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Arrestzellen

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Saemon



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BeitragThema: Arrestzellen   Do 26 Jan 2012 - 8:14

das Eingangsposting lautete :

Arrestzellen

Eine sehr kleine und ungemütliche Unterkunft aus stabilem Holz. Auf der linken Seite befindet sich ein provisorisches Bett, welches ebenfalls aus Holz besteht. Abgesehen von einer Decke bekommen die Gefangenen nichts um es sich ein wenig gemütlich machen zu können. Man hat keinen Blick nach draußen und die Front ist mit starken Gittern gesichert, welche zusätzlich eine Seesteinlegierung aufweisen. Für sanitäre Bedürfnisse stehen den Gefangenen zwei Eimer zur Verfügung, dessen Inhalt alle 3 Tage von einem Wärter geleert wird.

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AutorNachricht
Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 10 Sep 2012 - 10:13


Saemons Blick veränderte sich und Lian witterte eine Chance, vielleicht die einzige, die sie in dieser Situation noch haben würde.
Sie hatte keine Augen für das Blut an der Wange des Rotschopfes oder für die Leere seines Blickes, das Zerbrochene in ihm, was nicht ganz verstehen konnte, was gerade geschah und wieso ausgerechnet Lian ihn angegriffen hatte. Sie wusste nichts von seinen inneren Kämpfen. Für sie war in diesem Moment nur ein Fremder, der sie mehr als nur getäuscht hatte. Ihr Vertrauen war wie weggeblasen, alles, was sie wollte, war weg, weg, weg, damit sie sich wieder sammeln und versuchen konnte, die Geschehnisse irgendwie zu erfassen. Irgendwie. Denn aktuell hatte sie nicht den Eindruck, als würde sie können.
Er flüsterte vor sich her und Lian spürte, wie ihr Magen zu schmerzen begann. Warum?! Er fragte allen Ernstes, warum? Sie konnte gar nicht sagen, was sie empfand. Jedenfalls hatte sie es noch nie empfunden. Mit einem festen Ruck riss sie sich von Saemon los und sprang so gut sie konnte gegen Ben, um ihn ebenfalls vom Fähnrich fortzureißen, dem die gesamte Lage und vor allem seine eigene Person völlig entglitten waren.
Lian versuchte, Ben irgendwie in die Zelle zurückzuschieben und blieb dicht vor ihm stehen, kehrte ihm jedoch den Rücken zu. Ihr war klar, dass er nun eine heimtückische Aktion hätte durchführen können, aber sie war zuversichtlich.
Die Arme der Blondine hoben sich und sie starrte den Kisaragi kalt an. Entweder er würde sich nun beruhigen und wieder zu Sinnen kommen oder aber er würde erst einmal an ihr vorbei müssen. Sicher, problematisch und schwierig würde sich dieses Gelingen nicht gestalten – allerdings wusste man nie, wie sich solche Taten erst im Nachhinein auf das eigene Gewissen auswirkten. Davon konnte die ehemalige Piratin ein Lied singen. Sie verzieh sich noch immer nicht, dass sie den Wachmann einfach getötet, statt nur verletzt hatte, sodass sie hätte in Ruhe fliehen können.
Lian presste ihre Lippen so fest aufeinander, dass es wehtat und sie zitterte. Vermutlich kein Bild von Stärke und Größe, welches sie abgab. Aber eine andere Wahl hatte sie nicht.
Versuch dich wieder auf die Pritsche zu setzen..Nein..Versuche dich hinzulegen..“, sagte sie leise. Es war klar, dass die Worte Ben galten, der vermutlich derzeitig sogar Probleme mit dem simplen stehen haben sollte. „Ich kümmere mich gleich um die Wunden..“, fuhr sie fort, den Blick noch immer auf Saemon gerichtet, dann auf dessen Schwerter. Sie wusste, dass es keine Normalen waren. Und sie wusste, dass er in allen kampftechnischen Bereichen überdurchschnittlich talentiert und ihr weit überlegen war.
Sie hatte keine Chance. Und Ben auch nicht.
Ich weiß nicht, wer du bist. Aber du bist nicht das, was du mich hast glauben lassen. Dennoch.. auch ein guter Lügner zeichnet sich aus, nicht wahr?“, sagte sie jetzt leise. Ein gebrochener Klang schwang in ihren Worten mit und sie zuckte leicht mit den bebenden Schultern. Ein verbittertes Lächeln zierte ihre nunmehr noch blasseren Züge. Lians Haut glich einer weißen Kalkwand.
Es besteht kein Grund mehr, dir zu trauen. Wenn du jetzt hier vorbei willst, bitte. Ich werde tun, was ich kann, auch wenn es vermutlich nicht viel ausrichten wird. Aber ich WERDE es tun. Ich werde dich nicht einfach weiter Abscheulichkeiten tun lassen. Du solltest Pirat werden, weißt du, Saemon? Einer der barbarischsten, sadistischen. Einer, bei welchem die Menschen zittern, wenn sein Name nur erklingt. Einer, bei welchem die Menschen reihenweise ohnmächtig werden, wenn sie seine bloße Präsenz spüren. Du eignest dich nicht für Gutes. Das hast du mir bewiesen, auch, wenn ich das genaue Gegenteil gedacht habe. Du .. gehörst nicht zu den Guten. Du gehörst zu den Schlimmsten unter uns.
Unwillkürlich ging sie einen kleinen Schritt zurück und stieß dabei leicht gegen Ben. Es musste zum Teil ein lustiges Bild abgeben, wie dieses kleine, zierliche Mädchen sich dort schützend vor einem jungen Mann aufbaute, der um einiges größer war, als sie selber und auch rein optisch stärker wirkte, als man es von ihr vermuten konnte.
Ich hasse dich dafür, dass du mich so intrigant hintergehen konntest!“ Nun wurde sie lauter und ihre Stimme zischender. „]Ich hasse mich dafür, dass ich das zugelassen habe. Ich hätte es wissen müssen, ihr Marineleute seid alle gleich verlogen, auch, wenn ihr versucht, nett und höflich zu sein. Im Grunde eures Herzens seit ihr nur hier, weil ihr euch versprecht, ein paar Machtgefühle zu bekommen, wenn ihr gesetzlich rechtmäßig ein paar Piraten drangsalieren und foltern könnt, habe ich Recht? Das Ausmaß dessen war mir lange nicht bewusst und ich hatte wirklich gedacht, meine Ansichten seien falsch und dass einige von euch wirklich noch hier wären, um Schutz zu bieten.“
Sie konnte selbst kaum glauben, was sie ihm dort entgegen warf. Sie hätte nie vermutet, dass sie ihm gegenüber jemals solche Töne anschlagen und ihn dermaßen verurteilen würde.
Aber Lian war verwirrt. Verwirrt von ihm, verwirrt von sich, von der Situation. Ein Kontrollmensch war die Blondine nicht, aber wenn alles aus den Fugen geriet und kein Halt mehr da war, fiel auch ihr es schwer, einen klaren Gedanken zu fassen und an ihren Vorstellungen festzuhalten.
In diesem Moment begriff sie eines: Das es erstens anders war und zweitens, als man dachte.
Eine schaurige Wahrheit.
Manchmal war es besser, wenn man nicht mehr wusste, als einem gut tat.
Wenn du willst, sperr uns ein. Ihn und mich mit dazu. Das spielt keine Rolle. Ich habe mich meinem.. Vorgesetzten..“, dieses Wort spuckte sie vor Zynismus triefend aus.. „.. widersetzt, das sehe ich ein. Und ich erwarte keine deiner geheuchelten Sonderbehandlungen, damit kann ich durchaus leben. Danke Saemon, du hast mir wirklich die Augen geöffnet. Ich bin sicher, dass sie sich nicht mehr vor der Realität verschließen werden.“
In einem Anflug von Mut und Trotz reckte sie ihr Kinn in die Höhe, ganz so, als wolle sie dadurch größer wirken. Doch allein durch diese eher kindliche Handlung drückten sich die Enttäuschung und die Traurigkeit aus, die sie in diesem Moment im tiefsten Herzen empfand.
Es war kein schönes Gefühl, wenn man sich jung und dumm vorkam, ja, naiv und sich gerade von einem Mann hatte veralbern lassen. Er hätte ihr früher von seinen inneren Konflikten berichten müssen, denn aktuell konnte Lian sein Verhalten noch keiner zweiten Persönlichkeit zuschreiben.
Für sie gab es nur Saemon. Jenen mit der Maske und den, der vor ihr stand und selbige heruntergerissen hatte, um ihr sein wahres Gesicht zu zeigen.

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 10 Sep 2012 - 18:16

Beinahe agonisch waren die Schmerzen. Auch wenn die Wunde nicht unglaublich schlimm war, da hatte Benjamin mindestend einmal etwas schlimmeres überlebt. Der Marinekapitän, der ihm den Oberkörper aufgeschlitzt hatte. Diese verletzung hatte er nach nichteinmal einer Woche überstanden gehabt. Und schwächer war er nicht geworden, soviel war klar. Es war vermutlich die Gefühlslage des jungen Mannes. Sein deprimierter Zustand verhinderten, dass er mut fasste, was auch ohne um eine verstorbene Kameradin trauern zu müssen schwer genug war. Seine Augen fixierten glasig einen Punkt an der Wand während er gegen den Schwarzen ring kämpfte, der drohte sich vor seinen Augen immer enger zu ziehen. Nach einer kurzen Phase in der die Schmerzen abgeebbt waren um einem dumpfen Gefühl zu weichen kamen sie wieder herangerollt. Der Braunhaarige stöhnte auf und biss sich auf die Unterlippe. Zur selben Zeit verpasste Lian dem aufgebrachten Saemon eine Ohrfeige. Während Benjamin zuvor jede der Handlungen der beiden berücksichtig hatte beim Bilden seiner Meinung hatte er mittlerweile vergessen, dass er die beiden kannte. Er dachte gar nicht mehr richtig. Er wusste nur, dass er nicht einschlafen wollte, dass er lieber in der Zelle bleiben wollte, mit einem durchgedrehten Marinesoldaten und der McNair als in seinem eigenen Kopf zu stecken wo ihn selbst erzeugte Träume foltern würden. Nur wenig war schlimmer als das Opfer seines eigenen Geistes zu werden. Dazu war es noch verblüffend leicht. Man musste es nur ein wenig wollen, sich anfänglich von seiner Vorstellungskraft rösten lassen, doch irgendwann fraß sie einen mit Sicherheit auf, daran bestand kein Zweifel. Er hörte seinen Namen und wusste wer von beiden Gesprochen hatte. Er wandte seinen Kopf in die Richtung aus der er die freundlichen Worte vernahm. Nur noch Schemen sah er. Teilweise schienen Formen zu zerfliessen und Farben, wenn nicht sogar ganze Gegenstände liefen an sich selbst herunter um nach einem Blinzeln wieder in alter Gestalt zu erscheinen. Mit einer Mischung aus Faszination und unterdrücktem Schmerz in der Stimme konnte Benjamin nur noch leise sprechen. Hilfe... hauchte er und hätte es nicht gesagt, wenn er gewusst hätte um was er Lian bat. Die Wundränder klafften immer weiter auseinander, Fäden hatten sich teilweise schon durch die Haut geschnitten und stellenweise die Wundränder zerfleddert, an anderen Stellen rissen sie noch immer am Fleisch des Hayn. Der Verband färbte sich immer intensiver rot. Benjamin driftete gefährlich schnell von sich weg. Sein Verstand unterwarf sich mehr und mehr den Instinkten. Er blickte nervös, nein panisch umher und konnte die beiden Personen nur noch aufgrund ihrer Größe unterscheiden. So merkte er auch nicht, dass Lian mittlerweile stark einer Katze ähnelte. Die Pein verlangte schon wieder vernommen zu werden und so stöhnte Benjamin tief und gequält auf als der Faden an gleich vier Stellen zur gleichen Zeit seine Haut zerriss. Das stöhnen wurde stoßhafter und höher bis es in einem schrillen Gelächter gipfelte als die Schmerzen ihn wieder kurz verließen. Ohne klare Gedanken fassen zu können hatte Benjamin panische Angst, davor, dass sie wiederkommen würden. Der Pirat krallte sich an die Gitterstäbe und zog sich mit dem Armen nach oben, schob mit den Füßen, wollte seinem Leiden am liebsten entfliehen, laufen wollte er und konnte sich kaum bewegen als Lian versuchte ihn von Saemon wegzubekommen, sich zwischen den Rotschopf und den Piraten zu schieben. Dass Lian offenbar enbenso Angst hatte konnte Ben nichteinmal mehr wahrnehmen, dazu war alles viel zu verschwommen. Ein, zwei Schritte taumelte er, dan versuchte er nur noch nicht wieder zu fallen. Obwohl, vielleich war kriechen eine bessere Idee als laufen. Letzteres schien ihm so anstrengend. Lian sagte ihm, dass er sich hinlegen solle, was er hörte als würde es durch eine dünne Wand hindurch gesprochen werden. Er grinste vollkommen unbegründet und unvermittelt riss ihn ein Schmerzanfall von den Füssen und ließ ihn nach hinten umkippen. Zum Glück war die Zelle so klein, denn ansonsten wäre er mit dem Kopf gegen das Holz der Pritsche prallen, so würde er so fallen, dass er darauf landen würde.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mo 10 Sep 2012 - 22:48

