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Krankenzimmer

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Saemon



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BeitragThema: Krankenzimmer   Do 26 Jan 2012 - 8:16

Krankenzimmer

Das Krankenzimmer ist ausgesprochen gut ausgestattet! Wo man anderer Orts vielleicht gespart hat, flossen hier alle nötigen Mittel ein, um den Verwundeten auf hoher See die bestmögliche Versorgung bieten zu können. Am hinteren linken Ende des Raumes befindet sich der Schreibtisch des Schiffsarztes, daneben eine gläserne Vitrine mit allen möglichen medizinischen Geräten. Ein Medikamentenschrank ragt gegenüber davon auf der rechten Seite in die Höhe, angrenzend dazu eine gepolsterte Liege. In der Mitte des Raumes steht ein kleiner Metalltisch, daneben eine weitere Liege, ebenfalls aus Metall. Sie dient dazu um Notoperationen ausführen zu können und besteht deshalb aus Metall, damit man sie im Anschluss wieder problemlos sauber bekommt. Ein Eimer Wasser darüber und das Blut verschwindet im Ausguss direkt darunter.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   So 26 Feb 2012 - 14:53

---> Hafen

Vorsichtig lief der kleine Trupp die Planke hinauf und schon ertönte das dumpfe, klopfende Geräusch von Schritten auf hölzernen Boden, als diese über das Deck schlenderten und den erstbesten Abgang hinunter zum Unterdeck ansteuerten. Der Soldat wirkte schon ein wenig müde, dennoch begann er nicht zu schwächeln und trug unaufhörlich seinen Käpt'n in Richtung des Krankenzimmers. Vielleicht war es auch eine Sacher der Ehre, schließlich musste er dafür sorgen dass sein Chef wohl und unbeschadet beim Doktor ankommt, sodass man diesem endlich helfen konnte. Saemon befand sich noch immer hinter diesem, musterte den Mann so gut man es nur machen konnte, wenn man nicht mehr als dessen Rücken im Blick hat. Er war sicherlich gute zwei Meter groß, wenn das überhaupt reichen sollte, zudem muskulös bis in die letzte Faser. Er humpelte etwas, zog das linke Bein leicht nach, doch waren keine offensichtlichen Wunden zu erkennen.

“Was ist mit deinem Bein? Scheinst schmerzen zu haben. Es wäre wohl das beste wenn du das gleich mit behandeln lässt.“

Doch schüttelte dieser nur den Kopf, was man auch von hinten erkennen konnte, und gab sogleich eine Antwort von sich. Wie man es von einem solchen Brocken erwarten würde, war seine Stimme extrem tief und kratzig, sodass man denken konnte, man würde dem brummen eines Bären lauschen.
„Das ist nur eine Kleinigkeit. Bin nur einmal unglücklich gelandet und dabei mit dem Fuß umgeknickt. Ist nur eine Kleinigkeit, gebrochen ist nichts und das ist ja die Hauptsache. Außerdem ist es wichtiger das Kapitän Godot versorgt wird.“
Nun den Mann zu einer Behandlung zwingen konnte Saemon nicht, dafür war er in der Rangordnung zu weit unten... ganz unten um genau zu sein, dennoch nahm er sich oftmals gerne mehr heraus als ihm eigentlich zustand. Wenn er auch als kleiner und unbedeutender Küchenjunge gestartet haben mochte, so war er gegen Ende hin der Chef in der Küche. Der eigentliche Chefkoch ließ Saemon immer mehr schalten und walten, koordinierte nur noch im Hintergrund einige Dinge und genoss seine dadurch erlangte Freizeit. Es ist sicherlich nicht leicht, wenn man das Sagen über eine Schar von Köchen und Gehilfen hatte, anschließend in die weite Welt hinaus zog, auch hier sein eigener Chef war und zu guter letzt als unterstes Glied in der Kette wieder von vorne beginnen musste. So wenig es manchen auch gefallen mochte, so müsste man sich daran gewöhnen dass Saemon seinen eigenen Kopf hat, sollte man ihn weiter unter sich haben wollen. Er war ein Mensch mit Prinzipien und einem ausgeprägten Blick in die Zukunft. Die meisten Dinge die er tut und sagt, werden nach möglichen Folgen zu späteren Zeitpunkten abgewägt, so also auch seine Provokationen gegen Al Nair. Er wusste einfach dass sie diesem eines Tages wieder gegenüber stehen würden, doch wird er dann wieder fit sein, hat vielleicht sogar Verstärkung bei sich. Das Leid und die Qualen würden wieder von vorne beginnen und bei weitem mehr Menschen werden ihr Leben lassen... weitaus mehr als es heute der Fall gewesen ist.

Rasch verbannte er diese Gedanken aus seinem Kopf, schließlich stimmten sie ihn nur unnötig zornig. Unnötig einfach aus dem Grund, dass er daran nichts ändern konnte. Wie gerne wäre er nun von dem Schiff hinabgestiegen, wieder zurück nach Kokos, nur um dem Verbrecher dann den Gar aus zu machen. Aber erst mal gab es wichtigeres. Ganz egal was der Abschaum dachte, so würde Saemon einem Gefangenen niemals die ärztliche Versorgung vorenthalten. So sehr er auch daran denken mochte dem ein oder anderen einfach den Kopf ab zu schlagen, so schätzte er das Leben eines jeden zu sehr, als dass er sein Vorhaben in die Tat umsetzen könnte. Gleiches gilt für Verletzte, welche schnellstes behandelt werden mussten. Saemon war sich sicher dass Leila an sich nur viel Ruhe bräuchte, doch sollte der Doc sich zumindest mal die Wunde an ihrem Bein ansehen, damit der Rotschopf sie im Anschluss in die Zelle bringen kann.

Zielsicher lief der Hüne voraus und bog schließlich in einen Gang ein, an dessen Ende eine Türe offen stand. Am Boden konnte man noch immer die Reste von Blut erkennen, welches wohl nicht gänzlich gesäubert werden konnte. Nach dem Kampf auf Shellstown waren hier aber auch Unmengen an Verwundeten gewesen. Der Kisaragi war zu dem Zeitpunkt auf Erkundungstour, erblickte dabei auch die Qualvoll schreienden Verwundeten. Unmengen an Blut schwappte über den Boden und drang tief in das Holz ein... kein Wunder dass dies nicht weg zu bekommen ist. Über diesen „Roten Teppich“ hinweg wurde das Krankenzimmer schließlich erreicht und sogleich traten sie hinein. Lediglich einer der Ärzte ist an Bord geblieben, der vermutlich älteste von ihnen. Ein weißhaariger Mann, mitte 50 und mit säuberlich gepflegtem Schnurrbart. Er saß an seinem Schreibtisch und war gerade dabei ein wenig Papierkram zu erledigen, als sein Blick sich erhob und man deutlich erkennen konnte wie die Farbe aus seinem Gesicht verschwand. Hektisch sprang er auf und lief einige Schritte auf das Grüppchen zu.
„Käpt'n! Was ist nur passiert!? Na worauf wartet ihr denn?! Legt ihn schon auf die Liege!“
Leila schien er keine Beachtung zu schenken, schließlich ging es hier um seinen Kapitän. Godot wurde in liegender Position abgelegt und sofort machte der Arzt sich über diesen her. Saemon hatte keien andere Wahl als zu warten, während er Leila auf einen Stuhl setzte und diese mit einem Arm fixierte, indem er ihn oberhalb der Brust quer, von der einen, zur anderen Schulter hielt. Nach einem kurzen Augenblick ließ der Arzt einen Assistenten antanzen, gab diesem einige Kommandos, woraufhin man Godot mit samt der Liege aus dem Raum fuhr. Einige Augenblicke benötigte der ältere Herr dann doch noch, ehe er sich beruhigt hatte und nun auch ein Auge für die Piratin fand.
„Was ist mit ihr? Eine Zivilistin? Sie ist zumindest keine von unseren Leuten.“
Wer wusste schon wie viele Jahrzehnte er schon bei der Marine und auf diesem Schiff diente. Natürlich erkannte er nahezu jeden Mann sofort, auch wenn es sicherlich einen regen Tausch im Personal gab. In der kurzen Zeit, in welcher Saemon nun hier war, starben sicherlich schon mehrere Dutzend an Männer und wurden gegen neue ersetzt.

“Sie ist eine Gefangene, könnte aber auch eine Behandlung vertragen. Ich persönlich glaube nicht dass es sie schlimm erwischt hat, deswegen werde ich sie dann auch gleich in die Zelle bringen. Wenn ihr also so fre...“

Doch wurde ihm von dem Arzt dann auch schon das Wort abgeschnitten, welcher ziemlich Harsch seien Einwände einwarf.
„Du persönlich bist aber kein Arzt mein Jungchen. Wie schlimm diese Dame verletzt ist, entscheide immernoch ich, verstanden?“
Saemon nickte lediglich und blickte ein wenig verschämt drein. Natürlich konnte er nicht beurteilen wie schlimm es sie wirklich erwischt hatte, immerhin hatte er niemals eine medizinische Ausbildung genossen. Sorgfältig wurde Leila von Kopf bis Fuß abgetastet, ihre Pupillen gecheckt, abgehört und was sonst noch bei solchen Behandlungen anfällt. Doch schenkte er die meiste Aufmerksamkeit der klaffenden Wunde in ihrem Bein, welche durch eines von Saemon's Schwerter verursacht wurde.
„Sie ist noch bei Bewusstsein, kämpft jedoch gegen die Ohnmacht an. Die Wunde an ihrem Bein werde ich nähen und danach noch ein paar Tests bezüglich ihrer Wahrnehmung vornehmen. Außerdem werden wir sie röntgen und auf innere Verletzungen untersuchen. Du wirst währenddessen draußen warten. Ich mag es nicht wenn man mich bei meiner Arbeit beobachtet, verstanden? Wenn wir mit allen Tests durch sind, kannst du sie von mir aus in die Zelle bringen. Doch solange sie hier in diesem Zimmer sitzt, ist sie keine Gefangene, sondern eine Patientin.“
An sich hatte Saemon nichts dagegen, doch war er überrascht wie ernst dieser Mann seine Pflicht nahm. Völlig egal wer vor seiner Tür auftaucht, er würde wohl jeden behandeln und wieder aufpeppen. Abermals konnte der Rotschopf nur nicken und verschwand dann aus dem Zimmer, lehnte sich gegen die Wand und glitt an dieser hinab, bis er schließlich auf dem Boden saß. Nun hieß es also warten und hoffen dass bald etwas passieren würde. Tatsächlich dauerte es nicht lange, da tauchte erneut der Assistent auf und betrat das Krankenzimmer, schob dabei einen Rollstuhl vor sich her. Nicht mal eine Minute später kurvte er bereits wieder hinaus, gemeinsam mit Leila und dem Arzt, welche den Gang entlang liefen und dann um das Eck verschwanden. Seufzend sah der Kisaragi ihnen hinterher und kratzte sich den Hinterkopf. Wie lange dass wohl nun wieder dauern wird?... Nun gut es war ein nötiges Übel und schließlich sollte die Piratin auch nicht in den Arrestzellen ihren Tod finden.

Unerträgliche 30 Minuten vergingen, ehe der Arzt wieder im Blickfeld des Einäugigen auftauchte und direkt auf ihn zukam. Saemon erhob sich und wartete ab was er zu sagen hatte.
„Wir werden sie heute Nacht unter unserer Beobachtung behalten. Ich weiß nicht was ihr zugestoßen ist, aber sie hat einige nicht zu unterschätzenden Verletzungen. Es ist nichts drastisches, doch könnte sie unbehandelt große Probleme bekommen.“

“Das heißt also dass ich sie jetzt nicht in die Zelle bringen kann? Werdet ihr denn mit ihr fertig?“

Der grauhaarige Mann lächelte nur und klopfte Saemon auf die Schulter.
„In ihrem Zustand würde selbst ein Baby mit ihr fertig werden, also mach dir da mal keinen Kopf. Aber du hast das richtig erkannt, heute wirst du sie in keine Zelle bringen, das wäre zu riskant. Ich werde mich dann erst mal um Godot kümmern und du solltest dir wohl ein anderes Spielzeug suchen.“
Grinsend verschwand er dann auch schon wieder und sogar geringfügiges Gelächter ging knapp von ihm aus. Saemon schüttelte heftig den Kopf und gestikulierte wie wild mit seinen Händen umher.

“Moment mal! So ist das nun wirklich nicht! Ich bring sie lediglich in...“

Doch brachten alle Erklärungen nichts, da der Arzt schön längst nicht mehr hier war. Nun gut, auch ohne Leila musste er zu den Arrestzellen und nachsehen wie es der anderen Gefangenen ergangen war.

---> Arrestzellen
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   So 26 Feb 2012 - 21:27

„Ich kann dir leider keine Betäubung geben, also wirst du es wohl so aushalten müssen.“ ist das erste das sie wirklich versteht als sie ihren Verstand wieder so weit unter Kontrolle hatte um nicht sofort in der Dunkelheit zu versinken. Kurz spürt sie noch ein leichtes tätscheln auf der Wange ehe sie plötzlich fast einen lauten Schrei ausstoßen musste. Nur mit Mühe schaffte sie es ihn als zittrigen Seufzer über ihre Lippen dringen zu lassen.

„Bist eine kleine Kämpferin.“ hörte sie die Stimme wieder sagen. „ Ich frage mich bei so jemanden wie dir immer, wieso man nicht auf unserer Seite kämpft. Aber es wäre ohnehin vergebliche Mühe mit dir darüber zu reden, habe ich recht.“

Sofort nach seinen Worten setzte er den nächsten Stich um die Wunde an ihrem Bein zu vernähen und so konnte sie anstatt ihm zu Antworten nur die Lippen zusammenpressen. Doch sie konnte erkennen das er sie nicht Quälen wollte, sondern das er sie so schnell und fachmännisch nähte wie es eben möglich war. An ihrem Knie angekommen hielt er kurz inne und gönnte ihr so eine kleine Atempause in der sie endlich die Kraft fand ihre Augen zu öffnen und auf den Arzt zu richten.

„ Warum helfen sie mir überhaupt?
„Hoho,“ kam die prompte Antwort in Form einer Frage von den Lippen des Arztes. „Hat da jemand ein schlechtes Gewissen?“
Sie öffnete den Mund um den Arzt etwas zu entgegnen doch schloss sich ihr Mund wieder mit einem deutlich zu vernehmenden Klacken.
„He, He, du musst nicht sofort Antworten schließlich haben wir noch einige Zeit bevor du in einer der Zellen landen wirst.“ Leicht tätschelte er über ihr Bein an dem er gerade arbeitete.
„Aber um deine Frage zu Beantworten. Weil ich Arzt bin und du jemand der Hilfe braucht. Aber jetzt musst du dafür meine Frage beantworten. „
Ob er eine Antwort erwartete wusste sie nicht, doch hielt er noch einige Momente inne.
Sie ließ einige der Ereignisse des Tages noch einmal ihr inneres Auge passieren ehe sie ihren Kopf von dem Arzt wegdrehte. Gerade als sie spürte wie der Arzt seine Arbeit wieder aufnehmen wollte kam ein sehr leise geflüstertes „ Ja. “ aus ihrem Munde während sie die Augen schloss und eine Träne aus ihrem Augenwinkel rann.
„ Dann sind wir ja schon mal einen Schritt weiter“ sagte der Arzt ehe er sich anschickte den Rest ihres Beines zu nähen.

Gerade als er damit fertig war den letzten Stich zu setzen fuhr er noch einmal mit seinem Finger über die Naht um diese ein letztes Mal zu prüfen.
„Wieso bist du mit dieser Wunde denn nicht einfach liegen geblieben? Der Schnitt hat zum Glück nur die Haut aufgerissen und die darunterliegenden Schichten nicht gänzlich durchtrennt, aber jeder Schritt musste doch höllisch geschmerzt haben. Von dem Glück mal ganz abgesehen das die Sehnen noch völlig in Takt sind, was an sich schon ein Wunder ist. Bist ein törichtes Mädchen.“

Sie konnte es nicht fassen und sperrte trotz ihrer Verfassung den Mund auf. Da lag sie hier auf einer Liege, konnte sich nicht rühren und musste sich doch tatsächlich von diesem alten Knacker tadeln lassen. „ Warum sprechen sie so mit mir? „
„Weil du es nicht anders verdient hast. Ich bin wieder dran! Wer bist du?“
„ Leila. Lu Rin„ kam es verblüfft über ihre Lippen ehe sie sich auf die selbigen biss. Hatte sie der alte Zausel doch tatsächlich dran gekriegt. Plötzlich erschien ein leichtes lächeln auf ihren Lippen und ein leises lachen erklang von ihr bevor sie langsam eine Hand über ihren Bauch schob und das Gelächter so gut es ging unterdrückte. Mit allem hätte sie gerechnet aber nicht damit von diesem alten Mann so reingelegt zu werden wie ein Großvater seine Nichte reinlegen mochte.
„Ja, das Lachen wird dir noch eine Weile schwerfallen, aber nach ein wenig Ruhe wirst du sicherlich wieder unbeschwert lachen können. Steht dir übrigens, dass lächeln.“
Wieder überrumpelten sie die freundlichen Worte des Arztes irgendwie den mit so einer Fürsorge hatte sie am allerwenigsten gerechnet. Langsam rutschte sie auf der Liege auf die sie der Arzt gelegt hatte um sie Nähen zu können etwas nach oben bis sie in einer halbwegs sitzenden Position war, doch der Blick des Arztes ließ keinen Augenblick von ihr ab. Auch ihr lächeln war nur von kurzer dauern, dann schon holten sie wieder die Erinnerungen und Sorgen ein. Sie konnte nur hoffen das es Ciel und Sayuri gut ging, schließlich hatte sie Sayuri das letzte mal gesehen als sie mit den Gesicht im Dreck lag. Und Ciel, um ihn machte sie sich noch größere Sorgen. Er hatte schließlich noch einen Schwertstreich eingesteckt und so hoffte sie das er diesen überlebt hatte. Sie konnte es zwar nicht wirklich verstehen warum er dies alles für sie riskiert hatte, wegen einem Becher Met würde so etwas dummes doch niemals jemand machen.

Vorläufig jedoch verdrängte sie solche Gedanken aus ihrem Denken und ihre Augen taxierten den Arzt. „ Wollen wir mit solchen Spielchen nicht aufhören? Was wollen sie wissen?“ sagte sie leise zu dem Arzt. Denn obwohl ihr Denken wieder funktionierte konnte sie sich kaum regen und selbst diese winzigen Bewegungen die nötig waren um sich aufzurichten hatten sie schon ziemlich erschöpft.
Der Arzt blickte sie weiter freundlich an während er ihr zu nickte. Ob er die Informationen nur wollte um seine eigene Neugier zu befriedigen oder ob er sie an die Marine weiterleiten wollte spielte für sie keine Bedeutung. Möglicherweise würde diese kleine Unterhaltung mit dem Arzt etwas Ordnung in ihre eigenen Gedanken bringen. Doch schon wieder überraschte er sie mit einer Frage auf die sie diesmal keine Antwort hatte.
„ Wer hat den das Turnier gewonnen? „
“ K .. Keine Ahnung. Ich weiß es nicht.
Mit einem Zungen schnalzen wendete sich der Arzt etwas von ihr ab und griff nach einem Glas Wasser das er ihr in die Hände drückte.
„In kleinen Schlucken trinken. Ist nur ein Mittel drin das Infektionen verhindern soll.“
Langsam führte sie das Glas an ihre Lippen und nippte etwas daran. Erst als sich das Glas wieder von ihren Lippen löste sprach der Arzt sie wieder an.
„ Also Leila ich darf dich doch so nennen, oder?“ Doch eine Antwort wartete er auch nicht wirklich ab ehe er fortfuhr. „Warum bist du nun hier auf meinem Tisch gelandet? „
Langsam schloss sie die Augen und lehnte den Kopf an die Wand während sie über die Frage des Arztes nachdachte. So bekam sie nur am Rande mit wie der Arzt lächelnd zu ihr sagte das er später wiederkommen würde und den Raum verließ.
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Saemon



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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Mo 27 Feb 2012 - 2:26

---> Arrestzellen

Saemon war bereits drauf und dran völlig unüberlegt vom Schiff zu stürmen und die Insel nach der jungen Ausreisserin. Noch bevor er die letzte Stufe der Treppe erklommen hatte, hielt der Rotschopf noch einmal inne und blickte hinter sich. Was tat er hier eigentlich? Wollte er nun wirklich die ganze Insel nach ihr absuchen, vor allem, wo sollte er denn nur anfangen? Er kannte sich doch nicht mal ansatzweise auf der Insel aus und selbst wenn, hätte er sicherlich das ein oder andere Problem mit der Orientierung gehabt. Er musste sich wieder auf das wesentlich besinnen und zwang sich selbst dazu erst einmal zur Ruhe zu kommen. Vorsichtig stieg er die Treppe wieder hinab und schloss im Anschluss einen Moment lang sein Auge. Es war so vieles Geschehen und dennoch hatte er nicht eine Sekunde um die Dinge zu verarbeiten, welche den heutigen Tag prägten. Chaos herrschten in seinem Kopf vor und sein Geist schrie förmlich nach Ordnung, weshalb er diesem Wunsch nun auch nachkam. Nur wenn er mit sich selbst wieder ins Reine kam, würde er überhaupt einen nutzen darstellen können. Besonders die Tatsache, dass seine Sturheit für den Tod eines langjährigen Marinemitgliedes verantwortlich sein soll, bedrückte ihn besonders. Noch immer hatte er das Gesicht von Pete vor seinem Auge, dieser gutmütige und tollpatschige Mann, welcher nicht mal so recht wusste was vor sich ging. Immer Pflichtbewusst und nie aufmüpfig erledigte er seine Arbeit, stellte keine Fragen und sorgte sich um alles. Er war zuverlässig und jener Typ von Mensch, welcher keiner Fliege etwas zu leide tun konnte, geschweige denn einer Katze. Er konnte es einfach nicht fassen dass sie ihn so getäuscht hatte. Vermutlich hat sie auch bei Saemon selbst nur auf den richtigen Moment gewartet, um diesen hinterrücks zu ermorden und somit ihre Freiheit wieder zu erlangen. Wie konnte er nur so dumm sein...

