeko doch zurückkommen solle, welches von Eli ausging vermischte sich mit dem Hämmern von Natsu´s Fäusten und einer tiefen von Sho gebrummten melodie zu einem sehr schweren Lied. Keines, das man gerne hörte. Ben lag auf dem Boden und konnte kaum noch sehen, ihm war speiübel und obwohl keiner seiner anderen Sinne zu finktionieren schien hörte er ganz klar. Eigentlich zu klar, und Sho´s Stimme wurde plötzlich zu Saemon. Alles wurde schwarz als Benjamin aufwachte traute er sich nicht die Augen aufzuschlagen. Ein unbestimmter Grund hinderte ihn daran. Saemon´s Stimme klang ganz nah bei ihm, er fragte Lian was er falsch gemacht habe. Den Fakt verdammend, dass die Erinnerung seiner Gefangennahme nicht aus dem Traum stammte schlug er zögerlich die Augen auf und setzte sich aufrecht hin.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 5 Sep 2012 - 11:49

Eindringlich betrachtete er die Blondine und versuchte aus ihren Worten schlau zu werden. Noch immer bewahrte er sich jenes im Hinterkopf, was sie noch vor kurzem auf dem Deck zu ihm sagte. Keinesfalls wollte er dies vor dem Rest der Division vertiefen, dennoch musste eine Aussprache diesbezüglich definitiv folgen. Aber auch jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt gekommen, schließlich könnte Ben jederzeit wach werden und sollte nicht an ihrer Diskussion teilhaben. Doch es war eigenartig dass Lian sich wirklich noch nie Gedanken über ihre Zukunft gemacht hatte, wobei dies vermutlich die Piratenmentalität in ihr wiederspiegelte. Jedoch bewies dies auch dass ihre Zukunft keineswegs zwingend in der Piraterie lag, schließlich könnte sie vermutlich alles tun was sie wollte, ohne dabei plündernd über die Meere ziehen zu müssen. Vieles an ihr würde für Saemon stets ein Rätsel bleiben. Nur aus dem Augenwinkel nahm Saemon eine Bewegung wahr und dachte Ben habe sich zur Seite gedreht. Er wusste demnach nicht dass der Pirat wieder wach war.

“In dir steckt mehr als das, weitaus mehr. Du solltest dich nicht damit zufrieden geben einer jener Menschen zu sein, welche ihr Leben lang einen Dreck auf andere geben und einzig und allein ihr Leid und ihre Sorgen als wichtig erachten. Man hat immer eine Wahl, doch nicht immer bekommt man die Chance diese zu treffen. Ich kann mir gut vorstellen wie deine Kindheit verlief, schließlich ging es vielen so, jedoch haben mich diese Erfahrungen geprägt. Ich hatte einfach nur Glück, sonst wäre ich vielleicht noch heute in der Gosse oder gar selbst ein Verbrecher, was ich einst war. Wenn man überleben will, tut man vieles was man später bereut. Doch irgendwann kommt der Tag an dem man sich für eine Abzweigung entscheiden muss. Will man sich an der Gesellschaft rächen, sich einen Dreck um andere scheren und die eigenen Bedürfnisse ausleben, oder aber will man der Welt seinen Stempel aufdrücken. Ich habe mich für zweiteres entschieden. Ich habe eine zweite Chance bekommen und werde diese nutzen, um jene Botschaft voran zu treiben, welche mein Vater mir mit seinem Tod hinterlassen hat. Sein Leben war nur eines unter vielen, jedoch kann genau dieses eine Leben einen Stein ins Rollen gebracht haben, welcher Millionen, wenn nicht gar Milliarden von Leben eines Tages retten wird. Wenn man denkt man hat kein Ziel, dann liegt man falsch. Diese Menschen wollen überleben, um jeden Preis und merken gar nicht wie unerfüllt ein solches Leben ist. Wir wissen beide dass die Marine nicht unfehlbar ist und es genügend schwarze Schafe gibt, aber was viele nicht sehen wollen ist dass die Marine als einzige noch zwischen dem totalen Chaos und Anarchie steht. Wenn du der Meinung bist dass du nicht hier hin gehörst, so ist dies dein Eindruck und diesen werde ich dir auch nicht ausreden, jedoch solltest du dir bald klar werden, was du willst. Jeder Mensch braucht ein Ziel im Leben und in deinem Fall stellt sich die Frage, ob du jene Dinge welche dir in deiner Kindheit widerfahren sind bekämpfen, oder einfach nur zuschauen möchtest.“

Es war eigenartig solche Gespräche mit ihr führen zu müssen, doch erkannte er mehr und mehr wie unwohl sie sich an Bord dieses Schiffes fühlte. Es war offensichtlich dass Lian mit Autorität ein Problem hatte, doch lag sie falsch in ihrer Meinung, dies würde es nur bei der Marine geben. Überall auf der Welt zog sich eine solche Rangleiter durch den Alltag, ganz gleich wo man war. Dies hielt das Öffentliche Leben am laufenden und als Pirat brachte man sicherlich nur zu gerne diese Struktur durcheinander.

Nach seinem Vortrag wandte er sich zu Ben, wollte eigentlich nachsehen ob er noch immer schlief und sah schließlich wie dieser bereits aufrecht auf seiner Pritsche lag.

“Dornröschen ist also aus ihrem Schlaf erwacht. Ich habe gute und schlechte Neuigkeiten für dich. Die gute dürfte wohl sein dass deine Kameraden geflohen sind, die Schlechte hingegen dass dies bedeutet dass du bei uns bleiben wirst, zumindest vorerst.“
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 5 Sep 2012 - 17:26



