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Glaubensformen der Welt

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BeitragThema: Glaubensformen der Welt   Mi 9 Aug 2017 - 22:39


•• FORMEN DES GLAUBENS ••
Auch in unserer Welt von One Piece existieren unterschiedliche Glaubensformen, Religionen und Kulte. Während der Manga sich primär auf kleinere Stammeskulte und ein angedeutetes Christentum bezieht, erweitern wir diese Vorkommnisse um ein Vielfaches.

Obwohl nicht jeder Mensch an eine Gottheit glaubt, so bieten sie doch einem nicht zu unterschätzenden Anteil der Weltbevölkerung eine Stütze. Sie können als Symbol erfasst werden, mindestens genau so sehr wie eine ausgewachsene Richtung des Lebens. Sie sind nicht nur ein Glaube an das Übernatürliche, sondern auch eine Überzeugung und Einstellung. Mit diesen Überzeugungen kommen in einer divers aufgebauten Welt jedoch nicht nur Vorzüge, sondern aufgrund unterschiedlicher Ansichten und Entstehungsgeschichten auch das Potential für Konflikte.

Um euch, wie auch allen anderen Bewohnern unserer Spielwelt, so viele Optionen wie nur irgend möglich anzubieten, steht es euch jederzeit freu, weitere und ergänzende Texte an den Briefkasten zu schicken und damit das gesamte Setting unseres Forums zu erweitern und ihm Leben einzuhauchen.

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BeitragThema: Erstellt von: Takeuchi Sora   Mi 9 Aug 2017 - 22:41

•• GLAUBE DER AMATERASU ••

"She created the universe.
She gave us the Heavenly Realm.
She is the guardian and goddess of everything the light touches.
She is the sun. She slends us strength.
It is Her that banishes the shadows.
Amaterasu.
"


Ursprung des Glaubens

Früheste Erzählungen ziehen sich bis in die prähistorische Zeit zurück. In eine Welt, die noch längst nichts von der menschlichen Spezies oder ihren Vorgängern wusste. Als sich die bekannte Welt noch im Aufbau befand, existierte bereits das Reich der Götter. Um sie herum nicht viel mehr als formlose Materie, die frei zu ihrer Verfügung stand.
Aus einem wohl überlegten Zeitvertreib heraus wurden unzählige Planeten geformt. Darunter die Erde. Doch war das Universum zu diesem Zeitpunkt ein trister, lebloser Ort. Gehüllt in nicht mehr als eisige Finsternis und alles verschlingende Schatten. Amaterasu schuf in ihrer umfassenden Herzlichkeit nicht nur das erste Licht, in Gestalt riesiger, leuchtender Sterne, sondern auch die ursprünglichen Quellen von Wärme und Leben. Die von ihren Eltern erschaffenen Ländereien, Berge, Seen und Meere blühten und gedeihten.
Ihr Bruder fühlte sich jedoch den Schatten hingezogen. Der vereinnahmenden Ruhe und Dunkelheit. Geschwisterliche Liebe und ein Sinn für Gleichberechtigung war es, die sie beide Hand in Hand über das den Himmel der Erde herrschen ließ. Zu diesem Zeitpunkt, ohne den Einfluss des Menschen und seine Metaphern, galt die Nacht längst nicht als Symbol des bösen.
Licht und Schatten. Bruder und Schwester. Sie waren zwei Seiten derselben Münze. Beide behaftet mit Sinn und Zweck. In vollkommener Harmonie, frei von jedem Zorn oder Groll. Zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern schufen sie winzige Organismen, ließen sie heranwachsen und betrachteten voller Spannung und fast kindlicher Erwartung jeden noch so winzigen Fortschritt ihrer Entwicklung.

Nach Jahrhunderten erschlug Tsukuyomi aus purem Ekel heraus eine geringere Göttin und erzürnte damit nicht nur seine Schwester, Amaterasu, sondern auch ihre gemeinsamen Eltern. Beide verfielen in einen unsagbaren Streit, der auf herkömmliche Weise nicht wieder beigelegt werden konnte. Ein Schlichten des Streits war nicht einmal die Absicht. Tsukuyomi fühlte sich im Recht hinsichtlich seiner Tat.
Mord an einem anderen göttlichen Wesen zu begehen brachte zwingend eine Strafe mit sich. Unter normalen Umständen hätte Tsukuyomi aus dem Himmel verbannt werden und seine Macht einbüßen müssen. Doch empfand Amaterasu noch immer dieselbe Liebe ihrem Bruder gegenüber, wie seit ihrer Geburt und dem ersten Mal als ihre Blicke sich trafen.
Ein letzter Kompromiss wurde getroffen: aus dem einst gemeinsam bewohnten und beherrschten Himmel wurden zwei zeitlich und räumlich voneinander getrennte Sphären. Anstelle einer völligen Verbannung, für die sich einige andere Götter mit Nachdruck aussprachen, wurden die Geschwister lediglich von einander getrennt.
Dieser Kompromiss war es, der den Zyklus von Tag und Nacht einläutete. Aufgebracht von der mangelnden Loyalität, die er von seiner geliebten Schwester erwartete hatte, zürnte Tsukuyomi. Er tötete ihre Priester und schlug auf die Wunden ein, die Amaterasu durch ihre Liebe und mit viel, viel Zeit hatte lindern wollen. Für unzählige Millennien befanden sich die beiden Gottheiten in erbittertem Streit.
Bis, ja bis auch ihre Gemüter schließlich abklangen. Obgleich die Wogen des Krieges geglättet und feurige Auseinandersetzungen zwischen ihnen nicht mehr in Erscheinung traten, herrscht eine erbitterte Rivalität zwischen den sich einst liebenden Gottheiten.

Auch Susano'o und Amaterasu, wenngleich diese keine ähnlich starken Emotionen verbanden, gerieten in einen Streit, als der Herr der See und Stürme den Himmel auf Anweisung des Vaters verlassen sollte. Ein Wettstreit wurde einberufen - Amaterasu gewann. Für einen unbestimmten Zeitraum, so erzählt man, akzeptierten beide dieses Ergebnis.
Susano'o, der sein Temperament auf die Wellen des Meeres schickte, verfiel eines Tages jedoch in Rage und begann die Felder und Ländereien seiner Schwester zu zerstören. Alles was ihn an sie erinnerte, ob Himmel, Land oder Wälder, wurde von ihm attackiert. Wut und Trauer überkamen die Göttin, welche sich im Zuge dessen in einer Höhle - der Amano Iwato - versteckte und damit die Sonne, jegliches Licht und Wärme mit sich verbarg. Zu sehr fühlte sich sich an die Auseinandersetzungen mit dem gemeinsamen Bruder erinnert und fürchtete eine weitere Trennung der göttlichen Familie.
Um seine Schwester zu beschwichtigen, Reue für seine Handlungen zu zeigen und ihren Streit endgültig beizulegen, vermachte Susano'o seiner Schwester das legendäre Kusanagi no Tsurugi. Ein Schwert, welches von Susano'o höchstpersönlich im Leib der achtköpfigen Schlange, Yamata no Orchi, fand.