Langsam ging er los, wusste eigentlich nicht so recht was er nun tun sollte, als ihm etwas durch den Kopf schoss. Ein Deja vû? Ebenso wie Lian, so bestand er auch auf die Gefangennahme von Leila, welche nun alleine bei dem Arzt war. Dieser alte Mann, welcher nichts weiter tat als seinen Job, dabei nicht einmal zwischen Marine oder Piraten unterschied. Jeder Mensch der Hilfe brauchte, war ein Patient für ihn und dieser treuen Seele hatte er eine Frau gebracht, welche kaltblütig auf Unschuldige einstach. Was zur Hölle dachte Saemon sich nur dabei?! Will er etwa auch an dem Tod des Arztes die Schuld tragen?! Der Wächter lastete ihm schon schwer genug auf der Seele, wenn es nun auch noch den Arzt erwischen würde... Damit würde Saemon niemals klar kommen und so machte er sich auch gleich auf den Weg zu dem Krankenzimmer. Vielleicht waren die beiden ja bereits wieder hier? Vielleicht war Leila aber auch schon auf der Flucht?... Das wollte er sich einfach nicht vorstellen, nicht schon wieder. Konnte es wirklich angehen dass der Kisaragi verflucht oder dergleichen war? Brachte er den Menschen um sich herum etwas Unglück? Vielleicht ist er ja tatsächlich das Böse in Person, ohne sich dem wirklich bewusst zu sein. Tat er all das mit Absicht? War es gar sein Unterbewusstsein, welches diese Menschen ihren Tod auslieferte? Je länger er daran dachte, desto mehr glaubte er an seinen Unsinn und desto mehr Panik bekam der Rotschopf. Kalter Schweiß trat hervor und bedeckte seine Stirn. Er fühlte sich plötzlich so schwach, schien das Gleichgewicht zu verlieren. Er fühlte Schwindel, musste sich sogar an der Wand abstützen, um nicht ein zu knicken. Saemon wischte sich über das Gesicht und begann heftig zu atmen. Allen Anschein nach erlitt er eine Panikattacke, zumindest fühlte es sich wie eine solche an. Er hat bereits Menschen gesehen welche aufgrund solcher zusammenbrachen, doch hatte er keine Ahnung was man dagegen tun musste. Vielleicht machte er sich einfach zu viele Gedanken?.. Vermutlich war es einfach so dass er sich selbst zu viel Druck bereitete. Er war immer so darauf bedacht das Richtige zu tun, es stets jedem Recht zu machen, dass er einfach aus den Augen verlor, dass auch er nur ein Mensch ist. Menschen machen Fehler und über diese war auch der Rotschopf nicht erhaben, ganz im Gegenteil. Gerade weil er es jedem Recht machen wollte, machte er Fehler. Es musste immer einen geben, der unter solchen Entscheidungen leiden musste und in diesem Fall war es Pete gewesen und das nur weil er Lian vertraute.

Wie töricht und dumm er sich gerade einfach nur vorkam. Wie konnte er nur einer Piratin vertrauen und somit seine eigenen Kameraden in Gefahr bringen... Doch das sollte nicht noch einmal geschehen und so zwang er sich zur Ruhe, riss sein Auge auf und tastete sich den Gang entlang. Es war sicherlich nicht leicht, doch schaffte er es irgendwie die aufkommende Panik zu unterdrücken, sie zu verbannen und auf nimmer wiedersehen weg zu schließen. Der Blick wurde wieder klarer und das Schwindelgefühl verschwand allmählich. Seine Schritte waren zwar noch immer ein wenig tollpatschig, doch musste er sich nun zumindest nicht mehr an der Wand stützen. Diese unangenehmen Gedanken mochten einfach nicht aus seinem Kopf verschwinden, diese Gedanken an Lian, dem toten Pete, dann noch Leila und zu guter Letzt der alte Arzt. Hoffentlich sah dieser sich vor und achtete genau auf ihre Ambitionen. Elendig quälende Bilder taten sich in seinem Kopf auf. Eine Blutlache am Boden, da neben der rundliche Zellenwärter, mit weit aufgerissenen Augen und ebenso offenem Mund. Wie lange mochte sein Todeskampf wohl angedauert haben? Musste er leiden? Ging alles gar ganz schnell? Doch an letzteres glaubte Saemon einfach nicht. Er wusste dass Lian keine Waffen bei sich trug und angesichts der Menge an Blut, hat sie ihn auch nicht zu Tode geprügelt. Viel mehr musste sie diesen in ihrer Katzengestalt attackiert haben und da sie in dieser nicht gerade groß war, musste Pete höllische Schmerzen erlitten haben. Immer mehr und mehr Trauer keimte im inneren des Kisaragi auf, dachte er nun daran ob der tote Mann Familie gehabt hat, ob er gar kurz vor seiner Pensionierung stand. Die letzten Wochen waren sicherlich immer die schlimmsten. Da hat man jahrelang überlebt, hat alles durchgemacht was einem nur widerfahren kann, hat nahezu jeden Mist gesehen und dann wird man umgebracht, während man eine Gefangene bewacht, eine Inhaftierte, mit welcher der arme Mann eigentlich nichts am Hut hatte. Im Normalfall wäre diese nicht einmal auf diesem Schiff gewesen, somit wäre ihm dieser ehrlose Tod erspart geblieben. Saemon's Zorn stieg wieder an, Zorn welcher der jungen Piratin galt, war es doch sie, die skrupellos sein Vertrauen missbraucht hatte. Dann jedoch wurde er auf sich selbst wütend. Wie konnte er nur so dumm sein und ihr all diese Freiheiten einräumen. Sie war eine Piraten. So etwas wie Ehre besitzen diese Menschen nicht und Lian war hierfür wohl das beste Beispiel.

Er trat nun um die letzte Kurve und konnte schon das Zimmer erkennen, in welchem der Arzt üblicherweise praktizierte. Ein kaum wahrzunehmendes Schwanken ging von dem Schiff aus, welches durch den vergleichsweise ruhigen Wellengang auf und ab gewippt wurde. Wenn man nicht gerade Seekrank war, wirkte dies durchaus beruhigend, doch half auch das nichts. Saemon trug aktuell so viel negatives in sich, fragte sich wieder und wieder wieso er nur so dumm gewesen war und wie er seine Fehler wieder gut machen könnte. Fürs erste zumindest, beschloss er sich um den Doktor zu kümmern, so war sein Blick stur auf die Türe gerichtet, wobei seine Augenbrauen tief in seinem Gesicht standen. Die Mundwinkel zeigten beide nach unten und würde man ihn nun in die Visage blicken, so würde einem der blanke Hass entgegen springen. Er hätte es besser wissen müssen, hätte sich darauf besinnen sollen, was er von diesem Abschaum bereits wusste. Wieso hat er nur einer Piratin vertraut? Nach all dem Leid und all der Pein, welche diese über die Menschheit gebracht haben. Er trieb sich gerade zu in die kalten und gierigen Hände des Zornes hinein, schien diesem hilflos ausgeliefert zu sein, als eine Stimme in seinem inneren erklang. War es schon wieder so weit? War er schon wieder entkommen? War Saemon zu unvorsichtig und abermals drauf und dran seine Kontrolle zu verlieren? Nein! So weit würde er es nicht kommen lassen und so beschränkte er sich auf das wesentliche. Lian war verschwunden, hatte einen Soldaten umgebracht und würde sicherlich nicht freiwillig zurückkommen. Wichtig war nun Leila und der Doktor, auf das diese ihm nicht antäte.

Saemon hatte es nicht mehr weit bis zu dem Zimmer, da öffnete sich plötzlich die Türe und sein Herzschlag beschleunigte sich. Leila würde doch wohl nun nicht nach draußen treten oder? Hat sie den Arzt etwa bereits umgebracht!? Nein das konnte einfach nicht sein, dennoch spürte der Rotschopf überdeutlich das Pumpen in seinen Venen und das Klopfen in seiner Brust. Kurz darauf sollte auch schon die Erleichterung eintreten, so kam nun der grauhaarige Mann zum Vorschein und lief in die entgegengesetzte Richtung. Er bemerkte Saemon nicht mal, doch hatte dieser auch nicht vor auf sich aufmerksam zu machen. In erster Linie war er einfach nur glücklich den Mann am Leben zu sehen und rasch sank der Puls wieder auf ein wünschenswertes Tempo herab. Dennoch lief er weiterhin in Richtung des Krankenzimmers, stand nun vor der erneut verschlossenen Türe und öffnete sie ungefragt. Er sah Leila im Eck sitzen und endlich schien sie auch wieder bei vollem Bewusstsein zu sein. Er wusste nicht so recht was er sagen sollte, ebenso wenig was er nun zu tun hatte. Was genau hatte Kenji nun mit Al Nair ausgehandelt? Die Bedingungen kannte der Rotschopf nur zu gut, konnte noch immer nicht verstehen wie der Maat sich darauf einlassen konnte... Was dachte er sich nur dabei... Nichts desto trotz war so ausgemacht und ein weiterer Teil des Deals war es... Leila wieder gehen zu lassen, sobald die Ärzte unbeschadet auf das Schiff zurück gekehrt waren. Doch was dann? Wie sollte es weiter gehen? Man hat ihm all das gegeben was er verlangt hat, wofür er Menschenleben geopfert hat und die 9.? Was haben sie aus all dem erhalten? Sie standen mit leeren Händen da und das nur weil man sich auf einen unmöglichen Handel einließ. Es mochte zwar die Pflicht eines jeden Marinesoldaten sein sich gegen das Verbrechen zu stellen, doch hatte man bereits all diese Verluste in Kauf genommen, nur um dann am Ende zu kneifen. Saemon ließ dieser Gedanke einfach nicht los dass all die Todesopfer völlig umsonst waren. Diese Männer gaben ihr Leben für einen Kampf, den man letztlich verloren hat. All die Hoffnungen, all der Glaube den man eingebracht hat... zerstört, verpufft, einfach in Rauch aufgelöst... Und hier saß sie nun, die junge Frau deren Name Saemon noch nicht einmal kannte und welche ein solch tragende Rolle bei diesem schrecklichen Tag inne hielt.

Der Rotschopf betrat nun das Zimmer, hatte seine beiden Schwerter links und rechts an seinen Hüften befestigt, doch steckte auf der linken Seite noch zusätzlich eine Klinge, welche der Piratin nur all zu bekannt sein sollte. Wie könnte es auch anders sein, war dies doch ihre eigene, an jener noch immer das Blut von Unschuldigen klebte. Seine eigenen Katana hatte Saemon bereits gereinigt, schließlich tat er es immer, ebenso wie er es mit seinen Messern lernte, doch dachte er nicht einmal daran selbiges für ihre Waffe zu erledigen. Schweigend ließ er sich auf einem Stuhl nieder, sah hinüber zu Leila und verschränkte die Hände auf seinem Schoß. Eindringlich musterte er ihre Mimik, ihre Gestik und jeglichen Blick welchen sie von sich gab. Irgendetwas musste sie schließlich von sich Preis geben, so eröffnete Saemon also kurzerhand das Gespräch.

“Wie ich sehe geht es dir wohl wieder ein wenig besser. Ich schätze der Doc hat sich gut um dich gekümmert und ich bin froh dass auch dieser noch wohl auf ist. Aber nun da du wach bist, würde ich dir gerne ein paar Fragen stellen. Wie du dir sicherlich denken kannst, geht es um dieses ganze Vorhaben, welches der weißhaarige Pirat sich ausgedacht hat. Welche Rolle du darin spielst, kann ich mir ganz gut denken, doch frage ich mich... Was springt für dich dabei raus? Ich hoffe nicht du willst mir jetzt erzählen dass dies ein reiner Freundschaftsdienst war.... Bist du ein Teil seiner Bande? Und dieses andere Mädchen und der große Kerl. Was ist mit ihnen? Gehören sie auch zu euch?“

Das waren nur einige der Fragen, welche Saemon schon seit einer Weile auf der Seele brannten. Natürlich war ihm gänzlich bewusst dass er ihre Beweggründe vermutlich niemals verstehen könnte. Deswegen war sie auch ein Pirat und er ein Soldat der Marine, doch musste man nicht immer alles verstehen, um es akzeptieren zu können. Was auch immer sie ihm erzählen würde, er musste es akzeptieren, da es bereits passiert ist. Doch selbst wenn er es akzeptiert, so hatte er keinesfalls vor es zu tolerieren. Er vermochte es zwar nicht die Vergangenheit ungeschehen zu machen, doch wenn er verstand wie diese Menschen ticken, würde er die ein oder andere zukünftige Aktion sicherlich stoppen können. Wie es auch immer zwischen den beiden hier weitergehen sollte, würde nun von Leila's antworten abhängen, ebenso die fragwürdige Auslieferung an Al Nair. Saemon war strickt dagegen, doch konnte er sich nicht gegen einen Befehl stellen, da sein Gastauftritt bei der Marine dann wohl sehr kurz gewesen wäre. Fraglich war allerdings, ob er weiterhin ein Teil dieser Truppe sein wollte. Wieso ließ der Maat sich nur so einfach erpressen. War sein Wille wirklich so schwach? Man mochte zwar seinen Kapitän bedroht haben, doch hätte Al Nair absolut keine Chance gehabt, wieso zur Hölle ließ er sich nur auf diesen ungleichen Deal ein?! Doch war dies nun vorerst unwichtig und lediglich Leila's Intentionen standen hier im Fokus, so wartete der Rotschopf also geduldig auf eine Antwort.
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Mo 27 Feb 2012 - 19:52

Kaum hatte der Arzt das Zimmer verlassen als die Tür auch schon wieder geöffnet wurde. So langsam ihr Denken auch funktionieren mochte, sie Glaubte nicht daran das der Arzt schon wieder zurück gekommen sein konnte und so öffnete sie die Augen. Sie empfand ein gelindes erstaunen als sie Saemon sah, doch noch größer war ihr erstaunen als sie IHR Schwert an seiner Seite hängen sah. Kurz schloss sie ihre Augen und dankte innerlich den Göttern das die Klinge nicht im Dreck liegend einem Leichenfledderer in die Hände gefallen war. Auch wenn sie das Schwert nicht in den eigenen Händen halten mochte, so war sie doch erleichtert darüber zu wissen wo es war. Sie verzichtete aber darauf Saemon zu bitten es zu reinigen. Es ihr auszuhändigen, wenn auch nur kurz, um es selbst zu reinigen, wäre wohl die aber witzigste Bitte gewesen. So ließ sie nur ihren Blick kurz über die Klinge gleiten ehe sie sich wieder auf Saemon konzentrierte.

Dieser setzte sich nun auf einen Stuhl und sah sie an.

Sie lag nach dem Nähen des Arztes noch immer auf der Liege. Ihre Kleidung dürfte durch die ganzen Untersuchungen von ihrem Körper entfernt und zerschnitten worden sein, weshalb man sie nur in eine Art kurze Tunika gewickelt hatte. Auf den Gedanken Saemon könnte mehr von ihrem Körper sehen als Schicklich war oder sie ihm gestatten wollte kam sie erst gar nicht. Dies war zwar nicht der Fall, aber ihr Körper hätte normalerweise alleine bei einem solchen Gedanken mit einem leichten erröten reagiert. Nur die Naht, die von ihrem Oberschenkel bis fast an ihren Knöchel ging, sollte von ihrer Haut rot hervorstechen.

Er würde seine Gründe haben sie erneut aufzusuchen und sie durfte ihre Gedanken nicht mit solchen Nebensächlichkeiten, wie ihrer Blöße, belasten wenn sie seinen Worten folgen wollte. So verzichtete sie auch darauf sich etwas bequemer hinzusetzen und lauschte einfach seinen Worten.
Ja, es stimmte der Doktor hatte sich gut um sie gekümmert aber deshalb ging es ihr noch lange nicht besser, genau dies jedoch wollte sie sich nicht anmerken lassen. Wenn er gekommen war um sie doch noch in eine der Zellen zu werfen so sollte er doch seinen Willen bekommen. Nur irritierte sie seine Sorge um das Wohlergehen des Doktors. War dieser etwa Krank? Oder? Ihr Denken war wirklich langsam denn erst jetzt begriff sie worauf er hinaus wollte. Beschämt senkte sie die Augen und blickte zur Tür. Wie konnte man nur so von ihr …. Nur in ihrem inneren seufzte sie auf. Wie sollte er nicht so von ihr Denken? Schließlich dürfte er sie nun zum ersten Male so sehen als würde sie nicht gerade aus einem Schlachthaus kommen.

Was sprang für sie dabei heraus? Das war also das was ihn interessierte? Was für sie heraussprang!? Ihre Finger krümmten sich leicht und wollten sich zur Faust ballen doch fehlten ihren Fingern noch immer die Kraft dazu. Für sie hatte sich noch nie alles nur um den schnöden Mammon gedreht. Sie hatte andere Gründe nur wie sollte sie ihm begreiflich machen das es ihr darum ging den Befehlen ihres Kapitäns zu folgen. Zur Crew zu gehören. Den Erwartungen die man in sie setzte zu entsprechen. Das waren die Dinge für die sie Hazibel in diesen irrwitzigen Raubzug gefolgt war mit dem man Nair gleichzeitig einen Gefallen tun konnte. Dies alles schoss ihr durch den Kopf und letztendlich schloss sich ihre Hand um genau jenes das für sie dabei herausgesprungen war.
„Nichts!“ kommt es schließlich leise zitternd über ihre Lippen.
„Nichts. Rein gar nichts springt dabei heraus“ wiederholt sie noch einmal mehr für sich selbst während von ihr selbst unbemerkt eine Träne über ihre Wange läuft.

Sayuri mochte ihre eigenen Schlüsse ziehen aber für sie war das Fernbleiben ihres Kapitäns unverzeihlich. Hazibel hatte ihr doch zu verstehen gegeben über sie zu wachen, sie zu beobachten und wenn nötig sogar zu beschützen? << Nichts Gewonnen, alles Verloren. >>
Sie konnte nur hoffen das Sayuri und der Pirat mit dem Riesen Schwert nicht noch etwas dummes anstellen würden, und sie versuchen würden sie zu retten. Das wäre das letzte was sie wollte, noch mehr sinnlos vergossenes Blut, für das sie sich die Schuld geben konnte. Das Nair auftauchen wollte um sie zu Retten konnte sie sich nicht vorstellen. Wieso auch? Hatte sie nicht versagt? Und was möglicherweise noch wichtiger war.
“ Ich bin nicht in seiner Crew.“ sagte sie zu ihrem gegenüber. Sollte Nair sich wirklich an sein Versprechen gebunden fühlen das er ihr gegeben hatte? Für ein Crewmitglied vielleicht, aber für sie? Für eine Fremde? Wahrscheinlich würde er gerade eben in einer Bar mit seiner Crew gemütlich einen heben und über ihre Dummheit lachen. Ihre Lippe zittert leicht während sie sich dieses Bild vor Augen führte. Dieses Bild wirkte so real vor ihrem geistigen Auge das sie sich sogar einbildete den Rauch zu riechen der durch die Bar zog.

Als Saemon aber von Sayuri und Ciel sprach brauchte sie doch tatsächlich etwas länger ehe sie sich ihrer Antwort sicher war. Entschlossen und Fest sah sie Saemon in die Augen während sie immer noch verblüfft über ihre Erkenntnis war.

War Sayuri nicht ihren Befehlen gefolgt? Sie hätte diese sicher nur besser formulieren müssen. Ein kümmere du dich um die Bomben, war einfach zu Naiv von ihr gewesen. Doch hatte Sayuri trotzdem nicht mehr getan als sich nach ihren Worten zu richten.
Und Ciel? War er ihr nicht in ein Gefecht gefolgt? Hatte er sie nicht beschützen wollen? Sie vor Gefahren bewahren? Ob diese zwei es für möglich halten wollten oder nicht, sie fühlte sich in diesem Moment stark zu den beiden hingezogen. Sie machte sich immer noch Sorgen um die zwei, was sich an und für sich für sie schon ziemlich seltsam anfühlte.
„ JA, die zwei gehören zu mir. “ << Für den Augenblick. >> fügte sie nicht laut hinzu. Aber die Aussage die hinter ihren Worten steckte dürfte eindeutig sein.

Um Nair machte sie sich auch noch Gedanken. Würde er sich an den zwei für ihr Versagen bestrafen wollen? Würde er sich an sein versprechen halten? Würde er sie dann vielleicht retten nur um sie gleich darauf als ein Exempel zu vernichten. All die Ungewissheit ließ sie erbleichen und ihr wurde schlecht. Gerade noch rechtzeitig konnte sie sich zur Seite drehen und den Kopf über einen Eimer halten, der neben ihrer Liege stand, in dem sie ihren nicht vorhandenen Mageninhalt hineinfallen ließ. Zu ihrem Glück, und vielleicht auch zu Saemons, konnte sie nichts außer etwas geruchlosen Schleim hervor pressen. Mit zitternden Fingern wischte sie sich über ihre Lippen während sie sich schwerfällig mit vor entsetzen geweiteten Augen wieder in ihre ursprüngliche Pose setzte, wozu wiederum zu ihrem Glück, nur eine Drehung ihres Oberkörpers nötig war.