Grade öffnete Lian ihren Mund, um Saemon zu antworten, da vernahm sie ein leises Rascheln aus der Zelle hinter sich. Ihr Mund schloss sich wieder und als sie sich umdrehen und nachsehen wollte, bemerkte auch Saemon, dass Ben dem Land der Träume längst entflohen war. Gut, dann würden sie ihr Gespräch vertagen oder zumindest auf später verschieben müssen. Es war nie gut, wenn Unbeteiligte über persönliche Probleme Bescheid wussten und das würde sicherlich auch Saemon so sehen, denn er sprach den Piraten sogleich an und ersparte seiner Freundin damit, ihm antworten zu müssen.
Wenn man ehrlich war, gab es dem ohnehin nicht besonders viel hinzuzufügen. Ihre Position war klar, ebenso die seine und auch der Umstand, dass es nicht so weiter gehen konnte und würde. Er war enttäuscht von ihren Worten, das sah sie ihm an. Aber dagegen konnte sie jetzt nichts tun.
Stattdessen seufzte sie tief aus und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und drehte sich dann zu Ben um. Ihr Blick überflog ihn musternd, besser schien es ihm nicht zu gehen und auch der Schlaf hatte ihm nicht die Erholung beschert, die sie sich für ihn erhofft hatte.
Saemon ging sofort aufs Ganze. Kaum war Ben wach wurde er bereits mit den aktuellen Neuigkeiten konfrontiert und Lian schloss für einen Moment die Augen.
„.. Was.. dir zugute kommen wird. Du brauchst die ärztliche Versorgung, die wir dir bieten können wirklich dringend und ich bezweifle, dass jemand deiner Bande in der Lage ist, es mir gleichzumachen. Du könntest an einer Infektion sterben. Also.. versuche mit Möglichkeit etwas Positives daran zu sehen, dass du da drin sitzen musst.“
Ihre Worte klangen sarkastischer, als sie beabsichtigt hatte und sie senkte den Blick. Vielleicht hätte sie besser gar nichts gesagt und den Mund gehalten, es fiel ihr einfach schwer, ihren eigenen Unmut zurückzuhalten. Mit einem knappen Kopfschütteln trat sie vom Gitter weg. „Entschuldigung..“, nuschelte sie leise und ließ sich auf einem der Stühle vor der Zelle nieder, die für die Wachen vorgesehen waren, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten, als die Gefangenen zu beobachten.
Ähnlich wie der Mann, den Lian getötet hatte. Auch er hatte hier gesessen.
Wie so oft in der Vergangenheit spürte sie Reue, was ihre Tat anbelangte und sie rieb sich über die Oberarme, um die Gänsehaut, die sie übermannt hatte, fort zu reiben.
In den nächsten Momenten blieb sie einfach still und nachdenklich. Es gab von ihrer Seite aus erst einmal nichts mehr beizutragen und so spielte sie mit ihren Haaren herum, die ihr bis zum Knie reichten und im Sitzen sogar den Boden berührten, sodass sie sie auf ihren Schoß zog und sie mit ihren Fingern durchkämmte.
Vielleicht hätte sie nichts sagen sollen. Klar, Saemon wäre unter Umständen nicht glücklich über ihr Schweigen gewesen, aber wäre er nicht weniger traurig über ihre Ansichten gewesen, als er es wohl möglich jetzt war? Hielt er sie für undankbar?
Sie hoffte nicht. Trotz ihres Widerwillens war sie dem Kisaragi unendlich dankbar und wusste kaum, wie sie ihm das würde wiedergeben sollen, was er ihr gab.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 6 Sep 2012 - 14:46

Auch wenn Benjamin wach war brauchte er einige Momente um sich zu orientieren. Seine Füße tasteten auf dem Holzboden herum und mit seinen Händen tastete er Pritsche und Wand. Er hatte die Augen offen, allerdings sah er nichts, um ihn herum schien sich alles zu bewegen. Eigentlich war es jedoch Benjamin, der ohne es zu merken etwas schwankte. Wie ein Vorhang, der langsam vor deinen Augen weggezogen wurde verschwand der Schleier vor seinen Augen und gab die Welt wieder preis. Er hörte Saemon´s Stimme dumpf von ausserhalb der Zelle dröhnen. Erst ab den Worten "schlechte Neuigkeiten" nahm er sie wieder so klar war, dass er ihn verstehen konnte. Ohnmächtig zu sein war zwar scheisse, aber noch unangenehmer war es aus einer aufzuwachen. Er sah Saemon ausdruckslos an, im Moment war er wenig empfänglich für Freude und dergleichen, auch wenn es ihn erleichterte, dass Natsu die Flucht gelungen war und ihm ein Schicksal wie es wahrscheinlich dem Braunhaarigen bevorstand erspart blieb. Immerhin hatte Natsu sogar noch mehr von der Welt zu sehen als er. Ben war für sein geringes Alter ziemlich viel rumgekommen, mehr als die meisten in ihrem gesamten Leben. Für einen Moment hoffte Benjamin, dass seine Crew ihn befreien würde, aber den Gedanken verwarf er sofort wieder, nicht weil er ihm nicht gefiel, aber weil er nicht wollte, dass Natsu seinetwegen doch noch Verknackt würde. Würde es etwas daran ändern wie lange ich hinter Gittern sitze, wenn ihr mich jetzt ins nächste Gefängniss bringen würdet? Wohl kaum. Obwohl Hayn gerade erst aufgewacht war war er todmüde. Es war kein erholsamer Schlaf gewesen, im Gegenteil. Er fühlte sich jetzt bloß noch sehr viel ausgelaugter als vorher. Benjamin rieb sich die Augen und fasste sich an die Nasenwurzel, ließ Zeigefinger und Daumen kreisen. Er atmete tief ein und dann sehr langsam wieder aus als Lian´s Stimme an sein Ohr drang. Sein Kopf fühlte sich an als hätte man ihn mit heißem Blei gefüllt, er schmerzte und fühlte sich zu schwer an um ihn nur mit dem Hals am Körper zu behalten also lehnte er ihn gegen die Linke, zur Faust geballte Hand und sah sie an. Er schmunzelte. Momentan hatte er durchaus etwas übrig für Sarkasmus, auch wenn er eher nach einer Methode suchte sich nicht so schwer zu fühlen. Schon gut. murmelte er als Lian sich entschuldigte. Es war verlockend leicht seinem Gefangenen gegenüber Zynisch zu sein, auch wenn man es wie Lian vermutlich nicht wollte. Sobald sich jemand hinter einem Gitter befand fing man an ihn zu verurteilen und sei es unbewusst. Also Saemon, was jetzt? Du kannst gerne weiter fragen was im "La Bouche" passiert ist, die Antwort bleibt die selbe.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 7 Sep 2012 - 9:40

Einige der Szenen, welche in den letzten Minuten abgelaufen sind, gingen Saemon gewaltig gegen den Strich und beinahe ausschließlich ging dies von Lian aus. Nachdem seine Ansprache zunächst unbeantwortet blieb, verharrte er weiterhin auf Ben, wirkte doch bei weitem nicht mehr so gelassen wie noch zuvor. Inzwischen waren es einfach zu viele Themen welche ihm auf den Magen schlugen und diese Serie schien einfach keinen Abbruch zu finden. Godots scheinbares Desinteresse während einer Alarmsituation auf seinem Schiff, das Gezeter mit Kenji, die Zerstörung des La Bouche und zu guter Letzt noch Lian, bei welcher man sich so langsam nicht mehr sicher sein konnte auf welcher Seite sie stand. Saemons Meinung nach brachte sie dem Piraten, welcher immerhin ein Gefangener war, bei weitem zu viel Sympathie entgegen, doch war direkt vor jener Person ein schlechter Ort um dies aus zu diskutieren. Genervt seufzte er aus und schloss sein Auge. Nach und nach konnte man erkennen wie seine Hand sich zu einer Faust ballte und er begann die Zähne zusammen zu beißen. Allmählich fühlte er sich von Ben provoziert und war alles andere als zu Späßen aufgelegt, doch erging dies sicherlich jedem der Anwesenden so. Verbissen sah er zu Lian und presste etwas durch seine Lippen hindurch.