Von dem Moment in dem Leben auf der Erde entsprang, zeigte sich Amaterasu als eine der aufgeschlossenen, jede Kreation liebende Göttin. Sie setzte pflichtbewusst ihre Aufgaben fort, zeichnete gemeinsam mit ihrer Familie den Himmel, die Berge, Meere und Wälder. Gemeinsam schufen sie die Gezeiten, Winde und schmückten die Natur mit all ihren Phänomenen. Neben dem Menschengeschlecht, dem sie bereits in seiner jüngsten Form das Licht schenkte, fiel ihr Auge jedoch wesentlich später auf ein anderes Geschöpf.
Überaus intelligente Füchse waren es, die sie schnell mit Sympathie betrachtete. Doch waren sie, wie die meisten anderen, sterblichen Wesen, an einen engen Lebenszyklus gebunden. Sie waren klein. Schwach. Ihre bloße Existenz löste bittere Tränen in den Augen der Göttin aus. Ergriffen von Trauer setzte sich Amaterasu das Ziel, den winzigen Geschöpfen ihre Geschenke zu vermachen. Ihnen wurde Sprache beigebracht. Die Fähigkeit, ihre Gestalt zu wandeln. Sie sollten höher springen können als jedes andere Geschöpf. Schnell wie der Wind sein. Und neben diesen relativ basalen Eigenschaften, auch eine von keinem anderen tierischen Wesen übertroffene Auffassungsgabe.
Leider war es eben diese Auffassungsgabe, gepaart mit dem intrinsischen Intellekt und der von Natur aus gegebenen List, die negatives Aufsehen erregte. Über Jahrtausende hinweg entwickelten sie sich weiter und verfeinerten ihre Gaben. Die ältesten und damit stärksten Füchse zählten bis zu neun Schwänze - von denen ein jeder wuchs, wenn eintausend Jahre verstrichen.
Aus Furcht heraus verbannte man diejenigen, die Amaterasu als treue Wegbegleiter und ihre Favoriten aus dem Reich der Erde in den Himmel geholt hatte und schickte sie zurück an den Ort ihrer Entstehung. Kämpfe erschütterten das Himmlische Reich. Erbost über die plötzliche Entscheidung versuchten die Kitsune das Urteil anzufechten. Einige wenige erhoben sich sogar dazu, die in ihren Augen boshaften Götter zu stürzen. Ohne Erfolg.

Trotz des Grolls den die Überlebenden hegten, blieb ihre Verbindung und gegenseitige Liebe zu Amaterasu ewig bestehen. Ein Zeichen dieser nicht enden wollenden Affektion ist die Tatsache, dass ihnen drei letzte, göttliche Vermächtnisse mitgegeben wurden.
Neben dem Kusanagi no Tsurigi erhielten sie den heiligen Spiegel Yata no Kagami, stehend für Weisheit und Ehrlichkeit. Eigenschaften, für die man ihre Liebsten die längste Zeit ehrte, später allerdings fürchtete. Neben seinem rein symbolischen Bedeutung und der empfundenen Wertschätzung, so sagt man, ist es mithilfe des Spiegels möglich, zu der Sonnengöttin selbst zu sprechen und einen Blick in ihre Reich zu werfen.
Zuletzt das Yasakani no Magatama, ein aus Jade bestehendes Juwel, als Symbol der Herrschaft auf Erden. Seine Form, wie die aller Magatama, besitzt unterschiedliche Erklärungen. Interpretationen beginnen mit einem weiteren, symbolischen Geschenk an Füchse, weswegen das Magatama an die Form ihrer Reißzähne angelehnt ist. Andere Vermutungen belaufen sich auf die Form eines Fötus, als Zeichen neuen Lebens. Nicht zuletzt existieren Interpretationen, die die Magatama an die vermutete Form der Seele anlehnen.
Noch bis zum heutigen Tage befinden sich die Geschenke der Amaterasu im Haupttempel Wano Kunis und werden seitdem dort bewacht. Replika finden sich jedoch in jedem einzelnen der Tempel wieder und werden dort ebenfalls bewacht, wie auch während der jährlichen Riten zur Betrachtung dargestellt.


Darstellung der Amaterasu

Amaterasu gilt in ihrer Brillanz als die Sonne und das Licht, die Gerechtigkeit und die Schutzgöttin der Füchse. Ihr werden die Gestaltung sämtlicher Landschaften und Bergketten zugesprochen, wie auch die Farben der Natur. Zahlreiche Sagen berichten überdies davon, dass aus ihrer Hand die Rasse der Mink entstanden sein soll - eine Kombination ihrer liebsten Geschöpfe: der Füchse und dem Menschen.
Entgegen ihres vermuteten Alters überschneiden sich sämtliche Darstellungen der Sonnengöttin Amaterasu in einer Tatsache - nämlich ihre Jugend. Unabhängig davon ob man sie in Form einer Statue antrifft, gestickt auf Wandteppiche oder künstlerisch gestalteter Mosaike und Gemälde, ihre unantastbare Jugend wird als absoluter Fakt betrachtet. Amaterasu wird als enorm feminin angehauchte Dame in den ersten zwei bis drei Jahrzehnten des Lebens erfasst. Feine Züge kreieren die Gesichtszüge der Göttin, während langes, wie aus Wolken bestehendes Haar nicht nur ihren Schopf darstellen, sondern auch ihren gesamten Körper kleiden.
Tiefbraune Augen, wie aus der Erde selbst erschaffen, blicken wohlgesonnen auf das Reich der Sterblichen. Da Amaterasu keine Kleidung, sondern als Göttin des Himmels und der Sonne lediglich das trägt, was der Himmel ihr bietet, sind auch die feurig lodernden Flammen des himmlischen Feuerballs sichtbar am Saum ihrer Hülle vertreten. Abhängig von den Künstlern und ihrer Interpretation formen die flammenden Wolkenkonstrukte nicht selten einen bis neun Schwänze, die eine klare Anspielung auf Amaterasus Verbindung zu Füchsen sind.
Versuchte Belege sind unter anderem uralte Statuen der Amaterasu, die sich auf Zou und verteilt über weite Teile der Neuen Welt und Grand Line wiederfinden lassen. Ihre Wichtigkeit ist dabei für Angehörige ihres Glaubens und besonders Fuchsmink unangefochten. Dabei beziehen sie sich zumeist auf ihre extraordinäre Entstehungsgeschichte, wie auch eine besondere - wenn auch nicht zwingend positive - Verbindung zum Reich der Götter. Amaterasu selbst wird jedoch zu jeder Zeit nicht nur als Schutzgöttin, sondern auch ihrer aller Mutter verehrt.
Tempel der Göttin existieren jedoch nur spärlich. Nennenswert sind dabei der Haupttempel im Wano Kuni, sowie ein nur geringfügig kleinerer Tempel auf Raijin Island. Anlaufstelle für diejenigen, die Amaterasu am nähsten sein möchten bleibt dabei Wano Kuni. Unter anderem aufgrund der höchst widrigen Umstände, die auf Raijin Island herrschen und eine Anreise als schwierig gestalten. Diejenigen die den dortigen Tempel jedoch besuchten, erzählen davon dass es einer der wenigen Orte sei, die von permanentem Blitzgewitter befreit sei.
Im North Blue befinden sich aus ungeklärten Gründen keinerlei Tempel. Vermutungen belaufen sich allerdings darauf, dass dieses Blaumeer um Vergleich zu den drei anderen nicht in den Herrschaftsbereich der Amaterasu fiel und deswegen nie ihren Segen erhielt. Im starken Gegensatz dazu findet sich ein beträchtlich ausgebauter Tempel im East Blue auf Konomi Island. Dieser Dient nicht nur zum Zweck der Huldigung, sondern auch um regelmäßige Feste unter der schützenden Hand einer Gottheit durchführen zu können. Darüber hinaus sagt man, eine jede Hochzeit, die mit dem Segen der Amaterasu durchgeführt wird, ein Leben lang glücklich anhält.