Ihr war klar das diese paar Worte womöglich nicht die Antworten waren auf die Saemon aus gewesen war. Doch wenn dem so war würde er ihr ja vielleicht noch einige andere Fragen stellen.

Noch dazu kribbelte es ihr gehörig in der Nase fast so als würde man anderen Orts über sie sprechen.
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Saemon



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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Mo 27 Feb 2012 - 22:16

Nunja, wirklich viel gab es hier ja nicht in Erfahrung zu bringen, aber was solls. Also bekam sie nichts für ihre Taten, tat sie dies dann etwa nur aus Spaß an der Freude? Sollte Saemon wirklich so negativ von ihr denken? Doch was blieb ihm denn anderes übrig? Piraten welche ohne Profit agierten? Nein, das konnte nicht sein. Zumindest ihr Vergnügen musste dabei raus gesprungen sein. Saemon rieb sich das Gesicht und stützte im Anschluss seinen Kopf auf einer Faust ab, beobachtete weiterhin aufmerksam Leila, welcher es wohl doch nicht so gut ging wie zunächst angenommen. Der Arzt mochte zwar schon seit etlich vielen Jahren im Geschäft sein, doch Wunder vollbringen, ja dazu war er dann doch noch nicht im Stande. Saemon's Blick fiel auf die Naht und er wusste nur zu gut dass er selbst diese Wunde verursacht hatte. Zumindest musste sie sich keine Gedanken darum machen man könne ihr was abgucken, schließlich war sein Blick ausschließlich auf ihr Gesicht und den Schnitt fixiert. Innerlich rief er sich die Szene wieder auf den Plan, besonders der Moment in welchem seine Klinge in ihr Bein eindrang und sich ihren Weg nach oben bahnte Wenn er daran dachte worauf er eigentlich gezielt hatte... dass sie hätte Tod sein können... Ganz egal ob Pirat oder wer auch immer, Saemon wollte einfach nicht am Tod eines Menschen die Schuld tragen, war es doch eines von jenen Dingen, welche er niemals wieder hätte vergessen können, welche ihn näher an den Abgrund in seinem inneren gebracht hätten. Er sah dieses Loch förmlich vor sich, wie es alles verschlang und jeden Tag, jede Stunde, gar jede Sekunde darauf wartete seine Seele verspeisen zu können. Er schüttelte diese Gedanken einfach fort, fuhr sich einmal durch das rote Haar und wischte sich eine Strähne von der Stirn. Es brachte nichts sich im nach hinein darüber den Kopf zu zerbrechen, schließlich zählte lediglich das, was noch vor ihm stand und in diesem Falle war es nun Leila... welche jedoch streng genommen lag. Sie sah wirklich nicht besonders fit aus und einen Moment lang fragte der Rotschopf sich selbst, ob er sie nicht besser alleine ließe um sich ein wenig aus zu ruhen. Doch hatte auch sie ein Recht zu erfahren was hier vor sich ging und vor allem wie es weiterlaufen würde.

An sich hätte er sich wirklich hilfreiche Antworten erhofft, etwas was ihm dabei helfen würde diese Frau zu verstehen und ihr dieses Bild eines Dämons entreißen zu können. Doch schien sie sich in ihren Ausführungen stark zurück zu halten. Doch wollte sie vielleicht auch nichts von sich Preis geben, vielleicht fürchtete sie ja dass alles, was sie hier von sich gab, ihre Kameraden oder sonst jemanden in Gefahr bringen würde. An sich natürlich verständlich, konnte sie doch nicht wissen dass Saemon rein aus Neugier fragte und dies niemanden erzählen würde. Das die beiden anderen Piraten zu ihr gehörten, konnte nun vieles bedeuten. War sie ihre Anführerin, nur eine Vorgesetzte, ihre Mutter? Was denn nun. Ok gut, dass sie die Mutter von Sayuri und Ciel sein soll, war eher unwahrscheinlich, alleine schon vom Alter her, dennoch war auch diese Antwort alles andere als Aussagekräftig. Es blieb ihm wohl nicht weiter übrig als ihre Worte so zu akzeptieren wie sie waren, würde fort an auch keine weiteren mehr stellen, welche sich mit diesem Thema befassten. Auch wenn er nicht wirklich verstehen konnte warum sie das alles tat. Sie war keiner von Al Nair's Leuten und dennoch riskierte sie ihr Leben für sein Unterfangen, zudem musste man sich einfach die Frage stellen, wieso man für solch einen Unfug, solch immenses Leid über die Bevölkerung bringt. Er spürte dass er sich schon wieder selbst beherrschen musste um nicht einfach zu platzen, schließlich brachte er dieses Bild von all den Leichen einfach nicht mehr aus seinem Kopf heraus. Diese leblosen Augen suchten ihn heim, verfolgten ihn bis in die tiefsten Ecken seines Kopfes und ließen einfach nicht mehr von Saemon ab. Doch trug sie nicht alleine die Schuld daran und es wäre sicherlich nicht fair gewesen all den Frust an Leila ab zu laden. Deswegen war er schließlich auch nicht gekommen, gab es doch etwas anderes das er sich zur Aufgabe machte. Eigentlich wollte er den Arzt vor ihren Übergriffen schützen, doch machte sie nicht gerade den Eindruck als könnte sie dem alten Mann großartig gefährlich werden. Zumindest ein wenig konnte er sein Gewissen mit diesen Informationen beruhigen, dennoch blieb ein kleiner Rest an Besorgnis zurück. Ein seltsames Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus, wobei dieses nicht zwingend unangenehm war. Wirklich komisch... Ob das wohl an dem leichten Schaukeln des Schiffes liegen mochte? Eher unwahrscheinlich, schließlich hätte er dann schon vor einige Tagen die Auswirkungen spüren müssen. Viel mehr schien daran dieses Zimmer hier die Schuld zu tragen. Irgendetwas eigenartig beruhigendes lag in der Luft und das trotz der ganzen sterilen Instrumente, welche wirkten als würden sie einem jeden Moment in die Haut bohren wollen. Ob es an der souveränen Ruhe liegen mochte, welche der Arzt stets ausstrahlte und welche sich offenbar auf das Mobiliar übertragen hatte? Zumindest schien es ihn von seinen Zorn zu befreien, wenn er auch einen Moment lang dachte dass es sein eigener Verdienst gewesen sei. Rasch lehrte ihn die Realität allerdings eines besseren. Eine sanfte Woge an beruhigenden Gedanken schien sich auf ihn hernieder zu legen, brachte ihn wieder zur Besinnung und bescherte ihn ein unfassbar angenehmes Gefühl. Selbst wenn der grauhaarige Herr sich nicht in diesem Raum befand, so konnte man noch immer seine Präsenz spüren, diese unglaublich beruhigenden Schwingungen, wie sie nur ein Mann von ausgesprochener Sanftmut ausstrahlen konnte, jemand dessen einziges Lebensziel es war, den Menschen zu helfen. Menschen wir er waren absolut selten auf dieser Welt, doch konnte man den Göttern danken dass es sie gab, auch wenn man zwangsläufig jene erwähnen musste, welche das exakte Gegenteil bildeten.

Weiterhin hielt er seinen Blick auf sie gerichtet, fragte sich was wohl in der Piratin vorgehen mochte, woran sie dachte, was sie geplant hatte. Sie zu fragen wäre sicherlich Zwecklos gewesen. Warum sollte sie Saemon vertrauen, war er es doch der sie erst in diese Lage brachte. Allerdings gab es keinen wirklich Grund sie nach ihrem inneren zu fragen... schien sie dies dem Rotschopf doch bereits von ganz alleine zu offenbaren. Verwirrt besah er Leila, wie sie sich zu Seite wandte und sie schließlich damit begann sich zu übergeben... Hatte wohl lange nichts mehr im Magen die gute. Arzt war er keiner, doch als Koch kannte man sich auch mit den kleineren Missgeschicken aus, welche das Essen so mit sich bringen kann, Ein gefüllter Magen sieht bei weitem anders aus, so legte er fragend seinen Kopf zu Seite und tippte sich mit dem Zeigefinger am Kinn herum. Gallenflüssigkeit zu erbrechen war absolut widerlich, das schlimmste was man sich wohl vorstellen konnte. Man wollte und wollte und wollte, doch kommt nichts als dieser widerlich zähe Schleim, welcher zudem noch brannte, als würde man ein Stück Stacheldraht hinauf würgen. Absolut nicht zu empfehlen, doch wusste Saemon dass dagegen schon ein paar Schlucke Wasser genügten. Langsam richtete er sich auf, entledigte sich seiner Schwerter und platzierte diese im Eck. Keinesfalls wollte er zu nah mit einer Waffe an die Gefangene herantreten, schließlich konnte man nie wissen wie gut sie noch im Stande war zu reagieren. Auch wenn Saemon sich sicher war dass sie gegen ihn Chancenlos sein sollte, so wollte er nicht wieder einen Fehler begehen und einer Piratin zu viel Vertrauen entgegenbringen. Langsam trat er hinüber zu dem einzigen Waschbecken im Raum, welches an ein System aus Rohren angeschlossen war und zu einem Frischwasserbehälter führte. Über Pumpen wurde dieses durch das ganze Schiff befördert, um den Soldaten auch den größtmöglichen Komfort bieten zu können. Saemon drehte den Hahn auf, wartete einen Moment bis die zunächst braune und rostige Brühe klarer wurde. Unterdessen holte er sich einen Becher, welcher nicht weit weg lag, nahm zudem einen Waschlappen in die hand und hielt diesen unter den Wasserstrahl, bis er durch und durch mit Wasser getränkt war. Schließlich ließ er noch den Becher volllaufen, drehte den Hahn wieder zu und begab sich zu der Liege, auf welcher Leila sich befand. Der Großteil des Wassers wurde aus dem Textil gepresst, sodass dieses nur noch ein wenig feucht sein sollte. Ungefragt wischte er ihr über die Lippen, an welchen noch immer ein wenig erbrochenes hingen, drehte den Lappen dann um und legte ihn ihr auf die Stirn. Den Wasserbecher hingegen reichte er ihr entgegen, wartete bis sie ihn annahm und begann anschließend zu sprechen. Er bemühte sich möglichst sanft und freundlich zu klingen. Die Kämpfe waren vorerst vorüber und es gab keinen Grund mehr sich gegenseitig an zu schreien. Zudem ging es ihr wirklich nicht gut und man musste kein Arzt sein um zu wissen, dass man kranken Menschen gegenüber möglichst freundlich sein sollte.

“Du solltest etwas trinken. Es ist weitaus angenehmer wenn etwas im Magen ist, was man erbrechen kann, als nur Gallenflüssigkeit. Auch wenn es nur ein wenig Wasser ist, doch sollte das seinen Zweck vorerst erfüllen. Ich bin aus zweierlei Gründen hier her gekommen um ehrlich zu sein. Zum einen natürlich weil ich besorgt um den Arzt gewesen bin... ich hab gesehen was du in dem Dorf angerichtet hast, das wollte ich keinesfalls nochmal erleben müssen. Zum anderen jedoch um mit dir zu reden. Ich schätze mal du hast wenig Lust meine Fragen zu beantworten, aber das ist schon ok, an sich geht es mich ja auch nichts an. Ich weiß alles was ich wissen muss und mehr sollte da auch nicht mehr von belang sein. Ich bin jedenfalls nicht hier um dich in die Zelle zu stecken, da hat der Doc bereits widersprochen und ich werde deine Gesundheit nicht unnötig aufs Spiel setzen. Zudem solltest du erfahren wie man weiter mit dir verfahren wird. Ich hab nicht viel mit den Verhandlungen am Hut gehabt, genau genommen gar nichts, doch fungierst du nur Vorübergehend als unsere Gefangene. Du wirst nur so lange bei uns bleiben, bis unsere Ärzte wieder an Bord sind und man Gewissheit hat dass es ihnen gut geht. Meinen Informationen nach bist du nur hier um ärztliche Versorgung zu erhalten und eben als Unterpfand zu agieren. Man wird dich frei lassen sobald es dir wieder besser geht und unsere Ärzte wieder hier sind. Hast du das so weit verstanden? Gut... Doch wirst du verstehen müssen dass ich dein Schwert nicht hierlassen kann. Es dir aushändigen werde ich auch nicht, noch nicht. Sobald man dich gehen lässt, kannst du es dir bei mir abholen, keinen Augenblick früher.“

Er gab ihr während seines Vortrages nicht einmal die Chance sich zu seinen Worten zu äußern, erst nachdem er ausgesprochen hatte, legte er eine Pause ein und bedachte sie mit einem fragenden Blick. Nun durfte sie Antworten, oder gar Fragen stellen, doch sollte auch Leila nicht all zu viel Zeit für diese haben, da nur wenige Sekunden später die Türe aufgeschlagen wurde und der Arzt erneut hineintrat. Entgeistert sah er zu Saemon, welcher sich gefährlich nah an seiner Patienten befand. Man konnte es dem älteren Herren ansehen dass er alles andere als einverstanden damit war und sogleich packte er den Rotschopf am Arm und zog ihn von ihr weg. Dieser wusste gar nicht so recht wie ihm geschah und ließ den Arzt einfach gewähren.
„Das kann doch wohl nicht wahr sein! Sagte ich dir nicht dass du gefälligst draußen warten sollst?! Das Kindchen hat doch kaum was an und außerdem braucht sie Ruhe! Also los verschwinde schon und komm erst wieder wenn ich dir das ok gebe. So schnell wird man sie nicht in die Arrestzellen stecken können!“

“Aber ich wollte doch gar nicht... Also....Ist ja schon gut! Nur keine Aufregung, ich wollte doch nur mit ihr sprechen! Ich geh ja schon!“

Zeit für Erklärungen blieb ihm nicht, doch das hätte ohnehin nichts geändert. Der Kisaragi wäre so oder so rausgeworfen worden, doch schnappte er sich noch rasch seine Schwerter, ebenso Leila's und verließ kurz darauf auch schon das Krankenzimmer.

---> Kajüte der Soldaten


Zuletzt von Saemon am Di 28 Feb 2012 - 17:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Godot

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Di 28 Feb 2012 - 17:11

cf: Konomi Insel
Ein paar Assistenten hatten Godot mitsamt Liege aus dem Raum getragen und ihn erstmal an Deck geschleppt. Dort wurde er schließlich behandelt. Warum er an der frischen Luft von den Assistenten behandelt wurde, wusste der Marinekapitän nicht. Eigentlich bekam er das alles nicht mit. Er war immer noch nicht bei Bewusstsein. Die Helfer des Docs hatten ein paar kleine Koffer aus dem Krankenzimmer mitgenommen. Diese enthielten alles, was sie für die Behandlung bräuchten. Das richtige Werkzeug und die passenden Medikamente hatten die Assistenten demnach schnell bei Hand. Es war jedoch auch nicht der Moment, um unnötig Zeit zu vergeuden. Godots Zustand war mehr als kritisch, hatte er bei Al Nairs Angriff doch einen besonders starken Angriff aus nächster Nähe einstecken müssen. Es war wohl leichtsinnig gewesen, Spielchen mit dem Piraten zu treiben. Jedenfalls hatte der Stabsoffizier dafür ja auch seine Quittung kassiert. Der erfahrenste der Ärzte hatte den Assistenten mitgeteilt, dass Godot auch einige innere Wunden hatte. Es benötigte mehrerer Eingriffe, um die entstandenen Schäden wieder beinahe ungeschehen zu machen. Jeder dieser Eingriffe nagte weiter an der Kraft des Marinekapitäns. Hatte der Kaffeefanatiker Glück im Unglück gehabt? Das konnte man nicht so leicht beurteilen. Denn die Arbeit fiel den Helfer des obersten Arztes mehr als schwer. Es waren komplizierte Eingriffe, die alle mit einem gewissen Risiko verbunden waren. Zu Godots Glück kam schließlich auch der oberste Arzt nun angerannt. Er schien sehr gut zu wissen, dass diese Eingriffe zwar notwendig, aber auch sehr gefährlich waren. Deshalb wollte er seinen Käpt'n wohl den Assistenten nicht alleine überlassen. Seine fachmännische Erfahrung sollte sich hier nützlich machen. Er wusste genau, wie er was angehen sollte. Nach rund 10 Minuten intensiver Behandlung verließ der Chefarzt das Deck wieder und kehrt zum Krankenzimmer zurück.

Währenddessen nähten die Assistenten die Wunde wieder zu und überprüften Godots Zustand immer wieder. Das Schlimmste hatte er nun überstanden. Wie sich herausstellte, blieb sein Zustand stabil. Nach und nach erlang der Marinekapitän auch sein Bewusstsein wieder. Zwar fehlte ihm noch jegliche Kraft um auch nur die Augen zu öffnen. Zumindest nahm er wahr, dass er sich wohl auf einem Schiff befand. Die Wellen ließen das Schiff sanft hin und her schwanken. Es war ein angenehmes Gefühl, so beruhigend. Der Stabsoffizier schlief anschließend rund 30 Minuten. Diese halbe Stunde war auch bitter nötig, um wieder etwas Kraft zu sammeln. Er war völlig ausgepowert gewesen, so geschwächt wie er es noch nie zuvor gewesen war. Godot hatte schon mehrmals gekämpft und war dabei auch desöfteren an seine Grenzen gegangen. Bei diesem Kampf wurden jedoch selbst diese Grenzen überschritten.

Nach einer halben Stunde Ruhe öffnete er seine Augen. Zuerst war das Bild vor seinen Augen schwarz, dann noch immer leicht verschwommen, bis es schließlich wieder gut erkennbar wurde. Er konnte zumindest wieder klar sehen. Wo war er gerade? Er blickte einen der Hilfsärzte an und richtete ein paar sehr leise Worte an diesen. Wo bin ich? Was ist passiert? Godot wusste weder, wie der Kampf letztendlich ausgegangen war, noch wusste er, wie es allgemein um seine Leute oder die Inselbewohner stand. Vor allem aber wusste er auch nicht, was Kenji mit Al Nair ausgehandelt hatte. Eigentlich wollte der Stabsoffizier doch etwas Gewissheit haben. Der Hilfsarzt war ihm dabei jedoch kaum eine Hilfe. "Sie sind an Deck der True Justice, Käpt'n! Was genau vorgefallen ist, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Ich tappe genauso im Dunkeln wie Sie." Schließlich sprach ein anderer Assistent. "Bringen wir Käpt'n Godot lieber ins Krankenzimmer, damit er sich noch etwas ausruhen kann. Der Chefarzt befindet sich ebenfalls dort. Los, packt mit an!" Die Assistenten schleppten Koffer und Liege ins Krankenzimmer.

Der Marsch dauerte nur wenige Minuten. Dann hörte der sich auf der Liege befindende Godot, wie eine Tür geöffnet wurde. Es konnte sich nur um die Tür des Krankenzimmers handeln. Kurz darauf drang ein unangenehmer Geruch nach draußen. Dieser Geruch entging selbst den stark mitgenommenen Kapitän nicht. Er erinnerte sich noch einmal kurz an den Moment, bevor er die Besinnung verloren hatte. Es geroch gerade ähnlich. Hatte jemand seine Mageninhalte in unverblümter Weise offenbart? Er konnte es nicht mit Sicherheit sagen, nahm es jedoch stark an. Seinen Kopf konnte er nicht so weit drehen, dass der Stabsoffizier sich eine Bestätigung für seine Vermutung holen konnte.

"Käpt'n Godot, wie geht es Ihnen?", sprach plötzlich eine ihm vertraute Stimme. Doc?, gab der Marinekapitän schwach von sich. "Ich sehe, Sie sind bei Bewusstsein. Das beruhigt mich. Ihr Leben hing an Messers Schneide, wenn ich das so sagen darf. Es freut mich, dass Sie den Eingriff zumindest soweit überstanden haben. Sie brauchen jedoch etwas Ruhe. Genauso wie diese Patientin."
Die Liege wurde neben der von Leila platziert. Er konnte seinen Kopf nicht zur Seite drehen und zu dieser rüberblicken. Auch konnte er noch nicht laut genug sprechen, damit sie ihn verstehen konnte. Deshalb schloss er erstmal die Augen. Ihn beschäftigten viele Fragen. Zum Einen wollte er zu gerne wissen, wer diese mysteriöse Patientin war. Zum Anderen wollte aber mehr zu den Ereignissen erfahren, die während seiner Bewusstlosigkeit stattgefunden hatten. Allgemein hatte er das Bedürfnis, mit jemandem zu sprechen. Jedoch verließen alle Ärzte kurz darauf das Krankenzimmer, um beiden Patienten die nötige Zeit zum Ausruhen zu geben. An den etwas strengen Geruch hatte sich Godots Nase überraschend schnell gewöhnt, weshalb er diesen nicht mehr so extrem wahrnahm, wie noch bei Betreten des Zimmers.