“Du solltest dir vielleicht mal Gedanken machen auf wessen Seite du eigentlich stehst.“

Während dieser Worte erhob er sich von dem Stuhl und wanderte hinüber zu dem Tisch, auf welchem die Zellenschlüssel lagen. Kurzerhand ergriff er diese und sperrte die Zelle von Ben auf, warf die Schlüssel ins Eck und legte die Hand um sein Zwillingskatana. Wenige Sekunden stand er einfach nur da und sah den Gefangenen wütend an. Griff schließlich nach seinem Arm und zerrte ihn hinter sich her aus dem Zellenraum heraus. Die Waffen wurden Ben ohnehin bereits abgenommen, sodass er lediglich mit Händen und Füßen in der Lage sein sollte sich zu wehren. Ob dies jedoch so klug wäre, angesichts seiner Wunden, war eine andere Frage. Jegliches weitere Wort sparte er sich nun, schienen diese ohnehin zu nichts führen. Er wollte Antworten von Ben, bekam diese auch, jedoch war es dieser Sarkasmus und der herablassende Ton in dessen Stimme, welche den Rotschopf zur Weißglut brachten. Ihm war noch nicht einmal klar wieso er Ben nun aus der Zelle hinaus zerrte, doch sollte ihm sein Bauch dies noch verraten… früher oder später. Aus irgendeinem Grund schnappte er sich im vorbeigehen noch ein paar Seile, welche stets neben dem Tisch lagen um randalierende Gefangene ruhig stellen zu können. Zu den Seesteinhandschellen musste er nicht greifen, war er sich doch recht sicher dass Ben keine Teufelskräfte besaß. Jedenfalls war dies der Eindruck, welchen er während den beiden Treffen im Restaurant und auch am Schafott gewann. Tief im inneren war er enttäuscht und traurig über die Haltung Lians, was natürlich sehr an ihm nagte, da er sich gerade von ihr so etwas nicht erhofft hatte. Sie war ein Freigeist und das würde sie auch immer bleiben, das wusste Saemon auch und dennoch traf ihn dies wie ein Schlag ins Gesicht.


Zuletzt von Saemon am Fr 7 Sep 2012 - 12:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 7 Sep 2012 - 10:06


Saemons Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht. Abrupt hob sie ihren Kopf und sah ihn mit geweiteten, blauen Augen an. Hatte er das wirklich in Gegenwart Bens zu ihr gesagt? Ihr Mund öffnete sich, sie wollte zu einer Erwiderung ansetzen, aber da schloss er bereits die Türe auf und griff nach seinem Katana. Zorn stand ihm aufs Gesicht geschrieben und Lian sprang wie von der Tarantel gestochen auf.
„Nein, Saemon!“, schrie sie schrill auf, denn sie erwartete bereits das Schlimmste, sah bereits ein Blutbad vor sich, das von dem Rotschopf persönlich verursacht wurde.
Instinktiv hatten sich ihre Haare verlängert und aufgestellt. „Nein..“, sagte sie noch einmal, dieses Mal leiser und ihre Stimme klang kratzig, ganz so, als bahne sich eine Erkältung an. Die Wahrheit war, dass die McNair einen dicken Klos im Hals stecken hatte und vor allen Dingen Angst. Angst, Saemon könnte just in diesem Moment das werden, was sie hasste. Angst, er könnte Ben aus reiner Wut wehtun, was der Pirat, trotz, dass er nun einmal Pirat war, einfach nicht verdiente.
Ein kurzer Schimmer der Hoffnung keimte in ihr auf, als er keinen Gebrauch von seinem Schwert machte. Aber dass er den Hayn aus der Zelle heraus riss, machte die Sache nicht besser. Lian schlug die Hände vor dem Mund zusammen und gab einen quieckenden laut von sich.
Warum, Saemon?“, schrie sie ihren Freund an. Es war ihr egal, ob irgendwer vom Oberdeck sie hörte. „Du tust ihm weh, verdammt, ist dir das eigentlich egal? Er ist verletzt! Er ist VERLETZT!“ Ihre Stimme klang laut und schrill. Es war lange her, dass sie sich so verzweifelt gefühlt hatte. Da hatte Ben eine große, klaffende Wunde an den Rippen gehabt und war doch gerade erst verarztet worden und da riss und zerrte man schon an ihm.
Und was wollte Saemon nun mit den Seilen? Was war nur los mit ihm? Was sie jetzt von ihm zu Gesicht bekam, hatte sie zuvor nie auch nur im Ansatz in ihm vermutet und es gefiel ihr ganz und gar nicht. Ihr Mund stand vor Schock einen Spalt breit auf und ihr Körper fühlte sich schwer, so schwer an, dass sie nicht einmal eine Regung tun konnte, um Ben zu helfen. Sicher, sie wusste, dass Saemon dies verärgert hätte und natürlich hätte sie den Fähnrich auch nicht angegriffen.
Dennoch – Er war im Begriff, etwas zu tun, was Lian abschrecken würde und das spürte sie. Letztendlich fasste sie sich also doch noch ein Herz und sprang vor die Türe. „Das willst du nicht tun,.. Das WIRST du doch nicht machen?“, fragte sie ihn und starrte Saemon an, als wäre er ein Fremder. Und genau so fühlte es sich in diesem Moment auch an. „Ist das eure Gerechtigkeit,..?“
Ihre letzten Worte kamen flüsternd über ihre Lippen. Sein ganzes Verhalten spiegelte erschreckenderweise genau das wieder, was sie an Kenji so ablehnte. Dieses brutale, rücksichtslose.. Was versprach er sich davon? War ihm sein Rang über den Kopf gewachsen? Hatte die Macht ihn bereits jetzt verändert? Stocksteif blieb sie vor der Türe stehen und presste die Lippen fest aufeinander, sodass sie kaum mehr als ein schmaler Strich waren und dennoch nervös zitterten.
Sie hatte Angst, Angst vor ihm. Und das gefiel ihr gar nicht.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 7 Sep 2012 - 12:43