Prinzipien des Glaubens

Menschen die an Amaterasu und ihre Lehren glauben, verschreiben sich der Gerechtigkeit und dem Licht. Sie sind Hüter des Lebens, der Gleichberechtigung und stellen sich dem Bösen entgegen. Per Definition wird nicht beschrieben, was genau dieses 'Böse' ist - betrachtet man allerdings die Hintergrundgeschichte der Göttin selbst und was ihr widerfuhr, lassen sich vielfältige Schlüsse ziehen und auf das Reich der Menschen übertragen.
Mord an anderen Lebewesen, ganz gleich ob sie menschlicher oder tierischer Gestalt sind, wird nur unter strengsten Bedingungen gestattet. Nämlich in einem Akt der Selbstverteidigung, oder zum Schutz anderer Lebewesen. Persönlich motivierte Akte der Zerstörung werden nicht geduldet. Dabei nehmen niedere Gelüste wie Rache einen verächtlichen Stellenwert ein. Harmonie auf sämtlichen Ebenen des Lebens ist das, wonach gestrebt werden soll.
Obwohl kämpferische Auseinandersetzungen derart vermieden werden, dass man den Jüngern der Amaterasu Pazifismus nachsagen könnte, stehen sie in einem überaus angespannten Verhältnis zu denjenigen, die Chaos und Finsternis propagieren - ein Konflikt, der aus der Zeit der Götter selbst aufgegriffen zu sein scheint.
An Amaterasu zu glauben bedeutet in keinster Weise, andere Gottheiten ablehnen zu müssen. Ihr Glaube beschränkt sich auf ein simples, allerdings weitreichendes Prinzip. Dem Erhalten des Lebens und der Suche nach Harmonie. Nicht nur für sich selbst, sondern allen Menschen. Andere Glaubensrichtungen aufzugreifen und in das eigene Handeln einfließen zu lassen ist mehr als erlaubt. Sofern diese keine Widersprüche mit den Lehren der Amaterasu mit sich bringen.
Nicht selten wirkt dieser Grundsatz übergreifend und bezieht die Natur, wie auch Tiere mit ein. Vor allem sind es Füchse, die als sowohl als die Vertreter der Amaterasu unter den Sterblichen, wie auch Boten des Glücks und reicher Ernte gelten.
Neben Statuen der Sonnengöttin selbst finden sich regelmäßig an ihren Tempelanlagen kleinere Statuen von Füchsen wieder. Ihre Verbundenheit zueinander ist derart selbstverständlich, dass diejenigen, die sich genaueren Studien hingaben, sie als gegeben betrachten. Eine Tatsache die unter anderem dadurch unterstrichen wird, dass die Tempel in vielerlei Fällen von Minks beschützt werden und in ihrer direkten Umgebung Füchse heimisch sind.

Zu den Glaubenspraktiken zählt unter anderem ein kleines, jährlich dargebrachtes Opfer am ersten Tag des Sommers. Um das Band zwischen der Göttin, der Erde und ihren Jüngern zu stärken und erneut aufleben zu lassen, werden ihr Früchte, süßes Gebäck und selbst geschneiderte Kleider geschenkt. Im Anschluss wird in einem nahen Bach, Fluss oder einer anderweitig erreichbaren, größeren Wasserquelle ein Bad genommen, um sich sowohl körperlich wie auch spirituell von Unreinheiten loszusagen. Auf diese Weise wird die neu geschaffene Verbindung zu Amasterasu und der Einklang mit ihr garantiert.
Das mit Abstand wichtigste Fest findet allerdings einem Dreijahreszyklus statt und überschneidet sich mit dem Sommerfest der Amaterasu. Mit jedem dritten Jahr läuten diese Festlichkeiten allerdings eine gesamte Woche ein, in der Menschen zusammen kommen und miteinander die vermutete Geburt der Amasterasu feiern. Am selben Tag, wenn auch bedeutend später, soll sie die Mink erschaffen und Füchsen ihre einzigartigen Eigenschaften verliehen haben.
Über den Verlauf einer gesamten Woche werden kleinere, sportliche Wettkämpfe ausgetragen, Austausch zwischen Menschen findet statt und neben dem Aufleben lassen zahlloser Geschichten und Sagen, die innerhalb des Glaubens überliefert werden, steht im Zentrum des Fest die Dankbarkeit gegenüber Amaterasu und friedlicher Zusammenhalt sämtlicher Anwesender. Opfergaben sind in dieser Zeit keineswegs verpflichtend, werden von den Gläubigen jedoch als selbstverständliche Geste betrachtet. In den meisten Fällen sind es selbst angebaute Früchte, Gemüse und erlegtes Wild. Schneider bringen von Hand angefertigte Kleidung, Juweliere spenden Ringe, Ketten und Diademe. Der Fokus liegt nicht bei den Tributen - sondern dem friedlichen Beisammensein und dem miteinander geteilten Glauben und dem Besinnen auf Amaterasu.
Eine Tradition die jedoch nur auf Wano Kuni betrieben wird, ist die Zerstörung und der nahegelegene Wiederaufbau des Haupttempels in einem Zyklus von zwanzig Jahren. Ebenfalls vor dem Hintergrund, die Verbindung zwischen Amaterasu und dem Erdenreich in neuer Kraft erstrahlen zu lassen.

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BeitragThema: Erstellt von: Drake Hunter   Mi 9 Aug 2017 - 22:43


•• GUNSLINGER ••

Die Gunslinger sind erstmals vor knapp 600 Jahren in Erscheinung getreten. Heutzutage sind sie nicht mehr als ein Mythos, ein Überbleibsel längst vergangener Zeiten. Allerdings können von aufmerksamen Forschern und Entdeckern gelegentlich vereinzelte Hinweise auf die Gunslinger gefunden werden, die ohne entsprechenden Kontext allerdings oftmals einfach als antike Märchen abgestempelt werden.
Es wird in einigen verschworenen Kreisen allerdings gemunkelt, dass die Weltregierung tief in ihren Archiven immer noch Dokumente hat, die die Existenz der Gunslinger eindeutig belegen. Zeugenaussagen, Berichte von Auseinandersetzungen mit ihnen und noch andere Dinge.
Das einzig dokumentierte Fundstück was der Allgemeinheit zugänglich war, war ein Tagebuch von einem unbekannten in dem er über die Gunslinger schrieb, über die Umstände wie er sie traf und wie er kurze Zeit mit ihnen reiste. Doch auch dieses Fundstück ging mit der Zeit verloren.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 13. 10. 942

„Ich bin nun schon seit drei Tagen mit diesen Männern unterwegs, doch ich bin immer noch nicht schlau aus ihnen geworden, aus keinem von ihnen. Sie sind ein zusammengewürfelter Haufen, vier von ihnen werden Steckbrieflich gesucht, zwei von ihnen sind Kopfgeldjäger und dennoch scheint zwischen ihnen kein böses Blut zu herrschen, im Gegenteil. Sie agieren nicht einfach wie Leute, die das Schicksal zusammen gewürfelt hat und auch nicht wie Freunde, nein. Das Band was diese Männer verbindet, geht weit über Freundschaft hinaus. Ein Blick auf diese Leute hat mir gereicht um zu wissen, dass sie füreinander da sind, egal was kommt und das sie füreinander sterben würden. Wenn ich diese Männer sehe, sehe ich keine Freunde, ich sehe eine Familie.“

Entstehung der Gunslinger
Laut Hörensagen, alten Überlieferungen und natürlich den allseits bekannten Gerüchten sind die Gunslinger zum ersten mal im Jahre 934 in Erscheinung getreten. Die genauen Umstände kennt niemand mehr. Manche berichten von einer großen Schlacht, die nach Helden verlangte, andere wiederum erzählen von einem großen Übel das so mächtig war, dass selbst Weltregierung und Marine machtlos waren.
Doch von den genauen Details mal abgesehen sind alle sich einig, in einem Moment der über das Schicksal der Welt entscheiden sollte, wurden sieben mutige Männer im Feuer der Geschichte zu Helden geschmiedet. Sieben Männer, Gesetzlose, Kopfgeldjäger, Zocker und Gesetzeshüter kämpften Seite an Seite und wendeten eine Gefahr ab die so schlimm war, dass sie nie eine Erwähnung in den Geschichtsbüchern fand, aus Angst die Ereignisse könnten sich wiederholen. Sieben Männer die sich kaum kannten, hatten sich zusammen getan um einer Gefahr zu begegnen die größer war, als alles bisher bekannte und sie waren Siegreich. Doch genauso überraschend und schnell wie sie in Erscheinung traten, verschwanden sie auch wieder. Niemand wusste genaueres über die mysteriösen Retter doch der Mythos über die tapferen Männer war geboren.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 15. 10. 942

„Wir rasten Momentan in einem kleinen Dorf. Die Dorfbewohner sind verzweifelt, sie werden von einer großen Piratenbande terrorisiert. Ein Dorfbewohner hat einen der Kopfgeldjäger erkannt und ihn um Hilfe gebeten. Die Bewohner gingen sogar so weit und wollten sie anheuern. Alles was sie an Goldmünzen hatten, wollten sie den Männern geben. Ich fragte die Dorfbewohner was mit der Marine sei, doch sie erwiderten nur das die nicht hier her kommen.  
Meine Begleiter sagten daraufhin nur, dass sie sich darum kümmern werden. Doch das ist Wahnsinn! Ich kenne die Bande von der die Dorfbewohner heim gesucht werden. Der Anführer ist ein gefürchteter Pirat und er hat mindestens 100 Männer unter seinem Befehl. Die Dorfbewohner können nicht kämpfen, haben nicht einmal Waffen und meine Weggefährten sind gerade mal zu sechst. Ich überlege alleine weiterzuziehen. Ich respektiere die Männer die mir das Leben retteten, doch ich hege kein Verlangen danach hier zu sterben.“