Der Stabsoffizier schloss die Augen und dachte erst einmal nicht weiter über die andere Patientin nach. Vielmehr drehten sich seine Gedanken nun um seine eigenen Leute. Wie geht es meinen Leuten? Sind alle heilauf? Wie geht es Kenji? Und Saemon? Ich hoffe, dass es meinen Männern gut geht. Besonders bei Kenji mache ich mir ernsthafte Vorwürfe. Mein überstürztes Handeln könnte ihm im Anschluss Probleme bereitet haben. Was ist eigentlich mit Al Nair passiert? Konnten wir ihn stoppen? Sein Vorhaben aufhalten? Wenn doch nur einer der Soldaten hier wäre. Ich habe so viele ungeklärten Fragen. Er unterbrach seine Gedanken und im Anschluss beschloss er, noch etwas zu schlafen, damit er sich erholen konnte und danach zumindest mit seiner "Zimmergenossin" reden konnte. Denn er war auch neugierig, wer noch hier im Krankenzimmer war.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Di 28 Feb 2012 - 18:42

<< Scheint wohl selbst schon Erfahrungen damit gesammelt zu haben >> kommt ihr der Gedanke als Saemon ihr den Becher mit den Wasser reicht. Erleichtert stellt sie fest das wenigstens ihre Gedanken langsam wieder ihren frechen Ton annahmen, auch wenn sie sich schwor diesen in der nächsten Zeit nicht über ihre Lippen dringen zu lassen. Doch das er ihr mit dem Waschlappen über die Lippen wischte und ihr diesen dann auf die Stirn legte überraschte sie doch sichtlich. Wieso legte dieser Mensch, der sie doch so sehr zu verachten schien, so etwas wie Fürsorge an den Tag. Völlig verwirrt hörte sie seinen restlichen Worten zu ohne sie wirklich zu begreifen. Schließlich als er geendet hatte und sie sich gerade wieder fing ging auch schon die Tür auf und der Arzt betrat wieder den Raum und komplementierte Saemon aus dem Raum ohne das dieser scheinbar wirklich etwas dagegen unternehmen konnte.

Ein leises lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus als sie sah wie der alte Mann Saemon, der sie doch so spielend besiegt hatte, aus dem Zimmer warf. Doch als der Arzt sich zu ihr umdrehte war das lächeln schon von ihren Lippen verschwunden. Sie wollte es sich auf keinen Fall mit diesem Mann verscherzen.
„ Wer ist der Mann?“ fragte sie den Arzt während sie in die Richtung der Tür nickte.
„Der?“ erwiderte der Arzt während er sich selbst noch einmal kurz der Tür zuwendete. „Saemon, glaube ich heißt er.“ Plötzlich lachte der Arzt kurz amüsiert auf. „ Ich mag vielleicht alt sein, aber mir entgeht kaum etwas das auf dem Schiff passiert auf dem ich Dienst habe. Doch wer er ist kann ich dir wirklich nicht sagen. „ plötzlich schießt sein Finger anklagend in ihre Richtung. „ Genauso wie bei dir! „ Plötzlich lachte er wieder auf und setzte sich auf den Stuhl auf dem auch Saemon gesessen hatte. Sein Blick viel auf den Eimer und er verzog kurz das Gesicht.
„Nicht Gut! Aber eine Diät solltest du eh nicht halten. Ha, Ha. Nur Glaube ich das die Übelkeit wohl einen anderen Auslöser hatte. Nicht war? Nichts desto trotz. „
Der Arzt zog einen Schub auf und zog etwas hervor das er ihr zuwarf. „ Solltest eigentlich noch nichts essen, aber das weist du ja selber.“
Kekse?! Heißhungrig riss sie die Verpackung auf und stopfte sich gleich eine der trockenen Platten in den Mund. Mit kleinen Schlucken Wasser wurden die Brocken in Richtung des Magens befördert. Sie lehnte sich wieder etwas zurück.
“ Warum bist du so Nett zu mir? „
„Ich mag keine Piraten, wenn du darauf hinaus willst. Doch du bist verletzt und was für mich seltsamer weise noch wichtiger ist … „ Er hab ihre Tasche auf und legte sie neben Leila auf die Liege. „Du bist eine Kollegin! Ich kann nicht Glauben das du einfach die Leben die du retten könntest, vernichten willst! Warum bist du auf der todbringenden Seite?“
Leicht beschämt wendete sie ihren Kopf ab, sie konnte dem Arzt nun nicht in die Augen sehen während sie am liebsten im Boden versinken wollte.
“ Ich hatte gehofft, wenn ich ins Dorf gehe, das es nicht so schlimm wird.“
„ Du wolltest also das Dorf beschützen?“ sagte der Arzt in einem nur scheinbar amüsierten Tonfall, den die alleine die Vorstellung jemand könnte so denken ließ ihm die Galle in den Magen schießen. Doch als Leila den Kopf schüttelte wurde sein Gemüt wieder etwas sanfter.
„ Ich bin wirklich nicht die schlaueste, aber so dumm bin ich nun auch wieder nicht. Wenn ich das Dorf hätte beschützen wollen, hätte ich Nair die Stirn geboten. Den selbst wenn ich nein gesagt hätte, hätte ich nichts verhindert. Er schien entschlossen es so oder so zu versuchen das Dorf in seine Hand zu bekommen. Ich hatte nur gehofft das sich sein Ziel so mit möglichst wenig Opfern erreichen lässt.“
„Warum hast du ihm den dann nicht einfach die Stirn geboten?“
„ Warum seit ihr nicht abseits stehen geblieben? Das hätte auch weniger Opfer bedeutet. „
„Das hätten wir niemals getan!“
Sie nickte nur um dem Arzt so zum verstehen zu geben, das es für sie aus ihren Gründen auch nicht möglich gewesen war anders zu handeln, als sie es eben getan hatte. Aber sie nickte auch weil die Marine, in ihren Augen, in genau diesem Moment nichts weiter tat als eben etwas zu spät die Füße still zu halten und zuzusehen. Sie konnte der Marine natürlich keine Vorwürfe machen, sie taten doch nur das dessen sie sich verpflichtet fühlten, bei ihr war es aber auch nicht anders.

Dem Arzt wurde klar das sie sich einfach auf verschiedenen Seiten befanden. Wäre sein und ihr Schicksal möglicherweise etwas anders verlaufen würden die Rollen vielleicht etwas verdreht sein. Wenigstens konnte er für sich feststellen das diese junge Frau auf der Liege kein so blutrünstiges Monster war für das er sie hätte halten müssen. Auch wenn er sich dem Leben verpflichtet fühlte hätte es ihm Leid getan wieder ein Monster auf die Menschheit loslassen zu müssen, so jedoch konnte er sich wenigstens etwas mit dem Gedanken trösten das dieser Pirat wenigstens ein kleines Gewissen hatte. Wenn sie etwas mehr Zeit gehabt hätten, hätte er möglicherweise noch mehr aus ihr herausbekommen doch so musste er sich damit begnügen was er bisher in Erfahrung gebracht hatte. Und er hatte auch seine Befehle und so öffnete sich die Tür und ein paar Weibliche Soldaten traten ein. Das Bündel das eine von ihnen an das Ende der Liege legte wurde schnell entfaltet und ungläubig blickte Leila zu den Frauen.

„ Das ist nicht euer Ernst? „
Giftig blickte sie eine der Frauen an und sagte einfach nur.
„Wir haben unsere Befehle.“
Langsam ließ Leila ihren Blick über die Kleider gleiten und schüttelte den Kopf.
„ Ist das ein blöder Scherz? Da geh ich lieber …. „
„ Das wirst du dann auch müssen!“ ertönte plötzlich lachend die Stimme des Arztes. „ Deine Kleider sind zerschnitten und andere Kleider wirst du auf diesem Schiff nicht bekommen. Du wirst wieder freigelassen also sei dankbar für das was du bekommst.“

Schwerfällig stand sie von der Liege auf und wäre fast gestürzt wenn der Arzt ihr nicht helfend zur Seite gestanden hätte. Sie ergriff die Kleider zwischen Daumen und Zeigefingern während sich ein angewiderter Ausdruck in ihrem Gesicht abzeichnete. Noch einmal dachte sie kurz daran wirklich Nackt von Bord zu gehen ehe sie doch lieber in die Kleider schlüpfte. Sie empfand es immer noch als schlechten Scherz auf ihre Kosten. Kurz sprachen die Soldatinnen noch miteinander ehe eine von ihnen auf Leila zu trat und ihr mit geschickten Bewegungen einen Pferdeschwanz band und ihr die Mütze aufsetzte.
„Sie verdient es nicht! „
„ Da gebe ich dir recht.“
Sie wusste nicht wem die Idee gekommen war aber eine schlimmere Strafe konnte sie sich nun wirklich nicht vorstellen. << Werft mich doch lieber ins finsterste Loch und werft den Schlüssel weg! >> Ihr wurde wieder übel als sie sich im Spiegel betrachtete.

Ihre Kleidung hatte nun eine frappierende Ähnlichkeit mit einer Marine Uniform, doch so das man leicht aus der Nähe erkennen konnte das diese nicht echt war. Einen Wolf im Schafspelz wollte sicherlich niemand selbst erschaffen. Auch für sie selbst war nun auf den ersten Blick zu erkennen das es nur ähnlich aussehende Kleidung war, doch gerade deswegen fühlte sie sich nur um so schlechter. Ein schaudern überlief sie während sie sich schon einen Weg suchte wie sie ungesehen von dem Schiff springen konnte ehe sie jemand in diesem Aufzug sah. Bei dem Grinsen das dem Arzt über die Lippen zog konnte sie sich vorstellen wer dafür verantwortlich war. So einen fiesen Humor hatte sie ihm gar nicht zugetraut. Bei dem belustigten Funkeln das in seinen Augen erschien war sie sich sicher das er für diese Peinlichkeit gesorgt hatte. Sie verzog kurz ihr Gesicht doch konnte sie wohl nichts anderes Tun als sich in die Lage zu fügen.

„Steht dir, irgendwie.“ Sagte der Arzt während nun selbst die Frauen belustigt Grinsten. Mit einem Kopfschütteln setzte sie sich wieder auf die Liege. Stehen viel ihr immer noch schwer, sie hoffte nur das sie wenigstens ohne Hilfe das Schiff verlassen konnte. << Notfalls krieche ich von Bord! >> Sie war fest entschlossen ihren Willen Notfalls auch in die Tat umzusetzen . Doch just in diesem Moment ging die Tür auf und eine Liege wurde ins Zimmer geschoben.

Als der Doktor den anderen Patienten begrüßte zuckte ihr Kopf in dessen Richtung. Sie konnte es kaum fassen das der Arzt es zuließ das die Liege neben ihr zum stehen kam. Was würde der Arzt wohl machen wenn sie schnell ihre Finger um den Hals des Kapitäns schloss und einfach seinen Hals zerdrückte oder ihn als Geisel nahm. Alleine der Gedanke daran stieß sie aber schon ab und so versuchte sie sich so gut es eben ging zu entspannen und schlug die Beine übereinander. Selbst wenn sie es gewagt hätte wäre ihr Vorhaben schon im Ansatz gescheitert, doch das würde sie nun nie erfahren müssen.

„ Was hat er denn alles? „ sie hatte schließlich nichts von seinem Kampf gegen Nair mitbekommen, so siegte schließlich ihre Neugier und sie fragte den Arzt als es schien das der Kapitän eingeschlafen war. Nun sagte der Arzt einige Begriffe die von Laien wohl nicht verstanden worden wären, Leila gab aber in ähnlicher Wortwahl Antwort und so entbrannte bald eine Diskussion zwischen den Beiden wobei sie zu vergessen schienen wo sie waren und auf welchen Seiten sie überhaupt standen.
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Mi 29 Feb 2012 - 19:06

Nach einiger Zeit, die Godot zum Schlafen und Erholen genutzt hatte, wurde er wach. Ihn hatte die Diskussion zwischen Leila und dem Chefarzt geweckt. Er drehte seinen Kopf zu den beiden, hatte nun das ganze Szenario im Blick. Zwar schien die Diskussion schon länger so zu laufen, dennoch war auch kein Ende in Sicht. Zumindest nicht, wenn nicht einer ihre Unterhaltung unterbrechen würde. Es fielen Worte, mit denen der Marinekapitän nicht viel anfangen konnte. Nachdem er dem Ganzen einige Minuten beigewohnt hatte, beschloss er schließlich, die Unterhaltung zu unterbrechen. Ich möchte noch mit ihr reden... Wenn ich mich jetzt nicht zu Wort melde, dann führen die dieses Gespräch noch stundenlang... Er räusperte zuerst. Daraufhin hielt der Chefarzt inne und drehte sich zum Stabsoffizier.

Ich möchte die Diskussion ja nur ungerne unterbrechen, Doc, aber ich würde doch gerne ein paar Worte mit meiner Zimmergenossin austauschen. Sie haben bestimmt nichts dagegen, uns für 10 Minuten alleine zu lassen? Er sprach mit ruhiger Stimme, es war keineswegs ein scharfer Unterton darin zu hören. Es war lediglich eine freundliche Bitte des Kapitäns. Einen Moment lang zögerte der Chefarzt ehe er schließlich sprach: "Zehn Minuten sagten Sie? Ok, Käpt'n." Danke. Bitte sorgen Sie auch dafür, dass sonst niemand dieses Krankenzimmer während dieser Zeit betritt. "Verstanden." Ich danke Ihnen...
Nach diesem kurzen Gespräch verließ der Mann das Krankenzimmer, zusammen mit den weiblichen Soldaten. Vielleicht wirkte dieses Verhalten merkwürdig, doch wollte Godot nur sicherstellen, dass er ungestört mit der Zimmergenossin reden konnte.

Im ersten Moment wusste der Stabsoffizier nicht, wie er das Gespräch beginnen sollte und legte sich deshalb erst einen Augenblick die Worte zurecht. Dann sprach er mit ruhiger Stimme und einem freundlichen Ton.
Ich bin Godot, Befehlshaber der 9.Division. Ich freue mich, dass ich etwas Gesellschaft im Krankenzimmer habe. Nachdem er sich vorgestellt hatte, stellte er ein paaar Fragen und hörte sich dann die Antwort der Frau an. Was ist dir denn zugestoßen, dass du im Krankenzimmer gelandet bist? Der Marinekapitän wusste, dass sein Chefarzt nicht einfach so Leute auf der Liege Platz nehmen ließ. Danach ging er auf die Uniform der Dame ein.
Du kommst mir irgendwie bekannt vor. Ich glaube, ich habe dich schonmal irgendwo gesehen. Gehörst du zur Marine? Ich kenne meine Leute und ich weiss, dass du nicht zur 9.Division gehörst. Ihm fiel nicht auf, dass die Marineuniform eigentlich nicht die richtige war. Dies hatte wohl damit zu tun, dass er sich diese nicht genauer ansah, sondern nur kurz erblickt hatte.
Wie geht es dir eigentlich? Scheinst die Behandlung des Docs ja gut überstanden zu haben. Er lächelte kurz. Dann beschloss er, um die Stimmung etwas aufzulockern, ein wenig von sich zu erzählen. Keinesfalls wollte er ihr jetzt seinen ganzen Lebenslauf erzählen. Er wollte ihr nur von seiner Glanzleistung erzählen, die ihn hierher gebracht hatte, ins Krankenzimmer.
Ich bin wohl hier gelandet, weil ich Al Nair D. Jackson unterschätzt habe. Eigentlich wollte ich das Dorf schützen und letztendlich hat ein äußerst "cleveres" Angriffsmanöver dafür gesorgt, dass der Bursche mich außer Gefecht setzen konnte. Tja, shit happens, ne? Erneut lächelte der Marinekapitän und schloss dabei auch für einen Moment die Augen. Eigentlich fand er es schon fast amüsant, dass Al Nair ihn nach einem längeren Kampf plötzlich so spielend ausgeschaltet hatte.
Ich langweile dich bestimmt nur mit meinem Geschwätz, stimmt's? Tut mir leid, aber ich hab einfach jemanden gebraucht, mit dem ich reden konnte. Jemanden, der mich nicht kennt und mit dem ich reden kann, ohne dass dieser sich stets den Kopf zerbricht, wie er seinem Kapitän am besten antworten soll. Man trägt immerhin eine enorme Last als Kapitän, ist verantwortlich für all seine Leute und die ganzen Zivilisten und man ist stets schuld daran, wenn einem dieser Menschen was zustößt. Die sehen mich immer mit ganz anderen Augen. Voller Bewunderung und Achtung, Respekt. Manchmal sehne ich mich danach, einfach ein ganz normales Gespräch wie dieses zu führen. Es folgte eine kurze Atempause.
Sorry nochmal, dass ich dich mit dem ganzen Zeug belästigt und gelangweilt habe... Daraufhin schloss er die Augen und lächelte erneut. Es freute ihn, mit einem Menschen seit langem wieder auf Augenhöhe zu sprechen. Jemanden, den sein Marine-Rang gar nicht interessierte. Die Frau wirkte im Moment recht ungefährlich, war sie doch ebenfalls verletzt worden. Sein Lächeln strahlte dieses Mal eine Zufriedenheit aus. Alles, was er sich jetzt noch wünschen konnte, war eine gute Tasse Kaffee. Auf sein schwarzes Wundergetränk hatte er ja jetzt auch einige Zeit verzichten müssen. Wie sehr vermisse ich doch diesen bitteren Geschmack, der meine Sinne betäubt. Den heißen Kaffee, der seinen Weg zum Magen sucht und einem das Gefühl von innerer Wärme vermittelt. Hachja, was würde ich alles für eine Tasse Kaffee geben...

Die zehn Minuten waren nun bereits um und pünktlich betrat der Chefarzt erneut das Krankenzimmer. "Wie geht es meinen beiden Patienten?" Ich fühle mich besser. "Sie sollten sich noch schonen. Ihre Wunde ist noch nicht richtig verheilt. Sie sollten jegliche Strapazen meiden und zumindest noch eine Nacht lang auf der Liege verbringen.", meinte der Doc daraufhin. Auf dieser kalten Liege? Mein Bett wäre mir eigentlich lieber... "Keine Widerrede! Wenn die Wunde gut verheilt, können Sie morgen Abend wieder in ihrem geliebten Bett schlafen." Daraufhin nickte der Marinekapitän kurz. Dann sprach der Doc erneut. "Und du, Leila?" Nach wie vor lag auch Leila, genau wie Godot, auf einer Liege. Während er auf deren Antwort wartete, kamen auch die Assistentsärzte wieder ins Krankenzimmer, wenn auch nicht ganz geräuschlos. Ist das hier eine Massenversammlung? Mein Gott, da muss ich hier auf der Liege verweilen und dann kommen sie alle zur Tür rein. Etwas Ruhe wäre echt schön. Zumindest einen Tick leiser hätten sie doch sein können. Und überhaupt, wie wirkt das auf unseren Gast? Wie ein merkwürdiger Haufen Kittelträger... Sind ja alles nette Leute, aber zumindest in Anwesenheit eines Gastes könnten sie sich etwas disziplinierter benehmen... Am liebsten hätte er sich bei diesem Bild gleich mit der Hand an die Stirn gefasst, um den Assistentsärzten klar zu machen, dass er nicht allzu sehr von ihrem Verhalten angetan war. Er beschloss jedoch, dies lieber zu unterlassen. Es hatte ohnehin keinen Zweck mehr, da der Lärm sich nun gelegt hatte, wo alle eingetreten waren.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Mi 29 Feb 2012 - 21:26

Auch sie drehte sich zu Godot als dieser sich räusperte. Sie hatte doch glatt vergessen wo sie sich hier befand. Nervös kaute sie auf ihrer Lippe während sie sich nun Godot etwas näher besah. Sonderlich erholt sah er ja nun scheinbar noch nicht aus, auch wenn er der Marine angehörte so wünschte sie ihm nicht den Tod. Durch die Worte des Arztes wusste sie ja nun wie es um ihn stand. Für ihren Geschmack war heute wahrlich schon genug Blut vergossen worden und so hoffte sie trotz allem das er sich gut erholte. Aber Sorgen machte sie sich trotzdem. Würde er sie möglicherweise gleich ins tiefste Loch werfen? Vielleicht würde er aber auch den Befehl geben sie gleich am höchsten Mast aufzuknüpfen. Verdient hätte sie es ja möglicherweise in seinen Augen.

Als er sagte das er zehn Minuten mit ihr alleine reden wollte wurde es ihr flau im Magen und sie hätte sich fast wieder übergeben. Man sah ihr möglicherweise sogar an das sie sich etwas unwohler fühlte. Sie konnte sich beim besten Willen nicht Vorstellen warum Godot in seinem Zustand mit ihr alleine sein wollte. So wurde ihr Unbehagen eher noch verstärkt als gemildert als der Arzt sowie der Rest der Anwesenden aus dem Zimmer gingen.

Als er zu Sprechen begann und sich Vorstellte überlegte sie sich kurz ihm eine Lüge aufzutischen schließlich hielt er sie ja scheinbar sogar der Marine angehörig. Sie überlegte so lange bis er ausgeredet hatte und entschloss sie sich dazu ihm die folgenden Worte zu sagen.
„ Leila Lu Rin gesuchter Pirat. „
Der Tonfall ihrer Worte dürfte sich mit kleinlaut beschreiben lassen. Sie wollte nicht damit angeben, protzen oder Aufmerksamkeit erhaschen. Sie hatte sich nur spontan dazu entschlossen bei der Wahrheit zu bleiben. Sie sah keinen Sinn darin ihm eine Lüge aufzutischen. Früher oder Später wäre es ohnehin ans Licht gekommen und wer weiß welche Auswirkungen es dann geben würde. << Lieber mit offenen Karten spielen. >> sind ihre Gedanken.
Beschämt zog sie ihre Beine an, besser sie versuchte es, denn die noch immer recht frische Naht ließ dies nicht zu. Ein Bein blieb also ausgestreckt während sie ihren Kopf seitlich auf das andere Knie auf stützte und so Godot im Blick behielt während sie hoffte so einen ungefährlicheren Eindruck zu vermitteln. Ein möglicher Angriff auf ihn aus dieser Pose musste zu mindestens einige Sekunden länger dauern als wäre sie einfach nur Sitzen geblieben.