Lians Worte sollten kein Gehör mehr finden und letzten Endes für die Katz sein. Zumindest der aktive Part interessierte sich keineswegs für dieses Gewäsch, war er doch alles andere als ein Schauspieler, als vielmehr das, was eine blutrünstige Bestie ausmachte. Was die derzeit passive Seite jedoch betraf, so hatte diese sehr wohl vernommen, was die McNair von sich gab und die Reaktion darauf war sicherlich alles andere als wünschenswert. Schon häufiger befand Saemon sich in dieser Situation, wusste stets was es zu tun galt um letztlich doch noch die Oberhand in diesem Kampf gewinnen zu können, doch lagen hier gänzlich andere Umstände vor. 
Lange sollte die Starre nicht mehr anhalten, in welcher Saemon sich befand und schon kurz darauf, war wieder eine Regung zu vernehmen. Bis dahin jedoch musste Lian sich wohl damit zufrieden geben, sich mit einem Rücken zu unterhalten. Mit deutlich hörbarem Knarzen schaukelte das Schiff sanft auf und ab, befand sich in perfektem Einklang mit den Wellen, welche dumpf gegen den Bug krachten. Dieser Klang war einige Augenblick lang auch das einzige, was man hören konnte, da alle Worte bereits gewechselt wurden – so schien es. Lian hatte eine Entscheidung getroffen und sich somit gegen die Marine und demnach auch gegen Saemon gestellt. Es war fraglich wie es nun weitergehen sollte und besonders wie die Obrigkeit über das Schicksal des Fähnrichs entscheiden würde. Sie hatten ihm explizit klar gemacht dass sie seiner Verantwortung unterlag und sein Schicksal an das ihre geknüpft war. Was auch immer aktuell in ihm vor sich ging, solche Kleinigkeiten hatten nur wenig Gewicht und so fanden diese nicht einmal ansatzweise den Weg in seine Gedanken. Sollte ein Mensch in der Lage sein die Spannungen wahrzunehmen, welche die Luft zum knistern brachten, so würde dieser eine unheimliche Aura um Saemon herum wahrnehmen. 
Die Hände zu Fäusten geballt stand er vor der Zelle, lies seinen Blick von links nach rechts und wieder zurück wandern und drehte sich schließlich zu Lian und Ben um. Die Blondine war ihm noch immer zugewandt und konnte nun mitten in sein schimmerndes Auge blicken. So zumindest sah es aus, als würde es schimmern, ein eigenartiger Glanz, welchen man kaum zuordnen konnte. Es war der selbe Glanz, welchen er auch schon zuvor hatte, als er Lian zu sich zog und dieser bitterböse in die Visage grinste. Das Augenlid zuckte aufgeregt vor sich hin und tiefe Schatten zierten das Gesicht, ließen dieses so unheimlich wirken wie es schlimmer nicht mehr möglich war. Er grinste. Mehr tat er nicht. Er stand dort und grinste in die Zelle hinein. Was in seinem Kopf vor sich ging, konnte an kaum in Worte fassen. Ein Sturm schien darin zu toben, ein Sturm welcher angereichert war mit Hass und Verachtung, gegenüber allem und jedem, ganz gleich ob Mensch oder Maus. Dieses Geschöpf kannte weder Freund noch Feind, alles für ihn war eine Bedrohung, ein niederes Geschöpf, welches es nicht verdiente auf dem selben Boden zu wandeln, auf welchem er sich befand. Dennoch war er keinesfalls so dumm einfach mordend durch die Weltgeschichte zu wandern, würde er sonst nie wieder Ruhe finden und stetig als Verfolgter sein Leben fristen müssen. Eine weitaus einfachere und endgültigere Lösung musste her, doch solange galt es noch die Scharade aufrecht zu halten, nicht vor Lian oder Ben, jedoch vor dem Rest der 9. Division.
Ein unterdrücktes Lachen durchdrang die Stille, wurde jedoch nach und nach immer deutlicher und lauter, bis Saemon letztlich gänzlich in Gelächter verfiel. Es klang wie das klassische Gelächter eines Filmschurken, keinem sonderlich kreativen, dennoch hörte man deutlich die bösen Absichten heraus, welche dahinter verborgen lagen. Mit jeder Sekunde wurde der Blick irrer und das Grinsen breiter, bis das schallende Gelächter letztlich gänzlich erloschen war und erneute Stille einkehrte, welche allerdings nicht von langer Dauer sein sollte. Mit wahnsinnigem Blick sprach er zu Lian.

„Gebrochen... Das ist doch wirklich unfassbar... Da versucht ich wirklich über Jahre hinweg, mehr als ein Jahrzehnt lang, alles was in meiner Macht stand, mit nahezu jeder nur erdenklichen Methode die man hierfür anwenden könnte und dann tauchst du auf und brichst ihn. Ich muss dir wohl dafür danken, aber erhoff dir deswegen keine Gnade, denn die hättest du von ihm erwarten können, nicht aber von mir!“

Man konnte gar nicht so wirklich sagen was man nun von der Sache halten sollte. Eine Weile lang schien es so als würde Saemon die Kontrolle zurückerhalten und den Parasiten in seinem inneren wieder zurückdrängen, wofür die kurzfristige Starre sprach. Saemon war stärker, das war sicher und so hätte er auch rasch einen Weg gefunden die Kontrolle wieder an sich reissen zu können, doch was hier nun vor Lian und Ben stand, war nicht der Rotschopf, zumindest wenn man von dem äußeren absah. Lian hatte vermutlich die Büchse der Pandora geöffnet und sah sich nun allem schlechten gegenüber, was sich in ihrem innerem verbarg. Just in dem Augenblick, als Lian sich gegen Saemon stellte und für den Piraten einstand, gab der Kisaragi den Kampf auf und fiel in ein tiefes Loch, aus welchem heraus ihm nichts weiter übrig blieb als zu beobachten und auf den Tod zu warten. Welchen Sinn hatte dies alles noch? Die Person die er liebte, hatte sich offen gegen ihn gestellt, ihn angegriffen und war sogar bereit ihn zu verletzen.
So flink wie es ihm eben nur möglich war, preschte der Körper Saemons nach vorne und schickte hierbei die Faust voraus. Sollte Lian keine Möglichkeit mehr haben zu reagieren, so würde sie ein kräftige Hieb mitten in den Magen treffen und die Blondine mit Wucht gegen die Zellenwand krachen lassen. Ben war noch immer uninteressant und hatte somit auch nichts zu befürchten, gemäß dem Fall er würde nichts anstellen, was die Aufmerksamkeit auf ihn lenken könnte. Kein Zeichen der Reue lag in Saemons Auge und auch sein Verhalten ließ darauf schließen, dass er keinerlei Gewissensbisse empfand.
Würde nichts geschehen, was den Einäugigen hiervon hätte abhalten können, so würde er die Zellentüre zuknallen und sowohl Lian als auch Ben innerhalb der Gitter zurücklassen. Mit irrem Gelächter schritt er davon und verließ den Raum wieder, um sich auf das Oberdeck zu begeben.
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 11 Sep 2012 - 1:29


Was redete er da nur vor sich hin?
Lian zog die Augenbrauen zusammen. Seine Stimme.. so fremd, so fern. Was war los mit ihm? Hatte er etwa den Verstand verloren? Hatte sie es schlimmer gemacht, indem sie ihn geschlagen hatte? Verunsichert betrachtete die Blondine Saemon, der Dinge sagte, die sie einfach nicht verstand.
Gebrochen? Wen oder was hatte sie gebrochen?
Kopfschüttelnd wich sie weiter zurück. Er musste verrückt geworden sein. Sie konnte sich nicht erklären, wieso und weshalb, aber er war eindeutig nicht mehr bei Sinnen. Allein dieses Grinsen. Das war einfach nicht das, was sie von dem Rotschopf kannte. Dieses Grinsen war böse und stellte sein gutes Wesen, welches sie kennen und lieben gelernt hatte weit in den Schatten.
Es kam Lian vor, als könne sie sich gar nicht mehr an den Mann erinnern, in welchen sie sich verliebt hatte. Dieser dort war ein übles Monster, dass danach trachtete, sie psychisch und physisch in Mitleidenschaft zu ziehen. Sie schluckte schwer.
Saemon.. Ich weiß wirklich nicht, wovon du sprichst“,sagte sie vorsichtig, aber ihre Stimme bebte. Es ist schwer zu beschreiben, wie sie sich in diesem Moment fühlte. So ängstlich war sie bisher nie in ihrem Leben gewesen.
Ich weiß wirklich nicht, was d- ohh..“
Damit hatte sie nicht gerechnet. Die Augen Lians weiteten sich drastisch, als Saemon nach vorne preschte und sie bereits im nächsten Moment einen unglaublichen Schmerz in ihrer Magen- und Brustgegend empfand. Mit einem Keuchen wurde sie unglaublich schnell nach hinten geworfen und knallte unsanft gegen die Zellenwand.
Ein spitzer, schockierter und zugleich schriller Schrei erfüllte den gesamten unteren Bereich. Es kam ihr vor, wie in Zeitlupe, wie sie schließlich rücklings auf dem harten Boden aufkam und nach Luft schnappte, die ihr durch den Sturz auf den Rücken ruckartig entnommen wurde.
Sie konnte nicht einmal wirklich schreien, nicht einmal stöhnen. Das einzige, was Lians geöffneten Mund verließ, als sie sich in gekrümmter Haltung auf die Seite fallen ließ, waren leise, nach Luft schnappende Laute und unterdrücktes Würgen.
In Embryonalstellung blieb sie liegen. Ihre Augenlider flatterten ununterbrochen und ihr Atem glich eher einem Pfeifen. Ein feiner Rinnsal Blut lief an ihrem Mundwinkel herab und immer wieder krümmte sie sich nach vorne. Der jungen Frau war unglaublich übel. Der pochende Schmerz und die Übelkeit verwehrten ihr jeden klaren Gedanken. Man konnte sich nicht vorstellen, wie viel Kraft der Rotschopf hatte, wenn man es nicht, wie die Katzenfrau just in diesem Moment, gespürt hatte.
Sie hatte das Gefühl, ihre Inneren seien geplatzt, als liefen sie nun aus. Und sie konnte nichts dagegen tun.
Mit einem scheppernden Laut fiel die Tür ins Schloss, doch noch mehr als der Schmerz und die Übelkeit selbst schmerzte Saemons Lachen, welches ihr laut in den Ohren klang.
Ihre Augen hingen alamiert auf ihm, das Schlimmste erwartend und das, obwohl er augenscheinlich sogar schon auf dem Weg zurück ins Oberdeck war.
Sie hatte keine Kraft, sich hoch zu stemmen. Jedes Mal, wenn sie nur die allerkleinste Regung tat oder zu tief einatmete, schoss der Schmerz von ihrem Magen bis zu ihrem Kopf und zu ihrem Unterleib.
Wie ein Blitz. Ja, so musste es sich anfühlen, wenn einen der Blitz traf.
Sae..mon..“, brachte sie leise keuchend hervor. Nicht, weil sie Hilfe erbitten wollte, sondern weil sie es einfach nicht begriff. Vielleicht, weil sie sichergehen wollte, dass dieser jemand dort in Wahrheit gar nicht ihr Saemon war. Ihr Saemon, der niemandem, am wenigsten ihr, weh getan hätte. Ihr Saemon, der das Leben sogar noch mehr achtete, als sie es tat.
Das Atmen wurde einfacher, aber keuchen tat sie noch immer. Vorsichtig leckte sie über ihre Lippen und nahm den Blutgeschmack war.
Kannst.. kannst du noch.. ein paar Minuten aushalten, Ben..?“, flüsterte sie dann leise in die Zelle. „Ich.. versuche sofort.. den Medizinkasten mit meinen Haaren zu ergreifen, aber.. ich.. ich bekomme gerade schlecht Luft. Ich.. urghh.. ich bekomme dich schon wieder hin.“
Lian kniff die Augen zusammen, als ein erneuter Anflug von Übelkeit sie überfiel. Die junge Frau würgte ein paar Mal und erwartete eigentlich bereits, dass sie sich im nächsten Moment würde übergeben müssen.
Nun war es an ihr, ständig ,Warum' vor sich hin zu flüstern. Ja, warum. Warum es so weit gekommen? War es, weil sie gesagt hatte, sie fühle sich der Marine nicht wirklich angehörig? Konnte ihn allein das so verärgert und zu dem bewegt haben, was er nun getan hatte?
Aber warum sollte es das gewesen sein? Sie hatte schon so viel Schlimmeres getan, aber Saemon war nie derart wütend und.. unberechenbar geworden.
Sacht wog sie sich auf dem kalten Boden hin und her. Sie konnte hier nicht liegen bleiben. Ben verlor immer mehr Blut, es war nur eine Frage der Zeit, bis der Pirat seinen Wunden erliegen und verbluten würde. Vielleicht würde der Fähnrich sie erneut angreifen, aber das musste sie nun einmal in Kauf nehmen.
Ächzend stützte sie sich vom Boden auf. Sie war sicher, stehen würde sie nicht können. Ihre Knie fühlten sich an, wie Wackelpudding. Mit letzter Kraft, von welcher sie nicht mehr wirklich viel übrig hatte, konzentrierte sie sich und ihre Haare wuchsen und wuchsen. Es waren nur fünf Meter, aber diese reichten alle Male für die kleine Zelle und den noch kleineren Vorraum selbiger.
Der Medizinkasten hing an einem Nagel an der Wand und eine dicke Strähne hob ihn vorsichtig von diesem herab.
Ein schmerzerfülltes Seufzen entfuhr Lians Lippen. Die Haare schafften es nicht, den Kasten durch die Gitter zu ziehen und so war die Blondine gezwungen, sich zu diesen zu begeben und die Sache allein in die Hand zu nehmen. Auf allen Vieren krabbelte sie zu den Eisenstangen herüber und hinterließ kleine Blutstropfen auf dem dreckigen Boden, der auch ihr Kleid, ihre Hände und ihre nackten Knie beschmutzt hatte. Vorsichtig zog sie an dem Medizinkasten und nahm ihn an sich. Anschließend krabbelte sie zu Ben. Er hatte es nicht mehr auf die Liege geschafft, war einem Delirium verfallen.
Ihre eigenen Schmerzen ignorierend riss sie dem Hayn das komplette Oberteil weg sowie den blutdurchtränkten Verband und stieß einen schockierten Laut aus, als sie das Desaster mit eigenen Augen sah. Seine Wunde war ein Graus. Aufgerissen, aufgesprungen, an eine Heilung von Natur aus war gar nicht mehr zu denken. Und es wollte nicht aufhören zu bluten.
Oh nein..“, murmelte sie beinahe hilflos vor sich hin und löste so schnell sie konnte die durchgerissenen Fäden. Die gesamte Prozedur von zuvor wurde wiederholt, jedoch mit dem Unterschied, das Lian dieses Mal viel mehr Stiche tat, damit die Haut überhaupt zusammengehalten werden konnte. Eine einfache Mullbinde obendrauf reichte nicht mehr. Es musste ein Druckverband her, der die Blutung stoppte. Aber der Medizinkasten war fast leer. Es reichte nur noch knapp für die aktuelle Behandlung. Lian schüttelte den Kopf. Es war ein Skandal, was sich hier abspielte.
Mit aller Mühe presste sie zwei dicke Mullbinden auf die zugenähte Wunde und band anschließend einen Verband um den gesamten Oberkörper Bens.
Über ihre Sorge hinweg vergaß sie sogar ihren krampfenden Magen und die Haut darüber, die bereits jetzt dunkellila verfärbt war und griff nach der dünnen Decke, die auf der Pritsche lag, um sie unter Bens Kopf zu legen. Heben konnte sie ihn nicht mehr, es wäre zu riskant für seine Wunde gewesen.
Aber zumindest war er fürs Erste versorgt. Seufzend ließ Lian sich auf den Boden fallen und genoss sogar die Kühle dessen. Erst jetzt kamen die Schmerzen nach und nach wieder und es war der reinste Drahtseilakt, die Tränen zurückzuhalten, die sich ihren Weg nach draußen bahnen wollten.