Der Fähnrich konnte gar nicht fassen was sich gerade vor seinem Auge abspielte. Als er im Begriff war den Zellenraum zu verlassen, warf Lian sich mit ihrem Körper zwischen ihn und die Türe, sodass er nicht hinaus konnte, ohne an ihr vorbei zu kommen. Wollte sie damit etwa andeuten dass sie ihn verraten wollte? War sie wirklich so weit sich auf die Seite von Ben zu schlagen um diesen aus den Händen der Marine zu befreien? Solche Gedanken kamen Saemon nicht einmal in den Sinn und doch blickte er Lian verbissen entgegen. 1000 Fragen durchzogen seinen Kopf und hinterließen ihre Spuren, vor allem aber sollten diese unbeantwortet bleiben und ließen ihm demnach keine Ruhe. Dennoch blieb eine Frage im Raum stehen und würde dies auch bleiben, bis man letztlich doch noch eine Antwort fand. Wie sollte es jetzt weitergehen? Saemon würde Ben keinesfalls einfach wieder in die Zelle werfen, komme was wolle. Allmählich hatte er die Faxen dicke und musste auch endlich damit beginnen den Stimmen in seinem Kopf Einhalt zu gebieten. Ben war ein Grund für diese, Lian ein anderer, doch galt es das Gespräch zwischen ihnen im privaten Rahmen zu halten und nicht vor einem Gefangenen.

“Was soll das werden? Willst du mich angreifen? Du weißt doch nicht einmal was ich vor habe, also geh mir aus dem Weg.“

Lian lag durchaus richtig in der Vermutung dass sie Saemon so nicht kannte, schließlich war dies auch nicht der Rotschopf und doch war er es. So Klischeehaft das auch klingen mag, so gibt es noch etwas in seinem Inneren, was sich in extremen Stresssituationen an die Oberfläche bohrt und den Körper des Kisaragi übernimmt. Zuletzt trat dies auf, als er sich auf Konomi im Kampf gegen gleich drei Piraten gleichzeitig befand und dieses etwas machte dabei keine Gefangenen… Glücklicherweise hielt dieser Zustand nicht lange an und Saemon war auch der Meinung er hätte dies überwunden, was offensichtlich jedoch eine Fehlinterpretation seinerseits war. Das grobe Aussehen blieb das selbe, jedoch änderten sich Mimik, Aura, gar die Stimme schien eine andere zu sein. Sie klang tiefer, kratziger und triefte nur so vor Mordlust.

“Es ist wirklich lustig dass ausgerechnet immer diejenigen, welche einen Dreck auf die Gesetze geben, nach Gerechtigkeit fordern wenn sie keinen Ausweg mehr sehen. Du willst Gerechtigkeit? Dann sollte ich ihn wohl an Ort und Stelle richten, oder? Sag mal hast du nicht verstanden? Ich habe dir einen Befehl gegeben!“

Zwar ruhte die Hand auf den Schwertgriff, doch zumindest machte er noch keine Anstalten dieses auch heraus zu ziehen.
Seit seiner Kindheit, nachdem seine Mutter starb, verfolgt ihn diese Gestalt nun schon und manch einer würde diese wohl als Manifestation seiner unterdrückten Wut bezeichnen, für Saemon selbst jedoch, fühlte es sich an wie ein Drache in seinem Inneren, welchen es zu bekämpfen galt. Schlimm wurden diese Übergriffe als man ihm sein Auge nahm, besonders da sie seitdem regelmäßig auftraten und ihn auch hin und wieder auf seinen Meister losgehen ließ.


Zuletzt von Saemon am Fr 7 Sep 2012 - 14:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 7 Sep 2012 - 13:15


Neben ihrer Angst keimte jetzt Wut in Lian auf. Wie Efeu kroch diese Wut durch ihren Körper, erfüllte sie nahezu gänzlich mit Aggressivität, die sich in einem tiefen Knurren entlud, welches von einer richtigen Katze hätte stammen können. Was war plötzlich in ihn gefahren? Was war nur los mit ihm? Das war nicht. Ganz sicher war er das nicht. Irgendwer hatte bloß seine Gestalt angenommen.
Sagen deine Gesetze, dass du mit Gefangenen machen darfst, was du willst? Ohne zu WISSEN, ob das, was du ihnen vorwirfst, der Wahrheit entspricht. Du hast keine verfluchten Beweise! Wie willst du das mit deinem Gewissen ausmachen, wenn sich herausstellt, dass er nichts mit der ganzen Sache zu tun hatte? Spielt es dann keine Rolle, nur weil er verdammt nochmal Pirat ist? Oh, Schande über uns alle. Ich habe vergessen, was für perfekte Menschen es gibt. Solche wie Kenji zum Beispiel, die andere Mörder schimpfen und selber nur Stunden zuvor ein Leben ausgelöscht haben. Aber er darf das ja. Weil er zur Marine gehört. Weil sie Piratin ist. Sind DAS deine Ansichten? Ist das dein wahres Ich?“, schrie sie ihn an und schüttelte im Anschluss ihren Kopf, sodass ihre langen Strähnen wild durcheinander flogen.
Weißt du, wie du dich gerade aufführst? Wie diese Sorte von Piraten, von denen du mir erzählt hast! Wie die auf Konomi! Was ist nur los mit dir? Du tust ihm weh, sieh doch!“
Dieser Zustand zerrte an ihren Nerven. Lian tat nicht einen einzigen Schritt von der Türe weg und ihre Haare stellten sich wieder auf, erinnerten an Schlangen, die sich aufbäumten, um ihre Präsenz darzulegen.
„Das bist nicht du“, sagte sie noch einmal mit fester Stimme und sah dem Fähnrich direkt ins Auge. „Das bist nicht du. Du bist nicht wie Kenji. Nicht du“, wiederholte sie, als stünde dies bereits fest. Aber innerlich war sie sich da gar nicht so sicher. Es spielte für sie keine Rolle mehr, ob er dachte, sie stelle sich gegen ihn oder dergleichen mehr. Aktuell hatte sie nur das Gefühl, dass er im Begriff war, eine Dummheit anzustellen, die er früher oder später noch bereuen würde.
Ihr Herz schlug schneller, als er androhte ihn sofort zu richten. Und dann.. geschah es einfach.. Sie wusste nicht, wie es hatte passieren können, sie wusste auch nicht, was in sie gefahren war. Aber ihre Haare waren wie von selbst losgeschossen und schlangen sich fest um sein Handgelenk, viel zu feste.
Sie wusste, wenn er wollte, würde er sich losreißen oder schneiden. Sie wusste, er war viel stärker, schneller und geschickter, als sie es vermutlich je sein würde und jeder Konflikt zu seinen Gunsten ausfallen würde. Und dennoch. Sie hatte ihm zeigen müssen, dass es ihr absolut ernst war.
Obwohl sie am gesamten Körper zitterte, wandte sie nur ein einziges Mal den Blick ab, um zu Ben zu sehen. Noch schien es ihm gut zu gehen. Noch. Lian hoffte, dass die Nahten nicht aufgerissen waren. In diesem Falle wäre seine Haut gleich dazu aufgerissen, die Wunde noch größer und der Verband, den sie zusätzlich darübergelegt hatte, in wenigen Sekunden blutrot.
Lian schluckte schwer. Es war, als wäre ihre Kehle wie zugeschnürt. Sie glaubte nicht, was da gerade passierte.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 7 Sep 2012 - 14:49