Möglicherweise würde jetzt nur noch sie froh über ein wenig Gesellschaft sein, doch konnte sie ja nun wirklich nichts dafür das sie ihn ausgerechnet neben sie gelegt hatten. Für seine Wunden konnte man ihr schon die Schuld geben und irgendwie tat sie dies auch. Hätte sie schließlich das Dorf nicht überfallen wäre möglicherweise alles ganz anders gekommen. Auf den Gedanken das es möglicherweise auch schlimmer hätte kommen können kam sie leider erst gar nicht.

„ Saemon, wenn er wirklich so heißt, ist mir, äh, zugestoßen.“ Kurz denkt sie noch einmal über ihre Worte nach ehe sie noch einmal Nachdrücklich nickt. „ Zuerst aufgeschlitzt dann in den Boden gestampft, ein ganz schön flotter Typ„ Anscheinend konnte sie ihre Niederlage schon wieder mit etwas Humor betrachten. Doch stimmte es ja auch, mit jemanden der so Flott war, war sie vorher noch nie zusammengetroffen. „ Nicht eine Schramme konnte ich ihm verpassen. Warum sie ausgerechnet dies erwähnte wusste sie selbst nicht so genau, möglicherweise wollte sie einfach nicht das er sich um Saemon sorgen machte, schließlich waren Sorgen nicht gerade förderlich für seine Genesung.

„ Gesehen wirst du mich möglicherweise in dem Dorf haben, das ihr beschützen wolltet. Mit dem Gesicht im Dreck dürfte ich auch schwer zu erkennen gewesen sein, oder gar einen Anblick geboten haben den man gerne im Gedächtnis behält. Und mir geht es schon wieder ganz Gut denke ich. Hier würde ihm möglicherweise der Doktor später eine bessere Auskunft geben können doch wirklich „Gut“ ging es ihr noch lange nicht. Jedoch wollte sie sich vor Godot genauso wie vor Saemon keine Schwäche anmerken lassen.

<< Shit happens! >> wiederholte sie seine Worte kurz in ihrem Geiste und nickte. Besser hätte man es nicht ausdrücken können und sie hoffte man sah ihr die Panik nicht an die sie empfand als er Nairs Namen erwähnte. Schließlich konnte sie immer noch nicht wissen was für ein Typ Mensch dieser Pirat war. Würde er sein Versprechen halten? Würde er an ihr, für ihr Versagen, ein Exempel statuieren. Hörbar schluckte sie kurz ehe sie mit trockener leicht belegt klingender Stimme „Tut mir leid „ sagte. Sie wusste das es nur eine hohle Fraße war und ihre Worte auch so klinken mussten in seinen Ohren, auch wenn es ihr im Augenblick wirklich Leid tat das er Verletzt worden war.

„ Du langweilst nicht.“ Ja, auch sie hatte dieses Gespräch genossen, sogar mehr als das mit dem Arzt. Schließlich wurde sie mal nicht auf ihre Brüste oder ihr Piraten Dasein reduziert. Was sich nun vermutlich ändern würde. Kurz schweiften ihre Gedanken zu Ciel ab und sie fragte sich wie es ihm wohl ergangen war. Die Unterhaltung wenn sie auch noch so kurz gewesen war hatte sie ja schließlich auch genossen. Mit Ciel im Gleichschritt kamen die Gedanken an Sayuri und sie hoffte das es ihr Gut ging und sie keine Dummheiten anstellte. << Hoffentlich versucht sie nicht mich zu retten! >> Sie war zwar nicht der Kapitän, doch fühlte sie sich trotzdem irgendwie für die zwei verantwortlich und so konnte sie Godot nur zustimmen. „ Es ist schon eine Last die man sich auf die Schultern legt. Doch …“ kurz rief sie sich die zwei noch einmal ins Gedächtnis „ trägt man diese nicht doch mit einem lächeln? „ Genau jenes breitete sich nun leicht auf ihren Lippen aus.

"Da habt ihr eure Ärzte wieder! Nun haltet euer Wort und gebt uns die Frau zurück die ihr bei euch habt!"

Drang Nairs stimme an ihr Ohr und sie erbleichte. Nun würde sich also entscheiden ob sich die Marine an ihr Versprechen gebunden fühlte oder ob sie einen neuen Kampf riskieren wollten. Sie schüttelte kurz den Kopf und schloss die Augen. Doch danach? Sie fühlte sich als würde sie an einem tiefen Abgrund stehen dessen Boden sie nicht einmal erahnen konnte. Auch wenn die Handschellen noch auf ihren Zerschnittenen Kleidern lagen so wahren ihr doch die Hände gebunden. Innerlich zitterte sie wie Espenlaub und möglicherweise sah man ihr auch außerhalb ihres Körpers etwas davon an. Doch sie blickte dem Arzt fest in die Augen und Antwortete ihm.
„ Gut genug.
Langsam ließ sie ihre Beine von der Liege gleiten und stellte sich langsam auf ihre Beine. Der Arzt hatte zu ihrem Glück etwas geahnt und einer der Assistenzärzte ergriff auf einen kurzen Wink hin ihren Arm. Sie wäre ansonsten gestürzt. Sie hob die Handschellen von ihrem Kleiderhaufen und hielt sie einem der Assistenten mit einem lächeln hin. Sollte dieser sie ergreifen würde sie die Arme ausstrecken und sie sich widerstandslos anlegen lassen.

Ob in die Freiheit oder in die Zellen sie würde diesen Weg wohl so gehen wie sie an Bord gekommen war, auch wenn sie da getragen worden war, in Handschellen. Jedenfalls hatte sie nicht vor irgendeinen Ärger zu machen, auch wenn sie Angst davor hatte was Nair wohl mit ihr tun wollte. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen dass es ihm wirklich nur darum ging sein Versprechen zu halten.

[ TBC -- > Konomi Island/ Hafen ]


Zuletzt von Leila Lu Rin am Do 1 März 2012 - 15:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Do 1 März 2012 - 11:05

Auf eine langsam, eingängige Art und Weise klopfte Kenji drei Mal gegen die Holztür welche den Rest des Schiffes vom Krankenzimmer trennte. Er war hergekommen um die Gefangene Leila Lu Rin, welche sich derzeit zur Behnaldung in gerade diesem Zimmer befand, abzuholen und ihren Kapitän auszuliefern, damit würde sie leider wieder auf freiem Fuß befinden. Begleitet von einen leisen Knarzen der ans Holz geschraubten Scharniere öffnete der Maat die Tür und spähte vorsichtig in den Raum. Dort erblickte er einen eher unangenehmen, aber aushaltbaren visuellen Einfluss, denn der große Krankensaal war noch immer an einigen Stellen voller Blut der Operationen und Verwundeten welche hier kuriert wurden, dies war aber wie gesagt nur mittelmäßig schlimm und für einen Soldaten wie Kenji nicht weiter schlimm. Wenn man es mal genau nimmt war er sogar froh das er nur verbliebenes Blut erblickte und nicht in etwa die Leiche eines Marinisten der es nicht überstanden hatte. Zu seiner eigenen Überraschung musste er feststellen das die Person nach der er suchte, geleitet von einen Arzt entgegen kam. Der Schwertkämpfer betrat nun endgültig den Raum und stellte sich so imposant hin wie ihm Möglich war. Eisig und gerade zu Hass erfüllt sah er der Verbrecherin ins Gesicht und musterte sie noch einmal aufs Genauste. Ihren Anblick nach hatte sie gelitten ,an sich war das zwar nicht gut, denn kein Mensch sollte Leid erfahren, aber diese Frau hatte einige schreckliche Dinge getan, Dinge die man ihr nicht verzeihen konnte.

"Dein Captain ist hier um dich abzuholen..."

Knurrte er regelrecht hinter geschlossenen Zähnen hervor und wandte seinen Blick wieder von ihr ab, da er es einfach nicht mehr ertragen konnte. Stattdessen sah Ken zu Godot der glücklicherweise bei Bewusstsein war, zumindest eine gute Sache in dieser ganzen Misere. Der Maat war zwar froh aber dennoch zeigte er kaum eine emotionale Regung gegenüber seinen Vorgesetzten. Das wiederum durfte man nicht falsch verstehen, natürlich war er Glücklich darüber das er wohl auf war, aber da er sich nach wie vor nicht Sicher war ob er tatsächlich richtig gehandelt hatte, konnte er nicht wissen wie Godot derzeit über ihn dachte.

"Hat man Sie bereits über den Vorlauf im Dorf nach ihrer Bewusstlosigkeit informiert?" Warf er still in den Raum und machte eine kleine Pause bevor er schließlich weiter sprach "Falls ja, dieser Al Nair ist hierher gekommen um diese Frau" Kenji warf Leila einen mehr als nur giftigen Blick zu und spie das Wort Frau regelrecht aus. "...abzuholen"

In diesem Sinne gab Kenji durch eine grobe Handbewegung dem Arzt welcher Leila stützte die Anweisung wegzutreten und packte sie stattdessen selbst grob am Arm. Falls Godot keinen Einspruch einlegen würde, so würde er sie vom Bord des Schiffes zerren und sie vor Al Nairs Füße schmeißen. Ob sie dabei Schmerzen hatte oder nicht war ihm egal, diese Frau hatte wirklich nichts besseres verdient als wie Dreck behandelt zu werden. Sie war wie jeder andere Pirat auch - Ein Monstrum das nicht verdient hat auf dem Boden dieser Welt zu wandeln, warum also nett und freundlich sein?

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Do 1 März 2012 - 18:50

Eigentlich fand Godot es schade, dass seine gute Gesellschaft gerade dazu aufgefordert wurde, das Schiff zu verlassen. Ich tappe etwas im Dunkeln... Was hat diese Leila wohl getan, dass sie hier gelandet ist und warum wird sie jetzt Al Nair abgeliefert? Was zur Hölle geht hier vor sich? Gehört sie etwa zu ihm? Dabei schien sie doch so nett zu sein. So menschlich. Eigentlich kenne ich kaum Piraten, die wie sie sind. Haben wir das Recht, solche Leute mit solch einer Abneigung zu behandeln? Wer gibt uns das Recht, uns als etwas besseres darzustellen? Wir sind letzlich ALLE Menschen, egal ob Pirat oder Marine. In diesem Punkt sind wir alle gleich.

Godot gefiel nicht, dass irgendetwas im Busch war. Zu gerne hätte er gewusst, was los war. Doch es ging alles so schnell, dass der Stabsoffizier beschloss, nur ein paar Worte an Kenji zu richten, um ihm eines vor Augen zu führen: Sie sollten das Schwarz-Weiss Denken endlich ablegen. Es gab nunmal nicht einfach nur eine gute und eine böse Fraktion. Die Welt war nunmal viel komplexer. Dies wollte er ihm mit seinen darauffolgenden Worten klarmachen.

Kenji! Mir gefällt dein Ton nicht. Wie kannst du nur so abwertend mit dieser Frau sein? Selbst, wenn sie Piratin ist, brauchen wir sie noch lange nicht wie ein Stück Dreck zu behandeln. Denn dann sind wir nicht besser wie gewisse kaltherzige Piraten. Klar soweit? Diese Worte waren sehr ernst und er hoffte, dass Kenji Godots Botschaft verstanden hatte. Der Marinekapitän konnte nicht überprüfen, ob der Maat die Gefangene anschließend besser behandelte oder ob er Godots Moralpredigt einfach ignorierte.

Hm... Diese Leila war wirklich eine sehr freundliche Frau. In der Marine-Uniform sieht sie auch nicht schlecht aus. Steht ihr sogar recht gut. Es ist wirklich ein Jammer, dass eine solche Dame sich der Piraterie verschrieben hat. Aber man scheint daran wohl nichts mehr ändern zu können, oder? Während dem recht kurzen Gespräch hatte er Leila eigentlich lieb gewonnen. Sie wirkte nicht so kaltblütig, zumindest nicht während dieses Gesprächs, wie es der Stabsoffizier von vielen Piraten kannte. Er hatte schon schlechte Erfahrungen mit Piraten gemacht. Oh ja, und das bereits zur Genüge. Doch die heutige Begegnung führt ihm wieder vor Augen, dass es eben nicht nur Gut und Böse gibt. Es gibt auch Grauzonen und Leila schien ebenfalls eher zur Grauzone zu gehören als zu den beiden Extremen. Nachdem sich seine Gedanken um die Piratin von gerade eben gedreht hatten, erinnerte er sich wieder an Kenjis Worte.

Erneut erklangen eben diese Worte in seinen Gedanken. Al Nair ist hierher gekommen, um diese Frau abzuholen. Was meint er damit? Und warum liefern wir Al Nair Leila überhaupt aus? Was hat er gegen uns in der Hand, dass wir sowas tun? Lassen wir uns so einfach von diesem Piraten sagen, was wir tun und lassen sollen? Er verspürte den Drang, gleich zu handeln. Sich das Szenario draußen ansehen. Er wollte nur zu gerne wissen, was dort vor sich ging. Als er sich rührte um sich anschließend aufzurichten, merkte er bereits, dass er noch wahnsinnige Schmerzen hatte. Die schmerzlindernden Medikamente schienen wohl mit ihrer Wirkung etwas nachgelassen zu haben. Jedenfalls beschloss Godot schließlich, doch liegen zu bleiben. Eigentlich war es ohnehin besser, dass er sich nicht rührte. Denn sollte jemand ihn in seinem Zustand rumstolpern sehen, würde dieser wohl gleich innerlich anfangen zu lachen. Er war noch immer ein Wrack. Es war schon Schande genug, dass er im Kampf auf solch lächerliche Art und Weise besiegt wurde. Der Stabsoffizier hatte sich als lebendige Zielscheibe präsentiert und einem Mann wie Al Nair quasi gesagt: "Versuch mich doch zu treffen!" und das aus nächster Nähe. Man musste schon ziemlich selbst bewusst sein, um überhaupt eine solche Aktion zu starten. Um sie dann aber auch überzeugt durchzuziehen musste man jedoch lebensmüde sein.

Im Nachhinein sah auch Godot ein, dass es ein riesiger Fehler war, ein Kamikaze-Plan, der einfach nicht von Erfolg gekrönt sein konnte. Was hatte er sich dabei nur gedacht? Hatte er geglaubt, er könne mal eben so antanzen und ihm würde dabei schon nichts schlimmeres zustoßen? Vielleicht war auch ein Hauch Optimismus bei dieser Aktion mit von der Partie. Fakt war, dass er es wohl verdient hatte, so zugerichtet zu werden. Leichtsinnigkeit wurde bei einem Gegner wie Al Nair radikal bestraft. Da würde der Pirat sich doch keineswegs zurückhalten, konnte er Godot doch so richtig in den Hintern treten.

Nachdem er sich wieder etwas länger Vorwürfe gemacht hatte, schloss er die Augen und versuchte einzuschlafen. Der Marinekapitän musste noch schlafen, sich ausruhen. Während er mit geschlossenen Augen auf der Liege lag, malte er sich aus, was wohl danach passiert war. Er wusste nur, dass er bewusstlos am Boden lag und irgendwie zum Schiff gebracht wurde. Kenji konnte ihn unmöglich alleine getragen haben. Bei dessen körperlicher Verfassung wäre das wohl ins Auge gegangen. Waren Kenji Soldaten zu Hilfe geeilt? Wenn ja, wer? Und was hat Al Nair getan? Es gab doch noch viel zu viele ungeklärte Fragen. Der Stabsoffizier suchte verzweifelt in Gedanken nach Antworten. Erfolglos. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich später mit einem seiner Leute zu unterhalten. Es machte jedenfalls den Eindruck, als sei zumindest Kenji voll und ganz im Bild der ganzen Geschehnisse. Godot würde wohl am nächsten Morgen mit dem Maat reden. Schließlich wollte auch der Marinekapitän wissen, was sich noch so vorgetragen hatte. Wer hatte alles seine Finger im Spiel? Und was wurde aus den ganzen Zivilisten? Wie stand es um die Insel? Das waren wohl nur einige Fragen, die er Kenji stellen würde. Ihm würden bestimmt noch haufenweise weitere Fragen einfallen. Der Marinekapitän wollte doch nur Klarheit. Nie hätte er gedacht, so viel verpasst zu haben.

Langsam aber sicher wurde seine Atmung sehr regelmäßig. Er atmete immer leiser, nun kaum noch hörbar. Während er so dort lag, lächelte er unbewusst. Eigentlich hatte er kaum einen Grund glücklich zu sein, wüsste er, was sich gerade draußen abspielte. Doch angesichts der Tatsache, dass er gänzlich unwissend war, war er auch froh, alles mehr oder weniger heil überstanden zu haben. Laut den Kittelträgern stand es ja nicht so gut um ihn. Er hatte Glück im Unglück gehabt.

Jedenfalls schlief der Stabsoffizier nun tief und fest und würde wohl bis zum nächsten Morgen nicht wieder aufwachen. Danach sollte er wieder genug Kraft gesammelt haben, um zumindest bis zu seiner Kapitänskajüte zu gelangen und dort wieder alltäglichen Beschäftigungen als Kapitän der Marine nachgehen zu können.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Fr 2 März 2012 - 8:58

cf: Konomi Island/ Hafen

Inzwischen war es draußen reichlich dunkel geworden, zudem war es verglichen mit Tagsüber regelrecht eisig geworden, und auf dem nur spärlich beleuchteten Deck hatte der bereits stark angeschlagene Kenji ordentlich Probleme die Tür zum Krankenzimmer zu erreichen. Die Mullbinde welche er sich auf seine Wunde drückte um nicht soviel Blut zu verlieren das er in Ohnmacht fiel, war inzwischen tief rot gefärbt und enthielt nicht einmal ein winziges Stück sauberes Weiß. Regelmäßig wie das Ticken einer Standuhr löste sich ein kleiner Tropfen vom Stoff und donnerte auf den hölzernen Boden der True Justice wo er wiederum in einer der etlichen Rillen verlief. Es war wirklich Zeit gewesen das sich der Maat medizinisch behandeln lässt, doch kaum ergriff er den Knauf um die Tür zuöffnen zögerte er. Irgendwie hatte seit langer Zeit mal wieder echte Angst verspürt, keine Angst das ihm etwas wirklich schlimmes widerfährt, aber Angst davor mit den Konsequenzen seiner Taten zu Leben. Ihm fehlte das Selbstbewusstsein vor den Augen seines Kapitäns zu treten und ihm zu sagen das er Fehler getan hat, aber waren diese Fehler wirklich seine Schuld? Eindrücke und Gedanken fluteten Kenjis benommenen Geist und sein ganzer Leib fing an zu zittern. Einige Stunden zuvor war er in Kokos allein gewesen, allein und unerfahren. Gab es in der Geschichte der Marine jemals einen Maat wie ihm der solche drastischen Entscheidungen fällen musste? Über Leben und Tod entscheiden? Das Schicksal seines Kapitäns und das einer ganzen Insel in den Händen zuhalten welches geradezu aus seinen Fugen stürzte? Nein, sicherlich nicht, da war er sich Sicher, doch trotzdem plagten den jungen Mann Selbstzweifel. Hätte er sowie Saemon kämpfen sollen? Zumindest nach Kenjis Meinung war dies nicht der richtige Weg, Kämpfe sollte vermieden werden und außerdem war es in dieser Situation zu gefährlich gewesen, immerhin hatte Godot eine Klinge an der Kehle. Tief im inneren war er also davon überzeugt das er richtig gehandelt hatte, aber was lies ihn dann am ganzen Mark erzittern? Dachte Ken vielleicht von sich selbst er wäre über die Zeit zu einen Feigling geworden und nutze seine Abneigung gegen den Kampf nur als Ausrede? Möglich, bei jemandem der sich nicht einmal traute in das Krankenzimmer zugehen obwohl er grade am verbluten ist nur Weil sein Kapitän in diesem lag war es wohl nicht grade unwahrscheinlich. Verbissen drehte der Schwertkämpfer seinen Kopf zur Seite und kniff die Augen zu, als würde er sich vor der Wahrheit verschließen.

"Tsk, was ist nur aus mir geworden?...Ich muss mich zusammenreißen!"

Langsam drehte der Schwarz/Weißhaarige den Knauf der Tür um und öffnete diese einen kleinen Spalt, durch diesen drang ein dämmriges Licht ,erschaffen durch einige Öllampen, an die Außenwelt. Vorsichtig machte der Maat seinen ersten Schritt in den Raum und blickte sich mit gesenkten, ja geradezu beschämten, Kopf um. Inzwischen war nur noch der Hauptarzt zugegen der hinter seinen Schreibtisch irgendetwas auf ein Formular zu schreiben schien. Interessiert richtete er seinen Blick nach oben und musterte Kenji, als er die Wunde erblickte welche von dem Stoffballen verdeckt wurde, stand er schließlich auf und ging eilig aber elegant zu Kenji. "Zeig mal her, Kenji." Sagte der in weiß gekleidete Arzt schließlich und wartete darauf das der Maat den Stoff von der Wunde nahm und somit diese regelrecht entblößte. Der Mediziner verzog sogleich die Miene und beugte sich herab so das er ein genaueres Augenmerk auf die verletzte Schulter werfen konnte. "Ohh, tiefer Messerstich...wie lange schon?" Schweren Blickes lies Ken den gebrauchten Verband in einen Mülleimer neben sich fallen und keuchte dabei leise die Antwort hervor.

"...Ein bis Zwei Stunden...vielleicht mehr?"

