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Beiträge : 713

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BeitragThema: Glaubensformen   Glaubensformen EmptyMi 9 Aug 2017 - 22:39


•• FORMEN DES GLAUBENS ••
Auch in unserer Welt von One Piece existieren unterschiedliche Glaubensformen, Religionen und Kulte. Während der Manga sich primär auf kleinere Stammeskulte und ein angedeutetes Christentum bezieht, erweitern wir diese Vorkommnisse um ein Vielfaches.

Obwohl nicht jeder Mensch an eine Gottheit glaubt, so bieten sie doch einem nicht zu unterschätzenden Anteil der Weltbevölkerung eine Stütze. Sie können als Symbol erfasst werden, mindestens genau so sehr wie eine ausgewachsene Richtung des Lebens. Sie sind nicht nur ein Glaube an das Übernatürliche, sondern auch eine Überzeugung und Einstellung. Mit diesen Überzeugungen kommen in einer divers aufgebauten Welt jedoch nicht nur Vorzüge, sondern aufgrund unterschiedlicher Ansichten und Entstehungsgeschichten auch das Potential für Konflikte.

Um euch, wie auch allen anderen Bewohnern unserer Spielwelt, so viele Optionen wie nur irgend möglich anzubieten, steht es euch jederzeit freu, weitere und ergänzende Texte an den Briefkasten zu schicken und damit das gesamte Setting unseres Forums zu erweitern und ihm Leben einzuhauchen.



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Zuletzt von Admin am Do 5 Sep 2019 - 19:50 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Erstellt von: Takeuchi Sora   Glaubensformen EmptyMi 9 Aug 2017 - 22:41


•• GLAUBE DER AMATERASU ••

"She created the universe.
She gave us the Heavenly Realm.
She is the guardian and goddess of everything the light touches.
She is the sun. She lends us strength.
It is Her that banishes the shadows.
Amaterasu.
"


Ursprung des Glaubens

Früheste Erzählungen ziehen sich bis in die prähistorische Zeit zurück. In eine Welt, die noch längst nichts von der menschlichen Spezies oder ihren Vorgängern wusste. Als sich die bekannte Welt noch im Aufbau befand, existierte bereits das Reich der Götter. Um sie herum nicht viel mehr als formlose Materie, die frei zu ihrer Verfügung stand.
Aus einem wohl überlegten Zeitvertreib heraus wurden unzählige Planeten geformt. Darunter die Erde. Doch war das Universum zu diesem Zeitpunkt ein trister, lebloser Ort. Gehüllt in nicht mehr als eisige Finsternis und alles verschlingende Schatten. Amaterasu schuf in ihrer umfassenden Herzlichkeit nicht nur das erste Licht, in Gestalt riesiger, leuchtender Sterne, sondern auch die ursprünglichen Quellen von Wärme und Leben. Die von ihren Eltern erschaffenen Ländereien, Berge, Seen und Meere blühten und gedeihten.
Ihr Bruder fühlte sich jedoch den Schatten hingezogen. Der vereinnahmenden Ruhe und Dunkelheit. Geschwisterliche Liebe und ein Sinn für Gleichberechtigung war es, die sie beide Hand in Hand über das den Himmel der Erde herrschen ließ. Zu diesem Zeitpunkt, ohne den Einfluss des Menschen und seine Metaphern, galt die Nacht längst nicht als Symbol des bösen.
Licht und Schatten. Bruder und Schwester. Sie waren zwei Seiten derselben Münze. Beide behaftet mit Sinn und Zweck. In vollkommener Harmonie, frei von jedem Zorn oder Groll. Zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern schufen sie winzige Organismen, ließen sie heranwachsen und betrachteten voller Spannung und fast kindlicher Erwartung jeden noch so winzigen Fortschritt ihrer Entwicklung.

Nach Jahrhunderten erschlug Tsukuyomi aus purem Ekel heraus eine geringere Göttin und erzürnte damit nicht nur seine Schwester, Amaterasu, sondern auch ihre gemeinsamen Eltern. Beide verfielen in einen unsagbaren Streit, der auf herkömmliche Weise nicht wieder beigelegt werden konnte. Ein Schlichten des Streits war nicht einmal die Absicht. Tsukuyomi fühlte sich im Recht hinsichtlich seiner Tat.
Mord an einem anderen göttlichen Wesen zu begehen brachte zwingend eine Strafe mit sich. Unter normalen Umständen hätte Tsukuyomi aus dem Himmel verbannt werden und seine Macht einbüßen müssen. Doch empfand Amaterasu noch immer dieselbe Liebe ihrem Bruder gegenüber, wie seit ihrer Geburt und dem ersten Mal als ihre Blicke sich trafen.
Ein letzter Kompromiss wurde getroffen: aus dem einst gemeinsam bewohnten und beherrschten Himmel wurden zwei zeitlich und räumlich voneinander getrennte Sphären. Anstelle einer völligen Verbannung, für die sich einige andere Götter mit Nachdruck aussprachen, wurden die Geschwister lediglich von einander getrennt.
Dieser Kompromiss war es, der den Zyklus von Tag und Nacht einläutete. Aufgebracht von der mangelnden Loyalität, die er von seiner geliebten Schwester erwartete hatte, zürnte Tsukuyomi. Er tötete ihre Priester und schlug auf die Wunden ein, die Amaterasu durch ihre Liebe und mit viel, viel Zeit hatte lindern wollen. Für unzählige Millennien befanden sich die beiden Gottheiten in erbittertem Streit.
Bis, ja bis auch ihre Gemüter schließlich abklangen. Obgleich die Wogen des Krieges geglättet und feurige Auseinandersetzungen zwischen ihnen nicht mehr in Erscheinung traten, herrscht eine erbitterte Rivalität zwischen den sich einst liebenden Gottheiten.

Auch Susano'o und Amaterasu, wenngleich diese keine ähnlich starken Emotionen verbanden, gerieten in einen Streit, als der Herr der See und Stürme den Himmel auf Anweisung des Vaters verlassen sollte. Ein Wettstreit wurde einberufen - Amaterasu gewann. Für einen unbestimmten Zeitraum, so erzählt man, akzeptierten beide dieses Ergebnis.
Susano'o, der sein Temperament auf die Wellen des Meeres schickte, verfiel eines Tages jedoch in Rage und begann die Felder und Ländereien seiner Schwester zu zerstören. Alles was ihn an sie erinnerte, ob Himmel, Land oder Wälder, wurde von ihm attackiert. Wut und Trauer überkamen die Göttin, welche sich im Zuge dessen in einer Höhle - der Amano Iwato - versteckte und damit die Sonne, jegliches Licht und Wärme mit sich verbarg. Zu sehr fühlte sich sich an die Auseinandersetzungen mit dem gemeinsamen Bruder erinnert und fürchtete eine weitere Trennung der göttlichen Familie.
Um seine Schwester zu beschwichtigen, Reue für seine Handlungen zu zeigen und ihren Streit endgültig beizulegen, vermachte Susano'o seiner Schwester das legendäre Kusanagi no Tsurugi. Ein Schwert, welches von Susano'o höchstpersönlich im Leib der achtköpfigen Schlange, Yamata no Orchi, fand.

Von dem Moment in dem Leben auf der Erde entsprang, zeigte sich Amaterasu als eine der aufgeschlossenen, jede Kreation liebende Göttin. Sie setzte pflichtbewusst ihre Aufgaben fort, zeichnete gemeinsam mit ihrer Familie den Himmel, die Berge, Meere und Wälder. Gemeinsam schufen sie die Gezeiten, Winde und schmückten die Natur mit all ihren Phänomenen. Neben dem Menschengeschlecht, dem sie bereits in seiner jüngsten Form das Licht schenkte, fiel ihr Auge jedoch wesentlich später auf ein anderes Geschöpf.
Überaus intelligente Füchse waren es, die sie schnell mit Sympathie betrachtete. Doch waren sie, wie die meisten anderen, sterblichen Wesen, an einen engen Lebenszyklus gebunden. Sie waren klein. Schwach. Ihre bloße Existenz löste bittere Tränen in den Augen der Göttin aus. Ergriffen von Trauer setzte sich Amaterasu das Ziel, den winzigen Geschöpfen ihre Geschenke zu vermachen. Ihnen wurde Sprache beigebracht. Die Fähigkeit, ihre Gestalt zu wandeln. Sie sollten höher springen können als jedes andere Geschöpf. Schnell wie der Wind sein. Und neben diesen relativ basalen Eigenschaften, auch eine von keinem anderen tierischen Wesen übertroffene Auffassungsgabe.
Leider war es eben diese Auffassungsgabe, gepaart mit dem intrinsischen Intellekt und der von Natur aus gegebenen List, die negatives Aufsehen erregte. Über Jahrtausende hinweg entwickelten sie sich weiter und verfeinerten ihre Gaben. Die ältesten und damit stärksten Füchse zählten bis zu neun Schwänze - von denen ein jeder wuchs, wenn eintausend Jahre verstrichen.
Aus Furcht heraus verbannte man diejenigen, die Amaterasu als treue Wegbegleiter und ihre Favoriten aus dem Reich der Erde in den Himmel geholt hatte und schickte sie zurück an den Ort ihrer Entstehung. Kämpfe erschütterten das Himmlische Reich. Erbost über die plötzliche Entscheidung versuchten die Kitsune das Urteil anzufechten. Einige wenige erhoben sich sogar dazu, die in ihren Augen boshaften Götter zu stürzen. Ohne Erfolg.

Trotz des Grolls den die Überlebenden hegten, blieb ihre Verbindung und gegenseitige Liebe zu Amaterasu ewig bestehen. Ein Zeichen dieser nicht enden wollenden Affektion ist die Tatsache, dass ihnen drei letzte, göttliche Vermächtnisse mitgegeben wurden.
Neben dem Kusanagi no Tsurigi erhielten sie den heiligen Spiegel Yata no Kagami, stehend für Weisheit und Ehrlichkeit. Eigenschaften, für die man ihre Liebsten die längste Zeit ehrte, später allerdings fürchtete. Neben seinem rein symbolischen Bedeutung und der empfundenen Wertschätzung, so sagt man, ist es mithilfe des Spiegels möglich, zu der Sonnengöttin selbst zu sprechen und einen Blick in ihre Reich zu werfen.
Zuletzt das Yasakani no Magatama, ein aus Jade bestehendes Juwel, als Symbol der Herrschaft auf Erden. Seine Form, wie die aller Magatama, besitzt unterschiedliche Erklärungen. Interpretationen beginnen mit einem weiteren, symbolischen Geschenk an Füchse, weswegen das Magatama an die Form ihrer Reißzähne angelehnt ist. Andere Vermutungen belaufen sich auf die Form eines Fötus, als Zeichen neuen Lebens. Nicht zuletzt existieren Interpretationen, die die Magatama an die vermutete Form der Seele anlehnen.
Noch bis zum heutigen Tage befinden sich die Geschenke der Amaterasu im Haupttempel Wano Kunis und werden seitdem dort bewacht. Replika finden sich jedoch in jedem einzelnen der Tempel wieder und werden dort ebenfalls bewacht, wie auch während der jährlichen Riten zur Betrachtung dargestellt.


Darstellung der Amaterasu

Amaterasu gilt in ihrer Brillanz als die Sonne und das Licht, die Gerechtigkeit und die Schutzgöttin der Füchse. Ihr werden die Gestaltung sämtlicher Landschaften und Bergketten zugesprochen, wie auch die Farben der Natur. Zahlreiche Sagen berichten überdies davon, dass aus ihrer Hand die Rasse der Mink entstanden sein soll - eine Kombination ihrer liebsten Geschöpfe: der Füchse und dem Menschen.
Entgegen ihres vermuteten Alters überschneiden sich sämtliche Darstellungen der Sonnengöttin Amaterasu in einer Tatsache - nämlich ihre Jugend. Unabhängig davon ob man sie in Form einer Statue antrifft, gestickt auf Wandteppiche oder künstlerisch gestalteter Mosaike und Gemälde, ihre unantastbare Jugend wird als absoluter Fakt betrachtet. Amaterasu wird als enorm feminin angehauchte Dame in den ersten zwei bis drei Jahrzehnten des Lebens erfasst. Feine Züge kreieren die Gesichtszüge der Göttin, während langes, wie aus Wolken bestehendes Haar nicht nur ihren Schopf darstellen, sondern auch ihren gesamten Körper kleiden.
Tiefbraune Augen, wie aus der Erde selbst erschaffen, blicken wohlgesonnen auf das Reich der Sterblichen. Da Amaterasu keine Kleidung, sondern als Göttin des Himmels und der Sonne lediglich das trägt, was der Himmel ihr bietet, sind auch die feurig lodernden Flammen des himmlischen Feuerballs sichtbar am Saum ihrer Hülle vertreten. Abhängig von den Künstlern und ihrer Interpretation formen die flammenden Wolkenkonstrukte nicht selten einen bis neun Schwänze, die eine klare Anspielung auf Amaterasus Verbindung zu Füchsen sind.
Versuchte Belege sind unter anderem uralte Statuen der Amaterasu, die sich auf Zou und verteilt über weite Teile der Neuen Welt und Grand Line wiederfinden lassen. Ihre Wichtigkeit ist dabei für Angehörige ihres Glaubens und besonders Fuchsmink unangefochten. Dabei beziehen sie sich zumeist auf ihre extraordinäre Entstehungsgeschichte, wie auch eine besondere - wenn auch nicht zwingend positive - Verbindung zum Reich der Götter. Amaterasu selbst wird jedoch zu jeder Zeit nicht nur als Schutzgöttin, sondern auch ihrer aller Mutter verehrt.
Tempel der Göttin existieren jedoch nur spärlich. Nennenswert sind dabei der Haupttempel im Wano Kuni, sowie ein nur geringfügig kleinerer Tempel auf Raijin Island. Anlaufstelle für diejenigen, die Amaterasu am nähsten sein möchten bleibt dabei Wano Kuni. Unter anderem aufgrund der höchst widrigen Umstände, die auf Raijin Island herrschen und eine Anreise als schwierig gestalten. Diejenigen die den dortigen Tempel jedoch besuchten, erzählen davon dass es einer der wenigen Orte sei, die von permanentem Blitzgewitter befreit sei.
Im North Blue befinden sich aus ungeklärten Gründen keinerlei Tempel. Vermutungen belaufen sich allerdings darauf, dass dieses Blaumeer um Vergleich zu den drei anderen nicht in den Herrschaftsbereich der Amaterasu fiel und deswegen nie ihren Segen erhielt. Im starken Gegensatz dazu findet sich ein beträchtlich ausgebauter Tempel im East Blue auf Konomi Island. Dieser Dient nicht nur zum Zweck der Huldigung, sondern auch um regelmäßige Feste unter der schützenden Hand einer Gottheit durchführen zu können. Darüber hinaus sagt man, eine jede Hochzeit, die mit dem Segen der Amaterasu durchgeführt wird, ein Leben lang glücklich anhält.


Prinzipien des Glaubens

Menschen die an Amaterasu und ihre Lehren glauben, verschreiben sich der Gerechtigkeit und dem Licht. Sie sind Hüter des Lebens, der Gleichberechtigung und stellen sich dem Bösen entgegen. Per Definition wird nicht beschrieben, was genau dieses 'Böse' ist - betrachtet man allerdings die Hintergrundgeschichte der Göttin selbst und was ihr widerfuhr, lassen sich vielfältige Schlüsse ziehen und auf das Reich der Menschen übertragen.
Mord an anderen Lebewesen, ganz gleich ob sie menschlicher oder tierischer Gestalt sind, wird nur unter strengsten Bedingungen gestattet. Nämlich in einem Akt der Selbstverteidigung, oder zum Schutz anderer Lebewesen. Persönlich motivierte Akte der Zerstörung werden nicht geduldet. Dabei nehmen niedere Gelüste wie Rache einen verächtlichen Stellenwert ein. Harmonie auf sämtlichen Ebenen des Lebens ist das, wonach gestrebt werden soll.
Obwohl kämpferische Auseinandersetzungen derart vermieden werden, dass man den Jüngern der Amaterasu Pazifismus nachsagen könnte, stehen sie in einem überaus angespannten Verhältnis zu denjenigen, die Chaos und Finsternis propagieren - ein Konflikt, der aus der Zeit der Götter selbst aufgegriffen zu sein scheint.
An Amaterasu zu glauben bedeutet in keinster Weise, andere Gottheiten ablehnen zu müssen. Ihr Glaube beschränkt sich auf ein simples, allerdings weitreichendes Prinzip. Dem Erhalten des Lebens und der Suche nach Harmonie. Nicht nur für sich selbst, sondern allen Menschen. Andere Glaubensrichtungen aufzugreifen und in das eigene Handeln einfließen zu lassen ist mehr als erlaubt. Sofern diese keine Widersprüche mit den Lehren der Amaterasu mit sich bringen.
Nicht selten wirkt dieser Grundsatz übergreifend und bezieht die Natur, wie auch Tiere mit ein. Vor allem sind es Füchse, die als sowohl als die Vertreter der Amaterasu unter den Sterblichen, wie auch Boten des Glücks und reicher Ernte gelten.
Neben Statuen der Sonnengöttin selbst finden sich regelmäßig an ihren Tempelanlagen kleinere Statuen von Füchsen wieder. Ihre Verbundenheit zueinander ist derart selbstverständlich, dass diejenigen, die sich genaueren Studien hingaben, sie als gegeben betrachten. Eine Tatsache die unter anderem dadurch unterstrichen wird, dass die Tempel in vielerlei Fällen von Minks beschützt werden und in ihrer direkten Umgebung Füchse heimisch sind.