Sein Blick wandte er nicht von ihr ab und ebenso verharrte seine Mimik, als wäre diese hart wie Stahl und als wäre es gänzlich unmöglich für ihn freundlich drein zu blicken. Es war offensichtlich dass sie sich gegen ihn stellte, doch war ihm bis dato noch nicht klar wie weit Lian gehen würde. Schon bald sollte sich auch dieses Mysterium aufklären. Lustigerweise wollte ausgerechnet Lian ihn über die Gesetze belehren. Etwas auf das sie bislang erheblich wenig Wert gelegt hatte... Die Ironie war sicherlich deutlich zu erkennen, aber Saemon amüsierte dies lediglich.

„Er ist ein Gefangener, demnach habe ich das Recht ihn zu verhören und gegebenenfalls Foltermethoden an zu wenden wenn mir danach ist und wenn es dem Zweck dient. Es ist scheiß egal was mit ihm passiert und zwar nicht weil er ein Pirat ist, sondern weil er Abschaum ist! Plerr hier nicht so hysterisch herum! Kenji hat in der Ausübung seiner Pflicht gehandelt, indem er Zivilisten beschützt hat, welche durch dieses Pack massiv bedroht wurden! Und mit welcher Sache soll er nichts zu tun gehabt haben? Er war am Schafott und am Kampf beteiligt, hat zudem ein Mitglied dieser Division schweren Schaden zugefügt. Er bekommt was er verdient!“

Nach diesem Vortrag wollte Saemon eigentlich schon loslaufen und einfach an Lian vorbeiziehen, wobei ihm völlig egal war was mit den Nähten von Ben passieren würde. Sollen sie doch aufplatzen. Bei seiner Bande hätte man sich ohnehin nicht um ihn kümmern können, also scheiß der Hund drauf! Just als er den ersten Schritt tat, spürte er auch schon wie sich etwas um sein Handgelenk schlang und mit einem Blick auf dieses erkannte er auch um was es sich dabei handelte. Ein paar Strähnen von ihren Haaren wickelten sich Kräftig um seine Hand. Ein drückender Schmerz tat sich auf und dennoch lächelte er Lian an, jedoch alles andere als freundlich. Es war sein durchaus bekanntes Lächeln, jedoch spürte man förmlich welche bösen Absichten in diesem lagen. Saemon fackelte nicht lange und stieß ein mitleidiges „Ohhh“ aus, wobei seine Stimme immer höher wurde und er Lian letztlich mit einem Ruck zu sich ranzog.
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   So 9 Sep 2012 - 19:27

In der muffigen Zelle konnte Benjamin die Spannung beinahe greifen. Saemon war offensichtlich extrem schlecht gelaunt und die aufmüpfigen Antworten des Kriminellen waren wahrscheinlich weder zufriedenstellend noch aufheiternd für den Fähnrich. Auch auf seine Freundin schien der gereizte Soldat nicht am besten zu sprechen zu sein. Ihre in Saemon´s Augen wohl viel zu humane Einstellung gegenüber dem Hayn schien dem Rothaarigen zusätzlich übel aufzustoßen. Benjamin ließ sich wieder gegen die Zellenwand sacken. Ihr war viel zu warm. Bekomme ich etwa Fieber? Das wäre gar nicht gut, denn es waren wohl mehr Leute an Bord der True Justice, die einen seiner Sorte wesentlich lieber in einer Zelle verrecken sehen würden als ihn zu behandeln. Er strich sich die feuchten Haare aus dem Gesicht. Die braune Mähne, die sonst vom Kopf wegstand und das Gesicht größtelteils mit ihrer Anwesenheit verschonte hatte mittlerweile soviel Wasser in sich aufgenommen, dass Benjamin wie frisch geduscht aussah. Einige Schweißtropfen liefen seinen Oberkörper hinab, die feuchte Luft machte das alles nicht gerade besser. Nicht einmal eine kühle Briese fand ihren Weg in seine Zelle um Benjain ein wenig Erleichterung zu verschaffen. Benjamin fragte sich schon ob er ihm noch Fragen stellen würde oder ob stand Saemon auf und nahm sich die Zellenschlüssel. Will er mich etwa rauslassen? fragte sich Ben. Er war sich allerdings bewusst wie unwahrscheinlich das war. Der Fähnrich schloss die Tür zur Zelle auf und warf die Schlüssel von sich. Von der unheimlichen Stimme, die für einen Moment die Luft erfüllte beinahe verschluckt schlug das Metall der Tür gegen die Gitterstäbe. Benjamin zuckte zusammen und wich ohne sein Zutun aus einem reflex von Saemon zurück. Der Blick in seinem Auge war auf einmal sehr weit weg von dem weitestgehend rationalen, den es noch gehabt hatte als Benjamin in Ohnmacht gefallen war. Hinter Saemon sprang Lian erschrocken auf. "Nein, Saemon!" ertönte. Sie machte irgendetwas mit ihren Haaren, was Benjamin der Teufelsfrucht zuschrieb und garnicht großartig darüber nachdachte. Er hatte keine Ahnung, dass Elizabeth versuchte eben diese Technik, die vollkommene Körperbeherrschung erforderte zu erlernen. Der Fähnrich stand mit der puren Mordlust auf dem Gesicht vor ihm. Er packte ihn und zerrte ihn von der Pritsche aus der Zelle. Benjamin fiel auf die Dielen und wurde einfach weitergeschleift als wöger nicht mehr als ein kleines Kind. Er wehrte sich kaum. Zu klar war, dass er nicht ausrichten könnte, das könnte er nicht, wenn er in bester Verfassung war und in seinem jetzigen Zustand war alleine der Gedanke an gegenwehr eine Verschwendung seiner verbleibenden Kräfte. Erst als Lian sich Saemon in den Weg stellte kam Benjamin dazu sich in gekrümmter Haltung aufzurichten. Der Rotschopf führ die zarte Blondine an. Sie sollte aus dem Weg gehen. Ein heißer Schmerz breitete sich von Benjamin´s Wunde aus durch seinen Körper aus. Wie eine kochende Flüssigkeit, die seinen Lebenssaft ersetzte zog kroch er durch jede Faser seines Körpers und brachte jede Zelle zum Beben. Der Braunhaarige krümmte sich vor Schmerzen. Ein unterdrücktes Stöhnen wuchs zu einem ausgewachsenen Schrei an. Seine Stimmbänder schienen zu zerreissen als sie den Ton in die Welt schleuderten. Nichteinmal auf seinen Beinen konnte er sich mehr halten. Er fiel in Saemons Griff und sein Kopf schlug gegen die Gitterstäbe. Ein weiteres mal seiner Sicht beraubt kämpfte er gegen die Schwärze an, die drohte Überhand zu nehmen und ihn wieder in Ohnmacht fallen zu lassen. Die merkwürdig verzerrt klingende Stimme des Maats wurde gefolgt von der hohen Lian´s. Ben vernahm die Worte, sie drangen ganz klar an sein Ohr aber er konnte auf einmal die Bedeutung hinter ihnen nicht mehr verstehen. Die Stimmen ergaben nicht mehr Sinn als das Rauschen des Meeres und das Poltern im Schiffsrumpf. Als sich seine verschleierte Sicht wieder aufklärte sah er gerade wie sich die Haare der McNair um die Handgelenke Saemon´s schlangen.