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Zuletzt von Lian am Di 11 Sep 2012 - 20:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 11 Sep 2012 - 20:30

Mit einem dumpfen Schlag fiel Benjamin auf den Boden. Das merkwürdige für ihn wäre gewesen, dass er den Sturz garnicht spürte, er konnte ihn nur durch visuelle Eindrücke registrieren. Seinbar war sein Nervensystem zu beschäftigt in dem moment. Ein weiterer Faden riss durch die Haut und der Braunhaarige hob zitternd den Kopf. Was mit Saemon vorging bemerkte er garnicht. Er war viel zu beschäftigt damit nicht allzu Laut zu schreien, es schmerzte dann nur noch mehr. Seine Unterlippe begann zu bluten da er zu fest in sie biss. Sein Blick viel in dem Moment auf seinen Verband, der sich Blutrot gefärbt hatte als Saemon, der Saemon, der ihn hatte Laufen lassen und ihn gefangen genommen hatte seinen Kampf scheinbar verlor. Huch! sagte Benjamin verwundert. Langsam aber sicher wich sein Körpergefühl einer Taubheit. Das kitzelt ja. Sein Körper konnte nicht mehr zur gänze mit Blut versorgt werden und so begannen seine äußeren Extremitäten zu kribbeln. Im selben Moment flog ein Objekt über ihn hinweg und schlug gegen die Wand. Es bewegte sich zu schnell um es zu erkennen und vermutlich hätte Benjamin es auch nicht als Lian indentifizieren können, wenn er auf der Höhe wäre. Dem etwas schien es ebenso schlecht zu gehen wie ihm, zumindest fand Benjamin das. Er sah Saemon hinterher als dieser die Zelle verließ und fragte sich wer einen witz erzählt hatte, denn es wäre ärgerlich einen scheinbar so guten verpasst zu haben. Er sah wieder so gut es ging zu Lian. Der großteil von ihr wurde durch Ben´s Oberkörper verdeckt. Sie sagte etwas aber es war zu leise für ihn um es zu hören, alles was er vernahm war ein zischen. Japp. Er klang wie ein betrunkener, er hatte keine Ahnung was gesagt wurde, aber wenn es eine Frage war. Man wollte doch immer ein "Ja" hören. Eine weitere Woge an Schmerzen ließ ihn sich krümmen, ohne es zu wollten schlug er seinen Hinterkopf auf den Boden und er wurde kurz ohnmächtig. Als er wieder zu sich kam waren Lian´s Haare mindestens viereinhalb Meter lang. Nanu, wie lange hab ich denn geschlafen? Zehn Jahre? lallte Ben. Das komische Ding, Benjamin nahm nur noch Schemen wahr, selbst Umrisse verschwommen zusehends, kroch zu den Gittern und kam auf ihn zu.. Auch wenn er näher am Tod war als ihm im Normalfall lieb wäre dachte er nicht eine Sekunde daran, dass er sterben könnte. Ihm ging es den umständen Entsprechend gut oder etwa nicht? Wenn er wollte könnte er doch sicherlich aufstehen, die Gitter zertrümmern und fliehen, das wäre garkein Problem. Er hatte nur absolut keine Lust dazu. Schließlich beugte sich Lian über ihn und entfernte den Verband. Benjamin hatte wohl realisiert, dass es Mensch war, auch wenn er die anders in Erinnerung hatte. Irgendwie, feiner, klarer, nicht wie der farbge Nebel aus dem seine Welt im Moment bestand. Benjamin begann zu kichern, wieder ohne, dass ihm ein Grund bekannt wäre, er hatte wahrscheinlich irgendwas sehr lustiges gedacht oder gesagt, das wusste der Pirat nicht mehr, er wusste nur, dass ihn das alles hier amüsierte, dass er lachen wollte. Während Lian ihn versorgte kicherte und grinste Hayn wie ein Geisteskranker vor sich hin. Irgendwann wurde ihm das aber langweilig. Er wollte das kribbeln nicht mehr und auch nicht mehr lachen, also wollte er seine Beine bewegen, sie reagierten nicht mehr, wollten sich seinem willen nicht beugen. Seine Arme konnte er zwar noch bewegen, doch auch das nur minimal. Seine gute Laune schlug in Panik um, er begann sich zu winden und versuchte um sich zu schlagen, schließlich knallte sein Kopf gegen etwas oder umgekehrt und er lag still, schlief ein.

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Di 11 Sep 2012 - 20:56


Ben kicherte albern vor sich hin. Wie Lian bereits vermutet hatte, befand sich der Seeräuber in einer Art Delirium und nahm seine Umwelt kaum mehr als solche wahr. Von einer Sekunde zur nächsten wandte er sich und schlug um sich. Lian knirschte mit den Zähnen. Irgendwie musste sie ihn ruhig stellen, denn er drohte seine Nähte wieder aufzureißen.
"Ben, bitte..", sagte sie verzweifelt und rutschte wieder zu dem Hayn herüber. Ihre Hände legten sich auf seine Schultern und sie drückte sie so gut sie konnte auf den Boden herab. Ihre Augen suchten die seinen. "Du musst ruhig liegen bleiben, du tust dir sonst noch mehr weh, okay?" Ihre Stimme hallte laut und klar von den kalten Wänden ihrer Zelle wider. Ben schlief wieder ein. Vielleicht besser für ihn.
Mit einem Seufzen ließ Lian sich wieder zur Seite fallen und zog die Beine eng an ihren Körper heran, der mehr als nur schmerzte. Sie verstand das alles nicht. Eine unangenehme Stille umgab sie und jeder Atemzug, den sie tat, schmerzte. Ein Blick auf Ben verriet ihr, dass es nicht gut um ihn bestellt war. Er hatte viel zu viel Blut verloren, Blut, das nun in der gesamten Zelle verteil war, den Boden, die Gitterstäbe und auch die Pritsche besudelt hatte. Sogar ein metallischer Geruch lag in der Luft. Lian war zum Heulen zu mute. Vor einer Stunde hätte sie nicht für möglich gehalten, dass sie binnen weniger Minuten erneut hinter Gittern landen würde und auch noch durch einen Schlag Saemons dorthin befördert werden würde.
Vorsichtig zog sie ihr Kleid herauf und blickte an ihrem Bauch herab. Ihr gesamter Oberkörper hatte eine violette Färbung angenommen, dort, wo die Knöchel Saemon sie getroffen hatten, waren nahezu schwarze Punkte erkennbar. Die Blondine stöhnte vor Schmerz auf. Sie hätte etwas zum Kühlen gebraucht, aber alles, was sich dazu anbot, war der Boden, auf welchem sie saß. Kopfschüttelnd fuhr sie sich durch die Haare.
"Ich wünschte, ich wäre auf der See.. Ich wünschte, ich wäre bei meiner Crew..", murmelte sie leise vor sich hin und schlang die Arme wieder eng um ihre Beine, machte sachte, wippende Bewegungen vor und zurück, genau wie früher, als sie noch klein gewesen war und sich selbst getröstet hatte.
Das Blut, welches aus ihrem Mund gekommen war, war an ihrem Kinn getrocknet. Ihre Augen lagen in tiefen Höhlen, jeglicher Schimmer war aus ihnen verschwunden und sie blickte leer auf den dunklen Boden. Die Blondine erinnerte sich an ihre erste Gefangenschaft, sie musste erst sechs gewesen sein - sechs und alleine unter teilweise bereits verwester Leichen. Mit einem Mal zierte ein Lächeln ihr Gesicht.
"Wenigstens.. sind wir nicht allein. Stimmt', Ben..", Sie war nicht sicher, ob er sie gehört hatte. Noch waren seine Augen zu. Vorsichtig bewegte sie sich zu ihm herüber. Sein Kopf lag mehr schlecht, denn recht auf der Decke und würde er wieder wach und einen Panikanfall bekommen, war bereits abzusehen, dass er wieder auf den harten Widerstand knallen würde. Eine Gehirnerschütterung, schlimmstenfalls Gehirnblutungen, waren derzeit wirklich nicht das, was der Hayn brauchte. Behutsam wie es ihr nur möglich war, hob sie seinen Kopf an und schob ihre Beine darunter, auch wenn diese Position höchst unbequem war und ihren Schmerzen nicht gerade zugute kamen. Aber das machte erstmal nichts. Zeitgleich legte sie ihre Hände an seine Schläfen, falls er wieder zappeln sollte.

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 12 Sep 2012 - 18:33

Nachdem er sich den Kopf gestoßen hatte und eingeschlafen war ging fürs erste alles aus. Doch der Schlaf war nicht von allzu langer dauer, denn es blieb nicht lange ein richtiger Schlaf. Geistig war er nach einiger Zeit wieder da, er nahm die Umwelt wahr, konnte sich allerdings selbst nicht wirklich wahrnehmen. Es war als würde er nebensich stehen. Seinen Körper nahm er nicht mehr wahr und das war vermutlich auch besser so. In einem neuerlichen Anflug von Panik suchte er seinen Körper, doch wollte ihn nicht fühlen. Er hörte eine Stimme und verharrte innerlich, konzentrierte sich. Es war zunächst etwas undeutlich, doch als würde er an einem Radio den Sender einstellen fand er schnell die richtige Frequenz und vernahm Lian´s Stimme. Wäre er wach gewesen hätte er losgejubelt. Sie konnte schließlich unmöglich tot sein, das würde Saemon niemals zulassen und das bedeutete, dass er auch noch Lebte. Ohne die Schmerzen war er zwar noch etwas verwirrt, da er die Welt um sich herum so verzerrt wahrgenommen hatte. Nachdem sich seine Erleichterung gelegt hatte harrte er einige Zeit in sich, immer in Erwartung des Schmerzes, der aus seiner Hüfte stammen würde, doch es kam nichts. Schleichend kam das Gefühl, einen Körper zu besitzen wieder zu ihm doch er wollte es nicht, er verband es bloß mit den Schmerzen, auch sie würden wieder kommen, da war er sich ganz sicher. Doch er irrte sich. Stattdessen spürte er jeden Herzschlag ganz deutlich, nahm jedes seiner Blutgefäße wahr. Was merkwürdig schien war die Position von der der Impuls, der den Lebenssaft durch seinen Körper strömen ließ kam. Sein Herz schien mitten in dei Wunde zu liegen, dort zu sein. Benjamin hörte das rauschen seines Blutes und roch auch wieder. Der Gestank wurde beinahe vollständig von dem Geruch des warmen Blutes überdeckt. Da er nichts tun konnte unternahm er einen versuch, den Lärm in seinem Körper auszublenden und sich daran zu erinnern was Lian gesagt hatte. Den Inhalt hatte er garnicht verstanden, nur die Worte vernommen, als hätte sie eine andere Sprache gesprochen. Lian legte derweilen sein Haupt auf ihre Beine. Der Braunhaarige erschrank zunächst so sehr, dass sogar sein Körper leicht zusammenzuckte. Doch statt der befürchteten Pein fühlte er wärme. Die einzigartige eines Menschen, sehr zu seiner Beruhigung nahm er jeden Atemzug der jungen Frau wahr. Das leise Ausströmen der Luft aus ihren Lungen und selbst die minimalen Bewegungen in ihren Beinen, die beim ein- und ausatmen erzeugt wurden konnte er fühlen. Auch den sanften aber auf bestimme Weise äußerst bestimmten Druck, den ihre Händen auf seinen Kopf ausübten spürte er deutlich. So merkwürdig er sich fühlte, so fremd dieses Gefühl war scheinbar bloß halb in seinem Körper zu stecken, so wohlig warm wurde ihm und erneut schlief er ein. Diesmal waren da keine Träume, die ihn verwirrten oder ihn emotional traffen, stattdessen war er absolut zufrieden. Von seinen Sorgen ließ er sich nichtmehr herunterziehen. Der Schlaf, aus dem er nach einer dreiviertel Stunde erwachte und dabei das Gefühl hatte vor einer Sekunde erst die Augen geschlossen zu haben, zog ihn ein Stück aus seinem Tief. Auch seinen Körper konnte er wieder fühlen. Das dumpfe Pochen seiner Wunde vernahm er zunächst mit leichtem Stechen, doch bereits nach einer Sekunde war es bloß noch das taube Gefühl, mehr die Gewissheit, dass man dort etwas fühlen müsse, es aber nicht tat und deshalb bloß das dumpe wummern verspürte. Nach einer Minute konnte er seine Hand schließen, nach zwei weiteren öffneten sich seine Augen einen Spalt, fielen wieder zu bis er sie mit einem Ruck aufriss. So lächerlich es klingen mag, es war als würde er ein riesgiges Gewicht in die höhe Stemmen. Er atmete dabei kräftig aus und sog danach die Luft und alle Sinneseindrücke scharf ein. Er sah zu Lian und suchte mit seinem Blick den Einäugigen, bis er wieder zu Lian aufschaute. Was... Er war heiser, seine Stimme sehr dünn, er räusperte sich,was kaum Besserung brachte. Was ist los, wo is er, wasmachst du hier? Etwas viel auf einmal, aber verarbeiten hatte er seine Verwirrung noch nicht können.

