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Impel Showdown

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Lisann
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Lisann

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BeitragThema: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptySo 19 Apr 2020 - 16:08

das Eingangsposting lautete :

Teilnehmer: Takeuchi Sora und Lisann
Ort: Whiskey Peak, Meer, Impel Down
Datum: 1. März 1527
Beschreibung: Lisann ist immer noch dabei, sich von ihrer Auseinandersetzung mit Ishikawa zu erholen, als sie den Auftrag erhält, Keith Samson fest zu nehmen, der offenbar Impel Down infiltriert hat. Eine Aufgabe, der sie natürlich nachgehen möchte - jedoch in ihrer Verfassung wohl nicht wirklich tun sollte. Zum Glück hat sich ja vorher Takeuchi Sora eingefunden, der von ihrem Zustand erfahren hat. Ob der das für eine gute Idee hält?

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Lisann
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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyMo 6 Jul 2020 - 21:52

Er war ruhig. Viel zu ruhig. Während Lisann eine Distanz zu ihren eigenen Erlebnissen an den Tag legen musste, um überhaupt darüber sprechen zu können, verstand sie nicht, wieso Sora sich nicht bewegen ließ. Wieso er nach wie vor auf ihrer Seite stand, obwohl sie mehr als deutlich gemacht hatte, wie viel Dunkelheit bis heute noch in ihr steckte.
„Freundschaft kann an Bosheit zerbrechen“, sagte sie mit mehr Nachdruck, als ihr lieb war. Nur weil sie mehrere Jahre nun befreundet waren, hieß es nicht, dass er über alles hinwegsehen würde. Oder stünde er einem Mann wie ihrem Vater auch beiseite, auch wenn das, was er getan hat, schrecklich war?
Er lehnte sich vor. Zwang sie, ihn anzuschauen, auch wenn Lisann im ersten Moment ihren Blick abwenden wollte, hielt sie dem Ausdruck in seinen Augen nicht stand. Er war wider ihrer Erwartungen. Kein Hass. Keine Ablehnung. Hatte sie sich so sehr geirrt?
Oder hatte er einfach noch nicht verstanden, was sie gerade offenbart hatte?
Aber er erklärte sich. Arbeitete einen Gedanken heraus, den Lisann niemals in ihrem Leben hatte und auch so nicht akzeptieren konnte. Aus Soras Sicht war es logisch. Sie hatte nur überlegt, ihre Familie zu töten. Es vielleicht sogar geplant. Sie hatte nie die Chance gehabt, zu testen, ob sie alle fünf wirklich getötet hätte. Aus seiner Sicht war sie unschuldig. Wer konnte jemanden auch für Gedanken verurteilen? Es waren Taten, die einen schuldig sprachen. Und Lisann hatte nichts getan.
Doch es war anders. Es war so anders und sie wusste nicht, wie sie es ihm verständlich machen sollte. Wie sie Sora erklären sollte, was wirklich in ihr vorgegangen war. Dass es einen Unterschied zwischen ihren Gedanken und seinen Gedanken der Zerstörung gab. Einen gewaltigen.
Sie öffnete den Mund, um ihre Ansicht der Dinge weiter auszuführen, doch Süße legte sich auf ihre Zunge. Sora hatte ihr wieder eine Erdbeere zwischen die Lippen geschoben, die Lisann brav wie ein Kind kaute und schluckte.
Und dabei sprach er genau den Punkt aus, den sie hatte vorbringen wollen. Es kam ihr wie ein Argument vor, das für sie und ihre Ausführung sprach und nicht dagegen.
Sie schluckte die süße Frucht herunter.
„Genau“, sagte sie dementsprechend ruhig. Ihr ging es nicht darum, Sora zu überzeugen, dass sie ein Monster war und seinen Hass verdiente. Sie wollte nur, dass er verstand, wer sie wirklich war und was sie bewegte. Er sollte die Wahrheit über sie sehen und kennen. Sie wollte nicht, dass er eine Lüge über sie dachte und sie wegen einer falschen Vorstellung als Freundin sah. Er sollte sie als den Menschen sehen, der sie wirklich war.
Lisann wollte Sora nicht von sich weisen. Sie wollte mit all ihrer Dunkelheit akzeptiert werden.
„Entscheidend ist, wonach wir handeln. Und wenn ich könnte, würde ich jeden einzelnen von ihnen noch heute umbringen. Black ist mir zuvorgekommen. Ich war damals gewillt, meine Familie zu töten und ich bin es immer noch für alles, was sie mir angetan haben. Ich habe mich niemals dagegen entschieden, sie zu töten. In keiner Sekunde. Sonst wäre mir Black egal.“ Solange sie Black jagte, war sie nicht über ihre Vergangenheit hinweg. Solange sie diesen Mann tot sehen wollte, war sie auch gewillt, ihre Familie zu töten. Es war eine einfache Rechnung.
Nur weil die Ziele ihrer Dunkelheit fort waren, hieß es nicht, dass sie ein guter Mensch war. Sie hatte einfach nur keine Gelegenheit, es zu beweisen. Aber sie war da. Die Finsternis in ihr.


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Takeuchi Sora
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Takeuchi Sora

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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyMo 6 Jul 2020 - 22:53

Lisann mochte Recht haben. Freundschaft konnte an Bosheit zerbrechen. Die daraus resultierende Frage schien also, ob ihre Freundschaft schwach genug war, um durch das Gewicht offen liegender Karten zu zerfallen.
"Da stimme ich dir zu", entgegnete der Schwarzhaarige reichlich unbeeindruckt und mit angemessen wertneutraler Stimmlage. Ihn kümmerte nichts davon; die Kopfgeldjägerin durfte so viel Negativität aussprechen wie auch immer sie wollte. Höchstwahrscheinlich würde er sie für den Rest des Tages, vielleicht sogar durch den Abend hinweg nichts anderes sagen hören.
Wie schlecht sie doch für all ihre bösartigen Gedanken war, wie schnell er sich von ihr entfernen sollte. Dass Sora sie nie wirklich gekannt hatte, nun ihr wahres Ich in vollster Pracht erlebte und es sich besser überlegen sollte, ob er mit Abschaum wie ihr wirklich assoziiert werden wollte. All diese lächerlichen Überlegungen sah der Takeuchi bereits kommen. Und noch bevor es überhaupt dazu kommen konnte, verdrehte er die bernsteinfarbenen Augen, hob eine Braue und sah erneut herunter zu Lisann.
Sie wich seinem Blick aus. Obwohl sie ihn mit ihrer Vergangenheit, den aus ihrer Kindheit erwachsenen Ambitionen und niederträchtigen Taten konfrontierte, änderte sich rein gar nichts an seiner Auffassung der Gegenwart.
"Möchtest du mir damit etwas sagen?" Zeitgleich mit seinen stichelnden Worten kontrastierten Sora jedoch mit streichelnden Berührungen seiner Finger absolut jeden bösen Willen, den er ansatzweise in der Lage gewesen wäre zu offenbaren. "Bist du auf einmal nicht mehr", er zögerte, lehnte sich vor, so weit, als dass die Lippen des Konteradmirals beinahe ihre Stirn berührten und ein Ausweichen seines Blickes schier unmöglich wurde "die beste Gesellschaft?"
Lisann wirkte nicht beeindruckt von seiner Ansicht. Im Gegenteil. Sie verdeutlichte nur noch, wie sehr sie von innen heraus zerfressen war - auch nach all den Jahren, nach Jahrzehnten, sehnte sie sich noch immer nach nichts anderem als dem Tod ihrer Familie. Eine Rache, die man ihr gestohlen hatte. Nichts in ihren Worten zeugte von Reue. Geschweige denn hielt Lisann sich zurück. Black war ihr ein Dorn im Auge. Der einzige. "Wenn das so ist .."
Scheinbar nachdenklich wiegelte der Kopf des jungen Mannes mal zur einen, dann zur anderen Seite. Abwesend glitten seine Finger noch immer über die warme Haut der Mirosa, liebkosten und streichelten sie, als sei absolut nichts, rein gar nichts geschehen. Die kürzlich offenbarte Wahrheit, so schien es, besaß für ihn keinerlei Gewicht. ".. dann muss ich dich wohl oder übel mitsamt all deiner Bosheit akzeptieren? Wie klingt das?"
Kraulend stiegen alle zehn Finger des Soldaten hinauf, über ihre Schläfe, bis sie sich schließlich im rabenschwarzen Haar der wunderschönen Kopfgeldjägerin vergruben. Wieder und wieder, gleichmäßig, fürsorglich wanderte mal seine linke, dann die rechte Hand über Lisanns Schopf, streichelten sie, ließen die junge Frau gleichermaßen aufrichtige Hingabe und Fürsorge spüren. "Ich bin nicht töricht genug, dass ich versuche, dich in deiner Meinung irgendwie umstimmen zu wollen", gab er leger kund "Dafür bist du zur stur. Und letzten Endes kommt es wohl auf den Blickwinkel an." Beide Seiten standen diametral zueinander. Für Sora kein erheblicher Grund, warum er auch nur eine Sekunde von der Seite einer Freundin abweichen sollte.
"Wenn du möchtest, können wir auch noch den gesamten restlichen Tag darüber reden. Warum du ein schlechter Mensch bist, warum ich dich verabscheuen sollte, warum du eine Freundschaft nicht wert bist, ..", wiederholt verdrehte Sora die Augen, zuckte mit den Schultern und schnalzte zum Abschluss gleich mehrfach mit der Zunge "Du wirst mich allerdings nicht von meinem Standpunkt bringen können, exakt hier bleiben zu wollen. Damit du schnell wieder auf die Beine kommst."
Selbstverständlich ergab sich daraus nur einer von mindestens zwei Gründen, weswegen er in Windeseile die Distanz zwischen Loguetown im East Blue und Whiskey Peak auf der Grand Line überbrückt hatte. "Außerdem", flüsterte Sora neckisch zwinkernd "Muss wohl etwas mit mir passiert sein, als wir die letzten Male das Frühlingsfest besucht haben." Schalk sprang von seinen Augen direkt in sein breiter werdendes Grinsen über "Mir war sehr nach bester Gesellschaft zu Mute. Hast du eine Ahnung, woher das kommen könnte?"