Es wurde wie so oft der Konflikt der Marine mit den Seeräubern klar. Nicht der Körperliche sondern der Konflikt, welcher sich durch die grundverschiedenen Lebenseinstellungen ergab. Scheinbar trugen viele Menschen auf beiden Seiten und vermutlich auch bei der Revolution Narben mit sich herum, die nicht gut verheilten. Sie schienen immer wieder aufzureissen und das gerade in Situationen wie dieser hier. Wie zwei verletzte Tiere, die sich umkreistend waren Seeräuber und Marine. Wennimmer sie sich zu nahe kamen bissen sie um sich und schlugen ihre Klauen ineinander und trafen andere dabei genauso oder eher noch mehr als sich selbst. Die anderen getroffenen stellten sich auf die Seite derer, die sie nicht verletzt hatten. Der Verstand herrschte schon lange nicht mehr. Purer Hass auf beiden Seiten zog sie immer weiter in die Tiefe. Und beide lagen sie falsch. Wie die Männer und Frauenbei der Marine ihre Wut auf konkret jene richten sollten, die ihre Wunden geschlagen hatten sollte die Gegenseite das auch.

Mit einem "Ohhh", welches so spöttisch klang wie nur möglich zog Saemon Lian zu sich. Benjamin, immer noch im Griff des Soldaten wurde von dem Ruck gut durchgeschütelt und brüllte erneut auf. Sein Blick lag auf den Schwertern des Fähnrichs. Wenn er doch nur an sie heran kommen könnte. Er könnte die Augenklappe ausnutzen. Vor allem während der Einäugige mit Lian beschäftigt war, zumal sie so dicht an ihm stand könnte es klappen. Sie waren so nahe, aber er hing auf der komplett anderen Seite. Ob er es überhaupt gezogen bekäme war die eine Frage, die er sich stellen müsste. Wahrscheinlich, doch selbst wenn das der Fall wäre, es war zu bezweifeln, dass er eine Waffe halten konnte. Ihr Gewicht würde seinen Fingern entgleiten und kämpfen. Dieser Gedanke war von so perfekter absurdität, dass Benjamin gelacht hätte, wenn er ihn nicht in seiner Lage denken würde und wenn der Schmerz seine Mimik nicht schon so fest im Griff hätte. In Wellen brandete die Pein mittlerweile gegen ihn. Das Angebot ihn in seiner Zelle zu richten klang gar nicht so schlecht, dann würde es vorüber sein und er kannte ja ein paar Leute drüben auf der anderen Seite. Hatte er es nicht ein wenig verdient? Er hatte dieses ihm so ausgelieferte Mädchen am Schafott ohne Gefühlsregung angegriffen, von Wut einmal abgesehen. Es war ihm dort mehr als richtig vorgekommen. Er hatte Natsu schützen müssen, auch die anderen, doch vor allem Natsu. Der Junge mit den hellen Haaren war zäh, er hatte mumm in den Knochen. Ein Narr mit Rückgrat. Genauso war es vermutlich Reisen gegangen. Ben blieb nichts überig als auf das Urteil des Fähnrichs zu warten.