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Zuletzt von Benjamin Hayn am Mi 12 Sep 2012 - 21:11 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 12 Sep 2012 - 19:21



Erleichterung keimte in ihr auf. Bens folgender Schlaf sollte sehr viel erholsamer für ihn sein und das spürte und sah sie auch. Er zuckte nicht mehr, weder seine Augenlider, noch sein Körper selbst. Stattdessen atmete der junge Mann ruhig und schlief eine ganze Weile vor sich hin, eine ganze Weile, in welcher Lian nur schweigend und mit leerem Blick vor sich hin auf die Gitterstäbe starrte, von welchen sie wusste, dass sie mit Seesteinen besetzt waren und somit keinen Ausweg boten.
Es war hoffnungslos.
Sie würden nicht einfach fliehen können. Und selbst wenn – wo sollten sie hin? Wie weit kämen sie? Ben konnte kaum aufrecht stehen und man würde sie wieder suchen, dieses Mal verstärkt. Und auch Saemon bekäme Ärger, er war für die Blondine verantwortlich und eine Flucht ihrerseits würde auch ihm nicht zu Gute kommen. Mit einem Mal biss sie sich auf die Unterlippe. Er hatte sie benutzt und belogen. Warum kümmerte es sie immer noch, was mit ihm geschehen würde? Im Grunde genommen hätte sie aus purer Absicht die dümmsten Dinge anstellen müssen, nur, damit sie damit wenigstens ein bisschen Rache üben konnte. Aber trotzdem - sie konnte es nicht und das lag nicht daran, dass sie hinter Gittern festsaß. Aber ein Plan musste dennoch her. Sie musste raus. Wer wusste schon, wann er zurückkam und dann mit ihnen tun würde? Sie war stark, aber nicht stark genug, als dass sie eine Chance gegen ihn gehabt hätte. Und das Schlimmste daran war, dass er um diesen Umstand Bescheid wusste und ihn schamlos ausnutzen, ja, mit ihr spielen würde.
Die Blondine seufzte. Es half alles nichts. Sie würden hier sitzen und warten müssen, abwarten, was mit ihnen geschehen würde.

Ben wurde wach. Lian hatte es an seiner Atmung bemerkt, sie war nicht mehr so tief, wie noch vor wenigen Sekunden. Und dann schlug er seine Augenlider bereits auf. Wie sie vermutet hatte, war etwas desorientiert, fragte sie sogar, wo Saemon war und was sie eigentlich hier drin tat. Eine wirkliche Antwort auf diese Fragen kannte sie selber nicht einmal. Weder wusste sie wo Saemon, IHR Saemon war, noch, was sie hier unten verloren hatte. Sie hatte nichts Falsches getan, hatte nur Ben beschützen und den Rotschopf vor einer Dummheit bewahren wollen, die er unter Umständen wirklich lange bereut hätte. Auf seine Frage folgte also nur ein schwaches Zucken mit den Schultern. „Ich weiß nicht.. Vermutlich auf dem Oberdeck. Oder in seinem Zimmer. Vielleicht irgendwo in Loguetown in einer Bar. Wer weiß das schon ..“
Die Traurigkeit in ihrer Stimme war nicht zu überhören. „Du erinnerst dich an nichts mehr, was? Ist vielleicht auch ganz gut so. Ich nehme an, du wirst dir diese Zelle jetzt in nächster Zeit mit mir teilen müssen. Ich wollte nicht, dass er dir noch mehr weh tut und das hat ihm wohl nicht gefallen. Ich weiß nicht, er war.. komisch. Anders.. fremd. Sein ganzes Verhalten. Kannst du glauben, dass er mich mit so einer Wucht geschlagen hat, dass ich in die Zelle reingeschmettert worden bin und nun mein gesamter Bauch dunkelviolett ist und man sogar die Abdrücke seiner Knöchel sieht ?“ Sie wusste nicht warum, aber sie musste Lächeln. Sicher, es war ein verbittertes Lächeln, ein ungläubiges. Aber es war da. Vermutlich, weil sie selber nicht glauben konnte, was sie da erzählte.
Naja, wie auch immer “, schloss ihre Antwort murmelnd ab und musterte den bandagierten Körper des Piraten. „Wie geht es dir? Ich habe jetzt einen Druckverband angewendet, du hast wirklich sehr viel Blut verloren .“ Dabei deutete sie mit ihrem Arm durch die gesamte Zelle, welche über und über voll mit Blutspritzern und kleineren Lachen dessen war.

Kaum hatte sie ihre Worte zu Ende ausgesprochen, spürte sie, wie etwas an ihrem Dekoltee zu brennen begann. Überrascht schaute sie herab und umschloss die kleine Muschel, die an einem Lederbändchen an ihrem Hals hing fest. „Was zur ..“, flüsterte sie irritiert vor sich hin und öffnete das kleine Schmuckstück. Sie erinnerte sich noch genau, dass sie zuvor das Stück der Vivrecard Saemons in ihm versteckt hatte und genau dieses fiel auch in ihre offene Handfläche. Allerdings .. sah es nicht so aus, wie zuvor. Es zeigte zwar nach oben, zuckte aber eigenartig herum und schien, als verbrenne es. Lian rief sich die Informationen ins Gedächtnis zurück, die der Fähnrich ihr über die Vivrecard gegeben hatte. Wenn der Besitzer sich dem Tode näherte oder verletzt war, so hatte er ihr erklärt, wurde das Stück kleiner und verbrannte schließlich. Aber eben war es ihm doch noch perfekt ergangen? „Saemon ..“, flüsterte sie leise und schloss ihre Faust um das heiße, zitternde Stück Papier.

Das war nicht er ..“ Es war nicht ganz klar, ob Lian zu sich selber sprach oder zu Ben. Aber was sie da gerade gesagt hatte spiegelte das wieder, was sie die ganze Zeit über vermutet hatte. Irgendetwas war passiert, auch wenn sie noch nicht genau wusste, was es war, irgendwas, was etwas oder jemandem ermöglicht hatte, vom Körper ihres Freundes Besitz zu ergreifen. Gebrochen hätte sie ihn, hatte er ihr gesagt. Aber wie hatte er das gemeint? War es ihre Ohrfeige gewesen? Nein, schon davor hatte er sich daneben bekommen, aggressiver, als sie ihn kannte und rücksichtslos. Es musste etwas anderes gewesen sein, aber ihre Ohrfeige hatte es nur schlimmer gemacht.
Da ist.. irgendetwas in ihm. Etwas Böses. Wenn er wieder kommt.. müssen wir auf alles gefasst sein, okay ?“
Was konnte sie tun, um ihn daran zu erinnern, wer er war? Wer sie war? Denn auch das schien er vergessen zu haben.
Tut mir Leid, dass ich nur das Allerschlimmste vermeiden konnte.. Habe mein Bestes gegeben. Aber ich muss dir nicht sagen, wie unglaublich stark er ist ..“ Das erste Mal schaute sie zu Ben herab, der noch immer auf ihren Beinen lag. Sie versuchte, aufmunternd zu lächeln, aber gelingen tat es ihr nicht. Trotzdem war es ein Trost, dass er seinen Verletzungen zumindest nicht erlegen war und ihre Bemühungen ihn hatten retten können.
Meinst du, du schaffst es zur Pritsche rüber? Es wäre nicht gut, wenn du jetzt auch noch eine Lungenentzündung bekommst ..“

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 12 Sep 2012 - 21:08

Sein verwirrter Blick ruhte weiterhin auf Lian. Was die Blondine von sich gab machte zwar durchaus Sinn, aber nur, wenn man auch bei Sinnen gewesen war als sich die Szene zwischen dem Fähnrich und der Piratin abgespielt hatte. Auf Ben traf dieser Umstand numal nicht zu. Es konnte schon verwirrend sein, wenn eine junge Frau offenbar sehr enttäuscht und beinahe schon trauernd erzählte, was vor garnicht so langer Zeit passiert war. Benjamin versuchte sich daran zu erinnern, doch alles was er vor seinem inneren Auge heraufbeschwören konnte waren verschwommene Bilder, die aussahen, als hätte man sie mit zu dünner Aquarellfarbe gemalt und gut in eine Galerie für moderne Kunst passen würden. Tut mir leid, ich könnte bestimmt besser darauf antworten, wenn nicht alles so... Benjamin suchte nach Worten dafür wie er die Welt wahrgenommen hatte. ...verlaufen, verschleiert gewesen wäre. Aber es tut mir leid, ich weiß, wie du dich fühlen musst. Das war eine glatte Lüge, er hatte keine Ahnung wie es war. Vermutlich hatte er keiner Person je so nahe gestanden wie Lian Saemon gestanden hatte, zumindest nicht in dieser Art. Trotzdem tat Lian ihm leid und er wollte etwas sagen, auch wenn es klang wie aus einem Film oder einem recht käsigen Roman. Er sah an sich herab, ein dünner roter Blutfilm war gerade dabei an seiner Haut fest zu trocknen. Mir geht es... gut glaube ich. Ich habe bloß Hunger, mir ist ein bisschen schwindelig, aber das scheint der Preis zu sein, wenn man meint nen ganzen Raum neu streichen zu müssen. er grinste schwach. Vielleicht konnte er Lian ein wenig aufheitern, doch diese starrte auf einen Anhänger um ihren Hals und begann äußerst merkwürdig klingende Dinge von sich zu geben. Zu gerne hätte Benjamin gesagt "Natürlich war er das, oder hat er einen Zwilling? Ich weiß wenn man verliebt hat sucht man gerne nach ausreden, aber die Dinge sind nunmal leider meistens so wie sie scheinen." Doch, er wusste garnichtmal genau was passiert war, ausser, dass jemand der Saemon zumindest sehr ähnlich sah auf Lian losgegangen war. Da ist etwas in ihm? Ist Fieberwahn ansteckend? Er zog aus Gewohnheit eine Augenbraue leicht hoch. Was Lian sagte machte für ihn nach wie vor keinen Sinn. Ich bin auf so ziemlich alles gefasst, aber ich fürchte ich bin für nichts zu gebrauchen im Moment, höchstens als Fleischschild. Er sah an die Decke. Entschuldige dich nicht, ich bin dir... sehr dankbar und fühle mich fast schlecht, dass ich dir das sozusagen angetan habe. flüsterte Ben mehr oder weniger und meinte zum ersten mal in diesem Gespräche seit seinen Fragen etwas vollkommen ernst. Zur Pritsche zu kommen wie Lian es vorschlug schien ihm schwer zu werden. Ich denke schon, aber du müsstest mir helfen, alleine geht vielleicht nicht. Der Braunhaarige atmete einmal tief durch und versuchte sich aufzusetzen, die Schmerzen in seiner Hüfte zeigten sich wieder ein wenig, aber nach kurzer Zeit konnte er sich auf dem Holz niederlassen und lehnte gegen die Wand. Sein atem ging ziemlich schwer. Sag mal, wiebist du hier her gekommen, also von Anfang an, in Detail.

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Mi 12 Sep 2012 - 21:23



Langsam wurde er redseliger, auch wenn er etwas verwirrt wirkte. Aber das machte nichts, es zeigte Lian nur, dass ihre Bemühungen nicht völlig umsonst gewesen waren. Natürlich würde sie ihm helfen, die Blondine hatte weitaus mehr Muskelkraft, als man meinen konnte. Sie hatte ihn nur um Mithilfe bei ihrem Vorhaben gebeten, um nicht wieder an ihm herumzuzerren um ihm weh zu tun.
Ächzend erhob auch sie sich vom Boden und hielt sich den Bauch. Eine neue Welle der Übelkeit überkam sie und sie stützt sich mit einem schmerzerfüllten Stöhnen an der Wand ab. „Schon gut..“, brachte sie schwer atmend hervor. „Du kannst am wenigstens für das, was geschehen ist.“
Nach Luft ringend fuhr sie sich durch das Gesicht und entfernte damit ein paar Strähnen, die sich in ihm verirrt hatten. „Er.. ist gemeinsam mit mir runtergekommen und du hast geschlafen. Mir war unwohl wegen meinem Beitritt bei der Marine.. Das bin ich einfach nicht verstehst du? Aber es war der einzige Weg, bei ihm sein zu können. Aber er hat es mir angesehen.. War enttäuscht, wie mir scheint.. Und dann hast du ihm nicht die Antworten gegeben, die er.. uhh.. verdammt, tut das weh..“
Lian kniff die Augen zusammen. Unter Anstrengung begab sie sich zu Ben und legte sich einen seiner Arme um den Nacken, um ihm herüberhelfen zu können. Dies gelang soweit auch gut und schneller und unkomplizierter, als vermutlich beide vermutet hatten, war Ben angekommen und Lian half ihm, sicher wieder in eine liegende Position zu begeben. Sie selbst setzte sich derweil an das Fußende und lehnte sich mit dem Rücken an die kalte Wand. Auch er tat weh, immerhin war sie mit ihm zunächst gegen die Wand und anschließend auf den Boden geknallt.
Er ist sauer geworden.. und hat dich aus der Zelle geschliffen. Ich kann es nicht genau sagen, aber ich glaube, er wollte dich an den Mast oben binden, zumindest hat er nach den Seilen gegriffen und was kann man damit schon anderes vorhaben? Ich habe ihm gesagt, er soll aufhören und dass er dir weh tut, dass du unbedingt Ruhe brauchst und deine Wunden noch zu frisch sind. Dass du ein Mensch bist und das keine menschenwürdige Behandlung sei. Und dann.. Ich weiß nicht.. Irgendwie.. hat er sich verändert. Seine Stimme.. seine Augen. Er war so.. fremd. Er wollte dich sofort hinrichten.. Und ich habe ihn angeschrien und ihm eine Ohrfeige verpasst. Das hat ihn verwundert und ich habe den Moment genutzt, mich vor dich zu werfen. Aber.. Naja, da ist er schon nach vorne gesprungen, hat mir in den Magen geschlagen und ich bin quer durch die gesamte Zelle geflogen. Dann hat er die Türe geschlossen, gelacht.. Und ist gegangen.
Lian musste Luft holen, nachdem sie ihre kurze Zusammenfassung beendet hatte. Es war ein komisches Gefühl, diese Dinge zu sagen.
Tut mir Leid, dass mit deinem Hunger.. Ich habe leider nichts.. Aber für gewöhnlich bringen sie einem wenigstens zwei Mal am Tag etwas vorbei. Nicht besonders nahrhaft.. Aber man will ja nicht wählerisch sein und ich habe eh keinen Hunger.