Zu den Glaubenspraktiken zählt unter anderem ein kleines, jährlich dargebrachtes Opfer am ersten Tag des Sommers. Um das Band zwischen der Göttin, der Erde und ihren Jüngern zu stärken und erneut aufleben zu lassen, werden ihr Früchte, süßes Gebäck und selbst geschneiderte Kleider geschenkt. Im Anschluss wird in einem nahen Bach, Fluss oder einer anderweitig erreichbaren, größeren Wasserquelle ein Bad genommen, um sich sowohl körperlich wie auch spirituell von Unreinheiten loszusagen. Auf diese Weise wird die neu geschaffene Verbindung zu Amasterasu und der Einklang mit ihr garantiert.
Das mit Abstand wichtigste Fest findet allerdings einem Dreijahreszyklus statt und überschneidet sich mit dem Sommerfest der Amaterasu. Mit jedem dritten Jahr läuten diese Festlichkeiten allerdings eine gesamte Woche ein, in der Menschen zusammen kommen und miteinander die vermutete Geburt der Amasterasu feiern. Am selben Tag, wenn auch bedeutend später, soll sie die Mink erschaffen und Füchsen ihre einzigartigen Eigenschaften verliehen haben.
Über den Verlauf einer gesamten Woche werden kleinere, sportliche Wettkämpfe ausgetragen, Austausch zwischen Menschen findet statt und neben dem Aufleben lassen zahlloser Geschichten und Sagen, die innerhalb des Glaubens überliefert werden, steht im Zentrum des Fest die Dankbarkeit gegenüber Amaterasu und friedlicher Zusammenhalt sämtlicher Anwesender. Opfergaben sind in dieser Zeit keineswegs verpflichtend, werden von den Gläubigen jedoch als selbstverständliche Geste betrachtet. In den meisten Fällen sind es selbst angebaute Früchte, Gemüse und erlegtes Wild. Schneider bringen von Hand angefertigte Kleidung, Juweliere spenden Ringe, Ketten und Diademe. Der Fokus liegt nicht bei den Tributen - sondern dem friedlichen Beisammensein und dem miteinander geteilten Glauben und dem Besinnen auf Amaterasu.
Eine Tradition die jedoch nur auf Wano Kuni betrieben wird, ist die Zerstörung und der nahegelegene Wiederaufbau des Haupttempels in einem Zyklus von zwanzig Jahren. Ebenfalls vor dem Hintergrund, die Verbindung zwischen Amaterasu und dem Erdenreich in neuer Kraft erstrahlen zu lassen.



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BeitragThema: Erstellt von: Drake Hunter   Glaubensformen EmptyMi 9 Aug 2017 - 22:43


•• GUNSLINGER ••

Die Gunslinger sind erstmals vor knapp 600 Jahren in Erscheinung getreten. Heutzutage sind sie nicht mehr als ein Mythos, ein Überbleibsel längst vergangener Zeiten. Allerdings können von aufmerksamen Forschern und Entdeckern gelegentlich vereinzelte Hinweise auf die Gunslinger gefunden werden, die ohne entsprechenden Kontext allerdings oftmals einfach als antike Märchen abgestempelt werden.
Es wird in einigen verschworenen Kreisen allerdings gemunkelt, dass die Weltregierung tief in ihren Archiven immer noch Dokumente hat, die die Existenz der Gunslinger eindeutig belegen. Zeugenaussagen, Berichte von Auseinandersetzungen mit ihnen und noch andere Dinge.
Das einzig dokumentierte Fundstück was der Allgemeinheit zugänglich war, war ein Tagebuch von einem unbekannten in dem er über die Gunslinger schrieb, über die Umstände wie er sie traf und wie er kurze Zeit mit ihnen reiste. Doch auch dieses Fundstück ging mit der Zeit verloren.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 13. 10. 942

„Ich bin nun schon seit drei Tagen mit diesen Männern unterwegs, doch ich bin immer noch nicht schlau aus ihnen geworden, aus keinem von ihnen. Sie sind ein zusammengewürfelter Haufen, vier von ihnen werden Steckbrieflich gesucht, zwei von ihnen sind Kopfgeldjäger und dennoch scheint zwischen ihnen kein böses Blut zu herrschen, im Gegenteil. Sie agieren nicht einfach wie Leute, die das Schicksal zusammen gewürfelt hat und auch nicht wie Freunde, nein. Das Band was diese Männer verbindet, geht weit über Freundschaft hinaus. Ein Blick auf diese Leute hat mir gereicht um zu wissen, dass sie füreinander da sind, egal was kommt und das sie füreinander sterben würden. Wenn ich diese Männer sehe, sehe ich keine Freunde, ich sehe eine Familie.“

Entstehung der Gunslinger
Laut Hörensagen, alten Überlieferungen und natürlich den allseits bekannten Gerüchten sind die Gunslinger zum ersten mal im Jahre 934 in Erscheinung getreten. Die genauen Umstände kennt niemand mehr. Manche berichten von einer großen Schlacht, die nach Helden verlangte, andere wiederum erzählen von einem großen Übel das so mächtig war, dass selbst Weltregierung und Marine machtlos waren.
Doch von den genauen Details mal abgesehen sind alle sich einig, in einem Moment der über das Schicksal der Welt entscheiden sollte, wurden sieben mutige Männer im Feuer der Geschichte zu Helden geschmiedet. Sieben Männer, Gesetzlose, Kopfgeldjäger, Zocker und Gesetzeshüter kämpften Seite an Seite und wendeten eine Gefahr ab die so schlimm war, dass sie nie eine Erwähnung in den Geschichtsbüchern fand, aus Angst die Ereignisse könnten sich wiederholen. Sieben Männer die sich kaum kannten, hatten sich zusammen getan um einer Gefahr zu begegnen die größer war, als alles bisher bekannte und sie waren Siegreich. Doch genauso überraschend und schnell wie sie in Erscheinung traten, verschwanden sie auch wieder. Niemand wusste genaueres über die mysteriösen Retter doch der Mythos über die tapferen Männer war geboren.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 15. 10. 942

„Wir rasten Momentan in einem kleinen Dorf. Die Dorfbewohner sind verzweifelt, sie werden von einer großen Piratenbande terrorisiert. Ein Dorfbewohner hat einen der Kopfgeldjäger erkannt und ihn um Hilfe gebeten. Die Bewohner gingen sogar so weit und wollten sie anheuern. Alles was sie an Goldmünzen hatten, wollten sie den Männern geben. Ich fragte die Dorfbewohner was mit der Marine sei, doch sie erwiderten nur das die nicht hier her kommen.  
Meine Begleiter sagten daraufhin nur, dass sie sich darum kümmern werden. Doch das ist Wahnsinn! Ich kenne die Bande von der die Dorfbewohner heim gesucht werden. Der Anführer ist ein gefürchteter Pirat und er hat mindestens 100 Männer unter seinem Befehl. Die Dorfbewohner können nicht kämpfen, haben nicht einmal Waffen und meine Weggefährten sind gerade mal zu sechst. Ich überlege alleine weiterzuziehen. Ich respektiere die Männer die mir das Leben retteten, doch ich hege kein Verlangen danach hier zu sterben.“


Der Name „Gunslinger“
Den Namen gaben die tapferen sieben sich nicht selbst. Viel mehr wurde er ein Teil ihres Mythos, weiter getragen von den Menschen die sie in Aktion erlebten. Der Name ist Programm, denn jeder der sieben verwendete mindestens einen Revolver, viele sogar zwei. Im Kampf waren sie wahre Virtuosen im Umgang mit ihren Waffen. Selbst für erfahrene Kämpfer waren sie nicht mehr als schnelle Schatten die über das Schlachtfeld flogen und Tod und Zerstörung bei ihren Gegnern hinterließen. Es wurden ihnen übernatürlich Fertigkeiten im Umgang mit ihrer Waffe nachgesagt und die unmöglichsten Schüsse sollen sie möglich gemacht haben. Egal ob sie mehrere Gegner mit nur einer Kugel erledigten, weil die Kugel von bestimmten Objekten abprallte oder aber das die Männer selbst Kugeln ausweichen konnten, weil sie so verdammt schnell waren.
Der Name wurde in ehren gehalten, ebenso wie die ursprünglichen sieben und ihre Künste. Jede nachfolgende Generation von Gunslingern bediente sich ebenfalls Schusswaffen, auch wenn die Art sich gelegentlich änderte. So sprachen auch viele von Gunslingern die Gewehre benutzten mit ebenso tödlicher Schnelligkeit und Präzision wie ihre Kollegen mit Revolvern.
Obwohl die Ursprünglichen sieben sich selbst nie mit diesem Titel bezeichnet hatten, wurde er von späteren Generationen übernommen.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 17. 10. 942
„Die Piraten waren da. Mein Gott es waren bestimmt weit über 200 Männer und Frauen gewesen, alle bereit dieses Dorf wie so oft auszunehmen und zu verwüsten. Ich weiß im Nachhinein selbst nicht, warum ich geblieben bin, die eheste Erklärung wäre wohl das ich ein alter Narr bin. Ich weiß es selbst nicht... diese Männer haben einfach eine Art an sich, als könnten sie dich mühelos überzeugen ihnen selbst in die Hölle zu folgen.
Doch zurück zu den Piraten. Ich weiß immer noch nicht genau, was passiert ist um ehrlich zu sein. Die Männer stellten sich den Piraten in den Weg. Sieben gegen mindestens 200 Leute. Der Kapitän hat sie ausgelacht und bei jedem Lacher des Mannes lief ein kalter Schauer über meinen Rücken, denn ich stand dort, bewaffnet mit einem Gewehr weil ich helfen wollte, mit der Gewissheit das ich hier und heute sterben würde.
Doch der Anführer meiner Weggefährten, jedenfalls glaube ich das er der Anführer ist, hat den Kapitän zu einem Duell herausgefordert. Der Pirat hat selbstsicher angenommen und auch gleich seine Überlegenheit klar gemacht. Er hat eine dieser Teufelsfrüchte gegessen die ihn unverwundbar macht und er hat es auch gleich demonstriert. Ich sah das Duell schon verloren und mein Schicksal besiegelt, doch dann passierte es. Als der Startschuss für das Duell gegeben wurde, hörte man sofort einen zweiten Schuss und der Pirat kippte um, tot. Nicht nur das der Revolverheld es irgendwie fertig gebracht hat einen unverwundbaren zu erschießen, ich habe nicht einmal gesehen wie er es getan hat und ich hatte ihn die ganze Zeit im Auge. Den einen Moment hatte er die Hand nahe des Griffes seiner Waffe und kaum das der Startschuss ertönte, waren seine Arme plötzlich vor der Brust verschränkt und der Pirat lag im Staub, wie ist das möglich? Ich habe nur kurz geblinzelt. 700 Millionen Kopfgeld, einfach so ausgeknipst! Die anderen Piraten sind geflohen, feiges Pack.
Ich glaube ich bin mit den Gunslingern unterwegs, doch ich dachte sie wären nur ein Mythos. Eigentlich waren es doch sieben oder? Einer scheint zu fehlen, ist das der Verlust über den ich zwei von ihnen habe reden hören? Sollten sie es wirklich sein...ich habe so viele Fragen, aber ich traue mich nicht sie zu stellen."



Die Werte der Gunslinger. Woran sie glauben, was sie bewegt und ihr Aufbau.

Die Gunslinger glauben nicht unbedingt an Vorschriften oder derlei Dinge. Tatsächlich hat jeder Gunslinger seine eigene Auffassung von der Welt, ihren Regeln und wie er diese Umsetzt oder auch nicht. Es gab schon Gunslinger die gehörten der Marine an, Kopfgeldjägern und sogar Piraten waren unter ihnen vertreten.
Die ursprünglichen Sieben waren immer zusammen unterwegs, doch die nachfolgenden Generationen nicht. Seitdem sind Gunslinger überall verteilt, auf der Grand Line oder in der neuen Welt. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele, aber sie alle leben nach den gleichen Grundsätzen.
Das oberste Gebot der Gunslinger ist es, die unschuldigen zu schützen. Für jene zu kämpfen die nicht für sich selbst kämpfen können und denen zu helfen, die ihrer Hilfe bedürfen und sie verdienen. Dabei haben sie nicht das nur das Wohl der „Allgemeinheit“ im Blick wie so oft die Marine, oder die Weltregierung, nein. Sie helfen auch den Einzelnen. Sie verachten Leute die z.B. einem einfachen Bauern oder Händler nicht helfen, weil es nicht genug Prestige bringt, sie hassen diejenigen die unter dem Deckmantel der absoluten Gerechtigkeit selbst vor Mord an Kameraden nicht zurückschrecken.
Doch die Gunslinger sind keine Heiligen, bei weitem nicht. Nicht jedes Leben ist in ihren Augen gleich viel Wert. Es gibt Menschen die schlimme Dinge tun, die anderen Menschen Schmerz zufügen oder sie töten und solche Menschen haben in ihren Augen das Recht zu Leben verwirkt. Wer Gefallen an dem Leid und dem Schmerz von Unschuldigen findet oder für ein angeblich höheres Ziel toleriert, ist ein Monster. Gunslinger reden nicht mit Monstern, sie diskutieren nicht mit ihnen oder versuchen sie auf den rechten Pfad zu führen, sie radieren sie aus.
Ein weiteres Gebot der Gunslinger ist der Umgang mit ihren Waffen. Was für Soldaten und andere Menschen nur ein Werkzeug ist um sich zu verteidigen oder zu töten ist für Gunslinger eine Erweiterung ihrer selbst. Sie respektieren ihre Waffen, pflegen sie und halten sie in Ehren.
Ein entscheidendes Kredo wird von den Gunslingern seit der ersten Generation weiter gegeben und von jedem beherzigt.

Wir zielen nicht mit unseren Händen.
Wir zielen mit unseren Augen.

Wir schießen nicht mit unseren Händen.
Wir schießen mit unserem Verstand.

Wir töten nicht mit unseren Waffen.
Wir töten mit unseren Herzen.

Zusammenhalt ist den Gunslingern ebenso wichtig. Wer in ihre Reihen aufgenommen wird, muss auf seine Kameraden vertrauen können. Jegliche natürliche Feindschaft durch Fraktionen ist bei den Gunslingern unwichtig und nicht existent. Sie stellen diese Dinge zur Seite um ihr Ziel zu verfolgen und sie helfen sich stets untereinander. Steht ein Gunslinger vor einer Aufgabe die für einen allein nicht zu bewältigen ist, kann er um Hilfe rufen und die anderen werden kommen, sofern möglich. Loyalität ist ihnen daher auch sehr wichtig, ebenso wie das vertrauen untereinander.  


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 20. 10. 942

„Wir haben mittlerweile eine gute Strecke zurück gelegt. Ich glaube wir erreichen bald unser Ziel.
Gestern habe ich endlich den Mut aufgebracht zu fragen, ob es sich bei meinen Weggefährten um die Gunslinger handelt. Sie haben nur erwidert, dass sie sich nie so nennen.
Meine üblichen Fragen habe ich allerdings beiseite gestellt, auch die Frage warum sie nur zu sechst unterwegs sind. Gelegentlich kann ich es in ihren Gesichtern sehen, den Verlust eines Menschen der einem wichtig war. Ich selbst habe es erlebt, bei meiner Frau und meiner Tochter. Deswegen will ich nicht mit Fragen alte Wunden aufreißen. Vielleicht war es ja Schicksal, dass ich ihnen begegnet bin und das sie mich gerettet haben. Nun, dass würde ich denken wenn ich ein Narr wäre, es war eher verfluchtes Glück.
Eine Frage habe ich allerdings doch gestellt, ob sie mir das Schießen beibringen könnten. Ich habe mit Ablehnung gerechnet, mit Gelächter sogar aber stattdessen haben sie zugestimmt. Seit gestern habe ich geübt, bin aber offenbar nur gut genug um eine Flasche aus 10 Metern Entfernung zu treffen, ein Meisterschütze werde ich wohl niemals sein und erst recht kein Gunslinger. Dennoch hat es wirklich Spaß gemacht. Ich glaube so viel Spaß hatte ich zuletzt als meine Frau und Tochter noch lebten. Dafür bin ich diesen Männern dankbar, ebenso das ich mit ihnen reisen darf.“


Die Gunslinger heute.
Heute sind die Gunslinger größtenteils in Vergessenheit geraten. Zeit ist der Dieb der Erinnerungen wie es so schön heißt. Zu einem Mythos deklariert gibt es heutzutage nur noch wenige eingeschworene die die Legende der Gunslinger überhaupt noch kennen und sie an interessierte Personen weiter geben. Fakt ist allerdings, dass die Gunslinger noch existieren. Es gibt heute allerdings nur noch drei von ihnen, statt der üblichen sieben. Sie sind längst nicht mehr auf der Höhe. Der Mangel an geeigneten Kandidaten und der Verlust vieler Gunslinger in den letzten Jahrzehnten haben dazu beigetragen das die übrigen zwar ihre Aufgabe nicht vergessen haben, aber langsam beginnen zu zweifeln ob es in dieser Welt noch einen Platz für sie gibt, ob sie überhaupt noch gebraucht werden?
Sie sind auf der Grand Line verteilt und gehen dort ihrer Wege, helfen anderen und machen ansonsten was sie wollen. Besonders der Weltregierung sind sie zwar immer noch lästig, aber die Regierung sieht sie nicht mehr als Bedrohung, eher Unannehmlichkeit die in ihren letzten Atemzügen liegt. Vielleicht ist das Zeitalter der Piraten auch das Ende der Gunslinger, vielleicht kann der Funke um diesen „Kult“ von Revolverhelden und Meisterschützen allerdings doch wieder von neuem entfacht werden. Das kann nur die Zeit zeigen.


Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden, 21. 10. 942
Geschrieben in einer anderen Handschrift.
Letzter Eintrag

„Dieses Tagebuch gehörte einem tapferen Mann. Er starb heute, als er uns half ein Sklavenschiff zu übernehmen. Er war ein Händler auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Er war kein Kämpfer wie wir. Er hatte bis vor zwei Tagen noch nie richtig eine Waffe in der Hand gehabt. Er hatte keine Fertigkeiten wie wir, er war ein einfacher Mann. Und dennoch riskierte und gab er sein Leben für Menschen, die er nicht einmal kannte, um sie zu befreien und vor einem schlimmen Schicksal zu retten. Weil er wusste, dass es das richtige war und gerade weil er kein Soldat war, kein erfahrener Kämpfer, war diese Tat umso beeindruckender. Dieses Tagebuch gehörte dem mutigsten Mann den ich je kannte. Einem Mann der trotz seiner Unerfahrenheit im Kampf den Mut aufbrachte für das zu kämpfen was richtig war...dieses Tagebuch gehörte einem wahren Gunslinger.“


by @"Drake Hunter"

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BeitragThema: Erstellt von: Takeuchi Sora   Glaubensformen EmptyMi 9 Aug 2017 - 22:46


•• JÜNGER NAMAKURAS ••

Ursprung des Kults

Entstehung und Hintergründe des kultistischen Glaubens auf Namakura sind nur sehr dunkel überliefert. Beinahe propagandistische Tradierungen kennzeichnen die Geburt des Kults schon vor jedweder Zeitrechnung. Nachvollziehen lassen sich diese abweichenden jedoch nicht.
Mehrere tausend Jahre sollen die Menschen der Insel bereits in einem stagnierenden, von außen bestimmten Refugium leben. Armut, Hungersnot und ein konstanter Zustand erbitterter Kämpfe unterschiedlicher Volksgruppen seien ihre Begleiter. Auch diese Verweise sind nur geringfügig dokumentiert. Schuld seien die Machthaber der Welt. Die Weltregierung. Und nicht zuletzt die Marine. Ebenfalls wird die Revolution, als Befreier der Völker, äußerst feindselig in Betracht gezogen.
Gerade die Stigmatisierung des eigenen Volkes, mit Harahettarnia als dem größten, uniformen Landfleck der Insel, aber auch sämtlicher anderer Fraktionen, ist ein strittiges Detail. Denn gerade die drei großen Mächte der Gegenwart sind eine vom Menschen geschaffene, moderne Erfindung. Im Kontext dieser Aussagen auf eine regelrecht in ihre Gene eingebrannte, chronische Armut und ungerechte Behandlung zu verweisen ist hochgradig unschlüssig.
Genauer zurückverfolgen lassen sich allerdings die letzten 800 Jahre, beginnend mit der erfolgreichen Konstituierung der Weltregierung - ein in seinem Ursprung noch als Allianz der Zwanzig Königreiche bekanntes Zweckbündnis. In diesen acht Jahrhunderten veränderte sich weder die Lebensqualität, noch die generellen Umstände, mit denen die Bewohner Namakuras konfrontiert wurden. Zahlreiche Schriftstücke - hauptsächlich präservierte Einträge, Gravuren und gerolltes Pergament - verweisen auf einseitige Kontaktaufnahme zwischen den frühen Herrschern der Insel und verbündeten der Weltregierung.
Nach mindestens acht Jahrhunderten, welche von Hoffnungslosigkeit, Zweifel an der gesamten Welt und einer konstanten Angst um das eigene Leben geprägt waren, erhoben sich erste Gestalten innerhalb der von feindlichen Auseinandersetzungen zerrütteten Volksschichten. Sie entdeckten das Wissen ihrer Ahnen. Lange vergessene Inhalte und Schriften. Sie zeichneten Bilder ihrer Götzen. Ließen Statuen und Büsten errichten. Innerhalb weniger Dekaden schufen sie mit nur geringfügig voneinander abweichenden Iterationen das, was den Bewohnern Namakuras, Abenteuerlustigen und wenigen Gelehrten als der Kult Namakuras bekannt ist.
Mit diesem Glauben schufen die Hohepriester nicht nur einen uniformen Gott und damit einen Banner, unter dem sich die verwaisten Stämme vereinen konnten, sondern auch zahllose Rituale und Praktiken. Erbringungen von Tributen. Opfern. Anorganischer und organischer Natur. Tot und lebendig. Alles nur zu einem einzigen Zweck. Um die Geschenke ihres einzig wahren Gottes zu erhalten und mit ihnen aus dem bitteren Kreislauf ihres Schicksals ausbrechen zu können. Und gleichzeitig damit Rache an der gesamten Welt zu nehmen.


Die Darstellung Namakuras

Namakura muss vor allen Dingen als eines gedacht werden. Eine in ihrer Erscheinung beidgeschlechtliche Gottheit. Keineswegs ist damit eine geschlechtliche Ambivalenz gemeint, sondern ein tatsächliches Vorhandensein beider Geschlechter. Dabei werden die beiden Hemisphären der Prinzipien von einem Geschlecht übernommen.
Namakura ist zudem nicht nur der Name einer Insel, sondern auch der Gottheit selbst. Schriften nach zu urteilen soll die Insel nach ihrer schaffenden Gottheit benannt worden sein. Ausgehend von existenten Quellen ist dies jedoch faktisch unmöglich - sondern viel mehr ein Mittel der Propaganda, um den Glauben zu festigen und eine besonders intensive Bindung zu festigen.
Akkurate Darstellungen gibt es nur in verschwindend geringer Anzahl. Dabei ist es zumeist auch eine äußerliche Visualisierung, anstelle einer Ausführung genauer Praktiken. Verfolgen lassen sich jedoch die klaren Ziele eines jeden Gläubigen. Rache. Vergeltung. Und ein krankhaftes Streben nach persönlicher Macht.
Versprochen wird ihnen all das und noch viel mehr. Halten sich die Jünger an entsprechende Rituale, leben sie ihr Leben nach den Prinzipien Namakuras und verfolgen diese ohne jegliche Rücksicht auf subjektive Verluste, stehen ihnen den Schriften nach zu urteilen sämtliche Mittel und Wege offen. Nicht nur im Diesseits, sondern auch in ihrer begrenzten Zeit im Jenseits. Letzteres lässt sich auf die allumfassenden Grundprinzipien Namakuras zurückführen. Nebst persönlichem Gewinn ist den meisten ein uniformes, erschreckend selbstverständliches Ziel gegeben. Entgegen jeder Vermutung nicht etwa Glückseligkeit, oder ein Wiederaufbau ihrer Heimatinsel. Sondern die vollkommene, restlose Annihilation sämtlicher aus Menschenhand geschaffener Konstrukte. Inklusive all ihrer Bewohner.
Hohepriester des Kults verfolgen jedoch ein anderes Ziel. Ihnen liegt nichts an persönlichem Glück, nicht an einer in ihrem Alltag anwendbare Macht. Ihr gesamtes Leben wird zu einem einzigen, höheren Zweck aufgewendet. Nämlich Beschwörungsriten. Ihre Verbindung zu Namakura, so sagt man, sei derart stark und ungebrochen, dass beinahe sämtliche weltlichen Bedürfnisse abgelegt wurden. Das oberste Ziel ist dabei, ihrer Gottheit so nahe wie möglich zu kommen. Eine Verbindung zwischen den Welten aufzubauen. Indem entweder sie in das Reich der Götter aufsteigen, oder aber - deutlich wahrscheinlicher und häufiger exerziert - ein direktes Bringen Namakuras in die Welt des Menschen.


Prinzip I: Tod & Zerstörung

Die einzigen Aufzeichnungen hinsichtlich der beiden Prinzipienkomplexe beruhen auf dem Bericht eines verstorbenen Altertumsforschers, Archäologen und Grabräubers. Verwitterte Schriften lassen Rückschlüsse zu, weisen allerdings an unterschiedlichsten Stellen Lücken auf, die nicht rekonstruiert werden können. Vollständige Interpretationen sind nach diesem Stand unmöglich.

"Namakura ist die prototypische Gottheit für jede Facette menschlicher Zerstörung. In den letzten Monaten, die ich auf Namakura Island verbrachte, fand ich immer wieder Statuen. Sie sind auf der gesamten Insel verteilt. In kleinen Sippschaften, die ich aus gewissenhaft eingehaltener Distanz betrachtete. Selbst auf den einfachen Feldwegen finden sich kleinere Inschriften. Fanden sich keine Steine, war man sich der Arbeit zu schade, dann nutzten die Einwohner selbst die Rinde massiver Bäume, um ihre Lob- und Klagelieder niederzuschreiben.
In den tiefsten Sümpfen wurde mir eine erste Charakterisierung, wie auch eine Beschreibung der Äußerlichkeiten Namakuras gewahr. Es kann nur schwer von einem männlich betrachteten Gott die Rede sein. Gekleidet in eine silbern glänzende Rüstung, umrahmt von einer langen, seidenen Mähne von der Farbe des Winters und mit Augen die in der Palette der eisigen Gletscher strahlen - ein reines, vollkommenes, schönes Wesen. So und nicht anders wurde sie auf den steinernen Tafeln beschrieben. Zwei gewaltige Schwingen sprießen aus ihrem unberührten Rücken. Zur Linken hinweg entfaltet sich eine reine, weisse Schwinge. Mit hunderten Augen, die zwischen einzelnen Federn hinaus ragen. Dem gegenüber ein leblos wirkendes, pechschwarzes Konstrukt, den Beinen einer massiven Spinne nicht unähnlich.
Nur wenige Schritte weiter, unterhalb eines Torbogens, der in etwas führt, was einer Grabstätte, oder einem unterirdischen Tempel gleicht, fand ich ich eine Warnung. Eine Warnung für alle Ungläubigen. Dass sie in den Gängen und Katakomben, überall dort, wo das wachende Auge Namakuras sie erreichen konnte, lediglich der Tod erwartete.
"

_________________

"Im ersten Moment schien es mir wie eine Warnung, die lediglich auf diesen Ort bezogen sei. Meiner Erwartung nach musste es sich bei diesem steinernen Gebäude, den aus dreckigem Marmor bestehenden Treppen um eine unglaublich bedeutsame Stätte handeln. In den Tagen darauf fand ich jedoch immer wieder ähnliche Hinweise. Nicht nur unterhalb des Torbogens, sondern auch in verlassenen, von menschlicher Präsenz vergessenen Ecken der Insel.
Ausgehend von diesen Indizien scheint Namakura all diejenigen auslöschen zu wollen, die nicht ihrem Glauben angehören.
Diesem Maßstab nach zu urteilen ist Namakura weniger eine omnipotente Gottheit, sondern viel mehr wie ein böser Geist, der all diejenigen heimsucht, die von reinem Gedankengut sind. Wie ein Fluch, der diejenigen verfolgt, die sich an die Realität halten, keine Erfurcht zeigen, oder - im schlimmsten Fall - einem anderen Gott huldigen. Irritierend ist darüber hinaus auch, welche zusätzlichen Hinweise bestehen, beziehungsweise nicht bestehen.
'Im vergessenen Land', so schrieben sie 'Peinigte Namakura die Heretiker und führte sie, wie auch ihre falschen Götter, dem ultimativen Schicksal zu.' Wenn es tatsächlich, so wie es sich liest, eine Anspielung auf den Zeitraum zwischen 620 und 720, dann schreiben sie nicht nur die Vernichtung sämtlicher Informationen, sondern auch das gnadenlose Ende des Krieges, wie auch sämtliche Opfer ihrer Gottheit zu. Und es ist nicht die einzige Andeutung. 'Um die Welt von ihren Fehlern zu befreien, entschied Namakura, sich die schändlichen Flecken menschlicher Existenz einzuverleiben.'
Ausgehend von diesen Beschreibungen, wie auch dem beinahe vollständigen Fehlen anderer Eigenschaften, ist Namakura in meinen Augen nicht viel mehr als eine Gottheit der Zerstörung. Eine transzendente Richterfigur, die nach eigenem Ermessen all das vernichtet, beziehungsweise 'in Vergessenheit geraten' lässt, was nicht ihrem eigenen Ideal entspricht. Selbst Könige. Oder die Zeit selbst. Als wäre das nicht bereits genug, erweist sich Namakura zudem als eine nicht nur von Rache getriebene, sondern auch Rache in ihre Gläubiger einfließen lassende Entität.
'Wer Namakura ehrt, wird Erlösung im ewigen Diesseits finden.'
Erwähnungen eines ewigen Diesseits sind mir neu. In den meisten Fällen wird auf eine ultimative Reinigung, auf inneren, seelischen Frieden und Glückseligkeit im Jenseits verwiesen. Aber eine Ewigkeit in der diesseitigen Welt?
Neben der vollständig einseitigen Charakterisierung, völlig unpassend für das Gesicht einer Gottheit, ist allerdings auch eine wiederkehrende Formulierung und Wortwahl irritierend. Angesichts der destruktiven Facetten Namakuras lässt sich die Zerstörung und das Auslöschen der 'Ungläubigen' nachvollziehen. In demselben Kontext erscheint mir die Verwendung des Begriffes 'einverleiben' höchst fragwürdig.
"


Prinzip II: Leben & Wiederherstellung

"In den letzten drei Monaten meiner Untersuchungen wurde ich mir eines gigantischen Fehlers bewusst. Das, was an den Feldwegen, nahe der Wälder und innerhalb der Sümpfe wiederfand, war allerhöchstens die halbe Wahrheit. Namakura ist weit mehr als eine exzentrische Gottheit der Zerstörung.
Durch stetige Beobachtungen aus sicherer Entfernung fielen mir noch weitere Büsten und kleinere Statuen ins Auge. Ihre Form besitzt keinerlei Ähnlichkeit mit den Beschreibungen, die meinen letzten Berichten anliegen. Ihre Gestalt ist .. abstrus, um das Mindeste zu sagen. In keinster Weise menschlich. Viel mehr das, was man sich unter einem transzendenten Wesen vorstellt. Gleichzeitig aber auch derart abstrus, dass es mir schwer fällt, überhaupt darüber nachzudenken.
Vier Arme, die sich an einen gewaltigen Torso schließen, sind höchstwahrscheinlich das erste, prägnanteste Merkmal, welches Namakura in dieser seiner Formen zugesprochen werden kann. Ein vernarbtes Augenpaar bildet das Zentrum der alles sehenden Gottheit, während gewaltige, flache Hörner aus seiner Stirn und den Schläfen ragen. Seine Haut wird beschrieben wie die erkaltete Asche eines einst gigantischen Infernos beschrieben. Seine Proportionen verlassen jedoch die Vorstellungskraft des Menschen. Vertraue ich den bruchstückhaften Erzählungen, die ich mithören konnte, wie auch den Inschriften die ich fand, dann soll Namakura mit seinen vier Händen sämtliche Planeten des Universums geformt haben.
"

_________________

"Namakura ist eine Gottheit. Meine Zweifel sind keineswegs aus dem Weg geräumt, doch zeigen sich mehr und mehr Facetten. Die Jünger Namakuras schreiben ihrer Gottheit nicht eine, sondern zwei höchst unterschiedliche Formen zu.
Gemeinsam mit dem abweichenden Erscheinungsbild gehen auch vertretene Aspekte einher. Nicht hinterfragt wird die Omnipotenz Namakuras. Unabhängig in welcher Gestalt sich dieses Wesen zeigt. Die höchst feminin gedeutete Erscheinung herrscht über den Tod und die Zerstörung all dessen, was nicht konform mit den Ansichten des Glaubens geht. Fast noch interessanter ist allerdings die gigantische, monströse Kreatur, die nicht nur für das Leben zuständig zu sein scheint, sondern darüber hinaus als Schöpfergott interpretiert wird.
Dennoch bin ich unsicher, inwiefern man diesen Ausführungen Glauben schenken kann. Je häufiger - und länger - ich mich in der Nähe kleinerer Siedlungen aufhalte, desto mehr wird mir gewahr, dass etwas nicht hundertprozentig stimmen kann. Darbringung von Tributen und Opfern waren ein mir bekannter Faktor, spätestens mit meinen letzten Funden. Aber warum würden sie einem Gott der für das Leben steht und selbiges Erschafft, ebenfalls Lebewesen opfern.
Und es sind nicht nur Tiere, keine Fische, Eber oder Vögel. Diese kleineren Blutopfer hätte ich nachvollziehen und in einen halbwegs bekannten Kontext betten können. Nein. Was sie Namakura opferten waren ihre eigenen Landsleute! Ich hatte mit Gegenwehr gerechnet. Mit martialischen Schreien. Irgendeiner Form der Verneinung und der intrinsischen Hoffnung, unbeschadet zu bleiben. Aber kein einziger sagte auch nur ein Wort.
Sie brachten die Auserwählten ohne Fesseln nicht in Ketten gelegt, sondern mit beinahe ehrfürchtiger Distanz an den Fuß eines zeremoniell geschmückten Tempel. Dort richteten sie sich selbst.
Zu welchem Zweck? Ist die Hingabe dieser Menschen so stark, dass sie sich selbst das Leben nehmen, um die Geschenke Namakuras zu empfangen? Steht ihr Tod nicht gegensätzlich zu dem Versprechen des ewigen Diesseits?
"

_________________

"Wir sind schon viel zu lang auf dieser Insel.