Der Name „Gunslinger“
Den Namen gaben die tapferen sieben sich nicht selbst. Viel mehr wurde er ein Teil ihres Mythos, weiter getragen von den Menschen die sie in Aktion erlebten. Der Name ist Programm, denn jeder der sieben verwendete mindestens einen Revolver, viele sogar zwei. Im Kampf waren sie wahre Virtuosen im Umgang mit ihren Waffen. Selbst für erfahrene Kämpfer waren sie nicht mehr als schnelle Schatten die über das Schlachtfeld flogen und Tod und Zerstörung bei ihren Gegnern hinterließen. Es wurden ihnen übernatürlich Fertigkeiten im Umgang mit ihrer Waffe nachgesagt und die unmöglichsten Schüsse sollen sie möglich gemacht haben. Egal ob sie mehrere Gegner mit nur einer Kugel erledigten, weil die Kugel von bestimmten Objekten abprallte oder aber das die Männer selbst Kugeln ausweichen konnten, weil sie so verdammt schnell waren.
Der Name wurde in ehren gehalten, ebenso wie die ursprünglichen sieben und ihre Künste. Jede nachfolgende Generation von Gunslingern bediente sich ebenfalls Schusswaffen, auch wenn die Art sich gelegentlich änderte. So sprachen auch viele von Gunslingern die Gewehre benutzten mit ebenso tödlicher Schnelligkeit und Präzision wie ihre Kollegen mit Revolvern.
Obwohl die Ursprünglichen sieben sich selbst nie mit diesem Titel bezeichnet hatten, wurde er von späteren Generationen übernommen.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 17. 10. 942
„Die Piraten waren da. Mein Gott es waren bestimmt weit über 200 Männer und Frauen gewesen, alle bereit dieses Dorf wie so oft auszunehmen und zu verwüsten. Ich weiß im Nachhinein selbst nicht, warum ich geblieben bin, die eheste Erklärung wäre wohl das ich ein alter Narr bin. Ich weiß es selbst nicht... diese Männer haben einfach eine Art an sich, als könnten sie dich mühelos überzeugen ihnen selbst in die Hölle zu folgen.
Doch zurück zu den Piraten. Ich weiß immer noch nicht genau, was passiert ist um ehrlich zu sein. Die Männer stellten sich den Piraten in den Weg. Sieben gegen mindestens 200 Leute. Der Kapitän hat sie ausgelacht und bei jedem Lacher des Mannes lief ein kalter Schauer über meinen Rücken, denn ich stand dort, bewaffnet mit einem Gewehr weil ich helfen wollte, mit der Gewissheit das ich hier und heute sterben würde.
Doch der Anführer meiner Weggefährten, jedenfalls glaube ich das er der Anführer ist, hat den Kapitän zu einem Duell herausgefordert. Der Pirat hat selbstsicher angenommen und auch gleich seine Überlegenheit klar gemacht. Er hat eine dieser Teufelsfrüchte gegessen die ihn unverwundbar macht und er hat es auch gleich demonstriert. Ich sah das Duell schon verloren und mein Schicksal besiegelt, doch dann passierte es. Als der Startschuss für das Duell gegeben wurde, hörte man sofort einen zweiten Schuss und der Pirat kippte um, tot. Nicht nur das der Revolverheld es irgendwie fertig gebracht hat einen unverwundbaren zu erschießen, ich habe nicht einmal gesehen wie er es getan hat und ich hatte ihn die ganze Zeit im Auge. Den einen Moment hatte er die Hand nahe des Griffes seiner Waffe und kaum das der Startschuss ertönte, waren seine Arme plötzlich vor der Brust verschränkt und der Pirat lag im Staub, wie ist das möglich? Ich habe nur kurz geblinzelt. 700 Millionen Kopfgeld, einfach so ausgeknipst! Die anderen Piraten sind geflohen, feiges Pack.
Ich glaube ich bin mit den Gunslingern unterwegs, doch ich dachte sie wären nur ein Mythos. Eigentlich waren es doch sieben oder? Einer scheint zu fehlen, ist das der Verlust über den ich zwei von ihnen habe reden hören? Sollten sie es wirklich sein...ich habe so viele Fragen, aber ich traue mich nicht sie zu stellen."



Die Werte der Gunslinger. Woran sie glauben, was sie bewegt und ihr Aufbau.

Die Gunslinger glauben nicht unbedingt an Vorschriften oder derlei Dinge. Tatsächlich hat jeder Gunslinger seine eigene Auffassung von der Welt, ihren Regeln und wie er diese Umsetzt oder auch nicht. Es gab schon Gunslinger die gehörten der Marine an, Kopfgeldjägern und sogar Piraten waren unter ihnen vertreten.
Die ursprünglichen Sieben waren immer zusammen unterwegs, doch die nachfolgenden Generationen nicht. Seitdem sind Gunslinger überall verteilt, auf der Grand Line oder in der neuen Welt. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele, aber sie alle leben nach den gleichen Grundsätzen.
Das oberste Gebot der Gunslinger ist es, die unschuldigen zu schützen. Für jene zu kämpfen die nicht für sich selbst kämpfen können und denen zu helfen, die ihrer Hilfe bedürfen und sie verdienen. Dabei haben sie nicht das nur das Wohl der „Allgemeinheit“ im Blick wie so oft die Marine, oder die Weltregierung, nein. Sie helfen auch den Einzelnen. Sie verachten Leute die z.B. einem einfachen Bauern oder Händler nicht helfen, weil es nicht genug Prestige bringt, sie hassen diejenigen die unter dem Deckmantel der absoluten Gerechtigkeit selbst vor Mord an Kameraden nicht zurückschrecken.
Doch die Gunslinger sind keine Heiligen, bei weitem nicht. Nicht jedes Leben ist in ihren Augen gleich viel Wert. Es gibt Menschen die schlimme Dinge tun, die anderen Menschen Schmerz zufügen oder sie töten und solche Menschen haben in ihren Augen das Recht zu Leben verwirkt. Wer Gefallen an dem Leid und dem Schmerz von Unschuldigen findet oder für ein angeblich höheres Ziel toleriert, ist ein Monster. Gunslinger reden nicht mit Monstern, sie diskutieren nicht mit ihnen oder versuchen sie auf den rechten Pfad zu führen, sie radieren sie aus.
Ein weiteres Gebot der Gunslinger ist der Umgang mit ihren Waffen. Was für Soldaten und andere Menschen nur ein Werkzeug ist um sich zu verteidigen oder zu töten ist für Gunslinger eine Erweiterung ihrer selbst. Sie respektieren ihre Waffen, pflegen sie und halten sie in Ehren.
Ein entscheidendes Kredo wird von den Gunslingern seit der ersten Generation weiter gegeben und von jedem beherzigt.

Wir zielen nicht mit unseren Händen.
Wir zielen mit unseren Augen.

Wir schießen nicht mit unseren Händen.
Wir schießen mit unserem Verstand.

Wir töten nicht mit unseren Waffen.
Wir töten mit unseren Herzen.

Zusammenhalt ist den Gunslingern ebenso wichtig. Wer in ihre Reihen aufgenommen wird, muss auf seine Kameraden vertrauen können. Jegliche natürliche Feindschaft durch Fraktionen ist bei den Gunslingern unwichtig und nicht existent. Sie stellen diese Dinge zur Seite um ihr Ziel zu verfolgen und sie helfen sich stets untereinander. Steht ein Gunslinger vor einer Aufgabe die für einen allein nicht zu bewältigen ist, kann er um Hilfe rufen und die anderen werden kommen, sofern möglich. Loyalität ist ihnen daher auch sehr wichtig, ebenso wie das vertrauen untereinander.  