Der Arzt sah bestürzt in Kenjis Augen und schien es für den ersten Moment gar nicht glauben zu können. Nachdem er allerdings sah wie ernsthaft der Blick des Marinisten war ,wurde ihm klar das er keine Scherze machte. Sofort deutete er auf eine der freie Liege am anderen Ende des Raumes und holte aus einer nahen Schublade Nadel, Faden, Desinfektionsmittel, einen Schwamm, und einen frischen Verband hervor, zusätzlich dazu lies er noch Wasser in eine tiefe Schale laufen und trug dann alles zu Kenji der inzwischen auf der Liege platz genommen hatte. Langsam und bei jeder Bewegung ein leises Schmerz erfülltes Zischen von sich gebend, lichtete der ehemalige Sklave seine Kleidung und lies diese locker bis zu seinen Gürtel nach unten fallen so dass der Fachmann frei agieren konnte. "Warum bist du erst jetzt hergekommen Dummkopf? Du hättest verbluten können!" Scheinbar etwas gereizt und tadelnd tauchte der Arzt den Schwamm ins Wasser und säuberte die Wunde erst einmal grob. Auch wenn dies relativ doll weh tat musste Ken grob lächeln.

"Ich wünschte ich wäre früher gekommen, Doc."

Dies entsprach der Wahrheit, denn auch wenn Kenji wartete um den schwerer Verletzten wie Beispielsweise Godot Vorrang zu lassen, so war der Zeitraum bis zu seiner jetzigen Behandlung eine Schmerzhafte Angelegenheit gewesen und eine Behandlung hätte dem muskulösen Mann wirklich gut getan. Dies war jedoch egal und lies sich nun nicht mehr ändern. Hauptsache er war jetzt hier und lag nicht Ohnmächtig auf dem Deck der Justice. Nun gut, der Arzt schien Kenjis Antwort jedoch überhaupt nicht witzig zu finden und schüttelte vielsagend seinen Kopf hin und her, aus der Sicht eines Mediziners muss sowas wirklich schlecht sein da er derjenige ist der für die Gesundheit der Crew verantwortlich war. Auf eine Art konnte das der Maat also verstehen, fügte seiner Antwort jedoch trotzdem nichts hinzu. Ihm gefiel es ganz gut Mal nicht reden zu müssen, denn das hatte er bereits viel zu viel an diesen Tag für seinen Geschmack getan. Schweigen ist manchmal eben Gold und in Kenjis Falle war es sogar sein persönlicher Diamant gewesen. Von nun an herrschte Stille und der erfahrene Arzt brauchte nicht einmal Fünf Minuten um die Wunde sauber zuzunähen und allgemein zu verarzten. Als die Arbeit schließlich getan war legte er sein Zeug beisammen und klopfte Ken vorsichtig auf die gesunde Schulter. "Hast es überstanden, Junge." Der Mann stand auf und brachte sein Equipment zu einem nahe gelegenen Tisch. Währenddessen tastete sich Kenji zart über den frischen Verband und übte minimalen Druck auf die genähte Wunde aus. "Schlaf heute hier, ruh dich aus und morgen lässt du dir von einem meiner Kollegen ein Antibiotikum geben. Er wird wissen welches genau. Also mach mir bis morgen keinen Unfug..." Gezielt steuerte der Arzt den Ausgang des Krankenzimmers an und machte jede Lampe außer einer aus welche er jedoch auf minimales Licht dämmte. "...Gute Nacht." Mit einen Lächeln bedankte sich Kenji noch kurz vom Doc und wank ihn zu bevor er schließlich hörte wie die Tür ins Schloss fiel. Noch immer etwas schwächelnd löste der Maat sein Schwert gänzlich vom Rücken und legte sich auf die Seite. "Wo ist eigentlich mein anderes Schwert? Sieht so aus als würde ich ein neues brauchen...Achja, ich hab es verloren kurz bevor Godot zum Rückzug anpfeifen wollte. Apropos Godot..." Langsam drehte sich Kenji zu seinen Stabsoffizier welcher sich scheinbar im tief Schlaf befand. "Ob es ihm wohl gut geht? Was denkt er gerade von mir? Was erwartet mich morgen? Er erschien mir irgendwie sauer als ich vorhin Leila abführte. Wird er mein Abkommen mit Al Nair im Nachhinein in den Wind schlagen?...Hätte er wohl anders gehandelt?" Die letzte Frage verankerte sich regelrecht in Kenjis Gehirn und schien ihn nicht mehr loslassen zu wollen - wie eine Zecke welche sich in das Fleisch seines Opfers krallte und begierig das Blut aus diesem heraussaugt. Über die Nacht hatte der Maat noch viele verquerte Träume über dieses Thema in denen er unter anderem ein weiteres Massaker auslöste, für Godots Tod sorgte und ein weiteres Szenario wo er erstaunlicherweise ohne weitere Verluste den Sieg einholte und alle Menschend er Insel rettete, aber Träume sind nichts weiter als Streiche die uns unserer Geist spielen möchte. Was der nächste Tag jedoch für einen bereit hielt, dies konnten sie einen nichts sagen. Träume sind Lügen und Wünsche die wir uns nicht erfüllen konnten, eine verkehrte Welt in der nichts so ist wie es scheint, aber alles eine tiefere Bedeutung besaß. Kenji mochte sie nicht, aber dennoch konnte er ihnen nicht entgehen. Es war als würde ein Fluch auf ihm liegen...War die Welt denn wirklich so grausam? Warum tat sie solche Dinge? Letzten Endes konnte es der Schwertkämpfer aus dem West Blue nicht wissen, aber in ihm baute sich ein Hass auf Gott und die Welt aus, ein Hass geschürt von dem Schrecken welcher ihm heute im Dorf widerfuhr und er konnte nichts dagegen tun. Aus dem verschlossenen Jungen wurde an diesem Tag ein leicht entflammbares Pulverfass ,welches jederzeit explodieren konnte. Die Ruhe schien seinen Körper zu entfleuchen und abseits von Kenji selbst, wessen Schuld war es? Die der Piraten, die gleichen Ungetüme welche ihn sein ganzen Leben zu zerstören schienen, beinahe so als wäre es sein Schicksal sich diesen zu stellen und mit schwerer Not seine Bestimmung zu übertrumpfen. Niemand konnte Kenji verstehen, im Gegenteil sogar, es schien als würden sich alle gegen ihn stellen. Er war in einer Crew unter angeblichen "Freunden", aber letzten Endes war er allein ~

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Sa 3 März 2012 - 15:59

Der Stabsoffizier hatte sich nun sehr lange ausgeruht und war kräftemäßig wieder fast der Alte. Er fühlte sich weder müde, noch schwach, weshalb er gleich danach versuchte, aufzustehen und das Krankenzimmer zu verlassen. Godot stellte sich dabei zwar nicht sehr geschickt an, doch nach ein paar Minuten stand er irgendwie auf den Beinen. Er sah, dass Kenji noch auf der Liege daneben schlief. Zwar hatte der Marinekapitän einige Fragen an den Maat, doch konnten diese noch warten. Der Bursche sollte zumindest ausschlafen können.

Godot ging zum Schreibtisch des Arztes, entdeckte einen Stift und einen Stapel weißer Blätter. Im Handumdrehen kam ihm der Einfall, Kenji eine Nachricht zu hinterlassen. Er nahm den Stift und schrieb Kenji eine Nachricht auf einen kleinen, weißen Zettel: "Ich warte auf dich in meiner Kajüte." Natürlich unterschrieb der Marinekapitän diese Nachricht, damit Kenji sicher sein konnte, dass es sich um Godot handelte, der ihn sprechen wollte.

Nachdem er das hinter sich gebracht hatte, legte er den Stift zurück und verließ die Krankenstation. Zumindest wollte er das. In genau diesem Moment kam jedoch der Chefarzt persönlich zur Tür herein. Dass dieser überrascht war, den Kapitän bereits am Morgen wieder auf den Beinen zu sehen, war verständlich. Doch kurze Zeit später sprach er dann zu seinem Vorgesetzten: "Kapitän, wie ich sehe, geht es Ihnen bereits besser?" Ganz recht. Ich habe noch etwas Papierkram zu erledigen, also wenn Sie mich bitte entschuldigen würden, Doc. "Einen Moment noch, Kapitän Godot! Ich habe hier noch Medikamente für Sie. Das wäre einmal eines gegen weitere Schmerzen und eines, das zur Beschleunigung der Wundenheilung beiträgt. Beide Medikamente dürfen Sie bis zu dreimal am Tag nehmen und das ganze drei Tage lang. Ich würde Ihnen wärmstens ans Herz legen, diese auch wirklich neunmal einzunehmen." Danke, Doc. Ich muss jetzt aber wirklich los. Sie entschuldigen?

Nach der recht kurzen Konversation verließ Godot schließlich das Krankenzimmer. Wie ich diese verdammten Medikamente hasse. Aber der Doc scheint es wohl für nötig zu halten. Scheint, als müsse ich dieses Zeug doch tatsächlich einnehmen. Herrje, als hätte ich nicht schon genug zu tun. Jetzt darf ich auch noch daran denken, die beiden Medikamente jeden Tag morgens, mittags und abends einzunehmen. Der Tag kann doch gar nicht besser anfangen. Was regst du dich denn so auf, Diego?

Vor der Tür des Krankenzimmers blieb der Stabsoffizier für einen Moment lang stehen. Er war sich noch unsicher, wo er zuerst hingehen sollte. Soll ich an Deck mit ein paar meiner Leute reden? Oder mich doch sofort zu meiner Kajüte begeben? Ich muss das Hauptquartier informieren, dass Al Nair D. Jackson weiterhin auf freiem Fuß ist. Denn nach dem, was Kenji gestern gesagt hat, bezweifle ich, dass wir ihn festnehmen konnten. Also auf zur Kajüte. Er nahm die Beine in die Hand und ging sofort an Deck, von wo aus er schnell zu seinen vier Wänden gelangen würde. Godot wollte auch gar nicht wissen, was für einen Stapel mit Papierkram dort auf ihn wartete. Sein Tag war jedenfalls voll und ganz verplant. Es würde ihn außerdem noch ein Gespräch mit Kenji erwarten. Vielleicht sollte er das Hauptquartier erst kontaktieren, sobald er von Kenji erfahren hatte, was sich noch auf der Konomi-Insel abgespielt hatte. Arbeit hatte er jedenfalls noch zur Genüge in seiner Kajüte zu erledigen. Da blieb keine Zeit für Gespräche mit Untergebenen. Gerne hätte er auch von denen erfahren, was sie wussten. Nichtsdestotrotz war Kenji wohl der einzige, der über alle Geschehnisse Bescheid zu wissen schien.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   So 4 März 2012 - 13:38

Mit tiefen Augenringen richtete sich Kenji von seiner Liege auf und stöhnte dabei Schmerzerfüllt. Seine Wunde war nun zwar verarztet und bereits minimal über die Nacht verheilt, aber dennoch tat sie unglaublich doll weh. Zwischen zusammengekniffenen Augen sah er sich um und stellte schließlich fest das er inzwischen der einzige war der sich im Krankenzimmer befand. An sich eine gute Sache, aber das würde vermutlich heißen das der Maat etwas lange geschlafen hatte, doch konnte man ihm das verdenken? Immerhin war seine Verletzung schon ein wenig schwerer gewesen als die von manch anderem und für einen Verwundeten musste er am Tag zuvor ungewöhnlich lange aufbleiben um Al Nair zu erwarten. Zwar erholt aber dennoch angeschlagen zog er seinen rechten Arm seiner Jacke und versuchte dies auch mit seinem linken, woran er allerdings aufgrund des Schmerzen und da er nicht riskieren wollte das die Wunde riss, scheiterte. Mit den linken Teil seiner Kleidung locker herunterhängend und somit bis auf dem sauberen Verband beinahe gänzlich nackt sprang er von der Liege herunter und schnallte sein Schwert auf den Rücken. Sofort machte er sich auf den Weg zum Ausgang um einen der Ärzte zusuchen die ihm das Medikament geben sollte welches der Hauptarzt am Abend zuvor angewiesen hatte. Bei der großen Tür angekommen sah er allerdings nichts und niemand, also was tuen? Vielleicht hatte einer der Mediziner ja das Mittel hier irgendwo mit einer kurzen Notiz hinterlegt. War zwar relativ unwahrscheinlich, aber an sich kein dummer Gedanke. Suchend blickte sich Kenji also um bis sein Blick beim Schreibtisch des Chefarztes hängen blieb. Dort lag eine kleine verkorkte Flasche voller weißen Perlen, welche mit ihrem Gewicht zwei kleine Zettel unter sich hielt. Interessiert ging der Schwertkämpfer zum Tisch rüber und musterte kurz die drei Kleinigkeiten. Regelrecht forschend zog er schließlich die beiden Zettel hervor welche unter dem Medikament klemmten und las was auf diesen geschrieben stand. Auf dem oberen der beiden war folgendes geschrieben:

"Guten Morgen Kenji,

in der kleinen Flasche befindet sich das Antibiotikum von dem ich gestern gesprochen habe. Bitte nehme es im 3x1 Tagestakt über mindestens 5 Tage, begleitet von einer Mahlzeit.
Mach mir bitte keinen Ärger und lass dich nach Möglichkeit erstmal nicht mehr im Krankenzimmer blicken.

Gruß, Chefarzt ?%$/("

Die Unterschrift des etwas älteren Herren war regelrecht hin gepfeffert und man konnte es kaum lesen, aber sein Name war letzten Endes auch nicht vom sonderlichen Interesse für Kenji. Hauptsache er wusste nun das er gerade seine Medizin in Händen hielt und wusste in welcher Form er diese einnehmen musste. Das war also geklärt, aber was befand sich auf dem anderen Schrieb? Ein weiterer Vermerk bezüglich der Medizin vielleicht? Unwahrscheinlich, immerhin lag er unter den eigentlichen Anweisungen und war somit allem Anscheins nach älter. Ein ungutes Gefühl breitete sich in Ken's Magen aus, wühlte er gerade womöglich im persönlichen Zeug des Schiffarztes herum? Hoffentlich nicht, aber er musste sich absichern! Noch ein kurzes Blick über die Schulter um sicher zu stellen das auch niemand in der Nähe war und dann los gelesen.

"Ich warte auf dich in meiner Kajüte.

~ Godot"

Die Schrift des Kapitäns war für jemand der im Kampf mit den Fäusten agierte ungewöhnlich sauber und leserlich , ganz im Gegenteil zum Arzt der mit seinen filigranen Werkzeugen wie dem Skalpell eher auf anderes vermuten lässt. Wieder einmal war der Marinekapitän ein Kleines Mysterium für Kenji und allzu gern würde er irgendwann einmal sein Psychologisches Profil im Augenschein nehmen, aber dafür war keine Zeit. Vermutlich wartete Godot bereits eine Weile und auch wenn der Maat ein wenig Bange vor dem Gespräch hatte so wusste er das er ihn besser nicht noch länger warten lassen sollte. Es gab viele wichtige Dinge zu besprechen und Ken hatte bereits mehr als lange genug im Krankenzimmer herumgelungert. Mit einen leicht federnden Sprint eilte er also zur Tür und riss diese regelrecht auf. Das breite Sonnenlicht schien ihn sogleich durch die löchrige Takelage der Justice entgegen und blendete ihn so stark das er sich schützend die Hand vors Gesicht halten musste. Nachdem sich seine Augen halbwegs ans grelle Licht gewöhnt hatten merkte Kenji das es bereits mindestens Mittag war und das sich die Justice bereit machte den Hafen zu verlassen. Nicht zwingend eine gute Sache wenn man mal bedachte das die Bewohner Konomis somit schutzlos waren, aber wohin wollte die Neunte Division überhaupt. Etwas verplant und immer noch mit leicht zusammen gekniffenden Augen griff Kenji einen vorbeilaufenden Marinisten am Arm und grüßte kurz mit der Hand. "Ohh geht's dir schon besser? Sollst ja ganz schön was abbekommen haben." Kenji der ein wenig von dieser ungewohnten Freundlichkeit verwirrt war kräuselte die Brauen und deutete schließlich auf seine Wunde.

"Ähmm, ja ich denke schon...Danke der Nachfrage." Er machte eine kurze Pause und blickte sich nochmal nach den munteren Soldaten um welche das Schiff startklar machten. "Sag mal, welches Ziel wollen wir denn ansteuern?"

Der Soldat mit dem niedrigen Rang lächelte erleichtert und schien dem Blick des Schwertkämpfers zufolgen. "Haha, das ist gut. Loguetown soweit ich weiß, der Cap wartet übrigens auf dich." Bei dieser Aussage wurden Kenjis Augen aus genau Zwei Gründen kullerrund. Zum einen fragte er sich was die Neunte wohl in Loguetown vorhatte immerhin wurde sie hier wesentlich mehr gebraucht und zum anderem schien jeder zu wissen das Godot irgendetwas vom Weiß/Schwarz-Schopf wollte. Ein unangenehmes Gefühl machte trieb sich durch seinen Körper, so als hätte ihn der Blitz getroffen.

"Danke, dann mach ich mich wohl besser auf den Weg. Bis später."

Beim vorbei gehen klopfte er dem bisher unbekannten Soldaten auf die Schulter und betrat schnellstmöglich das Oberdeck, einen wartenden und womöglich wütenden Godot wollte er nun wirklich nichts erleben. Außerdem war es bekanntlicher Maßen unhöflich jemanden warten zulassen und Kenji war kein Barbar, er hatte Manieren. Diese waren zwar nicht sehr stark aufgrund von Sozialen Desinteresse ausgeprägt, aber dennoch vorhanden. Nur Leider konnte der ohnehin nicht allzu schnelle Kenji sein Tempo nicht ans Limit bringen da er durch seine Verletzung ein leichtes Handicap hatte ,aber Hey! Er gab sich zumindest Mühe und dies war wohl das wichtigste.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Di 21 Aug 2012 - 8:59

Das Krankenzimmer, kein Raum oder eher gesagt Bereich im gesamten Schiff war wohl so gut ausgerüstet wie der hier. Überall waren Apparaturen von klein bis groß, alles war sauber bis auf das letzte Staubkrümelchen um Infektionen zu vermeiden, sauber aufgereiht und beschriftete Tinkturen und Ähnliches gab es in Hülle und Fülle und es gab ein großes Bücherregal voller wichtiger Lektüre über den menschlichen Körper und hilfreichen bis giftigen Pflanzen. Ein wirklich erstaunlicher Ort! Einer der schon immer Kenjis Interesse geweckt hat und das nicht nur wegen all den Kuriositäten, nein, man konnte sich auch super mit den leitenden Arzt eine gepflegte Diskussion führen wenn dieser einen nicht grade dafür ausschimpfte dass man zu leichtfertig im Kampf war. Leider würde vermutlich genau das Ken erwarten wenn der alte Mediziner erstmal realisieren würde dass grade jemand in den Raum gekommen war, so vertieft war der alte Knacker mit seinen Schreibereien.
Tatsächlich überlegte sich der Schwertkämpfer ob er sich nicht einfach an den Alten anschleichen sollte und ihn einen kleinen Schrecken einjagen sollte, aber den Gedanken verwarf er schnell wieder da er sich gut vorstellen könnte dass vor Schreck das Herz des Chefarzt stehen bleiben würde. Wobei, witzig wäre es ja gewesen, aber was soll's? Letzten Endes entschied sich der strenge junge Mann also für die moralisch korrekte Art und Weise und klopfte einige Male mit seinen Fingerknöcheln gegen den Türrahmen. Der Doc reagierte wie man in so einer Situation nun mal reagierte und blickte in Richtung Ein und Ausgang und kniff angestrengt die Augen zusammen, schließlich wurde ihm klar wer vor ihm stand und er stand mit einen freundlichen Lächeln von seinen Stuhl auf und ging in die Richtung des Hauptgefreiten. "Kenji, ich hab dir doch gesagt du sollst dich erstmal nicht mehr im Krankenzimmer blicken lassen." Aufgrund dessen das Kenji zuletzt nach ihren Abenteuer auf der Insel Konomi hier war konnte man mit ziemlich großer Zuversicht annehmen das der Schiffsarzt sich grade einen kleinen Scherz erlaubte und nach einigen Sekunden seines still wartenden Grinsens wurde das selbst den Nicht Menschenkenner schlecht hin Kenji klar. Der letzte der Familie Saotome erwiderte also das Lächeln und überlegte sich eine passende Antwort.

"Ich stehe doch im Türrahmen.", meinte er schließlich knapp und klopfte noch einmal wie zuvor an den hölzernen Rahmen wie er es zur Begrüßung des Alten getan hatte. "Überhaupt bin ich eher weniger für mich selbst hier..."

Wie man schon beinahe vom Doc hätte erwarten können zeigte der nun eine ganz andere Reaktion als Ken geglaubt hätte. Misstrauisch sah ihm der etwas kleinere Mann entgegen als hätte der Schwertkämpfer grade irgendeine schlechte Lüge ausgepackt. "Eher weniger? Was willst du damit sagen? Habe gehört ihr seid mit Pauken und Trompeten in die Stadt gegangen um irgendwelche Piraten dingfest zu machen, gab es etwa verletzte?" Scheinbar rein routiniert schreitete der Arzt zu eine seiner vielen Theken und wusch und desinfizierte mit Hilfe einer Seifen und Cremes seine Hände an einen dort eingelassenen Waschbecken. Scheinbar wollte er sofort eingreifen falls es Verletzte gab was ja auch durchaus löblich war, aber dazu musste Kenji ihn vor allem erstmal antworten. Das schwierige daran war nur das er nicht genau wusste wie!
Nachdenklich überschlug der Marine die Beine und fuhr sich am Hinterkopf durch die wilde Mähne einer Haarpracht.