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 13 Sep 2012 - 20:14

Benjamin legte sich mit Lian´s Hilfe recht ordentlich hin und fühlte sogar Gewissensbisse, dass die Frau, welche auch noch verletzt war sitzen musste während er sich hinlegte. Er bemerkte, dass ihm die McNair immer sympathischer wurde, was er nicht für möglich gehalten hätte. Es schien beinahe so, als hätte sie garnichts gegen ihn gehabt, bloß gegen Natsu, obwohl der auslöser, die Zechprellerei im "LaBouche" garnicht die Idee des jüngeren, sondern die von Ben gewesen war. Genau entgegengesetzt verhielten sich seine Gefühle gegenüber Saemon. Mit jedem Wort aus dem Mund der Blondine wurde er zorniger und wütender auf den Fähnrich. Benajmin selbst war nie ein richtiger Gentleman gewesen, er hatte Frauen gut behandelt, daran bestand kein Zweifel aber er würde soetwas sie der Einäugige niemals tun, es war verwerflich, ja regelrecht das letzte. Er dachte an Izuku zurück, er hoffte bloß, dass dieser sich niemals Saemon als Vorbild nahm, wenn es darum ging menschlich zu sein, denn so wie er es verstand war das Verhalten Saemon´s nicht menschlich gewesen. Seine Macht über diejenigen auszunutzen, die schwächer waren, das war die Regel des Überleben des Stärkeren und auch wenn sie in der menschlichen Gesellschaft eine Rolle spielt, so gehörte sie doch in diesem Ausmaß ins Tierreich. Jedoch verstand er so langsam was Lian gemeint hatte, dass es nicht Saemon gewesen war. Die Blondine hatte sich also für ihn so sehr eingesetzt. Es war ihr sichtlich befremdlich diese Dinge über eine Person zu sagen, die sie so liebte, ihm wurde so langsam klar wie schwer sie das eigentlich treffen musste und wie stark sie war. Nur zwei mal am Tag etwas zu essen wie? Du solltest aber auch was essen. Ich halte mehr aus als man es mir ansehen würde. Wenn Saemon sich wirklich so stark verändert hatte wie Lian es beschrieb, dann wäre es tatsächlich möglich, dass der Fähnrich nicht er selbst war, wortwörtlich ausser sich vor Wut, dass Benjamin ihm nicht sagen konnte was er hören wollte. Aber warum hatte der überhaupt so ein großes Interesse am Schicksal der Angestellten in dem Restaurant und an dem des Restaurants selbst. So wie der Rotschopf sich benommen hatte ging das alles sehr weit über berufliches Interesse hinaus, er schien es wie einen Anschlag auf sein eigenes Leben zu sehen oder wie einen auf das seiner Familie. Es ist schon verrückt. Bis vor ein paar Tagen war ich garkein Pirat, eher ein professioneller Taugenichts ohne Perspektive. Aber sag doch mal, warum war Saemon so aufgebracht, dass jemand das Restaurant in die Luft gejagt hat. Es gehöört nicht zufällig seiner Familie oder?

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Do 13 Sep 2012 - 21:01



Lian war überrascht zu hören, dass Ben erst seit Kurzem Pirat war. Vielleicht lag es an seiner Aufmachung, diese war ganz typisch für die Seeräuber. Knapp und ein bisschen verwegen, das Nötigste, um bei allen Gezeiten auf hoher See zurecht zu kommen. Sie konnte nicht anders, ein kleines Lächeln erschien auf ihrem blassen Gesicht, das trotz des eingetrockneten Blutes nicht mehr ganz so trüb und traurig wirkte. Einmal mehr an diesem Abend bekam sie das Gefühl, eine sehr schlechte Menschenkenntnis zu besitzen und diese Erkenntnis schmerzte. Es ließ zu, dass sie sich naiv und dumm vorkam. Wann hatte sie verlernt, die Menschen zu lesen und die Wahrheit in ihnen zu erkennen? Wann war sie so selbstgefällig geworden? Waren die heutigen Ereignisse nur ihre gerechte Strafe gewesen? Vermutlich. Alles im Leben hatte einen Sinn, auch, wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussah.
Lian befeuchtete ihre Lippen. Sie fühlten sich trocken an und rau. „Das La Bouché bedeutet Saemon wirklich sehr viel. Soweit ich weiß, war er früher nicht mehr als ein Einzelgänger, der nicht besonders viel mit seinem Leben anzufangen wusste, aber der Besitzer des Restaurants, ich kenne leider seinen Namen nicht, hat ihn bei sich aufgenommen und ihm Arbeit gegeben. Er hat vermutlich ziemlich viele Jahre dort gearbeitet und gelebt, sein Zimmer war sogar darüber. Also – ja, gewissermaßen kann man sagen, dass das seine Familie gewesen ist und etwas, was ihm in der Vergangenheit sehr viel halt gab. Deswegen war er auch so wütend darüber, dass ihr die Zeche prellen wolltet. Überall sonst hätte er vermutlich nicht so einen Aufstand gemacht. Und nun.. Ist es abgebrannt. Ich glaube alleine zeittechnisch nicht, dass ihr das gewesen seid.. Aber es muss.. schlimm für ihn sein. Er weiß nicht, wen es unter Umständen in den Tod gerissen hat. Ich denke, das ist das, was ihn am meisten beschäftigt. Du wirst verstehen, dass man bei so etwas einen Sündenbock sucht, den man für alles verantwortlich machen kann. Ist man emotional so befangen, fällt es einem nur schwer, einen klaren Blick zu behalten und mit Geduld festzustellen, wer der wahre Übeltäter ist. Ich will damit sagen, dass das La Bouche durchaus auch von alleine abgebrannt sein kann.. Eine umgefallene Kerze, ein zu hoch auflodernder Herd.. Eine Zigarette. Das ist alles möglich. Aber er hat es nicht eine Sekunde in Betracht gezogen. Ich wollte mich ihm darüber reden, aber es fand sich keine Zeit.“
Lian faltete die Hände in ihrem Schoß. Nach ihrer kurzen Ansprache verfiel sie in kurzes Schweigen und kaute nachdenklich auf ihrer Unterlippe herum. In ihren Worten hatte sich ihre eigene Verblendung wiedergespiegelt. Auch sie suchte krampfhaft nach jemandem oder etwas, was Schuld an Saemons Verhalten war, was ihn zu solchen Abscheulichkeiten veranlasst hatte. Der Gedanke, es könne sich um sein wahres Ich handeln, schmerzte tief. Unwillkürlich schüttelte sie den Kopf und atmete tief auf, eine kleine Atemwolke entstand vor ihrem Mund. Es war unwahrscheinlich kalt hier unten, aber sie spürte ohnehin nicht viel mehr, als die Enttäuschung und Hilflosigkeit in ihrem Inneren.
Warum bist du Pirat geworden, Ben?“, fragte sie mit einem Mal und musterte den jungen Mann neugierig.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 14 Sep 2012 - 11:21

Mittlerweile begann es unter dem Verband zu jucken, na klar, immer da, wo man nicht hinkam. Ungebuldig rutschte e also ein paar mal hin und her, bis er einsah, dass es nichts nützte und dazu überging seinen Blick zellos durch die elle schweifen zu lassen. Was Lian allerding sagte klärte die Frag, auch, wenn er e als lächerlich empfand sich so eng mit einem Ort zu verknüpfen, dass er Angst um seine Familie hat konnte er allerdings verstehen. Der Einzelgänger, der keine Ahnung hatte, was aus ihm werden sollte. Den Eindruck machte Saemon überhaupt nicht, Benjamin fand, dass das viel mehr zu ihm passte. Zwar hatte er sein Leben noch nie aus einer solchen Perspektive betrachtet, aber das Schwarzsehen fiel hinter Gittern leicht, es war quasi ein muss solange man sich nicht daran gewöhnt hatte. Das hier ist ein Alptraum. Eingesperrt zu sein war gegen seine gesamte Lebenseinstellung und er wusste ganz genau, dass er sich nie daran gewöhnen oder es auch nur akzeptieren könnte. Lange würde er es nicht aushalten. Benjamin brauchte seine frische Luft, er konnte einfach nicht in einer Zelle vor sich hinvegetieren bis eines Tages der Tod zu ihm kommt und ihn mitnimmt. Er würde ausbrechen, ganz sicher, er würde das schaffen. Aber bevor er sich etwas einfallen ließ musste seine Wunde verheilen, mit einer afgeschlitzten Seite ließ sich schlecht ausbrechen und noch schlechter Kämpfen. Benjami begann zu fröteln. Ein kalter Wind von der See hatte die Wärme, die vor seinem Schlaf noch in der Zelle gewesen war weggeblasen. Ihm war schon so kalt, schließlich war zu viel seines warmen Blutes mittlerweile erkaltet und angetrocknet in dem Raum verteilt. Die rote Flüssigkeit, oder eher Substanz, es war zu großen Teilen nicht mehr flüssig hatte auf markabere Art und Weise etwas faszinierendes, etwas sehr ästhetisches an sich. Vermutlich, da sie die Essenz des Lebens war, für Gesundheit, Krankheit und Aufopferung zur gleichen Zeit stand und für vieles mehr. Nach einer kurzen Pause im Gespäch der beiden Piraten fragte Lian ihn schließlich warum er sich für das dasein als Pirat entschieden hatte. Eigentlich eine einfache Sache, ich wollte frei sein und Abenteuer erleben, mit Menschen, die mir nahe stehen, mit Freunden. Und so ein Leben kann man nunmal bloß als Pirat führen, losgelöst von den Gesetzen der Weltregierung. Der einzige zu sein, der mir etwas vorschreibt. Ich habe einen Onkel bei der Revolutionsarmee, er wollte, dass ich mit ihm kämpfe, hat mich mit meinem Vater zusammen ausgebildet. Aber auch da gibt es Regeln, befehle, das gefällt mir nicht wirklich. Ich will nicht angekettet sein. Bis ich Natsu gefunden habe hatte ich einfach keine Crew gefunden, der ich mich anschließen wollte. Manche wollten auch mich nicht. Naja, das ist sozusagen, die etwas ausführlichere Version. Er lachte ein wenig. Erinnerungen an seine Reise tauchten vor seinen Augen auf. Und du, warum bist du dich für die einkommenumverteilende Seite entschieden?

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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Fr 14 Sep 2012 - 17:34


Unwillkürlich lachte Lian auf. Das Gesagte von Ben spiegelte nahezu die ihren Gründe wider, weswegen sie sich für die Piraterie entschieden hatte. Genau so wie er verspürte sie eine unerklärliche Antipathie gegenüber Autoritäten und fragwürdigen Gesetzen, die nur den Schein hatten, die Schwächeren zu beschützen und im Grunde genommen nicht mehr als Lug und Trug waren.
Hier und da nickte sie bestätigend, er sollte schnell merken, dass sie sich seiner Ansichten einig waren und sich damit nicht wirklich voneinander unterschieden.
Na, etwas wählerischer hättest du dennoch sein können“, kommentierte sie dann knapp und mit einem Lächeln, als er letztlich zum Ende seiner Erklärungen kam. Sie machte kein Geheimnis daraus, dass sie Natsu als weniger intelligent befand und garantiert weder als Kameraden, noch – oder erst recht nicht – als ihren Kapitän anerkennen würde. Dafür hielt sie dann doch zu viel für sich. Und auch von Ben.
Sicher, nicht jede Crew würde sich bereit erklären, ihn anzunehmen, auch sie würde nicht jeder mit offenen Armen begrüßen. Aber Ben hatte, wie sie fand, doch wesentlich mehr zu bieten als das, was die Storm Dragons ausmachte – und das war in erster Linie Dummheit.
Und siehe da, es wurde sogleich bestätigt. Gerade hatte Lian zu einer Antwort ansetzen wollen, da zuckten ihre noch in menschlicher Form gehaltenen Ohren leicht und sie zog die Augenbrauen zusammen.
Irgendwer brüllte draußen vor dem Schiff herum. Eine männliche Person. Lian hielt inne, .. dann begann sie laut zu lachen.
Oh Mann, sie sind tatsächlich hier her gekommen!“, rief sie belustigt aus. Es dürfte auch dem Hayn klar sein, dass seine Mannschaft sich in ein Himmelfahrtskommado gestürzt hatte und keine Chance haben würde, ihn zu retten. Es sei denn, die neunte Division entschied sich dafür. Aber angesichts Saemons momentanem Zustand, war stark daran zu zweifeln.
Vielleicht kriegen wir vor Mitternacht noch ein wenig Gesellschaft“, begann sie schulternzuckend. „Er steht ja offenbar darauf, gefangen zu werden. Frage mich, wieso er gegen einen so offensichtlich stärkeren Gegner derart .. amateurhaft vorgeht. Er hat vor wenigen Stunden auf den Deckel bekommen, was lässt ihn glauben, dass es jetzt anders sein wird? Sie hätten wenigstens versuchen können, unbemerkt auf das Schiff zu gelangen oder dergleichen mehr.
Nun, ihr sollte es egal sein. Es zeigte nur, wie unbelehrbar einige Menschen waren und außerdem würden sie und Ben ohnehin hier unten bleiben und wahrscheinlich nichts außer Geschrei und anderen Geräusche von dem Kampf dort draußen mitbekommen. Entsprechend entschloss sie sich einfach dazu, die Dinge draußen zu ignorieren und sich Bens Frage zu widmen.
Piratin wurde ich, weil ich im Grunde genommen nichts anderes hatte. Ich bin auf Lvneel groß geworden und meine Mutter gab mir die Schuld daran, dass mein Vater ein Trunkenbold war und uns schließlich allein gelassen hat. Du siehst, es war im Prinzip egal, ob ich da war oder nicht, einen Wert hatte ich sowieso nicht. Und dann, eines schönen Abends, habe ich Creester getroffen. Er hätte sich einer kleinen Straßengöre nicht annehmen müssen, verstehst du? Es hätte ihm egal sein könne. So wie der Marine, der Regierung. Aber er als Pirat, er, als das augenscheinliche Monster, hat mir Güte entgegengebracht und mich Teil einer Familie werden lassen.. Die durch die neunte Marine zerschlagen wurde.“
Lian hielt für den Bruchteil einer Sekunde inne und schürzte die Lippen.
Ich wäre der Marine niemals beigetreten. Von allen Fraktionen ist sie die Dümmste. Nicht schlau genug, um zu merken, dass sie nur Marionetten der Regierung sind, nicht mutig genug, um ihr eigenes Ding durchzuziehen. Sie tun, was man ihnen befiehlt und stellen keine Fragen. Und doch.. doch war es der einzige Weg, damit ich bei Saemon bleiben kann. Sie hätten keine Piratin an Deck geduldet. Und da musste ich entscheiden.“