Irgendetwas stimmt nicht. Unsere Pferde starben innerhalb weniger Tage. Eines nach dem anderen. Mitgebrachte Rationen faulten, ohne Wasser oder zu viel Luft ausgesetzt zu sein.

Expeditionen in das Innere der Insel werden erheblich dadurch erschwert. Beinahe unmöglich gemacht. Hinzu kommen die zunehmend widrigeren Wetterverhältnisse. Den Prognosen nach zu urteilen dürfte es nicht regnen. Falls doch, dann nicht in einem solchen Ausmaß. Fast als würde die Welt um uns herum untergehen.

Dafür hatten wir den Sommer dieses Jahres ausgesucht. Um den höllischen Schwankungen der Grand Line entgehen zu können. Aber dieses verfluchte Gewässer scheint uns einen letzten Strich durch die Rechnung machen zu wollen.

Auch die anderen Mitglieder der Expeditionsgruppe verhalten sich eigenartig. Einzelne berichten davon, unheilvolle Stimmen zu hören. Dabei sind wir, zumindest auf dem Schiff, unter uns. Wir haben Kontakt zu den Bewohnern gemieden, so gut es möglich war. Auch unsere Anlegestelle ist verborgen. Mehrere Kilometer vom ersten Dorf entfernt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man uns gefunden haben könnte ..

Andererseits würde es Sinn ergeben. Zwei von uns sind nicht zurückgekehrt, obwohl es nur ein kurzer Ritt werden sollte, um Wasserreserven aufzufüllen. Wir fanden nichts von ihnen. Keine Kleidung. Nicht ihre Tiere. Nichts. Keine Spuren. Als seien sie vom Erdboden verschluckt worden.

Dies wird wohl oder übel mein letzter Bericht sein. Vorerst. Wir brauchen Wasser. Und Verpflegung. Andernfalls können wir weder auf dieser vermaledeiten Insel überleben, noch eine Rückreise antreten. Was bedeutet, dass eine weitere Gruppe versuchen muss, ins Landesinnere zu reiten. Nein. Zu laufen. Mittlerweile fehlen uns sogar Pferde.
"

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"Die gestrige Suche war ein gigantischer Fehlschlag. Sämtliches Fleisch,
das wir uns hart haben erkämpfen mussten, war von Maden befallen. Innerhalb weniger Stunden! Unbegründet!

Nichts von dem kann mit rechten Dingen zugehen. Die nächtlichen Nebel werden dichter. Regengüsse stärker. Nicht einmal bei hellichtem Tag kann man nicht weiter als einen Steinwurf weit sehen. Nachts sind wir längst blind.

Ich kann Stimmen unter Deck hören. Zurzeit dürfte niemand aus der Mannschaft dort sein. Nicht, während unserer aktuellen Diskussion, um das weitere Vorgehen ..
"


Keine weiteren Exzerpte wurden erhalten. Kommunikation mit der Gruppe wurde abgebrochen. Ihre Teleschnecken versagten den Dienst. Nicht einer von ihnen kehrte von der Forschungsreise zurück.



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BeitragThema: Erstellt von: Augustus Ashur   Glaubensformen EmptyMi 9 Aug 2017 - 22:48


•• VOLKSRELIGION VON SHÌ LÍMÍNG ••

Der vorherrschende Glaube der Insel ist ein sehr alter im Volk verwurzelter glaube, der schon in den Bauern verankert war, bevor die Insel so stark ubansisierte. Deswegen hat auch der Glaube der Insel einen krassen Wandel hingenommen und an vielen Stellen wird der Kontrast zwischen den älteren und den neueren Riten offensichtlich. Von den Einheimischen gehört trotzdem noch fast jeder diesem Glauben an und viele halten auch noch an den Riten fest.

Das wohl zentralste Element dieses Glaubens ist die Ahnenverehrung. So spielen Friedhöfe, meistens mit Familiengrüften und bei reichen und einflussreichen Familien auch gerne auf deren Anwesen, eine sehr wichtige Rolle. Beerdigungen werden meist groß, aber leise gefeiert und sind für die meisten das heiligste Fest. Und auch nach dem Tod werden am Grab des Verstorbenen meist noch weitergehend Duftkerzen, Blumengestecke und Reis als Opfer angebracht. Viele Familien die nicht die Zeit haben regelmäßig zum Grab zu reisen, machen dies durch einen kleinen Schrein mit einem Foto des Verstorbenen in ihrer eigenen Wohnung. Unter den Kriminellen der Insel ist es zudem übrig das sie ihren verstorbenen Kameraden auch Sake und Waffen als Opfer dabringen. Die Polizei hingegen bringt meistens Fisch als Opfer um die Verbundenheit mit dem Volk zu zeigen, das ja sehr vom Fischfang lebt. Die Fischer hingegen, die sich wertvolle Opfergaben meistens nicht leisten können, bringen dann Getreide, Hirse oder Seesterne als Opfer.
Auf Touristen, Händler und andere Ausländer die die Insel besuchen, wirkt dieser Kult meistens befremdlich, aber den Einheimischen ist er sehr wichtig und sie verstehen keinen Spaß wenn darüber gescherzt wird.

Das zweite große Element des Glaubens sind die vielen verschiedenen Naturgötter und Geister die angebetet, oder um Hilfe gebittet werden. Dies geschieht meist an kleinen Schreinen und Tempeln die überall auf der Insel verteilt sind, und meist einem oder mehreren dieser Wesen gewidmet sind. Dabei gibt es sicher hunderte verschiedene dieser Geister und Götter. Einer der beliebtsten ist Raiken der Donnergott, den viele auch privat anbeten. Er steht nicht nur für Gewitter, sondern auch für den Regen und für guten Fischfang. Zudem ist seine Farbe die des Goldes, weshalb er auch oft mit finanziellem Glück in Verbindung gebracht wird. Dargestellt wird er meistens als eine Mischung aus Mann und Wildschwein, von Blitzen umgeben.
Andere beliebte Götter sind zum Beispiel der Schattengott Ryo, der vor allem von den Verbrechern angebetet wird, da er für die Nacht, die Dunkelheit und für das Glücksspiel. In seiner Gestalt als hageres Wesen mit Krähenkopf und einem Umhang aus blauen Federn wirkt er sehr befremdlich und gruselig an. Offiziell ist seine Anbetung auch nicht gerne gesehen, wegen der Vernetzungen zum kriminellen Untergrund die ihn praktisch als Schutzheiligen sehen.
Wirkliche Schöpfergötter oder ähnliches gibt es in diesem Glauben nicht, dort gibt es nur einige lose Mythen und Erzählungen. Die verbreiteste ist, dass es das Meer schon immer gab und es schon immer reich an Fischen war. Irgendwann tauchte dann ein großer Fischer auf (meistens ein Riese) der begann gnadenlos die Fische zu jagen. Die Fische schwammen in voller Angst zu einem gewaltigen regenbogenfarbenen Seekönig und baten ihn um Hilfe. Der Seekönig erklärte das er den Fischer töten könnte, dieser Mord es für die Fische aber nur schwerer machen würde. Den Fischen war dies egal und sie verlangten die Hilfe. Als der Seekönig daraufhin den Riesenfischer tötete, blieb sein Körper im Meer schwimmen. Nach tausend mal tausend Jahren wurde sein Körper dann zu Fels und Sand, die Insel war also geboren! Auf der Insel siedelten sich bald viele Fischer an und begannen mit ihrer Tätigkeit. Die Fische hatte es nun schlimmer getroffen als zuvor.
Ansonsten sind die meisten Götter und Geister animalischer Natur, zum Beispiel ein weißer Fuchs der Kranke heilen soll, oder ein riesiges Kaninchen das einmal zwei Kinder vor einem Bären gerettet haben soll. All diese kleinen Wesen und Geister haben eigene Priester meistens und stehen für verschiedene Gaben. Die meisten haben dabei etwas mit Schutz vor Gefahren und Dämonen zutun, als auch mit Wunderheilung.
Interessanter weise konnten sich von außerhalb auch Buddha-Figuren als Teil des Glaubens etablieren. Diese wurden irgendwann von Reisenden eingeführt und rasch ins Pantheon de Geister und Götter der Insel übernommen. Die vielen Buddha werden oft dem jeweiligen Stadtteil oder der Straße zugeordnet, nach diesem benannt und dort dann angebetet oder es wird auch ihnen Reis geopfert. Die Leute die diesen Figuren zudem am nähsten stehen, sind meistens auch Vegetarier und haben eine hohe Achtung vor dem Leben.

Zusätzlich zu diesen Riten kommt, dass der Volksglaube der Insel sehr abergläubisch ist. So treiben hunderte Wahrsager und Kräuterhexen auf der Insel ihr Unheil und versuchen das Volk mit ihren Taten zu beglücken. Diese alten Zweige sind oft mit den kriminellen Untergrund verbunden, jedoch sehr beliebt beim Volk. Wahrsager trifft man meistens in kleinen Zelten am Straßenrand wo sie für einpaar Berry versuchen die Zukunft hervorzusagen. Angeblich mit Hilfe dieses, oder jenen Geistes oder Götterwesens. Andere Formen des Aberglaubens sind beispielsweise, die Gegenheit bei Gewitter nicht auf hohe See zu fahren oder Gästen immer den ersten Schluck Sake am Tisch anzubieten. Es gibt hier dutzende, wenn nicht sogar hunderte kleine Verhaltensregeln die von vielen beachtet, aber auch oft missachtet werden, was meistens an ihrer schieren Masse liegt.

Es gibt jedoch eine Reihe von Weisheiten, oder eher gesagt ungeschriebenen Gesetzen die von Generation zu Generation weitergegeben werden und praktisch als Leitlinie für die Anhänger des Glaubens dienen.
1. Ehre deine Ahnen
2. Bringe deinen Ahnen Opfergaben
3. Stelle dich gut mit den Schutzgeistern deiner Siedlung
4. Achte das Leben deiner Mitmenschen und der Tiere
5. Belüge nie dich selbst
6. Ehre deinen Beruf und gehe deinem Handwerk nach
7. Ergebe dich nicht dem Rausch
8. Diene deinem Herren und entehre ihn nicht
Der kriminelle Untergrund der Insel erweitert diese 8 Leitweisheiten meist noch um zwei weitere die sie nur in ihren eigenen Reihen lehren:
9. Diene der Familie bis in den Tod, Verrat ist das schlimmste Verbrechen das du begehen kannst
10. Verrate niemals die Geheimnisse der Familie, sie müssen im Schatten bleiben

Weit verbreitet ist auch das Leben als Mönch, so gibt es einige Kloster auf der Insel und in diesem Glauben. Die Mönche tragen meist orange oder rote Roben, je nach ihrem Rang. Sie leben nihilistisch und verbringen viel Zeit als Bettelmönche oder beim Gemüseanbau im Klotergarten. Die Kloster sind öffentlich und beliebte Orte für Touristen. Kaum einer folgt den Riten der Religion so streng wie diese Mönche, die meistens die Einhaltung der Riten deutlich über ihr eigenes Wohl stellen. Es soll sogar schonmal ein Mönch verhungert sein, weil er sein ganzes Essen an Opferschreinen dargebracht hat. Ob dies stimmt weiß aber niemand. Trotzdem sind die Mönche in der Regel sehr gebildet, beschäftigen sich von Kindesalter an mit Mathematik und Astronomie, lernen lesen und schreiben. Schönschrift ist dabei ein besonders wichtiges Fach im Kloster. Viele Familien schicken ihre Kinder für die ersten Jahre ins Kloster, weil die Bildung und Erziehung dort meistens besser und disziplinierter ist als auf den normalen Schulen. Mönch zu werden ist dabei recht einfach, man stellt sich vor, lässt seine alte Kleidung hinter sich und wird durch einige Riten ins Kloster eingeführt.


by @"Augustus Ashur"

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BeitragThema: Erstellt von: Nero   Glaubensformen EmptyDo 30 Nov 2017 - 0:12


•• DIE UNITARISTEN ••

Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.
» Aus den Psalmen


Die Unitaristen bilden eine Religion, die sich auf jedem Meer dieser Welt wiederfinden lassen. Das hat einen wesentlichen Grund: Die Inhalte, die diese Religion vermittelt, sind äußerst menschennah und werden in vielen Missionsreisen vielen Menschen näher gebracht. Sie schließt niemanden aus und setzt alle ihre Anhänger auf eine Stufe.
Was ist diese Religion also genau?

Ursprung des Glaubens

Und er streckte seine Hand über das Meer aus, und der HERR ließ das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind zurückweichen und machte das Meer zum trockenen Land, und die Wasser teilten sich.
» Aus „Exodus“


Der Glaube der Unitaristen geht auf eine alte Schriftensammlung zurück. In diesen Schriften lassen sich Erzählungen über die Wundertaten eines Gottes finden, der die Menschen, die an ihn glauben, schützen möchte. Diese Erzählungen werden nicht als Tatsachen- oder Augenzeugenberichte dargestellt, sondern als das, was sie sind. Dieser Teil der Schriften lässt sich gut und gerne als Geschichtensammlung darstellen, nicht als Geschichtsschreibung. Weiterhin sind Loblieder und Weisheitssprüche Teil dieser Sammlung, ebenso wie ein recht neu hinzugefügter Teil, der besonders ausgewählte Missionsberichte umfasst.
Es ist unklar, woher genau diese Schriften und die damit einher gehende Religion eigentlich stammen. Die meisten Gerüchte sprechen jedoch von einem Sklaven der Himmelsmenschen, dem es mit Gottes Hilfe gelang zu entkommen; diese Geschichte nämlich ist Teil der Erzählungen der Schrift. Von diesem namenlosen Mann also und einigen wenigen Gefolgsleuten scheint diese Religion auszugehen. Durch unzählige Reisen breitete sie sich auf immer mehr Inseln aus.

Die Lehre von ‚einem‘ Gott

Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote bei dir bewahrst, so dass du der Weisheit dein Ohr leihst und dein Herz der Einsicht zuwendest; wenn du um Verständnis betest und um Einsicht flehst, wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des Herrn verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen. Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.
» Aus den Sprichwörtern


Der Grund, warum sie Unitaristen genannt werden, liegt in der Tatsache begraben, dass sie einen einzigen Gott verehren – eine namenlose, ungesehene Präsenz, die über allen Existenzen dieser Welt thront und sie beobachtet. So stellen die Schriften dar, dass dieser Gott alle erhört, die zu ihm beten. Er vergebe den Menschen alle schlechten Taten und bevorzuge keinen von ihnen. In seiner unendlichen Güte unterscheide er sie nicht in Rassen, Geschlechter oder Fraktionen. Für den Glauben an ihn verspricht dieser Gott zudem ein Leben nach dem Tod; er verspricht, dass der Tod nicht das Ende sei, sondern lediglich der Übergang in ein neues Dasein. Vermutlich ist es diese Universalität, die die meisten Anhänger anspricht. Dieser Gott rufe jedoch auch alle Menschen zur Umkehr und Betrachtung ihres Lebens auf: Mord, unnötige Gewalt, übermäßiger Konsum von Alkohol und Drogen, Lug, Trug, Sklaverei und Machtmissbrauch verurteile er. An ihrer Stelle sollten die Gleichheit aller Menschen und anderer Völker stehen, ebenso wie Nächstenliebe, Güte und Ehrlichkeit unter ihnen. Alle Anhänger sind deshalb angehalten ihren Glauben weiterzugeben und von ihm zu erzählen. Das jedoch führt zu einem wesentlichen Problem.

Der Messias

Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Völker.
» Aus den Psalmen


Eine Erzählung – genau genommen die letzte Erzählung des Geschichtenabschnitts in der Sammlung – berichtet von einer Vision. Diese Vision beinhaltet die Rückkehr eines Messias, eines Erlösers der Menschen, der alle vom Einfluss der Falschen und Schlechten befreie und die ganze Welt durch sein Zeugnis und seinen Gottglaube befreie. Mit Ausbreitung der Unitaristen jedoch gab es immer mehr Menschen, die es so verstanden, dass diese Veränderung mit Gewalt herbeigeführt werden müsse. Es ist ein recht kleiner Teil innerhalb dieser Religion, die von den meisten anderen als Extremisten gesehen werden. Oft stellen sie sich rebellisch gegen die Obrigkeiten, aber auch gegen Autoritäten innerhalb ihrer eigenen Religion.