"Keine Sorge, wir haben haushoch gewonnen und ich habe nur ein paar Verbrennungen, aber..." "Aber?" ,hakte der besorgte Arzt sofort nach. Ken musste sofort an Reisen und ihre halb zerstörten Metallarme denken. War es überhaupt richtig sich damit beim Doc zumelden? Wäre ein Mechaniker oder so etwas in der Art nicht viel angemessener gewesen? Vielleicht, aber es konnte sicherlich nicht schaden wenn Reisen auch ihren richtigen Körper durchchecken lies, immerhin wurde sie ziemlich stark von Benjamin verprügelt. Das sie einen solchen "richtigen Körper" allerdings gar nicht wirklich hat, das kam Kenji natürlich nicht in den Sinn. "Eine neue Rekrutin hat ziemlich was abbekommen. Sie kann sich zwar noch auf den Beinen halten und scheint bei vollen Bewusstsein zu sein, aber ich denke ein Fachmann wie du sollte das Ganze nochmal überprüfen...Sie müsste eigentlich bald hier sein."

Der Arzt mit den schütteren grauen Haar lies ein erleichtertes Seufzen von sich geben und stütze sich auf die säuberlich geputzte Theke. "Gott sei Dank..." Kenji wusste das Gott relativ wenig damit zu tun hatte, aber das behielt er erstmal für sich, der Alte machte jetzt schon so einen fertigen Eindruck. An Tatenkraft sich um Kens eher weniger wichtigen Verwundungen zukümmern fiel es ihm allerdings nicht denn sogleich verlangte er das der Hauptgefreite mal her zeigen sollte und das mit einer Brandwunde nicht zu spaßen sei. Natürlich tat der Saotome wie ihm gehieß und machte den Oberkörper frei. Danach folgte das übliche Prozedere: Der Arzt zischt dramatisch Luft durch die Zähne beim Anblick der Wunde, tadelt den Hauptgefreiten damit das er sich nicht so leicht sinnig treffen lassen sollte und bla bla bla.
Doch fand Kenji all das schon irgendwie beachtlich. Dieser Mann hilft mitten in einer regelrechten Zentrale für Verwundungen aller Art Tag ein Tag aus allen Menschen an Bord sei es nun Mann oder Frau und dafür bekam er sicherlich viel weniger Lob und Dank als ihm zu stand, war aber dennoch glücklich, und auf der anderen Seite war da der gnandenlose Vorzeigesoldat Kenji der seinen tag damit zubrachte Leuten Leid anzutun um das Anderer abzuwenden, vollkommen egal ob sie es nun verdienten oder nicht, Dank bekam er dafür mehr als genug aber dennoch war er nicht mit sich selbst im Reinen. In solchen Momenten wie diesen stellte sich Kenji die Frage wie sein Leben wohl abgelaufen wäre wenn ihm diese großen einschneidenden Momente in seinen Leben nie unterlaufen wären, wenn er niemals der Marine beigetreten wäre. Vielleicht wäre er ein Mann der Wissenschaft oder ein Arzt, genauso wie der alte Doc. Schon immer hatte er sich dafür interessiert anderen zu helfen, ja vermutlich studierte er in einen Paralleluniversum just in diesen Moment Medizin um den Menschen auf der Welt auf eine vollkommen andere Art zu helfen als er es nun tat!
Und wie er da grade saß, auf einen Krankenbett behandelt von einen der besten Mediziner die er je getroffen hatte wurde es Kenji plötzlich klar...Das wollte er auch und er konnte es auch!

"Doc?", fragte er leise zu den alten Mann der hinter ihn stand und eine kühle Salbe auf eine der vielen Brandwunden auftat. "Mhhmm?" ,gab er leise und konzentriert zurück. "Du brauchst doch bestimmt jemand der dir hier ein wenig unter die Arme greift oder? Ich könnte dir ein wenig helfen...du weißt schon...Salben wie diese anrühren und solche Sachen."
Was nun geschah, kam sehr überraschend für Kenji. Der alte Mann verteilte ohne die kleinste Unterbrechung den letzten Rest Salbe und nahm dann einen Verband parat um diesen um die größte Wunde des Schwertkämpfers anzulegen. "Klar." Kenji blickte verwirrt drein und versuchte sich zu den sicherlich Sechzigjährigen umzudrehen, eine so einfache Antwort hätte er nun wirklich nicht erwartet. "K-Klar? Ist das wirklich kein Problem?" Ratzfatz hatte Doc den Verband angelegt und klopfte den schwarz-weißhaarigen auf das Schulterblatt um ihn verständlich zu machen das er aufstehen durfte. "Ich sag doch nicht Nein wenn sich jemand freiwillig dafür anbietet die langweiligste Arbeit meines gesamten Jobs zu übernehmen." Er lachte leise auf und schüttelte verständnislos den Kopf so das Ken sofort den Eindruck hatte als wäre er ein absoluter Vollidiot. "Hier, nimm das mit da kannst du schon mal was von der Theorie verinnerlichen." Hastig fing Kenji ein ungewöhnlich verstaubtes Buch aus der Luft welches Doc grade aus dem Regel gezogen hatte. Komisch das es so verwahrlost aussah. Vermutlich konnte der alte Mann das Teil schon seit Jahren von vorne bis hinten auswendig und brauchte es einfach nicht mehr, aber gut, das sollte Ken ja nur recht sein.
Er zog also seine Jacke wieder an, stecke das Buch ein und bewegte sich zurück in Richtung Ausgang.
"Gut...also dann komm ich demnächst vorbei...bis morgen?" Er blickte fragend zu seinen neuen Mentor der sich allerdings schon wieder mit seinen Schrieben beschäftigte. "Jaja, bis morgen...ach und Kenji? Mach was mit deinen Haaren. Wenn du hier arbeiten willst sollst du gefälligst anständig aussehen und nicht wie irgendein Szenenjunge von der Straße."

Das war eine klipp und Klare Aussage, sah so aus als müsste Kenji doch nochmal einen Abstecher in die Stadt machen. Eine neuer Schnitt war ohnehin bitter nötig.


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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Mi 15 Jan 2014 - 22:38

cf: East Blue - Offenes Meer

Ben kam mit dem Essen unter dem Arm in das Krankenzimmer, das das einzige Zimmer war, bei dem er Wert darauf legte, dass es möglichst sauber blieb. Entzündete Wunden und bösartige Infektionen waren auf den meisten Kriegsschiffen keine seltenheit, aber auf der True Justice hatte man darauf geachtet, dass alles vorhanden war, das man brauchte um soetwas zu verhindern. Ben legte das Essen für Saemon neben diesen auf den Instrumententisch, auf dem er ein wenig Platz machte. Wie fühlst du dich? fragte er und sah Saemon leicht besorgt an. Die Schwarzhaarige hatte es scheinbar nicht für nötig befunden ihn zu versorgen, sondern sah den Neuakömmling immernoch argwöhnisch an und lehnte dabei am Schreibtisch hinten im Raum. Du brauchst nicht so finster zu starren. meinte Ben Ich kenn ihn, er beißt nicht, wenn du keinen Streit anfängst.
Dann schnappte sich Ben, der noch immer Oberkörperfrei war den Arztkittel, der über der Stuhllehne lag und bat Yura, so war der Name der Marineaussteigerin, ihm einen Grog zu bringen, denn jetzt, da er sich nicht mehr anstrengen musste ein Schiff vorm Kentern zu bewahren wurde ihm langsam etwas kühl. Während er sich die Hände wusch und sterile Handschuhe darüber streifte dachte er nach, was wohl mit Saemon passiert war. Ben hatte nicht damit gerechnet, dass er so still im Krankenzimmer blieb, selbst, wenn er verletzt war. In seiner Vorstellung hatte Saemon Yura ausgequetscht, was mit der True Justice geschehen war und wäre dann zu ihm an Deck gekommen um ihn mit dem Rest des Piratenpacks, wie er es vielleicht bezeichnet hätte zusammenzufalten und in eine Zelle zu schmeißen. Doch noch viel merkwürdiger war die annahme, dass Ben ihn entführt hätte. Entführung war noch nie Bens Ding gewesen. Ausserdem trug sich Saemon nicht wie jemand, der sich heimisch fühlte, oder zumindest in bekannter Umgebung war.
Ben tränkte Watte in medizinischem Alkohol und begann die Wunde zu desinfizieren. Er war kein Arzt aber er war oft versorgt worden, zwar auch meist nicht von richtigen Ärzten, aber er war stets wieder auf die Höhe gekommen, also hatten die Leute, die ihn geflickt hatten ja wohl was richtig gemacht. Das brennt jetzt wahrscheinlich etwas. meinte Ben und grinste. So eine Phrase hatte er schon immer sagen wollen. Wenn ich hier fertig bin, dann kannst du wegen mir was futtern. sagte er zu Saemon als Yura hineinkam mit seinem Grog und für sich selbst einer Flasche Rum. Ben bedankte sich und nahm einen Schluck. Dann klammerte er die Wundränder zusammen und wies Yura an ihm mit einem kleinen Druckverband zu helfen. Er hatte keine Ahnung ob das so richtig ging aber es schien ihm angebracht. Als er fertig war besah er sich seine Arbeit stolz an und nickte zufrieden ehe er vor Saemon trat. Ihm war während er die Verletzung versorgt hatte bereits gedämmert, dass sich Saemon nicht mehr an ihn oder das Schiff erinnerte. Also Saemon, wie bei Davy Jones bist du ins Meer gefallen? fragte er ihn neugierig während er seinen Grog schlürfte. In seinem Magen wurde ihm mittlerweile ganz wohlig und die Wärme zog sich in seinen Adern vorwärts.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Mi 15 Jan 2014 - 23:22

---> Offenes Meer

Obgleich der junge Mann keine Erinnerung mehr an seine Vergangenheit hatte, so war es dennoch eine Schande was mit dem Schiff der 9. Division geschehen war. Es war in Besitz von Piraten, eben jenem Gesindel, welches es eigentlich jagen und zur Strecke bringen sollte. Doch war dies nicht einmal das größte Unglück. Eine ganze Division schien einfach so vom Erdboden verschwunden zu sein... Wie konnte das nur geschehen und wieso haben die restlichen Mitglieder der ehemaligen Crew sich ausgerechnet für das Leben als Pirat entschlossen... Gott sei Dank dass Saemon nichts mehr wusste. Er hätte es sich selbst nicht verzeihen können, dass es so weit kommen musste.
Seine Begleitung war alles andere als gesprächig und beschränkte sich auf einige genervte Laute. Hier ein Seufzen, da ein zischen...doch kein vollständiges Wort. Vermutlich war dies besser so, da die schwarzhaarige junge Dame ohnehin keine Antwort bekommen hätte. Saemon war die Situation so fremd und alles andere als Geheuer, weshalb er auch schon überlegte wie er am besten wieder hier weg kam. Er hatte nicht etwa Angst, ganz und gar nicht, jedoch war er angeschlagen und geschwächt – sicherlich ein leichtes Opfer. Trotz seiner offensichtlichen Amnesie, wusste er noch immer was abging in dieser Welt, wusste um das Verhältnis zwischen Piraten und der Weltregierung, doch auf welcher Seite stand er? War er etwa selbst ein Verbrecher und ist bei dem Versuch ein Schiff zu entern von Bord gegangen? Hatte man ihn gefangen genommen und dann einfach ins Meer geschmissen? Wenn er doch nur ein paar mehr Erinnerungen heraufbeschwören könnte... nun jedoch geleitet die Frau ihn zu dem Krankenzimmer, in welchem der Rotschopf es sich dann auch auf der Liege bequem machte und an die Decke starrte. Inmitten des Sturmes ging unglücklicherweise auch noch seine Augenklappe verloren, sodass er kein Indiz mehr dafür hatte, warum er auf dem rechten Auge nichts sehen konnte. Seiner Meinung nach war dies ein Nebeneffekt des Ertrinkens... obwohl er eigentlich nicht wirklich ertrunken war. Da er die Stelle bislang auch noch nicht abgetastet hatte, kam der Gedanke gar nicht erst auf, er könne es schon in der Vergangenheit verloren haben. Immer wieder traf ein flüchtiger Blick seinerseits die weibliche Person, deren Namen er nicht kannte und welche mit verschränkten Armen gegen eine Wand lehnte. Für ein Schiff war dieser Raum beachtlich gut ausgerüstet und tatsächlich schien man hier so etwas wie Operationen problemlos durchführen zu können. Natürlich hoffte er, dass eine solche Behandlung bei ihm nicht von Nöten sei.
Eine gefühlte Ewigkeit sollte noch verstreichen, ehe sich wieder etwas tat und Saemon Schritte in den Gängen vor dem Zimmer vernahm. Jemand schien sich zu nähern und schon kurze Zeit später stellte sich heraus, dass es sich um Ben handelte, welche eine Art von Krankenbesuch tätigte. Ein Schulterzucken folgte auf seine Frage, wie der Rotschopf sich fühlte.

“Mir brummt der Schädel und ich fühle mich als hätte ich am ganzen Körper einen Muskelkater. Wenn man dann mal davon absieht, dass ich keine Ahnung habe wer ich bin, wie ich hier her kam oder was überhaupt mit mir passiert ist... denke ich mal gut.“

Kurz darauf widmete er sich schon seiner Gefolgschaft und Saemons Eindruck schien korrekt gewesen zu sein – die junge Dame schien nicht sonderlich begeistert gewesen zu sein, über den ungeladenen Gast. Eine Sache wurde zumindest ganz deutlich – Ben hatte hier an Bord das sagen und schien weitaus mehr Informationen zu haben, als Saemon je geahnt hätte.

“Du kennst mich? Woher kennst du mich?!“

Ruckartig richtete er sich auf, fiel ebenso schnell jedoch wieder nach hinten. Rasch verließen ihn seine Kräfte und ihm blieb nichts weiter übrig, als sich gelassen nach hinten zu lehnen und Benjamin machen zu lassen. Er ging auf Saemons Fragen zunächst nicht einmal ein, sondern streifte sich einen Arztkittel über und begann mit der Behandlung. Glücklicherweise dachte er zuvor noch daran sich die Hände zu waschen und zudem noch sterile Handschuhe anzuziehen. Doppelt gemoppelt hielt eben besser. Er konnte nicht so Recht erkennen was der Braunhaarige hinter ihm abzog, doch wurde er hellhörig, als Ben meinte, dass es nun ein wenig brennen könnte. Just in jenem Moment, als er protestieren wollte, trat das besagt Brennen auch schon ein und löste eine regelrechte Gänsehaut an Saemons gesamten Körper aus. Immerhin kam er nicht auf die Idee die Wunde vernähen zu wollen, was sicherlich von Nöten gewesen wäre. Das sollte dann allerdings doch lieber ein Arzt übernehmen und kein ungeübter Leihe, zumal Ben garantiert keine Ahnung vom narkotisieren hatte. Die restliche Tortur brachte er rasch hinter sich und war auch bei weitem nicht mehr so unangenehm.

“Danke für das Angebot, aber ich habe wirklich keinen Hunger. Du solltest das deiner Begleitung anbieten, vielleicht lächelt sie dann auch mal.“

Sein Blick fiel währenddessen auf Yura, doch war ihre Reaktion erwartend entnervt und alles andere als Positiv. Am liebsten hätte sie den Kisaragi wohl von Bord werfen lassen, doch hatte sie glücklicherweise nicht das Sagen. Sein Gesprächspartner blieb also bis auf weiteres Benjamin, aus welchem man sicherlich noch die ein oder andere Info ziehen konnte. Dennoch musste Saemon es vorsichtig angehen, da er nicht abschätzen konnte, wie die beiden reagieren würde, sollten sie merken dass der Rotschopf sie ausquetschen möchte. Alles wäre um so vieles einfacher gewesen, wäre der Fähnrich nicht in einer solch miserablen Verfassung.
Rasch wurde er hellhörig als der Hayn nachfragte wie der Einäugige im Wasser gelandet war, doch lag dies nicht an der Frage als solche, sondern daran, dass er einen Namen erwähnte – nein. Er erwähnte ihn nicht nur, er sprach den verwirrten jungen Mann auf der Liege mit diesem an. Er legte den Kopf leicht schief.

“Saemon? Ist das mein Name? Dann scheinst du mich also wirklich zu kennen... falls du dir das nicht ausgedacht hast.“

Abschätzend musterte er sein Gegenüber ein Weilchen, ehe er weiter sprach.

“Ich kann dir nicht sagen wie ich in das Wasser gefallen bin. Ich kann mich nur noch an Unmengen von Wellen erinnern und dann an eure Gesichter... Alles andere ist wie weggefegt... oder wohl eher weggespült...“

Grandioser Scherz! Das musste man Saemon wirklich lassen – an ihm ist ein Komiker verloren gegangen!
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Do 16 Jan 2014 - 17:23

Saemon hatte zumindest seinen Biss nicht verloren, allem Pech und Strapazn zum trotz konnte er sich noch über die Frau, die ihn immernoch anstarrte lustig machen. Die ist schon fett genug. meinte Ben nur und winkte Yura aus dem Zimmer. Wenn er mit Saemon über dessen Vergangenheit sprach, oder zumindest den Teil, den Ben kannte hatte er sie lieber nicht dabei.
Saemon schien wirklich sämliche Erinnerungen verloren zu haben, die ihn mit seinem früheren Leben verbanden und Ben spürte mit der Gewissheit einige Erleichterung. Das würde ihm das Leben erheblich erleichtern. Nicht einmal sein Name war noch in dem Kopf des ehemaligen Marineoffiziers vorhanden. Für Ben stellte sich nun aber die Frage was er ihm erzählen sollte, wie viel Wahrheit konnte er sich erlauben ohne hinter Gittern zu landen und wie würde das, was er sagte Saemon beeinflussen?
Nehmen wir einfach mal an ich habe dich weder entführt noch mir einen Namen für dich ausgedacht. sagte Ben lachend. Also, Saemon, wenn ich dich entführen wollte würde ich das tun weil ich etwas von dir will, weil du von Wert für mich wärst und dann würde ich dich wohl nicht in einem Sturm über Bord werfen, beinahe ertrinken lassen und dann wieder rausfischen oder? Für Ben war die Annahme Saemon entführt zu haben geradezu absurd. Und wenn du trotzdem skeptisch bleiben willst ist das ja wohl auch egal, denn es ist der einzige Name, den du hast und sicherlcih der einzige, den du von mir bekommen wirst.
Ben freute sich darüber, dass Saemon noch einen trockenen Humor an den Tag legte. Selbstironie war immer ein gutes Zeichen, dass man geistig noch recht fit war und wenn der Geist noch so gut mitspielte tat es in der Regel auch der Körper. So oder so, es ist wohl nur angebracht, wenn ich dir erzähle, was ich über dich weiß. So begann Ben ein wenig zu erzählen, dass er mit Saemon eine Zeit lang gereist war, dass sie zusammen gekämpft hatten und, dass sie sich auf Loguetown zum ersten mal getroffen hatten, dass er aber nicht wusste wo die restliche Crew hingegangen war. Am Ende war es dann wohl noch Zeit ihm von Lian zu erzählen, aber er entschied sich ihn für den Moment noch im dunkeln zu lassen. Lian war losgezogen um ihn zu suchen und seitdem hatte Ben sie nicht mehr gesehen, aber er befürchtete, dass er fliehen müsste, wenn Saemon von ihr die ganze Wahrheit erzählte. Ben hatte allerdings auch ein schlechtes Gewissen ihm so etwas vorzuenthalten. Er stand auf. Du solltest wirklich etwas essen, auch wenn du keinen Hunger hast braucht dein Körper die Energie, dann frierst du garantiert und erkältest dich. warnte Ben Saemon und ging hinter den Arzttisch. In einer der Schubladen waren noch immer die Akten der Marinecrew und Ben konnte Saemon auf keinen Fall in dem Zimmer alleine lassen solange diese Dokumente noch darin waren. Er musste sie baldmöglich entsorgen. Wenn du noch Fragen hast werd ich mir mühe geben sie zu beantworten. meinte er freundlich. Ansonsten kann ich dir auch eine Koje geben und du kannst dich ne Runde auf Ohr hauen.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Do 16 Jan 2014 - 18:26

Hatte er so eben wirklich gesagt dass seine Begleiterin fett sei? Das war schon ein hartes Stück, besonders da Frauen in der Regel doch so empfindlich waren, was deren Gewicht betraf. Interessanterweise schien dies Yura jedoch nicht zu kümmern, was Saemon durchaus nachvollziehen konnte. An der Frau schien kein Gramm fett zu sein, stattdessen war sie durchtrainiert und alles andere als eines dieser typischen Modepüppchen, welche sich mehr um ihr Aussehen scherten, als um Befehle.
Kurz darauf waren Ben und Saemon alleine und rasch begann ersterer auch zu erzählen. Es kamen eine Menge Infos zu Tage, welche der Braunhaarige offenbar als Vorwürfe interpretierte. Mit Nichten hatten der Kisaragi andeuten wollen, dass man ihn von Bord warf, nur um ihn dann wieder an Deck zu fischen, was das Thema mit der Entführung allerdings betraf, so hatte er in der Tat diese Vermutung. Saemon blieb nichts anderes übrig als den Worten Benjamins zu vertrauen, was ihm erstaunlich leicht fiel. Er konnte es sich nicht erklären, aber Ben hatte etwas vertrautes und beruhigendes. Das würde nur für die Aussage sprechen, dass die beiden sich bereits kannten. Ein bekanntes Gesicht in solchen Situationen bewirkten oftmals Wunder. Sein Tonfall wurde gegen Ende hin ein wenig patziger, doch sah der Rotschopf ihm das nach und ließ es unkommentiert. Viel mehr war er nun mit sich selber beschäftigt, angesichts der neuen Situation in welcher er nun steckte. Nun war es jedoch an der Zeit, dass Ben mit der Sprache rausrückte, was die Vergangenheit der zwei Betraf und eben das tat er dann auch. Interessiert lauschte Saemon seinen Worten und gab hin und wieder nachdenkliche Geräusche von sich. Sie waren also gemeinsam auf Reisen und hatten sogar Seite an Seite miteinander gekämpft? Das würde Saemons Theorie unterstützen, dass man ihn gefangen genommen und über Bord geworfen hatte, schließlich von Ben gerettet wurde und nun hier lag – ohne Gedächtnis.