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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptySo 2 Aug 2020 - 8:46

Lisann hielt den Atem an, als die ersten Worte über die Lippen des Takeuchi drangen. Ihr Herz hämmerte von innen gegen ihre Brust und schien sich seinen Weg hinausspregen zu wollen, doch Knochen verhinderten dies.
Wie konnte er dies nur so einfach sagen? Wie konnte er diese leichten, fast witzigen Worte ernst meinen? War das seine Antwort auf alles, was sie zu sagen hatte? Was sie ihm hatte klar machen wollen?
Akzeptierte er sie?
Nein. Niemals. Er verstand nur nicht, was sie hatte ausdrücken wollen. Sie musste es ihm verständlicher machen.
Lisann bemerkte nur, dass sie mit dem Atmen wieder begonnen hatte, da ihr seiner weiteren Worte wegen genau dieser ein weiteres Mal stockte. Gleichzeitig wollte ihr Körper sich seiner Berührungen wegen entspannen, aber ihr Verstand ließ es nicht zu. Sie war dazu bereits zu aufgekratzt. Ihre Nerven lagen blank, auch wenn es ihr nicht direkt anzumerken war. Doch dass etwas in ihr brodelte, war zu sehen. Sehr deutlich. Sie konnte es nicht verbergen.
„Ich versteh das nicht“, hauchte sie. Sie hatte in ihrem Kopf seine Reaktion bereits ausgerechnet. „Wie kannst du jetzt nur … Witze machen?“ So verstand sie die Anspielung bezüglich der besten Gesellschaft. Für Lisann war das in diesem Moment ein Witz. Nicht mehr und nicht weniger. Sie hatte Sora gerade die Wahrheit offenbart. Etwas, was noch niemand über sie wusste. Etwas, was niemand jemals über sie gehört hatte. Nicht einmal Ray, der für sie wie ein Vater gewesen ist. Und das war seine Reaktion. Sein Versuch, ihre Worte zu relativieren? Ihr ein besseres Gefühl zu geben?
Es half nicht wirklich. Fühlte sie sich nicht ernst genommen? Oder wieso stieß dies Lisann so auf?
„Ich versteh es einfach nicht“ , wiederholte sie murmelnd. Sora liebte Kinder. Und sie hatte gerade gestanden, alle Mitglieder ihrer Familie töten zu wollen. Auch ihre kleine Schwester Tanja, die sechs Jahre alt gewesen ist. Hatte er das im Hinterkopf? Verstand er diesen Punkt.
Wie viel wusste er über ihre Familie? Kannte er überhaupt ihre Namen? Hatte er nachgeforscht oder dies als eine Grenze gesehen, die er nicht überschreiten durfte.
Aber Sora schien so oder so nicht gewillt zu sein, seine Meinung zu ändern. Sollte Lisann ihre Geständnisse erst einmal sacken lassen? Sollte sie Sora einfach darüber nachdenken lassen, statt ihm eine Meinung aufzudrücken, die sie für ihn aussuchen wollte?
Ja. Die Zeit würde er zeigen, wie er wirklich dachte. Im Moment musste er auf ihrer Seite sein. Sie war verletzt und schwach. Sie war angreifbar. Es lag in seiner Natur, anderen zu helfen. Lisann in diesem Zustand feindlich gegenüber zu sein, war doch gar nicht sein Stil. Sie manipulierte ihn ungewollt. Sie würde wieder mit ihm über alles sprechen, wenn sie sich sicher war, dass dieser Aspekt nicht mehr in seiner Meinungsfindung miteinfloss.
„Aktuell bin ich leider keine gute Gesellschaft.“ Sie versuchte nun auch selbst die Stimmung zu wechseln. „Dazu fehlt mit ein wenig der Elan. Fiber macht sich nicht gut.“ Sie fühlte, wie sie langsam wieder die Kräfte verlassen. Immerhin hatte sie für sich entschlossen, das Thema ruhen zu lassen. Und somit sank der Adrenalinspiegel wieder herab. Sie brauchte keine Kraft mehr. Sie brauchte langsam nur noch Schlaf.


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptySo 2 Aug 2020 - 15:34

Machte er tatsächlich Witze? Sora schnaubte leise. In Gedanken versunken zogen sich die feinen, schwarzen Brauen des Soldaten zusammen, während seine Finger leicht abwesend zur Seite hinweg wanderten und eine weitere Erdbeere fanden, um sie Lisann anzureichen.
"Wenn das so rüberkam, tut es mir leid", gestand der Takeuchi ehrlich und mit einem schweren Klang der Reue "Jetzt wo die Anspannung der letzten Tage abfällt, fiel meine Wortwahl weniger ernst aus als gedacht", selbst wenn es nicht explizit seine Absicht gewesen war, einen Witz über die besprochene Thematik zu machen, musste die fehlende Ernsthaftigkeit seiner Aussagen einen Nerv getroffen haben.
Sora biss sich selbst auf die Unterlippe, als die Erdbeere noch deutlich vorsichtiger an den Mund der bildhübschen Kopfgeldjägerin geführt wurde. "Du brauchst es nicht zu verstehen", kam es flüsternd aus seinem Mund "Deine Gedanken und deine Ambitionen sind nicht gut, das stimmt. Hättest du deine Familie getötet, würde ich dich unter Umständen anders betrachten als in diesem Moment, ja", fuhr er fort, neigte seinen Kopf zur Seite und betrachtete Lisann tatsächlich anders als zuvor, wenn auch unabsichtlich.
In den Augen des jungen Mannes bestand nach wie vor ein drastischer Unterschied zwischen dem geplanten Mord an einem Menschen, der beabsichtigten Zerstörung eines Objektes und dem tatsächlichen Durchführen einer solchen Tat. Nichts war geschehen. Jemand anders, Black, hatte die Familie Mirosa auf dem Gewissen. Nicht sie. "Für Soldaten der Marine ist es schwierig, über Mord zu urteilen, wenn genau das Teil unserer Aufgaben ist", wieder schnaubte er "Wenn du also von jemandem wie mir erwartest, dich zu verurteilen, wie könnte ich das tun? Ich habe in der Vergangenheit bereits Menschen umbringen müssen."
Machte es an diesem Punkt wirklich einen Unterschied, ob sie über Verbrecher, über Familie und Kinder sprachen? Letzten Endes, objektiv betrachtet, nahmen sie das Leben eines anderen Menschen. Nichts daran konnte irgendwie, auf irgendeine Weise gerechtfertigt werden. Für den menschlichen Verstand gab es immer andere Optionen, andere Wege die eingeschlagen werden konnten.
Und so oft waren sie unrealistisch. Utopisch.
"Letzten Endes hast du keinen Mord begangen. Du hast daran gedacht, du hast es geplant, du würdest es bei Gelegenheit noch immer umsetzen. Ja. Das ist nicht richtig, auch wenn ich den Auslöser verstehen kann", Sora schnaubte, langte nach einer weiteren Erdbeere, legte sie Lisann auf die Lippen "Daher bist du für mich kein schlechter Mensch, du bist nicht abscheulich. Entsprechend werde ich mir auch keine weiteren Gedanken um unsere Freundschaft machen, ob du sie verdienst oder nicht." In dieser Hinsicht blieb der Konteradmiral stur. Vor dem Gesetz konnte Lisann nicht verurteilt werden. Moralisch konnte man auf einem hohen Ross sitzend mit hoch erhobenem Zeigefinger wedeln. Machte es das wirklich besser?
Ein letztes Mal atmete der Schwarzhaarige hörbar aus. Angeschlagen von der Reise, müde, gleichzeitig aber auch angestrengt. Einen richtigen Fuß in dieser Konversation zu finden war schwierig. Sein Standpunkt lag offen, ebenso wie die Ansichten, welche Lisann vertrat. Sie beschuldigte sich für etwas, was sie nie hatte tun können. Er versuchte deutlich zu machen, dass Ambitionen sie nicht zu einem schlechten Mensch machten.
"Stimmt. Bist du nicht", Sora unterdrückte ein amüsiertes Schnauben "Aber das musst du auch nicht zu jeder Zeit und unter allen Umständen sein." Zärtlich glitten seine Finger über ihre erhitzten Wangen, verfingen sich in einzelnen, nachtschwarzen Haarsträhnen, bis sie schließlich und endlich ihre zarte Halsbeuge herunter fuhren und seine Fingerspitzen wenige Zentimeter unter den Kragen des von ihr getragenen Oberteils huschten "Auch Sie haben Ihre Grenzen, Miss Mirosa", schmunzelnd lehnte sich der Konteradmiral vor, drückte mit der Nase gegen ihre Schläfe, damit Lisann wenigstens den Kopf zur Seite neigte.
Genügte das Kopfkissen nicht, konnte sie sich auf diese Weise zumindest in den angebotenen Arm drehen. Ihren gesamten Körper zu drehen würde lediglich weitere Schmerzen auslösen, sie wach halten und ohnehin vermissten Schlaf nur rarer machen. Mangelnde Ruhe, fehlende Vitamine, Fieber, ein höchstwahrscheinlich zerstörter Wasserhaushalt .. zusätzlich dazu ihre Verletzungen. Es war kein Wunder, dass Lisann mental und körperlich am Ende war.
Feinfühlig legte Sora seine Lippen an ihre Schläfe, dann ihre Wange. "Ich nehme an, du möchtest schlafen?" Erschöpft wie die Kopfgeldjägerin war, keine Frage. "Kann ich vorher noch etwas für dich tun? Möchtest du noch etwas essen? Trinken? Dich anders legen?" Er selbst war nicht müde genug, um bereits zu schlafen. Denkbar ungünstig, blieb Sora auf diese Weise nichts anderes übrig, als tatenlos aufrecht zu sitzen, sich gegebenenfalls an die Wand zu lehnen und auf Lisann aufzupassen.