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 15 Sep 2012 - 0:30

Schlürfenden Schrittes marschierte Saemon voran, gemächlich und selbstbewusst, mit einem diabolischem Grinsen auf den Lippen, sich in seinem kranken Hirn bereits ausmalend, was er gleich alles anstellen könnte. Die Möglichkeiten waren schier endlos und reichten von einfachen Schlägen, bis hin zum abschneiden einzelner Gliedmaßen oder einfach dem durchtrennen von Sehnen und Adern. Es schüttelte ihn bei diesem Gedanken und eine Gänsehaut zog sich über seinen gesamten Leib und ließ seine Haare aufstehen. Noch immer trug er sein Schwert mit samt der Scheide in der Hand, welches er sich so eben von Seiji zurück holte und ließ dieses auf seiner Schulter auf und ab wippen. Nur noch wenige Meter trennten Saemon von den Zellen, wo Lian und Ben sicherlich schon sehnsüchtig auf den rothaarigen warteten. Welch Wiedersehensfreude es doch auslösen würde, wenn der Fähnrich mit einem... freundlichen Grinsen im Gesicht vor Lian stehen würde. Oh welch Euphorie die Blondine doch sicherlich überkommen würde, sodass sie ihre Leidenschaft kaum noch zügeln konnte! Ach welch freudiges Wiedersehen... oder auch nicht. Nun stand er bereits vor der Türe und betätigte langsam den Henkel, drückte diesen hinunter und löste die Verankerung, sodass sie schon wenige Augenblicke darauf mit einem lauten Knarzen aufgeschoben wurde und letztlich Sperrangel weit offen stand. Schon jetzt sollten die beiden einen guten Blick auf Saemon haben, welcher den ersten Schritt hineinsetzte und beide ausgiebig musterte. Och war es nicht allerliebst? Wie sie dasaßen und sich unterhielten? Er näherte sich und blieb im Abstand von einem Meter zu der Zelle stehen.

“Oh das ist ja interessant. Ich seh schon, nach deinem Verrat brauchst du nicht lange ehe du neue Bände geknüpft hast. Wäre es nicht eine Gnade wenn ich euch Hand in Hand sterben ließe? Sicherlich würdet ihr mir auf ewig dankbar sein.“

Er lächelte.... doch war dies kein Lächeln welches man gerne erblickte. Es war das Lächeln eines Mannes, welches man kurz vor seinem Tod sah. Der Irrsinn war in diesem zu erkennen und vor allem die Mordlust, welche Saemon immer mehr überkam. Doch da war noch mehr... noch weitaus mehr. Sein Auge... es änderte die Farbe... Es war noch blau, minimal, doch wandelte sich dieses langsam ins graue und auch die Farbe seiner Haare wirkte matt und kraftlos.. Da erhaschte sein Adlerauge auch schon etwas und plötzlich begann er laut auf zu lachen. Lian hielt noch immer die Vivrecard in Händen und wie man deutlich sehen konnte... war diese kaum noch zu sehen. Der Glimmrand brannte sich weiter und weiter nach innen, fraß immer mehr des Papiers auf und was dies bedeutet, wussten beide sehr gut.

“Faszinierend. Wie schnell es doch zu Ende gehen kann. Dieser Anblick... dieser herrliche Anblick von euch beiden. Oh wie er ihn hassen muss, oh wie er ihn den Mut rauben muss. Die Wahrheit schmerzt, das hatte ich ihm immer schon gesagt, aber hey – so ist der Lauf der Dinge.“

Ein metallenes Schleifen erklang und mit diesem löste sich die Klinge des Tamahagane aus der Scheide und zeigte direkt auf die beiden Gefangenen. Es berührte die Gitterstäbe und mit einem beinahe melodischem Klang, ließ er die Waffe von Stange zu Stange gleiten, wobei es bei jedem Aufprall einen Ton von sich gab. Hin und her schritt er, langsam und beinahe... fröhlich.

“Noch... wehrt er sich, aber auch das wird bald ein Ende finden. Habt noch ein wenig Geduld,,, es wird nicht mehr lange dauern.“

Seine Stimme wurde von Minute zu Minute tiefer und ein ächzen erklang in dieser. Sie näherte sich wahrlich dem puren Bösen an und es schien als würde dies kein Ende finden.

“Geduld ihr zwei süßen.“
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 15 Sep 2012 - 0:46



Das Echo ihrer Worte erklang. Einzig Natsus Gekreische war noch zu vernehmen, ebenso, wie das Schlagen der Wellen an der Außenseite des Schiffes. Ein rythmisches Rauschen, beruhigend, einschläfernd. Doch da war noch was.
Lians Augenlider, die sich vor Erschöpfung leicht gesenkt hatten, zuckten und hoben sich mit einem Schlag. Abrupt beugte sie sich nach vorne und starrte angestrengt zur Türe. Sie kannte diese Schritte. Und sie kamen näher. Alamiert sah sie zu Ben. Ihm war vermutlich noch nicht bewusst, welches Unheil sich den beiden näherte. Und noch ehe sie ihn warnen konnte, stand er da – In aufrechter Position, das Grinsen von einem Ohr zum anderen und einer Selbstsicherheit, auf welche Lian nur mit einem Verziehen des Mundes reagieren konnte. Alles oder nichts. Anders würde man hier nicht vorgehen können. Grazil sprang sie von der Pritsche herab und richtete sie ab. Sie wischte sich noch einmal mit dem Ärmel ihres Kleides über ihr Kinn, um das getrocknete Blut zu entfernen, dann trat sie trotz stechender Schmerzen in ihrem Bauch nah an die Gitterstäbe und reckte ihr Kinn in die Höhe.
Saemon sprach wirres Zeug. Sprach von Verrat und neuen Bündnissen, sprach vom Ableben der beiden Gefangenen und allem Anschein nach bereitete ihm die bloße Vorstellung eine Extase der ganz besonderen Art. Lians Mundwinkel hoben sich. Ein beinahe verächtliches Grinsen zierte ihre blassen Züge, die blauen Augen fixierten das verbliebene des Fähnrichs und sie wartete, bis er näher kam.
Das Klirren des Schwertes auf dem Metall der Gitterstäbe verursachte ein unangenehmes Klingen in ihren empfindlichen Ohren, aber es gelang ihr recht gut, diesen Umstand zu verbergen. Ihr Blick folgte Saemon oder jenem, der Besitz über den Körper ihres Freundes ergriffen hatte und sie versuchte mit allen Mitteln, eine Art Plan zu entwickeln, dieses Etwas aus seiner Reserve zu locken. Allem Anschein nach war er nur hier, um Schmerz und Tod über die Menschen zu bringen. Andere Ambitionen waren nicht erkenntlich.
Worauf wartest du, Liebster?“, hauchte sie und ihre Mundwinkel hoben sich weiter. Ihre Angst war wie weggeblasen und das, obwohl sie weder seinen Schlag vergessen hatte, noch die Tatsache, dass er zu weitaus mehr als nur das fähig war. „Öffne die Türe.“
Es war kein Befehl. Eher eine stumme Herausforderung, auch ging kein Angriff von ihr aus. Ihre Haare behielten ihre Länge bei, ihre Nägel ebenso und auch ihre Teufelskräfte blieben in ihrem Inneren verborgen. „Du wirst mich nicht durch die Gitterstäbe hindurch erstechen wollen oder? Wäre das nicht ein wenig langweilig für dich, ..?“ Sie sprach den Satz so aus, als fehle am Ende dessen ein Name. Nun war es in ihrem Sinne, dass er selbigen offenbaren mochte, denn es interessierte sie wirklich sehr, wer da wie ein Parasit in ihrem Freund lebte. Das Stück der Vivrecard glühte in ihrer Hand weiter vor sich hin. Sie musste nur nah genug an ihn herankommen.

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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 15 Sep 2012 - 15:07

Auf einmal wirkte Lian recht angespannt. Sie spitzte ihr Ohren und ihr Äußeres bekam auf einmal etwas sehr animalisches. Nicht, dass es sich wirklich verändert hätte, aber diese Reaktion war offensichtlich die einer Katze, welche lauschte. Der konzentrierte Eindruck veränderte sich schlagartig als sie aus vollem Halse anfing zu lachen. Es schien gerade etwas für sie sehr lustiges Geschehen zu sein, Benjamin, dessen Ohren mit denen der Katzendame nicht mithalten konnten verstand währenddessen nichts. Schön, dass sie sich immernoch so amüsieren kann. Wer, wer ist gekommen? Doch nicht etwa Natsu? Er wollte zuerst freudig aufspringen, was, unnötig es überhaupt anzumerken, nicht funktionierte, sondern bloß in einem schmerz in seiner Hüfte führte und der Hayn stöhnend wieder auf das Holz zurücksank. Sie dürfen nicht herkommen, Saemon wird sie zerreissen. Er schloss die Augen und sandte ein Stossgebet zu Himmel, dass sie entkommen mögen, ihre Unterlegenheit einsahen. Wenn sie es erneut auf einen Kampf ankommen lassen würden wäre das das Ende der Storm Dragons, Benjamin war es doch nicht wert, er hatte Himeko nicht helfen können, Jay Silver nicht helfen können, warum sollten jetzt Leute ihm helfen, sich für ihn in Gefahr begeben, das war nicht fair, dafür war er nicht gut genug. Bitte Natsu, renn weg. Tja, das macht der Mangel an Erfahrung schätze ich. Meinte Benjamin verbittert. Füge noch eine ordentliche Portion an Selbstüberschätzung und Loyalität seinen Crewmitglieder hinzu, einmal gut rumrühren und du hast vermutlich Natsu. Wenn er solange überlebt wird aus dem noch ein richtig guter Pirat, diese Lebensmüdigkeit legt sich schon noch. Er gluckste. Galgenhumor war doch wirklich was schönes. Lian begann unterdessen mit ihrer Geschichte und Benjamin betrachtete sie eingehend. Sie war durchaus hübsch, allerdings etwas speziell. Er fand die langen Haare etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem hatte er gesehen, was sie damit machen konnte und hätte vermutlich Angst sie würden ihn erwürgen. Er fragte sich wie alt sie wohl war, sie wirkte sehr jung, vermutlich jünger als sie eigentlich war, er würde sie in Natsu´s Altersgruppe einordnen, jünger als er selbst. Oder veränderte so eine Zoan Teufelsfrucht auch das menschliche äussere einer Person. Das deckt sich ziemlich genau mit dem, was ich an ihnen auch nicht mag. Ich mache natürlich ausnahmen und verurteile nicht alle in der Marine, aber ich mag sie einfach nicht, auch nicht zuletzt, da sie meinen Vater auf dem Gewissen haben und die Revolutionsarmee hat auch Schuld daran. Er atmete tief ein. Aber ich denke dü kannst dich glücklich schätzen, ich hoffe für dich, dass das wirklich nicht Samon ist. Wenn man jemanden so liebt, dass man dafür bereit ist seine Prinzipien ein ganzes Stück weit aufzugeben, dann hat man großes Glück. Erst jetzt bemerkte der Braunhaarige, dass seine Zellengenossin auf die Tür starrte und ihn dann so ansah, dass er genau wusste, was los war. Der Rothaarige war im Anmarsch und in dem Moment stand er auch schon mit blank gezogener Klinge vor der Zelle. Benjamin´s erschrockener Blick löste sich von Lian, die aufgestanden war und richtete sich von hoffnungloser Wut erfüllt auf den Fähnrich. Er knirschte mit den Zähnen und ähnlich wie bei einem Hund verzog sich sein Gesicht. Der Mund wurde merkwürdig nach oben gezogen, es bildeten sich Falten, die von knapp unter der Nasenwurzel schräg auf die Wangen zuliefen. Seine Augenbrauen zogen sich direkt über der Nase zusammen und nach unten. Saemon wirkte bloß noch Grausam, alles an ihm schrie den Wahnsinn in dessen verdrehtem Kopf heraus. Benjamin machte den eindruck eines in die Enge getriebenen Tieres, er war eingeschüchtert, er traute es dem Mann vor den Gittern zu ihn und auch Lian zu töten.Dieses Monster, das da draußen lauerte schien vollkommen verwirrt zu sein, er sprach von sich als wäre er in sich selbst gefangen. Ist er Shizophren? Seine Augen zuckten kurz zu Lian, er wollte nicht, dass sie sich so in Gefahr begab. Der Hayn verstand vollkommen, dass Lian nicht glauben konnte, dass dies Saemon war. Auch wenn er ihn nicht kannte, es war unmöglich, dass es die selbe Person war, die im LaBouche Gnade hatte walten lassen. War da nicht sogar etwas an dem Kisaragi anders, etwas viel greifbareres als sein Benehmen, etwas physisches, Ben wusste nicht was da war, aber etwas sagte ihm, dass der Mann dort anders aussah, als er aussehen müsste. Das Metall des Schwertes schlug gegen das der Gitterstäbe als Saemon es ablief, die beiden im inneren belauerte, einem Raubtier nicht unähnlich. Zu allem überfluss forderte Lian den Rothaarigen auch noch auf sie zu töten. Sie war nicht so dumm, sie hatte bestimmt einen Plan. Er sah zu ihr. Im gegensatz zu ihr schien sie diese Entwicklung willkommen zu heißen. Das war doch nicht die Möglichkeit. Wollte sie etwa nicht leben, nicht wenn Saemon nur mit ihr Gespielt hatte. Die Grausamste Handlung des Mannes vor den Gittern, nichteinmal Benjamin war sich sicher ob es der Fähnrich war, doch er wollte es glauben, seine Wut brauchte jemanden gegen den sie sich richten konnte, das brauchte sie immer. Jedes mal, wenn der Pirat wütend geworden war hatte er jemanden gebraucht, dem er hatte Vorwürfe machen können, sonst hätte ihn die Wut aufgefressen, es war als würde man einen Atomreaktor nicht kühlen, irgendwann ging er hoch. Und in diesem tobte so viel unterdrückte Wut in Ben, dass er an sich halten musste nicht an die Gitter zu springen, alles was ihn davon abhielt war sein Überlebensinstinkt und sein Verstand, der ihm sagte, dass die Blondine schon wüsste, was sie da tat, schließlich stand sie Saemon am nächsten. Wenn es jemand schaffen würde den "guten" Saemon, der in Boshaftigkeit zu ertrinken drohte wieder an die rettende Oberfläche zu ziehen, dann war es sie, zumal Benjamin nichts unternehmen konnte, aufstehen würde er nur mit großer Mühe können, nicht einmal als menschlicher Schild war er noch zu gebrauchen, vollkommen nutzlos und verwundbar kam er sich vor. Warum hielt denn niemand Saemon auf, es musste doch jemand gemerkt haben, dass Lian fehlte als er oben war. Oder hatte er es etwas mit der Division geplant? Waren dort oben noch mehr dieser hasserfüllten Wiederlinge?