Glaubenspraxis

Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch von der Güte des HERRN erzählen.
» Aus den Psalmen


Die alltägliche Glaubenspraxis soll hier noch Erwähnung finden. Bestandteil des Lebens eines Gläubigen soll der regelmäßige Kirchbesuch sein, wenn die Insel es zulässt. Inzwischen stehen diesen Kirchen auch Priester vor, die nicht besonders ausgebildet wurden, sondern einfach von der Gruppe an Gläubigen als solche akzeptiert werden. Ihre Aufgabe ist es den ihnen Anvertrauten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und Glaubensfeiern zu organisieren. Zu diesen finden sich die Unitaristen in ihren spärlich ausgestatteten, einfachen Kirchen wieder. Dann wird gesungen und Teile der Schrift verlesen, die anschließend ausgedeutet werden können. Es gibt keine Tieropfer, keine ewig dauernden Riten oder Verpflichtungen. Es gibt auch keine großen Aufnahmebedingungen. Wer Teil der Schar von Gläubigen sein möchte, kann mit dem zuständigen Priester sprechen, der in alles einweist. Oft ist es üblich, dass neue Mitglieder in einer Feier vorgestellt werden und auch selbst einige Sätze sprechen oder etwas vorlesen – ganz den Fähigkeiten des Neuen entsprechend.

Im RPG bekannte Anhänger:
» Daemon Skelysia (Priester von Micqueot)
» Elias D. Jeeray



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BeitragThema: Re: Glaubensformen   Glaubensformen EmptyMi 1 Mai 2019 - 16:02


•• GÖTTIN DES SCHICKSALS - JINGI ••

"If anyone ever tells me it’s a mistake to have hope, well then, I’ll just tell them they’re wrong.
And I’ll keep telling them till they believe. No matter how many times it takes.
"


Ursprung des Glaubens

"I might not be good at anything, but if I could help out people like you, I could be proud of the way I live.
That's the best thing I could wish for.
"

Wird der Zeitstrahl transzendenter Wesen zurück zu ihrem eigentlichen Ursprung verfolgt, stellt sich auf eindeutige Weise heraus, dass nicht nur Jingi als Göttin, sondern auch der Glaube an sie als göttliche Entität nicht viel älter ist als wenige tausend Jahre.
Gegensätze ranken sich wie Mythen um die Göttin des Schicksals, während sie gleichzeitig als Schmuck ihres gesamten Wesens beschrieben werden können. Entgegen anderer Vertreterinnen und Vertreter ihresgleichen wurde Jingi nicht als Göttin geboren; zu Beginn ihrer Konzeption war sie nicht mehr oder weniger als Menschen - sterblich.
Ihre persönliche Geschichte begann wie die eines jeden anderen Wesens auch. In den Armen überglücklicher Eltern, die sie hegten und pflegten. Für Mutter und Vater war Jingi all das, was man sich wünschen konnte. Gesegnet mit unendlicher Lebensfreude, gezeichnet von instinktiven moralischen Werten und einem goldenen Herzen unvergleichlicher Größe. Nicht zuletzt besaß sie schon in jüngsten Jahren, abseits des offensichtlichen Charmes eines kleinen Kindes, vor allem nach Phasen des Wachstums und der Pubertät eine kaum mit Worten beschreibbare Anziehungskraft auf jede Form des Lebens.
Einen festen Sitz oder einen Ort, der als Zuhause bezeichnet werden konnte, existierte für Jingi nicht. Gemeinsam mit ihrer Familie und einem riesigen Tross erweiterter Verwandtschaft und Ihresgleichen zog sie durch die Länder; hunderte, tausende Kilometer wurden zu Land und auf dem Meer zurückgelegt. Mit den ersten Erfahrungen, die andere humanoide Lebensformen involvierten, wurde eines unmissverständlich klar - Jingi und alle, die ihr Blut teilten, waren nicht wie andere. Ihre Körper unterschieden sich von den Gestalten, die sie in Wäldern, kleinen Dörfern und großen, prunkvollen Städten besaßen.
Vor allem die Hörner auf ihren Köpfen waren Alleinstellungsmerkmal und Brandmal zugleich. Reaktionen auf ihre bloße Präsenz fluktuierten Wild, während manche sie versuchten mit brennenden Fackeln und Mistgabeln zu verteilen, wurden sie zu anderen Gelegenheiten mit reichen Gaben und Spenden behandelt, als seien sie Gesandte der Götter.
De facto trug jedes einzelne Mitglied ihres Geschlechts eine besondere Eigenschaft in sich. Nebst genetischer Differenzen waren es vor allem die spirituellen Besonderheiten, die Meinungen im Volksmund einer Feuerbrunst gleich verbreiteten. Jingi traf die Wahrheit inmitten einer stürmischen Sommernacht; in Schweiß gebadet erwachte sie aus einem realistischen Traum. Mit weit aufgerissenen Augen streckte sie ihre zierlichen Arme hinauf und versuchte nach der über ihr schwebenden Zeltdecke zu greifen.

Sie hatte Menschen sterben sehen. Erdbeben. Waldbrände. Flutwellen. Morde.

Willkürlich und oftmals ohne jeden Zusammenhang oder Kontext in die Zukunft spinksen zu können war Fluch und Segen ihrer Familie. Aus der Gutmütigkeit ihrer aller Herzen heraus nahmen sie diese Bürde auf sich, wurden nicht sesshaft, bildeten keine Dörfer und keine Städte, die sie ihr Eigen nennen konnten. Statt dessen setzten die Segel um neue, ferne Inseln zu bereisen, oder wanderten Jahre am Stück, um auch die entlegensten Orte der Welt zu bereisen.
Zuerst war es lediglich eine Suche nach der tatsächlichen Wahrheit; nach dem Ursprung dieser Tagträume und Visionen. Je häufiger und regelmäßig jene scheinbar erfundenen Puzzlestücke zu einem festen Bestandteil der Realität wurden, desto mehr festigte sich das Bewusstsein, mit einer göttlichen Gabe und einer mindestens ebenso schwer wiegenden Last gesegnet worden zu sein. Ängstliche und verärgerte Menschen waren es, die, konfrontiert mit diesen Warnungen, lediglich das Schlechte sagen - anstelle eines gutmütigen Retters erkannten sie lediglich böswillige Geister und Dämonen. Bringer von Hiobsbotschaften, Zerstörung, Leid und Tod.

Eben jene Menschen waren es, die Jingi und ihrem Volk noch vor ihrer Geburt einen Namen gaben - 'Oni'.

Gerüchte mehrten sich, ebenso wie Halbwissen, Lügengeschichten und bösartige Absichten. Angst festigte sich in den Herzen der Menschen. Sie stießen die Oni ab, verdrängten sie. Ignoranz gewann mit verstreichenden Jahren die Oberhand. Vorurteile festigten sich innerhalb der größeren Gesellschaften und schwappten selbst zu kleineren Ortschaften und Dörfern.
Die Oni wurden als das personifizierte Böse dargestellt. Ihre eigentlichen Intentionen schwarz gefärbt. Unterstellungen von Habgier und Rachsucht begannen sie im Volksmund zu charakterisieren; sie wurden zu den Gesandten des Teufels, welche Chaos und Zerstörung mit sich brachten, wohin auch immer sie reisten. Jeder Landstrich der von ihnen besucht wurde, so erzählte man sich, würde innerhalb von kürzester Zeit von unheiligen Armeen heimgesucht werden.
Schlechte Ernten, traurig fehlschlagende Geburten, verlorene Schlachten, Überschwemmungen und sogar lange Dürreperioden wurden bei jeder sich bietenden Gelegenheit und entgegen jeder Rationalität auf die Präsenz der Oni geschoben - selbst in ihrer Abwesenheit wurden sie als Wolf im Schafspelz dargestellt. Bis sie nicht viel mehr waren als ein willkommenes Bauernopfer. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Um die Gunst der Götter zu gewinnen und das Land reinzuwaschen, begannen Menschen damit, sie zu verfolgen. Einmal gefangen wurden sie in den dunkelsten Kammern, den tiefsten Brunnen fortgesperrt. Bis nicht einmal das die unbegründete Angst der Menschen zu stillen vermochte. Sie wurden Opfer von Verleumdung, Missachtung, Folter und nicht zuletzt tödlicher religiöser Praktiken. Von Häutung über körperliche Folter und dem Verbrennen jener 'Dämonen', die sich selbst als wohltätig und von reinem Herzen darstellten. Ihre guten Absichten und der Wunsch nach Friede wurden zum Todesurteil der Oni.

Unter tragischen Trauertränen verlor Jingi alles was ihr je wichtig gewesen war. Die Integrität ihres gesamten Volkes, beinahe ihre gesamte Verwandtschaft, zahllose Freunde und nicht zuletzt ihre Eltern. Alles was sie in jungen Jahren versucht hatte der Welt und ihren Bewohnern zu offenbaren wurde mit Füßen getreten; die Suche der Oni nach Wahrheiten wurde zu einer Flucht vor der Realität, der Wunsch nach Frieden wurde mit Blut vergolten. Und ihrer aller Sehnsucht nach einem glücklichen Leben endete im Tod Unschuldiger.
Trotz all dieser Ereignisse setzte Jingi ihre Reise fort. Wo auch immer man ihre Worte akzeptierte, rettete sie Leben. Selbst dort, wo man sie versuchte zu vertreiben, hinterließ sie unter Einsatz ihres eigenen Wohlseins Nachrichten. Zum Wohle anderer. Zum Wohle jener, die das Blut ihrer Ahnen vergossen hatten. Zum Wohle jener, die sie als Dämon bezeichneten. Eines, das wusste sie, konnte man ihr nicht nehmen - ihre Hoffnung.
Zeit ihres Lebens verhinderte Jingi gesamte Kriege, den Sturz von Königreichen, die Zerstörung unzähliger Dörfer und Städte. Nicht zuletzt war sie es, die zahllosen Menschen das Leben rettete oder sie vor unaussprechlichen Katastrophen bewahrte. Trotz aller Ungerechtigkeit, die ihr Volk und auch sie selbst über den Verlauf von Jahrzehnten und Jahrhunderten erlebte, blieb ihr Herz entgegen aller Zweifel stark. Anderen Menschen einen Weg in die sichere Zukunft zu weisen, ihnen auf den dunkelsten Pfaden eine helfende Hand zu bieten war persönlicher Traum. Kein Laster, kein von den Göttern fremdbestimmtes Schicksal. Sie selbst wollte als Wegweiserin für all diejenigen dienen, die das Licht verloren hatten. Ganz gleich ob man es ihr dankte, oder sie dafür verfluchte.

In den vermeintlich letzten Atemzügen ihres Lebens war es diese reinherzige Gutmütigkeit und ihr Wille zur Selbstaufopferung, welche einen Wandel in Jingi heraufbeschwor. Gefangen zwischen der Entscheidung, lediglich eine von zwei verfeindeten Menschenmassen mithilfe ihrer Gabe zu retten, sah sie nur einen einzigen, korrekten Weg – Jingi wollte ihr eigenes Leben anbieten, um es für die Seelenruhe anderer einzutauschen.
Selbst nach Jahren der Beutelung und Verfolgung, nach unzähligen Monaten die sie gemeinsam mit den um sie herum schwindenden Oni auf der Flucht verbringen musste, war es im letzten Moment noch immer das Wohlergehen und Seelenheil von ihr fremden Existenzen, welche Jingi antrieb. Frustration und unbändige Wut, Verzweiflung und erschütternde Trauer stellten keineswegs Fremdworte für sie dar. Und doch behielt sie in jedem Moment ihres Lebens an der unweigerlichen Überzeugung fest, das Richtige zu tun. Indem sie die Hoffnung nicht aufgab. Indem sie anderen Menschen Hoffnung spendete, ganz gleich wie grimmig der Ausblick auf den nächsten Morgen ausfallen sollte.
Ihre Existenz sollte den Hoffnungslosen Mut spenden. Ihre Worte sollten die stürmischen Herzen all jener beruhigen, die sich verlaufen hatten. Jingi wollte ihnen eine Hand entgegen halten – um sie auf den richtigen Pfad und einer glänzenden Zukunft entgegen zu leiten.

Dieser Moment, die vollkommene Darstellung von Selbstlosigkeit und die Akzeptanz des eigenen Schicksals war es, die Jingi in transzendentem Licht erstrahlen ließ. Inmitten einer tobenden Schlacht zwischen Menschen die sich gegenseitig – und zu allem Überfluss auch sie – hassten, entfalteten sich gleißend leuchtende Flügel auf dem schmalen Rücken der Oni. Ein seliges Lächeln zeichnete ihre feinen Lippen, während sie sich vom Boden erhob und die Erde unter sich zurück ließ. In einem Licht, heller als tausend Sterne, löste sich jede Form ihres sterblichen Wesens auf und stieg gen Himmel auf.
Eingehüllt von den um sie tanzenden Sternen flackerten Visionen vor den Augen der Kämpfenden. Vorstellungen und Träume eines besseren, eines guten Lebens, wenn sie diesen Streit aufgaben. Ihnen wurden andere Wege, verschiedenste bessere Optionen dargeboten. Tagträume an die sie individuell nicht hatten glauben wollen. Visionen von Frieden und Gerechtigkeit. Von Wohlstand, Liebe, und einer Welt die frei war von Kriegen wie denen, die sie führten.
Jingi folgte den unbekannten Stimmen und ihrem Ruf. Man hatte ihren Wunsch gehört und letztlich ihre größte Bitte erfüllt. Wenn ihr Opfer das Leben anderer bewahren konnte, war sie bereits alles zu geben. Auch sich selbst. Mit ihrem Entschwinden aus dem Reich der Sterblichen zog man sie hinauf in die Sphären der Engel und Götter, wo sie als eine der Ihren anerkannt wurde. Nicht länger als Mensch. Nicht als Oni.

Sondern als Jingi – die Göttin des Schicksals.


Darstellung Jingis

"You're not just giving us back our hope, but you're becoming hope itself; the hope of humans everywhere."

Jingi trägt in sich die Verantwortung des Schicksals und damit einher gehend auch die Hoheit über die Gesamtheit zukünftiger Ereignisse. Obgleich sie weder in der Lage ist Zeit zu manipulieren, noch das Schicksal zu Gunsten anderer Lebewesen kontrollieren kann, blieb ihr auch als Lebzeiten als Sterbliche die Eigenschaft vergönnt, akkurat den Pfad all jener zu betrachten, die zu ihr beten.
Verglichen mit ihren Limitationen als Sterbliche scheint ihre Sicht nun ohne Grenzen zu sein; je länger man sich ihr hingibt und ihre Gunst erwirbt, desto weiter ist es für Jingi möglich, in die Zukunft des Auserwählten zu blicken. Eine Verantwortung, welche sie trotz ihrer oftmals als verspielt beschriebenen Persönlichkeit in höchsten Ehren hält und gewissenhaft mit sich trägt. Entgegen manch anderer göttlicher Wesen, die eine derartige Macht zu eigenen Zwecken missbrauchen und das Vertrauen der Menschen zum eigenen Amüsement ausnutzen würden, blieben auch die gewissenhaften und gutherzigen Ambitionen Jingis erhalten.
Im Kontext ihrer äußeren Erscheinung, so wagen einige ihrer Gläubiger zu behaupten, war Jingi bereits zu Lebzeiten weit mehr als das, was selbst die strahlendste Göttin zu sein vermochte. Samten bis zu ihren Schultern fallendes Haar umrahmte ein unvergleichlich weich gezeichnetes Gesicht und verdeckte sogar, ganz ihrer Natur entgegen kommen, verspielt und unabsichtlich große, einladend funkelnde Augen. Erzählungen reichen so weit dass behauptet wird, ihre rosig angehauchte Hautfarbe und die Intensität sei das Vorbild für Kirschblüten gewesen. Charakteristisch für das Äußere der Oni zeigte sich jedoch ein von natürlichem Glanz umspieltes Lippenpaar und ein mittig auf ihrer Stirn platziertes, zwischen vereinzelten Haarsträhnen heraus ragendes Horn.
Obgleich ihrer zierlichen Statur und geringem Wuchs besaß sie einen zärtlich feminin geschwungenen Körper, lang erscheinende, schlanke Beine und für herkömmliche sterbliche beinahe zu abenteuerlich geschwungene Kurven. Abgerundet von einem durch gewöhnliche Stoffe und Kleidung kaum im Zaum zu haltenden Busen wurde Jingi einerseits das Opfer böser Nachrede, andererseits hingegen angehimmelt, als sei sie ein von den Göttern gesandter Engel.
Ihre ewig erhaltene Jugend und Lebensfreude sollen in jedem Lächeln, jeder Bewegung, vor allem aber in jeder Berührung und intensiven Umarmung auf Menschen in ihrer Umgebung übergelaufen sein. Umschreibungen wie diese sollen jedoch für Neid aus unterschiedlichsten Quellen sorgen; einerseits auf Ebene der Sterblichen, die ihrer blendenden Schönheit nacheifern wollen, jedoch auch, wie hinter vorgehaltener Hand behauptet wird, unter den Göttern und Göttinen selbst.