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 20. 10. 942

„Wir haben mittlerweile eine gute Strecke zurück gelegt. Ich glaube wir erreichen bald unser Ziel.
Gestern habe ich endlich den Mut aufgebracht zu fragen, ob es sich bei meinen Weggefährten um die Gunslinger handelt. Sie haben nur erwidert, dass sie sich nie so nennen.
Meine üblichen Fragen habe ich allerdings beiseite gestellt, auch die Frage warum sie nur zu sechst unterwegs sind. Gelegentlich kann ich es in ihren Gesichtern sehen, den Verlust eines Menschen der einem wichtig war. Ich selbst habe es erlebt, bei meiner Frau und meiner Tochter. Deswegen will ich nicht mit Fragen alte Wunden aufreißen. Vielleicht war es ja Schicksal, dass ich ihnen begegnet bin und das sie mich gerettet haben. Nun, dass würde ich denken wenn ich ein Narr wäre, es war eher verfluchtes Glück.
Eine Frage habe ich allerdings doch gestellt, ob sie mir das Schießen beibringen könnten. Ich habe mit Ablehnung gerechnet, mit Gelächter sogar aber stattdessen haben sie zugestimmt. Seit gestern habe ich geübt, bin aber offenbar nur gut genug um eine Flasche aus 10 Metern Entfernung zu treffen, ein Meisterschütze werde ich wohl niemals sein und erst recht kein Gunslinger. Dennoch hat es wirklich Spaß gemacht. Ich glaube so viel Spaß hatte ich zuletzt als meine Frau und Tochter noch lebten. Dafür bin ich diesen Männern dankbar, ebenso das ich mit ihnen reisen darf.“


Die Gunslinger heute.
Heute sind die Gunslinger größtenteils in Vergessenheit geraten. Zeit ist der Dieb der Erinnerungen wie es so schön heißt. Zu einem Mythos deklariert gibt es heutzutage nur noch wenige eingeschworene die die Legende der Gunslinger überhaupt noch kennen und sie an interessierte Personen weiter geben. Fakt ist allerdings, dass die Gunslinger noch existieren. Es gibt heute allerdings nur noch drei von ihnen, statt der üblichen sieben. Sie sind längst nicht mehr auf der Höhe. Der Mangel an geeigneten Kandidaten und der Verlust vieler Gunslinger in den letzten Jahrzehnten haben dazu beigetragen das die übrigen zwar ihre Aufgabe nicht vergessen haben, aber langsam beginnen zu zweifeln ob es in dieser Welt noch einen Platz für sie gibt, ob sie überhaupt noch gebraucht werden?
Sie sind auf der Grand Line verteilt und gehen dort ihrer Wege, helfen anderen und machen ansonsten was sie wollen. Besonders der Weltregierung sind sie zwar immer noch lästig, aber die Regierung sieht sie nicht mehr als Bedrohung, eher Unannehmlichkeit die in ihren letzten Atemzügen liegt. Vielleicht ist das Zeitalter der Piraten auch das Ende der Gunslinger, vielleicht kann der Funke um diesen „Kult“ von Revolverhelden und Meisterschützen allerdings doch wieder von neuem entfacht werden. Das kann nur die Zeit zeigen.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 21. 10. 942
Geschrieben in einer anderen Handschrift.
Letzter Eintrag

„Dieses Tagebuch gehörte einem tapferen Mann. Er starb heute, als er uns half ein Sklavenschiff zu übernehmen. Er war ein Händler auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Er war kein Kämpfer wie wir. Er hatte bis vor zwei Tagen noch nie richtig eine Waffe in der Hand gehabt. Er hatte keine Fertigkeiten wie wir, er war ein einfacher Mann. Und dennoch riskierte und gab er sein Leben für Menschen, die er nicht einmal kannte, um sie zu befreien und vor einem schlimmen Schicksal zu retten. Weil er wusste, dass es das richtige war und gerade weil er kein Soldat war, kein erfahrener Kämpfer, war diese Tat umso beeindruckender. Dieses Tagebuch gehörte dem mutigsten Mann den ich je kannte. Einem Mann der trotz seiner Unerfahrenheit im Kampf den Mut aufbrachte für das zu kämpfen was richtig war...dieses Tagebuch gehörte einem wahren Gunslinger.“

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BeitragThema: Erstellt von: Takeuchi Sora   Mi 9 Aug 2017 - 22:46


•• JÜNGER NAMAKURAS ••

Ursprung des Kults

Entstehung und Hintergründe des kultistischen Glaubens auf Namakura sind nur sehr dunkel überliefert. Beinahe propagandistische Tradierungen kennzeichnen die Geburt des Kults schon vor jedweder Zeitrechnung. Nachvollziehen lassen sich diese abweichenden jedoch nicht.
Mehrere tausend Jahre sollen die Menschen der Insel bereits in einem stagnierenden, von außen bestimmten Refugium leben. Armut, Hungersnot und ein konstanter Zustand erbitterter Kämpfe unterschiedlicher Volksgruppen seien ihre Begleiter. Auch diese Verweise sind nur geringfügig dokumentiert. Schuld seien die Machthaber der Welt. Die Weltregierung. Und nicht zuletzt die Marine. Ebenfalls wird die Revolution, als Befreier der Völker, äußerst feindselig in Betracht gezogen.
Gerade die Stigmatisierung des eigenen Volkes, mit Harahettarnia als dem größten, uniformen Landfleck der Insel, aber auch sämtlicher anderer Fraktionen, ist ein strittiges Detail. Denn gerade die drei großen Mächte der Gegenwart sind eine vom Menschen geschaffene, moderne Erfindung. Im Kontext dieser Aussagen auf eine regelrecht in ihre Gene eingebrannte, chronische Armut und ungerechte Behandlung zu verweisen ist hochgradig unschlüssig.
Genauer zurückverfolgen lassen sich allerdings die letzten 800 Jahre, beginnend mit der erfolgreichen Konstituierung der Weltregierung - ein in seinem Ursprung noch als Allianz der Zwanzig Königreiche bekanntes Zweckbündnis. In diesen acht Jahrhunderten veränderte sich weder die Lebensqualität, noch die generellen Umstände, mit denen die Bewohner Namakuras konfrontiert wurden. Zahlreiche Schriftstücke - hauptsächlich präservierte Einträge, Gravuren und gerolltes Pergament - verweisen auf einseitige Kontaktaufnahme zwischen den frühen Herrschern der Insel und verbündeten der Weltregierung.
Nach mindestens acht Jahrhunderten, welche von Hoffnungslosigkeit, Zweifel an der gesamten Welt und einer konstanten Angst um das eigene Leben geprägt waren, erhoben sich erste Gestalten innerhalb der von feindlichen Auseinandersetzungen zerrütteten Volksschichten. Sie entdeckten das Wissen ihrer Ahnen. Lange vergessene Inhalte und Schriften. Sie zeichneten Bilder ihrer Götzen. Ließen Statuen und Büsten errichten. Innerhalb weniger Dekaden schufen sie mit nur geringfügig voneinander abweichenden Iterationen das, was den Bewohnern Namakuras, Abenteuerlustigen und wenigen Gelehrten als der Kult Namakuras bekannt ist.
Mit diesem Glauben schufen die Hohepriester nicht nur einen uniformen Gott und damit einen Banner, unter dem sich die verwaisten Stämme vereinen konnten, sondern auch zahllose Rituale und Praktiken. Erbringungen von Tributen. Opfern. Anorganischer und organischer Natur. Tot und lebendig. Alles nur zu einem einzigen Zweck. Um die Geschenke ihres einzig wahren Gottes zu erhalten und mit ihnen aus dem bitteren Kreislauf ihres Schicksals ausbrechen zu können. Und gleichzeitig damit Rache an der gesamten Welt zu nehmen.