“Auf Loguetown also. Demnach befinden wir uns in der Nähe dieser Insel? Ich weiß nicht warum, aber bei dem Namen klingelt etwas... nur kann ich nicht genau sagen was es ist...“

Einen Moment verfiel Saemon in Schweigen und dachte über alles nach, was man ihm so eben erzählt hatte. Im Grunde konnte er daraus nur eines schließen, obwohl es sich irgendwie falsch anfühlte.

“Demnach... war ich also Teil deiner Piratencrew? Wann haben wur uns denn zuletzt gesehen gehabt?“

Es lag noch immer so vieles im Dunkeln und der Kisaragi wusste gar nicht wo er eigentlich anfangen sollte zu suchen. Er kam sich so hilflos vor angesichts seiner Unwissenheit, doch würde er nun ausnahmsweise auf den Rat Bens hören und etwas essbares zu sich nehmen. Er nahm den Teller mit den Snacks in die Hand und schob sich hastig die Hälfte zwischen die Backen. Nachdem er so stürmisch begonnen hatte zu essen, hielt er rasch inne und betrachtete den Rest der 'Mahlzeit' leicht angewidert. Es kostete ihn einiges an Überwindung, doch schluckte er alles runter, was sich noch in seinem Mund befand und da er keinesfalls Lebensmittel verkommen lassen wollte, schlang er auch den Rest hinunter, möglichst ohne den Mist dabei seine Zunge berühren zu lassen.

“Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, was an dem Essen nicht gestimmt hat. Aber ich schätze mal besser als nichts war es allemal...“

Langsam und mit Mühe richtete Saemon sich auf und rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht, woraufhin sich der Schmerz in seinem Kopf erneut zu Wort meldete. Dabei musste er an die Stimme denken, welche er vorhin an Deck vernommen hatte und scheinbar niemand anderer hatte hören können. Wer oder was war das nur? Der Rotschopf saß nun auf der Liege und blickte Ziellos an die gegenüberliegende Wand.

“Nein. Ich denke ich hab mich genug ausgeruht. Es macht mich wahnsinnig dass ich mich an nichts erinnern kann, aber ich schätze du wirst mir schon dabei helfen können.“

Mit einem Satz sprang Saemon nach vorne und landete sicher auf seinen Füßen. Diese Aktion wurde zwar begleitet von enormen Schmerzen, dennoch klappte es ganz gut und er konnte das Gleichgewicht halten, ohne zu schwanken.

“Wo geht es jetzt hin? Was hast du überhaupt vor und... wie lange wird es eigentlich dauern bis ich auf dem rechten Auge wieder was sehe? Hast du da eine Ahnung von?“

...besonders die letzte Frage brannte ihm auf der Seele. Bislang blieb er ruhig bei dem Gedanken nur noch halbe Sicht zu haben, doch so langsam könnte sich dieser Zustand wieder legen...
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Do 16 Jan 2014 - 23:35

Die erste Frage des Amnesiepatienten ging darum ob wir in der nähe von Loguetown waren. Ja, wenn auch weitgehend ohne Kurs, der Sturm hat mich vollkommen durcheinander gebracht und ich bin so schon kein guter Navigator. Ben musste seine Nervosität unterdrücken als Saemon sich fast schon an etwas zu erinnern schien. Was da klingelte war hoffentlich kein in Ketten gelegter Ben. Saemon schloss allerdings falsch aus dem, was Ben ihm gesagt hatte. Zu einem Piraten würde Ben Saemon definitiv nicht erklären. Neinnein. korrigierte er ihn schnell und legte die Beine auf den Tisch. Du warst immer anständig und als wir gekämpft haben wurden wir angegriffen und mussten uns wehren. Die alte Nummer mit den Schiffbrüchigen auf der Kannibaleninsel. Er schüttelte grinsend den Kopf. Doofe Sache, die uns da passiert ist.
Saemon machte sich derweil über das Essen her und bemängelte es im nachhinein. Ben lachte laut auf. Tut mir leid, wenn ich dir nicht den Fünfsternefraß bieten kann, den du sonst immer futterst.
Ihm fiel ein, dass er zu wissen glaubte, dass Saemon Koch war, jedenfalls hatte er ihm in der Zelle damals etwas zu essen gebracht, das nicht nach Marinevorräten geschmeckt hatte. Wer sagt eigentlich, dass ich ein Pirat bin? fragte er als würde ihm dieser Aspekt erst jetzt auffallen.
Saemon schien sich beeilen zu wollen wieder an seine Erinnerungen zu kommen. Okay, wir können uns auf dem Schiff umsehen, aber du solltest alles zu dir kommen lassen, wenn du es erzwingst wird es vielleicht garnicht besser. ermahnte er ihn in dem gespielt gleichgültigen Ton, mit dem der Pirat ausdrückte, dass er zwar Vorbehalte hatte, aber nichts dagegen unternehmen würde.
Er stand auf und ging um mit Saemon den Raum zu verlassen als der ihm die Frage nach seinem Auge stellte. Der Hayn stockte. Dem Rotschopf schien nicht bewusst zu sein, dass er praktisch kein rechtes Auge besaß. Benjamin seufzte mitleidig. Garnicht fürchte ich, du hast es irgendwann verloren, ich habe nie gefragt wann, aber du bist stehts damit zurechtgekommen wie die meisten es mit zwei gesunden Augen nicht taten. Ben tat es wirklich leid ihm das mitzuteilen und er brachte so viel Taktgefühl auf wie er konnte, denn die Nachricht, dass man ein Auge verloren hatte zu erhalten konnte beim zweiten Mal nicht besser sein als wenn man es das erste mal verliert. Wenn man es positiv sah, gibt es wenige Leute, die diese Nachricht zwei mal erhalten und danach trotzdem noch etwas sehen können.

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Saemon



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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Fr 17 Jan 2014 - 3:31

Ben musste sich wirklich keine Sorgen machen. Wenn Saemon an Loguetown dachte, so wäre seine Zugehörigkeit sicherlich das Letzte gewesen, woran er sich erinnert hätte. Vermutlich hatte Ben schon vergessen wie die beiden sich zum ersten mal begegnet waren, in jenem Restaurant, welches dem Mentor von Saemon gehörte und letztlich in Schutt und Asche verwandelt wurde. Damals war er noch ein Teil von Natsus Crew... welcher sich später umbenannte – warum auch immer. Doch nicht einmal der gute alte Danjo konnte einen Teil seiner Erinnerungen wieder zurückrufen, was lediglich für den hohen Grad seiner Amnesie sprach. Somit hätte der Hayn es nicht Saemon zu verdanken, sollte er jemals wieder das Rascheln von Ketten vernehmen müssen.

“Also irren wir gerade etwas ziellos über das Meer? Nun ich kann nicht gerade behaupten dass mich das beruhigt. Wieso geht man überhaupt auf Reisen, wenn man keinen Navigator bei sich an Bord hat?“

Er schien hier bei einer doch recht chaotischen kleinen Truppe gelandet zu sein. Das Essen war mies, die Besatzung bemerkenswert klein und der Kapitän war gleichzeitig noch Arzt und Navigator... wobei er in beidem eher eine bescheidene Performance ablieferte. Sie mochten Saemon zwar aus dem Meer gefischt und damit gerettet haben, jedoch fragte er sich ob dies wirklich das bessere Los gewesen ist. Es war ein dummer Gedanke, welchen er sogleich aus seinem Kopf verbannte. Natürlich war das hier besser als zu ertrinken.
Skeptisch betrachtete er Benjamin, als dieser ihm mitteilte, dass Saemon keineswegs ein Pirat sei und immer anständig war. Zudem schienen die beiden sogar gegeneinander gekämpft zu haben, doch wieso war er dann so freundlich zu ihm und rettete ihm sogar das Leben? Welchen Grund sie auch immer zum kämpfen gehabt haben, garantiert war dieser noch nicht aus der Welt geschaffen worden, oder etwa doch? War es wirklich ratsam nachzufragen warum sie einst im Clinch waren?

“Kannibaleninsel? Schiffbrüchige? Du lässt eine Menge Details aus... so kann ich damit nur wenig anfangen. Wenn ich kein Pirat bin, warum haben wir dann miteinander gekämpft?“

Nun stellte er sich selbst die Frage, ob er etwa der Marine angehöre und dies der Grund dafür war, dass er damals gegen den Hayn angetreten war. Ohne es beabsichtigt zu haben, könnte Benjamin bereits zu viele Infos von sich gegeben haben, doch noch konnte der Einäugige sich keinen Reim aus dem Ganzen machen. Verwirrend war außerdem noch sein Benehmen, da sein Umgang mit Saemon enorm vertraut war. Die Interaktion der beiden machte eher den Eindruck als wären sie alte Freunde, denn Feinde. Gefangen in seinen Gedankengängen, bekam der Rotschopf Bens Äußerung über das Essen kaum mit und ließ diese deswegen unkommentiert. Erst als der Hayn die Frage in den Raum warf wie Saemon eigentlich darauf kam er sei ein Pirat, widmete der Kisaragi ihm wieder seine Aufmerksamkeit und führte die Indizien auf.

“Dafür gibt es ein paar Gründe. Zum einen seid ihr zu wenig an Bord um eine Marinedivision abliefern zu können. Weiterhin habe ich keine Uniformen gesehen und wirklich organisiert wirkte das alles auch nicht. Du scheinst sowohl Kapitän, als auch Arzt und Navigator zu sein, wobei man rasch erkennt, dass du lediglich ein Lückenfüller zu sein scheinst, da kein Fachpersonal für diese Posten vorhanden ist. Selbst jedes noch so kleine Handelsschiff hat einen Navigator. Zudem hat der Rest der Besatzung, zumindest der Teil den ich gesehen habe, mir nicht den Eindruck gemacht, als wären es Händler. Wenn ich alles zusammenfüge, sieht das für mich nach einer sehr unorganisierten Piratenbande aus.“

Benjamin bot Saemon an sich auf dem Schiff umzusehen und ermahnte ihn gleichzeitig nichts zu erzwingen. Doch warum sollten sie sich auf dem Schiff umsehen? Scheinbar noch mehr Infos mit welchen der Hayn nicht raus gerückt war. Wollte er damit etwa andeuten, dass Saemon sogar auf diesem Schiff schon einmal gewesen ist? Allmählich wurde das alles zu viel und er fragte sich wo das nur enden sollte...
Er raffte sich auf und machte sich bereit dem Piraten zu folgen, doch blieb er kurz darauf ruckartig stehen und starrte Benjamin entsetzt an. Er hatte sein Auge verloren? Vorsichtig tastete er seine rechte Gesichtshälfte ab und näherte sich vorsichtig seinem rechten Auge... oder viel mehr dem, was davon übrig war. Mehr als vernarbtes Gewebe konnte er jedoch nicht spüren. Es war definitiv keine frische Wunde, doch wie konnte man nur vergessen, dass man nur noch ein Auge besaß? Das war doch nicht normal... Zögerlich setzte er seinen Weg fort und lief Ben vorerst schweigend hinterher.
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Sa 18 Jan 2014 - 11:23

Ben blickte bei der Frage nach einem Navigator etwas peinlich berührt nahc unten. Dass er einfach besoffen gewesen war verschwieg er einfach mal. Warum sollte es ihn auch beruhigen, er war gerade aus dem Wasser gefischt worden, sollte er doch damit zufrieden sein. Leider fielen Saemon fiele Lücken in seiner Erzählung auf, aber das ließ sich wohl bei so spontanen Korrekturen nicht vermeiden. Du glaubtest, dass ich und meine Crew einige deiner Freunde oder ehemaliger Arbeitskollegen oder so angegriffen hätten. Frag nicht weiter, für mich ging das alles sehr schnell damals, ich erinnere mich selbst nur verschwommen. meinte er und wies mit dem Finger auf die große Narbe an seiner Seite und machte ein leicht gequältes Gesicht dazu. Es war zwar nich Saemon, der sie ihm verpasst hatte, aber der konnte sich ja an nichts mehr erinnern und würde vielleicht nicht weiter nachfragen, wenn die Erinnerung für seinen Gesprächspartner unangenehm war. Auf jeden Fall haben wir es geschafft unsere Differenzen beizulegen, zumal ich keinen deiner Leute angerührt habe, sind aber in einem Sturm über Bord gegangen und auf einer Insel voller Kannibalen gelandet, von der wir erstmal runter kommen mussten. Dann kamen wir nach Shellstown und dort bist du plötzlich verschwunden.
Er hoffte, dass Saemon damit zufrieden war und sich zufrieden geben würde. Ben glaubte seine Geschichte aber recht stabil und er hoffte, dass das alles war, was er dem Kisaragi erklären musste.
Gut, wenn er so darüber nachdachte wie Saemon es aufzählte war es doch recht deutlich.
Tja, da hast du dann auch recht. Auch wenn weder ich noch jemand der anderen auf diesem Schiff gesucht wird und wir sind nur Piraten weil uns nichts anderes überig bleibt.
Mit diesen beruhigenden Worten winkte er Saemon zu, dass dieser ihm folgte und machte sich in Richtung der Quartiere auf.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Sa 18 Jan 2014 - 15:01

Dafür dass Ben ein Pirat war, schien er große Probleme mit dem Lügen zu haben. Provisorisch wurden mit billigem Mörtel die Lücken in seiner Geschichte gestopft, doch kamen kurz darauf auch schon neue auf und eines durfte man bei Saemon nicht unterschätzen – seine Neugier. Taktgefühl aufgrund einer Narbe? Warum auch immer der Hayn sich aufgrund dieser kleinen Verletzung etwas Zurückhaltung erhoffte... Nachdenklich rieb Saemon sich das Kinn, während er starr in das Gesicht Benjamins blickte und diesen mit seinem verbliebenen Auge nahezu durchlöcherte. Was meinte er mit ehemaligen Arbeitskollegen? So könnte er doch zumindest einmal herausfinden was er beruflich gemacht hatte, bevor er sein Gedächtnis verlor – dachte er zumindest.

“Ok... also ich hoffe du sagst mir nun wirklich einfach alles was du weißt und lässt dabei nicht wieder eine Menge aus. Wenn du sagst ehemalige Arbeitskollegen... was habe ich denn dann gearbeitet? Verzeih wenn ich etwas direkt an die Sache heran gehe, ohne deine Verletzung dabei zu berücksichtigen, aber Hey – mir fehlt ein Auge, also stell dich nicht so an.“

Er lächelte Ben schief entgegen und gestikulierte wild umher während seiner Worte. Man durfte ihm auch wirklich nicht böse sein, immerhin wurde ein gewaltiger Abgrund in seine Gedanken gerissen. Wer würde an seiner Position nicht all diese Fragen stellen? Auch wenn sie ihre Differenzen, wie Ben so schön sagte, beiseite geschafft hatten, so konnte der Rotschopf sich dennoch keinen Reim daraus machen, warum überhaupt Differenzen bestanden. Gut... seinen Worten nach ein Missverständnis, doch sprach er auch die Wahrheit? Bislang hatte der Kisaragi nicht an den Ausführungen des Piraten gezweifelt, allerdings schwand dieses Vertrauen, da er immer mehr den Eindruck bekam, Ben würde einiges im dunklen belassen und sich den Rest hastig ausdenken, damit es schlüssig wurde. Leider war er nicht in der Lage dessen Gemütszustand zu spüren, wodurch ihn der Anflug von Nervosität garantiert schon vorhin aufgefallen wäre, als er daran dachte die Akten der Marinesoldaten zu entsorgen. Dummerweise war dem ehemaligen Fähnrich jedoch nicht einmal bekannt, dass solche Fähigkeiten in ihm ruhten und lediglich darauf warteten, erneut erweckt zu werden.
Immerhin gab er klein bei und gab zu, dass sowohl er, als auch der Rest seiner Crew Piraten seien. Die Beweise waren allerdings auch erdrückend. Hätte er versucht sich aus dieser Sache heraus zu reden, so wäre das Vertrauen in den Hayn endgültig erloschen. Doch wieder begann das Hirn des Einäugigen wie wild zu arbeiten. Er nahm einfach alles zusammen, was er so an Infos hatte und versuchte daraus ein Gesamtwerk zu erschaffen – Pinselstrich für Pinselstrich.

“Lass mich das alles noch einmal rekonstruieren... Du bist ein Pirat. Ich bin... keine Ahnung was. Wir kennen uns schon, haben sogar miteinander gekämpft. Ich denke mal du warst ehrlich was mein Auge betrifft. Demnach habe ich es schon lange vor unserem Treffen verloren. Da wir unsere Differenzen beigelegt haben, kann ich wohl kaum bei der Marine gewesen sein. Das wäre auch Absurd wenn ich mich dann mit einem Piraten angefreundet und sogar an dessen Seite gekämpft hätte... Also... Was bin ich?“

Hierbei handelte es sich im Grunde um die letzte Info, welche Saemon gerne noch erfahren würde. Er wollte zumindest erfahren wo er dazu gehörte, was er konnte, worin seine Berufung lag. Er wollte einzig und alleine ein Ziel vor Augen.. Auge haben, einen Platz, an den er zurückkehren konnte. Es mochte wohl kein leichtes Unterfangen sein, aber ewig würde er doch auch nicht mit den Leuten hier zusammenbleiben – oder?
Sollte er hierauf noch zufriedenstellende Antworten erhalten, würde der Führung nichts mehr im Wege stehen und sie würden gemeinsam das Krankenzimmer verlassen.
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Benjamin Hayn
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer   Sa 18 Jan 2014 - 17:37

Die Hoffnung auf Zurückhaltung Saemons wurde enttäuscht, aber sie war ohnehin nie sonderlich groß gewesen. Ben würde auch nicht auf soetwas Rücksicht nehmen.
Du warst auf jeden Fall unfassbar wütend auf mich und meine Crew und ich wusste nicht so wirklich warum. Wohl aus dem Grund den ich dir schon genannt habe.
Es war wirklich nicht allzu leicht den Rotschopf zufrieden zu stellen. Als hätte er Blut gerochen und folgte nun einer Spur. Benjamin bemerkte, dass seine Ausführungen zu lückenhaft waren um nicht verdächtig zu erscheinen. Aber solange er Saemon keinen Beweis lieferte, dass er ein paar Details ausgelassen hatte oder sie etwas anders formluliert hatte als es vielleicht angebracht wäre war es ja in Ordnung. Die Kopfverletzug hatte der Auffassungsgabe und dem Verstand des ehemaligen Marinesoldaten offenbar keinen Abbruch getan, ganz zum Leidwesen Bennis, dem es lieber wäre, wenn Saemon etwas verwirrt und benommen  geblieben wäre, zumindest bis er eine Lösung gefunden hatte wie er aus seiner misslichen Lage herauskam. Die Zusammenfassung von Saemon brachte die gleiche Frage auf, die Ben sich auch stellte. Wer war Saemon überhaupt? Ben hatte eigentlich keine wirkliche Ahnung, wer der Mann vor ihm war, wo er herkam, wie er aufgewachsen war und so weiter. Er kannte ihn zwar wie er war aber wusste nicht einmal ansatzweise wo er hergekommen war.
Wer immer du sein willst. brachte er die Yuppiphrase, die ihm dabei auf der Zunge prickelte und fuhr dann ernster fort. Ein Koch. lautete seine knappe Antwort, dann ging er los. Komm mit, ich zeig dir wo was ist und dann gehen wir an Deck. Wir haben jemanden zu finden. Lian suchte nach Saemon und Ben hatte nicht vor sie voneinander getrennt zu halten. Die Beiden gehörten in seinem Kopf zueinander und es wäre grausam in diese Verbindung einzugreifen. Letztendlich konnte man Ben auf viele Plakate kleben, aber grausam war er nicht. Er beschloss für sich Saemon nicht mehr Informationen zukommen zu lassen als nötig, am besten garkeine mehr. Er führte ihn durch das Schiff, Kombüse, Vorratsraum, Waffendeck, Kojen und ging schließlich an Deck, wo der alte Mann am Steuer stand und mit Sextant, Karte und Zirkel ihre Position errechnete. Als er fertig war ließ sich Ben ein Update geben. "Das einzige hier in der Gegend ist Tequila Wolf, aber ich würde es lieber meiden." Während er sprach machte der Mann einen sehr leidgeprüften Eindruck. Tja, aber mit unseren Vorräten sollten wir keine große Reise und vor allem keinen zweiten Sturm riskieren. Ich muss das Schiff auf Schäden untersuchen, also nimm bitte Kurs dorthin. wies Ben ihn an.

tbc: Tequila Wolf - Anlegestelle

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Zuletzt von Benjamin Hayn am Sa 18 Jan 2014 - 18:51 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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