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   So 9 Sep 2012 - 21:02


Mir ist egal, ob er dir ein Gefangener oder Freund ist“, sagte sie mit fester Stimme und wurde immer wütender. Seine Worte waren pures Gift. Gehässig, menschenverachtend.. widerwärtig. Er sprach über Ben, als handle es sich bei ihm um ein Stück Holz, ohne Gefühle, ohne Gedanken. Ein seelenloser Gegenstand. Aber das war der Hayn nicht. Kein Mensch war das. Und niemand hatte das Recht, sich selber so viel Macht über jemanden zuzusprechen, wie es Saemon tat.
Mit einem Ruck hatte er sie zu sich herüber gezogen und wie vermutet, konnte sie dieser Handlung nichts entgegensetzen. Er war einfach zu stark. Fluchend wurde sie förmlich nach vorne geschleudert, bis sie nur noch wenige Centimeter vor ihm zum Stand kam. Sein sarkastischer Laut traf sie nicht. Das, was dazu führte, dass sich ihr Mund verzog und ein Schauer über ihren Rücken lief, waren Bens Schmerzensschreie. Der Pirat krümmte sich, knallte zu allem Überfluss auch noch mit dem Kopf gegen die harten Gitterstäbe und Lian empfand, als bekäme sie keine Luft mehr.
Du Unmensch!“, schrie sie Saemon an, welcher nur eine Handbreite von ihr weg stand. Es war ihr egal, ob er sie angriff. Es ging ihr gut. Sie konnte sich wehren, auch wenn es offensichtlich war, dass sie ihm unterlag. Ben konnte das nicht. Er nutzt seine Schwäche auch. Und das war eine weitaus größere Enttäuschung für sie, als sie bisher jemals erlebt hatte, denn von Saemon hatte sie viel erwartet, nicht aber, dass er die Schwäche anderer so ausnutzen würde.
Ich habe nicht erwartet, dass du so ein verdammter Sadist bist!“, fauchte sie ihn an. Unwillkürlich veränderten sich ihre Züge. Ihre schwarzen Pupillen wurden schmal und länglich, an ihrem Kopf wuchsen langsam Katzenohren hervor und als sie das nächste Mal ein lautes, feindseliges Knurren verlauten ließ, offenbarte sie eine Reihe spitzer Zähne.
Jetzt spielte nichts mehr eine Rolle. Er war ihr fremd, er belächelte sie sogar. Es berührte ihn kein Stück, wie Ben schrie und dass er Schmerzen litt. Er stellte sogar Kenji in den Schatten. Sogar ihn befand Lian in diesem Moment als gütiger.
Seit wann hatte der Rotschopf sich und seine Gefühle nicht mehr im Griff. Warum war seinerzeit zu ihr so gütig gewesen und behandelte Ben jetzt wie Dreck?
Sie wollte irgendwas zu ihm sagen, irgendwas, was ihn beruhigen würde. Ob er wohl Angst hatte?
Vermutlich. Sie selber hatte welche. Aber wie war bei Weitem nicht so stark und tief, wie ihr Zorn. Ihre Haare verhärteten sich und zeigten wie dicke Speere auf Saemon.
Lass ihn los. Lass ihn sofort los“, sagte sie und sah dem Fähnrich ins Auge. Er würde deutlich erkennen können, wie ernst es ihm war und welche Distanz er mit seinem Handeln zwischen ihnen geschaffen hatte. Die übliche Wärme, das Strahlen und dieses kleine Schimmern in ihren blauen Augen, wann immer sie ihn ansah, war gänzlich erloschen. Zurückgeblieben waren Kälte und Enttäuschung. Ihr Blick sagte es mehr als deutlich: ,Du enttäuscht mich gerade jede Sekunde mehr.'
Wieder stöhnte Ben auf. Ungewollt wandte sie den Blick ab und musterte den Piraten sorgenvoll, der sich in einer Art Delirium befand. Sie wusste, man würde sie für ihre Taten wieder einsperren.
Sie wusste, damit war ihre Begnadigung dahin und dass sie nichts Gutes mehr von der Marine und Saemon zu erwarten hatte. Man würde sie hier unten festhalten, vermutlich in noch schlechteren Bedingungen, als es üblich war. Aber das war ihr egal. Es hätte ewig an ihrem Gewissen genagt, hätte sie nicht zumindest versucht, Saemon von seinem Vorhaben abzubringen.
Ebenso wie der Pirat, zitterte auch sie am gesamten Körper. Das Atmen wurde schwer, so schwer und sie wurde so müde. Müde von dem, was vor sich ging, müde von dem, worauf sie sich da eingelassen hatte.
Wenn das wirklich Saemon war, so war er ein verdammt guter Schauspieler gewesen.
Leg mich rein, Schande für mich. Es gab immer einen, der es tat und einer, der es mit sich machen ließ. Was hatte sie so blind werden lassen? Warum das Ganze von ihm aus? Weil sie talentiert im Kampf war? Weil er sich dadurch mehr Erfolge für die Neunte ausgerechnet hatte?
Ihre Augen brannten, ihr Hals, ihre Nase.. Und ihre Handfläche. Ihre Handfläche, als ein lautes Klatschen den Raum erfüllte. Sie hatte gar nicht bemerkt, was sie getan hatte. In einem Anflug aller Gefühle, die sie in diesem Moment in sich verspürt und nicht mehr hatte verarbeiten können, war ihre Hand blitzschnell durch die Luft geschossen und hatte Saemon mit voller Kraft links an dessen Wange getroffen. Doch damit nicht genug. Zu allem Überfluss hatten sich Krallen an ihren Fingern befunden, schließlich befand sie sich noch immer in einer Hybridform, die sich jedoch schon nach dem Schlag auflöste. Sie hielt diese Verwandlung noch nicht allzu lange durch.

Lian stockte der Atem. Und sie rechnete mit dem Schlimmsten. Nicht etwa, was ihr passieren könnte, sondern viel eher damit, dass Saemon seine Wut weiter an Ben auslassen könnte, der nicht mehr als ein stöhnendes Häufchen Elend war.
Der McNair krampfte das Herz. Sie hasste es, Menschen leiden zu sehen, die es in ihren Augen nicht verdient hatten, zu leiden. Wohl bemerkt nicht immer eine gute Eigenschaft.
Es war schön, wenn man mitfühlen konnte, doch nachteilig für einen selbst, wenn man mitlitt. Und sie litt definitv mit. Verzweifelt starrte sie auf den Oberkörper des Hayns. Sie konnte nicht erkennen, ob die schwarzen Flecken an selbigem lediglich Schweiß waren oder im schlimmsten Fall Blut.
Nicht krümmen..bitte..“, brachte sie atemlos hervor und wandten ihren Blick wieder Saemon zu. Sie musste jetzt auf alles gefasst sein. „Ben.. Mach bitte keine Dummheit. Selbst wenn du jetzt nach Gelegenheiten suchst, zu fliehen.. Mach's bitte nicht. Das Oberdeck ist voll und du bist nicht dumm. Es wird schon alles gut. Es wird alles gut.“ Letzte Sätze wiederholte sie ein paar Mal, wurde dabei immer leiser. Vermutlich versuchte die Blondine damit, sich ein Stück weit selbst zu beruhigen, denn sie hatte das Gefühl, das Herz springe ihr im nächsten Moment aus der Brust. Sie glaubte nicht daran, dass alles gut werden würde. Sie fand sich beinahe schon damit ab, dass sie beide sterben würden. Und es würde niemanden interessieren. Es traute ihnen sowieso keiner über den Weg und vermutlich wäre so mancher sogar erleichtert gewesen, dass etwaige Gefahren und Risiken damit beseitigt wären.
Lian schluckte schwer, ihr Atem ging keuchend.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 10 Sep 2012 - 7:38