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptySo 13 Sep 2020 - 14:52

Es fiel Lisann noch immer schwer, die Situation zu begreifen. Sie hatte sich in den letzten Monaten immer wieder ausgemalt, wie Sora darauf regierten würde, wenn er auch nur einen Hauch der Wahrheit verstand, die sie die ganze Zeit zu verbergen versuchte. Und in keiner der bedachten Szenarien hatte er mit Verständnis, Sorge und Güte reagiert. Sie ist sich absolut sicher gewesen, dass er sie für das verurteilen würde, was sie hatte tun wollen. Und sie dafür verurteilte, dass sie denjenigen töten wollte, der sie eigentlich aus dieser Hölle befreit hatte.
Und doch reagierte er nicht so. Und sie konnte es nicht fassen. Egal, wie gut er sich erklärte. Hatte sie ihn so falsch eingeschätzt?
Oder sich selbst unter Wert verkauft?
Seiner Entschuldigung lauschend öffnete sie wieder schwach die Lippen, um zuzulassen, dass er ihr eine Erdbeere zwischen diese schob. Es war zur Abwechslung angenehm, auf der Seite der Gepflegten zu sitzen. Blacks Sorge hatte sie nicht zugelassen und sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Aber Sora traute sie. Sie hasste ihn nicht. Nach seinem Leben trachtete sie nicht. Sie konnte also genießen, dass er sie umsorgte.
„Dafür brauchst du dich nicht entschuldigen“, erwiderte sie, glaubte sie, dass Sora ihre Aussage falsch verstanden hatte. „Ich fühle mich nicht gekränkt.“ Sie konnte nur nicht nachvollziehen, wieso er in der Ernsthaftigkeit der Situation überhaupt in der Lage war, Witze zu machen. Sie hätte nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet. Aber vielleicht brauchte Sora das auch einfach nur. Vielleicht musste er auch nur einen Spaß machen, um selbst bei sich zu bleiben.
„Dann haben wir wohl grundlegend unterschiedliche Ansichten“, stellte sie fest. Für sie war ein fest geplanter Mord genauso zu verurteilen wie ein durchgeführter. Nur weil jemand einem zuvorgekommen war, war man nicht unschuldig. Man hatte bereits einen Teil von sich selbst und der Menschlichkeit verraten, um überhaupt zu dem Entschluss zu kommen, jemanden das Leben zu nehmen.
„Es macht aber einen Unterschied, wenn man sich freiwillig dazu entscheidet, jemanden zu töten oder wenn es Teil des Berufes und der Befehlskette ist.“ Würde ein Patient sie um Sterbehilfe bitten und Lisann käme zum Schluss, dass es tatsächlich das Beste war, um Leid zu minimieren, würde sie es auch tun und sich nicht als Mörderin sehen. Aber dazu war es glücklicherweise noch nicht gekommen.

Lisann entspannte sich von Moment zu Moment mehr. Obwohl ihr Thema schwerwiegend war und sie emotional bedrückte, war sie zu erschöpft, um sich davon körperlich als auch mental aus der Ruhe bringen zu lassen. Es kam ihr fast vor, als wären ihre Rollen vertauscht. Nun war es Sora, der sie auf eine Weise manipulierte, dass es ihr besser ging, obwohl sie sich nicht so fühlen sollte. Aber das ständige Bereitstellen von Erdbeeren und diese einlullenden und einladenden Berührungen waren alles andere als stressig. Sie waren entspannend. Beruhigend.
Sie fühlte seine Nähe intensiver. Seine Lippen an ihrer Schläfe. Ihrer Wange. Sein kühler Atem, der über ihre erhitzte Haut strich. Lisann genoss jede Sekunde und fühlte ihren Verstand und ihre Aufmerksamkeit schwinden, während sie sich an den dargebotenen Arm lehnte.
Soras Stimme hielt sie jedoch im Reich der Wachen. Doch mit zufallenden Augen nickte sie.
„Schlaf ist eine gute Idee“, säuselte sie. „Mehr brauche ich im Moment nicht. Nur Schlaf.“ Genug, um so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen. Immerhin war jeder Moment, in dem Lisann nichts tat, ein Moment mehr für Black, sich weiter zu entfernen.


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptySo 13 Sep 2020 - 16:01

Sora lauschte aufmerksam. Zu seinem Glück fühlte Lisann sich weder attackiert, noch gekränkt. Ein merklicher Stein fiel von seinem Herzen, als der Konteradmiral die Schultern hängen ließ und einen Moment lang mit langsam zufallenden Augen ausatmete.
"Dann sollten wir es vorerst dabei belassen?" Sie durften sich klassisch darauf einigen, nicht dieselbe Meinung zu teilen. Was in jedweder Hinsicht legitim war. Nicht einmal Koda und er teilten in allen Belangen des Lebens dieselbe Einstellung - auch wenn es sich primär darauf bezog, was sie im jeweils anderen sahen, woher diese Ansicht kam und wie sie begründet wurde. Insofern überschnitten sich Lisann und seine beste Freundin merklich.
Zufrieden auf die junge Dame herunter blickend, wurden zusätzliche Erdbeeren in den Hintergrund gerückt. Wenn es Schlaf war, den sie sich wünschte, sollte sie genau das bekommen. Sora blickte sich um. Er saß bereits am Kopfende des Bettes; weiter zurücklehnen spielte in diesem Moment bereits keine weitere Rolle, veränderte es doch nichts an seiner Haltung. Sollte Lisann nun in seinen Armen einschlafen, blieb dem Konteradmiral keine andere Wahl, als die kommenden Stunden sitzen zu verbringen.
"Dann sollten Sie auch versuchen, sich weiter zu entspannen, Miss Mirosa", kam es hauchend über seine Lippen, als Sora sich noch einmal vorsichtig in ihre Richtung lehnte, seine Wange an die ihre schmiegte und für wenige Sekunden verharrte. "Versuch die Schmerzen so gut es geht in den Hintergrund zu rücken", flüsterte er leise in ihr Ohr "Lass dich einfach für die nächsten stunden fallen. Ich bin hier, um dich aufzufangen."
Obgleich genau das, Schwäche zeigen, nichts war, was Lisann gewillt war zu zeigen, musste sie ausnahmsweise darauf eingehen. Unmöglich konnte die Kopfgeldjägerin mit all ihren Verletzungen noch weiter als starke Frau durch die Welt ziehen. Oberflächlich vielleicht. Doch gewiss nicht, wenn sie im Begriff war, einem professionellen Attentäter nachzustellen. Sora wusste Black noch immer nicht einzuschätzen - warum er die Familie Mirosa ausgelöscht hatte und ob es nicht vielleicht doch mehr gab, was dahinter steckte. Mehr als Geld.
Sora würde niemals die unterschwellige Dankbarkeit ausdrücken, die er ihm gegenüber empfand. Dafür dass er Lisann von den Schrecken ihrer eigenen Familie erlöst hatte.
Wenn auch mit der Konsequenz, sie auf den eisigen Pfad der Rache gelenkt zu haben.
"Sobald du wieder aufwachst, werde ich für Frühstück sorgen", summend streiften seine Lippen das Ohr der Schönheit, als sie hinauf wanderten und sich wenigstens einen Augenblick in ihrem nachtschwarzen Schopf verloren "Vielleicht geht es dir dann ein winziges Bisschen besser. Falls nicht, werde ich dich weiter umsorgen." In dieser Hinsicht gab es wohl kein entkommen mehr. Sora würde bleiben, bis Lisann wieder auf eigenen Beinen stehen konnte. Vorher bestand nicht die geringste Chance, dass er ihre Gesundheit und körperliche Unversehrtheit auch nur einer einzigen, anderen Person in die Hände legte.
Bedacht darauf, der jungen Frau keine zusätzlichen Worte oder Überlegungen abzuverlangen, begannen die unter ihren Kragen geschlüpften Finger sanft zu trommeln. Kaum mehr als ein abwechselndes Heben der Spitzen, wenngleich im Takt einer hoffnungsvollen Melodie seiner Kindheit und Jugend. Mit jeder Note die ihren Weg aus seiner Kehle und über Soras Lippen fand, hob der Konteradmiral den Kopf, lehnte sich an die hinter ihm liegende Wand und erinnerte sich an nicht allzu lang zurück liegende Sommertage in Loguetown.
Nicht einmal fünf Jahre lag das alles zurück, doch fühlte es sich manches Mal gleichermaßen wie eine Ewigkeit, dann wie ein einziger Augenblick an. Sora sprach ihren Namen nicht aus. Und doch spornte ihr Anblick vor seinem geistigen Auge sein Herz zu Höchstleistungen an.