Die Darstellung Namakuras

Namakura muss vor allen Dingen als eines gedacht werden. Eine in ihrer Erscheinung beidgeschlechtliche Gottheit. Keineswegs ist damit eine geschlechtliche Ambivalenz gemeint, sondern ein tatsächliches Vorhandensein beider Geschlechter. Dabei werden die beiden Hemisphären der Prinzipien von einem Geschlecht übernommen.
Namakura ist zudem nicht nur der Name einer Insel, sondern auch der Gottheit selbst. Schriften nach zu urteilen soll die Insel nach ihrer schaffenden Gottheit benannt worden sein. Ausgehend von existenten Quellen ist dies jedoch faktisch unmöglich - sondern viel mehr ein Mittel der Propaganda, um den Glauben zu festigen und eine besonders intensive Bindung zu festigen.
Akkurate Darstellungen gibt es nur in verschwindend geringer Anzahl. Dabei ist es zumeist auch eine äußerliche Visualisierung, anstelle einer Ausführung genauer Praktiken. Verfolgen lassen sich jedoch die klaren Ziele eines jeden Gläubigen. Rache. Vergeltung. Und ein krankhaftes Streben nach persönlicher Macht.
Versprochen wird ihnen all das und noch viel mehr. Halten sich die Jünger an entsprechende Rituale, leben sie ihr Leben nach den Prinzipien Namakuras und verfolgen diese ohne jegliche Rücksicht auf subjektive Verluste, stehen ihnen den Schriften nach zu urteilen sämtliche Mittel und Wege offen. Nicht nur im Diesseits, sondern auch in ihrer begrenzten Zeit im Jenseits. Letzteres lässt sich auf die allumfassenden Grundprinzipien Namakuras zurückführen. Nebst persönlichem Gewinn ist den meisten ein uniformes, erschreckend selbstverständliches Ziel gegeben. Entgegen jeder Vermutung nicht etwa Glückseligkeit, oder ein Wiederaufbau ihrer Heimatinsel. Sondern die vollkommene, restlose Annihilation sämtlicher aus Menschenhand geschaffener Konstrukte. Inklusive all ihrer Bewohner.
Hohepriester des Kults verfolgen jedoch ein anderes Ziel. Ihnen liegt nichts an persönlichem Glück, nicht an einer in ihrem Alltag anwendbare Macht. Ihr gesamtes Leben wird zu einem einzigen, höheren Zweck aufgewendet. Nämlich Beschwörungsriten. Ihre Verbindung zu Namakura, so sagt man, sei derart stark und ungebrochen, dass beinahe sämtliche weltlichen Bedürfnisse abgelegt wurden. Das oberste Ziel ist dabei, ihrer Gottheit so nahe wie möglich zu kommen. Eine Verbindung zwischen den Welten aufzubauen. Indem entweder sie in das Reich der Götter aufsteigen, oder aber - deutlich wahrscheinlicher und häufiger exerziert - ein direktes Bringen Namakuras in die Welt des Menschen.


Prinzip I: Tod & Zerstörung

Die einzigen Aufzeichnungen hinsichtlich der beiden Prinzipienkomplexe beruhen auf dem Bericht eines verstorbenen Altertumsforschers, Archäologen und Grabräubers. Verwitterte Schriften lassen Rückschlüsse zu, weisen allerdings an unterschiedlichsten Stellen Lücken auf, die nicht rekonstruiert werden können. Vollständige Interpretationen sind nach diesem Stand unmöglich.

"Namakura ist die prototypische Gottheit für jede Facette menschlicher Zerstörung. In den letzten Monaten, die ich auf Namakura Island verbrachte, fand ich immer wieder Statuen. Sie sind auf der gesamten Insel verteilt. In kleinen Sippschaften, die ich aus gewissenhaft eingehaltener Distanz betrachtete. Selbst auf den einfachen Feldwegen finden sich kleinere Inschriften. Fanden sich keine Steine, war man sich der Arbeit zu schade, dann nutzten die Einwohner selbst die Rinde massiver Bäume, um ihre Lob- und Klagelieder niederzuschreiben.
In den tiefsten Sümpfen wurde mir eine erste Charakterisierung, wie auch eine Beschreibung der Äußerlichkeiten Namakuras gewahr. Es kann nur schwer von einem männlich betrachteten Gott die Rede sein. Gekleidet in eine silbern glänzende Rüstung, umrahmt von einer langen, seidenen Mähne von der Farbe des Winters und mit Augen die in der Palette der eisigen Gletscher strahlen - ein reines, vollkommenes, schönes Wesen. So und nicht anders wurde sie auf den steinernen Tafeln beschrieben. Zwei gewaltige Schwingen sprießen aus ihrem unberührten Rücken. Zur Linken hinweg entfaltet sich eine reine, weisse Schwinge. Mit hunderten Augen, die zwischen einzelnen Federn hinaus ragen. Dem gegenüber ein leblos wirkendes, pechschwarzes Konstrukt, den Beinen einer massiven Spinne nicht unähnlich.
Nur wenige Schritte weiter, unterhalb eines Torbogens, der in etwas führt, was einer Grabstätte, oder einem unterirdischen Tempel gleicht, fand ich ich eine Warnung. Eine Warnung für alle Ungläubigen. Dass sie in den Gängen und Katakomben, überall dort, wo das wachende Auge Namakuras sie erreichen konnte, lediglich der Tod erwartete.
"

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"Im ersten Moment schien es mir wie eine Warnung, die lediglich auf diesen Ort bezogen sei. Meiner Erwartung nach musste es sich bei diesem steinernen Gebäude, den aus dreckigem Marmor bestehenden Treppen um eine unglaublich bedeutsame Stätte handeln. In den Tagen darauf fand ich jedoch immer wieder ähnliche Hinweise. Nicht nur unterhalb des Torbogens, sondern auch in verlassenen, von menschlicher Präsenz vergessenen Ecken der Insel.
Ausgehend von diesen Indizien scheint Namakura all diejenigen auslöschen zu wollen, die nicht ihrem Glauben angehören.
Diesem Maßstab nach zu urteilen ist Namakura weniger eine omnipotente Gottheit, sondern viel mehr wie ein böser Geist, der all diejenigen heimsucht, die von reinem Gedankengut sind. Wie ein Fluch, der diejenigen verfolgt, die sich an die Realität halten, keine Erfurcht zeigen, oder - im schlimmsten Fall - einem anderen Gott huldigen. Irritierend ist darüber hinaus auch, welche zusätzlichen Hinweise bestehen, beziehungsweise nicht bestehen.
'Im vergessenen Land', so schrieben sie 'Peinigte Namakura die Heretiker und führte sie, wie auch ihre falschen Götter, dem ultimativen Schicksal zu.' Wenn es tatsächlich, so wie es sich liest, eine Anspielung auf den Zeitraum zwischen 620 und 720, dann schreiben sie nicht nur die Vernichtung sämtlicher Informationen, sondern auch das gnadenlose Ende des Krieges, wie auch sämtliche Opfer ihrer Gottheit zu. Und es ist nicht die einzige Andeutung. 'Um die Welt von ihren Fehlern zu befreien, entschied Namakura, sich die schändlichen Flecken menschlicher Existenz einzuverleiben.'
Ausgehend von diesen Beschreibungen, wie auch dem beinahe vollständigen Fehlen anderer Eigenschaften, ist Namakura in meinen Augen nicht viel mehr als eine Gottheit der Zerstörung. Eine transzendente Richterfigur, die nach eigenem Ermessen all das vernichtet, beziehungsweise 'in Vergessenheit geraten' lässt, was nicht ihrem eigenen Ideal entspricht. Selbst Könige. Oder die Zeit selbst. Als wäre das nicht bereits genug, erweist sich Namakura zudem als eine nicht nur von Rache getriebene, sondern auch Rache in ihre Gläubiger einfließen lassende Entität.
'Wer Namakura ehrt, wird Erlösung finden im ewigen Diesseits finden.'
Erwähnungen eines ewigen Diesseits sind mir neu. In den meisten Fällen wird auf eine ultimative Reinigung, auf inneren, seelischen Frieden und Glückseligkeit im Jenseits verwiesen. Aber eine Ewigkeit in der diesseitigen Welt?
Neben der vollständig einseitigen Charakterisierung, völlig unpassend für das Gesicht einer Gottheit, ist allerdings auch eine wiederkehrende Formulierung und Wortwahl irritierend. Angesichts der destruktiven Facetten Namakuras lässt sich die Zerstörung und das Auslöschen der 'Ungläubigen' nachvollziehen. In demselben Kontext erscheint mir die Verwendung des Begriffes 'einverleiben' höchst fragwürdig.
"