Eben diese Bewunderung ihres Äußeren begründete schon früh die hingebungsvolle Erstellung von Zeichnungen und Gemälden, welche Jingi stets in einem auf ihre Haut- und Augenfarbe abgestimmten Yukata darstellt – begleitet von fein gestickten Mustern und Kirschblüten, welche die Assoziation zwischen ihr und den Blüten, aber auch der Jahreszeit des Frühlings überaus eingängig machten. Neben zahlreichen Gemälden, welche bereits zu ihren Lebzeiten existiert haben sollten, mehrten sich ihre Darstellungen erheblich, als sie in die Ränge der Götter gehoben wurde.
Neben dieser Form lassen sich auf unterschiedlichsten Inseln zahllose Statuen der Schicksalsgöttin finden; oftmals gewissenhaft neben kleineren Tempeln platziert, welche nicht nur zu Ehren Jingis errichtet wurden, sondern auch den Kern ihrer Lehren weiterreichen sollen – so wie sie es in persona tat, so sollen auch ihre Tempel und Stätten als Wegweiser und schützendes Dach für all diejenigen existieren, welche Jingi anerkennen.
Zusätzlich zu den wiederkehrenden Assoziationen zwischen Jingi, Kirschblüten und der strahlenden ersten Jahreszeit, finden sich ebenfalls in aller Regelmäßigkeit kleine, bläulich schimmernde Schmetterlinge in ihrer Nähe wieder. Innerhalb ihres Glaubens, so erzählt man sich, tanzen Schmetterlinge in immenser Anzahl überall dort, wo Jingi Zeit ihres Lebens reiste. Allem voran am Ort ihrer Geburt und ihres Ablebens. Nicht zuletzt sollen diejenigen, die starken Glauben sind, hoffnungsvoll durch das Leben schreiten und den Segen der Göttin erhalten haben, in regelmäßigen Abständen von eben diesen Schmetterlingen – auch als Boten des Schicksals bekannt – besucht und begleitet werden. Neben ihrem persönlichen Wappentier soll sie jedoch weitere Favoriten im Reich der Tiere besitzen. Zum Verdruss der Sonnengöttin Amaterasu sollen sich hier und da Füchse vom Schein der Sonne abgewendet haben, um statt dessen ihre Zeit mit Jingi zu verbringen.
Einzig dem zweifelhaften Ruf Jingis wird es angelastet, dass ihre Tempel lediglich an abgeschiedenen Örtlichkeiten, auf hohen Bergen und Hügeln oder verborgen in von Licht umfangenen Lichtungen errichtet wurden. Größere Dörfer, vor allem aber zentrale Städte lehnten die Errichtung von Häusern und Stätten der Göttin ab; selbst nach unzähligen Jahrhunderten verankerten sich Angst und Unsicherheit gegenüber dem Schicksal in den Herzen der Menschen. Auf Bigaria hingegen, dem vermeintlichen Geburtsort Jingis, verbreitet die einzig namentliche Hohepriesterin, Ameila, unter emsiger Mühe und schier endloser Positivität die Lehren des Schicksals.



Prinzipien des Glaubens

"If you use your powers to grant someone else's wish, you should be careful you know exactly why you're doing it.
Are you really doing it for someone else's benefit, or the opposite, you're doing it for that person's everlasting gratitude?
"

Jingi vertritt die Hoheit über das Schicksal. Mit dieser Domäne geht sie stets und in jedem einzelnen Atemzug Hand in Hand mit absoluter Verantwortung über Leben und Tod. All jene die sich ihren Lehren und Ansichten verschreiben, müssen daher nicht nur ein grundlegendes Verständnis gegenüber Konzepten wie der Zeit und dem Verlauf des Lebens besitzen, sondern auch eine generelle Form der Offenheit gegenüber höheren Mächten wie dem Schicksal selbst.
Offenheit und Verständnis bilden das Fundament sämtlicher Lehren der Glaubens. Während eine Vielzahl von Religionen und Kulten sich an vehement strikte Richtlinien halten und auf selbige versteifen, erscheinen die Tugenden, nach welchen Jingi ihre Jünger bewertet, bedeutend loser und basierend auf menschlichem Verstand.
In jedem Moment des Lebens muss selbiges bewahrt werden. Unabhängig davon, ob es sich um menschliche Lebewesen handelt, oder Existenzen aus dem Reich der Tierwelt. Mord ist in jeglicher Hinsicht zu umgehen, solange das eigene leibliche Wohl nicht in direkte Bedrängnis gerät. Der Aspekt des aktiven Jagens ist ebenfalls nur sehr moderat und als letzter Ausweg zu betrachten; zum Wohl des Gleichgewichts zwischen Mensch und Tier soll Fleisch und Fisch in geringem Maß konsumiert werden.
Ungerechtigkeit jeder Form wird auf dieselbe Art und Weise betrachtet; Diebstahl ist in keinster Weise annehmbar, ebenso wie das allgemein un- oder selbstgerechte Verhalten gegenüber anderen Lebewesen. Selbstdarstellung, Herabwürdigung, Lügen und das verbreiten von schändlichen Gerüchten ist ebenso in jeder Form zu umgehen. Viel mehr soll auf ein gelungenes Miteinander, soziale Unterstützung, das Bilden einer Stütze und Zusammenhalt geachtet werden. Gläubiger Jingis müssen sich als Vorbilder sehen – sie sind es, die andere auf einen gerechten Pfad führen und einem glücklichen Leben näher bringen sollen.
Erwacht der 'wirkliche Glaube' im Inneren eines Individuums, erlangt es die Eigenschaft, in Form kurzer Visionen in die Zukunft zu blicken. Visionen dieser Art beziehen sich nur in den allerseltensten Fällen auf die eigene Zukunft, sondern in erhöhtem Maß – beinahe ausschließlich – auf andere Menschen oder Naturkatastrophen. Sie warnen vor Krankheit, Epidemien, Flutwellen und Beben und feindlich ambitionierten Übergriffen. In diesen wenigen Sekunden erhält das Medium einen kryptischen Überblick über die Zusammenhänge noch kommender Ereignisse, dafür jedoch ein exaktes Bewusstsein über Örtlichkeiten, in denen sie stattfinden.
Nach dem Erwachen eines Medium und dem Empfangen seiner ersten Vision wird zunehmend auf Moral und Verantwortungsbewusstsein geachtet. Aus welchem Grund empfangen sie diese Visionen? Zu welchem Zweck sollten sie genutzt werden? Welche Ambitionen lassen sich rechtfertigen? Und nicht zuletzt – sollten sie, als verlängerter Arm der Göttin Jingi einen persönlichen Nutzen aus ihrem Wissen ziehen?
Ihnen wird die wichtigste, ihre eigene Zukunft maßgeblich bestimmende Frage gestellt – ob sie sich ihrer Aufgabe bewusst sind und aus welchen Beweggründen sie erfüllt wird. Zum Wohle anderer Menschen? Oder um sich der ewigen Dankbarkeit anderer Menschen gewiss sein zu können? Egozentrik wird nicht gestattet. Persönliche Sympathien oder Aversionen besitzen in den Augen des Schicksals keinen Wert.

Eine der wenigen gefestigten Glaubenspraktiken besteht aus einer halbjährigen Reise, die im Bilde Jingis steht. Erwacht ein Medium und besteht es seine letzten Prüfungen, ist es verpflichtet mindestens ein halbes Jahr durch die Welt zu reisen und sich dem Wohle anderer Lebewesen zu verschreiben. Geleitet von nichts anderem als den eigenen Visionen und dem inneren Verlangen nach Frieden und Wohlsein anderer Kreaturen die den Planeten bevölkern. Dabei ist in den Augen der Göttin und ihrer Vertreter auf Erden irrelevant, wie zahlreich die Taten oder mit wie erfolgreich die Errungenschaften ausfallen.
Zu Beginn der Frühlingsmonate werden über alle Stätten die zu Ehren der Göttin errichtet wurden Kränze, Ketten und Reife aus Kirschblüten und ihren Blättern geflochten; gemeinsam mit selbstgemachten Speisen – allem voran süße Gerichte und Desserts – werden diese Jingi als Zeichen der Dankbarkeit für ihre Existenz, für ihren Einsatz und ihre unendliche Liebe gegenüber allen lebenden Wesen dargebracht. Im Kontrast zu anderen Gottheiten, so erzählt man sich, zeigt sich die Verbundenheit der Schicksalsgöttin mit ihren Jüngern derart intensiv, dass, sobald sie Notiz von den Opfergaben nimmt, blaue Schmetterlinge nur wenig später um die Stätte des Rituals einfinden.
In besonderen Fällen, so lässt sich wenigen Schriften und Zeugenberichten entnehmen, soll Jingi höchstpersönlich und in Form eines astralen Körpers ihre Verbundenheit ausdrücken. Eine Legende berichtet sogar davon, dass die verspielte und neugierig-verträumte Natur der Göttin sie für wenige Tage auf die Erde hinab zieht, wo sie einen ihr gutmütig gestimmten Körper übernimmt, der für die Dauer ihrer Anwesenheit ihr Äußeres annimmt, Festivitäten zelebriert und letztlich mit gestilltem Wissensdurst und verbreiteter Freude unter all jenen, die ihre Präsenz aufnehmen durften, zurück in ihr Hoheitsgebiet des Himmels zurückkehrt.
Obgleich diese Aussagen und Meinungen nur enorm selten auftraten, so wurden sie an unterschiedlichen Stellen des Planeten über Jahrhunderte hinweg festgehalten und scheinen damit unter Brüdern und Schwestern des Glaubens real. Ihren Segen verteilt Jingi, sofern dem über Hörensagen verbreiteten Halbwissen etwas abgewonnen werden kann, hauptsächlich mittels liebevollen Streicheleinheiten über den Kopf, oder aber in Form einer engen Umarmung, die herkömmliche Sterbliche wie Butter in ihren Armen schmelzen lässt.


"There're awful, horrible things in this world, I know that now.
But there're a lot of things worth protecting too.
"



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Glaubensformen _
BeitragThema: Re: Glaubensformen   Glaubensformen EmptySo 14 Jul 2019 - 17:18


•• KINDER DES SCHMIEDS ••

"As long as you create new things and add to His World, the Smith will have a place for you in his home."


Schöpfungsmythos

Als der Schmied erschien gab es kein Leben auf der Welt, nur Wasser, Wind, Fels, und Feuer. Dies missfiel dem Schmied sehr und nachdem er nach drei Jahren des Wanderns nichts gefunden hatte, dass er als gut erachtete nahm er sein Schmiedewerkzeug und begann die Welt in eine Form zu schmieden.
Zuerst nahm er einige der Flammen und schleuderte sie in den Himmel, wo sie zu Sonne und Sternen wurden; denn er benötigte Licht zum Arbeiten.
Dann schlug er den Großteil der Felsen in vier große Eimer und schöpfte das Wasser hinein, denn er brauchte einen trockenen Ort zum Arbeiten.
Danach fing er den Wind mit den Händen und steckte ihn in seine Blasebälge; denn seine Esse musste angefacht werden.

Dann begann er mit der Arbeit. Er schmiedete er einen Ring aus Fels und spannte ihn um die Welt. Und er zog einen Graben in die Erde, den er mit Wasser füllte und sich mit dem Ring aus Fels kreuzte. Denn der Schmied hatte mehr als nur eine Idee wie die Welt sein sollte und er wollte sie alle in die Tat umsetzen. So entstanden die Red Line und die Grand Line.
In die vier nun getrennten Gebiete schüttete der Schmied nun seine Eimer voller Wasser und schuf so die vier Ozeane. Sie erschienen ihm aber leer, also nahm er einige Felsen und schlug sie mit seinem Hammer flach. Dann schleuderte er sie in die Meere und formte so die ersten Inseln.

Nun begann der Schmied seine Materialien zu mischen: Aus Wasser und Fels machte er die ersten Pflanzen und setzte sie in die Inseln. Dabei fielen ihm jedoch ein paar ins Wasser und als er sie wiederfand, hatten sie eine neue Form angenommen. Da sie ihm nun am Meeresboden mehr gefielen beließ er sie dort.
Dann nahm der Schmied Wasser und Wind und machte daraus die ersten Wolken im Himmel. Doch mit dem Feuer wusste der Schmied nichts anzufangen, also steckte er es in die Erde, damit es seine Kreation nicht verbrennen konnte.

Nun war der Schmied zufrieden. Die Welt war nun voller Farbe und erfreulich anzusehen. Aber noch immer war sie still. Dies gefiel dem Schmied nicht, denn es erinnerte ihn zu sehr daran, wie die Welt vor seiner Arbeit gewesen war. Also nahm er Wind, Wasser und Fels und formte sie zu allem, was ihm die Geräusche geben sollte, nach denen er sich sehnte. Aus Wind machte er die ersten Vögel, die auf den Wogen ihrer Herkunft flogen und liebliche Lieder sangen; aus Wasser machte er die Bewohner der Meere, die in den Ozeanen schwammen und lustig glucksten; und aus dem Fels schuf er die Tiere des Landes, die an Vielzähligen Tönen nicht zu übertreffen waren.

Wieder war der Schmied zufrieden. Aber schon bald sehnte er sich nach jemanden, der sein Werk bewundern konnte; die Tiere mochten zwar leben, aber sie taten es ohne die Schönheit zu sehen, die ihr Schöpfer ihnen gegeben hatte. Also nahm der Schmied wieder die Elemente her, mit denen er die Tiere geschmiedet hatte und versuchte etwas zu erschaffen, dass so denken konnte wie er. Aber so oft er Wind, Wasser und Fels auch in immer neue Formen brachte, es schien ihm nicht gelingen zu wollen. Und dann erinnerte er sich des Feuers, dass er in die Erde gesperrt hatte; das so voller Wille war, dass es immer wieder Berge aufbrach um zu entkommen. Also nahm der Schmied etwas Feuer aus der Erde und fügte es seinen Kreationen hinzu. Und dank des Feuers begannen die Wesen zu denken.

So entstanden alle Rassen, die wir heute als Humanoid bezeichnen würden.

Endlich war der Schmied vollauf zufrieden. Aber er wusste, dass keine Schöpfung perfekt sein konnte, egal wie gut der Meister war, der sie erbaut hatte. Also lehrte er seine denkenden Kreationen, die er freudig seine Kinder nannte, wie man Neues erschaffen konnte, indem man die Elemente der Welt nahm und sie formte. Und nachdem er befand, dass seine Kinder alles gelernt hatten verließ er sie, damit sie ihre eigenen Dinge schaffen konnten. Aber er versprach ihnen, dass solange sie Neues zu seiner Welt beitrugen, dass ihm gefiel, sein Heim ihnen immer offen stehen würde.


Die Lehre vom Erschaffen
Die Kinder des Schmiedes glauben, dass sie vom Schmied der Welt gebaut und mit der Fähigkeit ausgestattet wurden, selbst neues zu kreieren. Entsprechend ist es die heilige Pflicht jedes Gläubigen etwas zu erschaffen: Es handelt sich quasi um einen Glauben für Handwerker, Dichter und Musiker. Die Kinder des Schmiedes glauben, dass der Wert eines Lebewesen unabhängig von Dingen wie Rasse, Geschlecht oder ähnlichem sind, sondern ganz allein daran gemessen wird, ob man etwas Neues erschaffen kann. Was ist hierbei völlig gleich: Ein Schiffszimmermann, der Kriegsschiffe für die Marine baut, ist ebenso ein "gutes Kind", wie ein Liedermacher, der Kinderlieder schreibt.

Gebote

Wie die meisten Glaubensformen haben auch die Kinder des Schmiedes gewisse Gebote, an die man sich halten soll. Es ist allerdings anerkannt, dass diese Gebote nicht vom Schmied der Welt selbst stammen, sondern die Niederschriften der ersten Kinder sind, wie diese seine Lehren interpretierten.


  1. Du sollst nicht schaffen, was ein anderer vor die geschaffen hat.
  2. Liebe alle deine Kreationen wie dich selbst.
  3. Beschütze und ehre die alle guten Schöpfungen, wie Ich sie schützen und ehren würde.
  4. Vernichte alles, was das Kreieren von Neuem verhindert, oder meine Schöpfung zerstört, aber nutze die Überreste um etwas Neues zu kreieren.


Natürlich gibt es verschiedene Auslegungen dieser Gebote, da es zum Beispiel keine heiligen Schriften gibt, die besagen was genau eine "gute Schöpfung" ist. Wie diese Zeilen interpretiert werden ist dabei von Glaubensgemeinde zu Glaubensgemeinde, und manchmal auch zwischen einzelnen Gläubigen, unterschiedlich.

Auslebung
Obwohl Kinder des Schmiedes durchaus auch in Glaubensgemeinden zusammenleben gibt es genau genommen keine einheitlichen Glaubenspraktiken oder Regeln, die das tägliche Leben bestimmen sollen. Zum Schmied muss man weder beten - auch wenn generell geglaubt wird, dass er all seinen Kindern zuhört - noch etwas opfern; Opferung von allem, was der Gläubige nicht speziell für diesen Zweck geschaffen hat würden Kinder des Schmiedes als Beleidigung auffassen, da man damit dem Schmied einfach nur ein beschädigtes Stück seiner eigenen Schöpfung übergibt.
Das einzige was wirklich von den Kindern des Schmiedes verlangt wird, ist die Erschaffung von Neuem, egal in welcher Form.