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyMi 16 Sep 2020 - 21:14

Er verlagerte sich. Die Körperhaltung des Konteradmirals entspannte sich und auch wenn Lisann geschwächt war, verstand sie, was dies zu bedeuten hatte. Sora war erleichtert. Warum? Weil sie sich nicht hatte kränken lassen? Hatte ihn das Sorgen bereitet?
„Ja“, murmelte sie wissend, dass sie wohl niemals auf denselben Nenner kamen. Lisann würde sich nicht von ihrer Meinung abbringen lassen. Sie hatte etwas vorgehabt, was verwerflich war und wurde nur durch den Zufall daran gehindert. „Belassen wir es dabei.“
Die Entspannung seines Leibes und ihre Erschöpfung ließen gar nicht zu, dass Lisann auch nur daran denken konnte, dass Sora, sollte sie einschlafen, regungslos verharren musste. Ihr ging es im Moment recht gut und es war angenehm, so zu liegen und sich an ihn auf diese Weise zu lehnen. Wie sollte sie denn daran denken, dass er es womöglich gar nicht so bequem hatte?
„Ich weiß“, flüsterte sie auf sein Wispern. „Ich kann dir vertrauen. Du passt auf mich auf.“ Hatte sie ihm das jemals gesagt? Wusste Sora, dass sie ihm traute? Er war sich zweifelsohne bewusst, dass sie normalerweise niemanden Vertrauen schenkte. Ob er glaubte, dass sie auch ihm nicht traute? Oder war er davon ausgegangen, dass sie es tat?
„Frühstück klingt gut“, murmelte sie und fühlte den Drang in sich, gegen die schweren Lider zu kämpfen. Ihr Unterbewusstsein wollte sich nicht dem Schlaf hingeben. Aber es hatte nichts zu verlieren. Sie konnte nur gewinnen, wenn sie sich jetzt den Träumen hingab. „Ich will Pfannenkuchen.“ So viele wie möglich. Warum sie an diese dachte? Vielleicht, weil sie nie wirklich welche hatte. Weil sie sich aktuell verwundbar wie ein Kind fühlte und sie jene als Kind nicht hatte genießen dürfen. Vielleicht aber auch nur, weil sie Lust auf Pfannenkuchen hatte.
Seine Berührungen waren weiterhin beruhigend. Sie gaben Lisann das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Sora war da und beschützte sie. Er tat ihr nicht weh. Im Gegenteil.

Etwas kitzelte Lisann an der Nase. Sie kniff die geschlossenen Lider fester zusammen und drehte den Kopf, doch das Kitzeln strich nur über ihre Wange und ließ nicht nach.
Langsam und widerwillig öffnete sie ihre Augen und blickte Schwärze entgegen, die sie zunächst nicht einschätzen konnte. Ihr träger Verstand versuchte so schnell wie möglich zu arbeiten und fand eine erste, logische Erklärung. Es handelte sich dabei eindeutig um ihr eigenes Haar.
Doch direkt verwarf sie diese Erkenntnis wieder, war das Haar zu kurz.
Langsam klärte sich ihr Blick und sie erfasste allmählich, was sie gekitzelt hatte.
Soras Haar.
Mehrfach blinzelte sie und die Erinnerungen der letzten Tage zogen an ihr vorbei. Wie viele vergangen waren, konnte sie nicht sagen, aber ihr Fieber war gesunken und obwohl ihr Körper noch purer Schmerz war, fühlte sie sich um einiges besser als zuvor. Bruchstückhafte Erinnerungen blitzten auf, die immer wieder Sora an ihrer Seite zeigten, als sie im Fieberschlaf kurzzeitig erwacht war. Dass sie überhaupt solange das Fieber überstanden hatte, war wohl nur ihm zu verdanken.
Was aber nicht erklärte, wieso er neben ihr lag. Im Bett. Es gab logische Erklärungen. Kein zweites Bett im Raum. Oder einfach seine Körpertemperatur als natürliche Kühle nutzen.
Aber sie wusste, dass dies lächerliche Erklärungen waren. War etwas geschehen? Sie erinnerte sich gut an das Gespräch mit ihm, als er aufgetaucht war. An jedes Wort. Aber danach? Was war die letzten Tage geschehen? Es mussten Tage sein, da es ihr eben zu gut ging, als dass es einfach nur der nächste Morgen war.
„Guten Morgen“, sprach sie kurzerhand sonor, nicht wissend, ob Sora wach war oder nicht. Aber so oder so wollte sie diese Situation aufklären. Um sich dann selbst zu entscheiden, wie sie sich darüber zu fühlen hatte.


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Takeuchi Sora

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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyMi 16 Sep 2020 - 22:28

Vertrauen.
Lisann vertraue ihm.
Ein kalter Schauer floss über den Rücken des jungen Mannes, als die zart gehauchten Worte an seine Ohren drangen. Sora blickte an sich herunter, achtete auf seine Unterarme und registrierte, wie sich eine unterschwellige Gänsehaut auf ihnen bildete.
"Pfannkuchen?" Leise schnaubend zog er die Brauen zusammen. "Wenn Pfannkuchen das sind, was du haben möchtest, wirst du sie bekommen." Sora hinterließ keinerlei Zweifel. In ihrem gegenwärtigen Zustand, schwach wie Lisann war, musste sie nicht nur auf rein körperlicher Ebene gepflegt werden, sondern auch mental. Sie hatte nicht einfach nur eine Auseinandersetzung verloren. Verletzungen wie diese zeichneten nicht nur den sonst makellosen Körper der Kopfgeldjägerin. Mit Sicherheit waren auch andere, tiefer sitzende Narben geblieben.
Offene Zufriedenheit ruhte auf den Zügen des Konteradmirals. Vertrauen. Augenblicklich schossen Erinnerungen an ihr erstes, zufälliges Treffen in seinen Kopf. Nichts davon sprach auch nur in irgendeiner Hinsicht von Vertrauen. Sie hatten mit- und gegeneinander gespielt. Lisann bekam exakt das, was sie wollte. Und noch mehr.
Von Vertrauen konnte keiner der beiden denken. Immerhin war es zu diesem Zeitpunkt auch nichts, was tatsächlich zwischen ihnen existieren musste. Kopfgeldjäger der vereinigten Gilde suchten nach Informationen, erhielten Aufträge, suchten nach ihrem jeweiligen Ziel und kehrten im besten Fall mit einem lebendigen Körper oder einem von seinen Schultern getrennten Kopf zurück.
Kein Grund für Vertrauen.
Rund zweieinhalb Jahre später und viele, intensive Unterhaltungen, Erfahrungen und Erinnerungen reicher, konnte Sora an höchstens einer Hand die Zahl an Personen abzählen, die ähnliche Zuneigung, aufrichtige Sorge, nicht zuletzt aber auch temperamentvolles Vertrauen erhielten, so wie Lisann es tat. Für ihn waren die Machtspiele zwischen Kriegsmarine und Gilde, das symbiontische Verhalten der beiden Organisationen, vollkommen irrelevant. In seinen Armen lag keine Kopfgeldjägerin, niemand der ihn lediglich für sein Wissen und möglichen Einfluss in den eigenen Reihen aufsuchte. Hier und jetzt, in diesem Moment, pflegte er eine enge Freundin.