Prinzip II: Leben & Wiederherstellung

"In den letzten drei Monaten meiner Untersuchungen wurde ich mir eines gigantischen Fehlers bewusst. Das, was an den Feldwegen, nahe der Wälder und innerhalb der Sümpfe wiederfand, war allerhöchstens die halbe Wahrheit. Namakura ist weit mehr als eine exzentrische Gottheit der Zerstörung.
Durch stetige Beobachtungen aus sicherer Entfernung fielen mir noch weitere Büsten und kleinere Statuen ins Auge. Ihre Form besitzt keinerlei Ähnlichkeit mit den Beschreibungen, die meinen letzten Berichten anliegen. Ihre Gestalt ist .. abstrus, um das Mindeste zu sagen. In keinster Weise menschlich. Viel mehr das, was man sich unter einem transzendenten Wesen vorstellt. Gleichzeitig aber auch derart abstrus, dass es mir schwer fällt, überhaupt darüber nachzudenken.
Vier Arme, die sich an einen gewaltigen Torso schließen, sind höchstwahrscheinlich das erste, prägnanteste Merkmal, welches Namakura in dieser seiner Formen zugesprochen werden kann. Ein vernarbtes Augenpaar bildet das Zentrum der alles sehenden Gottheit, während gewaltige, flache Hörner aus seiner Stirn und den Schläfen ragen. Seine Haut wird beschrieben wie die erkaltete Asche eines einst gigantischen Infernos beschrieben. Seine Proportionen verlassen jedoch die Vorstellungskraft des Menschen. Vertraue ich den bruchstückhaften Erzählungen, die ich mithören konnte, wie auch den Inschriften die ich fand, dann soll Namakura mit seinen vier Händen sämtliche Planeten des Universums geformt haben.
"

_________________

"Namakura ist eine Gottheit. Meine Zweifel sind keineswegs aus dem Weg geräumt, doch zeigen sich mehr und mehr Facetten. Die Jünger Namakuras schreiben ihrer Gottheit nicht eine, sondern zwei höchst unterschiedliche Formen zu.
Gemeinsam mit dem abweichenden Erscheinungsbild gehen auch vertretene Aspekte einher. Nicht hinterfragt wird die Omnipotenz Namakuras. Unabhängig in welcher Gestalt sich dieses Wesen zeigt. Die höchst feminin gedeutete Erscheinung herrscht über den Tod und die Zerstörung all dessen, was nicht konform mit den Ansichten des Glaubens geht. Fast noch interessanter ist allerdings die gigantische, monströse Kreatur, die nicht nur für das Leben zuständig zu sein scheint, sondern darüber hinaus als Schöpfergott interpretiert wird.
Dennoch bin ich unsicher, inwiefern man diesen Ausführungen Glauben schenken kann. Je häufiger - und länger - ich mich in der Nähe kleinerer Siedlungen aufhalte, desto mehr wird mir gewahr, dass etwas nicht hundertprozentig stimmen kann. Darbringung von Tributen und Opfern waren ein mir bekannter Faktor, spätestens mit meinen letzten Funden. Aber warum würden sie einem Gott der für das Leben steht und selbiges Erschafft, ebenfalls Lebewesen opfern.
Und es sind nicht nur Tiere, keine Fische, Eber oder Vögel. Diese kleineren Blutopfer hätte ich nachvollziehen und in einen halbwegs bekannten Kontext betten können. Nein. Was sie Namakura opferten waren ihre eigenen Landsleute! Ich hatte mit Gegenwehr gerechnet. Mit martialischen Schreien. Irgendeiner Form der Verneinung und der intrinsischen Hoffnung, unbeschadet zu bleiben. Aber kein einziger sagte auch nur ein Wort.
Sie brachten die Auserwählten ohne Fesseln nicht in Ketten gelegt, sondern mit beinahe ehrfürchtiger Distanz an den Fuß eines zeremoniell geschmückten Tempel. Dort richteten sie sich selbst.
Zu welchem Zweck? Ist die Hingabe dieser Menschen so stark, dass sie sich selbst das Leben nehmen, um die Geschenke Namakuras zu empfangen? Steht ihr Tod nicht gegensätzlich zu dem Versprechen des ewigen Diesseits?
"

_________________

"Wir sind schon viel zu lang auf dieser Insel.

Irgendetwas stimmt nicht. Unsere Pferde starben innerhalb weniger Tage. Eines nach dem anderen. Mitgebrachte Rationen faulten, ohne Wasser oder zu viel Luft ausgesetzt zu sein.

Expeditionen in das Innere der Insel werden erheblich dadurch erschwert. Beinahe unmöglich gemacht. Hinzu kommen die zunehmend widrigeren Wetterverhältnisse. Den Prognosen nach zu urteilen dürfte es nicht regnen. Falls doch, dann nicht in einem solchen Ausmaß. Fast als würde die Welt um uns herum untergehen.

Dafür hatten wir den Sommer dieses Jahres ausgesucht. Um den höllischen Schwankungen der Grand Line entgehen zu können. Aber dieses verfluchte Gewässer scheint uns einen letzten Strich durch die Rechnung machen zu wollen.

Auch die anderen Mitglieder der Expeditionsgruppe verhalten sich eigenartig. Einzelne berichten davon, unheilvolle Stimmen zu hören. Dabei sind wir, zumindest auf dem Schiff, unter uns. Wir haben Kontakt zu den Bewohnern gemieden, so gut es möglich war. Auch unsere Anlegestelle ist verborgen. Mehrere Kilometer vom ersten Dorf entfernt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man uns gefunden haben könnte ..

Andererseits würde es Sinn ergeben. Zwei von uns sind nicht zurückgekehrt, obwohl es nur ein kurzer Ritt werden sollte, um Wasserreserven aufzufüllen. Wir fanden nichts von ihnen. Keine Kleidung. Nicht ihre Tiere. Nichts. Keine Spuren. Als seien sie vom Erdboden verschluckt worden.

Dies wird wohl oder übel mein letzter Bericht sein. Vorerst. Wir brauchen Wasser. Und Verpflegung. Andernfalls können wir weder auf dieser vermaledeiten Insel überleben, noch eine Rückreise antreten. Was bedeutet, dass eine weitere Gruppe versuchen muss, ins Landesinnere zu reiten. Nein. Zu laufen. Mittlerweile fehlen uns sogar Pferde.
"

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"Die gestrige Suche war ein gigantischer Fehlschlag. Sämtliches Fleisch,
das wir uns hart haben erkämpfen mussten, war von Maden befallen. Innerhalb weniger Stunden! Unbegründet!

Nichts von dem kann mit rechten Dingen zugehen. Die nächtlichen Nebel werden dichter. Regengüsse stärker. Nicht einmal bei hellichtem Tag kann man nicht weiter als einen Steinwurf weit sehen. Nachts sind wir längst blind.

Ich kann Stimmen unter Deck hören. Zurzeit dürfte niemand aus der Mannschaft dort sein. Nicht, während unserer aktuellen Diskussion, um das weitere Vorgehen ..
"


Keine weiteren Exzerpte wurden erhalten. Kommunikation mit der Gruppe wurde abgebrochen. Ihre Teleschnecken versagten den Dienst. Nicht einer von ihnen kehrte von der Forschungsreise zurück.

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BeitragThema: Erstellt von: Augustus Ashur   Mi 9 Aug 2017 - 22:48


•• VOLKSRELIGION VON SHÌ LÍMÍNG ••

Der vorherrschende Glaube der Insel ist ein sehr alter im Volk verwurzelter glaube, der schon in den Bauern verankert war, bevor die Insel so stark ubansisierte. Deswegen hat auch der Glaube der Insel einen krassen Wandel hingenommen und an vielen Stellen wird der Kontrast zwischen den älteren und den neueren Riten offensichtlich. Von den Einheimischen gehört trotzdem noch fast jeder diesem Glauben an und viele halten auch noch an den Riten fest.