Verteilung über die Rassen
Prinzipiell gibt es Anhänger dieses Glaubens bei allen Rassen; bei manchen natürlich weniger als bei anderen, aber es sind eigentlich alle vertreten. Die Kinder des Schmiedes sind sowieso der Ansicht, dass alle Rassen vom Schmied gemacht wurden, aus Feuer, Wind, Fels und Wasser. Bei manchen Rassen mag das eine oder andere Element überwiegen - Fischmenschen wurden mit mehr Wasser gefertigt, Riesen mit mehr Fels, Avian mit mehr Wind, etc. - aber im tiefsten Innern ist der Ursprung aller gleich.



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Glaubensformen _
BeitragThema: Re: Glaubensformen   Glaubensformen EmptySo 14 Jul 2019 - 17:26

•• Bushidō – Weg des Kriegers ••


"There is nothing outside of yourself that can ever enable you to get better, stronger, richer, quicker or smarter. Everything is within. Everything exists. Seek nothing outside of yourself."


Einleitung


Bushidō (武士道, Weg (dō), Krieger (Bushi)), wörtlich übersetzt "Weg des Kriegers" ist ein Verhaltenskodex und die Philosophie der Samurai, deren Wurzeln aus Wano Kuni stammen.

Es entstand aus einem Konzept heraus, einen Leitsatz zu erschaffen, der die Ansicht nach das Denken und Handeln der Kriegerklasse prägen und verändern sollte.


Herkunft/Geschichte


Wano Kuni ist eine Nation, in der Traditionen schon immer groß geschrieben wurden. Anfangs baute sich diese Nation auf fünf unterschiedliche Familien (später Clans) auf, die das Land unter sich fair und gerecht aufteilten. Viele Jahre konnte der Frieden so gewahrt werden, doch irgendwann war auch die Zeit für Machtkämpfe gekommen. Armeen wurden aufgestellt und Kriegsherren, die wir heutzutage unter dem Namen Samurai kennen, fanden dort ihren ersten Platz ganz oben in der Rangordnung. In der Geschichtsbüchern ist diese Zeitepoche zurecht recht blutig dargestellt, da sie durch Kriege, politische Intrigen und Verrat geprägt wurde, da jeder das größte Stück des Kuchens haben wollte. Diese düstere Zeit hielt bis zu einem bestimmten zeitlichen Ereignis an – die Ernennung von Sasaki Kojiro als Familienoberhaupt. Er entwarf das heutige System, vereinigte die fünf großen Familien unter einem Banner und war so gesehen der erste Shogun, den die Nation hervorbrachte. Seine höchste Priorität war zu jeder Zeit der Schutz der Schwachen und Wehrlosen, die mit am meisten unter den Machtkämpfen zu leiden hatten. Es dauerte viele Jahre, doch unter seiner Herrschaft konnte er seine Denkweise – seine Tugenden als Verhaltens- und Moralkodex implementieren.

Der größte Schritt, der zum Frieden führte, war das er der erste war, der es schaffte dass sich alle fünf Familienoberhäupter auf einer Augenhöhe trafen, indem er ihre Schwächen ausnutzte: Bei manchen war es als Beispiel der krankhafte Stolz, nicht schlechter als andere Familien sein zu wollen, bei anderen war es das zu große Ego. Anstatt ganze Armeen aufeinander treffen zu lassen, einigte man sich ihre eigenen Elitesoldaten kämpfen zu lassen. Und sie kämpften solange, bis eine Seite keine mehr hatte. In den Geschichtsbüchern ist die Rede von 10 Kriegsherren, die jede Familie in den Wettkampf schickte. Und so etablierte sich die ersten Züge des Systems, bei dem die eigenen Differenzen nicht mehr auf den vielen Schultern der Schwachen, sondern wenige starken Krieger die Bürde trugen.

Und um das beste aus seinen Kriegern hervorzubringen, erschuf Sasaki Kojiro diesen Ehrenkodex.


Grundgedanke


Bushidō bezeichnet ein Kodex moralischer Grundsätze, nach denen die Samurai und Krieger handeln sollen. Es ist ein Ehrenkodex und die Ethik des Samurai-Standes, die Selbstaufopferung, absolute Loyalität, Tapferkeit, höchste Waffenbeherrschung und ständige Kampfbereitschaft fordert. Als Schutzpatron der Schwachen und Wehrlosen ist die eigene Haut zu retten, zu fliehen oder sich geschlagen zu geben praktisch undenkbar. Wer es dennoch tut, soll der größten Verachtung ausgesetzt sein, denn er bringt nicht nur Schanden über sich, sondern auch Schaden über seinen Herren und Clan. Jene moralischen Grundsätze, welche die Samurai beachten sollen, ist kein in erster Linie schriftlich fixierter Kodex. Er besteht aus Grundsätzen, die aus der Feder des Sasakis stammen, die er mit Hilfe seiner Krieger und Gelehrten niederschrieb. Dieser Kodex, der die Taten des Kriegers für heilig spricht, ist im übertragenen Sinne als Gesetz anzusehen, das im Herzen niedergeschrieben steht. Bushidō ist daher das Produkt stetigen Lernens menschlichen Ursprungs.

Bevor der Begriff Samurai (Im Dienste stehender) eingegliedert wurde, wurden die Kriegsherren als Bushi (Mann mit Waffe) bezeichnet. Sasaki Kojiro entschied sich gegen diesen Begriff, da aus seiner Sicht die Samurai mehr darstellten als bewaffnete Männer. Manche sagen dem Shogun nach, dass dieser mit der Umbenennung auch einen Weg ebnen wollte für Frauen, die den Weg des Kriegers einschlugen. Aber das stimmt nicht. Er war der Letzte, der auf das Geschlecht achtete und hätte solch Gedanken nie gemacht, dass jemand sich wegen Bezeichnungen ausgegrenzt fühlen würde.


Verhaltenskodex und Philosophie


Wesentlicher Bestandteil des Bushidō waren die "Sieben Tugenden des Samurai":


  • Gi (義)- Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Rechtlichkeit
  • Yu (勇)- Mut, Tapferkeit und Heldentum
  • Jin (仁)- Das Mitleid, die Liebe und das Wohlwollen; Menschlichkeit
  • Rei (礼)- Die Höflichkeit und das richtige Verhalten zur Einhaltung der Etikette
  • Makoto (誠)- Die vollkommene Aufrichtigkeit
  • Meiyo (名誉)- Ehrbewusstsein
  • Chugi (忠義)- Loyalität, Pflichtbewusstsein, Treue und Hingabe


Nach ihnen soll gelebt werden. Ein wahrer Samurai soll frei von jeder Angst sein und keinen Grund haben, krampfhaft am Leben festzuhalten. Für ihn ist es gleich, ob heute oder morgen sein letzter Tag ist. Seine Bereitschaft zu töten, sollte ebenso gefestigt sein, wie seine Bereitschaft selbst in den Tod zu gehen. Seinem Clan und Herren treu zu dienen, diese zu verteidigen und falls nötig, sich selbst zu opfern, gilt daher als höchstes Ideal.

Neben den siebenden Tugenden gibt es noch fünf Hauptforderungen des Bushidō, die wären:


  • Treue
  • Höflichkeit
  • Tapferkeit
  • Offenheit und Aufrichtigkeit
  • Einfachheit


All das Gelehrte soll auch ins alltägliche Leben des Samurais einfließen, um ständig Kampfbereit zu sein. Jede Bewegung wurde seit Kindheit an einstudiert. Die ständige Kontrolle seines Umfelds und der Menschen in seiner unmittelbaren Nähe ist für einen Krieger überlebenswichtig, denn jederzeit konnte er einem plötzlichen Angriff oder einem Attentat zum Opfer werden. Aus diesem Grund wurden Abläufe des Tages angepasst, einem Krieger würdig. Die Verbeugung wurde nur so weit ausgeführt, dass er seinen Gegenüber nicht aus dem Blick verlor. Einzige Ausnahmen dabei waren sein Herr und Anführer des Clans, sowie ihm wichtige Personen, die sein absolutes Vertrauen hatten. Auch war die Art des Sitzens und Hinkniens streng geregelt. Zuerst kniete man sich mit dem linken Bein hin, erst dann mit dem Rechten. So war jederzeit eine günstige Position zum Schwertziehen gegeben – und andersherum, für Linkshänder. Und auch die Verbeugung war eine alltägliche Situation, die sich der Entwicklung beugen musste und wurde soweit gehend durchdacht, dass selbst dabei ein unerwarteter Angriff angewehrt werden konnte. Erst führte man die eine Hand zu Boden, zum Schluss die Schwerthand. Das Aufrichten erfolgte natürlich in umgekehrter Reihenfolge.

Zusammen mit den Tugenden, trug ein Samurai auch immer ein Schwertpaar bestehend aus Katana und Wakizashi bei sich. Dieses Schwertpaar wird als Daishō (大小, groß und klein) bezeichnet. Für die meisten Samurai galt das Wakizashi nur als Ersatzwaffe, wenn das Katana brach, für den rituellen Selbstmord (Seppuku) wenn man seinen Herrn entehrt hatte, oder um getöteten Feinden den Kopf abzutrennen. Später etablierten sich auch Samurai, die gleichzeitig mit zwei Waffen in ein Duell gingen, doch die große Masse nutzte es nur als Ersatzwaffe, oder aber wenn sie durch äußere Einflüsse dazu gezwungen wurden, wie zum Beispiel ein Kampf auf engem Raum.

Da das Schwert als Teil seiner Selbst angesehen wurde, galt es als tabu ein fremdes Schwert zu berühren. Erst nach ausdrücklicher Erlaubnis des Herrn durfte die Waffe aus der Hand genommen und zum Bewundern des befreundeten Gastes gezeigt werden. Das Schwert wurde dabei aber nur zu einem Teil aus der Saya – der Schwertscheide – gezogen werden, denn ein gezogenes Schwert bedeutete eigentlich, dass Blut fließen musste.

"Ich komme mit leeren Händen, im Geiste stets bewaffnet.
Hochachtung vor der Schwäche und frei von Angst vor der Stärke.
Sollte ich gezwungen sein mich selbst, meine Grundsätze
oder meine Ehre zu verteidigen – sollte es um Recht oder unrecht gehen -
dann ist dies meine Waffe.
"
-  Himejima Igarashi

Zusammenfassend gilt noch für den Verhaltenskodex zu sagen, dass es beim Weg nicht um das Erlangen irgendwelcher Fertigkeiten geht die einem im Kampf helfen, sondern um das Erweitern des im Menschen liegenden Potentials, körperlich sowie geistig. Daher steht Do – der Weg – für den gesamten Pfad, der sich aus den Grundsätzen, Lehren und Philosophien ebnet; ein Weg, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und einer Reise, um die Möglichkeiten des inneren Wachstums zu entdecken. Wichtig ist zu erkennen, dass es viele Wege gibt und sie alle das gleiche Ziel haben: Sie lehren dem Schüler in seiner eigenen Freiheit nach Perfektion zu streben, indem er aus einem neutralen Standpunkt heraus für sich selbst entscheidet und seine eigenen inneren Zusammenhänge versteht, um sich selbst durch Training zu vervollkommnen. Jeder einzelne dieser Wege hält den Menschen dazu an seinen Geist und seinen Körper in Übungen zu entwickeln.


Der ehrenhafte Zweikampf


Ein Duell, in dem es um Leben und Tod ging. Für den Samurai war es von zentraler Bedeutung so Ehre zu erlangen, indem er sich mit ebenbürtigen Gegner maß. Grundgedanke für diese Zweikämpfe war es, sinnloses Blutvergießen zu entgehen und ganze Kriege mit wichtigen Duellen zu entscheiden. Wie einem Ritual gleich, galt immer der gleiche Ablauf. Um die Aufmerksamkeit der Götter auf sich zu ziehen, wurde ein mit einer Signalpfeife ausgestatteter Holzpfeil in die Luft geschossen, der einen hörbaren Heulton erschuf. Beide Samurai stellten sich anschließend lautstark mit Namen vor, bevor die eigenen Heldentaten verkündet wurden. Zuschauer des Duells waren die Herrn, sowie weitere Fußsoldaten.


Symbolik der Schriftzeichen


Mit der Deutung des Schriftzuges, gewinnt man den ersten Eindruck der Bedeutung des Bushidō.

Es besteht aus drei Schriftzeichen:

Bu(武)

Dieses Zeichen setzt sich aus zwei Symbolen zusammen. Der rechte größere Teil ist als Symbol einer Lanze zu verstehen und stellt bei der Symbolik die Waffe eines Kriegers da. Das linke untere Symbol bedeutet hierbei anhalten oder stoppen. Bu steht hierbei für alles militärische und kriegerische.

Shi(士)

Shi steht für den Menschen hinter der Waffe und besitzt keine weitere versteckten, tiefgründigen Bedeutungen. Zusammen ergibt sich daher für Bushi einen "Mensch aus dem Militär" und bekommt dadurch die Bedeutung des Kriegers.

Do(道)

Das Schriftzeichen setzt sich wieder aus zwei Teilen zusammen. Der linke untere Teil bedeutet Laufen. Der rechte Teil ist das Symbol für Kopf, was zusammengesetzt die Bedeutung ergibt mit seinem Kopf in der Hand irgendwo hinzulaufen und nicht nur die Tat, sondern auch den Weg davon bedeutet. Damit ist kein kopfloseres Herumirren gemeint, sondern ein verantwortungsbewusstes Beschreiten seines Weges.

Daraus ergibt sich eine mögliche Interpretation: Lebensweg eines Menschen, der sich seiner Funktion als Krieger bewusst ist und daraufhin verantwortlich handelt.



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Glaubensformen _
BeitragThema: Re: Glaubensformen   Glaubensformen EmptyDo 5 Sep 2019 - 19:50


•• RUHANYA ••

"Respect the Dschinni, hatchling. For they are fickle spirits and just as capable of evil as of good."


Geschichte

Als Gott die Welt erschuf gab er zuerst Verstand den Kräften der Erde, dem Sturm, dem Sand, dem Meer, den Sternen und den Strahlen der Sonne. Diese Geister sollten sein Werk erhalten und beschützen, also nannte Er sie "Hamia". Für viele Jahrtausende lebten die Hamia auf der Welt friedlich und gerecht. Und auch weise waren sie, da sie ihre Unterschiede erkannten, geboren aus verschiedenen Teilen wie sie waren, und schrieben die ersten Gesetze, um ihre friedvolle Zeit zu wahren.
Doch dies missfiel Gott, denn Er war der Schöpfer und nach seinem Gebot sollten die Hamia leben, nicht nach ihrem eigenen. Also nahm er erneut den Sturm, den Sand, das Meer und die Sonne und erschuf neues Leben, welches ihm Ebenbild war. Und Gott zeigte den ersten der Hamia, dem Dschinn Alab und der Dschinniya Umh, seine Schöpfung und wies sie an: "Seht mein perfektes Werk! Erkennt es als das Höchste nach Mir und dient ihm in meinem Namen!" Doch Alab und Umh erblickten das kleine, gar kümmerliche Wesen vor ihnen, ohne die Segnungen und Kräfte, die sie selbst besaßen und sprachen: "Herr, wir lieben und dienen Euch. Aber diesem schwachen Wesen werden wir uns nicht unterwerfen." Und Gott, in seinem Zorn, zerschmetterte die Form der Hamia und zerstreute sie.

Doch hatte Er sie nicht vernichtet. Und Alab und Umh verbrachten die kommenden Jahrhunderte, in denen die Errungenschaften der Hamia von Gottes neuer Schöpfung übernommen wurden, ihr Volk zu sammeln und neu aufzubauen. Aber in ihrer zerstörten Gestalt, kaum mehr als Nebel und Rauch, litt das Volk der Hamia. Also flehten Alab und Umh zu Gott, ihr Volk von ihrem Unheil zu erlösen; denn nur Alab und Umh hatten sich Seinem direkten Wort widersetzt.
Also stellte Gott dem Volk der Hamia dasselbe Gebot, dass Er Alab und Umh gestellt hatte. Und jeder einzelne Hamia sagte, dass er Gott liebte und ehrte, aber Alab und Umh folgen wollte. Denn sie waren gute Herrscher und weise. Also sprach Gott: "Wenn Sie denn weise sind, dann sollen sie mir ihre Weisheit zeigen." Und Er gab den Hamia eine neue Form, teils fest wie Seine neue Schöpfung, aber so wandelbar und frei wie Rauch.  Dschinn sollten Sie heißen, denn das bedeutet "verborgen", und verborgen sollten sie sein, bis sie sich bewiesen hatten. Gott gab den Dschinn nun Seine Aufgabe: Sie sollten eine eigene Kreation erschaffen und diese leiten, so wie Er seine Schöpfung leitete. Wenn sie wirklich weise waren, dann würde am Ende aller Tage ihre Kreationen der seinen ebenbürtig sein. Und die Dschinn würden ihre alte Gestalt zurückerlangen und gemeinsam mit ihrer Kreation in Sein Reich einkehren dürfen.
Und Gott sandte die Dschinn auf eine Insel aus Sand, von wo aus sie mit ihrer Aufgabe beginnen sollten.
Alab und Umh erkannten rasch, dass auf dieser Insel kaum Leben herrschte. Doch sie wagten es nicht, diese aufzugeben; Gott hatte sie aus einem Grund hierher geschickt! Also befahl Alab seinem ältesten Sohn Ma'an einen Fluss zu graben. Und Umh schickte ihre zahlreichen Töchter um mit ihren Winden Wolken und Regen herbeizuholen.
Dabei entdeckte Ma'an die Tiere der Insel. Und er war beeindruckt von ihnen, wie sie es schafften an diesem unwirtlichen Ort zu überleben, obwohl sie nicht die Kräfte eines Dschinns hatten. Also brachte er sie zu seinen Eltern und rief freudig aus: "Dies! Dies soll Gott eure Weisheit zeigen!" Und da Ma'an der klügste unter ihren Kindern war folgten Alab und Umh seinem Rat; mit den Tieren der Insel zum Vorbild nahmen sie die Essenzen der Welt aus denen auch sie selbst bestanden und verbanden sie in eine Form nicht unähnlich sich selbst und nicht unähnlich der geliebtesten Schöpfung Gottes. So erschufen sie die ersten Taquarraš.