Mehrere Tage vergingen, in denen sie nicht das Zimmer verließen. Gefangen in regelmäßigen Fieberträumen benötigte Lisann jede Aufmerksamkeit, die sie erhalten konnte - und Sora war gewillt, sie ihr zu geben. Regelmäßiges Austauschen ihrer Wadenwickel, zögerliche Versuche sie essen und trinken zu lassen. Jeder einzelne Moment musste effizient genutzt werden, um ihren temporär schlechter werdenden gesundheitlichen Zustand aufzufangen.
Nächte gestalteten sich als kurz. Selbst für jemanden wie ihn. Schlaf wurde zur Rarität. Entweder aufgrund von bestehender Sorge oder der ihn erdrückenden Unfähigkeit, überhaupt einschlafen zu können. An jedem Morgen bestellte Sora dasselbe. Wasser. Tee. Milch. Obst und Früchte. Brot. Rühreier. Suppen.
Pfannkuchen.
Irgendwann würde sie wieder aufwachen. Er musste nur hoffen. Warten. Sein Bestes geben. Irgendwann würde Lisann nicht mehr ihrem Fieber erliegen, die wunderschönen, meerblauen Augen öffnen, ihn anblicken und lächeln. Vielleicht im ersten Moment geschwächt, noch immer schlaftrunken. Aber sie würde es tun. Darauf setzte er. Mit keiner anderen Motivation als ihrer Gesundung, abfallenden Schmerzen und ihrem Lächeln hielt der Konteradmiral Wache.
Bis das Rad der Zeit auch ihm den in Stein gemeißelten Hinweis gab, dass Müdigkeit und eingefordertem Schlaf nicht ewig widerstanden werden konnte. Zu größten Teilen entkleidet fiel Sora irgendwann, ohne genau sagen zu können, ob es die zweite, vierte oder sechste Nacht war, einfach neben Lisann in die weichen Federn; erschlagen von durchzechten Abenden, im Delirium verbrachten Morgenstunden, sog es ihn nun regelrecht in Kissen und eine nicht einmal zur Hälfte in Anspruch genommene Decke.
Sora konnte nicht einschätzen, wann genau es war, als melodische Worte einer Sirene gleich nach seinem Bewusstsein schnappten und es ans Tageslicht zerren wollten. Die noch immer geschlossenen Lider wurden zusammengekniffen, dankten es dem Konteradmiral jedoch rasch durch intensive Schmerzen. Sie waren schwer. Seine Augen dick. Er wusste nicht genau, wo er sich befand - nur dass die Zeit seiner Ruhe jäh unterbrochen werden sollte.
"Mmhh ..", entwich es grollen seiner Kehle "Nicht jetzt." Sora machte Anstalten zu gähnen, unterdrückte den Impuls aber. Viel mehr waren es feine Tränen, die sich in seinen Augenwinkeln bildeten. Nicht aufgrund von Trauer, sondern lediglich um die viel, viel zu lang offen gehaltenen Augen zu befeuchten. Unzufrieden kräuselte er die Nase, verzog den Mund. Sora drehte und wendete sich, zog Arme und Torso an sich und versuchte sein Gesicht so gut es ging und irgendwo, an einem möglichst dunklen Ort, zu vergraben.
Ausgerechnet jetzt aufwachen zu müssen, war nicht mehr als Folter.
Sekunden später schien er wieder zu schlafen. Seine Mimik entspannte sich. Erst dann folgte das zuerst unterdrückte Gähnen, gepaart mit dem ausstrecken des linken Armes, der sich unwissentlich in Lisann und ihrer Kleidung verfing. "Du musst gesund werden", murmelte Sora heiser "Pfannkuchen warten .."


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyMo 21 Sep 2020 - 20:00

Er regte sich. Reagierte.
Reagierte anders, als sie es sich ausgemalt hatte. Lisann hatte Sora immer für einen Morgenmenschen gehalten. Jemand, der beim ersten Zeichen des neuen Tages sofort auf den Beinen war und sofort die erste Aufgabe in Angriff nahm.
Aber er folgte dieser Vorstellung nicht. Murmelte und wehrte sich gegen das Erwachen, das Lisann ihm aufdrängte, auch wenn sie jene Ruhe und auch diese Nähe zweifelsfrei genoss. Aber den fast weniger als sie bekleideten Mann neben sich liegen zu haben, erschien ihr falsch. Natürlich war zwischen ihnen keine besondere Spannung, aber Lisann teilte das Bett normalerweise nur mit anderen Personen, wenn dies einem bestimmten Zweck diente. Und diesen plante wohl keiner von ihnen, zu erfüllen. Und doch existierte diese eine Assoziation in ihr. Es war also falsch, weiterhin einander so nahe zu sein.
Schlaf und Erwachen schienen einen Kampf um Sora zu führen. Und ersteres triumphierte, drehte der Konteradmiral sich, vergrub sein Gesicht dabei und versteckte sich vor dem Tageslicht, das seinen Weg durch die zugezogenen Gardinen fand.
Ein Lächeln legte sich auf Lisanns Lippen, die zwar noch immer angeschlagen, aber durch den vielen Schlaf erholt war. Gerade fühlte sie sich, als könnte sie wieder normal arbeiten und müsste sich nur umsichtig zurücknehmen. Kein Fieber mehr. Nur Schmerz über Schmerz, aber den konnte sie ausblenden. Solange sie sich bewegen konnte, war sie handlungsfähig.
Der Arm des Mannes verhedderte sich in ihrer Kleidung und zog Lisann näher an Sora heran, der sich weiterhin gegen den Morgen sträubte. Wie viel Schlaf ihm wohl fehlte? Sollte sie ihn schlafen lassen?
Sollte Lisann einfach aufstehen? Über ihn steigen und das Bett verlassen? Ein Gefühl ihrer Magengegend sagte ihr, dass dies eine dumme Idee wäre. Wäre sie weg und Sora doch wach, würde er sich wohl Sorgen machen.
Hatte sie sich jemals in ihrem Leben darum Gedanken gemacht, dass sich jemand um sie sorgen könnte?
Lisann rutsche näher an Sora heran. Wobei näher das falsche Wort war. Sie schob sich weitestgehend über ihn, sodass sie über seinem unter seinem Arm verborgenen Gesicht war, den sie sanft zur Seite zog. Ihr schwarzes Haar fiel herab wie ein Schleier und kitzelte über die Haut seiner Wangen.
Seine Worte hallten in ihrem Gehör nach. Er war erschöpft von der Pflege. Wie sehr hatte ihr Zustand ihn angestrengt? Ihm Kummer bereitet und ihn ausgelaugt, da er sie pflegte? Reue überkam Lisann, als hätte sie dies direkt ausgelöst, aber sie hatte Black nicht gebeten, Sora herbeizuholen. Es war nicht ihre Schuld, dass er hier war.
„Mir geht es gut genug“, säuselte sie und sah seine geschlossenen Lider an. Sollte er seine Augen öffnen, dürfte er in ihre tiefblauen sehen, die ihn hoffentlich beruhigten, sollte er zu den Menschen gehören, die beim Erwachen Stress verspürten. Aber du scheinst selbst sehr müde zu sein. Soll ich dich noch schlafen lassen? “, fügte sie wispernd an. Sie hatte Tage im Bett gelegen. Wenn er weiterschlafen wollte, würde sie auf jeden Fall aufstehen. Vielleicht hatte sie Post bekommen. Sie konnte nicht einfach dauerhaft auf der Matratze bleiben und nichts tun. Das war nicht ihr Stil.



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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyMo 21 Sep 2020 - 21:25

Leiser Gesang dran an seine Ohren.
Sora ruhte noch immer, erschlagen von den letzten Stunden und Tagen. Vor dem inneren Auge des Konteradmirals wiederholten sich immer und immer wieder dieselben Bilder. Eine geschwächt neben ihm liegende, schwer vor Schmerz und allgemeiner Erschöpfung keuchende Lisann.
Überwältigt von seiner eigenen Ratlosigkeit wiederholte er die immergleichen Ratschläge; praktizierte exakt das, was man ihm während der Ausbildung beigebracht und was die schwarzhaarige Schönheit ihm noch gefangen in Fieberträumen mit auf den Weg gegeben hatte. Selbst im längst überfällig und verdienten Schlummer stellte Sora sich demselben Kampf.
Nach einer Zeit die sie wie eine halbe Ewigkeit anfühlte, spürte er Regungen neben sich. Sora besaß kein Gefühl für die verstrichene Zeit, noch viel weniger für den Ort an welchem er sich befand. Ging es nach den ersten, stark verschwommenen, milchigen Bildern, welche vor den bernsteinfarbenen Iriden waberten, musste es mitten in der Nacht sein.
Ungewohnte Wärme goss sich über ihn. Ein seidenes Kitzeln brachte den Konteradmiral beinahe zum Nießen, doch konnte dieser Impuls mit viel Mühe zurückgehalten werden. Von Aufregung oder Stress war nichts in seinem Gesicht zu erkennen; viel mehr grummelte Sora leise vor sich hin, neigte den Kopf zur Seite. "Geht es dir gut .. ?" Noch immer quasi blind für all das, was um ihn herum existierte, sprach er seine Frage in den Raum hinein. Dort hin, wo er Lisann aus jüngster Erinnerung vermutete.
Was den jungen Mann begrüßte, stellte sich jedoch nicht als Lisann heraus. Zumindest nicht dort, wo er sie eigentlich erwartete. Lediglich lange, rabenschwarze Haarsträhnen ergossen sich einem Schleier gleich über sein Blickfeld, die noch vom Schlaf blassen Wangen. Gefangen in ihrer Dunkelheit wurden die bernsteinfarbenen Iriden schärfer; gefolgt von einem intensiven, in die Länge gezogenen Atemzug, welcher nicht nur Soras Nase, sondern auch seine Lungen mit einem unverkennbaren Duft füllten.
"Müde?" Sora blinzelte. Und als er seinen Kopf umwandte, diesmal direkt über sich blickte, waren es zuerst die rosigen, vollen Lippen einer wunderschönen Frau, welche ihm verführerisch und küssenswert zugleich entgegen lachten, einer ihn einlullenden Souffleuse gleich Worte in seine Richtung hauchten. Bis der Soldat schließlich, nach erneutem blinzeln, in die Tiefen des Meeres zu blickte.
Unergründlich funkelte ein Augenpaar direkt in seine Richtung, zog zuerst seine Aufmerksamkeit in Gänze auf sie, bis ein unscheinbarer Strudel seinen Blick mehr und mehr unter ihre Oberfläche lockte, Sora ein erstes, dann ein zweites Mal müde blinzeln ließ, bis keine Regung mehr im Gesicht des Konteradmirals zu stehen schien. Alles was er noch zu tun vermochte, war müde, achtlos, vom ersten Moment an fasziniert in die pure Schönheit der sich ihm bietenden Augen zu fallen.
"Schlaf klingt angenehm", erwiderte Sora leise, fast schön flüsternd, als sei er im Begriff, innerhalb kürzester Zeit wieder in seinen schlaftrunkenen Zustand zurückzukehren "Aber ich bin gerade wach geworden .. kann doch nicht direkt wieder ..", diesmal gähnte der Konteradmiral, wenngleich schwach "Schlafen." Die um ihn herum existierende Finsternis, entstanden durch kaum mehr als lange, undurchsichtig schwarze Haarsträhnen der Kopfgeldjägerin, ihr verlockender Duft, gepaart mit ihrer harmonischen Stimme und den nun mehr und mehr in den Vordergrund rückenden, wie leuchtende Sterne fungierenden Augen, ließ das Angebot von weiteren Minuten, gar Stunden des Schlafs verführerisch wirken ..
Sora neigte den Kopf. Zaghaft. Langsam. Sein Blick schien jedoch noch immer gefangen, denn er bewegte sich nicht mit. "Deine Augen sind schön", flüsterte Sora leise "Sehr schön", setzte der Konteradmiral ohne zu zögern nach ".. und sie machen müde." Exakt das mochte der Grund gewesen sein, warum er sich ihnen zu entziehen versuchte. Wenngleich eher schlecht als recht. Denn entgegen der kläglichen Ansätze, wurde Sora nicht nur durch seinen eigenen Blick verraten, sondern letztlich auch mittels gesprochener Worte.
Schwach von mangelnder Ruhe und den schleichend über sein Haupt fließenden Schlummer, winkelte der Konteradmiral beide Arme an - eigentlich mit der Intention, Lisann zaghaft neben sich zu bugsieren, damit er sie nicht direkt ansah. Obgleich ihr Anblick, so nah, so unverfälscht, als erste Wahrnehmung des neuen Tages, kaum schöner sein konnte. Weiter als ihre zierliche Taille kamen seine Hände jedoch nicht; lediglich ein hauchzarter Griff drang an die Haut der Kopfgeldjägerin, Finger welche sich an Lisanns Körper legten und an Ort und Stelle verharrten.
Als würde er sie einfach halten wollen.
Genau da, wo sie nun war.