Das wohl zentralste Element dieses Glaubens ist die Ahnenverehrung. So spielen Friedhöfe, meistens mit Familiengrüften und bei reichen und einflussreichen Familien auch gerne auf deren Anwesen, eine sehr wichtige Rolle. Beerdigungen werden meist groß, aber leise gefeiert und sind für die meisten das heiligste Fest. Und auch nach dem Tod werden am Grab des Verstorbenen meist noch weitergehend Duftkerzen, Blumengestecke und Reis als Opfer angebracht. Viele Familien die nicht die Zeit haben regelmäßig zum Grab zu reisen, machen dies durch einen kleinen Schrein mit einem Foto des Verstorbenen in ihrer eigenen Wohnung. Unter den Kriminellen der Insel ist es zudem übrig das sie ihren verstorbenen Kameraden auch Sake und Waffen als Opfer dabringen. Die Polizei hingegen bringt meistens Fisch als Opfer um die Verbundenheit mit dem Volk zu zeigen, das ja sehr vom Fischfang lebt. Die Fischer hingegen, die sich wertvolle Opfergaben meistens nicht leisten können, bringen dann Getreide, Hirse oder Seesterne als Opfer.
Auf Touristen, Händler und andere Ausländer die die Insel besuchen, wirkt dieser Kult meistens befremdlich, aber den Einheimischen ist er sehr wichtig und sie verstehen keinen Spaß wenn darüber gescherzt wird.

Das zweite große Element des Glaubens sind die vielen verschiedenen Naturgötter und Geister die angebetet, oder um Hilfe gebittet werden. Dies geschieht meist an kleinen Schreinen und Tempeln die überall auf der Insel verteilt sind, und meist einem oder mehreren dieser Wesen gewidmet sind. Dabei gibt es sicher hunderte verschiedene dieser Geister und Götter. Einer der beliebtsten ist Raiken der Donnergott, den viele auch privat anbeten. Er steht nicht nur für Gewitter, sondern auch für den Regen und für guten Fischfang. Zudem ist seine Farbe die des Goldes, weshalb er auch oft mit finanziellem Glück in Verbindung gebracht wird. Dargestellt wird er meistens als eine Mischung aus Mann und Wildschwein, von Blitzen umgeben.
Andere beliebte Götter sind zum Beispiel der Schattengott Ryo, der vor allem von den Verbrechern angebetet wird, da er für die Nacht, die Dunkelheit und für das Glücksspiel. In seiner Gestalt als hageres Wesen mit Krähenkopf und einem Umhang aus blauen Federn wirkt er sehr befremdlich und gruselig an. Offiziell ist seine Anbetung auch nicht gerne gesehen, wegen der Vernetzungen zum kriminellen Untergrund die ihn praktisch als Schutzheiligen sehen.
Wirkliche Schöpfergötter oder ähnliches gibt es in diesem Glauben nicht, dort gibt es nur einige lose Mythen und Erzählungen. Die verbreiteste ist, dass es das Meer schon immer gab und es schon immer reich an Fischen war. Irgendwann tauchte dann ein großer Fischer auf (meistens ein Riese) der begann gnadenlos die Fische zu jagen. Die Fische schwammen in voller Angst zu einem gewaltigen regenbogenfarbenen Seekönig und baten ihn um Hilfe. Der Seekönig erklärte das er den Fischer töten könnte, dieser Mord es für die Fische aber nur schwerer machen würde. Den Fischen war dies egal und sie verlangten die Hilfe. Als der Seekönig daraufhin den Riesenfischer tötete, blieb sein Körper im Meer schwimmen. Nach tausend mal tausend Jahren wurde sein Körper dann zu Fels und Sand, die Insel war also geboren! Auf der Insel siedelten sich bald viele Fischer an und begannen mit ihrer Tätigkeit. Die Fische hatte es nun schlimmer getroffen als zuvor.
Ansonsten sind die meisten Götter und Geister animalischer Natur, zum Beispiel ein weißer Fuchs der Kranke heilen soll, oder ein riesiges Kaninchen das einmal zwei Kinder vor einem Bären gerettet haben soll. All diese kleinen Wesen und Geister haben eigene Priester meistens und stehen für verschiedene Gaben. Die meisten haben dabei etwas mit Schutz vor Gefahren und Dämonen zutun, als auch mit Wunderheilung.
Interessanter weise konnten sich von außerhalb auch Buddha-Figuren als Teil des Glaubens etablieren. Diese wurden irgendwann von Reisenden eingeführt und rasch ins Pantheon de Geister und Götter der Insel übernommen. Die vielen Buddha werden oft dem jeweiligen Stadtteil oder der Straße zugeordnet, nach diesem benannt und dort dann angebetet oder es wird auch ihnen Reis geopfert. Die Leute die diesen Figuren zudem am nähsten stehen, sind meistens auch Vegetarier und haben eine hohe Achtung vor dem Leben.

Zusätzlich zu diesen Riten kommt, dass der Volksglaube der Insel sehr abergläubisch ist. So treiben hunderte Wahrsager und Kräuterhexen auf der Insel ihr Unheil und versuchen das Volk mit ihren Taten zu beglücken. Diese alten Zweige sind oft mit den kriminellen Untergrund verbunden, jedoch sehr beliebt beim Volk. Wahrsager trifft man meistens in kleinen Zelten am Straßenrand wo sie für einpaar Berry versuchen die Zukunft hervorzusagen. Angeblich mit Hilfe dieses, oder jenen Geistes oder Götterwesens. Andere Formen des Aberglaubens sind beispielsweise, die Gegenheit bei Gewitter nicht auf hohe See zu fahren oder Gästen immer den ersten Schluck Sake am Tisch anzubieten. Es gibt hier dutzende, wenn nicht sogar hunderte kleine Verhaltensregeln die von vielen beachtet, aber auch oft missachtet werden, was meistens an ihrer schieren Masse liegt.

Es gibt jedoch eine Reihe von Weisheiten, oder eher gesagt ungeschriebenen Gesetzen die von Generation zu Generation weitergegeben werden und praktisch als Leitlinie für die Anhänger des Glaubens dienen.
1. Ehre deine Ahnen
2. Bringe deinen Ahnen Opfergaben
3. Stelle dich gut mit den Schutzgeistern deiner Siedlung
4. Achte das Leben deiner Mitmenschen und der Tiere
5. Belüge nie dich selbst
6. Ehre deinen Beruf und gehe deinem Handwerk nach
7. Ergebe dich nicht dem Rausch
8. Diene deinem Herren und entehre ihn nicht
Der kriminelle Untergrund der Insel erweitert diese 8 Leitweisheiten meist noch um zwei weitere die sie nur in ihren eigenen Reihen lehren:
9. Diene der Familie bis in den Tod, Verrat ist das schlimmste Verbrechen das du begehen kannst
10. Verrate niemals die Geheimnisse der Familie, sie müssen im Schatten bleiben

Weit verbreitet ist auch das Leben als Mönch, so gibt es einige Kloster auf der Insel und in diesem Glauben. Die Mönche tragen meist orange oder rote Roben, je nach ihrem Rang. Sie leben nihilistisch und verbringen viel Zeit als Bettelmönche oder beim Gemüseanbau im Klotergarten. Die Kloster sind öffentlich und beliebte Orte für Touristen. Kaum einer folgt den Riten der Religion so streng wie diese Mönche, die meistens die Einhaltung der Riten deutlich über ihr eigenes Wohl stellen. Es soll sogar schonmal ein Mönch verhungert sein, weil er sein ganzes Essen an Opferschreinen dargebracht hat. Ob dies stimmt weiß aber niemand. Trotzdem sind die Mönche in der Regel sehr gebildet, beschäftigen sich von Kindesalter an mit Mathematik und Astronomie, lernen lesen und schreiben. Schönschrift ist dabei ein besonders wichtiges Fach im Kloster. Viele Familien schicken ihre Kinder für die ersten Jahre ins Kloster, weil die Bildung und Erziehung dort meistens besser und disziplinierter ist als auf den normalen Schulen. Mönch zu werden ist dabei recht einfach, man stellt sich vor, lässt seine alte Kleidung hinter sich und wird durch einige Riten ins Kloster eingeführt.

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