Glaubensgrundlagen

Der Ruhanya ist ein Glaube, der von Sandy Island stammt, genauer gesagt vom dort lebenden Echsenvolk, den Taquarraš. Praktisch jedes Mitglied dieses Volkes folgt dieser Religion; zeitgleich ist es sehr untypisch für Mitglieder anderer Rassen dem Ruhanya zu folgen.
Im Ruhanya glaubt man daran, nicht von Gott selbst erschaffen worden zu sein, sondern von seinen ersten Kindern, den Dschinn/Dschinniya(wenn weiblich). Als solche ist ihnen wie ihren Schöpfern der Zugang ins Himmelreich Gottes verwehrt, bis seine Aufgabe nicht bestanden wurde. Dem Glaube nach ist es aber nicht einzig in den Händen der Dschinn, sondern auch Aufgabe jedes einzelnen Taquarraš, sich Gott zu beweisen, durch Ehrung der Gebete und Rituale, Halten an die Gebote und ehrvolles Leben. Eine Trennung vom täglichen Leben und dem Ruhanya ist für einen Taquarraš unvorstellbar, denn der Glaube ist eng mit dem Leben verbunden, vom Umgang miteinander bis hin zum Umgang mit den anderen Rassen.

Gebote



  1. Die Dschinn sind unsere Schöpfer, Gott unser Herr.
    Das Glaubensbekenntnis des Ruhanya und zeitgleich das erste Gebot ist zu Beginn und Ende jedes Gebets zu sagen, mit voller Überzeugung um Zugehörigkeit zum Ruhanya und den damit verbundenen Stolz zu beweisen.

  2. Ich lebe so, das Gott mich liebt, wie von den Dschinn befohlen.
    Dieses Gebot bedeutet, dass man sich dem Leben nach dem Vorbild der Dschinn in Gottes Licht verschreibt; dass man die Lehren der Dschinn befolgt und Gott ehrt.

  3. Ich achte und schütze Gottes Schöpfung, so wie ich die Schöpfung der Dschinn ehre und schütze.
    Dieses Gebot steht dafür, dass die Taquarraš, obwohl sie nicht von Gott sind, sich trotzdem als Teil Seiner Welt zu verhalten haben und Seine Schöpfung entsprechend nach den Lehren der Dschinn gut behandeln müssen.

  4. Behandle jeden deines Volkes wie deinen Bruder.
    Das vierte und letzte Gebot bedeutet, dass ein Taquarraš einen anderen Taquarraš immer mit Respekt und brüderlicher Liebe zu behandeln hat, unabhängig von dessen sozialen Status. Vor Gott sind alle gleich.


Die Lehren der Dschinni

Sharaf Hassam (Ehre des Hassam)
"Behandle selbst deine Feinde mit Würde und Respekt, aber vergiss weder ihre Namen noch ihre Taten und strafe sie, so wie das Gesetz es verlangt".
Nach dem Sharaf Hassam sind auch jene, die dir geschadet haben noch vollwertige Mitglieder des Volkes und sind als solche gerecht und fair zu behandeln. Rache aus Hass oder Wut zu nehmen wäre Sünde.

Antiqam Belal (Vergeltung des Belal)
"Das Gesetz ist eindeutig und edel. Taten müssen mit Taten beantwortet werden, die dem Ausmaß des Verbrechens entsprechen."
Die Antiqam Belal umfasst die religionsgesetzlichen Strafen für bestimmte Taten, darunter Ketzerei, Mord, Diebstahl und noch einige andere. Dabei muss der Verurteile an den Geschädigten etwas entrichten, was im Wert gleich dem ist, was er dem Geschädigten verloren hat; nachdem dieses Gesetz aber dazu führte, dass manche Familien sich gegenseitig die Kinder raubten wurde hinzugefügt, dass der Verurteilte anstatt eines direkten Ersatzes auch mit genügend Geld oder Arbeit seine Schuld wieder gut machen kann.

Karam Hatim (Großzügigkeit des Hatim)
"Diejenigen, mit denen du Brot und Salz gebrochen hast, sollst du ehren wie Alab und Umh persönlich."
In anderen Kulturen auch bekannt als die "heilige Gastfreundschaft" handelt es sich beim Karam Hatim um das sogenannte Gastrecht; hat ein Hausherr jemandem Unterkunft gewährt ("Brot und Salz mit ihm gebrochen"), dann steht dieser Gast unter dem Schutz des Hausherren vor allem, inklusive dem Gesetz. Die Hände sind ihm dabei komplett gebunden, was von anderen Taquarraš auch anerkannt wird und keine polizeiliche Kraft des Echsenvolkes würde einen Gastgeber zur Herausgabe seines Gastes zwingen. Im selben Maße ist es dem Gastgeber nicht einfach gestattet, seinen Gast vor die Tür zu setzen; das würde als Entzug des Schutzes gewertet und ist ein massiver Ehrverlust. Aber auch der Gast hat sich Regeln zu unterwerfen; er muss seinen Gastgeber und dessen Familie ehren und behandeln, wie seine eigene. Sollte er zu weit gegen diese Regeln verstoßen entfällt das Gastrecht, denn dann ist er ein Feind der Familie. Zudem ist er nur Gast, solange er ihm Heim des Gastgebers verweilt; ein Schritt zur Tür hinaus macht ihn wieder zu einem Fremden.

Hubun Umh (Liebe von Umh)
"Liebe und achte alle deines Volkes, wie du dich selbst liebst und achtest."
Die Hubun Umh ist die Lehre vom liebevollen Umgang miteinander. Sie umfasst Benimmregeln des Alltages ("Sprich das Familienoberhaupt immer mit dem Nachnamen an, aber wenn dir der Vorname angeboten wird ist es höchst unhöflich dies zu tun", z.B.), sowie den Umgang mit dem anderen Geschlecht ("Liebe das Andere, aber greife nicht in sein Reich.") und das Verhalten gegenüber Kranken und Schwachen.

Arad Alab (Würde des Alab)
"Die Familie ist das höchste. Beschütze sie, wo auch immer du Gefahren für sie findest."
Die Arad Alab umfasst sowohl eine Liste an Gefahren für eine gute Familie - darunter Dinge wie Misshandlung des Partners oder Unwillen eines Partners bei der Eheschließung - als auch genaue Anweisungen, wie man seine Familie zu verteidigen hat; diejenigen die Karam Hatim brechen berufen sich oft in ihrer Verteidigung auf Arad Alab. Aber auch Anweisungen der Erziehung sind im Arad Alab vorhanden damit die Kinder der Taquarraš dem Ruhanya nach gut erzogen werden.

Muhawala Ma'an (Gebot des Ma'an)
Praktisch gesehen eine Schlussfolgerung aus den Regeln des Arad Alab und Hubun Umh und behandelt die Regeln für die (nicht-romantischen) Beziehungen zwischen den Geschlechtern. So besagt es zum Beispiel, dass im alltäglichen Leben Frauen und Männer getrennte Räume haben müssen (geschlechtsspezifische Lokale z.B.) und was ein korrekter Umgang mit einem Mitglied des anderen Geschlechts ist, das man nicht umwirbt.

Wichtigste Dschinni/Dschinniya

Alab
Alab ist der Vater, der erste männliche Dschinn, und Gemahl von Umh. Geboren aus dem ersten Sonnenstrahl ist er der Geist des Morgenlichts und verantwortlich für den Tag. Entsprechend wird er oft mit einer scheinenden Sonne hinter sich dargestellt. Alab wird in den Schriften als strenger und fordernder Charakter dargestellt; sein Licht verbrennt jeden Schild und legt alle Unreinheiten eines Wesens offen: Vor Alab gibt es keine Täuschung und keine Rechtfertigung, denn er weiß alles.

Umh
Umh ist die Mutter, erste Dschinniya, und Gemahlin von Alab. Sie ist aus Sternenlicht und Mondschein von Gott geschaffen worden und ist der Geist der Dunkelheit und Nacht. Entsprechend wird sie auf vielen Darstellungen mit einem schwarzen Schleier vor Mund und Nase und Sternen im Hintergrund abgebildet. Umh wird als liebevoll und umsichtig in den Schriften beschrieben; in der Dunkelheit ihrer Nacht dürfen alle ihre Kinder sich frei entfalten, und sie ist weitaus akzeptierender gegenüber den Fehlern, solange die entsprechende Person diese bereut und aus ihnen lernt. Wo Alab für Richtspruch und Urteil steht ist Umh das Bild von Reue und Vergebung.  

Ma'an
Ma'an ist der älteste Sohn von Alab und Umh und im Ruhanya als Schutzpatron der Seefahrer gesehen. Er vereint die Eigenschaften seiner Eltern in sich und kann ruhig sein wie ein langsamer Fluss, oder so stürmisch wie ein Taifun. Laut dem Glauben hat er den Sandora-Fluss mit seinen eigenen Händen gegraben und ist verantwortlich dafür, dass die Taquarraš ihre reptilienartige Form haben. Zudem soll er selbst die Muhawala Ma'an verfasst haben; Ma'an soll sie geschrieben haben, nachdem er die Streitigkeiten seiner Eltern schlichtete und sie, und damit Tag und Nacht, in ihre jeweiligen Domänen aufteilte.

Iblis
Iblis ist ein Dschinn des Sturms, und einer der ältesten aller Dschinn. Manche Schriften sagen, dass er direkt nach Alab und Umh von Gott geschaffen wurde, andere legen ihn etwas später fest und wieder andere sehen ihn als eines der Kinder der beiden Haupt-Dschinni an.
Iblis hat sich von der göttlichen Aufgabe abgewandt und versuchte die Schöpfungen der Dschinni, wie Gottes Schöpfung zu zerstören; denn in seinen Augen ist nichts größer als die Dschinni. Aber Alab und Umh gelang es Iblis aufzuhalten und ihn und seine Anhänger wegzusperren, in Lampen und andere Gegenstände.
Manche Gläubige sind heute der Ansicht, dass Iblis in einen Pflanzensamen gesperrt wurde und aus diesem Samen der Baum der Teufelsfrüchte gewachsen ist.

Gefallene/Eingesperrte Dschinni
Iblis Anhänger sind die Dschinn, die auch Leute kennen, die sonst nicht vom Ruhanya gehört haben: Sie sind in Lampen, Ringen oder anderen Gegenständen - mit Ausnahme von Iblis selbst oft menschengemachten Dingen - eingesperrt und müssen demjenigen, der an dem Gegenstand reibt Wünsche erfüllen. Wie viele Wünsche ist von Geschichte zu Geschichte unterschiedlich; manchmal sind es die typischen drei, manchmal sind es unendlich.
In den Schriften ist das Erfüllen von Wünschen jedoch keine gewöhnliche Fähigkeit der Dschinni; tatsächlich gab Gott selbst nach dem ersten Jahrhundert den klagenden gefallenen Dschinni diese Fähigkeit, damit sie eine Möglichkeit hatten sich in den Augen sowohl ihres Volkes als auch in Gottes Augen zu rehabilitieren.

Auslebung/Rituale und Gebete

Nach dem Glauben ist den Geboten des Ruhanya und den Lehren der Dschinni
uneingeschränkt Folge zu leisten. Die Gläubigen leben in Glaubensgemeinden zusammen, die sich meist rund um eine "Ghurfa", ein heiliges Gebetshaus bilden. Die meisten Ghurfa sind allgemein gehaltene Stätten, es gibt jedoch auch Gemeinden mit mehreren solcher Gebetshäuser, die z.B. spezifischen Dschinni geweiht, oder nach Geschlechtern getrennt sind. Ein Anhänger des Ruhanya ist dazu angehalten immer sämtliche Rituale und Gebete zeitgemäß auszuführen, egal wo er sich befindet.

Das morgendliche Gebet "Alsabah"
Jeden Morgen zum ersten Sonnenstrahl entrichten männliche Gläubige ein 10-minütiges Gebet an Alab und Gott. Dazu knien sie sich hin und pressen die Stirn zu Boden, mit den Armen verschränkt auf dem Boden vor dem Kopf. Das Gebet enthält eine Danksagung an Alab für einen neuen Tag, ein Versprechen an Gott die Aufgabe zu erfüllen und einen Schwur auch an diesem und den kommenden Tagen nach den Lehren des Ruhanya zu leben.

Das abendliche Gebet "Almasa"
Wenn das Abendrot am Tiefsten ist, dann sind die weiblichen Glaubensanhänger zum Abendgebet verpflichtet. Funktionell und auch inhaltlich ist es sehr ähnlich zum morgendlichen Gebet, richtet sich aber nicht an Alab, sondern an Umh.

Das Mittagsgebet "Zahira"
Zu Mittag beten ALLE Anhänger des Glaubens zu Gott. Im Gegensatz zu den anderen Gebeten gibt es, außerhalb des Kniens und des Niederlegens jeglicher Arbeit, keine Vorschriften, wie man zu Beten hat, oder welche Zeilen man sagen muss; es ist vielmehr eine direkte Wendung jedes einzelnen Gläubigen zu Gott. Das Zahira dauert eine halbe Stunde.

Das Schuldgebet "Iithm"
Im Ruhanya ist es Pflicht alle Gebete zeitgerecht einzuhalten, aber der Glaube erkennt an, dass dies nicht immer möglich sein kann. Deswegen gibt es das Schuldgebet, welches man zu entrichten hat, wenn man sich eine religiöse Schuld zur Last hat kommen lassen. Um das Gebet zu sprechen muss man in die Ghurfa gehen, wo einem der dortige Priester ("Yatahadath") eine Kette mit einem schweren Stein um den Hals legt. Anschließend setzt man sich in eine speziell für das Schuldgebet angelegte Kammer; der Betende sitzt im Schneidersitz und beugt seinen Kopf so vor, dass der Stein um seinen Hals auf dem Boden aufliegt. Der Yatahadath zündet zudem noch Räucherwerk um den Betenden herum an. Während des Gebetes bittet der Schuldige um Verzeihung, spricht aus, was er getan hat, und bittet erneut um Verzeihung, bis das Gebet vorüber ist. Wie lange das Gebet dauert hängt von der Sünde ab, von der man sich zu befreien sucht. Hat man z.B. das Morgengebet vergessen dauert das Schuldgebet eine Viertelstunde. Hat man jedoch z.B. ein anderes Mitglied des Glaubens ermordet, dann muss man mindestens 2 Stunden beten (und es rettet einem nicht vor einem Urteilsspruch eines Gerichts.)

Verteilung über die Rassen
Das Ruhanya wird fast ausschließlich von Taquarras praktiziert, die auf Sandy Island leben. Es gibt selbstverständlich Anhänger in anderen Rassen, aber diese sind so gering in Zahl - und werden von den gläubigen Taquarras oft nicht als Glaubensgenossen anerkannt - dass es eigentlich nicht wirklich nennenswert ist.

Wichtige Fakten

  • In keiner einzigen Schrift steht, was Gott geschaffen hat, dem sich die Dschinni nicht unterwerfen wollten. Entsprechend verteidigen viele Taquarras ihren Unmut gegenüber Menschen damit, dass diese nicht Gottes geliebte Schöpfung sein können.
  • Nach dem Ruhanya sind Teufelskräfte die wortwörtlichen Abkömmlinge von Iblis, den Nicht-Gläubige praktisch gesehen als die Ruhanya-Version des Teufels verstehen dürfen. Wie genau das aber dann die Einstellung der Gläubigen gegenüber Teufelskraftnutzern beeinflusst ist unterschiedlich: Manche sind der Ansicht, dass Teufelskraftnutzer Dämonen sind; andere glauben, dass Gott Iblis gespalten hat und über die Teufelskraftnutzer und deren Taten versucht ihn zu erlösen.
  • Nach dem Glauben sehen Dschinni nicht aus wie ihre Schöpfung, die Taquarras, sondern haben eine andere wahre Form. In den Darstellungen werden sie aber oft als Taquarras mit einem rauchartigen Unterkörper dargestellt. Man glaubt, dass wenn die Dschinni einem Gläubigen erscheinen, dass sie eine solche Form annehmen würden um den Taquarras nicht zu erschrecken.




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