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyDi 22 Sep 2020 - 20:37

Es fiel Lisann schwer, ihren Blick von Sora zu wenden, der sich weiterhin gegen das Erwachen wehrte. Sie versuchte es aber auch nicht, ihre Aufmerksamkeit auf jemand oder etwas anderen zu legen. Sie wollte ihn betrachten und jede Regung seines Antlitzes studieren. Sie hatte sonst nie wirklich die Chance dazu, ohne dass er es bemerkte. Diese Chance durfte sie sich also nicht entgehen lassen.
Nachdem seine eigenen Augen die ihren nicht erblickt hatten, fand er diese allmählich wieder.
Er kämpfte gegen den Schlaf.
Lisann war hin und hergerissen, ob sie ihn nun einlullen sollte, damit er die verdiente Erholung empfangen konnte oder ihn im Reich der Wachen halten sollte, um ihn ganz für sich zu haben. Von einem schlafenden Sora konnte sie wenig erwarten. Letztendlich entschied sie sich dafür, dass er entscheiden durfte, was ihm lieber war.
Sie lächelte seines Komplimentes wegen und hob ihre Hand an seinen Wangenknochen, während sie sich mit dem anderen Arm über den Konteradmiral abstützte. „Das kann ich nur zurückgeben“, wisperte sie, um die ruhige Stille nicht zu zerreißen, die angenehm auf ihnen lag. „Immerhin waren es Bernsteinohrringe, die ich mir von meinem ersten Geld gekauft habe. “ Wie leicht ihr Informationen und Wahrheiten über sich von den Lippen gingen, wenn es Sora war, der diese hörte. Das Gespräch vor einigen Tagen hatte vieles verändert. Sie hatte gedacht, er würde sich von ihr abwenden, aber Sora war geblieben und hatte sich um sie gekümmert. Sie wusste, dass alles Wissen über sie bei ihm sicher war. Sie war bei ihm sicher.
Seine Hände wanderten an ihren Körper. Griffen ihre Hüfte und verharrten dort.
Sie neigte etwas den Kopf, dass weitere Strähnen über seine Wange streiften und kurz ein Lichtschimmer den schwarzen Schleier durchbrach. Gleichzeitig nahm sie ihre eigene Hand von seiner Wange und war unentschlossen, wie sie mit seiner Berührung umgehen sollte. Sie hatte angefangen, aber nach wie vor war ihr diese Position zu intim und er deutete an, dass er es so beibehalten sollte. Was wohl Mir denken würde, wenn sie die beiden so sah?
Sie musste diese Situation auflösen. Schnell, aber mit wenig Nachdruck, sodass er sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlte oder ihre eigenen Gedanken und Empfindungen falsch verstand.
„Frühstück? “, fragte sie und stemmte sich etwas hoch, sofern Sora sie ließ und nicht weiter festhielt. Doch Lisann schätzte ihn so ein, dass er sie lassen würde. Er wusste, dass er sonst grässliches in ihr auslösen könnte. Und wenn er sie doch nicht gehen ließ? Wie sollte sie das dann verstehen? Wobei sie sich über so etwas absolut keine Gedanken machen musste. „Ich fühle mich fit genug, das zu organisieren. Ständig im Bett liegen ist auch erschöpfend. “ Das war doch typisch Lisann. Nicht untätig sein und voller Tatendrang. Nichts dürfte darauf deuten, dass sie versuchte, dieser Situation zu entfliehen. Vielmehr sollte es so wirken, als versuchte sie ihrer Unfähigkeit zu entkommen und sich etwas zu beweisen. Und das, nachdem sie vor wenigen Tagen kaum dazu in der Lage gewesen ist, eigenständig zu stehen. Sie überschätzte sich womöglich.


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyDi 22 Sep 2020 - 22:12

Unter schweren Lidern fiel es dem Takeuchi schwieriger und schwieriger, sich nicht voll und ganz auf die über ihm lehnende Kopfgeldjägerin einzulassen. Als er ihre zarte, von morgendlicher Wärme geprägte Hand auf der eigenen Wange spürte, wurde eine Flucht zur Unmöglichkeit.
Alles was Sora in diesem und folgenden Momenten sah, waren ihre Augen.
Ihre immer größer und größer wirkenden, einnehmenden Augen.
Erst durch die Erwähnung ihres ersten, wirklichen und mit eigenem Geld finanzierten Kaufs schaffte es der Soldat für die Dauer eines Herzschlags den Blick abzuwenden und auf die von mehreren hundert, tausenden, pechschwarzen Haaren verdeckten Ohren zu richten. In diesem Moment fand er keine Ohrringe an ihnen wieder, erinnerte sich jedoch nur allzu gut an sie.
Bernstein.
"Du scheinst positive Assoziationen mit dieser Farbe zu haben", mutmaßte Sora leise und passte, ohne es selbst zu realisieren, die Lautstärke seiner Stimme an die von Lisann an; kein einziges Wort drang lauter als ein vorsichtiges, regelrecht andächtiges Flüstern an sie heran. "Was mich aus offensichtlichen Gründen freut", fügte er mit einem noch immer durch vorhandene Müdigkeit geschmälerten Lächeln an.
In keinem Moment verschwendete Sora auch nur einen einzelnen Gedanken daran, die Nähe zu Lisann sei verwerflich. Beide schienen auf ein und derselben Wellenlänge zu funktionieren - ohne explizit darüber zu sprechen, wussten sie, wo ihre Grenzen lagen. Oder zumindest, wo sie diese vermuteten. Was sie im Verlauf der letzten Jahre miteinander verband, kristallisierte sich als hochgradig emotional heraus; nicht zuletzt aber auch ein Band, geschmiedet aus privaten Informationen und winzig kleinen, miteinander geteilten Geheimnissen.
Entsprechend seufzelte er lediglich leise, als die hauchzart auf seiner Wange liegende Hand jedwede Fluchtmöglichkeiten abschnitt, seinen Blick zurück lenkte und Sora einen weiteren, tiefen Sprung in das erfrischende, ihn und seinen Verstand einnehmende Blau. "Ich wünschte, ich könnte häufiger und länger in deine Augen sehen", floss es wie selbstverständlich über seine Lippen.
Was Sora damit womöglich offenbarte, durfte zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr verwunderlich sein. Spätestens nach ihrem gemeinsamen Bad in Loguetown, verspielt angeknüpft an das erste von Lisann besuchte Frühlingsfest, musste sich die Kopfgeldjägerin ihrer allgegenwärtigen Wirkung bewusst sein.
Realistisch betrachtet sogar seit ihrem ersten Treffen, in den kalten Steingemäuern des Marinehauptquartiers, verborgen hinter Tür und Tor seines Büros.
Sora blinzelte überrumpelt, als weitere Strähnen durch sein Gesicht glitten, seine Haut kitzelten und ihn mit knapp pochenden Fragen versahen. Ärgerte sie ihn? Wollte Lisann ihn in diesem Zustand der Schläfrigkeit aufziehen? Und warum stützte sie sich mit einem Arm über seinem Kopf ab? All das wirkte .. spannend. Prickelnd. "Mir ist nicht wirklich nach Frühstück", erwiderte der Konteradmiral sacht, als er seine Wange ein letztes Mal bewusst, zielstrebig an die Innenseite ihrer Hand schmiegte "Du hingegen solltest dringend etwas essen. In den letzten Tagen hast du nur bedingt etwas zu dir genommen", was zusammen mit unzufrieden verzogenen Mundwinkeln über Soras Lippen huschte.
Er war nur selten dazu gekommen, der bildhübschen Kopfgeldjägerin überhaupt etwas einzuflößen. Auch wenn sich feste Nahrung als weit komplizierter herausstellte als Wasser.
Ohne ein Wort wurden beide Hände gesenkt. Wollte Lisann aufstehen, durfte sie es jederzeit tun. Sie sollte sich nicht eingeschränkt, nicht von ihm festgehalten fühlen. Nach den letzten Tagen, die aus kaum mehr bestanden als sich wiederholender Sorge um ihren Zustand, kursierte ein unterschwelliges Verlangen nach körperlicher Nähe und Entspannung in seinem Bauch. Auch das würde vergehen. Bald schon. Glaubte er.
"An deiner Stelle wäre ich allerdings noch immer vorsichtig", immerhin war sie noch nicht lang wach, hatte sich kaum bewegt und selbst Lisann, mit all ihrer Expertise, wusste ohne greifbare Versuche wohl kaum, wozu sie in der Lage war und wo ihre Grenzen lagen "Zur Not können wir in ein, zwei Stunden auch noch essen. Auch wenn du dir Besseres vorstellen kannst, als weiter im Bett zu liegen und Däumchen zu drehen." Sora konnte sich auch im Rahmen des Herumliegens eine Fülle unterschiedlicher Dinge vorstellen, die nicht an Apathie grenzende Faulheit heranreichten. Nur zählte dies wohl oder übel zu Machenschaften, die in weiteren Geheimnissen enden würden und höchstwahrscheinlich ihrer beider Grenzen überschritten.
Wo sie allerdings bei Faulheit, möglichen Aktivitäten und Tatendrang seitens Miss Mirosa waren .. "Was hast du als nächstes vor? Willst du einfach weiter machen, als sei nie etwas passiert?" Sora gähnte leicht, schmatzte leise, unwissentlich vor sich hin und sog mit einem langen Atemzug erneut ihren Duft ein "Oder willst du auf die Jagd gehen? Nach dem Mann, der dich so zugreichtet hat? Nach Black? Nach beiden?"