Die schmerzverzerrten Schreie von Benjamin hörte Saemon gar nicht erst, hatte er doch den Piraten und dessen Leiden gänzlich ausgeblendet, ebenso wie alles andere in der Zelle, abgesehen von Lian. Auf ihr alleine lag seine gesamte Aufmerksamkeit, jedoch nicht auf jene Art und Weise wie sie es gewohnt war und sicherlich begrüßt hätte. Wie eine Adler seine Beute, eine kleine Katze, begutachtete der Einäugige die ehemalige Piratin und ließ nicht eine Sekunde lang von ihr ab. Dies galt nicht für Lian, welche sich immer wieder von dem Gefangenen ablenken ließ und somit in einem echten Kampf vermutlich bereits das schlimmste hinter sich gebracht hätte. Würde sie einen Gegner von Saemons Stärke so leicht aus den Augen lassen, so würde sie nicht mehr viel Zeit haben sich über andere Sorgen zu machen. Die Luft brannte und wirkte so dick, als könnte man sie mit den Händen greifen. Dieser eigenartige Schimmer in Saemons Auge ließ nichts gutes verheißen, doch konnte Lian sich zumindest glücklich schätzen dass der Rotschopf auch in dieser Verfassung, in welcher er eindeutig nicht er selber war, kein Interesse daran hatte ihr großartig Schmerzen zu zufügen. Zweifelsohne würde er dies ohne großes Zögern über die Bühne bringen und hätte dabei nicht einmal ansatzweise Gewissensbisse, doch schien er weitaus mehr Gefallen daran gefunden zu haben mit den beiden zu spielen und sich ein Stück weit sogar über Lian lustig zu machen. So erkannte man auch deutlich ein bitterböses Grinsen auf seinen Lippen, als er sie mit einem Ruck zu sich zog und Lian hierbei nichts übrig blieb als sich wie ein Spielball dem Kisaragi zu nähern, wobei sie schließlich doch noch ein wenig Halt fand und kurz vor ihm zum stehen kam.
Ben schien sich unterdessen so seine eigenen Gedanken zu machen, wobei man ihm vermutlich bereits ein Lob aussprechen musste, dass er unter diesen Umständen und angesichts des so erdrückenden Schmerzes, welchen er empfand, überhaupt noch in der Lage war einen klaren Gedanken zu fassen. Vielleicht waren dies aber alles auch nur Instinkte, welche aus seinem Inneren an sein Gehör drangen und ihn mit ohrenbetäubender Lautstärke dazu aufforderte, sich nicht kampflos zu ergeben. Der Griff an die Schwerter Saemons wirkte wohl so simpel und tatsächlich hatte Ben diese bereits im Blick, doch zu der aktuell mangelnden Kraft, wie er empfand, hätte er sich zudem noch die Frage stellen müssen wie viel er in seinem Zustand hätte ausrichten können, wäre er tatsächlich mit erhobenen Schwertern vor Saemon gestanden. In Windeseile wäre der Schleier verflogen und hätte Saemon in diese Welt zurückgeholt, jedoch nicht auf jene Art und Weise, wie Lian es sich vermutlich erhofft hätte. Auch diese Form besaß zwei Wesen, welche simpler nicht zu Unterscheiden wären. Sein einziges Anliegen welches er hatte, nun da er Lian gegenüberstand, war es sich zu amüsieren und sich nach all dem Schlaf mal wieder ordentlich austoben zu können, wobei von diesem kaum Gefahr ausging, obgleich man dies kaum merken konnte. Seine Sinne waren vernebelt und dies aus gutem Grund. Einzig und allein das Objekt seiner Begierde war von Bedeutung, so entwickelte er einen Tunnelblick, unterdrückte jegliche Hintergrundgeräusche und war nicht einmal in der Lage an etwas anderes zu denken. Jedes Wort, welches nicht aus Linas Mund kam, wirkte dumpf und so surreal, dass es sich anfühlte als würde er es sich schlichtweg einbilden, sodass er diesem keine Bedeutung schenkte.
Auf der anderen Seite war dann aber auch noch die kämpferische Persönlichkeit, welche auch Saemon, also der wahre Saemon, inne hatte. Diese beiden Seiten waren grundverschieden und doch hatten sie eines gemeinsam – den Körper. Auch diese vermeintlich böse Ausgabe von dem Fähnrich war ein ausgezeichneter Kämpfer, boten sich ihm schließlich die selben Ressourcen, wie sie auch die angenehmere Ausgabe des Rotschopfes hatte. Was diesen inneren Drachen, wie Saemon ihn stets nannte, jedoch als Vorteil angerechnet werden musste, war sein mangelnder Skrupel. Skrupel davor einem Lebewesen Schmerz zu zufügen, ein Leben auszulöschen oder sein Opfer schlichtweg zu quälen. All dies waren Dinge, welche Saemon ausmachten, ihm von seinem inneren Drachen stets als eine Schwäche dargelegt wurde.
Es gab eine Sache, welche Saemon von den meisten Schizophrenen Gestalten dieser Welt unterschied und dies war die Stärke seiner guten Seite. Es war keinesfalls so dass Saemon sich seines bösen Ichs nicht bewusst war, ganz im Gegenteil, zudem hatte er schon vor langem die Kontrolle über dieses gewonnen, doch wirkte es in solchen Situationen wie dieser hier, in welchen er sich von der Person die er liebt betrogen fühlt, in denen er sich vor einem Scherbenhaufen sieht, welcher sein einstiges Leben war, wo er blutige Klumpen vor seinem geistigen Auge hatte, welche einst seine Freunde und Kollegen waren – ihm stets Kraft und Mut gaben – in genau diesen Momenten, fühlte es sich an als würde man als einzelner eine Schlagt gegen Millionen führen und so stark sein Wille und seine Kontrolle über die Finsternis in ihm auch war… wenn sich wirklich alles und jeder gegen ihn verschworen hatte, fand er nicht mehr die Kraft dem stand zu halten. Die Auswirkungen hiervon konnten Lian und Ben begutachten, ohne wirklich zu wissen was geschehen war und vielleicht noch folgen könnte. Das schlimmste an all dem war sein Bewusstsein über all dies. Es war nicht so als würde eine Seite die Kontrolle übernehmen und die andere somit gänzlich verbannen. Der unterdrückte Part bekam alles mit, konnte genau sehen was die andere Seite tat und spürte jeglichen Schmerz, ohne sich zur Wehr setzen zu können.
Ein Kampf entfachte, jedoch keinesfalls jener zwischen Lian und Saemon, sondern viel mehr zwischen Saemon und Saemon, welcher im inneren seiner Gedanken, seiner Gefühle und vor allem seines Körpers ausgetragen wurde. Ein zucken durchfuhr seinen Leib und für einen Moment verlor er die Fassung, woraufhin dann auch schon die Ohrfeige Lians folgte und fünf rote Striemen auf Saemons Backe erschienen. Blut lief ihm selbige hinab und tropfte auf die Klamotten hinab, wobei der Blutfluss sogar noch stärker zu werden drohte. Das Lächeln verschwand, der Blick wurde Gefühlskalt, monoton. Das gefährliche Funkeln verschwand aus dem Auge und dennoch konnte man keinerlei Regung von dem Fähnrich vernehmen, welcher einfach nur an Ort und Stelle verharrte und Lian anstarrte. Man sagt die Augen wären der Spiegel der Seele und würde dies wirklich stimmen, so könnte man in Saemons azurblauem Auge die Flamme des Kampfes erkennen, welche in zwei Farben entfacht wurde und heftig zuckend immer höher züngelte.
Ein Wort war zu vernehmen, immer und immer wieder, jedoch nur flüsternd und doch so gequält, wie es nur sein konnte. Ein stiller Anflug von Gegenwehr, ein Einblick in das, was nicht gesehen werden konnte und die Widergabe von dem verbitterten Schrei in seinem Inneren.

"Warum..?"
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