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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 15 Sep 2012 - 16:51

Auch wenn es offensichtlich war dass es sich bei dieser Person nicht um den Saemon handelte, welchen Lian lieben lernte, so durfte sie dennoch nicht meinen dass sie es mit einem Idioten zu tun hatte. Dem war definitiv nicht so, viel mehr war dieses Monster eine Art von bösem Genie, welches sehr beherrscht sein konnte und sich nur selten übertölpeln ließ. Einzig und allein im Kampf ließ es sich gehen, konnte dann nicht mehr in sich halten und attackierte alles was ihm in die Quere kam. Zudem sollte ihr bereits aufgefallen sein dass er ganz andere Pläne verfolgte, Pläne, welche Lian noch weniger zusagen sollten als das was er ihnen bereits offenbarte. Noch besaß Saemon ein wenig Kraft und wehrte sich gegen sein Ableben, aber viel Zeit blieb ihm nicht mehr und das war de, Drachen bewusst, welcher keine Dummheit begehen wollte und solange warten würde, bis nichts und niemand ihm mehr die Kontrolle entreißen könnte. Er hielt kurz inne als Lian sich den Gittern näherte und überraschend selbstbewusst dem Rotschopf entgegen blickte. Genau so kannte er Lian. Aufmüpfig und unerschrocken, auch wenn er diesbezüglich bereits andere Eindrücke sammeln konnte. Sicherlich wäre sie in de rLage gewesen den wahren Saemon erneut zu erwecken und diesem Mut zu zu sprechen, das war auch der Bestie bewusst, weswegen es auf Nummer sicher ging und keineswegs bereits war jetzt schon die Gitter zu öffnen.Die Klinge wanderte von den Gittern weg nach hinten und landete mit der stumpfen Kannte auf der Schulter Saemons, welcher unterdessen lediglich grinste und Lian ansah. Es war durchaus aufregend wenn er an den Moment dachte, an welchen er die Zelle öffnen würde und Lian sich vermutlich über ihn stürzte. Innerlich hoffte er sogar dass sie ihn einen adäquaten Kampf bieten würde und sich keinesfalls so schnell zurückziehen mochte, wie es bisher der Fall war. Mit einem Schlag beförderte er sie in die Zelle, doch war scheinbar lediglich der Moment der Überraschung auf seiner Seite, sodass er sie an einem wunden Punkt traf. Wenn man einen Angriff nicht kommen sah, hatte man keine Chance um die Muskeln anspannen zu können, sodass die Wucht von diesen abgefangen wurde. Wenn sie nun auf einen Kampf gefasst wäre, so würde dieser sicherlich weitaus mehr Spaß bringen, oder etwa nicht? En tiefes und kurzes Lachen ertönte, bestehend aus lediglich einem Ton, woraufhin er sich den Gittern ein wenig mehr näherte.

“Du hast mir scheinbar nicht zugehört. Zunächst mal brauchst du nicht denken ich sei ein Vollidiot, das bin ich ganz und gar nicht. Ein wenig wirst du dich schon noch gedulden müssen, aber lange wird es nicht mehr dauern, glaube mir. Wir werden uns sicherlich köstlich amüsieren, meinst du nicht?“

Er griff mit seiner Hand durch das Gitter durch und griff mit dieser Lians Kinn, leckte sich dabei über die Lippen. Natürlich würde er die Gelegenheit wahrnehmen diese sofort wieder zurück zu ziehen, sollte die McNair irgendwelche Dummheiten vorhaben, aber aktuell rechnete er eigentlich nicht mit Gegenwehr ihrerseits. Es war offensichtlich das Ben nicht mal ansatzweise in Saemons Interessenbereich lag, so blendete er diesen gänzlich aus und legte den gesamten Fokus auf Lian. Das Biest spürte natürlich wie die Gegenwehr mit jeder Sekunde abnahm und so wurde ihm bewusst dass Saemons Seele schon in Kürze in ein tiefes schwarzes Loch gestoßen werden würde. Jenes Loch, welches er in seinem Kopf aufbaute, in welches er all die negativen Dinge der Vergangenheit schubste um diese auf nimmer wieder sehen zu verbannen. Ein Loch, gefüllt mit einer zähflüssigen Substanz, pechschwarz und ohne Chance dieser entkommen zu können. Es erinnerte ein wenig an Teer, war jedoch weitaus tödlicher als dieser...
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 15 Sep 2012 - 17:19



Lian spürte die Berührung Saemons an ihrem Kinn, als dieser seinen Arm durch die Gitter steckte. Es fühlte sich an, wie sie erwartet hatte. Fremd. Und doch zog sie sich nicht zurück. Zu keinem Zeitpunkt ließ sie die Augen von ihm und auch ihr Grinsen blieb an Ort und Stelle.
Er war vorsichtiger geworden. Vielleicht hatte er sogar einen Plan entwickelt. Zumindest machte er keinen überheblichen Eindruck, vermutlich wollte er nur spielen und genau das sagte auch sein Gesichtsausdruck oder die Tatsache, dass er sich in einer obszönen Art und Weise über die Lippen leckte. Auch das passte nicht zum Rotschopf, wie sie ihn kennengelernt hatte. Nichtsdestotrotz konnte man ihn kaum mehr als solchen bezeichnen. Es war, als würden jegliche Farben von ihm entweichen. Alles wirkte matter, lebloser. Dass da in ihm war kein Mensch. Aber was war es dann?

Ich bin absolut sicher“, pflichtete sie ihm bei. Von seinem Sichtfeld aus konnte er keine Veränderung an Lian ausmachen. Lediglich Ben würde vielleicht sehen können, wie ihre Haare, die bis zu ihren Kniekehlen hingen, langsam immer länger wurden. „Aber.. mich beschleicht das Gefühl, dass du ein bisschen ängstlich bist?“ Provokant trat sich noch einen Schritt näher an das Gitter heran. Sie glaubte nicht, dass er einfach sein Schwert hindurchstecken und sie verletzen würde. Nicht, weil er ihr nicht weh tun wollte, ohne nein. Eher aus der Tatsache heraus, dass dies ein feiger Akt wäre und somit nur wenig Nervenkitzeln bieten würde. „Ja.. Ängstlich.. Aber nein, für einen Vollidioten halten ich dich wirklich nicht. Ein Vollidiot hätte es sicher nicht geschafft, sich MEINES Saemon anzunehmen.“ Ihre Mimik veränderte sich nicht. Dennoch suchte sie in seinem Auge nach jenem Mann, von welchem sie eben gesprochen hatte. Irgendwo dort drin musste er sein. Aber um mehr tun zu können, würde sie hier raus müssen. Erst jetzt senkte sie ihren Blick auf das Schloss der Türe herab, ganz so, als warte sie nur darauf, dass er ihr öffnete.

Die Vivrecard in ihrer Faust wurde immer heißer und Lian wusste, was das bedeutete. Er entrann ihren Fingern wie Sand. Warum hielt er nicht durch? Er war stärker als das, das wusste sie. Aber ohne seine Hilfe für sie es nicht schaffen, so viel stand fest. Zu Ben richtete sie kein Wort. Augenscheinlich wurde er vom Fähnrich nicht einmal wahrgenommen und das kam den Piraten wirklich zugute. Sie konnte nur hoffen, dass es so blieb und ihm somit keine Gefahr drohte. Denn er hatte in seinem Denken Recht – Sie hatte einen Plan. Und wenn dieser nicht ganz aufging, so würde zumindest in erster Linie sie darunter leiden müssen, aber sie besaß auch nicht den Grad seiner Verletzungen, wenngleich sie hier und da von Wellen der Übelkeit übermannt wurde.

Nur nichts anmerken lassen. Lian biss sich, noch immer grinsend, leicht auf die Unterlippe. Auf eine seltsame Art und Weise brachte die Gefahr, die im Raume stand, Spannung und Aufregung mit sich, denn der Ausgang dieses Disputs, war nicht voraussehbar. Man konnte allenfalls erahnen, was passieren würde.

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 15 Sep 2012 - 19:01

Unaufhörlich starrte er der Blondine in die Augen und ließ nicht eine Sekunde von dieser ab, was Lian selbst im tiefsten inneren vermutlich als unangenehm empfinden sollte, selbst wenn man ihr dies nicht ansah. Sie bezeichnete ihn als ängstlich und es war wahrlich offensichtlich was sie vor hatte. Sie wollte Saemon provozieren, oder zumindest jenes Wesen, welches aktuell die Kontrolle über seinen Körper hatte. Seine Hand ließ von ihrem Kinn ab und er streckte den Zeigefinger nach ihr aus, welcher daraufhin langsam ihrem Hals hinunter strich und erst auf ihrem Brustbein zum stehen kam. Sein Blick wanderte kurz hinunter zu ihrem Dekolleté, ehe er abermals ihre Augen fixierte.

“Ängstlich? Köstlich, wirklich köstlich. Ich bin nicht ängstlich, ganz und gar nicht, aber ich werde mir diese einmalige Chance nicht mehr entgehen lassen. Wir sind vollkommen unter uns und er sieht dich nicht einmal mehr. Du magst vielleicht herausgefunden haben dass ich nicht Saemon bin, aber mal ehrlich... so schwer war das wirklich nicht. Ich wundere mich sowieso wieso das so lange gedauert hat. Aber in einem Punkt hast du Recht. Auf Dauer, hätte ich niemals die Kontrolle erlangen können. Da muss ich dir meinen Dank aussprechen. Ohne deine Hilfe wäre das nicht möglich gewesen. Oh ich habe förmlich gehört wie sein Herz zersprang, welch herrlicher Ton. Ich wünschte ich könnte ihn noch einmal vernehmen, aber wer weiß, vielleicht lässt auch du mich in diesen Genuss kommen.“

Er hatte nicht mal den Hauch einer Ahnung das Lian so etwas wie einen Plan haben könnte, schließlich nahm er sie aktuell auch nicht sonderlich ernst und sah ihre starkes Auftreten lediglich als einen Akt der Verzweiflung an. Für ihn war sie am Ende, wusste nicht mehr weiter und griff nach jedem Strohhalm, welcher ihr entgegengestreckt wurde. Es würde ihm ein wahres Vergnügen bereiten sie zu zerstören und ihr Herz zwischen seinen Fingern zu zerquetschen.
Bald war es so weit, doch war fraglich welches Schicksal Ben dann erwarten sollte. Was dem Piraten blühen würde, wäre sicherlich nicht in seinem Interesse, doch wäre es zugleich das letzte was er in seinem Leben empfinden oder fürchten musste. Zwischen Ben und Saemon stand aktuell nur noch... Lian und diese schien fest entschlossen zu sein sich nicht kampflos zu ergeben.
Noch immer hielt er das Schwert fest im Griff, auch wenn er bislang keine Anstalten machte dieses auch zum Einsatz zu bringen, noch nicht jedenfalls. Ein zittern durchfuhr seinen Körper, dennoch blieb die Haltung die selbe, allerdings konnte Lian einen minimalen Funken in seinem Auge erkennen, einen durchaus bekannten und vermutlich angenehmen.
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   Sa 15 Sep 2012 - 20:56

Lians Augenbrauen bewegten sich minimal in die Höhe. Sie sollte also dabei geholfen haben, Saemon zu vertreiben? Sie sollte der Hauptgrund dessen sein, wieso es diesem Fremden gelungen war, Besitz über seinen Körper zu ergreifen? Sie sollte sein Herz gebrochen haben? Nun, nachvollziehen konnte sie das nicht. Sie hatte nichts getan, was ihre Liebe ihm gegenüber in Frage gestellt hätte, immerhin war sie doch gerade seinetwegen hier, war gerade seinetwegen der Marine beigetreten, auch, wenn sie sich noch schwer tat.
Er streckte wieder seine Hand aus und berührte sie.. Und Lian folgte ihr mit ihrem Blick. Es war ganz offensichtlich, dass er zumindest derzeitig anderen Gedanken nachhing, als sie endgültig aus der Welt der Lebenden zu schaffen. Ohne ihren Blick anzuheben schossen ihre Haare vor.. Ihre Haare, welche sie im Verborgenen hatte wachsen und wachsen lassen.
Anhand von Speeren schossen sie voran, sechs Stück an der Zahl und jeweils drei an jeder Seite. Sie trafen ihn nicht mittendrin, das hätte nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Stattdessen schnitten sie in die Seiten seines Oberkörpers und umschlangen ihn im Anschluss, um ihn so nah wie möglich an das Gitter zu pressen. Selbiges geschah natürlich auch mit Lian. Mitsamt ihrer Haare wurde sie nach vorne gegen die Metallstangen geschmissen, aber das machte nichts, war so gewollt gewesen. Die Arme der Blondine schoben sich durch die Standen hindurch, schlangen sich um den Hals des Fähnrichs und sie neigte sich vor, um ihre Lippen feste auf die seinen zu pressen.
Sie hatte es genau gesehen. Ein Funkeln, ein schwacher Schimmer. Kein starker, aber vielleicht das Einzige, worauf sie hatte hoffen können. Auch wenn sie beinahe zähneknirschend hatte feststellen müssen, dass dieses Etwas ihn.. interessant gemacht hatte.
Der Kuss dauerte nur wenige Sekunden an, im Anschluss biss die junge Frau ihm in die Unterlippe und öffnete ihre blauen Augen, die nicht mehr so nett dreinblickten, sondern herausfordernd und entschlossen.
Gib ihn mir wieder “ , forderte sie ihn flüsternd auf und obwohl sie leise sprach, war jedes ihrer Worte klar vernehmbar. „Gib ihn mir wieder und .. du wirst etwas bei mir gut haben. Ich weiß, im Grunde genommen stünde es dir rein kräftemäßig frei, mich zu nahezu allem zu zwingen, aber es erleichtert die Dinge manchmal ungemein, wenn einige Dinge sich von selbst erledigen und man sich wichtigerem widmen kann oder? Sieh es als eine Art.. Deal.. Ich würde dich natürlich von Herzen gerne komplett vertreiben. Aber.. ich denke nicht, dass das möglich ist. Trotzdem wirst du einsehen müssen, dass du dir den Körper trotzdem mit ihm teilen musst, denn.. seien wir ehrlich, schau dich an. Du scheinst bereits jetzt zu altern und zu zerfallen.. Die ersten grauen Haare sind schon zu sehen .“
Jetzt grinste sie wieder. Ihre Worte waren nicht einmal gelogen gewesen. Durch die optische Veränderung hatte es tatsächlich den Anschein gemacht, als sei Saemon gut zehn Jahre älter, als er im Endeffekt war. „Liebster ..“, sie sah ihm in die Augen, die Arme noch immer um seinen Hals. „ Du bist doch stärker als das oder nicht ?“