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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyGestern um 7:32

Lisann widerstand dem Drang, ihre Finger zu ihren leeren Ohrläppchen zu führen. Hatte der Bernstein damals für sie eine besondere Bedeutung gehabt? Sie wünschte es sich. Wünschte sich, dass ihr erster Einkauf auf mehreren Ebenen Erklärungen mit sich brachte, aber letztendlich war es sehr simpel. Lisann hatten die Ohrringe einfach nur gefallen und deswegen hatte sie jene gekauft. Sie könnte höchstens eine auf anderem Wege eine Bedeutung entstehen lassen. Dass ihr Soras Augen so gefielen, weil sie dieselbe Farbe wie ihre Ohrringe hatten …
„Ja“, erwiderte sie bei dem Gedanken lächelnd und fühlte in sich ein warmes, wohliges Gefühl aufkommen. Soras Nähe tat ihr gut und sie würde daran auf jeden Fall festhalten. Sich daran klammern so gut es ging, um dieses Empfinden zu behalten. Mit ihr geschah, was sie normalerweise bei anderen versuchte zu erreichen. Jemand hinterließ angenehme Gefühle. Und das war gut. „Es ist immerhin auch eine sehr schöne Farbe“, fügte sie an, ohne ihren Blick von seinen Augen zu wenden. Eine ruhige Farbe, die aber schnell in tosende Stürme umschlagen konnte. Aber das konnte sich Lisann bei Sora nicht vorstellen.
Ein Wunsch drang über seine Lippen. Eine Sehnsucht, die Lisann erwiderte, aber nicht genau verstand, warum eigentlich. Sora war ein guter Mensch und sie fühlte sich sicher bei ihm, aber so ähnlich ist es mit Ray und den anderen auch gewesen, aber solche Wünsche wie in diesem Moment hatte sie bei ihnen nicht gehabt. Was unterschied Sora von ihren alten Freunden? Was machte ihn wichtiger, obwohl sie ihn nicht länger kannte? “Geht mir ähnlich“, entfloh es ihren Lippen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte. Ihr war bewusst, welche Wirkung sie auf Sora hatte, aber dass er auch auf sie einen Einfluss hatte, war eine andere Sache. Ahnte er es? Verstand er es, immerhin waren es wohl andere Bedürfnisse. Lisann war sich im Klaren, dass sie Sora den Kopf verdrehte. Er war sehr auf den Körper einer Frau fixiert und sie wusste, ihren in Szene zu setzen. Lisann aber klammerte sich an Soras Art. Seine Persönlichkeit. Nicht an sein Aussehen. Es kam ihr fast schon ungleich vor. Schöne Frauen fand man überall. Zuvorkommende und einfühlsame Männer eher selten.
Ein kurzer Stich flammte in ihr auf, als er sich an ihre Hand schmiegte. Ein Stich tief in ihrer Brust sitzend, den sie nicht verstand. Ein kurzes Bild von Mir flammte in ihr auf, als wäre sie der Grund dafür. Aber es war keine Schuld, die sich in Lisann aufbäumte. Es war eher das Gefühl, das sie hatte, wenn sie glückliche Familien sah. Ein widerliches Gefühl, das sie zu ignorieren und verstecken wusste.
“Bist du kein Frühstücksmensch? “ Sie letzten Tage waren an Lisann eher im Delirirum vorbeigezogen. Hatte Sora gegessen? Wann? Was? Was mochte er?
Widerwillig aber löste sie sich von ihm, als auch er sie freigab. Frühstück gab es nur, wenn man es holte. Und weder sie noch Sora konnten jenes beschaffen, wenn sie aufeinandersaßen und nichts taten. Lisann ahnte, dass er sie nicht lassen würde, aber sie könnte dennoch versuchen, etwas Selbstständigkeit zu beweisen.
“Ich bin immer vorsichtig“, erwiderte sie und rutschte vorsichtig von Sora herab, um Distanz aufzubauen. Sie hatte Gefühle in sich entdeckt, die sie nicht weiter füttern durfte. Und sie wusste, dass Abstand half. “Eben“, bestätigte sie seine Aussage, dass sie nicht Däumchen drehen wollte. “Und da dies nicht einmal Essen aus Langeweile wäre, sondern eine wichtige Mahlzeit des Tages, müssen wir uns dem fügen. “ Wieso war es ihr wichtig, dass Sora aß? Sie musste nicht auf ihn Acht geben. Er war ein erwachsener Mann und wusste, was er brauchte und was nicht. “Die Frage ist nur, wer das Essen holt. “ Ein Lächeln schlich über ihre Lippen und sie spannte ihren Oberkörper an, um ihre Muskeln und Sehnen zu spüren. Dabei schoss ein Schmerz durch ihre Knochen, den sie aber nicht zeigte, oder zumindest nicht zeigen wollte, nahm ihr Körper direkt eine leichte Schonhaltung ein. Natürlich war sie noch nicht ganz gesund und es würde noch ein paar Wochen dauern, bis die gebrochenen Rippen verheilt waren. Auch ihre Milz machte weiterhin Probleme, aber zumindest das verschwundene Fieber bedeutete, dass das schlimmste überstanden war. Was auch immer in ihrem Körper sich entzündet hatte, war besiegt.
Sie schluckte, als er seine Frage stellte und lehnte sich zurück an die Wand, an der das Himmelbett stand, in dem sie sich teilweise aber wie in der Hölle gefühlt hatte. Doch allmählig änderte sich diese Assoziation und Grund dafür war der Mann, mit dem sie dieses Bett teilte.
“Black findet immer mich“, antwortete sie. “Immer, wenn ich in Gefahr bin, taucht er auf, als wenn ich mir nicht selbst helfen könnte. Ich hatte bisher nur eine Spur, aber die ist im Sande verlaufen. Ihn werde ich also nicht finden. “ Dabei war das ihr höchstes Ziel. Sie wollte Black finden und töten. Dafür, dass er ihr die Rache genommen hatte, nach der sie sich immer gesehnt hatte. “Was Yoshitsune angeht … wenn er auch nur einen Funken Verstand hat, weiß er, wie man mich binnen eines Augenblicks handlungsunfähig machen kann. Ihn einfach zu suchen und gefangen zu nehmen ist schwer. “ Lisann bezog niemanden als möglichen Partner bei diesem Unterfangen ein. Sie war es zu sehr gewohnt, allein zu arbeiten und verschwendete nicht mal einen Gedanken daran, Sora um Hilfe zu fragen. “Ich werde wohl, sobald ich geradestehen kann, die Gilde aufsuchen und nach einem neuen Auftrag schauen. Nur so kann ich Black finden.“ Wichtig und berühmt genug werden, um die richtigen Kontakte zu knüpfen. “Was hast du nun vor? Zurück zu Mir?“ Lisann hatte kein Fieber mehr. Sora brauchte also nicht auf sie Acht geben. Sie war aus dem gröbsten heraus. Also konnte er zurück zu der Frau, die er liebte.