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BeitragThema: Re: Arrestzellen   So 16 Sep 2012 - 19:34

Lian hatte richtig gesehen, denn tatsächlich war ein Schimmer vorhanden, welcher die Präsenz Saemons ausstrahlte, des wahren Saemon. Er war schwach, ebenso auch die Aura welche den Körper des Fähnrichs nun umgab, doch war sie vorhanden und Lian verspürte ein ihr vertrautes Gefühl der Geborgenheit. Von dieser war jedoch nichts mehr zu merken, wenn sie dem Rotschopf in das Gesicht blickte, oder seiner Stimme lauschte, denn hierbei handelte es sich aktuell um eine ihr gänzlich fremde Person. Diese wiederum rechnete nicht dass Lian noch einen Funken von Kampfgeist in ihr verbarg, sodass er die folgende Aktion gänzlich unvorbereitet über sich ergehen lassen musste. Er hatte keinerlei Interesse daran die Türe der Zelle schon jetzt zu öffnen, was nicht bedeutet dass er Lian nicht weiterhin Worte des Spotts an den Kopf werfen wollte, doch just in dem Moment, als er erneut zu abwertenden Worten ansetzen wollte, schoss auch schon etwas hinter Lian hervor und drohte Saemon zu durchbohren. Dies war zumindest seine Auffassung und seinen guten Reflexen verdankte er es, dass er noch in der Lage war die Hand mit dem Katana in dieser, zwischen sich und die Gitterstäbe zu bringen. Tiefe Schnitte taten sich an beiden Seiten seines Körpers auf, sechs an der Zahl und ohne große Umschweife quoll das Blut hervor und tränkte das weiße Hemd des Kisaragis in blutroter Farbe. Er hatte größte Mühe damit nicht gänzlich gegen das Gitter gepresst zu werden, so war er noch in der Lage seinen Oberkörper von den Stäben weg zu stemmen, doch befand sich im Gegensatz dazu sein Gesicht sehr nahe an diesen. Schon spürte er etwas weiches auf seinen Lippen und brauchte eine Weile bis er realisierte, worum es sich dabei handelte. Perplex blickte er in das Gesicht Lians, welche den Kuss kurz darauf löste, ihm in die Lippe biss und doch tatsächlich begann mit ihm zu verhandeln. So recht wollte ihm zunächst nicht klar werden was sie hier eigentlich im Begriff war ihm an zu bieten, doch schnell überkam das Biest die Einsicht und sogleich erschien wieder das breite Grinsen auf der Bildfläche. Wenn man ehrlich war, so hätte es sich ohnehin genommen was es haben wollte, würde sicherlich auch erst ein Weilchen mit Lian spielen, ehe sie ihr den Gar ausmachen würde, demnach stellte sich die Frage, ob es wirklich Spaß daran haben würde, wenn man es ihm so einfach machen täte. Ein paar Zweifel kamen auf und nachdenklich blickte es zu Lian herab. Frei geben sollte er Saemon? Nach all dem was er durchmachen musste um diesen endlich verbannen zu können. Nach all den Jahren, in denen ihm nichts anderes übrig blieb als zu zusehen, wie er unterdrückt und von Saemon gedemütigt wurde? Am liebsten hätte er laut aufgelacht, als sie ihn doch ernsthaft darum bat wieder in den Hintergrund zu rücken. Was kümmerte es ihn wenn er altert? Diese Veränderungen waren nur äußerlich und betrafen keinesfalls seine innere Stärke.

“Oh ich sehe etwas älter aus? Wen kümmert das? Der Körper wird verzehrt. Er packt diesen Kampf im inneren einfach nicht, aber sobald dein Liebster verschwunden ist, wird er sich rasch wieder regenerieren, glaube mir.“

Mehr gabs hierzu auch nicht mehr zu sagen und es war wohl nicht schwer zu erraten dass er kein Interesse daran hatte, ihrer Bitte nach zu kommen. Der Appell von Lian, welcher sich zum Schluss eindeutig an Saemon, den wahren Saemon, richtete, erweckte in der Visage des Monsters nur ein müdes Lächeln, doch nutzte er die Unachtsamkeit der Blondine aus, brachte das Katana in Position, sodass die geschärfte Kante nach außen Blicke, um die Haare mit einem Schwung zu durchtrennen und sich anschließend mit einer Drehung aus dem Griff zu befreien. Sogleich wurden auch noch die restlichen Haare durchtrennt und Lian musste diese nun zunächst wieder wachsen lassen, ehe ein weiterer Angriff folgen konnte. Natürlich hegte der Rotschopf nicht die Absicht ihr diese Zeit zu geben und dachte sich letztlich, dass auch eine schwer verletzte Lian noch Spaß bringen konnte. Nachdem er in einer fließenden Bewegung sämtliche Haare kürzte, kam er kurz zum stehen und schoss dann schon wieder nach vorne, richtete die Klinge der Waffe auf Lian und wollte ihr diese mit voller Wucht in die Brust stoßen.
Viel fehlte nicht mehr und das Monster dachte bereits an das Blut, welches in kürze aus ihrer Brust in sein Gesicht spritzen würde und ihm ein herrliches Gefühl bereiten sollte, da schoss plötzlich ein kräftiger Impuls durch seinen Körper und der Rotschopf hielt abrupt inne und rührte sich keinen Millimeter mehr. Das Auge war weit aufgerissen und das Gesicht wirkte so extrem verzerrt, dass man es beinahe für ein abstraktes Gemälde halten konnte. Es war das Gesicht eines Menschen, welcher extreme Schmerzen verspürte, doch lag dies wohl weniger an den Schnitten, welche Lian ihm zufügte.
Man erkannte deutlich dass aktuell keine Gefahr mehr von Saemon ausging, doch konnte man auch nicht mit Sicherheit sagen was eigentlich mit ihm los war. Einzig und alleine seine Haare gaben einen schmalen Hinweis, da deren Sättigung zunahm und das Rot allmählich kräftiger wurde.
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   So 16 Sep 2012 - 21:18



Lian knirschte unhörbar mit den Zähnen. Es hatte nicht funktioniert, wie sie es sich erhofft hatte. Ihr Liebster steckte irgendwo tief in diesem Körper drin und konnte nicht heraus, ebenso wie sie nicht aus dieser Zelle konnte und zusehen musste, wie dieses Scheusal seine Spielchen spielte. Es war zum Verzweifeln. Aber Lian wusste genau, dass, wenn sie nun resignierte und ihn aufgab, Saemon vielleicht für immer verloren wäre, während der Drache selbst immer stärker und präsenter wurde und an die Stelle des Fähnrichs trat. Für den Moment fragte sie sich, wo ihr Freund sich diesen Parasit nur eingefangen hatte und warum dieser wiederrum ausgerechnet Saemon gewählt hatte. Sicher, der Rotschopf war körperlich sehr stark, nicht zu vergessen attraktiv. Aber dennoch. Sie interessierte sie für die genauen Hintergründe und sie würde sie vermutlich noch hinterfragen, sofern eine Chance dazu bestehen würde.
Ihre Gedanken wurden ihr zum Verhängnis. Ihre Worte hatten nichts gebracht. Viel zu spät realisierte sie das leise Surren der Klinge, die ihre Haare durchtrennte, als bestünden sie aus weicher Butter. Erschrocken taumelte sie zwei Schritte zurück. Dieses Wesen war völlig wahnsinnig. Blutdurstig und einfach verrückt. Er tat eine weitere Regung und Lian schluckte schwer, als das Schwert mitten durch die Gitter auf sie zuschoss, genau auf ihren ohnehin schmerzenden Bauch zu. Es schien, als geschehe alles in Zeitlupe und instinktiv hielt sie die Luft an, fragte sich bereits, was für ein Gefühl es sein würde, wenn das scharfe Metall in ihren Leib drang und ihre Organe zerschnitt. Ihre Haare flogen wie feine Federn auf.. Und dann plötzlich, als sie dachte, es könne sich nur noch um Millisekunden handeln, war alles vorbei.
Zitternd riss sie die Augen auf und erblickte Saemon, der das Gesicht verzog und sein verbliebenes Auge weit aufriss, so weit, dass sie schon beinahe in Sorge war, es könne ihm auch noch aus dem Kopf fallen.
Saemon ..?“, fragte sie erschrocken und mit kratziger Stimme. Das Rot seiner Haare nahm zu und sofort warf Lian sich vor die Gitterstäbe auf die Knie, um mit ihren Armen durch selbige hindurchgreifen zu können. Sie umschlang ihren Freund, versuchte, ihn dicht an sich zu drücken.
Saemon !“, rief sie immer wieder. „ Liebster.. Bitte kämpf dagegen an. Du bist stärker.. Bitte, bitte ..“, rief sie aus, in ihrer Stimme klangen Verzweiflung, Angst und Sorge. Aber in ihren Augen flammten Freude und Hoffnung auf. Hoffnung, weil die Möglichkeit bestand, dass er es geschafft hatte. Dass er geschafft hatte, dieses Unwesen aus sich zu vertreiben und wieder Herr der Lage zu werden. Unsicher hoben sich ihre Mundwinkel, aber das, was ein Lächeln sein sollte, glich im Endeffekt nur einem Verziehen des Mundes. „Saemon.. Liebling.. Schau mich an. Bleib bei mi r..“, flüsterte sie und wandte ihren Blick zu keinem Zeitpunkt ab. Der arme Ben musste derweil wohl glauben, im falschen Film gelandet zu sein, musste er doch einer Wahnsinnssituation nach der nächsten zusehen und das, ohne wirklich Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können.


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Saemon



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BeitragThema: Re: Arrestzellen   So 16 Sep 2012 - 21:34

Lian tat gut daran Saemon ihre Stimme hören zu lassen, war es doch der letzte Funken Kraft, welchen er in seinem Inneren trug, welcher wahrnahm wie der Drache seine Liebste töten wollte. Just in dem Augenblick durchbrach ein Aufschrei die Barriere, welche ihn scheinbar unterdrückte und ein kräftiger Hieb ins Leere folgte. Wäre er nun Herr seines Körpers gewesen, hätte ein Pressure vermutlich alles Holz um ihn herum zerstört und ein riesiges Loch in der Wand erzeugt, so jedoch war eben dieser Schlag jener Impuls, welchen den Drachen davon abhielt, sein Vorhaben wahr zu machen. Blankes Entsetzen stand ihm ins Gesicht geschrieben und er taumelte einige Schritte nach hinten, zumindest würde er dies tun, wäre da nicht Lian, welche sich um seine Beine klammerte und jegliche Bewegung somit unterdrückte. Mit einem klirren viel das Schwert aus seiner Hand und schlug auf dem hölzernen Boden auf, doch bohrte die Klinge sich nicht in die Bretter. Er wollte gerade eine Rückwärtsbewegung einleiten, doch verhinderte Lian diese, wodurch er wir ein Brett nach hinten fiel und auf dem Boden aufschlug. Ein Zucken durchfuhr seinen Leib, ein unaufhörliches, welches mal stärker und dann wieder schwächer war. Man bekam den Eindruck als herrsche ein Kampf im Inneren seines Körpers.
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Lian
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BeitragThema: Re: Arrestzellen   So 16 Sep 2012 - 21:41


Lian war verzweifelt. Es gab absolut nichts, was sie tun konnte. Er kämpfte mit sich selbst, schrie, litt offensichtlich. Und sie musste dort hinter Gittern sitzen und ihm dabei zusehen, ohne irgendetwas für ihn tun zu können. „Scheiße..“, zischte sie hinter zusammengebissenen Zähnen hervor und umklammerte die metallenen Stäbe mit ihren Fingern, während Saemon weit außerhalb ihrer Reichweite zu Boden fiel. „NEIN!“, schrie sie erschrocken auf und so schnell wie es ihr nur möglich war, ließ sie ihre blonden Haare abermals wachsen. Die Erschöpfung zerrte an ihrem Körper. Ihre Verletzung, der ganze verdammte Tag und die damit verbundenen Vorkommnisse.. Es war einfach nicht fair.
Mit so ziemlich letzter Kraft manövrierte sie die langen Strähnen zu Saemon, sodass sie sich unter ihn schoben und seinen Kopf stützten, damit er nicht auch noch weiter auf dem Boden aufschlug. „Saemon..“, rief sie wieder und ihre Stimme klang brüchig. „Bitte! Du hast es schon geschafft. Ich bin hier .. hier drüben. Versuch, zu mir zu kommen. Ich verspreche dir, ich bleibe bei dir.. Es tut mir Leid,ich habe eben nicht gemeint, dass ich wieder gehen wollte, okay? Ich verspreche dir, bei dir zu bleiben!“

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