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BeitragThema: Re: Impel Showdown   Impel Showdown - Seite 2 EmptyGestern um 15:21

Wortkarg. Lisann zeigte sich ungewöhnlich still. Und doch blieb ihr Blickkontakt ungebrochen.
"Das Kompliment gebe ich sehr gerne zurück." Ein sanftes Schmunzeln legte sich auf die Gesichtszüge des jungen Mannes; feine Bartstoppeln hatten sich durch die verstrichene Zeit auf seinen sonst zarten Wangen manifestiert und begannen, nun, da er sie bewusst wahrnahm, leicht zu kratzen. "Wenn es dir ähnlich geht, sollten wir daran festhalten, meinst du nicht auch?"
Einander in die Augen sehen. Länger. Tiefer. In gewisser Hinsicht fühlte Sora eine Verbindung, die zuvor lediglich zu Koda und seit mehrere Jahren auch zu Mir entstanden war; den unbedingten Wunsch, sich in den Augen seiner Gegenüber gänzlich zu verlieren. Alles von sich zu werfen und auf nichts anderes mehr reagieren, nichts anderes mehr wahrnehmen zu müssen als die endlose Tiefe ihrer Iriden.
Lisann war in jedweder Hinsicht bezaubernd. Allem voran und wohl für das Bewusstsein der grauen Masse, natürlich durch ihre auffallend attraktive Optik. Für den Konteradmiral gab es jedoch noch weit, weit mehr. Rief eine ansehnliche Dame um Hilfe, war es seine oberste Pflicht, dem auch nachzukommen. In diesem konkreten Fall war es anders; er jagte keiner hilflosen Jungfrau in Not nach. Keinem gutaussehenden Schatz, den man am Ende des Tages mit nach Hause nahm.
Er war für eine Freundin aus heimischen Gefilden entflohen, auf die Grand Line gereist - ohne die Absicht irgendeiner Vergütung, nicht, weil er unter waghalsigen Annahmen die Chance besaß in ihrer Schönheit zu baden.
"Wenn das etwas ist, was du möchtest, lassen sich gewiss Mittel und Wege finden", zwinkerte der Schwarzhaarige wissend. Gleichzeitig zeigte er sich aber auch verwundert über die eigene Vergesslichkeit. Wenngleich Vergesslichkeit nur bedingt die korrekte Beschreibung war. Viel mehr kam Sora eine Überlegung in den Sinn, welche er zuvor bereits in den Wind geschossen hatte. Lisann würde niemals um Hilfe bitten.
Aus welchem Grund sollte sie also die Möglichkeit annehmen, ihn privat und außerhalb seines Büros zu kontaktieren?
Noch als sich die Kopfgeldjägerin von ihm abwandte, hob Sora die Hand. Langsam. Genau passend, um sie abzufangen, ohne dabei bedrohlich zu wirken. Für nicht viel mehr, als seine Fingerspitzen an ihre noch immer blasse, stellenweise leicht gerötete Wange zu legen. Sie zu streicheln. "Ich wäre für dich auch an das Ende der Grand Line und darüber hinaus gefahren." Sora log nicht. Ganz gleich welchen Weg er hätte zurücklegen müssen - er wäre da gewesen.
"Eigentlich nicht, nein." Er zuckte mit den Schultern, drehte den Kopf zur Seite und atmete, mit geschlossenen Augen, noch einmal tief ein. "Meine beste Freundin hat mir vor Jahren beigebracht, auf mich selbst achten zu müssen", Sora rümpfte die Nase, ertappte sich selbst dabei und lachte unweigerlich. An Koda denken zu müssen, Erinnerungen an sie wachzurufen, das war eine Sache - ihre Verhaltensweisen zu übernehmen eine andere. "Außerdem gibt es da eine verschlafene Person, die einerseits nie von selbst rechtzeitig zum Dienstbeginn aufwachen und ihr Frühstück gänzlich verpassen würde, wenn ich es nicht vorbereite."
Er selbst nahm Essen nur zu sich, wenn die Gelegenheit stimmte. Entweder weil es sein musste, Essen angeboten wurde, andere von Hunger geplagt waren oder ein neues Rezept ausprobiert werden wollte. Eine der wenigen, noch aus seiner Jugend übrig gebliebenen, pragmatischen Vorgehensweisen. Wann immer eigene Bedürfnisse gefragt waren, stellte der Konteradmiral sie so lang wie nur irgendwie möglich zurück. "Kein Sorge: ich habe die letzten Tage gegessen. Immerhin hast du kaum etwas zu dir genommen." Sora hob seinen Blick und blickte der Kopfgeldjägerin keck entgegen.
Essen würde in seiner Anwesenheit niemals einfach übrig bleiben oder zurück gehen. Die fehlenden Teller, Schüsseln, auch der Mangel an Gläsern und Tassen in ihrer näheren Peripherie lag also nicht daran, dass jedweder Exzess einfach an das Hotelpersonal zurückgegangen war. "Jawohl, Miss Morisa. Sehr gerne, Miss Mirosa", Sora winkte geschlagen ab, holte noch einmal tief Luft - diesmal allerdings, um sich in einer langsamen, geknechtet wirkenden Bewegung ohne Zuhilfenahme seiner Hände aufzurichten. Ein stechendes Schwindelgefühl attackierte seinen Kopf, ließ die Welt einen Moment lang unförmig, wabernd erscheinen.
"Du scheinst dich zwar wieder halbwegs bewegen zu können, allerdings ist das nicht, was Oberarzt Takeuchi Ihnen verschrieben hat", mahnend wurde ein Zeigefinger gehoben, als sich der Soldat sitzend herumdrehte "Sie werden jetzt eine lange, entspannende Dusche nehmen, während ich mich um das Frühstück kümmere. Danach ist es Ihre oberste Pflicht, junge Dame, Ihre Geschenke anzuprobieren." Letzteres drang mit einem breiter werdenden, von beinahe kindischer Vorfreude gezeichneten Lächeln ausgesprochen. Ohne Zweifel würde Lisann die Anlehnung des Kimono an das gemeinsame Frühlingsfest verstehen. Das zweite Kleidungsstück hingegen war viel mehr zweckdienlich; angemessen für ihre Pläne der nahen Zukunft.
Sora grinste. "Ich habe darauf geachtet, deine Kleidung so anzufertigen, wie du sie am liebsten hast", ein Zwinkern wurde in die Richtung der schwarzhaarigen Schönheit geworfen "Praktisch und spannend."
Nach einem kräftigen Ruck der durch seinen Körper ging, fand sich der Takeuchi stehend wieder. Erneut ließ sein Gleichgewichtssinn nach, ließ ihn einen Atemzug lang taumeln, während er sich mit der rechten Hand an den Kopf fasste. Schnelle Bewegungen waren nicht gut. Insbesondere nach mehreren Tagen und Nächten, die er quasi permanent wach und in liegender oder halb liegender Position verbracht hatte. "Klingt ganz nach dir. Nicht einmal vollständig auf den Beinen, schon auf der Suche nach weiterer Arbeit." Sora schüttelte tief seufzend den Kopf. "Wenn du ihm nicht nachgehst, dann schreibe ich ihn auf meine Liste. Er darf sich geehrt fühlen. Zuvor gab es keine solche Liste." Er biss sich auf die Zähne. Eine solche Liste existierte. Lediglich nicht für Einzelpersonen.
"Mir würde es mir nicht verzeihen, dich so angeschlagen zurückzulassen", er hob die Brauen und sah Lisann vorwurfsvoll an "In deinem Zustand begibst du dich lediglich weiter in Gefahr. Es wäre unverantwortlich von mir, dich jetzt schon allein losziehen zu lassen", wenige Schritte führten ihn um das Bett herum, bis er, im Verhältnis deutlich größer, neben Lisann stehen blieb und sie zu ihr herunter lehnte, um seine folgenden Worte sanft, einfühlsam, in den nachtschwarzen Schopf ihres Haars zu flüstern "Außerdem kann ich erst jetzt deine Gesellschaft wirklich genießen."
War das nicht bereits Grund genug, um länger zu bleiben? Gute Gesellschaft? Beste Gesellschaft?
In der festen Erwartung, Widerworte zu erhalten, gab es allerdings noch etwas, was der Konteradmiral anführen konnte. Er zog seinen Kopf zurück, wenige Zentimeter nur, um ein weiteres Mal in den Genuss eines direkten, tiefen Blickkontakts zu gelangen - etwas, wonach sich der junge Mann unbewusst verzehrte. "Nachdem du freiwillig oder unfreiwillig ein bedeutsames Geheimnis mit mir geteilt hast, fühle ich mich verpflichtet, nachzuziehen. Wenn du also neugierig bist, wirst du mir nicht sagen, ich solle direkt zurück nach Loguetown." Frech schnaubend richtete Sora sich auf und machte erste, langsame Schritte gen Zimmertür. Es galt, Frühstück zu organisieren. Auch wenn er selbst, keineswegs anders als die letzten Tage, zerzaust und unausgeschlafen wirkte.
"Also? Worauf wartest du? Geh duschen. Dabei kann ich dir schlecht helfen", ein bewusst spöttelndes Grinsen legte sich auf seine Lippen "Wobei ich selbstverständlich sofort zur Hilfe eilen würde, solltest du Schwierigkeiten haben, aufrecht zu stehen und das Gewicht von Wasser zu ertragen." Sie wollte selbstständig sein? Nun bestand die Gelegenheit, es zu beweisen. Außerdem war Sora neugierig. Seit Stunden, Tagen und Wochen. Er wollte unbedingt wissen, wie Lisann in der von ihm maßgeschneiderten Kleidung aussah.


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